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Durchblutungsstörungen


Synonyme im weiteren Sinne

Perfusionsstörung

Englisch: circulatory disorder, impaired circulation, circulation disturbance, disturbance of (the) blood supply

Definition

Als Durchblutungsstörungen bezeichnet man eine Behinderung vom Blutfluss, was dazu führt, dass das hinter der betroffenen Stelle gelegene Gewebe nicht genügend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.
Da Sauerstoff lebensnotwendig für jedes unserer Organe ist, wird die Leistungsfähigkeit durch eine Sauerstoff-Mangelversorgung immer mehr oder weniger herabgesetzt. Das Gehirn hält es nur wenige Minuten ohne Sauerstoff aus, die Niere oder die Leber können hingegen einige Stunden ohne Sauerstoff überleben, ohne bleibende Schäden zu erleiden.
Durchblutungsstörungen können dadurch zustande kommen, dass ein Gefäß verstopft oder auch nur verengt ist. Da die Gefäße mit zunehmendem Alter immer mehr an Elastizität einbüßen, ist es verständlich, dass sich Durchblutungsstörungen vornehmlich im höheren Alter entwickeln. Dazu kommen diverse Risikofaktoren, die sich auch mit zunehmendem Alter immer mehr bemerkbar machen.

Epidemiologie

Das Auftreten der Durchblutungsstörungen wird mit zunehmendem Lebensalter immer wahrscheinlicher. Bis zum 45. Lebensjahr leiden nur etwa 2% der Bevölkerung an einer Durchblutungsstörung, unter den 60 bis 70-Jährigen ist rund jeder Zehnte von diesem Krankheitsbild betroffen, wobei Männer ungefähr 4 mal so häufig erkranken wie Frauen des gleichen Alters. Diese Daten gelten allerdings nur für die westliche Welt, in anderen Ländern, vor allem in Entwicklungsländern, findet man weitaus weniger Betroffene, was vor allem auf den Lebensstil und die damit verbundenen Risikofaktoren zurückzuführen ist (siehe unten).

Ursachen

Für Durchblutungsstörungen gibt es sehr viele Ursachen, von denen nur die wichtigsten hier ausführlicher beschrieben werden.
Zu den Gründen zählen vor allem die Verengung oder der Verschluss von Arterien, was zustande kommen kann durch eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose), Gefäßverschlüsse (Embolien) oder Bildungen von Blutgerinnseln innerhalb der Arterie. Weitere Ursachen sind Entzündungen von Gefäßen (Vaskulitiden), Krämpfe in der Muskulatur der Blutgefäße (Gefäßspasmen), ein zu niedriger Blutdruck (arterielle Hypotonie) oder plötzlich auftretende Blutungen (zum Beispiel Hirnblutungen).

Der wohl häufigste Verursacher einer Durchblutungsstörung ist die Arterienverkalkung, die eine systemische Erkrankung darstellt. Mit steigendem Lebensalter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine Arterienverkalkung. Im Rahmen der Arteriosklerose (wörtlich übersetzt: bindegewebige Verhärtung der Arterien) kommt es zu Ablagerungen an der Gefäßinnenseite. Initial sind dafür wahrscheinlich kleine Verletzungen in der Gefäßwand verantwortlich. Als Reaktion auf diese Verletzungen schaltet der Körper das Abwehrsystem ein.
Daraufhin treten eine Reihe komplizierter biochemischer Prozesse in Kraft, die darin resultieren, dass sich Blutzellen, Blutfette, Bindegewebe und zum Teil auch Kalk in den Gefäßen ablagern. Diese Substanzen bezeichnet man häufig auch als „Plaques“. Prinzipiell können diese Ablagerungen überall im arteriellen System vorkommen. Da aber Strömungsverhältnisse eine Rolle in der Entstehung von Plaques spielen, findet man arteriosklerotische Verschlüsse bevorzugt dort, wo sich Gefäße aufzweigen und die gleichförmige Strömung behindert wird.

Lesen Sie mehr zum Thema: Arteriosklerose

In der Regel entstehen Durchblutungsstörungen nicht von jetzt auf gleich. Die Ablagerungen wachsen mit der Zeit immer mehr, woraufhin der Durchmesser der Arterien folglich stetig abnimmt. Der Körper hat also viel Zeit, auf die Gefäßveränderungen zu reagieren. So kommt es dazu, dass zum einen kleinere Blutgefäße nun hauptsächlich die Blutversorgung übernehmen, die vorher eher eine untergeordnete Rolle gespielt haben und zum anderen bilden sich sogenannte Umgehungskreisläufe (Kollateralkreisläufe) um die betroffenen Gebiete aus. Deswegen zeigen sich Beschwerden oft auch erst, wenn die Arteriosklerose schon massiv vorangeschritten und der Blutfluss dadurch extrem eingeschränkt ist.

Eine Embolie kommt dadurch zustande, dass ein Gefäß plötzlich verstopft und zwar dadurch, dass ein Blutpfropf, der an einer ganz anderen, weiter entfernt liegenden Stelle im Gefäßsystem entstanden sein kann, verschleppt wird und sich in einem meist kleineren Gefäß verfängt und dieses verschließt. Meistens wird diese Embolie durch ein Blutgerinnsel (Thrombose) ausgelöst, sie kann aber auch durch die Versprengung von Tumorgewebe, Fruchtwasser oder sogar Luft entstehen.

Risikofaktoren

Risikofaktoren für die Entstehung von Durchblutungsstörungen sind Bluthochdruck, eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte (zum Beispiel bei Hypercholesterinämie und Hyperlipidämie) und Bewegungsmangel. Häufig werden Durchblutungsstörungen durch Rauchen ausgelöst. All diese Zustände sind leider heutzutage keine Seltenheiten, sondern fast schon die Regel unseres westlichen Lebensstils.

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Symptome

Die Symptome, die bei Durchblutungsstörungen auftreten sind sehr unterschiedlich. Sie sind vor allem abhängig von Ort und Ausmaß der Durchblutungsstörungen. Viele Menschen leiden an kalten Händen und Füßen, was oft schon eine leichte Form der Durchblutungsstörung darstellt. Eine gute Durchblutung ist wichtig, damit alle Organe ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden können und ihrer Funktion in adäquater Weise nachkommen können. Da ein Verschluss sich meistens schleichend anbahnt, ist unabhängig vom Ort des Verschlusses kennzeichnend, dass die Betroffenen im Anfangsstadium meist keine oder nur sehr geringe Beschwerden wahrnehmen.

