Ernährung bei Diabetes mellitus

Einleitung

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist eine chronische Erkrankung des gesamten Stoffwechsels. Sie ist gekennzeichnet durch eine unzureichende Insulinwirkung oder Insulinmangel. Damit ist zunächst der Kohlenhydratstoffwechsel betroffen, aber auch der Fett- und Eiweißstoffwechsel sind gestört.

Insulin ist ein Hormon welches den Zuckerhaushalt regelt. Es wird in den sogenannten

Langerhansschen Inseln“ in der Bauchspeicheldrüse gebildet und je nach Bedarf an die Blutbahn abgeben. Dabei reagiert die Drüse auf den Blutzuckerwert. Normalerweise wird, sobald nach Nahrungsaufnahme der Blutzuckerspiegel ansteigt, genügend Insulin ausgeschüttet um diesen zu senken und damit in der Norm zu halten. Der Blutzuckerspiegel sollte nüchtern zwischen 80 und 110 mg/dl liegen. Nach Nahrungsaufnahme ist ein Wert der nicht über 145 mg/dl beträgt als normal zu werten. Diabetes liegt vor, wenn wiederholt Blutzuckerkonzentrationen nüchtern > 126 mg/dl und nach einer Gabe von 75 g Traubenzucker > 200 mg/dl nachweisbar sind.

s gibt zwei Arten von Diabetes, die auch als Diabetes Typ I und Diabetes Typ II bezeichnet werden. Dabei ist die zweite Form mit mehr als 90% aller Diabetes- Patienten die weitaus Häufigere.

Von Diabetes Typ I spricht man, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend dazu in der Lage ist, Insulin zu produzieren. Meist ist diese Form genetisch bedingt und tritt schon im frühen Kindes- oder Jungendalter auf.

Beim Diabetes Typ II liegt in der Regel eine Resistenz des Körpers gegenüber Insulin vor, die sich im Laufe des Lebens entwickelt und meist erst im Erwachsenenalter zum Ausbruch der Erkrankung führt.

Beide Diabetes- Typen unterscheiden sich auch in deren Therapie. Während Typ- I- Diabetiker lebenslänglich auf Insulinspritzen angewiesen sind, können leichtere Verläufe von Typ- II- Diabetes häufig auch mithilfe von Tabletten und Umstellung der Lebensgewohnheiten therapiert werden.


Bei einer starken Blutzuckererhöhung wird die sogenannte Nierenschwelle (ungefähr bei 180mg/dl) überschritten und Zucker erscheint im Urin. Diabetes mellitus bedeutet übersetzt „ honigsüßer Durchfluss“ oder auch „Zuckerharnruhr“. Vermehrter Durst (Zucker braucht Lösungsmittel) und vermehrtes Wasserlassen sind oft die ersten Anzeichen und führen die Patienten zum Arzt.

Sobald es an Insulin mangelt, wird der Zucker nicht mehr richtig im Organismus verteilt, wodurch die Organfunktionen und Leistungsfähigkeit der Körperzellen stark beeinträchtigt werden. Natürlich wollen die Zellen ihr Glucosedefizit ausgleichen und ziehen dazu in der Leber gespeicherte Kohlenhydrate (Glykogen) heran.

Ist diese Energiereserve erschöpft wird ebenfalls in der Leber Eiweiß in Zucker umgewandelt. Hierdurch wird jedoch der Eiweißstoffwechsel gestört und die Zellen angegriffen. Darüber hinaus wird der Zucker nur unvollständig verwertet und teilweise über die Niere ausgeschieden. Der Verlust an Eiweiß und Energie führt schließlich zu Muskelschwund und Gewichtsabnahme.

Die zur Energieversorgung bereitgestellten Fettreserven können bei Zuckermangel in der Leber ebenfalls nur unzureichend verstoffwechselt werden. Durch den fehlgeleiteten Fettabbau entstehen die sogenannten Ketonkörper, die das Blut übersäuern, im Harn ausgeschieden werden und dort als Aceton messbar sind.

