Blutbild

Einleitung

Das Blutbild ist eine einfache und meist kostengünstige Untersuchungsmethode des Arztes, mit der mittels einer Blutentnahme aus dem venösen Blut des Patienten bestimmte Marker und Parameter im Blutserum laborchemisch gemessen und bestimmt werden können.

Die Auswertung der Blutprobe erfolgt dabei mittlerweile weitestgehend automatisch durch ein dafür spezialisiertes Gerät in den Laboratorien, sogenannte Hämatologiegeräte, nur bei bestimmten Fragestellungen werden Blutausstriche durch das Laborpersonal selbst unter dem Mikroskop begutachtet. Neben der Beurteilung der Blutzellen, der festen Blutbestandteile und des Blutfarbstoffes, können auch zahlreiche organspezifische Parameter (z.B. Leberwerte, Nierenwerte, Elektrolyte, Schilddrüsenwerte etc.) aus dem Blutserum bestimmt werden. Diese Organwerte werden aber nicht im Blutbild im eigentlichen Sinne bestimmt, sondern aus dem Blut, dass in ein eigenes Röhrchen abgenommen wird.

Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen der Abnahme eines kleinen und eines großen Blutbildes. Das kleine Blutbild stellt dabei die Basisdiagnostik in der Blutuntersuchung dar, bei dem nur die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen (Erythrozyten, Leukozyten), der Blutplättchen (Thrombozyten), der Blutfarbstoffgehalt (Hämoglobin) und das Verhältnis von festen zu flüssigen Blutanteilen (Hämatokrit) bestimmt wird.

Das große Blutbild ist hingegen eine Erweiterung: Das kleine Blutbild wird mit dem sogenannten Differentialblutbild kombiniert, in dem die Unterklassen der weißen Blutkörperchen einzeln und separat in ihrer vorhandenen Anzahl bestimmt werden.

Desweiteren sind zahlreiche andere Parameter bestimmbar, die allerdings nicht in die Kategorien „kleines“ oder „großes“ Blutbild passen, sondern entweder ergänzend bestimmt werden oder je nach Fragestellung organspezifisch wegweisend sind (Leber-, Nierenwerte etc.)

Sowohl das große, als auch das kleine Blutbild werden dabei aus sogenanntem EDTA-Blut ermittelt: Das zu untersuchende Blut des Patienten wird mittels eines EDTA-Röhrchens abgenommen, in dem ein Stoff enthalten ist, der das Blut in seiner Gerinnung hemmt und somit auch außerhalb des Körpers für das Labor untersuchungsfähig hält.


Das kleine Blutbild

Das kleine Blutbild stellt die Basisform des Blutbildes dar. Zu den Parametern, die in einem kleinen Blutbild durch das Labor bestimmt werden, zählen die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozytenzahl), die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozytenzahl), die Zahl der Blutplättchen (Thrombozytenzahl), die Konzentration des roten Blutfarbstoffes im Blut (Hämoglobinkonzentration), die Menge der festen Blutbestandteile bzw. das Verhältnis von festen zu flüssigen Blutbestandteilen (Hämatokrit) und die sogenannten Erythrozyten-Indices MCH (mittlere korpuskuläre Hämoglobinmenge eines einzelnen Erythrozyten), MCV (mittleres korpuskuläres Volumen eines einzelnen Erythrozyten) und MCHC (mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration aller Erythrozyten).

Das große Blutbild

Ein großes Blutbild ist die Kombination aus einem kleinen Blutbild (Hb, Anzahl an Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten, MCH, MCHC, MVC) sowie einem Differential-Blutbild (Aufgliederung der einzelnen weißen Blutkörperchen). Beim großen Blutbild werden die Untergruppen der weißen Blutkörperchen näher untersucht. Veränderungen in ihrer Aufteilung lassen Hinweise auf verschiedene Erkrankungen zu, da jede Untergruppe seine eigene spezielle Aufgabe hat. In Prozent würde die Aufteilung wie folgt aussehen:

  • 60% Neutrophile Granulozyten (=Stabkernige und Segmentkernige Granulozyten)
  • 30% Lymphozyten
  • 6% Monozyten
  • 3% Eosinophile Granulozyten
  • 1% Basophile Granulozyten

Die Granulozyten stellen hierbei den Hauptanteil der weißen Blutkörperchen dar, gefolgt von den Lymphozyten und Monozyten.

