Grüner Star

Synonyme im weiteren Sinne

Medizinisch: Glaukom
Englisch:
glaucoma

Definition Grüner Star

Grüner Star (sollte aber nicht mehr benutzt werden, da leicht eine Verwechslung mit dem „grauen Star“ (Katarakt) möglich ist. Der grüner Star ist Oberbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, die mit typischen Schädigungen der Sehnerv -Papille und des Gesichtsfeldes einhergehen.
Die Sehnerv-Papille ist die Stelle im Auge, an der die Nervenfasern aus- bzw. in das Gehirn eintreten. Charakteristisch für den grüner Star typische Veränderungen am Auge sind:

  • individuell erhöhter Augeninnendruck
  • Gesichtsfeldausfall (Skotom)
    (beachten Sie hierzu auch unser Thema Untersuchung vom Gesichtsfeld)
  • trichterförmige Eindellung der Sehnerv-Papille mit Abbau der Nervenfasern (Papillenexkavation)

Man unterscheidet primäre Glaukome (grüner Star) von sekundären. Primäre Glaukome (grüner Star) entstehen spontan, während sekundäre Glaukome Folge von anderen Erkrankungen sind.

Abbildung Auge

Abbildung: Horizontalschnitt durch den linken Augapfel, von unten gesehen
  1. Hornhaut - Cornea
  2. Lederhaut - Sclera
  3. Regenbogenhaut - Iris
  4. Strahlenkörper - Corpus ciliare
  5. Aderhaut - Choroidea
  6. Netzhaut - Retina
  7. Vordere Augenkammer -
    Camera anterior
  8. Kammerwinkel -
    Angulus irodocomealis
  9. Hintere Augenkammer -
    Camera posterior
  10. Augenlinse - Lens
  11. Glaskörper - Corpus vitreum
  12. Gelber Fleck - Macula lutea
  13. Blinder Fleck -
    Discus nervi optici
  14. Sehnerv (2.Hirnnerv) - Nervuis opticus
  15. Hauptsehlinie - Axis opticus
  16. Achse des Augapfels - Axis bulbi
  17. Seitlicher gerader Augenmuskel - Musculus rectus lateralis
  18. Innerer gerader Augenmuskel - Musculus rectus medialis

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Entstehung grüner Star

Im Auge herrscht ein permanenter Innendruck. Dieser darf einerseits nicht zu niedrig sein, weil sonst das Auge in sich zusammensacken würde, andererseits auch nicht zu hoch, weil sonst der Sehnerv und die Netzhaut Schaden davon tragen würden. Der Normaldruck liegt im Bereich von 10 mmHg bis 21 mmHg.

Reguliert wird der Druck durch das Kammerwasser. Das Kammerwasser wird in der hinteren Augenkammer am Ziliarkörper, einer wichtigen Struktur hinter der Regenbogenhaut (Iris) produziert.
Von dort strömt es dann in die vordere Augenkammer, vor die Regenbogenhaut, und fließt dann im Kammerwinkel durch das sogenannte Trabekelwerk (trabekulärer Abfluss) in den Schlemm-Kanal ab. Ein kleiner Teil des Kammerwassers wird auch von den Gefäßen der Aderhaut (Uvea) aufgenommen (uveoskleraler Abfluss). Ist dieser Abfluss gestört, kommt es zum Glaukom / grüner Star.

Ursachen Glaukom

Die Ursachen eines grünen Stars sind vielfältig, aber als gemeinsamer Faktor gilt ein individuell zu hoher Augeninnendruck.
Dieser kommt wie bereits oben erwähnt ausschließlich durch einen verminderten Abfluss des Kammerwassers zustande. Aber auch ein Druck im Normalbereich kann unter Umständen zu einer Glaukomform (Normaldruckglaukom) führen. Die grüner Star Ursache ist hierbei nicht genau erforscht, daher änderte man die frühere Definition von einem „zu hohen Augeninnendruck“ in einen „individuell zu hohen Augeninnendruck“ um.

Es gibt viele verschiedene Unterformen des grünen Stars (siehe Einteilung), gemeinsam ist ihnen aber die Behinderung des Kammerwasserabflusses.

Symptome

  • Glaukomanfall/ Akuter Winkelblock

Es treten plötzlich starke Schmerzen im erkrankten Auge, sowie der gleichseitigen Gesichtshälfte auf. Sie werden als dumpf, drückend oder tiefsitzend beschrieben und werden zunächst häufig mit einer Kopfschmerzattacke verwechselt. Unter Umständen strahlen sie in das gesamte Gesicht, die Zähne oder sogar in den Bauch ein.