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Anfangs treten die Beschwerden häufig nur bei körperlicher Belastung auf, da dies einen erhöhten Blutbedarf nach sich zieht. Bei höhergradigen Gefäßverschlüssen treten die Beschwerden bei zu starken Verschlüssen auch in Ruhe auf. Unzureichend durchblutetes Gewebe kann bei nicht stattfindender Therapie schwerwiegend geschädigt werden. Am Häufigsten kommt es zu Durchblutungsstörungen im Gehirn, Herz und in den Beinen.

Symptome am Kopf

Kommt es im Rahmen einer Durchblutungsstörung zu einem Sauerstoffmangel, führt dies zu Schädigungen der Gehirnzellen, welche daraufhin absterben. Hinsichtlich der Symptomatik und der Folgen einer Durchblutungsstörung unterscheidet man zwischen kurzzeitigen und längerfristigen Durchblutungsstörungen.

Eine kurzzeitige Durchblutungsstörung im Gehirn löst eine transitorische ischämische Attacke aus (TIA). In der Regel hält die damit verbundene Symptomatik zwischen zwei bis 30 Minuten an. Im längsten Fall besteht die Symptomatik für 24 Stunden und klingt dann wieder ab. Charakteristisch ist eine vorübergehende Erblindung eines Auges (Amaurosis fugax). Die Symptomatik hängt vom betroffenen Hirnareal ab. Oft treten noch das Sehen von Doppelbildern, undeutliches Sprechen, Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen, Ohnmacht, halbseitige Lähmungs- und Taubheitsgefühle auf. Eine solche Attacke entspricht zwar nicht einem Schlaganfall, sollte aber als Warnsignal wahrgenommen werden, da die Wahrscheinlichkeit in der Zukunft einen Schlaganfall zu erleiden erhöht ist. Nicht reversible Durchblutungsstörungen können in einem Schlaganfall münden. Von der Symptomatik ähnelt der Schlaganfall der transitorischen ischämischen Attacke. Allerdings bleibt die Symptomatik länger als 24 Stunden bestehen und bildet sich teilweise auch überhaupt nicht mehr zurück.

Es gilt ebenfalls, dass die Symptomatik abhängig ist von dem betroffenen, nicht mehr mit Sauerstoff versorgtem Hirnareal. Es kann unter anderem zu Lähmungen, Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen, Sprach- oder Sehstörungen, Ohrgeräuschen oder Schwindel kommen. Typisch und für Außenstehende auffällig ist ein plötzliches Herabhängen des Mundwinkels. Oft fallen die Patienten zusätzlich durch eine Verwirrtheit auf.

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Symptome an Beinen und Füßen

Kommt es zu einer akuten Durchblutungsstörung einer Extremität, folgt eine plötzlich einsetzende und starke Symptomatik. Charakteristisch sind das auftreten von sechs verschiedenen Symptomen, den sogenannten sechs „Ps“. Dazu zählen: Pulsverlust, Schmerz (pain), Blässe und Kälte (paleness), Sensibilitätsstörungen und Taubheitsgefühle (paraesthesia), Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen (paralysis) sowie eine Schocksymptomatik (prostration) im Sinne von Herzrasen und Bewusstseinseintrübungen.

Wird der Gefäßverschluss nicht rechtzeitig behoben, kann es zum Absterben des Beines kommen mit Folge einer Amputation. Meist verlaufen die Symptome allerdings eher schleichend und nehmen dann einen chronischen Verlauf. In diesem Fall spricht man von einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), auch Schaufensterkrankheit genannt. Der Name Schaufensterkrankheit rührt daher, dass die Betroffenen aufgrund der chronischen Durchblutungsstörungen häufig Gehpausen einlegen müssen und dann oft vor Schaufenstern verweilen. Auch der Begriffclaudicatio intermittens wird für die Symptomatik benutzt, er beschreibt ein wiederkehrendes Hinken der Patienten, da die Muskulatur bei Belastung nach kurzer Zeit schmerzt.

Anhand der Symptomatik lässt sich die pAVK in vier Stadien (nach Fontaine) unterteilen. Im ersten Stadium sind zwar Gefäßveränderungen vorhanden, allerdings tritt noch keine Symptomatik auf. Im zweiten Stadium treten Schmerzen bei Belastung auf. Ist die schmerzfreie Gehstrecke länger als 200m, spricht man vom Stadium IIa. Ist sie kürzer als 200m liegt das Stadium IIb vor. Im dritten Stadium treten die Beschwerden auch in Ruhe auf, besonders nachts, wenn die Beine hochgelegt sind. Im letzten Stadium, im Stadium IV, sind die Durchblutungsstörungen so stark, dass es zu Gewebeschädigungen kommt. Geschwüre und Wunden heilen aufgrund der mangelnden Sauerstoffversorgung und Versorgung mit Blutbestandteilen, die für die Wundheilung zuständig sind, schlecht ab.

Es entstehen offene Beine und im Extremfall stirbt das Gewebe ganz ab - es liegt ein sogenanntes Raucherbein vor, da die pAVK meist bei starken Rauchern besteht. In der Regel sind beide Beine betroffen, wobei die Symptomatik in einem Bein auch schwächer ausgeprägt sein kann. Bei Diabetikern ist die Symptomatik häufig anders ausgeprägt, da sie aufgrund von erkrankungsbedingten Nervenschädigungen die Schmerzen erst später wahrnehmen, weswegen die pAVK häufig erst im Stadium IV diagnostiziert wird. Statt Schmerzen tritt bei ihnen oft auf ein Brennen auf.

