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Durchblutungsstörungen in den Beinen

Symptome

Je nachdem, welches Ausmaß die Durchblutungsstörung bereits angenommen hat und wo sie lokalisiert ist, lassen sich sehr unterschiedliche Symptome der Durchblutungsstörungen in den Beinen finden.

Häufig finden sich Durchblutungsstörungen in den Extremitäten, vor allem in den Beinen. Akute Durchblutungsstörungen in Armen oder Beinen führen sehr schnell zur Ausbildung heftiger Beschwerden. Die 6 typischen Symptome kann man sich mit deren englischen Übersetzungen als die 6 „P“s merken.
Hierzu zählen:

  1. Pulsverlust (pulselessness),
  2. Blässe und Kälte (paleness),
  3. Muskelschwäche bis hin zu Lähmungserscheinungen (paralysis),
  4. Sensibilitätsstörungen, die sich durch ein Taubheitsgefühl bemerkbar machen (paraesthesia), Lesen Sie dazu auch unseren Artikel zu Brennen in den Zehen!
  5. Schmerz (pain) und
  6. Schock (prostration).

Darüber hinaus kann es schmerzbedingt auch zu Schlafstörungen kommen.

Chronische Durchblutungsstörungen der Extremitäten bezeichnet man in der Medizin als periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), umgangssprachlich ist auch oft von der sogenannten ,,Schaufensterkrankheit" die Rede, wenn die pAVK die Beine betrifft. Wenn die Muskulatur der Beine nämlich nicht ausreichend durchblutet wird, wird sie bei Belastung nicht mehr zur Genüge mit Sauerstoff versorgt, was Schmerzen verursachen kann. Infolge dieser Schmerzen bleibt ein Patient beim Gehen in regelmäßigen Abständen stehen, um seinen Muskeln eine kurze Pause zu gönnen, bis die Beine wieder genügend mit Blut versorgt worden sind.

Die pAVK wird in 4 verschiedene Stadien eingeteilt, die mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen.

1. Stadium: Dieses Stadium ist noch symptomlos.

2. Stadium: Hier treten Schmerzen eigentlich nur bei Belastung auf.

3. Stadium: Hier treten Schmerzen auch schon in Ruhe auf, vor allem im Liegen. Wenn ein Betroffener sich hinsetzt oder hinstellt, bessern sich die Beschwerden, da aufgrund der Schwerkraft die Durchblutung der Beine ansteigt.

4. Stadium: Hier sind die Durchblutungsstörungen bereits so stark ausgeprägt, dass sie durch abgestorbenes Gewebe sichtbar werden, man spricht auch vom „Raucherbein“ (Hautverfärbungen mit zum Teil auch offenen Wunden). Eine besondere Schwierigkeit stellt die pAVK beim Diabetes mellitus dar. Diese Krankheit geht nämlich sehr häufig mit einer verminderten Schmerzempfindlichkeit einher, weshalb die pAVK erst im späten vierten Stadium diagnostiziert wird.

Lesen Sie mehr zum Thema: pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit)

Durchblutungsstörungen des Darmes führen zu Bauchschmerzen, die sich besonders nach dem Essen bemerkbar machen, da die Darmmuskulatur hier arbeiten muss. Da die Patienten aufgrund der Schmerzen ihren Appetit verlieren, geht diese Art der Durchblutungsstörung häufig auch mit einem Gewichtsverlust einher. Wenn der Verschluss akut entsteht, zum Beispiel durch ein verschlepptes Blutgerinnsel, kann dies lebensgefährlich sein, weil Darmgewebe abstirbt und der Darm gelähmt wird (paralytischer Ileus).

Wenn eine Durchblutungsstörung am Herz vorliegt, spricht man von einer Koronaren Herzkrankheit (KHK). Sie manifestiert sich als heftiger Schmerz im Brustbereich, der als beengend und furchteinflößend empfunden wird (Angina pectoris). In einigen Fällen strahlen diese Schmerzen in den Arm oder den Magen aus und sind mit dem Gefühl verbunden, nicht mehr tief atmen zu können. Je nach Ausmaß kommen diese Schmerzen nur unter Belastung oder auch schon im Ruhezustand vor. Im schlimmsten Fall führen die Durchblutungsstörungen am Herzen zu einem Herzinfarkt.

