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Das Pseudoradikulärsyndrom

Definition

Das Pseudoradikulärsyndrom ist eine Erkrankung bei der Muskeln und Gelenk nicht richtig zusammenarbeiten. Dadurch kommt es oftmals im Rücken, aber auch in den Armen und Beinen zu Schmerzen.
Diese fühlen sich für Betroffenen an wie Nervenschmerzen, die beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall auftreten können. Daher der Name Pseudoradikulärsyndrom: Es wirkt als gingen die Beschwerden von den Nervenwurzeln (lat. Radix) aus.

Allerdings liegt bei der Erkrankung keine Verletzung der Nerven vor.

Die Ursachen

Die Ursache des Pseudoradikulärsyndroms ist in aller Regel eine Fehlsteuerung von Muskeln und Gelenken. Die Schmerzen bei der Erkrankung gehen von der Wirbelsäule aus. Diese besteht aus vielen einzelnen Wirbelknochen, die jeweils mit einem Gelenk miteinander verbunden sind.

Die Wirbelsäule wird normalerweise durch die Haltemuskulatur des Rückens stabilisiert. Besonders bei Bewegungen wird die Muskulatur aktiv. Bei den meisten ist diese Muskulatur allerdings nicht mehr ausreichen ausgebildet um die Wirbelsäule vollständig zu schützen.
So können besonders nach ungewohnten Bewegungen einzelne Wirbelkörper leicht gegeneinander verkippt werden und sich in der Position verhaken. Der Körper bemerkt, dass an der Stelle etwas nicht stimmt und versucht den betroffenen Teil der Wirbelsäule durch eine Anspannung der Muskulatur zu stabilisieren.
Diese Muskelverspannung löst dann in der Regel die Schmerzen aus und kann sich reflektorisch ausbreiten.

Je nachdem, wo an der Wirbelsäule das Problem liegt, sind benachbarte Anteile des Rückens betroffen, aber auch in Armen und Beinen kann sich die Verspannung fortsetzen. Wer schon einmal aufgrund eines Bandscheibenvorfalls, eines Unfalls oder wegen anderer Ursachen eine kurzzeitige Irritation der Nerven erlitten hat, dessen Gehirn hat die Nervenschmerzen quasi „erlernt“.
Daher werden die Schmerzen beim Pseudoradikuläsyndrom bei diesen Personen häufig wie richtige Nervenschmerzen wahrgenommen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Ursachen von Rückenschmerzen.


Die begleitenden Symptome

Begleitende Symptome beim Pseudoradikulärsyndrom sind die ausstrahlenden Schmerzen und Muskelverspannungen.

Die Schmerzen befinden sich einerseits direkt an der betroffenen Stelle der Wirbelsäule, zudem strahlen die Schmerzen auch in andere Teile des Rückens aus. Ist beispielsweise die Lendenwirbelsäule betroffen, muss die darüberliegende Brustwirbelsäule mehr Arbeit übernehmen, woraufhin sich die Verspannungsproblematik auf die Brustwirbelsäule verschiebt. Wird an der Wirbelsäule das Signal für eine Anspannung der Muskeln gegeben, kann sich diese Information auch auf Arme und Beine ausbreiten.
Beim Pseudoradikulärsyndrom im Lendenwirbelbereich sind meist nur die Beine betroffen. Liegt das Syndrom weiter oben, in der Hals- oder Brustwirbelsäule vor, strahlt die Verspannung eher auf die Arme aus.
Insbesondere bei Problemen in der Brustwirbelsäule kann auch die Atmung erschwert werden, weil sich dabei der gesamte Brustkorb gegen die Verspannung bewegen muss.

Weitere begleitende Symptome sind Missempfindungen der Haut. Die Hautnerven werden ebenfalls durch das Rückenmark gesteuert. So können Irritationen an der Wirbelsäule auch die Hautnerven kurzzeitig irritieren.

Eine klare Abgrenzung des Pseudoradikulärsyndroms zu tatsächlichen Nervenschäden bietet die Kraftprüfung in Armen und Beinen. Ein Kraftverlust kann nur aufgrund einer Nervenschädigung auftreten und ist kein begleitendes Symptom des Pseudoradikulärsyndroms.

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Was sind pseudoradikuläre Schmerzen?

Pseudoradikuläre Schmerzen sind Schmerzen, die sich wie Nervenschmerzen anfühlen. Allerdings gehen diese nicht tatsächlich von Nervenschädigungen aus.
Stattdessen führt eine Missregulation zwischen den Muskeln und Gelenken der Wirbelsäule zu starken Verspannungen. So können Schmerzen entstehen, die denen bei Nervenschäden stark ähneln.

