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MRT der Wirbelsäule

Einleitung

Das MRT gehört heutzutage zu den am häufigsten verwendeten diagnostischen Mitteln der Medizin, welches sich vor allem durch das niedrige Auftreten von Nebenwirkungen kennzeichnet.



Definition

Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ist ein Verfahren der Schnittbilddiagnostik, welche Bilder des Körperinneren durch die Erzeugung eines Magnetfeldes aufzeichnet. Die Stärke des in der Medizin verwendeten Magnetfeldes beträgt in der Regel zwischen 1,5 und 3 Tesla. Da es Weichteil- als auch Nervengewebe sehr gut darstellen kann, eignet es sich in der Diagnostik der Wirbelsäule insbesondere zur Beurteilung des darin verlaufenden Rückenmarks.

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Indikationen

Es liegen verschiedene Indikationen für das MRT der Wirbelsäule vor. Durch seine Spezifität für die Weichteile und das Nervengewebe eignet es sich besonders zur Darstellung von Wirbelsäulenbändern, Tumoren, sowie zur Diagnostik verschiedenster Rückenmarkserkrankungen, wie Entzündungen oder dem häufige Bandscheibenvorfall.
Keine Indikation wäre der Verdacht auf den Bruch eines Wirbelkörpers, da Knochen im sogenannten Computertomographen, kurz CT, besser dargestellt werden.
Da das MRT -im Gegensatz zum CT nicht strahlenbelastend ist und bisher keine Nebenwirkungen dieser Untersuchung beschrieben worden sind, wird dieses Verfahren bei Kindern und Schwangeren dem CT vorgezogen, da man diesen Patienten eine Strahlenbelastung und die dabei enstehenden Nebenwirkungen erspart.

Kontraindikation

Durch die starke Magnetfeldwirkung muss vor einer MRT-Untersuchung auf metallische Gegenstände im Körper geachtet werden. Patienten mit implantierten Herzschrittmachern sollten vorher ihren Kardiologen konsultieren.
Auch wenn die meisten medizinischen Produkte, die in den Körper implantiert werden, heutzutage MRT-tauglich sind, sollte im Vorfeld stets eine Tauglichkeit für das MRT abgeklärt werden. Andere Kontraindikationen ergeben sich aus dem Gebrauch des Kontrastmittels, welches unten beschrieben ist.

Dauer

MRT-Untersuchungen dauern in der Regel etwas länger. Eine ausführliche Schnittbildgebung der Wirbelsäule kann in der Regel 20-30 Minuten dauern. Spezifische Untersuchungen und der Einsatz von Kontrastmittel können die Dauer variieren lassen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Dauer verschiedener MRT-Untersuchungen.

Kontrastmittel

Kontrastmittel sind Stoffe, die in der bildgebenden Diagnostik zur besseren Darstellung von bestimmten Strukturen verwendet werden, um gezielte Fragestellungen bei Krankheiten beantworten zu können. Je nachdem welches Verfahren angewendet wird, wird ein anderes Kontrastmittel verwendet. Bei der MRT unterscheidet man extrazelluläre, also nicht in Zellen eindringendes Kontrastmittel und das intrazelluläre Kontrastmittel, welches sich vor allem in Zellen und Gewebe anreichert.
Extrazelluläres wird am häufigsten benutzt, typischerweise das Gadolinium, welches über die Nieren ausgeschieden wird. Da die Anreicherung dieses Kontrastmittels abhängig von der Nierenfunktion ist, ist es vor der Gabe des Mittels sehr wichtig, die Nierenwerte zu kontrollieren, da sich bei einer Einschränkung ihrer Funktion das Kontrastmittel zu stark anreichern kann und gegebenenfalls zu einem Nierenschaden führen kann. Dieses Kontrastmittel führt zu einer Aufhellung von den betroffenen Arealen. Hierbei handelt es sich vor allem um Gefäße, die dann im Bild hell aufleuchten.
Das intrazelluläre Kontrastmittel variiert je nach Darstellung des Organs. Eisenoxidteilchen eignen sich zur Darstellung der Leber wobei Manganverbindungen vor allem die Bauchspeicheldrüse aufleuchten lassen.
Kontrastmittel können auch zu Nebenwirkungen führen. Bereits beim Einspritzen in die Vene über einen Zugang kann es zu einem Brennen und Jucken auf der Haut führen oder auch zu einem Austritt des Kontrastmittels in den Arm, was zu einer schmerzhaften Schwellung führen kann. An sich ist das MRT-Kontrastmittel besser verträglich als jodhaltige Röntgenkontrastmittel, dennoch lösen sie in seltenen Fällen allergische Reaktionen aus, die sich am häufigsten auf der Haut manifestieren.