Die bisher beschriebene Symptomatik bezog sich auf den Verschluss von Arterien. Aber auch Venen können verschlossen oder teilweise verschlossen sein. Dieser Zustand wird als Venenthrombose bezeichnet. Je nachdem auf welcher Höhe der Venenverschluss vorliegt, kommt es zu einer Anschwellung des ganzen Beines, der Wade oder des Fußes, da das Blut sich anstaut und nicht mehr zurück zum Herzen gepumpt werden kann. Der Abschnitt unter dem verschlossenen Gefäß verfärbt sich blau.

pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit)

Die Abkürzung PAVK steht für periphere arterielle Verschlusskrankheit. Diese Erkrankung beschreibt die Verengung bzw. den teilweisen oder kompletten Verschluss von Arterien. Der Schweregrad der Erkrankung wird in vier Stufen eingeteilt, da es sich bei der PAVK um sehr unterschiedliche Ausprägungen handeln kann: Sowohl eine symptomlose Form ist möglich, die dann meistens als Zufallsbefund auffällt, als auch große Schmerzen beim Gehen, bis hin zum Absterben bestimmter Körperteile durch die langfristige Unterversorgung mit Blut und Sauerstoff.

Informieren Sie sich mehr über das Thema unter: pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit)

Die häufigste Ursache für die Entwicklung einer PAVK ist eine bestehende Arteriosklerose, also eine Versteifung und Einengung der Arterien durch Ablagerungen in den Gefäßwänden. Eine Arteriosklerose entsteht besonders bei zunehmendem Alter, muss aber nicht zwingend zu einer PAVK führen. Weitere Risikofaktoren für Arteriosklerose und PAVK sind zum Beispiel hohe Blutfettwerte (Hypercholesterinämie), Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, sowie Diabetes mellitus. Um eine PAVK zu behandeln, empfiehlt sich zum einen die Änderung des Lebensstils, um die oben genannten Risikofaktoren zu eliminieren. Außerdem können Medikamente gegeben werden, die gerinnungshemmend wirken. In höheren Stadien kann über Operationen zur Behandlung der PAVK nachgedacht werden, wie zum Beispiel eine Bypass-Operation.

Symptome an dem Händen

Durchblutungsstörungen können auch auf die Finger (und Zehen) begrenzt sein. Vor allem bei vielen Frauen ist die Durchblutung der Hände und Füße aufgrund eines zu niedrigen Blutdruckes eingeschränkt, was sich in kalten Händen und Füßen manifestiert. Ein typisches Syndrom mangelnder Durchblutung der Hand ist das Raynaud-Syndrom. Aufgrund von Verkrampfungen kleiner Gefäße, meist infolge von Stress oder Kälte, kommt es zu Durchblutungsstörungen. Es kommt zu einer typischen Abfolge von Symptomen.

Zuerst verfärben sich die Finger weiß, aufgrund der mangelnden Durchblutung. Anschließend folgt eine Blaufärbung, aufgrund des Sauerstoffmangels. Sobald die Finger wieder durchblutet werden schließt sich eine Rotfärbung an. Man spricht auch vom Tricolore-Phänomen. Nur selten wird dieser Vorgang von Schmerzen begleitet. Weitere Symptome, die auftreten können sind ein Brennen, Prickeln und Taubheitsgefühl. Teilweise bestehen die Symptome über Stunden hinweg und können dadurch zu Gewebeschädigungen führen. Ein Raynaud-Syndrom ist in der Regel als harmlos einzustufen, kann aber auch im Rahmen von anderen Krankheiten wie Kollagenosen oder Autoimmunerkrankungen auftreten. Meist sind Frauen davon betroffen.

Lesen Sie mehr zum ThemaDurchblutungsstörungen der Hände

Symptome am Herz

Bestehen Durchblutungsstörungen am Herzen spricht man von einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Bei einer KHK sind die Herzkranzgefäße von den Durchblutungsstörungen betroffen, sodass Teile des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden und das Herz nicht mehr richtig arbeiten kann. Typische Symptome sind Schmerzen und ein Engegefühl in der Brust, was oft durch ein Angstgefühl begleitet wird. Teilweise kommt noch eine Übelkeit hinzu. Diese Symptomatik bezeichnet man als Angina pectoris, beziehungsweise im Extremfall, wenn sich die Herzkranzgefäße vollständig verschließen, sind sie mit einem Herzinfarkt vereinbar. Die Schmerzen in der Brust haben einen brennenden oder schneidenden Charakter und das Engegefühl in der Brust wird oft beschrieben, als wenn ein schweres Gewicht oder ein Elefant auf der Brust säße. Die Schmerzen strahlen meist von der Brust in den linken Arm aus, können aber auch unter anderem in den Hals, Kiefer und Rückenbereich ausstrahlen. Begleitend kommt es meist zu einer Atemnot. Besteht kein akuter Verschluss tritt diese Symptomatik im Rahmen eines Angina pectoris-Anfalles nur bei starker Belastung auf. Provozierende Belastungen können dabei eine starke körperliche Betätigung, ein hohes Stresspotential und Kälte sein.

Im Gegensatz zum Herzinfarkt verschwinden die Beschwerden bei einem Angina pectoris-Anfall mit Beendigung der Belastung relativ schnell wieder. In der Regel hören die Beschwerden nach maximal zehn Minuten wieder auf. Ebenso wie die pAVK kann auch die Angina pectoris anhand der Beschwerden in verschiedene Klassen eingeteilt werden. In der Klasse 1 treten die Beschwerden erst nach langer und starker Belastung auf. In der Klasse 2 treten die Beschwerden schon bei Alltagsbelastungen wie Treppensteigen, bergauf gehen oder auch bei Kälte und psychischer Belastung auf. Als Klasse 3 bezeichnet man eine Angina pectoris, die schon bei leichter körperlicher Belastung auftritt, wie normalem Gehen. Klasse 4 ist erreicht, wenn die Symptomatik schon unter Ruhe auftritt.