Wenn das Gehirn von Durchblutungsstörungen betroffen ist und als Folge nicht mehr genug mit Sauerstoff versorgt wird, können sich je nach Lokalisation des Arterienverschlusses sehr verschiedene Symptome ergeben. Zu den wichtigsten gehören Schwindel, vorübergehendes Taubheitsgefühl in den Extremitäten, Schwierigkeiten beim Sprechen oder Sehen, Ohrgeräusche, Stimmungsschwankungen, Orientierungslosigkeit, Verwirrtheitszustände und Gedächtnisstörungen. Im schlimmsten Fall führt die Durchblutungsstörung im Gehirn zu einem Schlaganfall.

Schmerzen in den Beinen

Die Art und der Zeitpunkt des Auftretens von Schmerzen bei einer Durchblutungsstörung der Beine ist davon abhängig, in welchem Ausmaß die Gefäße bereits verschlossen sind, das heißt, wie viel Blut die Beine noch erreicht. Je weniger Blut fließen kann aufgrund der Durchblutungsstörung, desto schneller treten Beschwerden auf.

In Stadium I der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit treten noch keine Schmerzen auf, die Schäden in den Gefäßen sind aber bereits objektiv nachweisbar.

Im Stadium II treten bei Belastung erste Schmerzen auf. Bleiben die Patienten dann eine Weile stehen, verschwinden die Schmerzen wieder. Dieser Wechsel zwischen Stehen und Gehen hat der pAVK den im Volksmund gebräuchlichen Namen der „Schaufensterkrankheit“ eingebracht. Mediziner bezeichnen dieses Stadium auch als Claudicatio intermittens, was so viel bedeutet wie intermittierendes Hinken. Grund hierfür sind die Schmerzen, die eintreten, sobald der Blutfluss für die beim Gehen benötigte Versorgung der Muskulatur nicht mehr ausreicht.

Je nach Fortschritt der Krankheit beträgt die schmerzfreie Gehstrecke weniger oder mehr als 200 Meter, entsprechend den Stadien IIa und IIb.

In Stadium III zeigen sich dann Schmerzen, die bereits in Ruhe ohne jegliche Belastung bestehen. Patienten berichten außerdem über nächtliche Schmerzen, die sich durch Heraushängen des Fußes aus dem Bett bessern.

Zusätzlich zu den Schmerzen in Ruhe und bei Belastung kommen in Stadium IV dann noch Hauterscheinungen, beispielsweise das sogenannte Gangrän, hinzu, welche ihre Ursache in der mangelnden Durchblutung haben. Die Lokalisation der Schmerzen ist abhängig davon, auf welcher Höhe die Durchblutungsstörung ihren Ausgang nimmt.

Es werden drei verschiedene Typen der pAVK unterschieden: der Beckentyp, der Oberschenkeltyp und der Unterschenkeltyp. Die Beschwerden treten jeweils im daruntergelegenen Segment auf. Das bedeutet, dass Schmerzen im Oberschenkel einen Hinweis darauf geben, dass sich die Gefäßeinengung in einer Beckenarterie befindet. Beim Oberschenkeltyp treten die Beschwerden im Unterschenkel auf und beim Unterschenkeltyp an der Ferse beziehungsweise am Fuß. In Bezug auf die Schmerzen ist zu beachten, dass Diabetiker aufgrund der krankheitsbedingten Beteiligung von Nerven lange Zeit symptomlos bleiben können und trotz einer massiven Einengung von Gefäßen keine Schmerzen verspüren. Erst bei Auftreten von Hauterscheinungen wird bei diesen Patienten das Vorliegen einer Durchblutungsstörung erkannt.

Bei Durchblutungsstörungen der Beine, die durch einen akuten Verschluss einer Arterie zustande kommen, treten die Schmerzen plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Sie sind nicht bewegungsabhängig und bessern sich in Ruhe nicht. Häufig werden sie begleitet von einem Taubheits- und Kältegefühl in der betroffenen Extremität. In einem solchen Fall sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Auch kann eine Durchblutungsstörung darüber hinaus auch an den Zehen auftreten. Für die wichtigsten Informationen zum Thema "Durchblutungsstörung in den Zehen" lesen Sie auch den folgenden Artikel: Durchblutungsstörung in den Zehen

Worauf deutet ein Kribbeln in den Beinen hin?

