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Erkrankungen der Hoden

Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht und kurze Beschreibung der wichtigsten Erkrankungen der Hoden. Für weitere Informationen verweisen wir in jedem Abschnitt auf unsere entsprechenden Artikel.

Die Hoden sind das innere, männliche Geschlechtsorgan oder auch die Keimdrüsen des Mannes. Im Laufe der Embryonalentwicklung werden sie im Bauchraum paarig angelegt und wandern dann in den Hodensack. In den beiden Hoden werden ab der Pubertät die Spermien produziert. Die Hoden dienen somit der Fortpflanzung. Außerdem werden in den Hoden männliche Geschlechtshormone produziert, allen voran Testosteron. Dem Hoden aufgelagert sind die Nebenhoden

Häufige Erkrankungen rund um die Hoden

Zunächst möchten wir Ihnen einen Überblick über die häufigsten Erkrankungen rund um die Hoden in Form einer Auflistung geben:

Notfälle

Verdrehung des Hodens

Die Hodentorsion ist eine plötzlich einsetzende Verdrehung eines Hodens. Dadurch werden die den Hoden versorgenden Blutgefäße sowie auch der Samenleiter abgequetscht. Es kommt also zur Minderdurchblutung des Hodens, was im schlimmsten Fall zum Absterben führen kann. Es handelt es sich um einen Notfall, der innerhalb von sechs Stunden behoben sein sollte, um das Absterben zu verhindern. 

Diese Situation tritt typischerweise bei Kindern, Jugendlichen oder jungen Männern auf und ist durch einen akut einsetzenden Schmerz gekennzeichnet. Hauptsächlich tritt dieses Krankheitsbild im ersten Lebensjahr oder in der Pubertät auf. Ursächlich können dabei entweder Unfälle oder eine angeborenen übermäßige Beweglichkeit des Hodens in Betracht kommen. Genauso gut kann es aber auch die Folge einer unglücklichen Bewegung sein.

Eine Hodentorsion muss schnellst möglich operiert werden. Dabei wird der Hodensack im Rahmen einer Vollnarkose eröffnet und der verdrehte Hoden wieder entdreht sowie gegebenenfalls im Hodensack fixiert, um einer erneuten Hodentorsion vorzubeugen.

Ausführliche Informationen finden Sie hier: Hoden verdreht.

Anomalien und Fehlbildungen

Hydrozele

Bei der Hydrozele handelt es sich um eine schmerzlose Flüssigkeitsansammlung im Bereich des Hodensacks. Diese lässt sich selbst als prall elastische Blase tasten
Gründe für die Ausbildung einer Hydrozele können eine vorangegangene Entzündung, eine ödematöse Ursache, eine schwere Verletzung des Hodens oder eine unzureichende Verschmelzung einzelner Bestandteile des Hodensacks sein.

Die Hydrozele kann in jedem Alter auftreten und wird mithilfe eines Ultraschallgeräts bzw. einer Durchleuchtung des Hodens sicher diagnostiziert.
Tritt dieses Phänomen innerhalb des ersten Jahres auf, kann sich die Hydrozele immer noch zurückbilden, sodass hier zuerst abwarten und beobachten angezeigt ist. Werden die Patienten jedoch älter, ist eine operative Eröffnung der flüssigkeitsgefüllten Blase die einzig konsequente Therapiemöglichkeit.

Ausführliche Informationen erhalten Sie hier: Wasser im Hoden


Varikozele

Bei einer Varikozele handelt es sich um eine Erweiterung des Gefäßknäuels im Hodenbereich. Dies wird meist durch eine Blutabflussstörung im kleinen Becken verursacht. Infolgedessen kommt es auch zu einer Schwellung des Hodensacks. Je nach Ausmaß der Schwellung kann aus der zunächst schmerzlosen Größenzunahme eine schmerzhafte Vergrößerung entstehen.
Da die Varikozele vielmehr Symptom einer Blutabflussstörung als eigenständige Erkrankung ist, gilt es die Abflussbehinderung zu beseitigen, wodurch sich automatisch auch Blutgefäßerweiterung des Hodens zurückbildet.

