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Was macht ein Urologe?

Definition - Was ist ein Urologe?

Ein Urologe ist ein Arzt, der sich mit den harnbildenden und harnableitenden Organen des Körpers beschäftigt. Dazu gehören die Nieren, die Harnleiter, die Harnblase und die Harnröhre. Neben den harnspezifischen Organen beider Geschlechter beschäftigt sich ein Urologe außerdem mit den geschlechtsspezifischen Organen der Männer. Dazu werden Hoden, Nebenhoden, Prostata, Samenbläschen, Samenleiter und der Penis gerechnet. Um als Urologe bezeichnet werden zu dürfen, muss der Arzt eine Weiterbildung im Bereich der Urologie machen und dadurch zum Facharzt der Urologie werden.

Ausbildung

Um Urologe werden zu können, muss jeder Arzt zunächst das Grundstudium der Humanmedizin absolvieren. Das Grundstudium dauert sechs Jahre und ist unterteilt in eine zweijährige Vorklinik, eine dreijährige Klinik und ein einjähriges „Praktisches Jahr“. Werden alle Prüfungen innerhalb dieses Grundstudiums erfolgreich absolviert, kann der Arzt seine Approbation erlangen und anschließend die Facharztausbildung beginnen.

Die Facharztausbildung dauert weitere fünf Jahre. Während dieser fünf Jahre muss der angehende Urologe eine Vielzahl von Operationen und Untersuchung selbstständig durchführen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird der Arzt zu seiner abschließenden Prüfung zugelassen und kann diese absolvieren. Bei erfolgreicher Prüfung erhält er den Titel „Facharzt / Fachärztin der Urologie“.

Auch als Facharzt der Urologie kann und muss ein Arzt Fort- und Weiterbildungen absolvieren. Diese sollen garantieren, dass jeder Facharzt auf einem aktuellen Wissensstand ist und über neue Techniken stets informiert ist. In Form einer Weiterbildung kann der Urologe beispielsweise zu einem Kinderurologen oder zu einem zertifizierten Männerarzt werden.

Was macht ein Arzt konservativ?

Ein Urologe kann sowohl konservative als auch operative Diagnostik und Therapie durchführen. Zur konservativen Diagnostik zählen sämtliche Diagnostikmethoden für welche kein operativer Eingriff notwendig ist. Beispiele hierfür sind Vorsorgeuntersuchungen mit Urintests, PSA-Wert Bestimmungen, Ultraschall- und Röntgendiagnostik oder auch die typischen Laboruntersuchungen mit Infektions- und Fruchtbarkeitsuntersuchungen.

Neben konservativen Diagnosestellungen können auch konservative Therapien durchgeführt werden. Dazu können beispielsweise die Tumornachsorge, Behandlungen von Harninkontinenz, Blasen- und Nierenbeckenentzündungen sowie die individuelle Schmerztherapie gezählt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Nierenbeckenentzündung

Zu den konservativen Aufgaben eines Urologen zählt außerdem die Untersuchung der Männergesundheit sowie die Abklärung unerfüllter Kinderwünsche und Infertilität. Untersuchungen der Männergesundheit beziehen sich hauptsächlich auf Potenzstörungen oder altersbedingte Problematiken des Mannes.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Erektionsstörungen

Urinuntersuchung

Urinuntersuchungen zählen zu den grundlegenden Diagnosemethoden sowohl in der Urologie als auch in der Allgemeinmedizin. Die Untersuchung des Urins soll Aufschluss über die Zusammensetzung und Beschaffenheit des Urins bringen, wodurch auf mögliche Erkrankungen (z.B. Entzündungen, Diabetes mellitus) rückgeschlossen werden kann. Die Urinprobe wird in der Regel aus dem Mittelstrahlurin entnommen.

Besonders Glukose, Eiweiß, Nitrit, Bakterien, Krankheitserreger oder auch Blut lassen sich in den Urinproben untersuchen und dadurch Rückschlüsse treffen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: 

Was macht ein Urologe operativ?

Die operative Urologie kann von der konservativen Urologie abgegrenzt werden. Zu der operativen Urologie zählen diejenigen Therapien, zu welchen ein operativer Eingriff notwendig ist.

Der wohl häufigste operative urologische Eingriff ist die Operation urologischer Tumoren. Dazu zählen unter anderem die Prostatektomie, bei der bei Prostatatumoren die gesamte Prostata entfernt wird, oder chirurgische Eingriffe bei Harnblasen- oder Nierentumoren. Auch operative Eingriffe bei Hodentumoren werden zu der operativen Urologie gezählt. Neben den chirurgischen operativen Eingriffen, können Tumore der Prostata, des Hodens und der Harnblase gegebenenfalls auch durch endoskopische Eingriffe behandelt werden. Endoskopische Eingriffe haben in der Regel eine schnellere Heilungsdauer, sind jedoch nicht für jeden urologischen Eingriff geeignet.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Prostatakrebs

Außerdem können Harnblasen- und Harnleitersteine die jeweiligen Urin-Abflusssysteme blockieren, wodurch ebenfalls ein operativer Eingriff notwendig sein kann. Dabei werden meist durch endoskopische, minimalinvasive Eingriffe die Steine zertrümmert, sodass das Abflusssystem wieder freigelegt wird.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Harnleiterstein

Bei Harninkontinenz kann alternative zur konservativen Therapie auch eine operative Therapie durchgeführt werden. Dabei werden sogenannte transobturatorische Bänder in die Harnblase eingesetzt, wodurch die Harnkontinenz wiederhergestellt werden kann.

