Gerstenkorn

Synonyme

Medizinisch: Hordeolum

Englisch: hordeolum, sty

Definition

Unter einem Hordeolum (Gerstenkorn) versteht man eine akute bakterielle Entzündung einer Liddrüse. Wenn mehrere Drüsen gleichzeitig betroffen sind spricht man von einer Hordeolosis (mehreren Gerstenkörnern).

Ursachen

Meist handelt es sich beim Gerstenkorn um eine Infektion mit dem Bakterium Staphylokokkus aureus. Dieser Erreger kommt unter anderem ganz natürlich in verschiedenen Körperarealen vor.

Beispielsweise findet er sich in der Achselhöhle, dem Nasenvorhof oder auch dem Haaransatz an der Stirn.
Das Augenlid hat mehrere verschiedene Drüsen. Die so genannten Meibom- Drüsen liegen eher auf der Innenseite des Lides, während die so genannten Moll- und Zeis- Drüsen den Wimpern benachbart, also eher an der Außenseite des Augenlids liegen.
Ist nun eine Meibom - Drüse von der Entzündung betroffen, spricht man von einem inneren Gerstenkorn (Hordeolum internum).
Um eine äußeres Gerstenkorn (Hordeolum externum) handelt es sich, wenn Moll- oder Zeis- Drüsen infiziert sind.
Es kommt zur Eiterbildung im Lid, zur schmerzhaften Verdickung und Rötung. In der Regel kommt es nach ungefähr einer Woche zum Aufplatzen des „Pickels“ und zur Entleerung des Eiters.
Gerstenkörner treten oft im Zusammenhang mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) auf.
Häufige Rezidive (Wiederauftreten) kommen auch bei Akne (Akne vulgaris) oder Magen - Darm - Erkrankungen vor.
Besonders gern treten sie auch bei häufigen Lidrandentzündungen oder trockenen Augen auf.

Risikofaktoren

Treten häufig Gerstenkörner auf, oder leiden Patienten mitunter an mehreren Entzündungen gleichzeitig, spricht man von einer sogenannten Hordeolosis.

Besonders gefährdet sind Personen mit einem geschwächten Immunsystem:
Dazu zählen vor allem Patienten mit Diabetes-mellitus (Zuckerkrankheit)!
Aber auch bei hohen psychischen Belastungen (z.B. Stress) kann das Krankheitsbild gehäuft auftreten.

Durch mangelnde Hygiene der Hände leiden insbesondere Kinder häufig unter einem Gerstenkorn.

Eine besondere Risikogruppe stellen Kontaktlinsenträger dar.
Durch das Einsetzen der Linsen können leicht Bakterien in das Auge geraten und eine Infektion auslösen.
Nur eine strenge hygienische Handhabung senken das Risiko!

Augen-Makeups sind ebenfalls kritisch zu bewerten, da z.B. durch das Tuschen der Wimpern Erreger an den Lidrand gelangen können.
Daher empfiehlt es sich, die Mascara alle 3-6 Monate auszutauschen.

Ist ein Gerstenkorn ansteckend?

Auslöser eines Gerstenkorns ist in den meisten Fällen eine Infektion mit Bakterien.
Im Prinzip zählt es daher zu den ansteckenden Erkrankungen, wie alle Krankheitsbilder mit bakterieller Grundlage!
Dennoch ist die Ansteckungsgefahr eher niedrig, z.B. im Gegensatz zu einer Bindehautentzündung.

Die häufigste Erregerart des Gerstenkornes ist der Staphylococcus aureus, ein weit verbreitetes Bakterium.
Man findet es auf vielen natürlichen Oberflächen oder Materialien, nicht selten auch auf menschlicher Haut bzw. Schleimhaut.
Typischerweise können sich z.B. Kinder beim Spielen im Sandkasten mit den Keimen anstecken.

Normalerweise ist der Erreger ungefährlich und verursacht keinerlei Beschwerden.
Wenn die Bakteriendichte aber durch günstige Bedingungen, z.B. ein geschwächtes Immunsystem oder kleine Verletzungen, rasant steigt, kippt das sensible Gleichgewicht: Ehemals harmlose Staphylokokken gewinnen an Krankheitswert und verursachen Beschwerden, wie das Gerstenkorn.