Häufig verursacht die Erkrankung Übelkeit, Unwohlsein und Erbrechen. Im Zusammenhang mit den auftretenden Kopfschmerzen, kann leicht an einen Migräneanfall gedacht werden.

Typischerweise berichten Betroffene, dass sie ihr Umfeld durch eine Art Nebel bzw. Schleier wahrnehmen. Bei Dunkelheit werden farbige Ringe um die Lichtquelle gesehen.

Im Zusammenhang mit grünem Star, schlägt das Herz häufig zu langsam (bradykard) oder unregelmäßig (arhythmisch).

  • Intermittierender Winkelblock

Wenn Patienten von einem sogenannten intermittierenden Winkelblock bzw. Glaukom betroffen sind, treten die geschilderten Symptome in milderer Form auf. Die Beschwerden verschwinden spontan und kehren zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurück. Aus diesem Grund suchen Betroffene häufig erst sehr spät den Augenarzt auf. Oft kommt es aber, nach mehrmaligen Auf-und Abklingen der Symptome, zu einem vollständigen Glaukomanfall. Zögern Sie daher nicht, auch nach nur einmaliger Beobachtung der Symptome, ihren Augenarzt aufzusuchen!

  • Offenwinkelglaukom

Das Offenwinkelglaukom ist besonders problematisch! Betroffene bemerken es in der Regel erst im Endstadium. Subjektiv bestehen keinerlei Sehstörungen oder Schmerzen. Treten Sehstörungen auf, sind sie meistens schwer zu beschreiben. Typischerweise fällt der Verlust der Sehschärfe zufällig, z.B. in Alltagssituationen auf: Während eines Kinobesuches bemerkt eine ältere Dame, dass sie zunächst einen Gegenstand nicht erkennen kann, welchen der Schauspieler in seiner Hand hält. Erst bei genauerem Hinsehen kann sie ihn klar erblicken. Bei einem anschließenden Augenarztbesuch schildert die Patientin, dass sie keinen ‚blinden Fleck‘ in ihrem Gesichtsfeld bemerkt habe. Wenn sie allerdings ihr gesundes Auge zuhalte, würde sie Teile ihrer Umgebung einfach nicht wahrnehmen.

Folgende Situation kann ebenfalls typisch für ein Offenwinkelglaukom sein: Ein Mann berichtet seinem Hausarzt, dass er in den letzten Monaten Schwierigkeiten beim Autofahren hätte. Schon mehrere Male habe er parkende Autos auf der linken Seite nicht rechtzeitig bemerkt. Bis auf einige kaputte Außenspiegel, sei jedoch nichts passiert. Bei der Gesichtsfelduntersuchung traten Ausfälle im linken äußeren Blickfeld auf, sogenannte ‚Skotome‘. So wurde schließlich die Diagnose ‚Offenwinkelglaukom‘ des linken Auges gestellt. Die Symptome bei dieser Form des grünen Stars können also sehr versteckt und hintergründig auftreten!

  • Kongenitales Glaukom

Bei der angeborenen Form des grünen Stars fallen die Neugeborenen durch ihre sehr großen, ‚schönen‘ Augen auf. Gleichzeitig tränen die Augen stark und sind lichtempfindlich. Häufig fällt es den Babys schwer, ihre Lider zu öffnen (‚Lidkrampf‘).

  • Sekundäre Glaukome

Liegt eine anderweitige Augenerkrankung vor (z.B. Durchblutungsstörungen der Netzhaut im Rahmen eines Diabetes mellitus), welche das Glaukom verursacht, liegt ein sekundäres Glaukom vor. Die Symptome unterscheiden sich je nach Art des sekundären Glaukoms und reichen von Schmerzen bis zu Sehstörungen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Grüner Star Symptome

Einteilung grüner Star

Bei einer Spiegelung des Augenhintergrundes werden die, durch ein Glaukom hervorgerufenen, Schädigungen sichtbar.

