Nierenschmerzen

Synonyme

Nephralgie, renale Schmerzen, nephrogene Schmerzen, Flankenschmerzen

Englisch: nephralgia, renal pain, flank pain

Definition Nierenschmerzen

Unter Nierenschmerzen versteht man Schmerzempfindungen, die auf die Nierengegend projiziert werden. Lokalisiert sind diese in der Flankenregion, welche sich seitlich der Bauchwand vom Rippenbogen bis zur Leiste erstreckt. Aus diesem Grund bezeichnet man Nierenschmerzen auch als Flankenschmerz.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Wie kann ich Nierenschmerzen lindern?

Epidemiologie

Die folgende Darstellung der Epidemiologie bezieht sich auf die Ursachen der Nierenschmerzen. Bei Nierenschmerzen, welche durch eine Entzündung des Nierenbeckens (Pyelonephritis) entstehen, sind häufiger Frauen als Männer betroffen. Auch bei einem Harnrückfluss besteht diese Geschlechterverteilung, wobei dieses Krankheitsbild häufig bei Kindern auftritt: 0,5% der Kinder weisen einen Urinreflux auf.

Nierensteine als wichtige Verursacher von Nierenschmerzen treten bei 4% der Bevölkerung in Deutschland auf. Vor allem zu finden sind diese bei Männern und bei 35- bis 65-Jährigen. Pro Jahr sind von 100 000 Patienten bei 400 Steine zu finden.

Nierenkrebs, eine weitere mit Nierenschmerzen einhergehende Erkrankung, betrifft ebenfalls bevorzugt Männer, vor allem im Alter von 45 bis 75 Jahren. In Deutschland kommen pro Jahr 12 000 Neuerkrankungen hinzu.


Ursachen von Nierenschmerzen

Bei Nierenschmerzen ist es wichtig zu unterscheiden, ob die Schmerzen tatsächlich von der Niere oder eher von der Wirbelsäule kommen. Es kommt nicht selten vor, dass Rückenschmerzen als Nierenschmerzen fehlgedeutet werden, aber auch umgekehrt. Möglicherweise kann hier der Hausarzt erste Ergebnisse erzielen, indem er die Wirbelsäule untersucht und den Verdacht äußern kann, ob die Schmerzen hierher rühren. Ursachen für Rückenschmerzen sind zahlreich, beispielsweise Muskelverspannungen, Fehlhaltung, knöcherne Fehlstellungen, Probleme mit der Bandscheibe aber auch bösartige Prozesse.
Wenn der Hausarzt (alternativ auch ein Orthopäde) Rückenschmerzen für unwahrscheinlich hält und die Schmerzen bestehen bleiben, so empfiehlt sich der Gang zum Urologen, der sich mit den Nieren und dem harnableitenden System gut auskennt. Er kann zu Beginn Fragen zum Schmerzcharakter stellen. So deuten dumpfe, dauerhafte und eher zunehmende Schmerzen auf eine Entzündung hin. Es könnte sich also beispielsweise um eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) oder eine Entzündung des Nierengewebes (Glomerulonephritis) handeln. Die Pyelonephritis geht häufig mit hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl einher, die Glomerulonephritis verläuft häufig auch ohne Schmerzen und eher mit Symptomen wie Wassereinlagerungen (Ödemen) an verschiedenen Körperstellen, unter anderem den Augenlidern, Bluthochdruck und Blut im Urin (Hämaturie), Schmerz kann jedoch auch ein Hinweissymptom sein.
Auch Zysten im Bereich der Nieren können Schmerzen verursachen, hier kann mittels Ultraschall überprüft werden, ob solche Zysten vorhanden sind. Nierenkrebs kann ebenfalls Schmerzen bereiten, jedoch eher in fortgeschrittenem Stadium während im Frühstadium häufiger Blut im Urin als Hinweiszeichen auftreten kann.

Nierenschmerzen treten ebenfalls oft auf, wenn eine Nierenvergrößerung vorliegt. Dieser wiederum können viele Ursachen zu Grunde liegen. Ist der Schmerz eher kolikartig, flutet also in Wellen an und ab, so ist das für den Urologen ein Hinweiszeichen für Nieren- oder Harnleitersteine, also kleine Konkremente, die sich im ableitenden Harnsystem bilden und festsetzen. Diese Schmerzen können – je nach Lage des Steins – in die Flanken, in die Leisten oder auch in die Genitalregion ausstrahlen.
Nierenschmerzen beim Wasserlassen sind meist eher im Bereich der Harnblase lokalisiert und deuten dann auf eine Blasenentzündung (Zystitis) hin. Es ist wichtig, diese zu erkennen und adäquat zu behandeln (nicht immer ist eine Therapie mit Antibiotika nötig!), da aus einer Blasenentzündung durch ein Aufsteigen der Keime bis zur Niere eine Nierenbeckenentzündung entstehen kann, welche ein ernstzunehmendes Krankheitsbild darstellt. Durchfall ist eher selten mit Krankheitsprozessen im Bereich der Niere vergesellschaftet, dies könnte eher auf ein Geschehen im Magen-Darm-Trakt hinweisen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Nierenschmerzen nach einer Blasenentzündung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Schmerzen im Bereich der Nieren ein Hinweis auf verschiedene Krankheitsbilder sein können, wichtig ist die Zusammenschau mit anderen Symptomen wie Fieber oder Blut im Urin und die diagnostische Untersuchung. Hierfür ist der Urologe (auch für Frauen) spezialisiert.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Ursache von Nierenschmerzen