Symptome an den Augen

Ohne eine ausreichende Blutversorgung kann die Netzhaut (Retina) nicht mehr ihre Funktion erfüllen. Es kommt zu schweren Sehbehinderungen bis zur Blindheit. Durchblutungsstörungen der Netzhaut können chronisch oder akut auftreten. Kommt es zu einer chronischen Störung der Durchblutung verschlechtert sich das Sehvermögen schleichend. Dies kann durch verschieden Erkrankungen ausgelöst werden, wie einer sogenannten diabetischen Retinopathie, bei der es durch eine zu Grunde liegende Zuckererkrankung zu einer Schädigung der Blutgefäße kommt, die die Netzhaut versorgen. Auch Bluthochdruck kann zu einer meist vorübergehenden Erblindung führen. Kommt es zu einer akuten Durchblutungsstörung, kommt es plötzlich ohne Warnzeichen zu einer Erblindung des betroffenen Auges. Nicht immer muss das ganze Auge erblinden, es kann auch zu einer starken Sehverschlechterung kommen oder zu Ausfällen von Teilen des Gesichtsfeldes, sodass man Bereiche nur noch als schwarzen Fleck wahrnimmt. Alle Prozesse laufen dabei schmerzlos ab. Kommt es zu einem Verschluss der blutableitenden Venen der Netzhaut (retinaler Venenverschluss), mündet dies in einer schmerzlosen Verschlechterung der Sehschärfe. Es kommt zu einem verschwommenen Sehen. Oft wird dies wie ein Schleier vor Augen beschrieben. Problematisch bei einer venösen Durchblutungsstörung ist, dass die Symptomatik erst relativ spät auftritt. Häufig treten die Beschwerden nachts auf, da nachts der Blutdruck absinkt und gleichzeitig durch die Liegeposition der Druck in den Augenvenen ansteigt. Morgens stellen die Betroffenen dann eine Verschlechterung der Sehkraft fest, die sich über den Tag hinweg wieder bessern kann. Auch ein Verschluss der Halsschlagader (Carotis-Arterie) kann zu einer Mangeldurchblutung der Netzhautgefäße führen. Allerdings tritt dann noch eine begleitende Symptomatik auf, ähnlich wie bei einem Schlaganfall.

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Symptom kalte Hände und Füße

Das Blut hat im Körper vielfältige Aufgaben: Es verteilt nicht nur Sauerstoff und Nährstoffe im gesamten Körper, sondern ist auch ein wichtiger Regulator im Wärmehaushalt. Da das Blut während seines Kreislaufs durch das Gefäßsystems des Körpers im Körperstamm aufgewärmt wird, trägt es dazu bei, die Temperatur in die Arme und Beine weiterzutransportieren und so in den Extremitäten aufrechtzuerhalten. Bei Durchblutungsstörungen kommt es nun zu einer Störung dieses Mechanismus:

Durch die Arterien kommt nicht mehr genug warmes Blut aus dem Torso in die Extremitäten, die dadurch auskühlen. Dabei sind Hände und Füße – bzw Finger und Zehen – besonders gefährdet, da vor ihnen ein verhältnismäßig langer Weg liegt, den das Blut zurücklegen muss und auf dem weitere Wärme bereits verloren geht. Kalte Hände und kalte Füße können also bereits bei geringfügigen Durchblutungsstörungen auftreten. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Hinweise bestehen, dass die Durchblutungsstörung einen größeren Bereich betrifft, etwa einen ganzen Unterschenkel. Eine solche schwerwiegendere Durchblutungsstörung sollte schnellstmöglich und notfallmäßig abgeklärt werden.

Diagnose

Eine erste Verdachtsdiagnose der Durchblutungsstörungen lässt sich meistens schon anhand der typischen Symptome stellen. Es gibt allerdings eine ganze Reihe von Untersuchungsmethoden, die diesen Verdacht absichern können und den genauen Schweregrad der Erkrankung ermitteln.

Sehr banal, aber auch sehr aussagekräftig, ist die vergleichende Blutdruckmessung der beiden Körperhälften. Ist der Blutdruck am rechten Arm zum Beispiel erheblich niedriger als am linken, deutet dies sehr stark auf eine Gefäßveränderung der rechten Extremität hin. Man kann auch die Blutdruckwerte an beiden Oberarmen und beiden Fußknöcheln bestimmen und diese dann miteinander vergleichen. Liegt das Verhältnis der gemessenen Drücke unter einem bestimmten Wert, spricht dies ebenfalls für eine Durchblutungsstörung.

Darüber hinaus kann eine sogenannte Angiographie hilfreich sein. Bei dieser Untersuchung wird dem Patienten ein Röntgen - Kontrastmittel in eine Schlagader injiziert (Achtung: vorher muss unbedingt eine Kontrastmittelallergie ausgeschlossen werden!). Auf dem Röntgenbild heben sich dann die mit Kontrastmittel gefüllten Gefäßinnenräume deutlich von ihrer Umgebung ab. Mithilfe dieser Methode kann die Lokalisation eines Verschlusses recht genau bestimmt werden.

Außerdem gibt es noch die sogenannten Provokationstests, die vor allem bei der Diagnostik der pAVK zum Einsatz kommen. Der Arzt kann den Betroffenen zum Beispiel bitten, eine bestimmte Strecke zu gehen und dann anhand der zurückgelegten Schritte ohne Schmerzen den Schweregrad der Erkrankung herausfinden.

Wo können Durchblutungsstörungen auftreten?

Durchblutungsstörungen im Bein

Eine Durchblutungsstörung im Bein entsteht häufig durch eine bestehende Arteriosklerose oder eine Thrombose im Bein.
Man spricht dann von einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (kurz: pAVK).

Je nachdem auf welcher Höhe sich der Verschluss des Gefäßes befindet, unterscheidet man einen Oberschenkeltyp, Beckentyp oder peripheren Typ. Am häufigsten kommt der Oberschenkeltyp vor, bei dem die Oberschenkelarterie stark verkalkt ist und schließlich so verengt ist, dass Symptome verursacht werden. Das Bein ist blass und fühlt sich kalt ein. Die Patienten leiden häufig unter Schmerzen in den Beinen, die bei Belastung zunehmen aber auch in Ruhe vorkommen. Man spricht hier auch von der Schaufensterkrankheit. Die Patienten können eine kurze Gehstrecke gehen, müssen dann aber aufgrund der Schmerzen eine Pause einlegen bis dieser wieder besser sind und sie weitergehen können.
Am betroffenen Bein ist häufig nur noch ein schwacher Puls bis kein Puls mehr tastbar. Wunden am Bein heilen wegen der verminderten Durchblutung wesentlich schlechter.
Im Endstadium der Erkrankung kann es sogar zum Absterben (Nekrose) des Gewebes kommen. Der fehlende Sauerstoff führt zu einer massiven Zerstörung der Zellen.