Kleinere operative Eingriffe können auch in der Urologie ambulant durchgeführt werden. Hierzu zählen die Circumcision, auch „Beschneidung“ genannt, oder die Vasektomie, also Sterilisation des Mannes durch Durchtrennung des Samenleiters.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Beschneidung beim Mann

Vasektomie

Eine Vasektomie bedeutet in die deutsche Sprache übersetzt „das Entfernen von Gefäßen“. In der Medizin wird mit der Vasektomie jedoch meistens das Entfernen bzw. das Durchtrennen ganz bestimmter Gefäße gemeint, nämlich der Samenleiter. Durch die Durchtrennung der männlichen Samenleiter kann der Mann seine Spermien nicht mehr in den Penis weiterleiten, was folglich einer Sterilisation entspricht.

Die Vasektomie ist keine absolute Garantie der Empfängnisverhütung, zählt jedoch zu den sichersten und besonders zu den dauerhaften Verhütungsmethoden. Auch eine Refertilisationsoperation, also eine Rückoperation, hat eine verhältnismäßig hohe Erfolgsrate. Liegt die Vasektomie weniger als fünf Jahre zurück, wird eine Erfolgsrate von knapp 95% angegeben.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Vasektomie

Wie finde ich einen guten Urologen?

Bei der Suche nach einem guten Urologen können verschiedene Bewertungsportale helfen. Zu den bekanntesten Bewertungsportalen im Internet zählen jameda.de, urologenportal.de, sanego.de oder werkenntdenbesten.de. Die Seite werkenntdenbesten.de hat den Vorteil, das dort bereits alle Bewertungen der genannten Bewertungsportale zusammengefasst sind.

Auf den Portalen können bereits behandelte Patienten ihre Zufriedenheit mit dem behandelnden Urologen angeben. Durch viele verschiedene Bewertungen kann so versucht werden auf die Kompetenz und Zuverlässigkeit des Arztes zu schließen.

Kann man den Bewertungsportalen glauben?

Generell sollte man die Bewertungen auf den Bewertungsportalen stets hinterfragen. Um etwas mehr Gewissheit über die Ehrlichkeit und Richtigkeit der Bewertungen zu erlangen, sollte besonders auf die Anzahl der Bewertungen sowie dessen Inhalt geachtet werden. Je mehr Bewertungen auf dem Portal vorhanden sind, desto eher kann man davon ausgehen, dass der Großteil der Bewertungen auf tatsächlich ehrliche Patienten zurückzuführen sind und somit die Zufriedenheit mit dem entsprechenden Arzt gut wiedergeben. Eine Kontrolle, ob die Bewertungen tatsächlich von einem behandelten Patienten verfasst wurden, gibt es nicht, daher kann auch jeder Nicht-Patient eine gute oder auch negative Kritik schreiben um die Gesamtbewertung künstlich zu verbessern oder zu verschlechtern.

Warum gibt es mehr männliche als weibliche Urologen?

Die Urologie wird oft als sogenannte „Männerdomäne“ bezeichnet. Das liegt darin begründet, dass nur etwa ein Sechstel aller berufstätigen Urologen Frauen sind, mehr als drei viertel sind entsprechend Männer. Dieses starke Ungleichgewicht liegt wohl darin begründet, dass auch der Großteil aller Patienten männlich ist.
Die Urologie beschäftigt sich zwar ebenfalls mit den Nieren, den Harnleitern, der Harnblase und der Harnröhre, sodass sowohl Männer als auch Frauen den Urologen bei Beschwerden aufsuchen, jedoch beschäftigt sich der Urologe außerdem mit den männlichen Geschlechtsorganen, also Hoden, Prostata, Penis, Samenbläschen etc., während für die weiblichen Geschlechtsorgane der Frauenarzt oder Gynäkologe zuständig ist.

Obwohl Frauen vermutlich genauso gute Diagnosen und Therapien am männlichen Geschlecht durchführen können, wie auch Männer am weiblichen Geschlecht, gelten derartige Untersuchen als sehr intim und werden daher bevorzugt vom jeweils eigenen Geschlecht durchgeführt.

Welche Untersuchungen führt der Urologe an der Prostata durch?