Kribbeln kann ein typisches sensibles Symptom einer Durchblutungsstörung in den Beinen darstellen.
Hierbei handelt es sich um eine Missempfindung, ausgelöst durch kleine sensible Nervenzellen in der Haut.
Werden diese Nervenzellen mit zu wenig Sauerstoff versorgt, können sie zu fehlerhaften Empfindungen führen und neben dem Kribbeln, unangenehme Schmerzen und Taubheitsgefühle verursachen.
Oft beginnt das Kribbeln an dem Punkt mit der geringsten natürlichen Durchblutung, den Zehen.
Bei fortgeschrittenen Durchblutungsstörungen können die gesamten Beine betroffen sein und Nervenzellen können sogar absterben und permanente Gefühlsstörungen hinterlassen.

Kann Kribbeln auf eine Durchblutungsstörung weisen? Erfahren Sie hier mehr zu diesem Thema. 

 

Offene Beine - Was bedeutet es?

Als offenes Bein wird eine Wunde am Bein bezeichnet, die schlecht verheilt und somit oft chronisch bestehen bleibt.

Oftmals befindet sich diese Wunde am Unterschenkel, da die Durchblutung hier als erstes abnimmt.
Ursächlich für das offene Bein ist eine extrem stark reduzierte Wundheilung, die durch die Durchblutungsstörung verursacht wird.
Sowohl die arterielle, als auch die venöse Blutversorgung spielen eine wichtige Rolle beim Transport der Botenstoffe in der Wundheilung, beim Zusammenspiel des Immunsystems und bei der Bereitstellung einer gesunden Wundumgebung, in der die Wunde heilen kann.

Offene Beine sind typische Folgeerkrankungen von Rauchern, Diabetikern und Übergewichtigen.
Wichtig in der Behandlung ist, die Durchblutung um die Wunde zu verbessern und Infektionen zu vermeiden, da auch das Immunsystem zur Abwehr von Erregern durch die fehlende Durchblutung beeinträchtigt ist.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden sie unter: Offenes Bein - Ursachen & Therapie

Behandlung

Je nach Ursache der Durchblutungsstörungen in den Beinen kommen unterschiedliche Behandlungsmethoden zum Einsatz. Die häufigste Ursache für eine chronische Durchblutungsstörung in den Beinen ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Sie wird nach Fontaine in vier Stadien eingeteilt. Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Die Basis einer jeden Therapie der pAVK bildet in allen vier Stadien die Beseitigung von Risikofaktoren. Dazu zählen das Einstellen des Nikotinkonsums, die Gewichtsreduktion, eine konsequente Behandlung von Vorerkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus und Bluthochdruck sowie die Reduktion erhöhter Blutfettwerte.

Des Weiteren kommen in allen vier Stadien sogenannte Thrombozytenfunktionshemmer, unter anderem Clopidogrel und ASS, zum Einsatz. Diese wirken einer überschießenden und vorzeitigen Aggregation von Thrombozyten entgegen und verhindern somit die Bildung von Thromben, welche dann die Gefäße verengen und zu einer Durchblutungsstörung führen können. Die weitere Behandlung ist dann stadienspezifisch.

In Stadium II wird neben den oben genannten Behandlungen auf ein intensiviertes Gehtraining als konservativer Therapieansatz gesetzt. Das Trainingsprogramm sollte klar strukturiert sein und über mindestens drei Monate mindestens dreimal die Woche für etwa 30-60 Minuten durchgezogen werden. Die Gehstrecke kann dabei deutlich gesteigert werden. Allerdings sind nicht alle Patienten für eine derartige Behandlung geeignet. Als weitere Möglichkeit gibt es mit dem sogenannten Naftidrofuryl ein Arzneimittel, welches als Vasodilatator die Gefäße weit stellt und damit die Durchblutung fördert. Das Medikament ist für die Behandlung einer pAVK im Stadium II vorgesehen.

Cilostazol wirkt wie Clopidogrel und ASS als Hemmer der Thrombozytenfunktion. Wird durch die konservative und medikamentöse Behandlungen keine Besserung der Beschwerden erreicht oder kommt es gar zu einem Voranschreiten der Krankheit, wird in den Stadien zwei bis vier der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit mit interventionellen Verfahren gearbeitet. Dazu zählen die perkutane transluminale Angioplastie, kurz PTA, eine minimalinvasive Erweiterung der betroffenen Gefäße, und die Stent-Implantation. Dabei wird nach der Erweiterung des Gefäßes ein feines, dehnbares Röhrchen aus Metall- oder Kunststoffgeflecht, das als Stent bezeichnet wird, eingesetzt, um das Gefäß offen zu halten.