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Durchblutungsstörungen im Gehirn

Bei Durchblutungsstörungen im Gehirn kann es sich um einen schlechten Gefäßstatus handeln oder ein plötzlich verstopftes Gefäß durch einen Thrombus.
Liegt eine Arteriosklerose vor, können sich auch Verkalkungen in den Gefäßen des Gehirns befinden. Aber auch durch einen gelösten Thrombus aus einer anderen Körperregion kann die Blutversorgung plötzlich gestört sein.
Die verminderte Versorgung von Hirnarealen mit Sauerstoff kann sich zu einer lebensbedrohlichen Situation entwickeln. Die Durchblutungsstörung kann zu einem Schlaganfall führen, der sich durch eine plötzlich auftretende Lähmung meistens einer Körperhälfte äußert.

Die Patienten verlieren das Gefühl in den betroffenen Extremitäten, können diese zudem nicht mehr richtig bewegen. Oftmals treten auch Lähmungserscheinungen im Gesicht auf wie ein herunterhängender Mundwinkel. Die Betroffenen können sich in der akuten Situation nicht mehr richtig verständigen. Es kann auch vorkommen, dass sie das Bewusstsein verlieren.
Der Schlaganfall ist ein Notfall und bedarf sofortiger Behandlung, da sonst die Folgen schwerwiegend sein können und die Symptome eventuell nicht mehr rückläufig sind. Bei Durchblutungsstörungen sollte daher auch immer der Gefäßstatus des Gehirns berücksichtigt werden damit es nicht zu einem Schlaganfall kommt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Durchblutungsstörungen im Gehirn

Durchblutungsstörungen am Auge

Treten ernste Durchblutungsstörungen im Auge auf, kommt es meistens zu einem teilweisen Verlust der Sehfähigkeit. Hier ist daher Vorsicht und Eile geboten: Sofern eine plötzlich oder über wenige Stunden einsetzende Verschlechterung der Sehkraft oder punktförmige Ausfälle bemerkt werden, sollte schnellstmöglich ein Augenarzt oder eine Augenklinik aufgesucht werden. Schnell behandelt, kann die Sehkraft dann wiederhergestellt werden. Eine Durchblutungsstörung im Auge ist normalerweise in der Netzhaut lokalisiert, da der Glaskörper des Auges nicht mit Blutgefäßen versorgt ist. Da auf der Netzhaut jedoch die visuellen Signale aufgenommen und verarbeitet werden, gefährdet eine hier auftretende Durchblutungsstörung die Sehkraft akut.

Durchblutungsstörungen am Auge treten besonders im Rahmen einer grundlegenden Erkrankung wie dem Diabetes mellitus oder Bluthochdruck auf.
Beim Diabetes mellitus spricht man bei den retinalen Gefäßverschlüssen von einer Retinopathie. Aber auch ein angeschwemmtes Blutgerinnsel kann zu einem Verschluss der arteriellen oder venösen Gefäße führen.
Durch einen Verschluss wird das Auge schlechter mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt. Es folgt eine schleichende aber zunehmende Verschlechterung des Sehens.

Patienten berichten häufig von einem grauen Schleier im Sehfeld. Der Verschluss eines venösen Gefäßes kann lange unbemerkt bleiben, während der arterielle Verschluss oftmals mit einem plötzlichen schmerzlosen Sehverlust einhergeht. Bei einem Papilleninfarkt kommt es infolge einer Störung der Durchblutung zu einer Schädigung des Sehnerves.
Auch hier treten Ausfälle im Gesichtsfeld auf. Die Durchblutungsstörungen am Auge sollten sofort behandelt werden. Der Augenarzt kann mittels einer Augenhintergrundspiegelung die Gefäße und den Nerv beurteilen und die entsprechende Therapie einleiten um einen dauerhaften Sehverlust zu vermeiden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Durchblutungsstörungen am Auge

Durchblutungsstörungen im Ohr

Eine plötzlich auftretende Hörminderung, die in der medizinischen Fachsprache auch als Hörsturz bezeichnet wird, kann verschiedene Ursachen haben.
Neben Stress, ständige Lärmbelästigung und Infektionen können auch die Gefäße geschädigt sein.
Infolgedessen werden die zum Hören wichtigen Strukturen des Ohres mit zu wenig Sauerstoff und für die Zellen wichtigen Nährstoffen versorgt. Der Hörsturz kann sich auf unterschiedliche Weise äußern.

Betroffenen können die Geräusche wie durch Watte wahrnehmen, hören zusätzliche Geräusche wie ein Rauschen. Auch ein Druckgefühl im betroffenen Ohr kann zur Symptomatik gehören. Nicht zuletzt liegt durch die verminderte Durchblutung ein geringerer Blutdruck in den Gefäßen des Ohres vor. Dieser kann ebenfalls eine mögliche Ursache für den plötzlich einsetzenden unangenehmen Tinnitus sein.
Die Patienten hören dann oftmals einseitig einen lauten Pfeifton, der permanent anhaltend ist. Ursachen für eine Durchblutungsstörung am Ohr sind Gerinnungsstörungen, Embolien oder angeschwemmte Gerinnsel oder auch verkalkte Gefäße bedingt durch eine über dem gesamten Organismus verbreitete Arteriosklerose.
Weiterhin gehört auch der Stress zu den Risikofaktoren an einem plötzlichen Hörsturz oder Tinnitus zu leiden. Beide Erkrankungen besitzen eine hohe spontane Heilungsrate, dennoch sollte bei erstmals auftretenden Symptomen die Erkrankung abgeklärt werden. Auch ein ins Ohr verschleppter Thrombus kann Auslöser für einen Schlaganfall sein.

Lesen Sie mehr zum Thema: Durchblutungsstörungen im Ohr

Durchblutungsstörungen am Herzen

Durchblutungsstörungen am Herzen treten im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit, kurz KHK auf. Es handelt sich dabei um Engstellen oder Verschlüsse der Herzkrankgefäße, die das Herz und besonders die dicke Muskelschicht mit Blut und Nährstoffen versorgen.

