Blutzucker

Synonyme

  • Blutzuckerspiegel
  • Blutzuckerwert
  • Blutglukose
  • Plasmaglukose

Englisch: blood sugar

Definition

Der Begriff Blutzucker bezeichnet die Konzentration des Zuckers Glukose im Blutplasma. Angegeben wird dieser Wert in den Einheiten mmol/l oder mg/dl.

Glukose spielt eine der wichtigsten Rollen bei der Energieversorgung des Menschen, sowohl als direkter Energielieferant als auch als Grundstoff zur Energiespeicherung in Form von Fetten oder Glykogen.

Um eine kontinuierliche Energieversorgung des Körpers gewährleisten zu können, muss der Blutzucker auf einem einigermaßen konstanten Pegel im Blut gehalten werden, der nüchtern zwischen 60 und 100 mg/dl (entsprechend 3,3 und 5,6 mmol/l) liegen sollte. Bei Blutzuckerwerten darüber spricht man von einer Hyperglykämie (Überzuckerung), bei Werten darunter von einer Hypoglykämie (Unterzuckerung).

Insbesondere Gehirn und rote Blutkörperchen sind auf eine ausreichende Blutzuckerkonzentration angewiesen, da diese ihren Energiebedarf nicht bzw. nur zu einem geringen Anteil durch andere Energielieferanten (bspw. durch Fettabbau) decken können.


Regulation

Für die Einstellung des Blutzuckerspiegels sind im Organismus insbesondere zwei Hormone von Bedeutung:

Diese regeln als die Hauptakteure in einem komplexen Mechanismus die Konzentration des Blutzuckers.
Wird nun mit der Nahrung Glukose, die in den meisten Kohlenhydraten enthalten ist, zugeführt und gelangt ins Blut, so steigt der Blutzuckerspiegel zunächst einmal an. Dieser Anstieg hat ab einem bestimmten Schwellenreiz eine Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse zur Folge. Das Insulin nun bewirkt, dass die neu aufgenommene Glukose in die Zellen (nur Nervenzellen sind völlig insulinunabhängig) gelangen kann, insbesondere in Muskel- und Leberzellen, wo sie entweder direkt verstoffwechselt wird oder aber insulingestützt in Energiespeicherformen umgewandelt wird.

Bei einer Hungerphase hingegen fällt der Blutzuckerpegel ab, wodurch Glukagon, ebenfalls aus der Bauchspeicheldrüse, freigesetzt wird.
Glukagon wirkt als Gegenspieler zu Insulin und bewirkt eine vermehrte Freisetzung von Glukose aus den Energiespeichern ins Blut, um den Spiegel zu erhöhen und somit eine ausreichende Glukoseversorgung zu gewährleisten.

Auch die „Stresshormone“ Adrenalin und Noradrenalin sowie Nebennierenrindenhormone wie Cortisol bewirken einen raschen Blutzuckeranstieg (Hyperglykämie).

Hyperglykämie

Eine Erhöhung des Blutzuckers über den Normwert hinaus bezeichnet man als Hyperglykämie.
Sie ist meist ausgelöst durch einen Diabetes mellitus, entsteht jedoch auch normalerweise für kurze Zeit nach einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit.
In starker Ausprägung zeigen sich unter anderem:

  • vermehrter Harndrang
  • gesteigertes Durstgefühl
  • trockene Haut und Schleimhäute
  • Schwindel
  • bis im schlimmsten Falle zum hyperglykämischen Koma.

Hypoglykämie / Unterzuckerung

Von einer Unterzuckerung im laborchemischen Sinne spricht man ab einem Wert von unter 45 mg/dl. Die Symptome eines Blutzuckerabfalls variieren von Person zu Person stark.
Zeichen dafür können:

Ausgelöst werden kann eine Unterzuckerung beispielsweise durch:

Lesen Sie auch mehr zur Unterzuckerung unter unserem Thema: Unterzuckerung

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.04.2017
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