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Folgen von Diabetes

Einleitung

Diabetes mellitus ist eine Krankheit, die mit zunehmendem Alter immer häufiger wird. Bei der Erkrankung ist das körpereigene Hormon Insulin nicht mehr ausreichend in der Lage den Blutzuckerspiegel zu senken, da Insulin entweder nicht mehr gebildet werden kann oder es zu einer Resistenzentwicklung des Körpers gegen das Insulin gekommen ist. Ein zu hoher Blutzuckerspiegel im Blut sorgt auf Dauer für ernsthafte Schäden, weswegen der Blutzucker engmaschig kontrolliert werden sollte und gewissenhaft durch eine Veränderung des Lebensstils (im Fall des Diabetes Typ 2) sowie, wenn das nicht mehr ausreicht, zusätzlich durch Medikamente gesenkt werden sollte.

Körperliche Folgen

Erhöhte Zuckerwerte fördern die Verkalkung von Blutgefäßen. Man spricht fachsprachlich bei einer Verkalkung von arteriellen Blutgefäßen von einer Arteriosklerose. Durch die zunehmende Verkalkung sinkt der Gefäßdurchmesser und es kommt zu einer schlechteren Durchblutung. Im Prinzip sind alle Gefäße des Körpers davon betroffen, aber besonders kritisch kann es im Fall der Herzkranzgefäße und der Halsschlagader werden, denn in der Folge kann es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen. Das Risiko eines Diabetikers einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden ist zwei- bis viermal höher als bei einem Nicht-Diabetiker.

Ein Herzinfarkt äußert sich normalerweise durch relativ typische Herzinfarkt-Symptome wie stechende Brustschmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen und eine begleitende Atemnot. Da ein erhöhter Zuckerspiegel im Blut bei Diabetikern allerdings auch die Nerven auf Dauer angreift, werden die Schmerzen bei einem Herzinfarkt teilweise nicht in vollem Umfang wahrgenommen, sondern häufig nur als Brennen verspürt. Ein empfundenes Brennen kann von Betroffenen dann nicht richtig eingeordnet.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Symptome eines Herzinfarktes

Die Verkalkung von Gefäßen können auch zu einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) führen, bei der es beim Laufen zunehmend zu Schmerzen in den Beinen kommt, da diese nicht ausreichend durchblutet werden.
Auch die Gefäße der Netzhaut sind auf Dauer besonders von Schädigungen betroffen. An der Netzhaut kann es zu Gefäßaussackungen, Fettauflagerungen, Blutungen und Verschlüssen von Gefäßen kommen. In der Folge bilden sich häufig neue Gefäße, die allerdings leicht wieder aufreißen und zu einer Netzhautablösung führen können. Neben einer Netzhautablösung ist auch das Risiko für die Entwicklung eines grünen Stars oder grauen Stars erhöht. Auf Dauer können diabetische Schäden an Gefäßen der Netzhaut zu einer Erblindung führen. Man bezeichnet diesen Prozess als diabetische Retinopathie. Um eine Erblindung zu verhindern, sollten Diabetiker jährlich einmal zum Augenarzt zur Augenhintergrundspiegelung gehen, um überprüfen zu lassen, ob es bereits zu Schäden der Netzhautgefäße gekommen ist. Mit einem gut eingestellten Blutzucker lassen sich diese Folgen weitestgehend verhindern.

Ähnlich wie bei einer diabetischen Retinopathie, kann es zu einer diabetischen Nephropathie kommen. Bei der diabetischen Nephropathie werden die Blutgefäße der Niere geschädigt, sodass diese auf Dauer den Körper nicht mehr richtig entwässern und „reinigen“ kann. Eine Schädigung der Niere aufgrund einer Diabeteserkrankung ist die häufigste Ursache für eine Nierenschwäche bis hin zum Nierenversagen.
Ein frühes Anzeichen für eine einsetzende Nierenschwäche ist der Nachweis von kleinen Eiweißen im Urin (Mikroalbuminurie). Normalerweise sollten Eiweiße nicht die Nierenschranke überwinden können und in den Urin gelangen. Eiweiße im Urin sind also ein Zeichen, dass die Filterfunktion der Niere nicht mehr richtig funktioniert.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Symptome und Verlauf bei diabetischer Nephropathie