Grund zur Veranlassung eines großen Blutbildes sind Verdachtsdiagnosen, wie z.B. Erkrankungen des Blutsystems, schwere Systemerkrankungen, Infektionen, Parasitenbefall (z.B. Malaria etc.) oder angeborene Störungen der roten Blutkörperchen (z.B. Sichelzellanämie).

Wichtige Werte

Erythrozyten

Erythrozyten sind rote Blutkörperchen, deren Hauptaufgabe es ist Sauerstoff im Blut zu transportieren. Dazu wird Sauerstoff an das Protein Hämoglobin gebunden, welches im Inneren der Erythrozyten vorhanden ist. Die Normwerte für Erythrozyten liegen bei einem gesunden erwachsenen Mann zwischen 4,3 bis 5,9 Millionen/µL Blut; bei einer gesunden erwachsenen Frau zwischen 3,5 und 5,0 Millionen/µL.

Die Bildung von Erythrozyten geschieht im Knochenmark und endet in Leber und Milz. Die normale Überlebensdauer der roten Blutkörperchen liegt ungefähr bei 120 Tagen. Krankhafte Veränderungen von Erythrozyten können Anzahl, Form, Größe und Funktion betreffen und können mit Hilfe eines Blutbildes aufgedeckt werden. Ist die Anzahl der Erythrozyten erniedrigt, so liegt meist eine Blutarmut (Anämie) vor. Ursachen für eine Blutarmut können akute oder chronische Blutungen, Nierenerkrankungen (renale Anämie) oder ein Eisen- oder Vitamin-B-12- und Folsäuremangel sein. Auch Leukämien oder andere Krebsarten können mit erniedrigten Erythrozytenwerten einhergehen.

Gehen Erythrozyten vorzeitig zu Grunde, so wird dies als hämolytische Anämie bezeichnet. Ursachen hierfür können angeborene Erythrozytendefekte, Infektionen oder Schwermetallvergiftungen sein.

Erhöhte Erythrozytenwerte dagegen liegen meist bei einem Sauerstoffmangel vor, der beispielsweise durch Erkrankungen von Lunge oder Herz oder durch einen Aufenthalt in großer Höhe bedingt sein kann. Auch Erkrankungen des Knochenmarks, wie z.B. die Polycythaemia vera, können mit erhöhten Erythrozytenwerten einhergehen.

Zu kleine Erythrozyten werden Mikrozyten genannt. Diese treten meist bei einem Eisenmangel auf. Zu große Erythrozyten (auch Makrozyten genannt) sind meist Folge von Alkoholkonsum oder eines Vitamin-B-12- und Folsäure-Mangels. Formveränderte Erythrozyten können bei Blutarmut, genetischen Defekten (Sichelzellenanämie) oder bei Herzklappenersatz auftreten. Folge ist meist ein vermehrter Abbau der Erythrozyten mit folgender Blutarmut.

Hämoglobin

Hämoglobin wird auch als roter Farbstoff der Erythrozyten bezeichnet und besitzt die Aufgabe Sauerstoff im Innersten der roten Blutkörperchen zu binden. Die Normalwerte für Hämoglobin liegen bei einem erwachsenen Mann zwischen 13 und 18; bei Frauen zwischen 11 und 16.

Ein verminderter Hämoglobinwert liegt bei Anämien (Blutarmut), bei Nierenerkrankungen oder bei entzündlichen Darmerkrankungen, wie dem Morbus Crohn vor. Einen erhöhten Hämoglobin-Wert findet man bei erhöhten Erythrozytenzahlen, z.B. bei Aufenthalten in großen Höhen vor.

MCV

Der MCV-Wert ist ein Blutwert, der im Rahmen der Abnahme eines kleinen Blutbildes durch den Arzt zur Bestimmung veranlasst und durch das Labor ermittelt werden kann. MCV ist dabei die Abkürzung für das sogenannte „mittlere korpuskuläre Volumen“ der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), womit das mittlere Volumen eines einzelnen roten Blutkörperchens gemeint ist.

Berechnet wird dieser Wert im Labor in der Regel anhand der Lichtbrechung der Erythrozyten durch ein bestimmtes Gerät (Durchflusszytometrie) oder anhand einer einfachen Rechenformel, bei der der Wert des zellulären Blutanteils (Hämatokrit) durch die gesamte Erythrozytenzahl im Blut geteilt wird.