Primäre Glaukome

  • Offenwinkelglaukom:
    Knorpelverwandte Substanzablagerungen im Trabekelwerk

    • Sonderformen: okulärer Hochdruck (Hypertension) und Normaldruckglaukom

  • Winkelblockglaukom:
    Verlegung des Kammerwinkels durch einen zu engen Kammerwinkel oder Verklebungen (Goniosynechien)
  • Unterformen des Winkelblockglaukoms:

    • Akutes Winkelblockglaukom:
      Entweder ein anlagemäßig enger Kammerwinkel, Weitsichtigkeit oder relativ zu große Linse, z.B. die Alterslinse. Aber auch die Weitstellung der Pupille, wie es bei Dunkelheit der Fall ist oder pupillenerweiternde Augentropfen, sind häufige Auslöser
    • Intermittierendes Winkelblockglaukom:
      Vorstufe des akuten Winkel-blockglaukoms
    • Chronisches Winkelblockglaukom:
      Verklebungen des Kammerwinkels, z.B. wegen nicht rechtzeitiger Behandlung eines akuten Glaukoms
    • Angeborenes Glaukom:
      Fehlentwicklung des Trabekelwerks

Sekundäre Glaukome

  • Neovaskularisationsglaukom (Neovaskularisation = Gefäßneubildung):
    Gefäßneubildungen und bindege- webige (fibro-vaskuläre) Membranen im Bereich des Kammerwinkels führen zu einem Verschluss (oft bei Diabetes mellitus oder Verschluss von zentralen Venen des Auges)
  • Pigmentdispersionsglaukom:
    Ablagerungen von Pigment im Kammerwinkel
  • Pseudoexfoliationsglaukom:
    Feinfibrilläre Ablagerungen (vor allem aus dem Zialiarörper)
  • Kortisonglaukom:
    Ansammlung von Schleimbestandteilen (Mukopolysacchariden) im Kammerwinkel, verursacht durch hohe und längere Kortikosteroid- Medikation (Kortisonbehandlung)
  • Entzündungs – Glaukom:
    Flüssigkeitsstauung (Ödeme) oder Ablagerungen von Entzündungs- proteinen im Kammerwinkel
  • Glaukom durch Verletzungen:
    Zerrissener oder vernarbter Kammerwinkel
  • Rieger-Syndrom, Axenfeld- Anomalie, Peter'sche Fehlbildung:
    Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen des Kammerwinkels

Das primäre Offenwinkelglaukom stellt die häufigste Form des grünen Stars dar (ca. 90 Prozent aller glaukomatösen Erkrankungen). Wichtig Risikofaktoren, die die Entstehung des Offenwinkelglaukoms beeinflussen sind:

Therapie und Operation

Therapie bei Offenwinkelglaukom:

Die Therapie des Offenwinkelglaukoms zielt ebenfalls darauf ab, den Augeninnendruck zu reduzieren. An erster Stelle steht üblicherweise die medikamentöse Therapie. Dazu legt der behandelnde Augenarzt einen patientenpersönlichen ‚Zieldruck‘ fest: Wie hoch darf der Augeninnendruck sein, damit ein Glaukomschaden in Zukunft verhindert werden kann? Persönliche Risikofaktoren, bestehende Augenschädigungen, Lebenserwartung, sowie die Höhe des Augeninnendruckes zum Zeitpunkt des Glaukomanfalls müssen bei der Berechnung berücksichtigt werden.

Um den Augeninnendruck zu senken, eignen sich Augentropfen mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Zu den fünf herkömmlichen Wirkstoffgruppen zählen: Prostaglandinderivate, Betablocker, Karboanhydrasehemmer, Sympathomimetika und Parasympathomimetika. Um den Erfolg einer medikamentösen Therapie zu überprüfen, wird der Augeninnendruck sehr genau kontrolliert. Die Krankenschwestern in der Augenklinik erstellen ein sogenanntes ‚Tagesdruckprofil‘, wo stündliche Veränderungen festgehalten werden. Häufig wird sogar eine Nachtmessung vorgenommen!

Wenn die Wirkung der Augentropfen nicht ausreicht, muss der grüne Star operiert oder mit einem Laser behandelt werden.

Bei einer Laserbehandlung werden sehr gezielt winzige Lichtpunkte auf das Trabekelwerk des Kammerwinkels geschossen. Dadurch vernarbt das Gewebe und schrumpft. So können sich die engen Maschen des Trabekelwerkes weiten und das Kammerwasser fließt besser ab. Leider ist die Wirkungsdauer dieser Methode nicht in jedem Fall von langer Dauer.

Eine weitere Möglichkeit kann die sogenannte ‚Zyklofotokoagulation‘ darstellen. Hinter diesem komplizierten Ausdruck steht ein einfaches Prinzip. Das Kammerwasser wird von einer speziellen Zellschicht im Auge gebildet, dem Ziliarepithel. Mit einem Infrarotlaser wird nun diese Zellschicht angegriffen und zum Teil zerstört (‚verödet‘). Als Folge produziert sie weniger Kammerwasser und der Augeninnendruck sinkt.