Medikamentös wird die pAVK in den Stadien drei und vier mit Alprostadil, einem Prostaglandin, behandelt. Das Medikament verbessert den Ruheschmerz, sorgt für eine beschleunigte Abheilung von Ulcera, also tiefe und häufig nässende Wunden, und reduziert die Amputationsrate. Außerdem werden zur Behandlung der pAVK in den Stadien drei und vier die operative Versorgung mit Bypässen sowie die Thromendarteriektomie, das bedeutet die operative Rekanalisierung des verstopften Gefäßes, eingesetzt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Therapie Periphere Arterielle Verschlusskrankheit

Bei akuten Durchblutungsstörungen ist eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus erforderlich. Dort wird das verschlossene Gefäß schnellstmöglich wieder eröffnet. Sind Muskelverspannungen für die Durchblutungsstörung verantwortlich helfen entspannende Maßnahmen wie beispielsweise Wärmeanwendungen und Massagen.

Wie kann man eine Durchblutungsstörung in den Beinen messen?

Die Verdachtsdiagnose einer Durchblutungsstörung in den Beinen kann bereits anhand der eindeutigen Symptomatik und Beschwerden gestellt werden.
Um diese zu bestätigen, können bereits simple Tests den Verdacht erhärten und konkrete Messungen der Durchblutung das Ausmaß der Erkrankung genau definieren.

Zunächst sollte versucht werden, an verschiedenen Stellen des Beines den Puls zu ertasten.
Auch eine Blutdruckmessung mithilfe einer Manschette und eines Stethoskops kann bereits anzeigen, auf welcher Höhe des Beines eine Einschränkung vorliegt und wie stark ausgeprägt die Durchblutungsstörung ist.

Eine weitere schnell durchführbare und kostengünstige Untersuchung ist die Dopplersonographie, bei der bereits genauere Aussagen über die Durchblutungen und den Grad der Verstopfung der Gefäße getroffen werden können.

Um die Diagnostik zu vervollständigen, kann eine Angiographie, eine radiologische Bildgebung der Blutgefäße des Beines, durchgeführt werden.
Diese kann den Blutfluss und Verengungen der Gefäße besonders genau darstellen.
Das Ausmaß der Erkrankung richtet sich jedoch unabhängig von der gemessenen Blockade nach den Symptomen und Auswirkungen für den Patienten, da die subjektiven Beschwerden stark variieren können.

Dieser Arzt behandelt die Durchblutungsstörungen in den Beinen

Durchblutungsstörungen in den Beinen sind auf zahlreiche Ursachen zurückzuführen.
Auch die Therapien können abhängig vom Stadium der Erkrankung stark variieren, weshalb die Begleitung der Erkrankung durch Ärzte verschiedener Disziplinen erfolgen muss.

Oftmals stehen viele Risikofaktoren hinter der Erkrankung, die von einem Internisten reduziert, behandelt und medikamentös eingestellt werden müssen.
Neben Übergewicht, Rauchen und familiärer Vorbelastung, stecken oftmals auch Fettstoffwechselerkrankungen, Bluthochdruck und ein Diabetes hinter der Erkrankung der Gefäße.

Diese müssen vom jeweiligen Spezialisten behandelt und gelegentlich überprüft werden, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
In fortgeschrittenen Stadien können operative Therapien notwendig werden, bei denen plastische Chirurgen die Behandlung übernehmen.

Was ist ein Stent?

Bei einem Stent handelt es sich um eine interventionelle Therapie, die eine sofortige Linderung der Beschwerden der Durchblutungsstörung bringt.
Das Einbringen eines Stents ist eine symptomatische Therapie der Durchblutungsstörung in den Beinen, die bei akuten Engstellen und schnellen Verschlimmerungen der Symptome durchgeführt werden kann.
Sie stellt eine Alternative zur Bypassoperation dar, kann jedoch nicht bei allen Arten der Durchblutungsstörung eingesetzt werden.

Während des Eingriffs schieben die Ärzte unter Röntgenkontrolle einen Katheter in das verstopfte Gefäß und pumpen in der Engstelle einen Ballon auf, der die Engstelle aufdehnt.
Anschließend kann das Gefäß durch ein Drahtröhrchen, den Stent, offen gehalten werden.

Was versteht man unter einem Bypass?