Abbildung Ursachen von Nierenschmerzen

Nierenschmerzen
(Flankenschmerzen in der
seitlichen Bauchregion)

  1. Linke Niere - Ren sinister
  2. Wirbelsäule - Columna vertebralis
  3. Rechte Niere - Ren dexter
  4. Harnleiter - Ureter
    Ursachen:
    A1 - Akute primäre (unkomplizierte)
    Nierenbeckenentzündung -
    Pyelonephritis
    (durch Bakterien in Harnwegen ausgelöst)
    A2 - Akute sekundäre (komplizierte)
    Nierenbeckenentzündung
    (durch Abflussstörungen, Stauungen
    in Harnwegen, vergrößerte Prostata)
    B - Nierensteine - Nephrolithen
    Urolithiasis -
    (Harnsteinbildung in der Niere)
    C - Nierenkrebs (bösartiger Nierentumor) - Nierenzellkarzinom
    Therapie:
    D - Antibiotische Behandlung - Breitbandantibiotika, Paracetamol, Novalgin
    E - Ausreichende Trinkmenge (2-3 Liter), regelmäßige Bewegung
    F - Hausmittel Brennesel und Cranberry Präparate, Nieren- und Blasentee, Wacholder,
    Löwenzahnblätter
    G - Wärmeanwendung, Wärmflasche, Einsatz von Wärmelampen, wärmende Bäder,
    Kytta-Salbe, Pferdebalsam

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Nächtliche Nierenschmerzen in der Schwangerschaft

Vor allem bei Frauen in fortgeschrittener Schwangerschaft kommt es durch die Größe des heranwachsenden Kindes zu ganz anderen Platzverhältnissen im Bauch.
So verdrängt die Gebärmutter mit dem darin eingebetteten Kind die umliegenden Organe in nicht unerheblichem Maße. Oftmals werden auch die Harnleiter durch das Kind eingeengt. Beide Nieren können den von der Mutter gebildeten Urin nicht mehr ungehindert in die Harnblase leiten, was zur Folge haben kann, dass es zu einem Rückstau des Urins in die Nieren kommt.

Daraus resultieren im Ultraschall tief schwarz erscheinende Nierenbecken und Nieren. Durch den Rückstau kommt es oftmals zu starken Schmerzen in den Nieren (hierbei oftmals beidseits). Beim nächtlichen Schlafen kann es vorkommen, dass, wenn die Frau auf dem Rücken liegt, der Druck des Kindes so groß wird, dass die Harnleiter stark eingeengt werden und es zum plötzlichen Nierenstau kommt. Eine seitliche Lagerung führt zur baldigen Besserung.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Nierenschmerzen in der Schwangerschaft

Abbildung Niere

  1. Nierenrinde - Cortex renalis
  2. Nierenmark (gebildet von den
    Nierenpyramiden) -
    Medulla renalis
  3. Nierenbucht (mit Füllfett) -
    Sinus renalis
  4. Nierenkelch - Calix renalis
  5. Nierenbecken - Pelvis renalis
  6. Harnleiter - Ureter
  7. Faserkapsel - Capsula fibrosa
  8. Nierensäule - Columna renalis
  9. Nierenarterie - A. renalis
  10. Nierenvene - V. renalis
  11. Nierenpapille
    (Spitze der Nierenpyramide) -
    Papilla renalis
  12. Nebenniere -
    Glandula suprarenalis
  13. Fettkapsel - Capsula adiposa