Genau wie die Nervenschmerzen ziehen die pseudoradikulären Schmerzen entlang einer Muskelgruppe in Arme oder Beine hinein.

Warum kommt es am häufigsten in der Lendenwirbelsäule / Lumbalregion vor?

Neben unserer Halswirbelsäule ist die Lendenwirbelsäule der schwächste Punkt des Rückens. Hier lastet das Gewicht des gesamten Oberkörpers auf der Wirbelsäule.
So muss die Lendenwirbelsäule einerseits den Oberkörper tragen, andererseits besteht hier die Verbindung des Oberkörpers zum Becken und zu den Beinen, sodass besonders beim Gehen eine ausgeprägte Stabilisierung durch die Lendenwirbelsäule und die dort befindliche Muskulatur erforderlich ist.

Unser heutiger Lebensstil führt dazu, dass wir meist mehrere Stunden am Stück im Sitzen verbringen. Oftmals ist die Haltung des Rückens dabei krumm, was zu Verspannungen in der gesamten Rückenmuskulatur führen kann.
Besonders betroffen ist davon allerdings die Lendenwirbelsäule. Hier ist der stabilisierende Kontakt zwischen der festen Sitzfläche und dem beweglichen Oberkörper, sodass an der Stelle besonders gut stabilisiert werden muss. Durch diese inaktive Lebensweise sind die Rückenmuskeln außerdem nicht mehr ausreichend trainiert, um die Wirbelsäule in allen Situationen adäquat zu stabilisieren und zu unterstützen. Deshalb kommt es gerade bei ungewohnten Bewegungen oder neuen körperlichen Belastungen häufig zu einer Dysbalance in der Muskelarbeit.
Die daraus resultierende Fehlregulation von Muskeln und Gelenken löst das Pseudoradikulärsyndrom aus. Und da die Lumbalregion meist die größte Belastung trägt, treten diese Fehlregulationen dort besonders häufig auf.

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Die Diagnose

Die Diagnostik bei allen Arten von Rückenschmerzen besteht zunächst aus einer Anamnese, in der der Arzt die genauen Beschwerden von der betroffenen Person erfragt. Wichtig ist hier vor allem, ob ein Unfall oder eine Infektion vorliegt, da diese auf eine Verletzung der Wirbelsäule hindeuten können.

Anschließend folgt die Untersuchung, in der Bewegungsumfang und Nervenschädigungen überprüft werden können. Wer keinen Hinweis auf eine Wirbelsäulen- oder Nervenschädigung zeigt, für den ist diese Diagnostik ausreichend.

Beim Verdacht auf ernsthafte Schädigungen kann eine Bildgebung (Röntgen, MRT, CT) erfolgen. Das Pseudoradikulärsyndrom kann mit Missempfindungen der Haut einhergehen.

Zur genaueren Diagnostik dieser Beschwerden ist manchmal eine eingehende Beurteilung durch Neurologen notwendig.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Diagnose einer Wirbelsäulenerkrankung

MRT für die Bildgebung

Das MRT, auch Kernspin genannt, ist das geeignetste bildgebende Verfahren um Weichteile, Organe und Muskulatur zu beurteilen. Daher greift man zum MRT, wenn der Verdacht auf eine Schädigung des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln besteht.

Auch Bandscheibenvorfälle können im MRT gut beurteilt werden. Beim Pseudoradikulärsyndrom wird das MRT zur Ausschlussdiagnostik genutzt. Es sollen strukturelle Schäden, die die Symptome bei der Erkrankung erklären könnten, ausgeschlossen werden.

Informieren Sie sich hier zum Thema: MRT der Wirbelsäule

Röntgen für die Bildgebung

Beim Röntgen handelt es sich um ein einfaches und schnelles Verfahren, mit dem besonders knöcherne Strukturen gut beurteilt werden können. Bei dem Verdacht auf ein Pseudoradikulärsyndrom sollten in der Regel knöcherne Defekte an der Wirbelsäule als Ursache der Beschwerden ausgeschlossen werden.

Meist wartet man etwa zwei bis vier Wochen ab, ob die Schmerzen mit einer Bewegungs- und Schmerztherapie wieder verschwinden. Ist dies nicht der Fall, müssen andere Ursachen als das Pseudoradikulärsyndrom untersucht werden.
Als gute Orientierung für die knöcherne Struktur dient dabei ein Röntgenbild.