Eine fortgeschrittene operative Maßnahme in der Behandlung der Durchblutungsstörungen in den Beinen ist das Anbringen eines Bypasses.
Hierbei werden die Gefäßbahnen so verlegt, dass der verstopfte Bereich in den Arterien umgangen werden und die Beine über das restliche bestehende Gefäßsystem wieder vollständig versorgt werden können.

Vielfach kann eine schonendere Stenttherapie einen Bypass ersetzen, in manchen Fällen ist eine Bypassoperation dennoch weiterhin notwendig.
Die Besserung der Beschwerden tritt auch hier unmittelbar nach der Operation ein.
 

Dennoch müssen die Risikofaktoren und die Grunderkrankung weiterhin behandelt werden, da sonst am Bypass oder an neuen Stellen im Bein weitere Blockaden entstehen und neue Symptome verursachen.

Test Durchblutungsstörung Füße

Homöopathie

Je nach den vorliegenden Beschwerden können unterschiedliche homöopathische Mittel zur Linderung bei Durchblutungsstörungen eingesetzt werden. Bei wechselnden Durchblutungsstörungen wie der Claudicatio intermittens kommen die Mönchspflanze (Espeletia grandiflora) und Tabak (Tabacum) zur Anwendung. Letzterer ist außerdem geeignet zum Einsatz bei Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Extremitäten sowie kalten Fingern und Zehen, Schwindel und Kreislaufschwäche.

Gehen die Durchblutungsstörungen mit weiteren Symptomen wie zum Beispiel einem Brennen oder Taubheitsgefühl einher, eignet sich Secale cornutum, zu Deutsch Mutterkorn, zur Behandlung. Ist die pAVK schon in einem fortgeschrittenen Stadium und ein längeres schmerzfreies Gehen überhaupt nicht mehr möglich, schafft die Königin der Nacht (Cactus grandiflorus) Linderung.

Bei schlecht heilenden Wunden aufgrund von Durchblutungsstörungen, die bei Diabetikern häufig auftreten, sorgt Buchenholzteer (Kreosotum) für eine Besserung der Beschwerden. Des Weiteren können zur Linderung von Begleiterscheinungen einer Durchblutungsstörung die Eberraute (Abrotanum), Zahnstocherkraut/Bischofskraut (Ammi visnaga) und Kupferarsenit (Cuprum arsenicosum) eingesetzt werden.

Diese Hausmittel helfen gegen Durchblutungsstörungen in den Beinen

Prinzipiell handelt es sich bei Durchblutungsstörungen in den Beinen oft um fortgeschrittene Erkrankungen des Gefäßsystems, deren Therapie in der dringenden ärztlichen Einstellung der Risikofaktoren besteht.

Gegen akute Beschwerden können jedoch Hausmittel zusätzlich zum Einsatz kommen und die aktuellen Beschwerden lindern.
Dazu können Wechselbäder, heiße Fußduschen aber auch Massagen, Kneippgänge und Saunagänge zum Einsatz kommen.

Sie setzen Reize an der Haut oder erhöhen die Körpertemperatur so, dass sich die Blutgefäße des Beins reflexartig erweitern und die Durchblutung erhöhen.
Unangenehmes Kribbeln oder sogar Schmerzen können dadurch vorübergehend nachlassen.

Durchblutungsstörungen nach OP

Durchblutungsstörungen in den Beinen können nach Operationen auftreten. Grund hierfür kann eine direkte Schädigung eines Gefäßes im Rahmen einer Operation beispielsweise an den Beinen sein. Bei einer Operation an der Hauptschlagader kann sich ein Gerinnsel bilden, das sich dann löst und über den Blutstrom ins Bein gelangt. Ist das Gerinnsel zu groß für das Gefäß, kann es zu einer Verstopfung mit daraus resultierender Durchblutungsstörung kommen.

Müssen nach der Operation längere Liegezeiten eingehalten werden oder wird das Bein zur besseren Heilung für einen längeren Zeitraum immobilisiert, besteht die Gefahr einer Thrombosebildung. Auch durch venöse Thrombosen können Durchblutungsstörungen ausgelöst werden, da der Abfluss über die Venen gestört ist. Als prophylaktische Maßnahme wird daher bei erwarteter längerer Immobilität Heparin zur Verhinderung von Thrombosen gegeben.