Übertragung

Die Übertragung von Bakterien kann auf unterschiedlichen Wegen stattfinden. Man unterscheidet zwischen der sogenannten direkten und indirekten Infektion.

Bei einer direkten Infektion gerät der Betroffene unmittelbar in Kontakt mit den Krankheitserregern: Durch Niesen, Husten oder auch Naseputzen werden zahlreiche winzige Tröpfchen in die Luft gesprüht.
Menschen in der Nähe atmen sie ein und die Krankheitserreger gelangen in den Körper.

Die Kontaktinfektion zählt ebenfalls zu den direkten Ansteckungswegen.
Hier werden Keime durch unmittelbare Berührungen, z.B. Hände schütteln, abgestreift.

Für die Ansteckung mit einem Gerstenkorn spielt vor allem die sogenannte Schmierinfektion eine Rolle.
Hier erfolgt die Ansteckung indirekt durch Berührung eines kontaminierten (verunreinigten) Gegenstandes: Betroffene waschen ihr Gesicht, und reiben mit dem Handtuch über das erkrankte Auge.
Die Bakterien gelangen auf die Oberfläche und setzen sich fest.

Anschließend trocknen weitere Familienmitglieder ihr Gesicht mit dem gleichen Handtuch, und befördern so Erreger in ihre Augen.
Dort vermehren sie sich und führen zu einem Gerstenkorn.

Generell gilt, das Hände-Augen-Kontakt im Erkrankungsfall strengstens vermieden werden soll.
Es erfordert einige Disziplin, das juckende und brennende Gerstenkorn nicht zu berühren. Insbesondere Kindern fällt es ungeheuer schwer!
Nur so kann jedoch verhindert werden, dass Erreger über Körperkontakt (z.B. Händeschütteln) übertragen werden.

Es ist nicht zu erwarten, dass die Bakterien von Auge zu Auge "springen".
Solange also folgende Verhaltensregeln befolgt werden, kann das Ansteckungsrisiko fast vollständig reduziert werden:

  1. Augen-Hand-Kontakt vermeiden.

  2. Häufiges und sorgfältiges Händewaschen: Hände unter fließendes Wasser halten, 20-30 Sekunden mit Seife einreiben, gründlich abspülen.
    Besonders vor und nach Berühren der Augen!

  3. Strenge Trennung von Handtüchern, Waschlappen etc..

  4. Augensalben und Tropfen dürfen nur von einer Person benutzt werden.

  5. Verzicht auf Augen-Makeup (Wimperntusche, Kajalstift etc.).

  6. Verzicht auf Kontaktlinsen.

Symptome / Untersuchungsbefunde

Kennzeichnend für das Gerstenkorn (Hordeolum) sind:

  • starke Schmerzen an der betroffenen Stelle
  • Schwellung und
  • eine starke Rötung.

Meist findet sich ein zentraler Eiterpunkt. Das innere Gerstenkorn zeigt meist eine heftigere Begleitsymptomatik (z. Bsp. Bindehautentzündung) , als dass Hordeolum externum.

Lesen Sie mehr zum Thema: Augenschmerzen

Diagnose

Ein Hordeolum externum (äußeres Gerstenkorn) ist meist aufgrund seiner Lage am äußeren Lidrand recht schnell zu diagnostizieren.

Meist erfolgt die Diagnose des Gerstenkorns durch eine so genannte Blickdiagnose, der Arzt weiß also schon bei einmaligem Hinsehen, mit welcher Problematik er es zu tun hat.
Das Hordeolum internum (inneres Gerstenkorn) allerdings wird erst beim Ektropionieren (Umklappen des Liedes nach außen, sodass die innen liegende Bindehaut sichtbar wird) entdeckt.
Als Differentialdiagnose (Welche Erkrankung kommt noch in Frage?) stellt sich das Hagelkorn (Chalazion), welches allerdings bei Druckschmerz unempfindlich (druckindolent) ist. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Hagelkorn.
Auch eine Entzündung der Tränendrüse muss ausgeschlossen werden.

Therapie

In der Regel heilt ein Gerstenkorn ohne Probleme und spontan aus.
Um den Heilungsprozess zu unterstützen, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: Wie behandelt man ein Gerstenkorn?