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Diagnose Nierenschmerzen

An erster Stelle zur Auffindung der Ursache der Nierenschmerzen steht die Anamnese in Verbindung mit der körperlichen Untersuchung. Ergänzt wird dies durch eine Blut- und Urinuntersuchung sowie bildgebende Verfahren.
Im Blut bestimmt man bei Nierenschmerzen neben Entzündungsparametern (weiße Blutkörperchen, CRP) die nierenspezifischen Werte Harnstoff, Harnsäure und Kreatinin. Vom Harn untersucht man Urinsediment auf Blut, Bakterien und weiße Blutkörperchen (Leukozyten), legt eine Urinkultur an und bestimmt den pH-Wert.
Zu den Bildgebungs-Verfahren, welche bei Nierenschmerzen durchgeführt werden, zählen Ultraschall der Nieren inklusive ableitender Harnwege (Sonografie), Röntgen-Aufnahme des Bauches, Ausscheidungsurographie (Röntgenaufnahme der genannten Strukturen nach Kontrastmittelgabe), Computertomographie (CT) oder alternativ Magnetresonanztomographie (MRT). Auch eine Spiegelung des Harnleiters (Ureterorenoskopie) und der Blase (Zystoskopie) dienen der Diagnostik der Nierenschmerzen.
Eine Nierenbeckenentzündung wird anhand der Entzündungswerte im Blut, der Urinuntersuchung (Bakterien- sowie Leukozytennachweis) und des Ultraschalls teils in Kombination mit einer Computertomographie diagnostiziert.
Steine findet man mittels Sonografie, Röntgenaufnahme des Bauches oder Ausscheidungsurographie.
Ein Nierentrauma diagnostiziert man am besten mit Ultraschall, Röntgen-Aufnahme, CT und Ausscheidungsurographie.
Die Diagnose Nierenkrebs stellt man hauptsächlich mit Ultraschall, Röntgenaufnahmen / CT und anhand von Laborveränderungen.
Auf Stenosen lässt sich im Ultraschall durch im Rahmen eines Harnstaus erweiterte Harnwege schließen. Ergänzend führt man bei Nierenschmerzen eine Nierenszintigraphie durch, wobei die Ausscheidungsfähigkeit der Nieren im Seitenvergleich gemessen wird. Bei Seitenunterschieden kann in Kombination mit anderen diagnostischen Verfahren auf eine Verengung geschlossen werden.
Der Diagnostik eines Harnreflux dienlich sind vor allem der Ultraschall, eine Blasenspiegelung sowie eine Miktionszystourethrourographie, wobei Kontrastmittel in die Blase gespritzt wird und vor allem die Mündungsstelle des Harnleiters sowie die Miktion beurteilt werden.
Für die Entdeckung eines Niereninfarkts werden hauptsächlich Computertomographie und Angiographie (Gefäßdarstellung) eingesetzt.

Nierenschmerzen rechts

Nierenschmerzen sind ein nicht ganz so unspezifisches Symptom wie beispielsweise Bauchschmerzen. Das bedeutet, dass Schmerzen im Bereich der Niere oder beider Nieren oftmals auch auf einen Prozess in der Niere oder in den ableitenden Harnwegen hinweisen.
Einzig Rückenschmerzen können ebenfalls Schmerzen im Bereich der Niere hervorrufen, die dann als Nierenschmerzen fehlinterpretiert werden können. Diese Rückenschmerzen können beispielsweise aufgrund von leichten knöchernern Fehlstellungen der Wirbelsäule, degenerativen Veränderungen oder Muskelverspannungen auftreten.
Unabhängig davon, ob der Schmerz in der linken oder der rechten Niere besteht, kann er ein Hinweis auf verschiedene Nierenerkrankungen sein. Der häufigste Grund für Schmerzen im Bereich einer Niere sind Nierensteine, häufig werden auch Harnleitersteine etwas ungenau als Nierensteine bezeichnet.
Diese Steine sind kleine Zusammenlagerungen von Stoffen aus dem Urin, die sich entweder im Bereich der Niere oder erst im Bereich der Harnleiter bemerkbar machen, weil sie zu groß sind, um ungehindert mit dem Urin ausgeschieden werden zu können.
Die häufigste Art von Nierensteinen sind die Calciumoxalat-Steine. Nieren- oder Harnleitersteine machen typischerweise sogenannte kolikartige Schmerzen. Die Schmerzen fluten in Wellen an, werden immer stärker und fluten dann wieder ab, sie werden dann meist von einer Schmerzpause gefolgt. Je nach Lage des Steins strahlen diese kolikartigen Schmerzen eher in den Bereich der Niere oder eher in Richtung Harnleiter aus. Tief sitzende Steine können auch zu Beschwerden beim Wasserlassen und Schmerzen im Bereich der Genitalregion führen. Auch Übelkeit und Erbrechen sind häufige Begleitsymptome von Harnleitersteinen.
Während der Kolik werden schmerzhemmende Mittel verabreicht, die möglichst zusätzlich auch noch die Wandspannung des Harnleiters herabsetzen (Spasmolyse) und somit ebenfalls für eine Schmerzreduktion sorgen.
Je nach Größe und Lage können Nierensteine konservativ behandelt werden, hier wird also abgewartet bis der Stein von selbst abgeht, das heißt ausgeschieden wird. Dies ist bei Steinen von einer Größe bis zu etwa 5 mm möglich. Der Patient sollte sich viel bewegen und trinken um den Abgang anzuregen.
Gelingt dies nicht oder ist er Stein größer, können verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen, die eine Zerkleinerung des Steines und die nachfolgende Extraktion zum Ziel haben.
Eine weitere wichtige Ursache für (ein- oder beidseitige) Nierenschmerzen ist die Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) die meist aus einer Blasenentzündung (Zystitis) entsteht. Ursache für die Entzündung ist zumeist eine Besiedelung mit Bakterien. Der Schmerz ist hier nicht wie bei den Nierensteinen kolikartig sondern eher permanent und zunehmend.
Begleitsymptome sind hohes Fieber, Schüttelfrost und schweres Krankheitsgefühl.
Auch eine Entzündung der Nieren (Glomerulonephritis) kann zu (meist beidseitigen) Schmerzen im Bereich der Niere führen. Die Erkrankung verläuft jedoch häufig auch ohne Schmerzen, es zeigen sich dann eher Symptome wie Ödeme, Bluthochdruck, rote Blutkörperchen im Urin und allgemeine Abgeschlagenheit.
Zysten im Bereich der Nieren sind ein weiterer möglicher Grund für Schmerzen, diese Diagnose kann mittels Ultraschall (Sonographie) relativ rasch abgeklärt werden. Man unterscheidet zwischen angeborenen und im Laufe des Lebens erworbenen Zysten.
Auch Krebs im Bereich der Niere kann Schmerzen verursachen, wobei dies zumeist erst relativ spät im Krankheitsverlauf der Fall ist. Früher auftretende Symptome, die auf eine Krebserkrankung im Bereich der Niere hinweisen können sind zum Beispiel Blut im Urin und körperliche Abgeschlagenheit.