Der Normbereich für den MCV-Wert liegt in etwa zwischen 83 und 97 fl (Femtoliter).
Er gilt in der (Blut-)Diagnostik als einer der wichtigen Marker für verschiedene (Blut-)Erkrankungen, insbesondere für die Blutarmut (Anämie).

In der Regel wird der MCV-Wert zusammen mit dem MCH- und dem MCHC-Wert bestimmt und ermöglicht dann eine wichtige Unterteilung einer bestehenden Blutarmut. Ist der MCV-Wert vermindert, ist dies oftmals ein Anzeichen dafür, dass die roten Blutkörperchen zu klein sind (mikrozytär), ist er zu hoch, sind demnach die Erythrozyten vom Volumen her zu groß (makrozytär).

MCH

Wie auch der MCV-Wert, ist der MCH-Wert ein Blutwert, der im Rahmen der Abnahme eines kleinen Blutbildes durch das Labor bestimmt werden kann.
MCH steht dabei für den „mittleren korpuskulären Hämoglobingehalt“, als den roten Farbstoffgehalt, den jedes einzelne rote Blutkörperchen (Erythrozyt) aufweist.

Berechnet wird dieser Wert im Labor in der Regel automatisch durch ein bestimmtes Gerät (Durchflusszytometrie), das anhand der Lichtbrechung in den roten Blutkörperchen den Farbstoffgehalt in den Erythrozyten messen kann.
Rechnerisch kann der MCH-Wert allerdings auch dadurch ermittelt werden, dass der ebenfalls im Blutbild bestimmbare gesamte Hämoglobinwert durch die gesamte Erythrozytenzahl geteilt wird. Die Norm für den MCH-Wert liegt zwischen 28 und 33 pg (picogramm).

Wie auch der MCV- und der MCHC-Wert, ist der MCH-Wert ein diagnostischer Marker für Erkrankungen des Blutsystems, allen voran der Blutarmut (Anämie). Ist der MCH-Wert erniedrigt, ist dies ein Anzeichen dafür, dass die roten Blutkörperchen zu wenig roten Farbstoff enthalten (hypochrom), ist er erhöht, enthalten sie dementsprechend zu viel davon (hyperchrom).

MCHC

Der MCHC-Wert ist neben dem MCV- und dem MCH-Wert ein weiterer wichtiger diagnostischer Marker für Erkrankungen des Blutsystems – allen voran für die Blutarmut (Anämie) –, der im Rahmen der Abnahme eines kleinen Blutbildes durch das Labor bestimmt werden kann. Die Abkürzung MCHC steht dabei für die „mittlere korpuskuläre Hämoglobin-Konzentration“, also der Konzentration des gesamten roten Farbstoffes (Hämoglobin) aller Erythrozyten im Blut des jeweiligen Patienten.

Errechnet werden kann dieser Wert, indem die gesamte, ebenfalls vom Labor bestimmbare, Konzentration des roten Farbstoffes durch den Wert der festen Blutbestandteile (Hämatokrit) im Blut geteilt wird. Ein weiterer Weg zur Ermittlung des MCHC-Wertes ist, ihn aus den möglicherweise bereits bekannten MCH- und MCV-Werten zu errechnen (MCHC = MCH/MCV). Die Norm für den MCHC-Wert liegt dabei zwischen 30 und 36 g/dl (Gramm pro Deziliter). Anders als der MCV- und der MCH-Wert, ändert sich der MCHC-Wert oftmals kaum, da sich der MCH- und der MCV-Wert in der Regel gemeinsam in die gleiche Richtung bewegt, sie also zusammen ansteigen oder abfallen und der Quotient somit der gleiche bleibt. Deshalb dient der MCHC-Wert dem beurteilenden Arzt im Allgemeinen meist nur als Plausibilitätskontrolle.