Konservative Therapie

Im akuten Stadium kann man durch trockene Wärme (z. Bsp: Rotlichtbestrahlung) einen Durchbruch des Eiters oder eine schnellere Abkapselung, und somit eine raschere Abheilung des Gerstenkorn, verursachen. Es sollte im allgemeinen darauf geachtete werden die Bakterien nicht mit den Händen vom erkrankten zum gesunden Auge zu transportieren.

  • Rotlichttherapie

Rotlicht- oder auch Infrarotlicht wird auch als Wärmestrahlung bezeichnet. Im Gegensatz zu herkömmlichem weißen Licht, dringen die langwelligen Rotlichtstrahlen tiefer in die Haut ein. Sie erwärmen sanft das darunter liegende Gewebe, ohne die Oberfläche der Haut zu schädigen. Durch die langsam steigenden Temperaturen in der angestrahlten Region, wird der lokale Stoffwechsel angeregt. Die Durchblutung steigt und die Abwehrzellen des Körpers gelangen schneller zu der Entzündung.

Nicht selten kommt es zu einem beschleunigten Eiterdurchbruch des Gerstenkornes und einer verkürzten Krankheitsdauer! Während der Rotlichttherapie müssen die Augen unbedingt geschlossen bleiben. Die entstehende Wärme soll angenehm sein. Sobald ein Hitzegefühl oder gar Schmerz entsteht, muss die Behandlung unverzüglich abgebrochen werden! Außerdem darf der Mindestabstand von ungefähr 30cm zu der Lampe nicht unterschritten werden.

Genaue Angaben zu der Bedienung und Handhabung sind den Herstellerangaben zu entnehmen.
Rotlichtlampen werden in der Apotheke oder Sanitätshäusern zum Verkauf angeboten.

  • Kompressen

Warme, trockene Kompressen können ebenfalls hilfreich sein.
Wichtig ist jedoch, dass keine feuchten Umschläge (z.B. Kamillenteeumschläge) verwendet werden.
Denn durch die feuchte Wärme würde sich ein optimaler Nährboden für die Erreger des Gerstenkornes bilden: die Bakterien breiten sich aus und weitere Gerstenkörner entstehen.

  • Lidrandhygiene

Der Tränenfilm des menschlichen Auges besitzt einen hohen Fettanteil. Bei einem Gerstenkorn ist häufig die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit gestört, da die fettproduzierenden Drüsen entzündet sind. Um das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen, kann eine Lidrandhygiene nach Abklingen des Gerstenkornes hilfreich sein. Man zählt z.B. Lidrandmassagen, befeuchtende Augentropfen oder Lidrandreinigung zu den möglichen Maßnahmen.

Operative Therapie

Bei einer massiven Schwellung des Lides und großem Spannungsschmerz, verursacht durch den Eiter im Gerstenkorn, besteht die Möglichkeit durch eine kleine Operation Abhilfe zu schaffen. Dazu eröffnet der Augenarzt das Gerstenkorn durch einen kleinen Schnitt (Inzisur) und der Eiter kann abfließen. Beachte: Dieser noch so kleine Schnitt sollte auf jeden Fall ausschließlich vom Arzt durchgeführt werden! Durch fehlerhafte Vernarbung können dauerhafte Störungen des Lidrandes wie ein Ektropium entstehen.

Unter gar keinen Umständen darf der Betroffene selbst "Hand anlegen"! Bei dem Versuch das Gerstenkorn, ähnlich einem Pickel auszudrücken, gelangen Keime in das Auge. Es können Bindehautentzündungen und weitere Gerstenkörner entstehen. Die Hände kommen zudem mit dem Eiter in Kontakt und transportieren Keime in das nicht betroffene Auge.

Medikamentöse Therapie

In sehr seltenen Einzelfällen kann es erforderlich sein, Antibiotika in Tablettenform einzunehmen. Man spricht dann von einer sogenannten "systemischen Antibiose": Das Medikament wirkt nicht rein lokal am Gerstenkorn, wie z.B. die Augensalben, sondern im gesamten Körper. Für eine lokale Antibiotikatherapie eignet sich Floxal oder Refobacin®.

Die Einnahme ist angezeigt, sobald die Entzündung droht auf die Augenhöhle (Orbita) überzuwandern.