Schmerzen im Bereich der Niere können also Hinweis auf vielfältige Erkrankungen sein, zumeist handelt es sich jedoch – wenn Rückenschmerzen ausgeschlossen werden konnten – tatsächlich um Nieren- oder Harnleitererkrankungen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Rechtsseitige Nierenschmerzen

Begleitende Symptome

Die Lage der Nieren wird von den Betroffenen oftmals nicht richtig gedeutet, so kommt es vor, dass Nierenschmerzen geschildert werden, die Schmerzen aber weiter tiefer, nämlich im Bereich der Wirbelsäule entstehen. Die Nieren breiten sich etwa seitengleich beim Erwachsenen 25-30 cm oberhalb des Beckens aus. Werden die Schmerzen auch beidseitig angegeben, sind fast nie die Nieren die Ursache dafür. Wenn es sich um eine Nierenerkrankung handelt, ist meistens zunächst nur eine Niere betroffen, sodass ein symmetrisch angegebener Schmerz äußerst ungewöhnlich wäre. Einseitig ziehende Schmerzen entlang der Wirbelsäule nach unten können hingegen sehr wohl für eine Erkrankung der Niere und des harnableitenden Systems sprechen. Vor allem wenn die Schmerzen sich einseitig um die Flanke nach vorne ziehen und auf Höhe der Harnblase münden, sollte das harnableitende System als Ursache in die engere Auswahl kommen. Sind die Nieren oder das harnableitende System betroffen, können die Schmerzen auch ausstrahlen und zunächst auf ein anderen Organ hindeuten, was erkrankt ist. Nierenprobleme können also mit Schmerzen anderer Lokalisation vergesellschaftet sein.

Die Nieren sind beidseitig mit der Harnblase über die Harnleiter (Ureter) verbunden. So wird sichergestellt, dass der in der Niere filtrierte Urin sicher in das Aufbewahrungsreservoir - die Harnblase - gelangt. Die Harnleiter ziehen von den Nierenbecken der Niere beidseits am Rumpf sich schräg drehend nach vorne und entsprechen Ihrem Aussehen einer Wendeltreppe. An den sogenannten Ostien treten die Harnleiter von links und rechts dann die in die Harnblase ein. Auf ihrem Weg von den Nierenbecken beider Nieren durchqueren die Harnleiter den seitlichen Rand des Bauchraumes.
Häufige Erkrankungen, vor allem bei Frauen, sind Harnwegsinfektionen, die ihren Ursprung in der Harnröhre nehmen und dann aufsteigen können. Auf dem aufsteigenden Weg gelangt die Infektion in die Harnblase - es kommt zur sogenannten Zystitis. Falls keine Behandlung erfolgt, werden in der Regel die Harnleiter einseitig oder beidseitig betroffen. Bei beginnender Harnwegsinfektion klagen die Patienten meistens nur über Brennen beim Wasserlassen sowie einer sogenannten Pollakisurie - ein häufiger Harndrang ohne ausreichende Harnmenge. Erreicht die Infektion die Harnblase (Zystitis), kommen neben dem schmerzhaften Wasserlassen auch ein Druckschmerz auf Höhe der Harnblase vor. Bei starken Infektionen kann dieser Druckschmerz relativ stark sein. Patienten werten diese Beschwerden manchmal nicht als Harnblasenschmerz sondern allgemein als Bauchschmerz. Bei der Untersuchung ist der Bauch kurz über der Blase auch oftmals druckschmerzhaft. Dies liegt an der Projektion der Schmerzen von der Blase nach oben. Steigt die Harnwegsinfektion weiter nach oben und erreicht sie die Harnleiter, legt sie einen nicht unbeträchtlichen Weg durch Teile des Bauches zurück. Auf allen Stationen im Verlauf der Harnleiter können bei einer aufsteigenden Harnwegsinfektion drückende oder ziehende Schmerzen entstehen, die als Bauchschmerzen beschrieben werden und durch die entsprechende Projektion der Nerven auch manchmal welche sind.
Ebenfalls relativ häufig kommt es auch zu Harnleitersteinen. Meistens nehmen sie ihren Ursprung in einer der Nieren. Hier kommt es zu klassischen, meistens einseitigen Schmerzen der Nieren. Nierensteine können sich ablösen und gelangen dann über das Nierenbecken in den Harnleiter. Über den Harnleiter wandern sie nach unten Richtung Harnblase und können auf dem gesamten Weg nach unten zu Beschwerden in Form von Schmerzen führen. Diese Schmerzen resultieren aus einer Irritation der Harnleiter, wenn der Nierenstein an der Wand hängen bleibt. Die Schmerzen werden somit oftmals als stechender Rücken- oder Flankenschmerz beschrieben. Gelangt der Harnleiter in die Harnblase, macht er in der Regel nicht mehr so große Beschwerden. Allerdings wird oftmals ein Druckgefühl im Bauch beschrieben. Auf seinem Weg nach unten kann es auch immer zu starken Koliken im Bereich der Flanke und des Bauches kommen. Diese Kolik resultiert aus einem Hängenbleiben des Steins in den dünnen Harnleitern.

