Arterie

Synonyme

Schlagader, Pulsader, Pulsschlagader, Ader, Blutgefäß, Gefäß

Englisch: artery

Definition

Eine Arterie ist ein Blutgefäß, welches Blut vom Herz wegleitet. Im Körperkreislauf führt eine Arterie immer sauerstoffreiches Blut, im Lungenkreislauf dagegen immer sauerstoffarmes Blut, da sie hier das sauerstoffarme Blut zur Sauerstoffanreicherung vom Herzen zur Lunge transportiert. Arterien verändern je nach Durchmesser und Lage im Körper ihren mikroskopischen (histologischen) Aufbau. Man unterscheidet weiterhin kleine Arterien, sogenannte Arteriolen, sowie kleinste Haargefäße, die sogenannten Kapillaren. Im Vergleich zu Venen sind Arterien dickwandiger, da in Arterien ein hoher Innendruck (Blutdruck) herrscht und diesem dadurch entgegengewirkt wird. Weiterhin haben Arterien eine runde Innenform (Lumen).
Die Arterien sind das Hochdrucksystem des Blutsystems. Der arterielle Innendruck variiert zwischen der Auswurfphase (Systole), also der maximalen Kontraktion des Herzens, sowie der Füllphase (Diastole) des Herzens.
Die größte Arterie im menschlichen Körper ist die Hauptschlagader (Aorta). Sie hat je nach Körperstatur einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern.

Abbildung einer Arterie

  1. Außenschicht der
    Arterienwand -
    Tunica externa
  2. Äußere elastische Schicht -
    Membrana elastica externa
  3. Mittelschicht der Arterienwand -
    Tunica media
  4. Innere elastische Schicht -
    Membrana elastica interna
  5. Innenschicht der Arterienwand -
    Tunica intima
  6. Endothelzellen - Endotheliocyti
  7. Blutgefäße in der Adventitia -
    Vasa vasorum
  8. Autonomes Nervengeflecht der
    Gefäßwand -
    Plexus vascularis

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mikroskopischer Wandaufbau

Eine Arterie besteht aus drei Schichten. Die erste und innerste Schicht, also die Schicht, die mit dem durchfließenden Blut in Kontakt kommt, besteht aus einer einschichtigen Zellschicht, einem sogenannten einschichtigen unverhornten Plattenepithel. Diese innerste Schicht bezeichnet man auch als Endothel oder Intima (Tunica Intima). Sie ist die entscheidende Barriere zwischen dem inneren des Blutgefäßes (intravasaler Raum), also dem Blut, und dem Gebiet außerhalb der Blutgefäßes (extravasaler Raum).
Die zweite darauffolgende Schicht besteht hauptsächlich aus glatter, nicht willkürlich steuerbarer Muskulatur, die nicht willkürlich steuerbar ist. Man bezeichnet diese Schicht als Media (Tunica Media). Zusätzlich zu der glatten Muskulatur enthält die zweite Schicht je nach Typ im Körper noch zusätzlich elastische Fasern. Diese Schicht dient vorallem der Einstellung der Wandspannung einer Arterie sowie der Gefäßweite. Zieht sich die glatte Muskulatur zusammen, so steigt die Wandspannung und die Arterie wird enger.
Die dritte und äußerste Schicht einer Arterie bezeichnet man als Adventitia (Tunica adventitia). Die Adventitia besteht vorallem aus Bindegewebe, welches die Arterie mit der Umgebung im Körper verankert. Weiterhin bestimmt die Adventitia je nach Beschaffenheit die mechanischen Eigenschaften einer Arterie zusätzlich zur mittleren Schicht. Weiterhin befinden sich in der Adventitia größerer Arterien kleine Blutgefäße (Vasa vasorum), die den Wandaufbau der Arterien mit Blut versorgt.

Arteriolen

Arteriolen sind kleinste Arterien mit einem Durchmesser von ca. 20 Mikrometer. Sie sind definiert als Gefäße mit nur einer geschlossenen Muskelschicht. Sie sind sehr dicht innerviert und spielen eine entscheidende Rolle bei der körpereigenen Regulation des Blutdrucks, da sie wegen des kleinen Durchmessers in der Summe den größten Widerstand stellen und somit auch Widerstandsgefäße genannt werden.