Ihr Nachweis zeigt ein fortgeschrittenes Stadium der Krankheit an. Charakteristisch ist auch der süßliche Geruch der Atemluft nach Aceton.

primäre und sekundäre Diabetesformen

Es lassen sich primäre und sekundäre Diabetesformen unterscheiden.

Sekundäre Diabetesformen:

Diese Formen von Diabetes treten in Folge von verschiedenen Erkrankungen auf.

Es sind dies Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Zustand nach Entfernung der Bauchspeicheldrüse, chronische Lebererkrankungen, Eisenspeicherkrankheit oder Erkrankungen die mit einer gesteigerten Produktion von Hormonen einhergehen welche den Blutzuckerspiegel erhöhen (Gegenspieler von Insulin). Auch während der Schwangerschaft kann sich bei entsprechender Veranlagung eine diabetische Stoffwechsellage entwickeln.

Primäre Diabetesformen:

Typ-1-Diabetes

Dieser Diabetestyp ist durch verminderte Insulinabgabe oder vollständigen Insulinmangel gekennzeichnet. Zu Beginn der Erkrankung werden infolge einer Entzündung insulinproduzierende Zellen zerstört. Die Insulinproduktion kommt ganz oder teilweise zum Erliegen. Ursache ist wahrscheinlich eine Fehlfunktion des Immunsystems.

Dieser Diabetestyp beginnt vorwiegend im Jugendalter (auch bereits bei Kindern), aber auch im Erwachsenenalter. Der Beginn ist rasch und äußert sich häufig durch das sogenannte Coma diabeticum. Übergewicht besteht selten. Der Blutzucker ist erhöht und oft stark schwankend. Der Insulinspiegel im Blut ist zu niedrig. Es besteht die Gefahr einer Ketose ( Übersäuerung). Eine Behandlung mit Insulin ist immer erforderlich. Richtige Ernährung ist notwendig, siehe Ernährungsempfehlungen

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Typ-2-Diabetes

Dieser Diabetestyp ist gekennzeichnet durch verminderte Insulinwirkung. Das vorhandene Insulin ist nicht in der Lage den Zucker in die Zellen zu schleusen, der Zucker bleibt im Blut und der Blutzucker steigt an. Ursache kann auch eine verminderte Insulinabgabe sein. Diese Diabetesform beginnt vorwiegend im mittleren und höheren Alter und zwar zunächst langsam und oft unbemerkt. Sehr häufig liegt Übergewicht vor. Der Blutzucker ist erhöht aber selten schwankend. Der Insulinspiegel im Blut ist zu Beginn meist normal oder erhöht. Der Typ-2-Diabetiker neigt zu hohen Blutfettwerten. Eine Behandlung mit blutzuckersenkenden Medikamenten ist meistens wirksam, manchmal reicht auch schon eine Umstellung der Ernährung. Insulinbehandlung zu Beginn der Erkrankung nicht erforderlich.

Eine angepasste, richtige Ernährung ist erforderlich und manchmal als einzige Behandlung ausreichend.

Wie erkenne ich Diabetes?

Erste Indizien für eine Diabetes-Erkrankung können häufiges Wasserlassen, sowie starker Durst und anhaltende Müdigkeit sein. Diabetes kann auch bei Babys, Kleinkindern oder Kindern auftreten und sich auch durch häufiges Wasserlassen und starken Durst äußern.

Auch Schwangere können von Diabetes betroffen sein, jedoch zeigen sich bei ihnen nicht die typischen Anzeichen.

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Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus

Die Ernährungstherapie ist prinzipiell für alle Diabetestypen gleich und hat den Ausgleich des diabetischen Stoffwechseldefektes zum Ziel. Kombiniert wird die Ernährung mit körperlicher Aktivität und je nach Notwendigkeit mit blutzuckersenkenden Medikamenten oder Insulingaben. Beim Typ-2-Diabetes ist Ernährungstherapie manchmal als alleinige Behandlung ausreichend.