Vor allem bei kolikartigen Schmerzen, die im Bereich der Harnleiter entstehen und durch kleine Nierensteine verursacht werden, kann es vorkommen, dass neben den starken Bauchschmerzen auch begleitende Symptome von den Patienten angegeben werden. Bei starken Koliken ist der Patient in der Regel in einem äußerst schlechten Allgemeinzustand. Aufgrund der starken Schmerzen, die wellenförmig auftreten, kommt es reflexartig meistens auch zu Übelkeit oder sogar zu Erbrechen. Bei Kolikschmerzen wird oftmals eine noch nie erlebte Schmerzstärke angegeben.
Fieber tritt meistens eher nicht bei einer Nierenkolik auf. Kommt es zu Nieren-, oder Bauchschmerzen in Verbindung mit Fieber sollte immer an eine infektiöse Ursache gedacht werden. In aller Regel kommt die Harnwegsinfektion in die engere Auswahl. Bei Vorhandensein von Fieber handelt es sich aber dann entweder um eine starke Harnwegsinfektion, die längere Zeit nicht behandelt wurde oder aber um eine hoch aufgestiegene Harnwegsinfektion, die das Nierenbecken erreicht und dieses infiziert hat. Man spricht auch von einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis). Hierbei handelt es sich um eine ernste Komplikation der Harnwegsinfektion. Nicht selten haben die Patienten hohes Fieber, starke Übelkeit und Erbrechen. Der Allgemeinzustand ist äußerst schlecht, ein schnelles therapeutisches Vorgehen ist dringend notwendig.
Differentialdiagnostisch sollte bei Übelkeit und Fieber vergesellschaftet mit Bauchschmerzen auch immer an eine Ursache im Magen-Darm-Trakt gedacht werden. Hierbei käme vor allem die Gallenblasenentzündung, die Bauchspeicheldrüsenentzündung oder die Gallenkolik in Betracht. Bei der Gallenkolik verhält es sich ähnlich, wie bei der Nierenkolik. Ein Gallenstein ist in der Gallenblase herangewachsen und drängt sich nun durch das enge Gallengangssystem. Immer, wenn er an einer Wand des Gallengangs hängen bleibt, verursacht er äußerst starke Schmerzen im Bauchbereich. Diese Gallenkoliken können ebenfalls mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Hohes Fieber tritt hingegen oftmals nur bei einer Gallenblasenentzündung oder Gallengangsentzündung auf. Die endgültige Diagnose und die Unterscheidung sollte mittels Ultraschalluntersuchung der Nieren und des Magen-Darm-Systems geklärt werden. Auch Laboruntersuchungen des Bluts geben Hinweise auf die Ursache der Beschwerden.

Zwar wird vom Patienten auch bei urologischen Erkrankungen oder Erkrankungen der Nieren manchmal neben Übelkeit, Fieber und Erbrechen auch Durchfall angegeben. Häufiger kommt dies aber bei Infektionen des Magen-Darm-Traktes vor. Bei Verlegungen der Gallengänge durch einen Stein oder eine starke Entzündung der Gallengänge oder Gallenblase, kann es vorkommen, dass die für die Verdauung notwendigen Gallensäuren nicht mehr in der Menge in den Darm gelangen wie gewohnt. Dies kann unter Umständen zu einer unvollständigen Verdauung führen, was der Patient durch breiige Stuhlgänge oder wässrige Durchfälle spürt

Treten alle Symptome (Nierenschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber) auf, sollte auch an einen generellen grippalen Infekt gedacht werden. Hierbei ist kein einzelnes Organ betroffen, sondern vielmehr die Schwächung des Organismus durch den Virus an den Symptomen schuld.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: begleitende Symptome von Nierenschmerzen

Therapie / Was tun?