Wie bereits angesprochen schädigen hohe Blutzuckerwert im Blut auf Dauer die Nerven. Folge davon ist eine sogenannte diabetische Neuropathie. Die Neuropathie betrifft meist die Füße. Betroffene verspüren zu Beginn von eintretenden Nervenschäden ein Brennen, Kribbeln bis hin zu Taubheitsgefühle der Füße. Besonders anfällig für die Schädigung sind sensible Nerven, welche für den Tastsinn, Temperaturvermittlung und Schmerzen verantwortlich sind.
Im Bezug auf Schmerzen äußert sich die Nervenschädigung durch eine verstärkte Schmerzempfindung, sodass Betroffene häufig unter starken Schmerzen im Bereich der Füße leiden. In einem späteren Stadium können auch Nerven betroffen sein, die innere Organe versorgen, sodass es zum Beispiel zu Störungen beim Wasserlassen und Stuhlgang kommen kann. Auch vermehrtes Schwitzen oder Erektionsprobleme können eine Folge von Nervenschädigungen durch erhöhte Blutzuckerwerte sein.

Lesen Sie dazu auch unsere Seite Diabetische Neuropathie

Durch eine Kombination von einer verminderten Durchblutung durch Gefäßverkalkung und Nervenschädigungen an den Füßen, kann ein sogenannte diabetischer Fuß entstehen. Bei diesem kommt es zu Anfang zu kleinen Verletzungen, die zum einen aufgrund der Nervenschädigungen vom Betroffenen nicht richtig wahrgenommen werden und zum anderen aufgrund der mangelnden Blutversorgung nicht richtig verheilen können. Zudem können sich die Wunden infizieren. Damit die Infektion bekämpft werden kann, muss der Fuß ausreichend mit Blut versorgt werden, in dem sich Bestandteile des Immunsystems befinden und den Erreger bekämpfen können.

Lesen Sie mehr zum Thema: Diabetischer Fuß

Auf Dauer bilden sich Geschwüre aus. Bilden sich diese Geschwüre massiv aus und heilen nicht weiter ab, kann es manchmal nötig werden, den Fuß zu amputieren, damit es nicht zu einer lebensgefährlichen Ausbreitung der entstandenen Infektion kommt. Um dies zu vermeiden sollten die Füße, besonders auch die Zehenzwischenräume, regelmäßig auf kleine Wunden kontrolliert werden. Auch der behandelnde Arzt wird sich ab und zu die Füße anschauen wollen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Diabetische Mikroangiopathie und Superinfektion

Unterschiedliche Ausprägung der Folgen bei Typ 1 und Typ 2

Man unterscheidet zwei verschiedene Arten einer Diabetes-Erkrankung. Der Diabetes mellitus vom Typ 1 tritt in der Regel im Jugendalter auf. Beim Typ 1-Diabetes werden, vermutlich durch eine Autoimmunerkrankung vermittelt, die Zellen der Bauchspeicheldrüse, welche Insulin produzieren, zerstört, sodass es auf Dauer zu einem absoluten Insulinmangel kommt. Betroffene mit einer Diabetes mellitus Typ 1-Diagnose sind lebenslang auf die externe Zufuhr von Insulin angewiesen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Diabetes mellitus Typ 1

Ein Diabetes mellitus vom Typ 2 entsteht erst mit höherem Alter. Er ist häufig die Folge einer eher ungesunden Lebensweise. Die Tendenz ist allerdings, dass auch der sogenannte Alterszucker (Diabetes mellitus Typ 2) zunehmend bei jüngeren - in der Regel übergewichtigen - Erwachsenen auftritt.