Lesen Sie mehr zu dem Thema Arteriolen auf der Seite Arteriolen.

Kapillare

Kapillare sind die kleinsten Gefäße im Körper und haben einen Durchmesser von ca. 7 Mikrometer. Sie sind so klein, dass ein rotes Blutkörperchen (Erythrozyt) meist nur unter eigener Verformung hindurch passt. Diese kleinsten Röhrchen bestehen aus nur einer Zelle, die die komplette Gefäßwand ausmacht. Außen auf der Gefäßwand sitzen häufig sogenannten Perizyten, die die Gefäßwand umschließend, durch Kontraktion deren Weite verändern können und der Kapillare zusätzlich Stabilität verleihen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Kapillare

Typen von Arterien

Arterien lassen sich sowohl funktionell als auch histologisch in verschiedene Typen einteilen. Funktionell unterscheidet man: Endarterien, welche als einziges arterielles Gefäß einen bestimmten Bereich mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Bei unzureichendem Blutfluss kann es hier zur Unterversorgung des Gewebes kommen. Kollateralarterien, welche parallel zu anderen Arterien verlaufen und somit einen bestimmten Bereich mitversorgen. Ist hier eins der beiden Gefäße verlegt, übernimmt die andere, parallel verlaufende Arterie seine Aufgabe. Sperrarterien, welche sich durch eine starke Muskulatur in der Arterienwand zusammenziehen und dadurch den Blutfluss in einem Bereich unterbinden können. Ein gutes Beispiel ist hier der Schwellkörper des Penis.

Histologisch unterscheidet man vor allem zwischen dem elastischen Typ und dem muskulären Typ. Arterien vom elastischen Typ haben vermehrt elastische Fasern in ihrer Wand. Man findet man hauptsächlich herznah, wo ein großes Blutvolumen in kurzer Zeit von den Gefäßen aufgenommen werden muss. Beispielsweise die Aorta bläht sich nach der Austreibungsphase des Herzes kurzzeitig mit Blut auf und leitet dieses mit kontinuierlichem Druck über einen längeren Zeitraum weiter. Arterien vom muskulösen Typ weisen eine muskuläre Schicht in ihrer Wand auf, welche sich zusammenziehen kann. Dies wird sich zur Regulation des Blutdrucks zunutze gemacht. Muskuläre Arterien findet man vor allem herzfern, beispielsweise in den Armen, Beinen oder der Haut, wo eine Regulation der Durchblutung nützlich ist (z.B. bei Temperaturänderung).

Wichtige Arterien des menschlichen Körpers:

Arteria vertebralis

Die Arteria vertebralis hat ihren Ursprung in der Arteria subclavia, welche von der Körpermitte zur Schulter hinter dem Schlüsselbein verläuft. Die Arteria vertebralis verläuft daraufhin seitlich an der Halswirbelsäule paarig als Arteria vertebralis dextra (rechts) und Arteria vertebralis sinistra (links). Hierbei verläuft sie in den Foramina transversaria, welche sich als kleine Löcher an den Querfortsätzen der Wirbelkörper beschreiben lassen. Hier kann es zu Osteophyten (Knöcherne Auswüchse) kommen, die über Einklemmungen der Arterien zur Ohnmacht führen können.

Anschließend durchtreten die beiden Arteriae vertebrales zusammen mit dem Rückenmark das Foramen magnum, eine große Öffnung an der Unterseite des Schädelknochens. Hier wird anschließend die Arteria spinalis anterior abgegeben. Diese versorgt das Rückenmark. Außerdem wird die Arteria inferior posterior cerebelli (PICA), abgegeben. Diese versorgt das Kleinhirn. Endgültig vereinigen sich die beiden Äste der Arteria vertebralis zur Arteria basilaris, welche über mehrere kleine Äste das Stammhirn arteriell versorgt.