Bei der Behandlung von Nierenschmerzen ist zunächst die Ursache der Schmerzentstehung, sowie die Lokalisation der Schmerzen von sehr großer Wichtigkeit.
Was die Lokalisation betrifft muss zunächst überprüft werden, ob es sich bei den Beschwerden tatsächlich um Schmerzen der Nieren oder vielmehr der entlang der Wirbelsäule entlangziehenden Muskeln handelt. Die Ursache der Nierenschmerzen ist aus dem Grund so wichtig, weil unterschiedliche Ursachen auch unterschiedliche Herangehensweisen bei der Behandlung notwendig machen.

  • Ist die Ursache ein Nierenstein, der in einem der Nieren herangewachsen ist, und dort Schmerzen verursacht, sollte auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet und ggfs. auf 2-3 Liter erhöht werden. Außerdem sollte auf eine regelmäßige Bewegung geachtet werden. In der Regel ist es so, dass die Nierenschmerzen verschwinden, sobald sich der Nierenstein abgelöst hat und über den Urin ausgeschieden wird. Die Flüssigkeitsaufnahme und Bewegung stellen aus dem Grund eine der wichtigsten Behandlungsmaßnahmen gegen Nierenschmerzen bei Nierensteinen dar.
  • Sollte die Ursache der Nierenschmerzen ein Harnwegsinfekt oder eine Nierenbeckenentzündung sein, muss auf eine zeitnahe antibiotische Behandlung geachtet werden, um Komplikationen im Bereich der Niere zu verhindern. Meistens kommen sogenannte Breitbandantibiotika zum Einsatz, die bis 10 Tage regelmäßig eingenommen werden sollten. Sobald die Wirkung eingesetzt hat, vergehen meistens auch die Beschwerden im Bereich der Nieren.
  • Ein Harnstau kann ebenfalls zu mäßigen bis ganz starken Beschwerden im Bereich der Nierengegend führen. Er kommt durch eine Abflusshinderung an einer oder mehreren Stellen des harnableitenden Systems zustande. Zu nennen wären hier Verlegungen durch einen Harnleiterstein oder durch einen Tumor. Auch in der Schwangerschaft kann es zu einem Nierenstau kommen, der dadurch begründet ist, dass das Kind in der Gebärmutter so groß geworden ist, dass es auf einen der Harnleiter der Mutter drückt und so der Urin nicht mehr von der Niere in die Harnblase gelangen kann. Die zeitnahe Abflussförderung ist unbedingt notwendig, damit die Nierenschmerzen bald nachlassen.

Nierenschmerzen im Allgemeinen kann man durch zahlreiche Schmerzmittel mindern oder ganz beheben. So kommen Präparate, wie Paracetamol oder Novalgin zum Einsatz. So kann bei starken Schmerzen eine Dosierung von 500 mg Paracetamol 3x täglich oder Novalgin 500 mg 3x täglich gewählt werden. Wichtig ist darauf zu achten, dass unbedingt auch nach der Ursache geforscht werden muss, falls die Schmerzen nach dem Absetzen des Schmerzmittels zurückkehren.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Was tun bei Nierenschmerzen?

Hausmittel bei Nierenschmerzen

Neben den herkömmlichen nicht pflanzlichen Medikamenten, die bei Nierenschmerzen zum Einsatz kommen können, gibt es auch zahlreiche alternative Methoden, um Nierenschmerzen allgemein zu behandeln. Auch hier ist die Erkundung der Ursache wichtig.

Harnwegsinfektionen, die zu Nierenschmerzen führen, können sehr gut mit Brennessel und Cranberry-Präparaten behandelt werden. Auch Nieren- und Blasentee kann schnell zu einer Linderung der Beschwerden führen. Dem Wacholder wird auch eine nierenschützende und heilende Wirkung zugeschrieben. Auch wird immer wieder beschrieben, dass Löwenzahnblätter zu einer wohltuenden Wirkung bei Schmerzen im Nierenbereich führen. Wichtig ist auch hier die Trinkmenge entsprechend anzupassen. Es sollte zwischen 2 und 3 Liter bei einem akuten Harnwegsinfekt getrunken werden. Zur Vorbeugung eines weiteren Harnwegsinfekt sollte gleiche Trinkmenge angestrebt werden.

