Ursachen von Rückenschmerzen

Einleitung

Rückenschmerzen können viele Ursachen haben.
Auf viele mögliche Ursachen möchten wir in unserem folgenden Thema eingehen.

Mögliche Ursachen von LWS Rückenschmerzen

Sucht man nach einer Ursache von Rückenschmerzen, so stößt man sehr schnell auf eine sehr lange Liste. Generell unterscheidet man zwischen organischen (körperlichen) und psychosomatisch (durch die „Seele“) bedingten Ursachen.

Mögliche Ursachen für die Entstehung von Rückenschmerzen sind:

  1. Verschleiß, Arthrose, Abnutzung, Degeneration
  2. Mechanische Ursachen
  3. Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule
  4. Neoplasien, Neubildung, Tumor
  5. Angeborene Ursachen
  6. Nervenwurzelreizung
  7. Kompression der Nervenwurzeln
  8. Entzündung
  9. Fehlhaltung und Fehlbelastung

Abbildung Rückenschmerzen

A - Nackenschmerzen
B - Schmerzen des oberen Rückens
C - Schmerzen im Bereich der LWS
Hexenschuss (Lumbago)
D - Lumboglutäalgie
(Ausstrahlen in das Gesäß)
E - Lumboischialgie
(Ausstrahlen in das Bein)

  1. Erster Halswirbel (Träger) - Atlas
  2. Siebenter Halswirbel -
    Vertebra prominens
  3. Trapezmuskel -
    Musculus trapezius
  4. Breiter Rückenmuskel -
    Musculus latissimus dorsi
  5. Erster Lendenwirbel -
    Vertebra lumbalis I
  6. Fünfter Lendenwirbel -
    Vertebra lumbalis V
  7. Kreuzbein - Os sacrum
  8. Steißbein - Os soccygis
  9. Darmbeinkamm - Crista iliaca
  10. Mittlerer Gesäßmuskel - Musculus gluteus medius
  11. Großer Gesäßmuskel - Musculus gluteus maximus
  12. Großer Anzieher - Musculus adductor magnus
  13. Zweiköpfiger Oberschenkelmuskel - Musculus biceps femoris

    a - Bandscheibenvorfall - Nucleus-pulposus-Prolaps (von oben)
    b - Wirbelbruch (Wirbelfraktur)
    c - Wirbelsäulenarthrose - (Gelenkverschleiß)

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen


Ursachen durch Verschleiß, Arthrose, Abnutzung und Degeneration

  • Knochenanbauten im Bereich der Wirbelsäule (Spodylophyten / Osteophyten)
  • Verengung eines Nervenaustrittspunktes der Wirbelsäule (Foramenstenosen) durch Knochenanbauten oder Bandverdickung (Hypertrophie des Ligamentum flavum)
  • Morbus Scheurmann
  • entzündliche Erkrankungen, wie der Morbus Bechterew, Morbus Paget, Knochenentkalkung (Osteoporose)
    Hiervon sind insbesondere Menschen betroffen, die über einen längeren Zeitraum hinweg körperlich schwer gearbeitet haben. Ältere Menschen leiden häufig unter Abnutzungserscheinungen/ Verschleiß.
  • Spinalkanalstenose, hierbei kommt es durch knöcherne Anbauten zu einer Enge des Spinalkanals. Durch eine Spinalkanalstenose wird das Rückenmark an einer Engstelle eingeengt. Hierdurch kommt es zu Schmerzen, aber Störung der Sensibilität (Gefühl) bis hin zu Lähmungen.
    Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter: Spinalkanalstenose der LWS
  • Facettensyndrom, durch Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke kommt es zu einer sogenannten Spondylarthrose (Arthrose der kleinen Wirbelgelenke). Das Facettensyndrom ist eines der häufigsten Ursachen vom Rückenschmerz des älteren Menschen!
  • Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter: Facettensyndrom

Mechanische Ursachen von Rückenschmerzen

  • Unter mechanischen Ursachen für Rückenschmerzen versteht man hauptsächlich mechanische „Irritationen“ und Reaktionen, die teilweise heftige Schmerzen verursachen. Zu den mechanischen Ursachen zählen auch Nerveneinklemmungen.
  • Insbesondere nach einer Operation im Bereich der Bandscheiben sind auch Verwachsungen im Bereich des Narbengewebes (Postnukleotomie – Syndrom) häufig Ursache für das Entstehen starker Rückenschmerzen.

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Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule

Verletzungen im Wirbelsäulenbereich sind beispielsweise auf Verkehrsunfälle zurückzuführen, in dessen Folge es zu einem Schleudertrauma kam. In schlimmeren Fällen können auch Verschiebungen des / der Wirbelkörper, Nervenwurzelabrisse oder gar Wirbelbrüche, für die Ursache der Rückenschmerzen verantwortlich gemacht werden.

Tumor / Krebs

Wie in nahezu allen Körperbereichen können auch im Bereich der Wirbelsäule Tumore (Neurinom oder Meningeom) ausfindig gemacht werden. Diese Tumore und – in ungünstigen Fällen auch deren Metastasen (= Tochtergeschwulste) können teilweise erhebliche Rückenschmerzen verursachen.
Mehr Informationen auch unter unserem Thema: Meningeom.