Lesen Sie mehr dazu unter Diabetes mellitus Typ 2

Je früher der Diabetes auftritt, desto höher ist das Potential für Folgeschäden. Obwohl der Typ 1 Diabetes schon im Jugendalter auftritt, kommt es eher bei Diabetes mellitus Typ 2 zu Folgeschäden. Dies liegt zum einen daran, dass Typ 1-Diabetiker schon mit der Krankheit aufwachsen und deswegen schon früh gelernt haben ihre Lebensweise umzustellen, wohingegen Typ 2 Diabetiker ihre Lebensweise meist erst um das 50. Lebensjahr umstellen müssen, was vielen sehr schwer fällt.
Zum anderen wird bei Typ 1-Diabetikern direkt als erste Therapie Insulin zur Zuckersenkung eingesetzt, da diese Patienten einen absoluten Mangel des Hormons aufweisen. Typ 2 Diabetiker besitzen noch körpereigenes Insulin, welches allerdings eine abgeschwächte Wirkung im Körper besitzt. Durch Sport kann die Wirkung des Insulins verbessert werden und durch eine adäquate Ernährung kann der Blutzuckerspiegel oft ausreichend gesenkt werden.

Halten sich die Patienten nicht an die empfohlenen Verhaltensregeln kann der Blutzuckerspiegel hohe Spitzenwerte erreichen, was Schädigungen nach sich ziehen kann. Bevor man bei ihnen zu einer Insulintherapie greift, werden erst sogenannte orale Antidiabetika verwendet, also Tabletten die man einnimmt, die die Wirkung von Insulin verbessern sollen. Auch dadurch kann teilweise keine ausreichende Blutzuckersenkung erreicht werden. Als letzte Maßnahme wird dann Insulin verordnet. Hält der Patient sich an den verordneten Spritzplan, kann dadurch dann letztlich der Blutzucker ausreichend gesenkt werden. Dafür muss der Patient aber ausreichend geschult werden. Dementsprechend gibt es beim Typ 2-Diabetiker mehr Schwachstellen an denen es über einen längeren Zeitraum zu unbefriedigenden hohen Zuckerwerten kommt, die die Gefäße und Nerven schädigen. Dies ist bei Typ 1-Diabetikern meist weniger der Fall, weil sie schon früh geschult sind und der Diabetes fast von Beginn an zu ihrem Leben gehört, während Typ 2-Diabetiker über die Hälfte ihres Lebens ohne diese Erkrankung gelebt haben.

In der Schwangerschaft

Bei einem Diabetes während der Schwangerschaft unterscheidet man zwei Formen. Zum einen gibt es einen Diabetes, der schon vor der Schwangerschaft bestand. Dabei kann es sich um einen Typ 1 oder Typ 2 Diabetes handeln. Treten erhöhte Zuckerwerte allerdings erst nach der 20. Schwangerschaftswoche auf, bezeichnet man dies als sogenannten Gestationsdiabetes. Dabei handelt es sich um einen Diabetes, der erst durch die Schwangerschaft entstanden ist und nach der Schwangerschaft in der Regel wieder verschwindet. Das Risiko für Mutter als auch Kind im späteren Leben eine Diabeteserkrankung zu entwickeln ist allerdings erhöht.
Bei beiden Formen muss während der Schwangerschaft der Diabetes streng eingestellt werden, damit es nicht zu erhöhten Blutzuckerspiegeln kommt, da erhöhte Werte eine schädliche Auswirkung auf die Schwangerschaft und auf das Kind haben können.

Mütter mit Diabetes besitzen ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt oder eine Frühgeburt. Des Weiteren kann es beim Kind zu Fehlbildungen zum Beispiel an Lunge, Herz und Nervensystem kommen. Aufgrund der möglichen Risiken sollten diese Mütter in einem spezialisierten Krankenhaus entbinden, einem sogenannten Perinatalzentrum mit Level 1 oder 2.
Diese Risiken bestehen allerdings nur, wenn der Blutzuckerspiegel schlecht eingestellt ist. Aufgrund der Risiken sollten Betroffene neben dem Gynäkologen auch eng von einem Diabetologen betreut werden. Schon im Vorhinein sollte bei einer geplanten Schwangerschaft der Blutzuckerspiegel entsprechend eingestellt werden. Ziel sollte sein, den Langzeitzuckerwert unter 6,5 %, mindestens unter 7 % zu halten.