Leukozyten

Leukozyten oder „Weiße Blutkörperchen“ sind bestimmte Zellen im Blut, deren Hauptaufgabe die Abwehr von Krankheitserregern ist. Die Bildung und Reifung der Leukozyten geschieht im Knochenmark aus einer gemeinsamen Vorläuferzelle (Stammzelle). Fehlprogrammierte oder defekte Leukozyten werden meist noch im Knochenmark entfernt; funktionstüchtige, ausgereifte Leukozyten werden dann ins Blut abgegeben. In einigen Fällen kann es jedoch zum Überleben „Falsch-programmmierter Leukozyten“ kommen. Diese können dann körpereigene Zellen und Gewebe angreifen und zerstören. Folge sind Autoimmunerkrankungen wie der bekannte Lupus erythematodes oder die Multiple Sklerose.Die Bestimmung der Leukozyten gehört zu den Routineuntersuchungen im Blut. Sie werden bei Verdacht auf Entzündungen oder Infektionen, bei Verdacht auf Leukämien, bei Infarkten und Vergiftungen, sowie bei Bestrahlungen oder immunsupprimierenden Therapien durchgeführt.

Die Normwerte für Erwachsene sollten dabei zwischen 4-10.000 Leukozyten/µL liegen. Typische Erkrankungen die mit zu niedrigen Leukozyten einhergehen sind u.a. Viruserkrankungen, bakterielle Erkrankungen wie Typhus, Knochenmarkserkrankungen, bei denen die Neubildung von Leukozyten verhindert wird oder eine Überfunktion der Milz (Hypersplenomegalie), bei denen Leukozyten schneller abgebaut werden. Erhöht sind die weißen Blutkörperchen bei Entzündungen (z.B. bei einer Lungenentzündung), bei vielen bakteriellen Infektionen, bei Leukämien (Blutkrebs) oder bei einem sehr starken Nikotinkonsum, diese wird auch als „isolierte Leukozytose“ benannt.

Eine Erhöhung der Lymphozyten liegt vor allem bei viralen Infektionen (Mumps, Masern), Autoimmunerkrankungen oder Leukämien vor. Eine Erniedrigung kann im Rahmen verschiedener Krebsarten oder Medikamentennebenwirkungen erfolgen.

Monozyten sind v.a. bei einer Tuberkulose erhöht. Bei den Granulozyten sind je nach Ursache der Erkrankung unterschiedliche Subklassen der Granulozyten erhöht. Neutrophile Granulozyten sind vor allem bei bakteriellen Infektionen erhöht. Bei schweren Infekten wie einer Sepsis, kommt es oft zu der sogenannten Linksverschiebung. Hier werden, bedingt durch den hohen Bedarf an zellulärer Abwehr, auch Vorstufen, also unreife Granulozyten ausgeschüttet. Dieser Effekt zeigt sich im Großen Blutbild als Linksverschiebung. Eosinophile Granulozyten sind v.a. bei einem Parasitenbefall durch Würmer oder bei allergischen Reaktionen erhöht. Basophile Granulozyten sind v.a. bei Blutkrebsarten wie der Chronisch-Myeloischen-Leukämie erhöht. Sind Leukozyten, Erythrozyten und Thrombozyten erniedrigt, so spricht man von einer Panzytopenie (Erniedrigung aller Zellreihen). Dies ist meist ein Hinweis auf starke Knochenmarksschädigungen. Sind zwei oder mehr Zellreihen verändert (z.B. Erhöhung der Leukozyten und Erniedrigung der Erythrozyten), so ist dies meist ein Hinweis auf eine Leukämie.

Thrombozyten

Thrombozyten sind kleine, scheibenförmige Blutplättchen, die im Körper für die Blutgerinnung zuständig sind. Diese spielt v.a. bei Schnittverletzungen eine wichtige Rolle. Gibt es zu wenige oder zu viele funktionslose Thrombozyten im Körper, so kann eine Blutung nur unzureichend gestillt werden. Die Folge ist, dass Verletzungen länger bluten. Die normale Überlebenszeit von Thrombozyten beträgt 5-9 Tage. Anschließend werden sie in Leber und Milz abgebaut. Thrombozyten werden meist routinemäßig bei einem Blutbild mitbestimmt oder speziell bestimmt wenn Patienten plötzlich stärker bluten als sonst, wenn Thrombosen auftreten oder wenn eine Heparintherapie überwacht werden soll.

Die Normwerte für Thrombozyten betragen bei Erwachsenen 150.000 bis 400.000 pro Mikroliter. Ursachen für eine Thrombozytopenie (zu wenig Thrombozyten) können u.a. Leukämien und myelodysplastische Syndrome, Autoimmunerkrankungen wie die TTP oder die Immunthrombozytopenie, chronische Leberschäden oder ein Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) sein. Fälle, bei denen die Anzahl der Thrombozyten erhöht sind, sind akute Infektionen, Tumorerkrankungen oder myeloproliferative Erkrankungen, wie die essenzielle Thrombozythämie.