Weitere Informationen finden Sie hier: Arteria vertebralis

Arteria femoralis

Die Arteria femoralis (Oberschenkelarterie) ist die größte Arterie am Oberschenkel. Sie ist eine Fortführung der Arteria iliaca externa unterhalb der Leiste. An ebendiesem Punkt, unterhalb des Leistenbands, kann man auch den Puls der Arteria femoralis tasten. Außerdem wird dieser Abschnitt gerne für arterielle Zugänge verwendet, beispielsweise für eine Kontrastmitteldarstellung der Herzkranzgefäße. Als wichtige Abgänge der Arteria femoralis sind die Arteria epigastrica superficialis, A. circumflexa ilium superficialis, A. profunda femoris (welche als kräftiger Seitenast große Teile des Oberschenkels und der Hüfte versorgt), Aa. Pudendae externae (meistens zwei) und A. descendens genus zu nennen. In ihrem Verlauf orientiert sich die Arteria femoralis anschließend am Musculus sartorius, welcher als Leitmuskel fungiert. Die Arterie verläuft dann innerhalb des Adduktorenkanals (Kanal zwischen den Adduktorenmuskeln) auf der Innenseite des Oberschenkels. Dort tritt sie knapp oberhalb der Kniekehle, am Hiatus adductorius (Adduktorenschlitz) aus. Abschließend wird sie als Arteria poplitea (Kniekehlen-Arterie) fortgesetzt.

Weitere Informationen finden Sie hier: Arteria femoralis

Halsschlagader

Als Halsschlagader bezeichnet man die Arteria carotis communis, welche als starke Arterie beidseitig am Hals verläuft und maßgeblich für die arterielle Versorgung des Halses und Kopfes zuständig ist. Sie entspringt auf der linken Seite direkt aus dem Aortenbogen. Auf der rechten Seite entspringt sie aus dem Truncus brachiocephalicus. Daraufhin verläuft die Arteria carotis communis innerhalb der Vagina carotica, einer Umhüllung aus Bindegewebe. Man kann hier an der Arterie gut den Puls feststellen, wenn man auf Höhe des Kehlkopfes und seitlich von ebendiesem tastet. Aus diesem Grund wird die Arteria carotis communis auch umgangssprachlich Halsschlagader genannt. Die Arteria carotis communis teilt sich dann in jeweils zwei weitere Arterien auf, die Arterie carotis externa und Arteria carotis interna.

An der Aufzweigung findet man den sogenannten Glomus caroticum, welcher den Sauerstoff- und Kohlenstoffdioxiddruck im Blut registriert. Außerdem nimmt er den pH-Wert, also die Säuerungsstufe des Blutes wahr. Zusätzlich liegt an der Aufzweigung der Arteria carotis communis der Sinus caroticus, welcher den Blutdruck registriert. Anhand der hier gesammelten Informationen kann der Körper auf Schwankungen reagieren und die verschiedenen Parameter regulieren. Schlussendlich gibt die Arteria carotis externa mehrere Äste zum Gesicht, Kehlkopf, Rachen und zur Schilddrüse ab. Die Arteria carotis interna zieht in den Schädelknochen hinein und ist hier an der arteriellen Versorgung des Auges und Gehirns beteiligt. Aus diesem Grund ist eine Stenose (Verengung) der Halschlagader bzw. Arteria carotis interna sehr riskant. Bei zu geringem Durchfluss von Blut wird das Gehirn unterversorgt. Liegt eine Verengung nur einseitig vor, kann diese jedoch von der anderen Seite meist kompensiert werden.

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Pulsschlagader

Die Pulsschlagader wird in der Fachsprache als Arteria radialis bezeichnet, da sie am Radius (Speiche) entlangläuft. Die Arteria radialis entspringt der Arteria brachialis (Oberarm-Arterie). Daraufhin verläuft sie auf der Innenseite des Unterarms, wohin der Daumen zeigt. Die Arteria radialis orientiert sich bei ihrem Verlauf neben der Speiche auch am Musculus brachioradialis. Diesen kann man erkennen, wenn man die Hand zum Daumen hin beugt. Man nennt die Arteria radialis Pulsschlagader, da man kurz vor dem Handgelenk optimal den Puls tasten kann. Hierbei geht man von der Unterseite des Daumenballens ca. 3 cm die Innenseite des Unterarms hinab und tastet mit seinen Zeigefingern zwischen den mittigen Sehnen und dem seitlichen Knochen.