Augensalben

Bei einem Gerstenkorn kann Augensalbe den Heilungsprozess unterstützen. Man unterscheidet zwischen antibiotischen, desinfizierenden und homöopathischen Augensalben. Ohne augenärztlichen Rat sollten die rezeptfreien Salben nur zurückhaltend verwendet werden.

Generelle Anwendung: Vor der Anwendung von Augensalbe sollten sich Betroffene gründlich die Hände waschen und abtrocknen. Kontaktlinsenträger entfernen unbedingt ihre Linsen! Anschließend wird der Deckel der Tube abgeschraubt und sicher verwahrt. Nun ist es sinnvoll, den Kopf leicht in den Nacken zu legen. Mit einer Hand zieht man das Unterlid des betroffenen Auges leicht nach unten. Um die empfindliche Haut der Augenpartie zu schützen, kann ein Wattepad oder Taschentuch verwendet werden. Die andere Hand übt sanften Druck auf die Salbentube aus und appliziert so einen Salbenstrang in den Bindehautsack. Aus hygienischen Gründen, muss unbedingt beachtet werden, dass die Tubenspitze nicht in Kontakt mit dem Auge gerät! Nach Beendigung können Betroffene die Augen langsam schließen und öffnen.

Vorsicht: Unmittelbar nach der Salbengabe ist das Sehvermögen beeinträchtigt: Daher dürfen in den ersten Minuten keine schweren Maschinen bedient oder am Straßenverkehr teilgenommen werden! Nach kurzer Zeit verschwindet das Schleiersehen jedoch und die Sehschärfe ist wieder hergestellt.

  • Antibiotische Augensalbe

Antibiotische Augensalbe tötet durch ihre bakteriziden Eigenschaften Erreger des Gerstenkornes ab.
Dadurch wird die Heilung beschleunigt und eine Ausbreitung der Bakterien verhindert. Meistens wird die Salbe mehrmals täglich in den Bindehautsack (Unterlid) gegeben. Gentamycin zählt zu den häufigsten Wirkstoffen und wird häufig kombiniert mit dem entzündungshemmenden Dexamethason. In der Regel sollten Betroffene zwei- bis dreimal täglich, einen ca. 1cm langen Salbenstrang in den Bindehautsack (Unterlid) geben. Antibiotische Augensalbe zählt zu den verschreibungspflichtigen Medikamenten und kann daher nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.

  • Desinfizierende Augensalbe

Desinfizierende Augensalbe hingegen ist frei in der Apotheke erhältlich und wirkt durch den Wirkstoff Bibrocathol reinigend auf das Gerstenkorn. Neben der antiseptischen Wirkung besitzt sie häufig sogenannte sekretionshemmende Inhaltsstoffe, welche die Verklebungen im betroffenen Auge lösen. Es werden zahlreiche desinfizierende Augensalben in der Apotheke angeboten, dazu zählen:

  • Posiformin 2% Augensalbe
  • Noviform 2% Augensalbe

Betroffene sollten mehrmals täglich einen etwa 0,5cm langen Salbenstrang in den Bindehautsack oder auf die betroffene Lidkante geben.

  • Homöopathische Augensalbe

Abseits der schulmedizinischen Augensalben kann auch eine homöopathische Behandlung mit pflanzlichen, frei verkäuflichen Salben Linderung verschaffen. Ein bewährter Inhaltsstoff solcher Augensalbe ist ein Extrakt aus der Echinacea Pflanze, auch Sonnenhut genannt. Wenn nach 2-3 Tagen Behandlung mit Echinacea Augensalbe (z.B. Euphrasia Augensalbe) keine merkliche Besserung auftritt oder die Beschwerden schlimmer werden, sollten Betroffene dennoch einen Augenarzt aufsuchen.

Homöopathische Behandlung

Es gibt einige homöopathische Mittel, die zur Behandlung eines Gerstenkorns sowohl bei Kindern, als auch bei Erwachsenen angewendet werden können.
Die meisten werden in Form von Kügelchen (Globuli) eingenommen. Je nach Krankheitsverlauf und Krankheitsstadium werden verschiedene Präparate angewandt.
So können anfangs, wenn sich noch kein Eiter gesammelt hat, Belladonna und Arnica dazu beitragen, die Eiterentwicklung zu unterdrücken und so den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Diese beiden Präparate sollten bereits dann eingenommen werden, wenn eine erste Schwellung und Rötung des Augenlids erkennbar ist.
Weitere hilfreiche Substanzen sind:

Werden die Symptome nach etwa 2 Tagen nicht besser und eventuell sogar schlimmer, so sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Homöopathie beim Gerstenkorn.