Die Prostata wird zu den männlichen Geschlechtsorganen gezählt und sollte bei jedem Mann ab dem 45. Lebensjahr regelmäßig untersucht werden, da ein Prostatakarzinom eine äußerst häufige Todesursache bei Männern darstellt. Um minimalinvasiv an die Prostata zu gelangen wird eine rektale Durchführung empfohlen. Die Basisuntersuchung während einer solchen Vorsorgeuntersuchung besteht aus einem simplen Abtasten der Prostata, Ultraschalluntersuchung sowie der Bestimmung des PSA-Wertes.

Bei der Tastuntersuchung wird besonders auf Form, Größe und Konsistenz der Prostata geachtet. Lassen sich Verhärtungen, Knötchen und asymmetrische Formen ertasten, kann dies ein Hinweis auf ein Tumor sein.
Bei der Ultraschalluntersuchung wird eine Ultraschallsonde durch den After in das Rektum eingeführt und so auf die Prostata gehalten. Durch den Ultraschall kann die Größe der Prostata sowie Knötchen identifiziert werden.
Zur Bestimmung des PSA-Werts ist kein direkter Eingriff der Prostata notwendig. Der PSA-Wert kann einfach im Blut ermittelt werden. Liegen dabei erhöhte PSA-Werte vor, kann dies auf einen Tumor hindeuten.

Weisen die oben genannten Diagnosen auf einen möglicherweise bösartigen Tumor hin, werden anschließend mehrere Gewebeproben entnommen. Diese können Gewissheit über die Abnormalitäten der Prostata geben. Generell gilt jedoch, dass eine Vielzahl von scheinbar gefährlichen Vergrößerungen, Asymmetrien oder erhöhten PSA-Werten oftmals vollkommen ungefährlich und nicht bösartig ist.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: 

Was ist die Andrologie?

Die Andrologie bezeichnet ein medizinisches Spezialgebiet, das sich auf die Fortpflanzungsfunktion des Mannes und dessen Störung spezialisiert hat. Andrologen werden daher auch gerne als „Gynäkologen für Männern“ bezeichnet. Ein weiteres Synonym für die Andrologie ist die sogenannte „Männerheilkunde“.

Der Androloge beschäftigt sich also mit den Geschlechtsorganen des Mannes. Dazu zählen sowohl die inneren als auch die äußeren Geschlechtsorgane. Besonderes Augenmerk wird in der Andrologie auf die Zeugungsfähigkeit des Mannes gelegt. Dabei spielen unerwünschte Kinderwünsche eine besondere Rolle.

Ein weiteres zentrales Thema in der Andrologie ist die Hormonproduktion im Hoden. Im Hoden werden das Geschlechtshormon Testosteron gebildet, das für die Fertilität des Mannes eine entscheidende Rolle spielt. Bei Testosteronmangel kann es zum einen zu einem beeinträchtigten Wohlempfinden des Mannes kommen, zum anderen können entscheidende Funktionen des Körpers nicht mehr ausgeführt werden.

Auch die Erektionsfähigkeit oder die erektile Dysfunktion werden von Andrologen diagnostiziert und therapiert. Meist sind derartige Dysfunktionen auf psychische Gründe, erhöhte Blutdruckwerte, Krebserkrankungen oder andere Stoffwechselerkrankungen zurückzuführen.

Ein letzter großer Punkt in der Andrologie ist die Verhütungsmethoden bzw. Sterilisation des Mannes durch Vasektomien.  

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Wie kann der Urologe bei Kinderwunsch helfen?

In etwa 30% der Fälle ist die Infertilität eines Paares auf den Mann zurück zu führen. Grund hierfür findet sich meist in einer verringerten Menge oder einer geringen Qualität der Spermien. Bei Infertilität wird nochmals zwischen der permanenten und der temporären Infertilität unterschieden.  

Der Urologe kann die männlichen Geschlechtsorgane durch Anamnese und Diagnostik auf sämtliche Abnormalitäten untersuchen. Je nachdem auf welche Ursache eine Infertilität zurückzuführen ist, können verschiedene Therapien angewandt werden um eine Fertilität zu erlangen.
Liegt die Infertilität beispielsweise in einem zu hohen Blutdruck begründet, können einfache Medikamente oder Umstellungen der Lebensgewohnheiten bereits eine Fertilität begünstigen. Auch Rauchen und Alkohol kann die Fruchtbarkeit des Mannes negativ beeinflussen. Bei einem zu geringen Geschlechtshormonwert des Mannes kann interveniert werden, indem man diese Hormone künstlich verabreicht.

Falls alle diese Therapiemöglichkeiten nicht zum gewünschten Erfolg führen, kann schließlich noch immer auf die In-Vitro-Fertilisation oder die intracytoplasmatische Spermieninjektion zurückgegriffen werden. Diese wird jedoch nicht vom Urologen sondern von darauf spezialisierten Ärzten durchgeführt.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu diesem Thema:

Umfangreichere Informationen finden Sie auch auf der Seite grossesblutbild.de unter Untersuchungen in der Urologie.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.01.2019
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