Schmerzen im Bereich der Nieren und des Rückens sind oftmals sehr gut mittels Wärmeanwendung zu behandeln. So kann entweder eine Wärmflasche, die mit einem Handtuch umwickelt wurde, auf die schmerzende Stelle gelegt werden oder aber ein zuvor im Backofen erwärmtes Handtuch kann diese Aufgabe übernehmen. Auch der Einsatz von Wärmelampen, wie sie etwa bei der Erkältung und bei der Nasennebenhöhlenentzündung zum Einsatz kommt, kann schnell zu einer Linderung führen, wenn man die Bestrahlung regelmäßig durchführt. Auch wärmende Bäder, die aber nicht zu heiß sein sollten, können zeitnah zu einer Schmerzlinderung im Bereich des Rückens führen.
Wichtig ist, dass der Rücken entlastet wird und nicht noch zusätzlich schwere Lasten getragen werden. Beim Liegen kann man versuchen den Rücken durch die sogenannten Stufenlagerung zu entlasten. Dabei legt man die Unterschenkel auf mehrere Kissen und erreicht so das Aussehen einer Treppe.

Neben den wärmenden Maßnahmen können auch zahlreiche Salben und Gele auf den schmerzenden Bereich der Niere aufgetragen werden. So kommen Kytta-Salbe, Pferdebalsam und ähnliches ergänzend oder ausschließlich zum Einsatz. Auch kann die Haut über den schmerzenden Nieren mit warmem Massageöl beträufelt werden. Der wärmende Faktor ist einer der wichtigsten Behandlungsansätze bei der Schmerzbehandlung von Nierenschmerzen. Wichtig ist zu beachten, dass die Wärmezufuhr sofort gestoppt werden sollte, wenn sich der Schmerz im Bereich der Nieren dadurch verschlimmert. In diesem Fall ist eine schulmedizinische Behandlung sowie eine genaue Ursachensuche der Beschwerden einzuleiten.

Hausmittel in der Schwangerschaft

Treten Nierenschmerzen rechtsseitig oder linksseitig der Wirbelsäule während der Schwangerschaft auf, sollte noch intensiver nach der Ursache gesucht werden als man dies bei nicht Schwangeren tun würde. In der Vielzahl der Fälle handelt es sich bei den angegeben Beschwerden in der Schwangerschaft nicht um Nierenschmerzen sondern um Rückenschmerzen, die durch die ungewohnten orthopädischen Belastungen auf den Körper zustande kommen. So zieht das Kind den Rücken der stehenden Mutter nach vorne. Die Rückenmuskulatur wird somit äußerst stark belastet, da die Mutter immer dem Gewicht entgegenhalten muss.
Wird trotzdem deutlich, dass die Schmerzen auslösende Ursache die Nieren der Schwangeren sind, sollte unbedingt nachgeschaut werden, ob es zu einem Nierenstau gekommen ist. Diese Abflussstauung ist relativ häufig bei Schwangeren, da das heranwachsende Kind in der Gebärmutter so groß ist, dass es Teile der Harnleiter verlegen kann und so den Abfluss des Urins gefährdet. Das Resultat ist ein Aufstau in eine oder beide Nieren. Die wichtigste Behandlung ist die Entlastung der Harnleiter, um den Abfluss wieder zu ermöglichen. Als Hausmittel bei Nierenschmerzen bei Schwangeren können wärmende Maßnahmen, wie Wärmekissen oder Wärmflasche angewandt werden, oder es kann der Rückenbereich mit einem Rotlicht bestrahlt werden. Auch können wärmende und kühlende Salben oder Gels auf die Haut über der Nierenregion aufgetragen werden. Oftmals kommen Franzbranntwein, Kytta-Salbe oder Pferdebalsam zum Einsatz. Auch kann vorher angewärmtes Massageöl auf den Hautbereich aufgetragen werden. Zur allgemeinen Schmerzbehandlung können auch Arnikasalbe auf den Nierenbereich aufgetragen werden. Unterstützend hierzu kann auch Arnika in Globuli-Form verabreicht werden. Da es sich hierbei um homöopathische Arzneimittel handelt, sind sie auch in der Schwangerschaft unbedenklich einzusetzen.

Ebenfalls wichtig ist die Entlastung des Rückens, weil die starke Beanspruchung der Muskulatur um die Wirbelsäule zusätzlich zu Schmerzen führen kann. Die Schwangeren sollten sich aus dem Grund öfters in eine seitliche Liegeposition begeben, um entsprechende Entlastung herbeizuführen. Ebenfalls sehr gut einsetzbar ist das Auflegen von Heublumenkissen. Hierbei kann man Heublumen in einen Stoffbeutel oder leeren Kissenbezug legen und dann erwärmen. Das erwärmte Kissen sollte dann auf die schmerzenden Stellen gelegt werden. Durch die Erwärmung der Heublumen sind Öle entstanden, die sich dann durch den Beutel auf die Haut des Betroffenen übertragen und so zur Linderung der Beschwerden führen können. Eine regelmäßige Anwendung sollte zu Beginn der Behandlung angestrebt werden. Wichtig ist zu beachten, dass alle wärmenden Behandlungsmaßnahmen abgebrochen werden sollten, sobald sich die Beschwerden verschlechtern. Hier sollte dann ärztlicher Rat eingeholt werden, da eine umfassende Diagnostik durchgeführt werden sollte.