CRP (C-reaktives Protein)

Hinter der Abkürzung CRP steckt der Begriff „C-reaktives protein“, der für ein Protein im Plasma des Menschen steht, welches in der Leber produziert und dann ins Blut abgegeben wird.
Es gehört zu den sogenannten „Akute-Phase-Proteinen“ und ist damit im weiteren Sinne ein Protein des Immunsystems, welches in einer „Akuten-Phase“ die Abwehrmechanismen in Gang setzt und in sich in der Folge an Bakterien anlagert, sodass dann das Komplementsystem (Teil des Immunsystems) und bestimmte Abwehrzellen (z.B. Makrophagen) aktiviert werden.
Das CRP liegt unter physiologischen bzw. gesunden Umständen nur in sehr geringen Mengen im Blut vor, die Norm beläuft sich auf einen oberen Grenzwert von 1mg/dl.

Erhöht ist der CRP-Wert immer dann, wenn entzündliche Prozesse im Körper auftreten (z.B. infektiöse und nicht-infektiöse Entzündungen wie z.B. Atemwegs- oder Harnwegsinfektionen, Blinddarm- oder Gallenblasenentzündungen etc.), wobei allerdings nicht auf eine spezifische Erkrankung rückgeschlossen werden kann, sodass zur genaueren Diagnostik weitere Untersuchungen folgen müssen. Generell steigt der CRP-Wert bei bakteriellen Infektionen stärker an als bei viralen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: CRP-Wert

Normwerte des großen Blutbildes

Bei Männern

  • Stabkernige Granulozyten : 150-400/µL
  • Segmentkernige Granulozyten: 3.000-5.800/µL
  • Eosinophile Granulozyten : 50-250/µL
  • Basophile Granulozyten : 15-50/µL
  • Lymphozyten : 1.500- 3.000/µL

Bei Frauen

  • Stabkernige Granulozyten : 150-400/µL
  • Segmentkernige Granulozyten: 3.000-5.800/µL
  • Eosinophile Granulozyten : 15-50/µL
  • Basophile Granulozyten : 1500-3000/µL
  • Lymphozyten : 285-500/µL

Kosten des Blutbildes

Die Kosten für eine Blutbild-Untersuchung unterscheiden sich von Fall zu Fall, in Abhängigkeit davon, ob der betroffene Patient der gesetzlichen oder der privaten Krankenkasse angehört und in welchem Ausmaß die Blutuntersuchung durchgeführt wird (kleines Blutbild, großes Blutbild, Zusatzwerte wie z.B. Leberwerte, Entzündungswerte, Schilddrüsenwerte, Nierenwerte, Eletrolyte etc.).

Im Allgemeinen bezahlen die Krankenkassen eine Routine-Blutbild-Bestimmung durch den behandelnden Arzt alle zwei Jahre, besteht jedoch eine plausible medizinische Notwendigkeit für häufigere Blutentnahmen, werden auch diese in der Regel von den Kassen übernommen.

Blutentnahmen ohne medizinische Indikation, rein auf Wunsch des Patienten, müssen hingegen oftmals aus eigener Tasche bezahlt werden. Die Kosten hierfür setzen sich dann wie folgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOA) zusammen: Die Blutentnahme an sich kostet 4,20€, die symptombezogene Untersuchung des Blutes 10,72€ und die ärztliche Beratung kostet 10,72 (<10 Min Gesprächszeit) – 20,11€ (>10 Min Gesprächszeit), die sowohl vor der Blutentnahme als Aufklärung, als auch nach der Blutentnahme zur Ergebnisbesprechung stattfinden kann.

Leberwerte

Leberwerte“ ist ein Begriff für die im Blutserum messbare Konzentrationen von bestimmten Enzymen, die zum größten Teil in den Leberzellen gebildet und somit als leberspezifische Parameter bzw. Marker angesehen werden können.
Sie werden in der Regel im Rahmen der Diagnostik von Leber- und auch Gallenwegserkrankungen bestimmt. In der Routinediagnostik wird dabei die Konzentration von vier Enzymen bestimmt: die Gamma-Glutamyl-Transferase (kurz: Gamma-GT/gGT), die Glutamat- Pyruvat- Transaminase (kurz: GPT, auch Alanin-Aminotransferase – kurz: ALT oder ALAT – genannt), die Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (kurz: GOT, auch Aspartat-Aminotransferase – kurz: AST oder ASAT – genannt) und die alkalische Phosphatase (kurz: AP).

