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Durchblutungsstörung in den Füße

Einleitung

Durchblutungsstörungen der Füße können viele Ursachen haben und sich durch eine Vielzahl an Symptomen äußeren.

Gefühlsstörungen, Schmerzen, Kribbeln, Erblassen und eine schlechte Wundheilung der betroffenen Extremität gehören zu den Anzeichen einer gestörten Durchblutung.

Nicht in jedem Fall muss eine Durchblutungsstörung der Füße durch Erkrankung des Gefäßsystems bedingt sein. Im Hinblick auf die Reaktion auf Stress und Kälte können persönliche und geschlechtsbedingte Unterschiede bestehen. 

Symptome

Die Symptome einer gestörten Durchblutung der Füße sind breit gefächert. Neben blassen, kalten Extremitäten zählen ein Kribbelgefühl oder gelegentliche Taubheit der unteren Extremität zu den Erstsymptomen von Durchblutungsstörungen.

Im Fortgeschrittenen Stadium treten außerdem Schmerzen auf, die sich bei Belastung verstärken können. Bleibt eine schwere Durchblutungsstörung wie die pAVK lange unbehandelt, kann es zu Schäden der Haut und des Gewebes kommen. Es zeigen sich verletzliche Hautareale, Wundheilungsstörungen und chronische, teilweise offene und infizierte Druckstellen. Im schlimmsten Fall kann es zur schwarzen Verfärbung und zum Absterben ganzer Zehen kommen.
Neben den Schäden an Weichteilen kann es zur irreversiblen Schädigung der Nerven kommen. Eine eingeschränkte Oberflächensensibilität kann die Folge sein.

Blaue Füße

Bei einer Durchblutungsstörung der Füße kann es sein, dass diese aufgrund der mangelnden Blutversorgung blass werden, in ausgeprägten Fällen ist auch eine blaurötliche Verfärbung möglich. Die Blauverfärbung entsteht, da der Fuß nicht mit ausreichend Sauerstoff über das Blut versorgt wird.

Blaue Füße treten jedoch nicht allein nur bei Durchblutungsstörungen auf. Sie können auch bei einem schlechten Blutrückfluss auftreten. Des Weiteren können Herzfehler oder andere harmlosen Dinge ursächlich sein. Zur genauen Abklärung ist das Aufsuchen eines Arztes ratsam.

Kalte Füße

Besonders junge, schlanke Frauen leiden häufig unter kalten Füßen. Hier liegt die Ursache in der Regel in einem zu niedrigen Blutdruck (Hypotonie). Es kommt zu einer schlechteren Durchblutung vor allem von Füßen und Händen. Eine Hypotonie kann zwar unangenehm sein, ist aber ungefährlich.

Kalte Füße treten aber auch bei gefährlichen Durchblutungsstörungen auf - so zum Beispiel bei der pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit). Durch Gefäßverkalkungen und Arteriosklerose kommt es zu einem Verschluss arterieller Gefäße in den Beinen und somit zu einer Minderversorgung in den Unterschenkeln und Füßen.

Um die Durchblutung nicht weiter zu verschlechtern ist es ratsam, die Füße möglichst warm zu halten.

Kribbeln in den Füße

Kribbeln und andere Missempfindungen an den Beinen sind ein häufiges Symptom. Jeder kennt das unangenehme Kribbeln, wenn in kaltgewordene Hände wieder warmes Blut strömt.

Kribbeln kann neben Durchblutungsstörungen auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten. Häufiger liegt die Ursache für ein Kribbelgefühl bei Beschwerden in den Nerven. Eine typische Erkrankung ist hier die Polyneuropathie. Hier kommt es aufgrund von Defekten der Nervenenden zu Missempfindungen wie Kribbeln. Eine häufige Ursache für die Polyneuropathie ist der Diabetes mellitus.

Aufgrund der vielen möglichen Ursache sollte ein Kribbeln in den Beinen von einem Arzt sorgfältig untersucht werden.

Kann Kribbeln auf eine Durchblutungsstörung weisen? Erfahren Sie hier mehr zu diesem Thema. 

Juckende Füße

Hinter juckenden Füßen können sehr viele verschiedene Beschwerden stecken – Fußpilz, Allergien, Überbelastung, Stoffwechselerkrankungen oder raue Füße.

Juckende Füße treten aber auch bei Durchblutungsstörungen auf. Der Juckreiz entsteht zum einen aufgrund der schlechten Versorgung der Füße mit Nährstoffen und dem mangelnden Abtransport von verschiedenen Stoffen über das Blut. Zum anderen kommt es bei schlechter Durchblutung zu trockener, dünnerer und verletzungsanfälliger Haut, was leicht zu Juckreiz führen kann.

Schwellungen der Füße

Fußschwellungen sind typisch für venöse Durchblutungsstörungen, da der Blutrückfluss  vom Fuß zum Herzen erschwert ist. Eine Schwellung des Fußes kann aber auch durch Wassereinlagerungen im Gewebe aufgrund von anderen Erkrankungen entstehen. 