Prophylaxe

Um die Entstehung von Nierenschmerzen im Rahmen einer Nierenbeckenentzündung zu verhindern, sollte man Kälte und Luftzüge im Bereich der Blase sowie der Nieren vermeiden.

Nierenschmerzen, die durch Steine verursacht werden, kann man vorbeugen, indem man viel trinkt und wenig Salz sowie Eiweiß zu sich nimmt.

Nach einem Nierentrauma ohne direkt ersichtliche Verletzungen sollte trotzdem – auch wenn keine Nierenschmerzen vorliegen - alle 6 Monate eine Kontrolle der Nieren für einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren vorgenommen werden.

Nierenkrebs kann gegebenenfalls positiv durch die Vermeidung der genannten Risikofaktoren beeinflusst werden.

Bei Veränderungen wie Stenosen oder Harnreflux existiert keine Prophylaxe.

Der Vorbeugung eines Niereninfarkts dienlich sein kann eine Veränderung des Lebensstils, um Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) zu verhindern. Hierzu gehören Nikotinverzicht, gesunde Ernährung (mediterrane Kost), wenig Alkohol, Gewichtsnormalisierung und körperliche Bewegung.

Prognose

Die Prognose für den Verlauf von Nierenschmerzen richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung.

Unkomplizierte Nierenbeckenentzündungen heilen unter antibiotischer Therapie in der Regel ohne Schäden aus.

Steine als Verursacher von Nierenschmerzen gehen in 75% der Fälle spontan ohne ärztliche Maßnahmen ab. Ein Rezidiv tritt jedoch bei 50 bis 100% der Patienten auf.

Liegt ein Nierentrauma als Ursache der Nierenschmerzen vor, ist bei 15% der Fälle eine Entfernung der Niere (Nephrektomie) von Nöten.

Die Prognose von Nierenkrebs hängt vom Stadium des Tumors ab. Bestehen noch keine Metastasen (Tochtergeschwulste), liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 65%. Ist der Tumor hingegen bereits metastasiert, verschlechtert sich die Prognose.

Stenotische Veränderungen können in der Regel durch die Operation geheilt werden; die Prognose ist gut.

Bei angeborenem Harnrückfluss ist eine Rückbildung bis zum 10. Lebensjahr ohne ärztlichen Eingriff möglich.

Nach einem Niereninfarkt liegt die 5-Jahresfunktionalität bei 70 bis 85%, ersichtlich an einem normalen Blutdruck, da dieser von den Nieren beeinflusst wird. Darunter versteht man, dass sich bei 70 bis 85% der Patienten mit einem Niereninfarkt nach 5 Jahren der Blutdruck normalisiert, was ein Zeichen für eine adäquate Nierenfunktion darstellt.

Zusammenfassung

Bei Nierenschmerzen handelt es sich um Flankenschmerzen, in der seitlichen Bauchregion lokalisierte Schmerzempfindungen. Ihre Ursache ist meist in krankhaften Veränderungen der Nieren oder der ableitenden Harnwege zu finden. Dazu gehören Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis), Nieren oder Harnleitersteine (Nephrolithiasis, Ureterolithiasis), Nierentrauma, Nierenkrebs, Verengungen der Abflusswege (Stenose) mit nachfolgendem Harnstau, Harnrückfluss (Reflux) oder Niereninfarkt durch Verschlüsse der Nierengefäße. Nierenschmerzen können jedoch auch unabhängig von der Nieren und den Harnwegen, beispielsweise durch muskuläre Veränderungen, Bandscheibenvorfälle der BWS oder Gürtelrose (Herpes Zoster), entstehen.

Diagnostisch wegweisend für die Ursache von Nierenschmerzen sind neben Anamnese und körperlicher Untersuchung die Bestimmung bestimmter Laborparameter (Nierenwerte, Entzündungswerte), die Untersuchung des Urins, Ultraschall der Nieren und der Blase (Sonographie) sowie weitere bildgebende Verfahren (Computertomographie, Ausscheidungsurographie, Blasenspiegelung, Harnleiterspiegelung).

Therapiert wird je nach Grunderkrankung entweder konservativ oder operativ: Nierenbeckenentzündungen werden in der Regel antibiotisch behandelt, Steine bei fehlendem Spontanabgang zertrümmert und Traumata, Krebs, Stenosen sowie Reflux meist operativ versorgt. Ein Niereninfarkt wird mittels Gefäßdilatation therapiert oder ebenfalls operiert.

Die Prognose für den weiteren Verlauf von Nierenschmerzen hängt von der verursachenden Krankheit ab.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.07.2017
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