Lesen Sie dazu auch unsere Seite Leberwerte, Bilirubin

Der leberspezifischste Wert ist dabei die GPT, der empfindlichste Leber- und Gallenwegsmarker die gGT (GOT und GPT steigen oftmals erst bei stärkerer Schädigung der Leberzellen) und stärkste Marker für Gallenwegserkrankungen, wie z.B. ein Gallestau druch Gallensteine, ist die AP.

GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase)

Die GPT zählt zu den spezifischen Leberwerten, da sie hauptsächlich in den Zellen der Leber zu finden ist, sie kommt daneben aber auch in geringen Mengen in den Zellen der Skelett- und Herzmuskulatur vor, wobei ihre Aufgabe in erster Linie in der Beteiligung am Eiweißstoffwechsel der Zellen bzw. des jeweiligen Organs liegt.
Ist der GPT-Wert im Blutbild des Patienten erhöht, kann dies in der Regel also ein Anzeichen dafür sein, dass eine Erkrankung der Leber- und/oder Gallenwege vorliegen kann (z.B. Leberentzündung, Fettlebererkrankung, Medikamenten-/Alkoholmissbrauch, Gallenwegsverlegung durch Gallensteine etc.).

Die GPT stellt dabei das Enzym dar, das am leberspezifischsten ist, da es am wenigsten in anderen Organen gebildet wird. Bei einer eventuellen Leberschädigung steigt es von den Leberwerten jedoch nicht am frühesten an (die gGT steigt beispielsweise früher an), da sich das Enzym im Inneren der (Leber-/Gallenwegs-)Zellen befindet, und erst dann ins Blut freigesetzt wird, wenn diese soweit geschädigt werden, dass die zugrunde gehen.

Lesen Sie mehr hierzu auf unserer Seite "Erhöhte Leberwerte".

AP (Alkalische Phosphatase)

Die Alkalische Phosphatase (AP) ist typischerweise bei Erkrankungen der Gallengänge (Gallenstau, Virushepatitis) und bei Störungen im Knochenstoffwechsel (Rachitis, Osteomalazie, M. Paget) erhöht.

Der INR ist der moderne Referenzwert des früher verwendeten Quick-Werts und ist ein Maß für die Blutgerinnung des Menschen. Um die Blutgerinnung international vergleichbar zu machen, wurde der INR erfunden, da der früher oft verwendete Quick-Wert stark von den unterschiedlich verwendeten Labormethoden eines Labors abhängig war.

Der INR-Wert wird mittels Zitratbluts bestimmt, welches eine vorzeitige Blutgerinnung im Röhrchen verhindert. Erst im Labor wird dann die Blutgerinnung mittels spezieller Stoffe aufgehoben und die Zeit bis zur Entstehung des ersten Blutgerinnsels gemessen. Bei gesunden Menschen beträgt diese Zeit 20 Sekunden. Dies würde einem INR von 1 (Quickwert = 100%) entsprechen. Bei bestimmten Erkrankungen, wie einem Vitamin-K-Mangel (i.R. Schwerer Lebererkrankungen oder bei Aufnahmestörungen von Vitamin K aus dem Darm), bei einer Cumarin-oder Marcumar-Therapie oder bei einem Mangel an Fibrinogen kann der INR erhöht sein, bzw. der Quick erniedrigt.

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema: INR

Ammoniak ist ein übel riechendes Gas, welches im Darm von Bakterien aus unverdauten Eiweißmahlzeiten produziert wird. Eine gesunde Leber kann das schädliche Ammoniak über das Blut abfangen und verstoffwechseln, bevor es Schäden im menschlichen Körper anrichtet.

Ist die Leberleistung dagegen jedoch so stark vermindert, dass sie den Ammoniak nicht mehr abfangen und entgiften kann; so gelangt der Ammoniak in den großen Blutkreislauf. Vor allem am zentralen Nervensystem (ZNS) kann Ammoniak schwere Schäden anrichten. Eine typische Folge wäre die Hepatische Enzephalopathie, die mit Krämpfen, Verwirrtheitszuständen und Koma einhergehen kann.