Kurz vor dem Handgelenk gibt die Arteria radialis den Ramus palmaris superficialis (Oberflächlicher Handflächenbogen) ab. Das ist eine kleine Arterie, welche sich mit der Arteria ulnaris zusammenschließt und damit die Handfläche versorgt. Der restliche Teil der Arteria radialis zieht vor dem Daumenballen auf die Rückseite der Hand und versorgt hier den Daumen und eine Seite des Zeigefingers mit sauerstoffreichem Blut. Anschließend endet die Arteria radialis im sogenannten Arcus palmaris profundus (tiefer Hohlhandbogen), welcher ebenfalls mit der Arteria ulnaris kurzschließt. Somit findet die arterielle Versorgung der Hand von zwei Seiten statt und ist damit abgesichert.

Weitere Informationen finden Sie hier: Pulsschlagader

Koronararterien

Die Koronararterien, auch als Herzkranzgefäße oder Arteria coronaria (Lat. Coronarius „kronenförmig“) bezeichnet, sind die sogenannten „Vasa privata“ (Eigene Gefäße) des Herzens. Sie dienen ausschließlich der arteriellen Versorgung des Herzens und sind daher von immenser Wichtigkeit. Hierbei ziehen sie von der Außenseite des Muskels als kleine Ästchen in den Muskel hinein. Man unterscheidet zwischen zwei Koronararterien, der Arteria coronaria sinistra (linke Koronararterie) und der Arteria coronaria dextra (rechte Koronararterie). Sie sind Abzweigungen des aufsteigenden Teils der Aorta, zweigen also unmittelbar hinter dem Ausgang des Herzens ab.

Die Arteria coronaria sinistra teilt sich in einen Ramus interventricularis anterior (RIVA) und einen Ramus circumflexus (RCX) auf. Der Ramus interventricularis anterior zieht als Ast der linken Koronararterie zur Herzspitze. Der Ramus circumflexus zieht an der linken Seite des Herzens herunter und versorgt dessen Unterseite. Die Anatomie variiert hier häufig von Mensch zu Mensch, der beschriebene Verlauf trifft jedoch bei ca. 75% der Fälle zu. Die rechte Koronararterie macht an der rechten Seite des Herzens einen Bogen nach hinten-unten. Hier versorgt sie z.B. den rechten Vorhof, den Sinusknoten und den AV-Knoten, die Taktgeber des Herzschlags. Ist die rechte Koronararterie verstopft, herrscht akute Lebensgefahr, da das Herz keine Impulse mehr bekommt und deswegen nicht mehr schlägt.

Weitere Informationen finden Sie hier : Koronararterien

Arteria poplitea

Die Arteria poplitea (Lat. Poples „Kniekehle“) ist die Fortführung der Arteria femoralis (Oberschenkelarterie). Sie beginnt mit dem Austritt der Arteria femoralis aus dem Hiatus adductorius (Adduktorenschlitz) oberhalb der Kniekehle. Zunächst werden, am oberen Rand des Knies, die Arteria superior medialis genus (Obere mittige Kniearterie) und die Arteria superior leteralis genus (Obere seitliche Kniearterie) zur Innen- und Außenseite des Knies abgegeben. Anschließend zieht die Arteria poplitea in die Kniekehle hinein. Hier ist der Puls der Arterie gut tastbar, da sie kaum von anderen Strukturen bedeckt wird. Auf der anderen Seite ist die Arterie hier auch sehr anfällig für Verletzungen, was zu hohem Blutverlust führen kann. In der Kniekehle gibt die Arteria poplitea die Arteria media genus (Mittlere Kniearterie) ab, welche die Kreuzbänder versorgt. Danach verläuft die Arteria poplitea weiter in Richtung Unterschenkel aus der Kniekehle heraus und gibt zwei weiter Äste ab, die Arteriae surales (Lat. Sura „Wade“). Diese versorgen den Musculus gastrocnemius, einen zweiköpfigen, starken Wadenmuskel. Schließlich, unterhalb der Kniekehle, teilt sich die Arteria poplitea in die Arteria tibiales anterior und Arteria tibialis posterior auf.