Angeborene Ursachen: Spina bifida

Ursachen für die Entstehung von Rückenschmerzen können durchaus auch angeboren sein. Im Falle eines offenen Rückenmarkkanals, der bei der Krankheit „Spina bifida“ festzustellen ist, muss entsprechend gehandelt werden.
Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter: Spina bifida

Nervenreizung: Hexenschuss

Hierunter fällt der klassische „Hexenschuss“ (Lumbago). Hierbei handelt es sich um eine akute Reizung eines Nerven. Der Hexenschuss ist somit nicht auf einen Verschleiß (siehe oben) zurückzuführen.
Mehr finden Sie auch unter unserem Thema: Hexenschuss.

Entzündung

Auch Entzündungen in den jeweiligen Bereichen des Rückens können Ursache eines zugrunde liegenden Rückenschmerzes sein. Die Ursache für die Entstehung einer solchen Entzündungen liegt meist in bakteriellen Eiterherden (= Abszesse) im Bereich der Nervenwurzeln und des Rückenmarkes begründet. Darüber hinaus können teilweise auch eitrige Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule als Ursache für die Entstehung des Rückenmarkes verantwortlich gemacht werden.

Fehlhaltung und Fehlbelastung

Viele Rückenbeschwerden lassen sich auf eine Fehlhaltung, bzw. Fehlbelastung der Wirbelsäule zurückführen. Indirekt gleicht man diese Fehlhaltungen und/ oder –belastungen durch „Schonhaltungen“ aus, was zur Folge hat, dass man muskulär versucht, auszugleichen.
Dadurch dass dann andere Muskelpartien die Aufgaben übernehmen, werden sie unverhältnismäßig stark beansprucht und reagieren ihrerseits mit Überlastungsschmerzen und Verspannungen. Schon hier lässt sich der „Teufelskreis“ feststellen. Diese Schmerzen lassen sich besonders gut mit diversen Rückenübungen lindern.

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Bandscheibenvorfall

Die Bandscheibe besteht aus dem so genannten Annulus fibrosus, dem bindegewebigen, knorpeligen Außenring und dem Nucleus pulposus, dem inneren Gallertkern.
Wenn es nun zu einem Riss im Bereich des Annulus fibrosus kommt, wird dem Nucleus pulposus ein Austreten nach hinten ermöglicht - was man als Bandscheibenvorfall bezeichnet, wodurch wiederum Nervenwurzeln gereizt werden können (med. als Wurzelsyndrom bezeichtnet)

Lesen Sie viele weitere Informationen zu diesem Thema unter: Bandscheibenvorfall

Alternative Ursachen

Hier wären Ursachen der Rückenschmerzen wie Schwangerschaft, Übergewicht und das große Feld der Fehlhaltungen zu erwähnen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Im Zeitalter der Büroarbeit führt das berufsbedingte Sitzen, verbunden mit der enormen Bequemlichkeit des Menschen und damit verbundenen Bewegungsmangel zum Verschleiß der Wirbelsäule, Muskelverspannungen oder gar zum Abbau der Rückenmuskulatur. Verständlicherweise entstehen aus solchen Umständen gerne Rückenschmerzen.

Psychosomatische Ursachen

Formulierungen wie: „Jemand hat schwer an etwas zu tragen“, „Das hat jemandem das Rückgrat gebrochen“ oder „Jemand müsse katzbuckeln“ zeigen, wie wichtig es ist, sich auch die Psyche eines Patienten mit Rückenschmerzen anzusehen.
Beeindruckend ist nämlich die Tatsache, dass bei 90% der Menschen mit chronischen Rückenschmerzen keinerlei organische Ursache erkennbar ist. Häufig erkennbar durch Schmerzverschlimmerung bei psychischem Unwohlsein. Sie sind unspezifisch. Nur der geringe restliche Anteil verteilt sich auf die oben aufgeführten spezifischen Ursachen und Krankheiten.
Bei Erkrankungen, die durch die Seele ausgelöst werden, spielen besonders die innere Befindlichkeit und menschliche Gefühlswelt eine zentrale Rolle. Dasselbe gilt jedoch auch andersherum: körperliche Beschwerden können psychische Probleme wie Depressionen auslösen.
Angst oder Stresssituationen erhöhen in unserem Körper den Herzschlag, der Blutdruck steigt und mit ihm die Durchblutung. Zusätzlich werden bestimmte Hormone und Stressmediatoren ausgeschüttet.
Beim Dauerstress können hierdurch psychosomatische Störungen auftreten, was bei dauerhaften Schmerzen wiederum in einer Stresssituation endet. Es lässt sich also leicht erkennen, wie bedeutend es ist, diesen Teufelskreis durch spezielle Psychotherapien zu unterbrechen. Verschiedene Studien haben sogar die Wirksamkeit solcher Therapien bei chronischen Rückenleiden bestätigen können.
Mehr zu diesem interessanten Thema erfahren Sie unter: Rückenschmerzen und Psyche.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 25.03.2017
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