Normwerte für Leberwerte bei Männern

  • GOT (auch ASAT) : 10-50 U/L| 10-30 U/L
  • GPT (auch ALAT) : 10-50 U/L| 10-35 U/L
  • GGT (Gamma-GT) : < 66 U/L| < 39 U/L
  • GLDH : < 6,4 U/L| < 4,8 U/L
  • Bilirubin : < 1,1 mg/dL| < 1,1 mg/dL
  • Alkalische Phosphatase (AP) : 40-129 U/L| 35-104 U/L

Normwerte für Leberwerte bei Frauen

  • GOT (auch ASAT) : 10-30 U/L
  • GPT (auch ALAT) : 10-35 U/L
  • GGT (Gamma-GT) : < 39 U/L
  • GLDH : < 4,8 U/L
  • Bilirubin : < 1,1 mg/dL
  • Alkalische Phosphatase (AP) : 35-104 U/L

Nierenwerte

GFR

Hinter der Abkürzung GFR im Rahmen der Blutuntersuchung verbirgt sich die sogenannte „glomeruläre Filtrationsrate“. Es ist ein Nierenwert, der das Blutvolumen angibt, das pro Zeiteinheit von der Niere (bzw. dem Filtrationsapparat der Niere) filtriert und damit „gereinigt“ wird.

Die GFR stellt neben anderen Nierenwerten des Blutbildes einen wichtigen Parameter dar, der zur Beurteilung der Nierenfunktion herangezogen werden kann. Ein Problem bei der Bestimmung des Wertes ist, dass es nicht direkt im Blutserum gemessen werden kann, sondern anhand der sogenannten Kreatininclearance ermittelt werden muss. Ist die glomeruläre Filtrationsrate vermindert, kann dies somit ein Hinweis auf eine Niereninsuffizienz sein. Der GFR-Wert dient damit nicht nur der Diagnostik oder dem Screening von Nierenfunktionsstörungen, sondern kann gleichermaßen auch zur Verlaufsbeobachtung und zum Monitoring von Nierenerkrankungen herangezogen werden.

Der Normwert für die GFR liegt bei um die 20 Jahre alten Patienten mit einem normalen, gesunden Blutdruck in etwa bei 120 ml/Min. Der Normwert kann allgemein betrachtet individuell schwanken, je nach Tageszeit, den zugrunde liegenden Blutdruckverhältnissen des Patienten sowie je nach Alter, Körpergröße und Gewicht.

Leukämie

Für die Diagnostik einer vermuteten Leukämie bzw. leukämischen Erkrankung sowie für die Verlaufskontrolle und das Monitoring von an Blutkrebs erkrankten Patienten, ist die Blutabnahme und die Blutbildbestimmung ein wichtiges Hilfsmittel. Durch die Ermittlung eines großen Blutbildes kann anhand des Differentialblutbildes festgestellt werden, ob und wie sich die weißen Blutkörperchen im Blutserum des jeweils betroffenen Patienten (bösartig) verändert haben und ob eventuell auch andere Zellreihen, wie die roten Blutkörperchen oder die Blutplättchen mitbetroffen sind und von den Normwerten abweichen.
Dadurch ist es dementsprechend möglich zwischen verschiedenen Arten und Untergruppen der Leukämien zu unterscheiden, das Ausmaß der Erkrankung einzuschätzen oder – im Verlauf der TherapieBehandlungserfolge einzuschätzen.

Liegt eine Leukämie vor, kann sich diese im Blutbild ganz verschieden zeigen: Die weißen Blutkörperchen können dabei entweder erniedrigt oder erhöht, manchmal aber sogar auch normwertig und unauffällig sein, je nach Art und Stadium der Blutkrebserkrankung.
Die roten Blutkörperchen und die Blutplättchen sind hingegen meist erniedrigt, da die Bildung dieser Zellen oftmals durch die Mehrbildung weißer Blutkörperchen unterdrückt wird. Eine Blutuntersuchung allein reicht zur Leukämiediagnostik jedoch meist nicht zur absolut sicheren Diagnosestellung aus, sodass ihr meist noch eine Knochenmarksuntersuchung folgt.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Wie erkennt man Leukämie?

Weitere Informationen zum Thema Blutbild

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 09.01.2018
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