Lesen sie mehr zum Thema unter: Gibt es bei einem MRT Nebenwirkungen?

Kosten

Bei einer medizinisch vertretbaren Indikation wird das MRT der Wirbelsäule in Deutschland von den Krankenkassen finanziert. Je nachdem ob es sich um eine private Versicherung oder gesetzliche Krankenversicherung handelt, werden die Radiologen anders von den finanzierenden Institutionen abgerechnet, wobei der Ertrag für den Arzt bei privaten Zahlern höher ist als bei gesetzlich Versicherten. Die Kosten einer MRT der gesamten Wirbelsäule setzt sich praktisch aus einzelnen Kosten der jeweiligen Wirbelsäulenabschnitte zusammen: Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Die Bilder werden einzeln zu einem Ganzen verbunden, da die Einzelaufnahmen eine bessere Auflösung bieten, als ein Bild kompletten Wirbelsäule.
Die Kosten einer MRT der jeweiligen Abschnitte betragen bei Privatpatienten mindestens 244,81€, maximal aber 612,08€. Die Steigung in den Kosten entsteht, wenn zusätzlich zur einfachen Bildgebung die Aufnahmen in verschiedenen Lagen gemacht werden, Kontrastmittel verwendet wird, computertechnische Rekonstruktionen nötig sind und der Radiologe die Bilder befundet. Je länger und aufwändiger die Untersuchung im Komplettpaket also ist, desto höher sind die Kosten. Bei gesetzlich Versicherten betragen die Kosten jeweils 124,60€ pro Abschnitt.

MRT der Lendenwirbel

Die 5 Lendenwirbel bilden die Lendenwirbelsäule, also den unteren Bereich der Wirbelsäule zwischen der Brustwirbelsäule und dem Kreuzbein. Sie werden zur Klassifikation durchnummeriert in L1 bis L5, was die genaue Zuordnung auf den Bildgebungen, wie dem CT, MRT oder Röntgen, ermöglicht.
Ein Lendenwirbel besteht aus einem Wirbelkörper (Corpus vertebrae) und einem Wirbelbogen (Arcus vertebrae). Von hier aus ziehen seitlich die Querfortsätze (Processus transversi) und nach hinten die Dornfortsätze (Processus spinosi). Sie dienen der Muskulatur als Ansatz zur Befestigung. Gemeinsam mit dem Wirbelkörper bildet der Wirbelbogen das Wirbelloch (Foramen vertebrae), in dem sich normalerweise das Rückenmark befindet.
Die Wirbellöcher aller Wirbel bilden in ihrer Gesamtheit den Spinalkanal. Die Besonderheit der Lendenwirbelsäule ist jedoch, dass ab dem ersten oder zweiten Lendenwirbel das Rückenmark nicht mehr als einzelner Strang verläuft, sondern nur noch die Spinalnerven wie einzelne dünne Fäden herunterhängen (die sogenannte Cauda equina). Auch diese sind wie das Rückenmark im Spinalkanal von Rückenmarkshaut, Nervenwasser, Gefäßen und Nerven umgeben. Zwei übereinander liegende Wirbel bilden abgesehen vom Wirbelloch noch seitlich jeweils ein Zwischenwirbelloch (Foramen intervertebrale), durch den die Rückenmarksnerven (Spinalnerven) hindurchtreten. Diese und der Spinalkanal sind relevant zum Verständnis des Bandscheibenvorfalls, der weiter unten beschrieben wird.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: MRT der LWS