Bei nicht behandelter Varikozele können als Komplikationen Fertilitätsstörungen auftreten.
Die Hoden liegt außerhalb des Bauchraumes und die Temperatur beträgt aus diesem Grund 1-2°C weniger. Bei dieser Temperatur können Spermien produziert werden. Durch die Abflussstörung kommt es allerdings zu einer Temperaturerhöhung, welche die Spermienproduktion gefährdet.

Spermatozele

Bei der Spermatozele handelt es sich um eine Vergrößerung des Hodens. Im Unterschied zur Hydrozele ist diese Erweiterung jedoch nicht mit Flüssigkeit, sondern mit Spermien gefüllt.
Die Spermatozele entsteht durch eine Abflussstörung des Samenleiters vom Nebenhoden zur Samenblase. Durch eine Einengung auf diesem Wege kommt es zum „Samenstau“, woraufhin sich eine Blase ausbildet, in der sich die Spermien ansammeln.

Die Diagnose kann mithilfe einer Ultraschalluntersuchung sowie den typischen Angaben des Patienten zu seinen Beschwerden gestellt werden.
Verursacht die Spermatozele keinerlei Beschwerden, so muss sie nicht zwangsweise behandelt werden. Entwickelt sie sich jedoch zu einer schmerzhaften Schwellung so ist die operative Entfernung das Mittel der Wahl. Allerdings führt die Operation zu einer Unfruchtbarkeit des betroffenen Hodens.

Hodenhochstand

Unter einer Hodenretention ist ein unvollständiges Absinken der Hoden in den Hodensack zu verstehen. Während der Zeit im Mutterleib sind die Hoden noch im Bauchraum der Jungen gelegen und finden erst mit der Geburt ihren endgültigen Platz. 
Die Ursache des unvollständigen Abstieges wird in den meisten Fällen durch einen Mangel an männlichen Hormonen verursacht. 

Der Hoden der Kinder muss bei kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen kontrolliert werden. Sollten sich hier Auffälligkeiten ergeben, kann der weitere Abstieg der Hoden zunächst mithilfe von Medikamenten herbeigeführt werden. Sollte diese Maßnahme nicht zum Erfolg führen, wird der Hoden operativ am Boden des Hodensacks fixiert.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Hodenhochstand.

Pendelhoden

Der Pendelhoden zieht sich, bei Anspannung des Hodenhebers, in den Leistenkanal. Bei Entspannung lässt er sich jedoch problemlos zurück in den Hodensack schieben, sodass keine Behandlung erfolgen muss.

Fehlender Hoden

Wenn einseitig der Hoden fehlt, spricht man von einer Monorchie. Das Fehlen eines Hodens kann darauf zurückgeführt werden, dass einer der Hoden bereits im Mutterleib beispielsweise druch eine Drehung abstirbt. Bei Kindern mit nur einem Hoden wächst dieser kompensatorisch.

Polyorchidismus

Ein zusätzlicher Hoden kann durch eine versehentliche Teilung der Keimdrüsenanlage vor der achten Schwangerschaftswoche entstehen.

Infektionskrankheiten und Entzündungen

Abszess des Hodensacks

Ein Abszess ist eine Eiteransammlung unter der Haut, in diesem Fall unter der Haut des Hodensacks. Dieser entsteht häufig durch eine Entzündung von Haarfollikeln. Die Hautregion des Hodensacks stellt sich bei einem Abszess gerötet, geschwollen, überwärmt und schmerzhaft dar. Die Behandlung besteht in einer operativen Entlastung des Abszesses. Sollte man nicht frühzeitig handeln, besteht die Möglichkeit, dass eine Fournier-Gangrän als Komplikation auftritt. Dabei handelt es sich um eine Weichteilinfektion, die lebensbedrohlich werden kann.