Informieren Sie sich mehr über das Thema: koronaren Herzkrankheit

Die Gefäße sind oftmals durch eine Arteriosklerose bedingt stark verkalkt und an mehreren Stellen befinden sich Plaques. Diese können in ihrer Größe soweit zunehmen, dass sie schließlich zu einem kompletten Verschluss eines Gefäßes führen. Es treten die charakteristischen Beschwerden eines Herzinfarktes auf.
Dazu zählen plötzlich einsetzende Brustschmerzen, die bis in den Arm und Rücken ausstrahlen können, Kurzatmigkeit, Übelkeit und auch Herzrhythmusstörungen.
Diese Symptome sind alarmierend und stellen eine lebensbedrohliche Situation dar, die sofort behandelt werden sollten. Oftmals können bei Patienten mit einer bekannten KHK mehrmals unter anfallsartigen Brustschmerzen (Angina pectoris- Anfall) leiden, die dann ohne einen akuten Herzinfarkt einhergehen, aber eine ernstzunehmende Warnung darstellen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Durchblutungsstörungen am Herzen

Durchblutungsstörungen in den Fingern oder Zehen

Die Finger und die Zehen sind von vielen kleinen und feinen Blutgefäßen durchzogen. Aufgrund der geringen Größe dieser Gefäße kann es hier leichter zu Durchblutungsstörungen kommen. Bereits bei Kälte ziehen sich die Gefäße oft schon so sehr zusammen, dass die Finger oer Zehen bläulich erscheinen. Das stellt bereits eine Form der Durchblutungsstörung dar, die natürlich aber wieder aufgehoben wird, sobald es wärmer wird.

Werden aber Symptome wie Taubheitsgefühle oder Kribbeln regemäßig und unabhängig von äußeren Einflüssen wahrgenommen, kann das auf eine komplexere Störung des Blutes oder des Kreislaufs hinweisen. Daher sollte in solchen Fällen ein Arzt konsultiert werden, um die genauere Ursache abzuklären.

Lesen Sie mehr zum Thema: Durchblutungsstörungen im Finger

Durchblutungsstörung durch Rauchen

Das Rauchen bzw. der Nikotingenuss ist die schwerwiegendste und häufigste Ursache für Durchblutungsstörungen jeder Art. Rauchen verengt zum einen die Blutgefäße, sodass feinere Gefäße wie etwa in Händen, Füßen und im Gesicht schlechter durchblutet werden können. Zum anderen verändert das Rauchen die Zusammensetzung des Blutes insofern, dass der Anteil der festen Blutbestandteile im Verhältnis zum flüssigen Anteil (Plasma) erhöht wird: Erstens wird durch den Tabakrauch ein kleiner Teil der roten Blutkörperchen durch die Belegung mit Kohlenstoffmonoxid unbrauchbar.

Es müssen also neue rote Blutkörperchen nachgebildet werden, ohne dass die nicht funktionierenden abgebaut werden. Zweitens vermehrt sich durch den biochemischen Stress, den das Nikotin im Körper verursacht, auch die relative Anzahl der Blutplättchen im Körper. Dadurch erhöht sich im Endeffekt das Risiko für Durchblutungsstörungen, wie zum Beispiel Thrombosen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Durchblutungsstörungen durch Rauchen

Durchblutungsstörungen im Knie

Wird ein Teil des Körpers über längere Zeit nicht richtig durchblutet, können die Körperzellen in diesem Bereich absterben. Man spricht medizinisch dann von einer Nekrose. Sofern diese Nekrose ohne den Einfluss einer Infektion, also zum Beispiel durch eine Durchblutungsstörung entstanden ist, nennt man das auch aseptische Nekrose. Es kann bei Durchblutungsstörungen im Knie also zu einer Nekrose beispielsweise der knöchernen Bestandteile kommen.

Das nennt man medizinisch dann Morbus Ahlbäck. Frühe Symptome sind hier – anders als bei einer „bloßen“ Durchblutungsstörung – starke Schmerzen im Knie. Es sollte in jedem Fall eine entsprechende Therapie erfolgen, die den von der Nekrose bedrohten Teil mit Sauerstoff versorgt und die Durchblutungsstörung als mögliche zu Grunde liegende Ursache eliminiert oder ausschließt.

Informieren Sie sich mehr über das Thema: Morbus Ahlbäck

Durchblutungsstörungen in der Hüfte

Die Hüfte ist generell gut mit Blutgefäßen versorgt, sodass sich bei Durchblutungsstörungen meist „Ersatzwege“ zur Versorgung ausbilden. Durch die Nähe zum Körperstamm sind viele der hier gelegenen Blutgefäße außerdem verhältnismäßig groß, bei einer Durchblutungsstörung sind solche Gefäße normalerweise erst später betroffen. Bei einer fortgeschrittenen chronischen (das heißt dauerhaften) Durchblutungsstörung kann dennoch eine Minderversorgung bestimmter Gebiete auftreten, falls die sogenannten Kapillaren (dünnste Blutgefäße, die an die zu versorgenden Zellen angrenzen) betroffen sind.

Ähnlich wie weiter oben zum Kniegelenk beschrieben, kann eine solche Minderversorgung den Knochen des Hüftgelenks betreffen. Es kann dann zu einem Absterben der Knochenzellen kommen. Man spricht dann auch von einer aseptischen Hüftkopfnekrose, da das Absterben durch die Durchblutungsstörung und nicht etwa durch eine Infektion entstanden ist. Zur Behandlung sollte zunächst eine Änderung des Lebensstils erfolgen: Rauchen, Bewegungsmangel und fettreiche Ernährung sollten als Risikofaktoren eliminiert werden. Außerdem können Medikamente eingesetzt werden, die langfristig eine Senkung der Blutfettwerte bewirken. Bei fortgeschritteneren Stadien können außerdem gefäßchirurgische Eingriffe die Durchblutung des entsprechenden Bereichs wiederherstellen.

Weitere Informationen finden Sie unter: Hüftkopfnekrose

Durchblutungsstörung im Sprunggelenk

Ähnlich wie beim Knie- und beim Hüftgelenk kann auch das Sprunggelenk von einer Durchblutungsstörung im Bein betroffen und beschädigt werden. In der Folge kann eine sogenannte Osteonekrose, also ein Absterben der Knochenzellen im Gelenk, die auf eine Sauerstoffversorgung durch das Blut angewiesen sind, entstehen. Man spricht dann auch von einer Osteonecrosis dissecans.

Eine solche Erkrankung kann schwerwiegend sein, da sie oft mit starken Schmerzen in Ruhe und Bewegung sowie mit Schwierigkeiten beim Gehen einhergeht. Allerdings ist es eine seltene Erkrankung, da das Sprunggelenk – so wie die meisten Teile und Regionen des Körpers – durch mehrere Gefäße mit Blut versorgt werden kann. Es muss also bereits ein fortgeschrittenes Stadium der Durchblutungsstörung in den Beinen vorliegen, damit der Knochen des Sprunggelenks über längere Zeit mit Sauerstoff unterversorgt wird.