CT als Bildgebung

Das CT kommt beim Pseudoradikulärsyndrom ebenso wie das Röntgenbild zum Einsatz, wenn knöcherne Defekte ausgeschlossen werden sollen. Im Gegensatz zum Röntgenbild kann man aus den CT Bildern dreidimensional nachvollziehen, wo welche Struktur im Körper liegt. Daher ist bei unklaren Röntgenbefunden das CT die nächste Wahl.

Zusätzlich können auch weichere Strukturen wie Rückenmark und Nerven beurteilt werden (allerdings nicht so gut wie im MRT). Beim Pseudoradikulärsyndrom dient auch das CT dem Ausschluss schwerer struktureller Erkrankungen.

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Die Behandlung

Die Therapie des Pseudoradikulärsyndroms erfolgt in der Regel zunächst konservativ. Die wichtigste Komponente ist dabei eine Physiotherapie, die die Verspannungen der Rückenmuskulatur lösen soll. Im Verlauf kann diese Therapie von Entspannung zu gezieltem Muskelaufbau übergehen, der ein erneutes Auftreten der Symptomatik verhindern soll.

Um die Beweglichkeit zu Beginn der Therapie zu verbessern und die Schmerzsymptome in den Griff zu bekommen, werden meist Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Novalgin verschrieben. Dies erleichtert betroffenen Personen den Alltag und führt gleichzeitig zu einer koordinierteren Beweglichkeit der Wirbelsäule. Unter Schmerzen kommt es durch reflektorische Muskelanspannungen zu falschen Bewegungsmustern, die die Symptomatik zusätzlich verschlimmern können.

Auf lange Sicht müssen betroffene Personen regelmäßige Bewegungen und Kräftigungsübungen in ihren Alltag einbringen um einen Rückfall zu verhindern. Auch das Erlangen dieser Routine ist Teil der Therapie beim Pseudoradikulärsyndrom.

Invasivere Maßnahmen können zu Beginn der Beschwerden sinnvoll sein. Dazu gehört beispielsweise die Chirotherapie, bei der Ärzte mit einer Zusatzausbildung zum Chirotherapeuten die kleinen Verkippungen in den Wirbelgelenken wieder lösen können. Ohne die daraus resultierenden Blockierungen in der Wirbelsäule verbessern sich die Beschwerden meist innerhalb weniger Tage.
Auch das Quaddeln, bei dem örtliche Betäubungsmittel unter die Haut gespritzt werden, kann die Verspannungen lösen. Anschließend ist jedoch eine Bewegungstherapie, die von Betroffenen anschließend selbstständig weitergeführt wird nötig.

Mehr Informationen zum Thema Therapie von Rückenschmerzen finden Sie hier. 

Die Dauer

Die akuten starken Schmerzen beim Pseudoradikulärsyndrom sollten mit einer adäquaten Schmerzbehandlung innerhalb von einigen Wochen adäquat eingestellt sein. Können die Blockierungen in den Wirbelgelenken gelöst werden, sind die Beschwerden meist nach einer Woche deutlich verbessert.
Dennoch ist der Rücken noch über eine lange Zeit sehr anfällig für weitere Verspannungen und daraus resultierend für neue pseudoradikuläre Schmerzen.

Die große Gefahr bei solchen Rückenschmerzen besteht in der Chronifizierung. Wer nicht konsequent Trainingsübungen für den Rücken durchführt, bei dem können sich die Schmerzen festsetzen oder immer wiederkehren und so über Jahre Probleme bereiten.

Lesen Sie auch das Thema: Rückenschmerzen - Was kann ich tun? 

Die Prognose

Die Prognose beim Pseudoradikulärsyndrom ist maßgeblich von der Eigeninitiative betroffener Personen abhängig.

Es ist in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen, dass Personen, die die Verantwortung für die Behandlung ihrer Erkrankung selbst übernehmen, deutlich weniger Probleme mit den pseudoradikulären Schmerzen haben. Dazu gehört eine bewusste und regelmäßige Bewegung sowie gezieltes Training für die Rückenmuskulatur. Bei konsequenter Durchführung kann das Pseudoradikulärsyndrom auf Dauer vermieden werden.

Wer dagegen eher passiv mit der Erkrankung umgeht, sich auf Chirotherapie, Quaddeln und Schmerzmittel verlässt, hat unter Umständen ein Leben lang mit den Beschwerden zu kämpfen. Gefährlich ist die Erkrankung allerdings nicht, sodass sie sich zwar auf die Lebensqualität, nicht aber auf die Lebensdauer auswirkt.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen rund um das Thema Außenknöchelbruch hier nachlesen: 

Eine Übersicht aller orthopädischen Themen finden Sie unter: Orthopädie A-Z.