Hodenentzündung

Die Hodenentzündung wird am häufigsten durch das Mumpsvirus verursacht. Sie kann jedoch auch durch Bakterien, Pilze, Parasiten oder nicht-infektiös, beispielsweise durch einen Unfall, ausgelöst werden. Dabei zeigt sich der Hodensack meist einseitig gerötet, geschwollen, überwärmt und schmerzhaft. Außerdem können Schmerzen beim Wasserlassen oder Fieber auftreten. Da eine Hodenschwellung relativ unspezifisch ist und auch bei anderen Krankheitsbildern auftreten kann, sollte eine weitergehende Diagnostik erfolgen. Bei einer gesicherten Entzündung hiflt es den Hodensack hochzulagern, ihn zu kühlen und den Verlauf regelmäßig bei einem Urologen kontrollieren zu lassen.

Ausführliche Informationen erhalten Sie unter :

Nebenhodenentzündung

Eine Nebenhodenentzündung kann die Komplikation einer sexuell übertragbaren Erkrankung, einer bakteriellen oder viralen Infektion sein oder auch im Rahmen eines verschleppten Harnwegsinfektes auftreten. Weitere Gründe können eine Gewalteinwirkung auf den Hoden oder eine sogenannte Autoimmunreaktion sein.

Der Betroffene klagt meist über einseitige Schmerzen des Hodens. Der Hodensack ist an der entsprechenden Seite gerötet, leicht angeschwollen und verglichen mit der anderen Seite leicht erwärmt. 
Der Arzt benutzt zur Diagnosesicherung ein Ultraschallgerät und die Laborwerte einer Blutentnahme. Als Selbsttest kann der Patient den Hoden anheben. Sollte sich daraufhin das Schmerzempfinden verringern, ist dies ein Indiz für das Vorliegen einer Hoden- oder Nebenhodenentzündung.

Die Behandlung besteht in der Hochlagerung sowie der diskreten Kühlung des Hodens. An Medikamenten stehen sowohl Antibiotika als auch antientzündliche und schmerzlindernde Mittel, wie beispielsweise Ibuprofen zur Verfügung, um gegen die Entzündung anzukämpfen.

Erhalten Sie hier ausführlichere Informationen: Nebenhodenentzündung

 

Tumoren

Bösartige Hodentumoren

Bösartige Hodentumoren treten vermehrt bei jungen Männern und Männern mittleren Alters auf. Die Tumoren können dabei aus unterschiedlichen Geweben entstehen und unterscheiden sich in ihrer Häufigkeit und Behandlung. 
Betroffene stellen meist eine Vergrößerung oder Schwellung des Hodensacks fest, haben jedoch typischerweise keine Schmerzen.

Bei einer Vorstellung beim Urologen sollte dann der Hodensack abgetastet und mit dem Ultraschall untersucht werden. Außerdem empfiehlt sich eine Blutentnahme, um Tumormarker zu bestimmen. Letztendliche Gewissheit bringt jedoch nur die Betrachtung einer kleinen Gewebeprobe unter dem Mikroskop.

Bei der Behandlung von Hodentumoren ist ein schneller Beginn angezeigt, da der Hodentumor zu den schnell wachsenden Tumoren gezählt werden kann.
Die Operation ist bei allen bösartigen Hodentumoren das Mittel der ersten Wahl, bei welcher der befallenen Hoden komplett entfernt wird. Zudem sollten alle angrenzenden Lymphknoten mitkontrolliert und gegebenenfalls mitentnommen werden, um das Rezidivrisiko zu minimieren.
Die Nachbehandlung des Hodentumors ist abhängig von seiner Ausdehnung und von vorhandenen Metastasen. Es stehen hier sowohl Chemo- als auch Bestrahlungstherapie zur Verfügung. 

Ausführliche Informationen finden Sie hier: Hodenkrebs

Gutartige Hodentumoren

Gutartige Tumoren des Hodens sind sehr selten. Sie können sich jedoch nach einer gewissen Zeit auch in bösartige Tumoren verwandeln.
Daher ist es sinnvoll sich auch bei einem gutartigen Hodentumor beim Urologen vorzustellen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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