Informieren Sie sich mehr zum Thema: Osteochondrosis dissecans Sprunggelenk

Behandlungsmöglichkeiten einer Durchblutungsstörung

Eine Durchblutungsstörung kann vielfältige Ursachen haben und muss dementsprechend unterschiedlich behandelt werden. Häufigste Ursache einer Durchblutungsstörung ist eine Verengung der arteriellen Blutgefäße. Um diese zu beheben, sollte in jedem Fall eine Änderung des Lebensstils vorgenommen werden, um Risikofaktoren zu vermeiden. Das Rauchen sollte aufgegeben werden, und die Blutfettwerte sollten niedrig gehalten werden. Das kann durch eine fettarme und ausgewogene Ernährung und durch genügend Bewegung gewährleistet werden. Falls das nicht ausreicht, können Blutfettsenker verschrieben werden, die dann regelmäßig eingenommen werden müssen – auch wenn die Blutfettwerte in den Normbereich gelangt sind.

Lesen Sie mehr zum Thema: Therapie von Durchblutungsstörungen

Auch sollte ein womöglich bestehender Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) korrekt behandelt werden, da der Zucker- und der Fetthaushalt des Körpers eng zusammenspielen und der Diabetes mellitus daher ebenfalls einen Risikofaktor für die Entstehung von Gefäßkrankheiten und Durchblutungsstörungen darstellt.

Wenn die Durchblutungsstörung bestehen bleibt und eine dauerhafte Schädigung eines Bereichs droht, können Operationen vorgenommen werden, die die Blutversorgung im jeweiligen Bereich wiederherstellen. Dazu zählen einerseits Stents, also feine Drahtgerüste, die von innen in das Gefäß gesetzt werden und die Gefäßwand an der verengten Stelle auseinander drücken. Weiterhin kann ein Bypass gesetzt werden, also eine Gefäß aus dem eigenen Körper, das als künstlich angelegte Umgehungsstrecke für den Blutfluss fungiert. Der Lebensstil sollte aber auch bei der Nachsorge solcher Eingriffe entsprechend angepasst werden, nicht zuletzt um zukünftige Durchblutungsstörungen zu vermeiden.

Medikamente

Um eine chronische, also dauerhaft bestehende Durchblutungsstörung medikamentös zu behandeln, müssen meistens über längere Zeit Medikamente eingenommen werden. Meistens werden zwei Wirkstoffklassen verschrieben: Erstens die sogenannten Aggregationshemmer („Blutverdünner“) wie zum Beispiel ASS. Diese Substanzen hemmen das Zusammenlagern der Blutplättchen und verhindern so das Auftreten von Blutgerinnseln. Solche Blutgerinnsel können kleinere Blutgefäße verstopfen und für eine akute Durchblutungsstörung im Sinne eines Infarktes, einer Embolie oder einer Thrombose sorgen.

Eine weitere Wirkstoffklasse, die bei chronischen Durchblutungsstörungen häufig eingesetzt wird, sind die Blutfettsenker („Statine“). Diese senken langfristig den Cholesterinwert, wodurch die Gefäßwände vor einer weiteren Verschlechterung der Durchblutung geschützt werden. Denn meistens liegt einer Durchblutungsstörung eine Arteriosklerose zu Grunde, die wiederum sehr häufig durch einen chronisch erhöhtes Cholesterin im Blut bedingt ist. Eine medikamentöse Behandlung sollte immer erst dann erfolgen, wenn sich eine Änderung des Lebensstils nicht durchführen lässt oder nicht ausreichend zur Risikoreduktion ist.

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Operation

Schwerwiegendere Durchblutungsstörungen, die die Sauerstoffversorgung eines bestimmten Körperteils oder Bereichs bedrohen, können auch operativ versorgt werden. Je nachdem, wie akut die Durchblutungsstörung und wie groß das gefährdete Gebiet ist, kommen unterschiedliche gefäßchirurgische Eingriffe in Frage. Eine plötzliche Verstopfung eines Blutgefäßes muss meistens entweder mit einer medikamentös oder mit einem Stent beseitigt werden, damit das betroffenen Gebiet nicht langfristig geschädigt wird.

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Ein Stent ist ein kleines, röhrenförmiges Geflecht aus Draht, das ins Gefäß eingeführt und an der verengten oder verstopften Stelle entfaltet wird. Dadurch hält es die Gefäßwand an dieser Stelle offen, sodass der Blutfluss an dieser Stelle gewährleistet ist. Der Zugangsweg erfolgt meistens über ein Gefäß in der Leiste. Hier wird ein feiner, spezieller Kunststoffdraht in das Gefäßsystem eingeführt und bis zur entsprechenden Stelle vorgeschoben.#

Eine andere Methode, eine Durchblutungsstörung operativ zu behandeln, ist der Bypass. Hierfür wird - meist aus dem Unterschenkel - ein Stück Vene entnommen, welches nicht unbedingt zur Blutversorgung benötigt wird, und als Umgehungsstrecke für die Stelle, an der die Durchblutung gestört ist, verwendet. Während der OP wird also an zwei Stellen operiert: An der Entnahmestelle der Vene sowie an der Einsatzstelle.

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Diese Hausmittel können helfen

Gegen eine Durchblutungsstörung hilft prinzipiell jedes Hausmittel, welches durchblutungssteigernd wirkt. Das kann zum Beispiel Wärme in Form eines Fußbades sein, welches die Gefäße der Füße erweitert und so zur besseren Durchblutung der Beine und Füße beiträgt. Pulswärmer können die Durchblutung der Hände und Finger sichern, indem sie die die Gefäße in diesem Bereich weit halten.

Eine andere Strategie ist die Anwendung von Substanzen, die natürlicherweise scharf sind oder brennen können. Branntweinessig, Meerrettich oder Chili können eine gute Grundlage für Umschläge oder Pasten bieten, die – auf die Haut aufgetragen – zur Sicherung der Durchblutung des Körperteils beitragen. Außerdem trägt Gingko zu einer Gefäßerweiterung besonders der kleineren Gefäße und dadurch zu einer besseren Durchblutung bei. Gingkoextrakt ist in Tabletten gepresst oder in Kapseln erhältlich und kann täglich eingenommen werden. Am wichtigsten ist aber nach wie vor – falls nicht bereits geschehen – eine Änderung des Lebensstils im Sinne von mehr Bewegung, ausgewogener Ernährung und vor allem dem Verzicht auf das Rauchen.