MRT bei einem Bandscheibenvorfall

Als Bandscheibenvorfall bezeichnet man eine langsam oder auch plötzlich entstehende Vorwölbung des Bandscheibenmaterials in den sogenannten Spinalkanal, in dem das Rückenmark verläuft. Hierbei handelt es sich um den sogenannten Nucleus pulposus, also den gallertigen Kern der Bandscheiben, welcher mit dem Alter durch Wasserverlust an Elastizität verliert.
Bei jahrelanger Überbelastung der Wirbelsäule durch Arbeit, Leistungssport oder auch Schwangerschaft wird ein Verschleiß begünstigt und es kann eher zu einem Bandscheibenvorfall kommen. Ein Bandscheibenvorfall tritt nicht nur nach hinten in den Spinalkanal ein, sondern auch nach hinten-seitlich, dort wo die Nervenwurzel austritt.
Je nachdem in welchem Bereich des Körpers beim Patienten Bewegung, Gefühl und/oder Reflexe gestört sind, kann schon bei der körperlichen Untersuchung eine Vermutung aufgestellt werden, in welchem Bereich der Wirbelsäule der Bandscheibenvorfall liegt. So kann diese Vorwölbung durch Druck auf das Rückenmark oder die Nervenwurzel zu Lähmungen, Taubheitsgefühl oder Schmerzen führen. Am häufigsten ist hierbei die Lendenwirbelsäule betroffen, die bei Betroffenheit dann vor allem Beschwerden in der Genitalregion und den Beinen macht.
Um zu differenzieren, was für eine Ursache hinter den Beschwerden liegt, eignet sich am besten die MRT der Wirbelsäule, welche die Bandscheiben im Gegensatz zu anderen bildgebenden Verfahren am besten darstellt. Mit Hinzunahme des Kontrastmittels kann weiter zwischen tumorösen oder entzündlichen Ursachen unterschieden werden und so durch Ausschluss dessen ein Bandscheibenvorfall konkret dargestellt werden. Die Therapie kann je nach Notwendigkeit und Ausprägung der Symptome konservativ oder operativ erfolgen. Zur konservativen Therapie gehört eine Entlastung der Wirbelsäule, wobei eine strenge Bettruhe nicht erforderlich ist, Medikamente zur Schmerzstillung wie auch spezifische Krankengymnastik.
Bei akuten Lähmungserscheinungen ist allerdings eine Entlastung des Nervens notwendig, sodass der operative Weg eingeschlagen werden sollte.

Lesen Sie hierzu auch unser Spezialthema: MRT bei einem Bandscheibenvorfall

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Multiple Sklerose

Die MRT der Wirbelsäule und des Gehirns stellt das wichtigste Kriterium zur Diagnostik der Multiplen Sklerose (MS), einer chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankung des Nervensystems, dar. Neben dem Gehirn kann die Multiple Sklerose auch im Rückenmark vorkommen. Die bei der Multiplen Sklerose entstehenden relevanten Entmarkungen des Nervensystems können in der MRT sehr gut als Läsionen dargestellt werden. Als Läsionen bezeichnet man hierbei lokalisierte Entzündungen, die durch diesen Prozess entstanden sind. Durch die verschiedenen Wichtungen der MRT können die Läsionen durch ihren unterschiedlichen Grad der Aufleuchtung oder Abdunkelung, beurteilt werden, um den Schweregrad der Krankheit abzuschätzen. Nach bestimmten Kriterien, den McDonald Kriterien, beurteilt man zeitlich und räumlich neu auftretende Läsionen in der MRT. Hierbei gilt, dass das Vorliegen bereits einiger Läsionen in der MRT zu Beginn der Symptomatik als ungünstige Prognose gilt.
Relevant wird die MRT bei der Frühdiagnose einer Multiplen Sklerose. In einer Phase, in der eine neurologische Untersuchung oder Kontrolle des Hirnwassers noch keine Hinweise auf eine Multiple Sklerose liefern, kann ein MRT bereits Läsionen zeigen. Somit ist es angeraten, bereits bei kleinstem Verdacht eine MRT durchzuführen, ohne dass eindeutige klinische und laborchemische Zeichen vorliegen.
Eine MRT mit Verdacht auf eine Multiple Sklerose sollte mit Kontrastmittel (meist Gadolinium) durchgeführt werden. Da es sich bei den MS-Herden um stoffwechselaktive Läsionen handelt und das Kontrastmittel sich vor allem im stoffwechselaktiven Gewebe anreichert, kann es die Läsionen auf dem Bild noch stärker hervorheben oder sogar Herde enttarnen, welche sonst nicht sichtbar wären.
Bei Risikofaktoren für das Kontrastmittel reicht auch eine sogenannte native MRT, also ohne Kontrastmittel, aus.
Die Relevanz der MRT zeichnet sich zu dem auch noch dadurch aus, dass die Symptome eines Patienten bei Vorliegen einer Multiplen Sklerose den Lokalisationen im MRT zugeordnet und damit erklärt werden können. Bei den Symptomen handelt es sich folglich um neurologische Ausfälle an den Stellen, wo diese Herde sitzen.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel MRT bei Multipler Sklerose.

Weitere Informationen

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