Hat die Mutter während der Schwangerschaft dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel wirkt sich das in der Regel auf das Wachstum des Kindes aus. Typisch für diese Kinder ist ein erhöhtes Geburtsgewicht von über 4500g (Makrosomie). Das verstärkte Wachstum kommt durch einen erhöhten Glucosevorrat (Glucose = Zucker) im Blut des Kindes zustande, wodurch es mehr Nährstoffe für das Wachstum zur Verfügung hat. Das gesteigerte Wachstum kann die Entstehung von Fehlbildungen begünstigen. Des Weiteren kann es dadurch zu Komplikationen während der Geburt kommen. Ein hohes Geburtsgewicht stellt häufig die Indikation für einen Kaiserschnitt.

Mütter mit einem Diabetes während der Schwangerschaft leiden häufiger an Harnwegsinfekten und Vaginalinfektionen. Durch die Infektionen kann auch das Kind gefährdet werden und das Risiko für eine Frühgeburt ist größer.

Da das Kind im Mutterleib an einen erhöhten Zuckerspiegel gewohnt ist, produziert die Bauchspeicheldrüse des ungeborenen Kindes vermehrt Insulin. Nach der Geburt besteht weiterhin eine erhöhte Insulinproduktion, allerdings wird das Kind nicht mehr über das Blut der Mutter versorgt, sodass der Blutzuckerspiegel normal ist, dadurch besteht nach der Geburt bei einem Kind einer an Diabetes erkrankten Mutter das Risiko einer Unterzuckerung.

Es bestehen nicht nur Risiken hinsichtlich des ungeborenen Kindes und der anstehenden Geburt, sondern auch für die Mutter selbst. Die bereits beschriebenen Folgeschäden einer Diabeteserkrankung, können sich während einer Schwangerschaft verstärken. So können sich bestehende Schädigungen an der Netzhaut oder an der Niere verschlechtern.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Diabetes in der Schwangerschaft

Diabetes insipidus

Ein Diabetes insipidus hat mit einem Diabetes mellitus nicht viel gemeinsam. Allein der erhöhte Harndrang und das Durstgefühl ist ihnen gemeinsam. Deshalb ergeben sich bei einer Diabetes insipidus-Erkrankung auch ganz andere Folgen. Bei einem Diabetes insipidus liegt ein ADH-Mangel vor. ADH ist ein Hormon der Hypophyse, welches normalerweise dafür sorgt, dass in der Niere Wasser zurückgehalten wird und entsprechend weniger Wasser über den Urin ausgeschieden wird.
Bei einem Diabetes insipidus liegt ein Mangel des Hormons vor, also kommt es zu einer starken Urinausscheidung mit starkem Harndrang. Der Harn, der ausgeschieden wird, ist sehr schwach konzentriert. Da der Körper so viel Flüssigkeit verliert, entsteht ebenfalls ein großer Durst.

Die Ursache für die Erkrankung kann im Gehirn oder an den Nieren liegen. Entweder wird das Hormon im Gehirn nicht ausreichend gebildet (Diabetes insipidus centralis) oder es wird zwar produziert, kann aber an den Nieren nicht richtig wirken (Diabetes insipidus renalis).
Ist der Diabetes insipidus diagnostiziert und adäquat therapiert treten im Allgemeinen keine Langzeitfolgen der Erkrankung auf. Betroffene sind unter Therapie in ihrer Lebensqualität nicht eingeschränkt und können ein ganz normales Leben führen. Je nachdem was der Auslöser der Erkrankung ist, kann man mit erfolgreicher Therapie der Grunderkrankung den Diabetes insipidus sogar heilen, was bei einem Diabetes mellitus nicht möglich ist. Dies ist zum Beispiel möglich, wenn erhöhte Calcium- oder erniedrigte Kaliumwerten oder ein Gehirntumor die Auslöser sind.

Wird die Krankheit allerdings nicht ausreichend therapiert, können Komplikationen auftreten, die als Folge des hohen Flüssigkeitsverlustes entstehen.
Wird zu viel ADH von außen zugeführt kann es im Gegensatz zu einer Überwässerung kommen, wodurch es zu Bewusstseinseintrübungen und Krämpfen kommen kann.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Symptome und Beschwerden bei Diabetes insipidus

Weitere Informationen zum Thema Folgen von Diabetes

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Eine Übersicht aller Themen aus der Inneren Medizin finden Sie unter Innere Medizin A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.02.2019
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