Man verhindert damit das Auftreten akuter (zum Beispiel Unterzuckerung) und chronischer (Nervenschäden, Gefäßveränderungen an Augen und Nieren, diabetischer Fuß, Herzinfarkt, Schlaganfall) Komplikationen. Die Entwicklung von Folgeschäden des Diabetes hängt wesentlich von der Güte einer langfristigen optimalen Stoffwechseleinstellung ab.

Zielwerte der Stoffwechseleinstellung:

Blutglucose nüchtern: 80 – 110 mg/dl, nach Nahrungsaufnahme bis 145 mg/dl.

HbA1 unter 8,0%.

Nüchternblutzucker und den Blutzucker nach Nahrungsaufnahme kann der Diabetiker selbst mit Hilfe von Blutzuckermessgeräten feststellen. Dies ist allerdings nur eine Momentaufnahme und der Blutzucker kann im Laufe des Tages erheblichen Schwankungen unterliegen. Deshalb wird in bestimmten Abständen ein Langzeitparameter ermittelt, der sogenannte HbA1. HbA1 bedeutet Hämoglobin A1. Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen und in Abhängigkeit von der Höhe des Blutzuckerspiegels lagern sich Glukosemoleküle an. Man spricht von Glykosylierung. Beim Stoffwechselgesunden mit stets normalen Blutzuckerwerten beträt der HbA1 bis zu 7%, bei schlecht eingestellten Diabetikern können Werte von 16% und mehr erreicht werden. Entsprechend der Lebensdauer der roten Blutkörperchen von 120 Tagen ist dieser Wert somit ein Indikator für die Stoffwechsellage in den letzten Wochen und Monaten.

Weitere Ziele sind: Harnglucose 0%, Serumcholesterin unter 200mg/dl, HDL > 40mg/dl, Triglyceride unter 150mg/dl, Body Mass Index bei Frauen 19 bis 24 bei Männern 20 bis 25 , Blutdruck unter 140/90 mmHg

Bei Insulinpflichtigen Diabetikern wird versucht, eine möglichst gute Anpassung zwischen Nahrungsaufnahme und Insulingabe zu erreichen. Man will damit Unter- bzw. Überzuckerung vermeiden. Die Mahlzeiten müssen zeitlich von ihrer Zusammensetzung her geplant werden.

Bei übergewichtigen Diabetikern ist die Gewichtsreduktion das Hauptziel der Ernährungstherapie. Die Verteilung der Nahrung über den Tag und die Menge der Nahrung ist auch abhängig von der körperlichen Aktivität. Reichen diese Maßnahmen nicht aus werden auch blutzuckersenkende Medikamente eingesetzt und die Mahlzeiten müssen dieser Therapie angepasst werden.

Was sollte man bei der Ernährung beachten?

Da der Körper beim Diabetes nicht mehr selbstständig den Zuckerstoffwechsel regulieren kann, muss dies aktiv und bewusst von außen gesteuert werden. Dazu ist es von großer Bedeutung, dass sich Betroffene gut mit Ihrer Erkrankung auseinandersetzen und in Diabetesschulungen lernen, wie sie künftig ihre Essgewohnheiten sowie ihren Lebensstil verändern können. Die Erkrankung kann durch eine Umstellung des Lebensstils und der Ernährung deutlich positiv beeinflusst werden.

In einigen Fällen normalisiert sich der Blutzuckerwert unter strikter Ernährungsumstellung sogar komplett und es ist keine medikamentöse Therapie notwendig. Dies erfodert jedoch einige Disziplin und Engagement des Patienten. Der Hausarzt kann helfen, indem er gründlich und individuell über die erforderlichen Veränderungen aufklärt und mit dem Patienten zusammen überlegt, was dieser für Maßnahmen ergreifen kann. Zum Beispiel können Sportarten, die Betroffene früher gerne ausgeübt haben, dann aber aufgegeben wurden, wieder aufgenommen werden. Auch bei der Ernährung sollten Alternativen gefunden werden, die zwar gesund sind, aber trotzdem gerne gegessen werden. Für die Lifestyle-Änderung sollten realistische Vorschläge erarbeitet werden, die der Patient auch umsetzen kann und die gut in den individuellen Alltag integrierbar sind.