Bis zu einem gewissen Grad schwellen bei jedem über den Tag vor allem durch das Stehen die Füße an. Bei einer venösen Schwäche sind die Fußschwellungen deutlich stärker ausgeprägt.

Durch das Hochlegen der Beine kann das venöse System unterstützt werden und die Schwellung kann leichter abklingen.

Durchblutungsstörung in den Zehen

Die Zehen sind besonders anfällig für Durchblutungsstörungen, da ihre Blutversorgung im Vergleich zu anderen Körperteilen nicht so ausgeprägt ist. Sie werden blass und kalt. Zudem treten Taubheitsgefühle auf.

An den Zehen kann auch das Raynaud-Syndrom auftreten, von welchem allerdings in der Regel bevorzugt die Finger betroffen sind (siehe unten).

Für die wichtigsten Informationen zum Thema "Durchblutungsstörung in den Zehen" lesen Sie auch den folgenden Artikel: Durchblutungsstörung in den Zehen

Durchblutungsstörungen der Fußsohle

Eine Durchblutungsstörung der Fußsohle ist in der Regel mit einer verschlechterten Durchblutung in den Zehen und dem restlichen Fuß verbunden. Es kommt zu den selben Symptomen.
Es treten Taubheitsgefühle, Kribbelgefühle und Kälte an den Füßen auf. Auch Schmerzen in der Fußsohle sind möglich, welche beim Gehen den Betroffenen immer wieder zum Anhalten zwingen.

Durchblutungsstörungen nach einer OP

Nach einer Operation sollten keine Durchblutungsstörungen auftreten.
Unter Umständen kann es während der Operation jedoch zur Verletzung kleiner Gefäße kommen, was anschließend zu einer schlechteren Durchblutung führen kann.
Allerdings kann sich nach einer Operation durch das viele Liegen ein Blutgerinnsel bilden, welches die Gefäße verstopft.

Sollten Sie nach einer Operation Symptome feststellen, welche auf eine Durchblutungsstörung der Füße hindeuten, wenden Sie sich sofort an Ihren behandelnden Arzt.

Welcher Arzt behandelt eine Durchblutungsstörung?

Eine Durchblutungsstörung in den Füßen kann vom Hausarzt behandelt werden.

Je nach Ursache der Durchblutungsstörung müssen noch weitere Fachärzte zur Behandlung hinzugezogen werden.

Operative Eingriffe an den Gefäßen nehmen Gefäßchirurgen vor. Diese sind häufig zur Behandlung einer pAVK im fortgeschrittenem Stadium notwendig.
Manchmal liegt auch eine Herzschwäche zu Grunde. In diesem Fall wird diese von einem Kardiologen therapiert.
Es gibt zudem Ärzte, die sich auf dem Fachgebiet der Angiologie spezialisiert haben. Die Angiologie beschäftigt sich speziell mit Erkrankungen der Gefäße.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Welcher Arzt behandelt eine Durchblutungsstörung?

Therapie einer Durchblutungsstörung in den Beinen

Ob eine Durchblutungsstörung der Füße behandelt werden muss und welche Therapien eingeleitet werden können, kann durch eine ärztliche Untersuchung und Beratung geklärt werden. Der Betroffene kann jedoch auch durch eigene Maßnahmen zur Verbesserung des Krankheitsbildes beitragen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Durchblutungsstörungen Therapie

Was kann ich selbst zur Verbesserung der Durchblutung beitragen?

Im Vordergrund steht dabei die Kontrolle der Risikofaktoren:

Wichtig ist der Ernährungsaspekt vor allem bei Patienten mit hohen Blutfettwerten. Sie sollten ganz besonders darauf achten, sich möglichst fettarm zu ernähren und auf folgende Lebensmittel verzichten:

  • Butter
  • Sahne
  • stark fetthaltige Milchprodukte (Käse)
  • fette Fleisch- und Wurstsorten
  • Eigelb
  • Alkohol 

Auch ausreichend sportliche Betätigung ist wichtig, da sich hierbei Umgehungskreisläufe, sogenannte Kollateralen, ausbilden und die unterversorgten Körpergebiete auf alternativen arteriellen Wegen durchblutet werden.

Hier wird den betroffenen Patienten geraten sich eine Sportart zu suchen, die in erster Linie auf Ausdauer abzielt, wie zum Beispiel Walking, Fahrradfahren, Aquafitness, Wandern oder Skilanglauf.

Am besten ist es, wie neueste Studien zeigen, wenn sich die Patienten nach Möglichkeit täglich mindestens 15 Minuten lang bewegen.

Weist der Patient bereits die typischen Symptome und Beschwerden einer arteriellen Durchblutungsstörung der Füße auf oder ist er in sportlicher Hinsicht komplett untrainiert, empfiehlt es sich, am Anfang erst einmal mit zügigem Gehen zu beginnen und die Dauer und Intensität allmählich zu steigern. Wenn beim Gehen bereits Schmerzen auftreten, einfach eine kleine Pause einlegen und dann, sobald die Füße nicht mehr wehtun, weitermachen.