Wenn sowohl die Medikamente als auch die Lasertherapie versagen oder keine Option bieten, kann als letzter Schritt eine Operation am Auge vorgenommen werden.

Das folgende Verfahren kann für den medizinischen Laien zu Beginn schwer verständlich erscheinen:Bei der Filtrationsoperation wird ein neuer Abflussweg unter die Bindehaut geschaffen. Dort verlaufen viele Venen und Lymphgefäße, welche das Kammerwasser leicht abtransportieren können. Zunächst wird in die Lederhaut des Augapfels im Bereich des Trabekelwerkes ein kleines Deckelchen geschnitten. Dann entsteht eine weitere Öffnung direkt durch das Trabekelwerk, sodass eine Verbindung in die vordere Augenkammer vorhanden ist. Das zuvor präparierte Deckelchen der Lederhaut wird nun auf diese Öffnung gelegt und fixiert. So kann der Fluss des vorderen Kammerwassers gedrosselt werden.

Zuletzt wird die Bindehaut dicht darüber verschlossen. Das abfließende Kammerwasser kann die Bindehaut leicht nach vorne wölben. Der Augenarzt spricht dann von einem Sickerkissen. Obwohl die Filtrationsmethode den Augeninnendruck sehr erfolgreich sinkt, ist sie nicht ganz ungefährlich. Häufig bereitet die Wundheilung große Probleme, da durch den eröffneten Augapfel leicht Keime gelangen und so Vernarbungen entstehen können. Daher werden bereits während der Operation stoffwechselhemmende Medikamente wie Mitomycin C auf die Wunde gegeben.

Neueste Operationstechniken können den Augeninnendruck senken ohne den Augapfel zu eröffnen. Dadurch sinken die Komplikationen erheblich!

Therapie bei Glaukomanfall/ Akuter Winkelblock, intermittierender Winkelblock:

Bei einem Glaukomanfall muss in erster Linie der erhöhte Augeninnendruck durch die üblichen Medikamente (siehe oben) gesenkt werden. Anschließend erfolgt eine Operation, auch wenn der Augeninnendruck erfolgreich gesenkt werden konnte! Mediziner sprechen von einer ‚Iridektomie‘: Während des Eingriffes wird ein kleines Stück der Regenbogenhaut (Iris), meist im oberen Teil, entfernt. So entsteht eine künstliche Verbindung zwischen der vorderen und hinteren Augenkammer. Das Kammerwasser kann direkt in die Vorderkammer fließen und der Winkelblock ist umgangen.

Neben diesem chirurgischen Verfahren besteht die Möglichkeit einer Laserbehandlung. Mit einem hochleistungsfähigen Nd:YAG-Laser wird ein Loch in die Regenbogenhaut geschossen und so ein unmittelbarer Abfluss in die vordere Augenkammer hergestellt. Die Laser-Iridektomie eignet sich vor allem für Patienten, deren Augeninnendruck medikamentös sehr erfolgreich gesenkt werden konnte, aber auch als Vorsichtsmaßnahme am zweiten Auge. Zudem kann die Lasermethode bei Betroffenen, deren schlechter Allgemeinzustand herkömmliche Operationen nicht mehr zulässt, eine echte Alternative darstellen.

In der Regel erfolgt der Laser-Eingriff unter örtlicher Betäubung des Auges. Die klassische Operation des grünen Stars, kann hingegen sowohl unter örtlicher Betäubung als auch unter Vollnarkose erfolgen.

Therapie bei Kongenitales Glaukom

Bei einem angeborenen Glaukom reichen Medikamente nicht aus und das Neugeborene muss operiert werden (Filtrationsoperation, Trabekulektomie).

Therapie bei einem sekundärem Glaukom:

Wenn sich ein Glaukom aufgrund einer anderweitigen Augenerkrankung bildet, steht die Therapie dieses Augenleidens im Vordergrund. Zuvor muss natürlich der Augeninnendruck durch bekannte Methoden gesenkt werden.

Leider ist der grüne Star, nach heutigem Forschungsstand nicht heilbar. Allerdings bietet die moderne Medizin zahlreiche Möglichkeiten, das Fortschreiten der Krankheit stark zu beeinflussen.