Durch die Lifestyle-Änderung lassen sich nicht zuletzt Folgeerkrankungen vermindern oder sogar ganz verhindern. Dafür muss allerdings der Blutdruck konsequent im Normbereich liegen, das Gewicht und die Blutfettwerte überwacht werden und der Langzeitzuckerwert im Blut (auch: HbA1c, siehe oben) darf langfristig 6,5- 7,5% nicht überschreiten. Diese Wert wird regelmäßig vom Hausarzt kontrolliert.

Bleibt eine Optimierung der Ernährung und des Lifestyles aus, drohen Langzeitschäden an der Netzhaut der Augen, an den Nieren oder eine Schädigung des Nervensystems mit dem sog. diabetischem Fußsyndrom und anderen Komplikationen. Eine regelmäßige Kontrolle dieser Organsysteme im Rahmen von Screeninguntersuchungen ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil in der Diabetestherapie.

Empfohlene Lebensmittel bei Diabetes

Diabetiker sollten vor allem auf eine ausgewogene Ernährung achten. Es gelten die gleichen Ernährungsempfehlungen wie auch für Gesunde, sie dürfen prinzipiell alles essen, jedoch spielt der Gehalt an Kohlenhydraten eine noch wichtigere Rolle. Dabei ist es vor allem für insulinpflichtige Diabetiker wichtig, die Kohlenhydrateinheiten vor dem Essen sorgfältig zu berechnen und die Insulinmenge danach anzupassen.

Laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft sollte die Wahl der Lebensmittel individuell getroffen werden. Dabei kann der Hausarzt helfen, indem er individuell auf Betroffene eingeht und mit ihnen genau die Lebensmittel bespricht, die gerne und oft gegessen werden. Es besteht zwar kein generelles Zuckerverbot, aber Typ- II- Diabetiker sollten Lebensmittel sicher identifizieren können, die viele schnell verwertbare Kohlenhydrate enthalten und dadurch den Blutzucker schnell ansteigen lassen, um diese zumindest zu reduzieren. Dazu zählen vor allem Süßigkeiten und Haushaltszucker; diese sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Aber auch Produkte mit weißem Mehl wie Nudeln oder weiße Brötchen zählen dazu; diese können durch Vollkornprodukte oder Gerichte mit Gemüse oder Eiern ersetzt werden. Durch ballaststoffreiche Kost, zum Beispiel Salat zum Essen, lässt sich die Aufnahme der Kohlenhydrate verzögern und damit die Stoffwechsellage entlasten.

Obst und Gemüse sind zu empfehlen, allerdings Gemüse enthält meist weniger Zucker als Obst und ist deshalb diesem vorzuziehen.

Pflanzliche Fette wie Olivenöl sowie Fisch, Nüsse und Samen eignen sich ebenfalls für eine gesunde Ernährung.

Eine gute Alternative für das Süßen von Getränken oder Mahlzeiten bietet dabei zum Beispiel der Süßstoff Stevia. Beim Kauf sollte jedoch darauf geachtet werden, dass auch tatsächlich Stevia im Produkt enthalten ist, da teilweise auch falsche Deklarationen auf dem Etikett zu finden sind.

In den aktuellen Ernährungsempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft stellt zudem die Gewichtsreduktion vor allem bei übergewichtigen Typ- II- Diabetikern einen wichtigen Pfeiler dar. Diese senkt zusätzlich das Risiko für Gefäßerkrankungen und andere Folgeerscheinungen. Das bedeutet, dass auch auf die Kalorienzahl geachtet werden sollte, um nach Möglichkeit Übergewicht abzubauen. Dabei kann aber auch Sport helfen.

Von großer Bedeutung im Rahmen der Ernährung bei Diabetes ist die Regelmäßigkeit und die Anzahl der Mahlzeiten. Es sollten möglichst drei Mahlzeiten zu festgelegten Zeiten erfolgen, ohne dabei eine auszulassen oder zwischendurch ununterbrochen zu essen.