Welcher Arzt behandelt Durchblutungsstörungen?

Eine Durchblutungsstörung kann aufgrund ihrer vielfältigen Ursachen von verschiedenen Ärzten behandelt werden. Ein Facharzt der Angiologie hat sich auf Gefäßerkrankungen spezialisiert und kann daher zu Rate gezogen werden. Auch ein Kardiologe setzt sich sich nur mit dem Herzen, sondern auch mit dem Kreislaufsystem auseinander und kann eine Durchblutungsstörung behandeln.

Ärzte der Gefäßchirurgie können ebenfalls Behandlungskonzepte für eine Durchblutungsstörung anbieten. Dabei muss nicht unbedingt die Chirurgie als Behandlungsmethode im Vordergrund stehen: Der Gefäßchirurg sollte generell über alle Behandlungsmöglichkeiten von Gefäßerkrankungen Auskunft geben können. Darüber hinaus gibt es selbstverständlich auch hochakute Durchblutungsstörungen wie ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder eine Thrombose, die dementsprechend notfallmedizinisch versorgt werden müssen.

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Prophylaxe

Um eine Durchblutungsstörung zu vermeiden, sollte man sich auf jeden Fall gesund und ausgewogen ernähren und darauf achten, dass man sich genügend bewegt. In Kombination stellen diese zwei Maßnahmen dann auch die wichtigsten Angriffspunkte dar, um ein eventuell bestehendes Übergewicht abzubauen. Außerdem sollte man mit dem Rauchen aufhören oder am besten gar nicht erst anfangen und eventuell bestehende Grunderkrankungen, die mit einer Durchblutungsstörung assoziiert sind (wie zum Beispiel Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck), behandeln beziehungsweise behandeln lassen.

Wie kann man Durchblutungsstörungen vorbeugen?

Durchblutungsstörungen können aufgrund verschiedener Ursachen und Risikofaktoren auftreten.
Zunächst können sie vermieden werden indem die Risikofaktoren vermindert werden.

können sich positiv auf den Gefäßstatus im gesamten Organismus auswirken.
Die Gefäße können zudem im Rahmen einer Untersuchung mittels einer Sonographie untersucht werden. Bei Untersuchung werden häufig die Halsschlagadern geschallt, die dann Rückschlüsse auf die Gefäße im gesamten Organismus geben können.
Liegt eine Arteriosklerose vor, kann diese zunächst konservativ behandelt werden, indem die Noxen wie Rauchen ausgeschaltet werden. Je nach Schweregrad kann es notwendig sein, dass die Patienten lebenslang blutverdünnenden Medikamente einnehmen müssen. Sie gewährleisten die Blutversorgung aller wichtigen Strukturen wie am Herzen trotz vorliegenden Engstellen in den zuführenden Gefäßen.

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Dadurch können Schlaganfälle oder auch ein Herzinfarkt vermieden werden. Treten im Laufe der Erkrankung schließlich Symptome auf wie Taubheitsgefühl, Kribbeln oder allgemein Schmerzen, können die Engstellen während eines minimal invasiven Eingriffes behoben werden.
Plaques oder arteriosklerotisch veränderte Gefäße können mittels einem Ballon oder eine Einlage eines Stents wieder erweitert werden. Das Anbringen von Netzen über den Plaques soll ein Ablösen dieser verhindern und schließlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall aufgrund eines eingeschwemmten Thrombus vermeiden.

Prognose

Die Prognose der Durchblutungsstörungen ist je nach Ausmaß und Lokalisation sehr variabel. Es kommt vor allem darauf an, ob eine Möglichkeit besteht, die zugrunde liegende Krankheit vollständig zu heilen oder nicht. Gefäßschäden, die durch eine Arteriosklerose zustande gekommen sind, lassen sich zum Beispiel nie wieder zurückbilden, man kann nur versuchen, ein weiteres Fortschreiten zu unterbinden.

Wenn die Erkrankung jedoch nicht gestoppt wird, kann es zu den lebensbedrohlichen Komplikationen eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls kommen. Wenn sich die Durchblutungsstörungen in einer Extremität (Arme oder Beine) in einem stark fortgeschrittenen Stadium befindet, kann manchmal eine Amputation notwendig sein. Dies lässt sich allerdings in der Regel durch entsprechende vorbeugende Maßnahmen vermeiden.

Zusammenfassung

Durchblutungsstörungen können akut oder chronisch vorkommen. Sie können ganz plötzlich entstehen oder sich auf dem Boden einer anderen zugrunde liegenden Krankheit (Diabetes, Hypercholesterinämie) bilden. Eine Durchblutungsstörung kann an praktisch jeder Stelle des Körpers auftreten und symptomatisch werden. Obwohl sich aus diesen unterschiedlichen Faktoren ein sehr heterogenes Krankheitsbild ergibt, lassen sich doch viele Gemeinsamkeiten feststellen.

Resultat der Durchblutungsstörungen ist immer die verminderte Versorgung mit Sauerstoff des durch das verengte/verschlossene Gefäß versorgten Organs, egal ob dies das Herz, das Gehirn oder die Muskulatur ist. Diese Mangelversorgung macht sich durch eine Funktionsbeeinträchtigung und meistens auch durch Schmerzen bemerkbar. Je nach betroffenem Gebiet schließt sich natürlich eine spezifische Behandlung an.

Eine positive Auswirkung auf alle Arten der Durchblutungsstörung hat allerdings die Reduktion von Risikofaktoren, zu denen hierzulande besonders das Rauchen, der Bewegungsmangel, Bluthochdruck, ungesunde Ernährung mit resultierendem Übergewicht oder die Volkskrankheit Diabetes mellitus zählen. Wenn man also allgemein aktiv etwas für seinen Körper und seine Gesundheit tut, kann man die Möglichkeit der Entstehung einer Durchblutungsstörung zwar nie ganz ausschließen, das Risiko jedoch deutlich herabsetzen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.12.2018
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