Verlauf

Nachdem der Eiter durchgebrochen ist und sich das Gerstenkorn (Hordeolum) vollständig entleert hat, verschwinden die Beschwerden in dem meisten Fällen sehr schnell.

Dauer der Erkrankung

Das Gerstenkorn (Hordeolum) ist in der Regel eine recht harmlose, bakterielle Infektion. Wenn keine Komplikationen auftreten und die Erreger sich nicht weiter ausbreiten, heilt es meist von selbst wieder ab.

Im Verlauf der Krankheit kommt es zunächst zur Schwellung und Rötung des Augenlids. Dies kann sich innerhalb weniger Tage entwickeln. Anschließend eröffnet sich die Eiteransammlung in den meisten Fällen selbstständig. Normalerweise geschieht dies nach etwa 3 bis 6 Tagen.

Bei der Einhaltung von strenger Hygiene und der Vermeidung einer weiteren Ausbreitung der Erreger, die sich im Eiter befinden, heilt das Gerstenkorn ohne Komplikationen aus. Bei Übertragung der Bakterien auf den Augapfel oder auf die Bindehäute kann es allerdings zu weiterreichenden Entzündungen kommen und der Krankheitsverlauf gestaltet sich wesentlich langwieriger. Außerdem können bei einem geschwächten Immunsystem mehrere Gerstenkörner in Folge entstehen, welches den Heilungsprozess auch verzögern kann.

Prognose

Normalerweise heilt ein Gerstenkorn ohne Probleme vollständig aus.

Erfolgt jedoch keine Behandlung, kann im Lauf der Zeit eine chronische Entzündung der betroffenen Drüsen entstehen.

In solchen Fällen ist ein sogenanntes Hagelkorn (Chalazion) im Ober- oder Unterlid sichtbar.
Das Hagelkorn ist in der Regel nicht verschieblich, sehr fest und, im Gegensatz zu dem Gerstenkorn, komplett schmerzlos!
Meisten müssen Hagelkörner chirurgisch entfernt werden.

In manchen Krankheitsverläufen greift die Infektion umliegende Regionen an, wie z.B. die Bindehaut (Bindehautentzündung: Konjunktivitis) oder sehr selten die Augenhöhle (Orbita).

Bei häufigem Wiederauftreten sollte eine Grundkrankheit (z. Bsp. Diabetes mellitus) ausgeschlossen werden.

Gerstenkorn - bei Kindern

Bei Kindern kommt es wesentlich häufiger zur Entwicklung eines Gerstenkorns, als bei Erwachsenen. Dies liegt an dem kindlichen Immunsystem, welches noch nicht vollständig ausgereift ist. Die Bakterien können sich so leichter auf dem Augenlid ansiedeln und eine eitrige Entzündung hervorrufen.

Auch das Risiko der Ansteckung und der Weiterverbreitung der Erreger ist bei Kindern erhöht, da diese sich häufig mit den Händen die Augen reiben und so die Bakterien weitergegeben werden können. Besonders wichtig ist es in diesen Fällen, streng auf Hygiene zu achten und innerhalb einer Familie eigene Handtücher und Waschlappen zu verwenden. Auf keinen Fall sollte das Gerstenkorn selbst eröffnet werden.

Da ein Gerstenkorn ansteckend ist, sollte im Kindergarten oder in der Schule darauf geachtet werden, dass die Hände regelmäßig gewaschen werden und die Ausbreitung der Erreger verhindert wird. Das Kind sollte einem Kinderarzt vorgestellt werden, der entscheidet, ob das Kind öffentliche Einrichtungen besuchen darf und ob eventuell ein Antibiotikum notwendig ist, um die Bakterien zu bekämpfen. Antibiotika werden in Form von Augentropfen oder Augensalben angewendet. Auch die Bestrahlung mit Rotlicht kann helfen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, da hierdurch die Selbsteröffnung des Gerstenkorns beschleunigt wird.

Weitere Informationen zum Thema Gerstenkorn

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Eine Übersicht aller Themen aus der Augenheilkunde finden Sie unter Augenheilkunde A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.11.2017
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