Bei insulinpflichtigen Diabetikern sollte vor der Nahrungsaufnahme der Kohlenhydratanteil der Lebensmittel berechnet werden, um entsprechend die Insulinmenge daran anzupassen und Entgleisungen des Zuckerhaushalts zu vermeiden. Für die Berechnung beziehungsweise Abschätzung der Kohlenhydrateinheiten sollten zumindest in der Anfangsphase Lebensmittelkarten oder -tabellen zu Hilfe gezogen werden. Sie können Betroffenen schnell eine gute Orientierung verschaffen.


Lebensmittel, die man vermeiden sollte

Ein generelles Verbot von Lebensmittel gibt es nicht für Diabetiker, solange die Ernährung ausgewogen und gesund ist. Der Verzehr von stark zuckerhaltigen Lebensmitteln wie etwa Schokolade, Chips oder Fast- Food sowie stark zuckerhaltigen Getränken wie Soft- Getränken oder Säften sollte vermieden oder zumindest reduziert werden beziehungsweise durch die anderen Lebensmittel kompensiert werden.

Ein Beispiel für die Reduktion von schnell resorbierbaren Kohlenhydraten wäre die Reduktion der Menge an Nudeln und der Ersatz durch Gemüse oder Salat.

Der häufige und ausgiebige Konsum von sehr fetthaltigen Speisen sollte auch eingeschränkt werden, darunter fallen Lebensmittel wie etwa Wurstwaren, fetten Käsesorten und diversen Fertigprodukten.

Unbedingt einzuhalten ist der Verzicht auf große Mengen von Alkohol. Dessen exzessiver Konsum begünstigt Entgleisungen des Zuckerhaushalts bis hin zu akuten Krampfanfällen im Rahmen von Unterzuckerung. Schließlich hemmt starker Alkoholkonsum die Freisetzung von Zucker aus der Leber, da dieses Organ dann vorrangig mit dem Abbau des Ethanols beschäftigt ist. Dies kann vor allem für insulinpflichtige Diabetiker sehr gefährlich werden. Ein generelles Alkoholverbot gibt es nicht, der Konsum sollte jedoch laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft auf etwa ein bis maximal zwei kleine Gläser pro Tag beschränkt werden.

Abgesehen vom Zuckeranteil sollte bei Diabetes auch der Fett- und Salzgehalt der Lebensmittel mit bedacht werden, da zur erfolgreichen Diabetestherapie auch die gute Einstellung des Blutdrucks und der Blutfette gehört.

Ernährungsbeispiel

Wichtig bei der Wahl der Lebensmittel ist es, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. So kann die erste Mahlzeit des Tages beispielsweise aus Haferflocken mit Milch und Obst bestehen. Eine gute Alternative stellt auch Vollkornbrot dar, da hier weniger schnell verfügbare Kohlenhydrate und mehr Ballaststoffe enthalten sind als in weißem Brot oder Brötchen. Dazu kann man eine Tasse Tee oder Kaffee trinken, allerdings sollte man beim Süßen davon auf die Menge beziehungsweise die Art des Süßstoffs achten. Insgesamt kann man für das Frühstück etwa 4 Broteinheiten veranschlagen.

Für Mittags gilt es, etwa die gleiche Menge an Einheiten zu berechnen. Ein Beispiel für eine Mahlzeit wären Kohlenhydrate in Form von Nudeln oder Kartoffeln mit Gemüse als Beilage. Vollkornnudeln stellen eine gesündere Alternative dar. Auch Fleisch kann verzehrt werden, solang es nicht zu fett und zu viel ist. Eine gute Alternative zu Fleisch kann auch Fisch sein.

Abends sollte die Menge an Broteinheiten auf etwa 2 reduziert werden. Einige Scheiben Vollkornbrot mit etwas Gemüse oder mit leichtem Frischkäse können dabei beispielsweise auf den Speiseplan kommen. Fettarmer Quark oder Naturjoghurt sind ebenfalls zu empfehlen.

Zur Gewichtsreduktion ist es hilfreich, abends komplett auf Kohlenhydrate zu verzichten, und zum Beispiel Eier, Gemüse, Quark oder Salat zu essen. 

Wichtig ist, keine Süßigkeiten zwischendurch zu essen.