 

Hausmittel zur Verbesserung von Durchblutungsstörungen in den Beinen

Es gibt eine Reihe von Hausmitteln, mit denen man sich behelfen kann. Allerdings sollte die Anwendung dieser immer mit dem Arzt abgesprochen werden.

Warme Fußbäder oder Wechselbäder sind eine Möglichkeit der Durchblutungsförderung. Diese können mit einer Bürstenmassage ergänzt werden. Jedoch muss beachtet werden, dass Fußbäder bei bestimmten Erkrankungen nicht angewendet werden dürfen.

Zur lokalen Durchblutungssteigerung kann die betroffene Körperregion mit Cayennepfeffer oder Latschenkiefernöl eingerieben werden. Allerdings dürfen diese beiden Mittel nur auf intakter Haut ohne Verletzungen angewendet werden.

Einen positiven Einfluss auf die Gefäße hat die Einnahme von Zwiebeln und Knoblauch. Hierdurch soll auch die Arteriosklerosebildung verringert werden.

Des Weiteren haben Ginkoextrakte, Ingwertee und Weißdorn neben anderen positiven Eigenschaften auch einen durchblutungsfördernden Effekt. Zum Teil beugen sie Verklumpungen des Blutes vor.

Raynaud Syndrom

Die anfallsartig auftretende Minderdurchblutung einzelner Finger oder Zehen, bzw. ganzer Hände oder Füße nennt man Raynaud Syndrom. Hier kommt es, zumeist ausgelöst durch Kälte oder psychischen Stress, zum Erblassen und zu Schmerzen der betroffenen Extremität. Auf die Weißfärbung folgt typischerweise eine Zyanose genannte Blaufärbung mit anschließender reaktiver Wiederdurchblutung, also Rotfärbung.

In den meisten Fällen lässt sich keine Ursache für die Durchblutungsstörung ausmachen, gelegentlich sind jedoch verschiedene Erkrankungen des blutbildenden Systems wie Leukämien oder Autoimmunerkrankungen wie die systemische Sklerodermie Auslöser eines Raynaud Syndroms.

Eine behandlungsbedürftige Ursache sollte durch einen Arzt abgeklärt werden. Lässt sich diese auch nach gründlicher Untersuchung nicht ausmachen, können Betroffene das Auftreten der Durchblutungsstörung durch Meiden der auslösenden Faktoren vermindern. Im Bereich der Füße bieten sich zum Beispiel beheizbare Fußsohlen an. 

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Als periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) beschreibt man die chronische Minderdurchblutung der Extremitäten, die zumeist an den Beinen auftritt. In etwa 85% der Fälle ist die Ursache eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung), die ihrerseits durch Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Diabetes mellitus und Bluthochdruck begünstigt wird.

In über 90% der Fälle sind die unteren Extremitäten betroffen, wobei die Verengung der Arterien in etwa der Hälfte der Fälle im Bereich der Oberschenkelarterien auftritt, jedoch auch in den Beckenarterien oder im Unterschenkel zu finden sein kann.

Die Symptomatik tritt in Flussrichtung des Blutes hinter der Verengung der Arterie auf. Bei einer Arterienverkalkung in einer Arterie des Unterschenkels sind die Beschwerden also im Fuß zu erwarten.

Typisch sind bei der pAVK Schmerzen bei Belastung. Diese treten charakteristischerweise nach einer Gehstrecke auf, die, je nach Fortschritt der Erkrankung, bei unter 200m liegen kann. In der Regel bessern sich die Beschwerden, wenn Gehpausen eingehalten werden. Man spricht auch von der „Schaufensterkrankeit“, weil die Betroffenen bei ihren Gehpausen an Schaufenstern verweilen. Bei ausgeprägtem Krankheitsbild kann es zu schlecht heilenden Wunden und sogar zum Gewebeverfall (Nekrosen) am Fuß oder Bein kommen.

Diabetes mellitus

Der Zuckerkrankheit kommt bei der Entstehung einer Durchblutungsstörung der Füße im Rahmen der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) eine besondere Bedeutung zu. Diabetiker haben ein drei- bis fünffach erhöhtes Risiko, an der pAVK zu erkranken.
Der Grund dafür ist, dass die Arteriosklerose, die der pAVK in den meisten Fällen zugrunde liegt, durch erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte begünstigt wird. Sind in der Familie bereits gehäuft Fälle von Diabetes aufgetreten, sollte durch regelmäßige Kontrollen der Blutzuckerspiegel überprüft und gegebenenfalls durch diätetische oder medikamentöse Maßnahmen gesenkt werden.

Im Falle einer Diabeteserkrankung ist zudem mit schwereren Verläufen einer arteriellen Verschlusskrankheit zu rechnen, da durch die ungünstige Stoffwechsellage die Wundheilung beeinträchtigt ist und bei ausgeprägtem Krankheitsbild der Gewebeverfall schneller voranschreiten kann. Außerdem werden Bagatellverletzungen oder Druckstellen, die sich schnell zu Geschwüren auswachsen können, durch den Diabetiker aufgrund der Schädigung des Nervensystems häufig zu spät bemerkt.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.11.2018
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