Gas- und Stoffaustausch

In den Kapillaren findet der Stoffaustausch des Blutes mit der Umgebung statt. Dies wird durch die sehr dünne Gefäßwand sowie die riesige Gesamtoberfläche aller Kapillare begünstigt. Manche Stoffe wie Gase können ungehindert die Gefäßwand überwinden, andere Stoffe hingegen werden über spezielle Transportmechanismen ins Gewebe aufgenommen. Dabei ist die Durchlässigkeit der Gefäßwand von Organ zu Organ sehr verschieden. Ein kontinuierliche Gefäßwand (Endothel) hat eine je nach Organ unterschiedlich starke Durchlässigkeit (Permeabilität). Eine fenestrierte Gefäßwand (Endothel) lässt vorallem Wassermoleküle hindurch, während eine diskontinuierliche Gefäßwand (Endothel) für alle Bestandteile des Bluts völlig durchlässig ist.

Arteriosklerose

Arteriosklerose ist der Sammelbegriff für alle krankhaften Veränderungen von Arterien. Diese Veränderungen können unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigste Form ist die Atherosklerose, die in unseren Breiten häufig mit der Arteriosklerose gleichgesetzt wird. Diese krankhafte Veränderung ist häufig in großen und mittelgroßen Gefäßen zu finden und wird durch einen Schaden an der innersten Gefäßschicht begünstigt. Durch diesen Schaden ist die glatte Oberfläche der Arterie angeraut und es können sich dort Bestandteile des Blutes wie Cholesterin, Fresszellen (Makrophagen) und Fette ansammeln und sich zu einem größeren Pfropf (atheromatöse Plaques) entwickeln.
Daraus folgt einer Einengung des Gefäßraums (Stenose) sowie möglicherweise zu einer Minderdurchblutung das dahinter liegenden Gewebes. Verschließt sich eine Arterie in Folge eines sehr großen Propfes, so kommt es zum Absterben das dahinter liegenden Gewebes, da es nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann. Hier spricht man von einem Infarkt.
Diese Gefäßveränderungen sind mit zunehmenden Alter normal, können aber durch verschiedene Risikofaktionen wie Rauchen (Nikotinabusus), Bluthochdruck oder Zuckerkrankheit (Diabetes) extrem begünstigt werden.

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PAVK

Die PAVK, Kurzform von Periphere arterielle Verschlusskrankheit, ist eine Erkrankung der Arterien. Hierbei kommt es zu einer Stenose (Verengung) oder einem Verschluss von Arterien, in den meisten Fällen auf Grund von Arteriosklerose. Als Risiko zählen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Rauchen, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen, also ein zu hoher Fettsäuren- und Cholesteringehalt im Blut. Häufig sind die Beine betroffen, welche dann aufgrund von arterieller Unterversorgung schmerzen. Die Folge ist, dass man nur noch kurze Strecken laufen kann, weswegen die PAVK auch den Beinamen „Schaufensterkrankheit“ erhielt. Als einfache Diagnose kann man die Untersuchung der Hautfarbe (im Seitenvergleich) ansehen. Ist die Haut am Fuß im Vergleich zur Gegenseite sehr blass und kalt, liegt höchstwahrscheinlich eine Durchblutungsstörung vor.

Es gibt jedoch noch viele spezifischere Untersuchungsmethoden. Die Beschwerden können, je nach Verschlussgrad, variieren. Im Stadium I kriegen die Betroffenen nichts von Ihrer Erkrankung mit. Im Stadium II unterteilt man zwischen IIa, wobei die Betroffenen über 200 Meter durchgängig laufen können, und IIb, wobei die Betroffenen unter 200 Meter durchgängig laufen können. Im Stadium III treten Schmerzen bei Ruhe auf. Im Stadium IV kommt es zur Nekrose (Absterben von Gewebe). Hier unterscheidet man ebenfalls in IVa und IVb. Beim Stadium IVa kommt es zu einer trockenen Nekrose aufgrund von Mangeldurchblutung. Hierbei wird das Gewebe schwarz. Beim Stadium IVb kommt es zu einer bakteriellen Infektion der Nekrose. Das Problem hierbei ist, dass die bakterielle Infektion schwer bekämpft werden kann, da über die Unterversorgung auch keine Immunabwehr des Körpers zu der Infektion transportiert werden kann. Die Therapie der PAVK reicht vom Lebenswandel über Medikamente über Bypass-Operationen bis hin zur Amputation der abgestorbenen Gewebe.

Weitere Informationen finden Sie hier: Periphere arterielle Verschlusskrankheit

Weitere Informationen zum Thema Arterie

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.08.2017
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