Allgemeine Tipps zur Ernährung bei Diabetes

Allgemein gilt: was für alle gesund ist, tut auch dem Diabetiker gut.

Laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft gibt es für Diabetiker keine generellen Verbote. Im Gegenteil sollten Diabetes- Patienten darauf achten, ihre Ernährung möglichst abwechslungsreich zu gestalten und individuell an den eigenen Geschmack anzupassen. Als Maßstab sollte sich die Ernährung wenn möglich nur zur Hälfte aus Kohlenhydraten, einem Drittel Fetten und etwa 15% Eiweißen bestehen. Lediglich bei Zucker, Fetten und insbesondere bei Alkohol gilt es, den Konsum so gut es geht zu reduzieren.

Des Weiteren sollten Diabetiker kontinuierlich in ärztlicher Betreuung sein, um neben dem Blutzuckerwert auch die Blutfette und den Blutdruck regelmäßig kontrollieren zu können und so Langzeitschäden vorzubeugen. Außerdem können Ärzte über den Kohlenhydrat- und Kaloriengehalt einzelner Lebensmittel Auskunft geben.

Auch ausreichend Bewegung ist von elementarer Bedeutung und wirkt sich neben der Gewichtsreduktion sehr positiv auf den Krankheitsverlauf aus.

Insgesamt gesehen stellt Diabetes heutzutage eine Erkrankung dar, die gut therapierbar ist. Einige Betroffene schaffen es, den Blutzucker ohne Medikamente, nur durch eigenes Engagement im Normbereich zu halten. Durch die damit einhergehende Gewichtsnormalisierung kann häufig ein besseres Lebensgefühl erreicht werden. Die Umstellung des Lebensstil ist zwar eine Herausforderung, kann aber auch eine Bereicherung sein und als Motivation genutzt werden, auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers  zu hören und Sport, körperliche Aktivität sowie gesunde Ernährung in ihren Alltag zu integrieren. 

Weitere Therapiemaßnahmen bei Diabetes

Die Basistherapie des Diabetes Mellitus Typ II besteht zunächst aus einer Lifestyle- Änderung hinsichtlich einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend körperlicher Aktivität und einer Gewichtsnormalisierung. Allein diese Maßnahmen helfen meist schon deutlich, um den Blutzuckerspiegel im Blut zu senken.

Bleibt der Blutzuckerspiegel trotz dieser Maßnahmen nicht kontrollierbar, sollte eine medikamentöse Therapie erwogen werden. Als Mittel der ersten Wahl gilt dabei Metformin. Es gibt noch einige andere Wirkstoffe in Tablettenform. Reicht dies nicht aus, muss auch bei Typ- II- Diabetikern die Verabreichung von Insulin erwogen werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Medikamente bei Diabetes

Des Weiteren sollten der Blutdruck sowie die Blutfette optimal eingestellt werden.

Die Therapie von Typ- I- Diabetikern besteht dabei von Anfang an aus einer der Nahrung angepassten Insulineinnahme, da in ihrem Körper ein absoluter Insulinmangel vorherrscht, das bedeutet es ist gar kein Insulin vorhanden.

Sowohl Typ- I- als auch Typ- II- Diabetiker sollten sich im Laufe der Erkrankung regelmäßig bei ihrem Hausarzt vorstellen, um so eine kontinuierliche Kontrolle der wichtigen Parameter zu gewährleisten. Auch die Kontrolle der Füße nach eventuellen Wunden oder Verletzungen gehört zu diesen Vorsorgeuntersuchungen dazu. Außerdem sollten Diabetiker auch in augenärztlicher Betreuung sein, da eine gefürchtete Komplikation dieser Erkrankung die Schädigung der Netzhaut darstellt.

Bei konsequenter Einhaltung dieser Vorsorgemaßnahmen sowie Disziplin bei den Betroffenen stellt Diabetes Mellitus eine Erkrankung dar, die relativ gut beherrschbar ist und bei der die Komplikationen gänzlich verhindert oder sehr stark verzögert werden können.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.04.2018
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