An erster Stelle steht die Früherkennung des Glaukoms. Denn wenn die Erkrankung frühzeitig bemerkt wird, stehen die Chancen auf ein weitgehend stabiles, lebenslanges Sehvermögen sehr gut. Bis jetzt gibt es noch keine Studien, ob eine bundesweite Glaukom-Früherkennung sinnvoll ist und ob diese von den Krankenkassen getragen wird. Besteht allerdings ein Anfangsverdacht auf grünen Star, wie bei familiärer Häufung, persönlichen Risiken (Diabetes mellitus, dauerhafte Behandlung mit Steroiden wie Kortison etc.) oder haben Sie gar typische Beschwerden, übernimmt die Krankenkasse natürlich die erforderlichen Untersuchungen. Sprechen Sie Ihren Augenarzt im Zweifelsfall auf ein mögliches Glaukom-Screening an! Betroffene müssen sich allerdings bewusst machen, dass sie an einer chronischen Krankheit leiden und somit ihr ganzes Leben lang, augenärztliche Behandlung in Anspruch nehmen müssen. Daher ist es umso wichtiger, einen vertrauensvollen Augenarzt an Ihrer Seite zu wissen. Neben der genauen Einhaltung des Medikamentenplanes ist es wichtig die strikten Verhaltensregeln nach Eingriffen am Auge zu beachten. Zudem muss der Augeninnendruck in engen zeitlichen Intervallen beim Augenarzt gemessen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Grüner Star Operation

Diagnose grüner Star

Zur Diagnosestellung grüner Star gehören die Untersuchungen von Augeninnendruck (Tonometrie), Gesichtsfeld (Perimetrie) und des Augenhintergrunds (Ophtalmoskopie), wobei ein besonderes Interesse der Papille des Sehnervs gilt.

Erste Hinweise auf grüner Star ergibt ein Augeninnendruck > 21 mmHg. Aber auch Augeninnendrücke im Normbereich (10-21mmHg) können einen grünen Star verursachen (siehe Normaldruckglaukom)!

Mit der Gesichtsfelduntersuchung wird geprüft, wie groß das Ausmaß der Schädigung ist. Beim primären Offenwinkelglaukom entwickelt sich der Gesichtsfeldausfall (Skotom) häufig sehr langsam, so dass Einschränkungen erst in einem sehr späten Stadium subjektiv wahrgenommen werden.

Die Ophtalmoskopie schließlich erlaubt es die Sehnervpapille zu beurteilen. Das ist die Stelle im Auge, an der die Nervenfasern aus- bzw. in das Gehirn eintreten. Durch den erhöhten Augeninnendruck, bzw. beim Normaldruckglaukom auch bei statistisch normalem Augeninnendruck, kann die Papille eingedellt werden (Papillenexkavation). Das Ausmaß der Eindellung steht in enger Beziehung mit dem Grad der Schädigung. Je größer die Eindellung, desto größer die Schädigung.

In weiteren grüner Star Untersuchungen kann auch der Kammerwinkel, in dem das Kammerwasser abfließt, untersucht werden. Hierzu benutzt der Arzt die Spaltlampe und so genannte Gonioskopielinsen, die auf die betäubte Hornhaut aufgesetzt werden und mittels denen es möglich ist, den Kammerwinkel zu begutachten. So können eventuelle Verklebungen (Goniosynechien) entdeckt werden, die den Abfluss behindern.

Auf einen akuten Glaukomanfall deuten die Symptome grüner Star hin. Da hier Ursache ein „Winkelblock“ ist, ist besonders die Winkel-Begutachtung (Gonioskopie) von Bedeutung.

Die Diagnosestellung bei Sekundärglaukomen ergibt sich zum einen aus den Ergebnissen der Augenuntersuchungen und zum anderen aus der Grunderkrankung, die den grünen Star verursacht hat.

Prognose

Rechtzeitig behandelt kann der grüne Star gestoppt oder zumindest verlangsamt werden.

Die Gesichtsfeldschäden sind nicht mehr reparabel (irreversible Schädigungen).
Es kommt dabei auch auf die Art des Glaukoms an. Während das primäre Offenwinkelglaukom sich schleichend über Jahre hinweg entwickelt, kann ein akuter Glaukomanfall innerhalb sehr kurzer Zeit zur Erblindung führen.
Beim angeborenen (kongenitalen) Glaukom bleibt trotz rechtzeitiger Behandlung leider oft ein geringer Schaden zurück, der die Sehschärfe beeinträchtigt.
Bei den Sekundärglaukomen hängt die Prognose von der Grunderkrankung und deren optimalen Behandlung ab.
Besonders kann es zu einer Schädigung des Sehnerven (Optikusatrophie) führen. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Optikusatrophie.

Risiko Erblindung

Unbehandelt führt ein grüner Star immer zur Erblindung.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.09.2016
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