Durchblutungsstörungen in den Beinen aufgrund des Rauchens

Rauchen stellt einen der wichtigsten Risikofaktoren für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems dar und spielt auch in der Entstehung von Durchblutungsstörungen in den Beinen eine große Rolle.
Die Inhaltsstoffe des Tabaks führen nachgewiesenermaßen zu Verkalkungen der Arterien und damit zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und Durchblutungsstörungen in den Beinen. Auch ein Diabetes mellitus wird durch das Rauchen begünstigt.
In der Therapie der Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen stellt die Rauchentwöhnung den ersten und wohl wichtigsten Schritt dar.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Durchblutungsstörungen durch Rauchen

Durchblutungsstörungen wegen Diabetes

Bei einem Diabetes mellitus handelt es sich um die sogenannte „Zuckerkrankheit“.
Sie kann angeboren oder erworben sein und auf zahlreiche Ursachen zurückgeführt werden.

Der häufige Diabetes mellitus Typ 2 entsteht oftmals aufgrund von Übergewicht, Rauchen, ungesunder Ernährung und dem sogenannten „metabolischen Syndrom“.
All dies stellen Faktoren dar, die Schaden auf das Gefäßsystem ausüben und langfristig zu Blockaden der arteriellen Blutgefäße führen können.
Durch den Diabetes mellitus kommt es langfristig auch zu einer Veränderung der Blutgefäße, die von innen verkalken und in mehreren Bereichen des Körpers Durchblutungsprobleme hervorrufen können.

Die wichtigste Therapie besteht in einer aufmerksamen medikamentösen Behandlung des Diabetes sowie in einer Reduktion der Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und ungesunder Ernährung.

Darf man mit Durchblutungsstörungen in den Beinen fliegen?

Die Entscheidung zu fliegen muss bei einer Durchblutungsstörung der Beine vom Stadium der Erkrankung abhängig gemacht werden.
Prinzipiell herrscht in einem Flugzeug ein geringerer Sauerstoffgehalt, weshalb sauerstoffbedingte Schäden an den Füßen und Beinen begünstigt auftreten können.

Ist die Durchblutungsstörung so weit fortgeschritten, dass es ohne äußere Einflüsse bereits zu Kribbeln, Schmerzen und Taubheit in den Zehen kommt, kann sich die Situation während des Fluges stark verschlimmern, sodass Teile der Zehen mitunter absterben.
Tritt der Schmerz erst nach einigen hunderten Metern Gehen auf, kann ein Flug nach Absprache mit dem Arzt vermutlich erfolgen.

Weiterhin muss mit dem Arzt abgesprochen werden, ob eine Thromboseprophylaxe notwendig ist.
Da durch das lange Sitzen auf beengtem Raum auch die Entstehung eines Blutgerinnsels deutlich erhöht ist, müssen bei Durchblutungsstörungen eventuelle Vorkehrungen getroffen werden.

Durchblutungsstörungen in den Beinen während der Schwangerschaft

Durchblutungsstörungen in der Schwangerschaft sind in den meisten Fällen auf die Lage des Kindes zurückzuführen und sind oft harmlos.
Durch das wachsende Kind im Bauch kann es bei Druckerhöhungen im Becken zum Abklemmen von Arterien und Nerven kommen.
Dies äußert sich oftmals in sehr unangenehmen Schmerzen, Kribbeln und Taubheit im Bein.

Mit der Geburt lassen die Beschwerden spätestens nach.
Sollten darüberhinaus Beschwerden auftreten, müssen mit dem Arzt weitere mögliche Ursachen untersucht werden.

Wann droht eine Amputation?

Jedem vierten Patienten, der bereits in Ruhe Schmerzen des Beines aufgrund der Durchblutungsstörung hat, droht eine Amputationsgefahr.
In diesen Stadien der Erkrankung können die Betroffenen das Bein nicht mehr horizontal im Bett ablegen und auch keine Distanzen zu Fuß zurücklegen, da schon in Ruhe Kribbeln, Schmerzen und Taubheit im Bein auftreten.

In sehr vielen Fällen entwickelt sich die Erkrankung so weiter, dass es an den Füßen zu sogenannten „Nekrosen“, dem Absterben der Gewebe, kommt.
In diesem Fall müssen die betroffenen Bereiche amputiert werden, um eine schwere Entzündung zu verhindern.
Auch in früheren Stadien müssen dringend präventive Maßnahmen erfolgen, da die Krankheit nicht geheilt, sondern nur aufgehalten werden kann.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.11.2018
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