Blutplättchen

Einleitung

Blutplättchen, oder auch Thrombozyten, sind Zellen im Blut, die bei der Blutgerinnung, also der Blutungsstillung eine wichtige Rolle spielen. Sie sind neben den roten Blutkörperchen und den Immunzellen (Leukozyten) einer der Hauptbestandteile des Blutes. Der Fachbegriff Thrombozyt für Blutplättchen leitet sich aus dem griechischen von thrombos für "Klumpen" ab, was auch ihre Funktion sehr treffend beschreibt - Sie bilden Klumpen.


Bildungsort der Blutplättchen

Die Thrombozyten werden im Knochenmark gebildet. Hier sind sogenannte Megakaryozyten (thrombozytenbildende Riesenzellen), aus denen die Thrombozyten abgeschnürt werden. Dabei können aus einem Megakaryozyten bis zu 8000 Thrombozyten abgeschnürt werden. Diesen Vorgang nennt man Thrombopoese. Die Bildung von Thrombozyten aus Megakaryozyten wird durch das Hormon Thrombopoietin gefördert.

Lebensdauer und Anzahl der Blutplättchen

Im Blut gibt es normalerweise zwischen 150.000 und 380.000 Thrombozyten pro µl Blut. Damit sind sie die zweithäufigsten Zellen im Blut. Die Lebensdauer der Blutplättchen liegt bei etwa acht bis zwölf Tagen.

Größe der Blutplättchen

Thrombozyten sind kleine scheibenartige Plättchen mit einem Durchmesser zwischen 1,5 und 3 µm und sind damit die kleinsten Zellen im Blut. Aufgrund ihrer geringen Größe haben sie auch keinen Zellkern. Während der Blutstillung ändern die Thrombozyten ihre Form und kriegen kleine Ausläufer in alle Richtungen (Pseudopodien). Auf diese Weise können sie ihre Oberfläche vergrößern.

Blutplättchen Normwerte

Die Thrombozyten Normwerte sind je nach Altersgruppe unterschiedlich. Bei Erwachsenen sollten zwischen 150.000 und 350.000 Thrombozyten pro µl Blut vorhanden sein. Bei Neugeborenen sind nur 100.000 bis 250.000 Thrombozyten pro µl Blut normal und bei Jugendlichen (bis 17 Jahre) sind es 200.000 bis 400.000 Thrombozyten pro µl Blut. Von einer Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) spricht man bei einem Wert kleiner 150.000 Thrombozyten pro µl Blut. Von einer Thrombozytose spricht man ab einem Wert von 500.000 Thrombozyten pro µl Blut.

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Aufgaben der Blutplättchen

Die Blutplättchen (Thrombozyten) haben die Aufgabe der Blutgerinnung. Wenn in einem Gefäß eine Verletzung auftritt, sollen die Blutplättchen eine größere Blutung verhindern, indem sie das Gefäß möglichst schnell wieder verschließen. Dies funktioniert, indem bei einer Gefäßverletzung Botenstoffe freigesetzt werden. Die Thrombozyten werden mit dem Blutstrom zu der verletzten Stelle transportiert und werden durch die Botenstoffe aktiviert. Sie können nun an spezifische Rezeptoren (Andockstellen) auf dem Gewebe unter dem verletzten Gefäß binden. Nach der Bindung werden verschiedene Mechanismen aktiviert. Zum einen setzen die Thrombozyten Stoffe frei, die dazu führen, dass noch mehr Thrombozyten an die verletzte Stelle gelangen und an die bereits vorhandenen Thrombozyten binden. Dabei werden die Blutplättchen aktiviert und verändern ihre Form. Sie bilden kleine Fortsätze in verschiedene Richtungen aus und können so miteinander verklumpen. Auch dabei gibt es verschiedene Modulatoren, die Gerinnungsfaktoren, z.B. den von-Willebrand-Faktor, die diese Reaktion unterstützen. Man nennt die Reaktion auch Thrombozytenaggregation. Hier setzen auch manche Medikamente (Thrombozxtenaggregationshemmer genannt) an, zum Beispiel Aspirin (ASS).

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Die verbundenen Blutplättchen bilden einen Pfropf, den man roter Thrombus nennt. Dieser verschließt die Verletzung vorübergehend. Gleichzeitig schütten die Thrombozyten weitere Substanzen aus, die die Gerinnungskaskade aktivieren. Dies führt dazu, dass über die Aktivierung einer Reihe von Substanzen zuerst Thrombin und schließlich Fibrin aktiviert wird. Das Fibrin bildet nach der Aktivierung durch Thrombin Fäden aus und bildet so einen Pfropf. Diesen nennt man weißer Thrombus. Er verschließt die Gefäßverletzung endgültig. Diesen Teil der Blutstillungsreaktion nennt man Blutgerinnung. In die Blutgerinnung kann man auch mit verschiedenen Medikamenten eingreifen (Gerinnungshemmer). Dies sind zum Beispiel Heparine (Clexane Spritze z.B. nach Operationen).

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Im Normalfall befinden sich stets 150.000 – 380.000 Blutplättchen in einem Mikroliter Blut, was bei einem 80 Kilo schweren Mann mehrere Billionen Zellen sind. Dennoch erscheint ihre Anzahl verschwindend gering, wenn man an die 4-5 Millionen roten Blutkörperchen (oder auch Erythrozytenpro Mikroliter Blut denkt, die sich in einem durchschnittlichen Menschen befinden.

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Erkrankungen der Blutplättchen

Blutplättchen sind durch ihre Funktion – dem Verschluss verletzter Gefäße – für den Körper unentbehrlich. Ein Mangel an Blutplättchen führt zu einer verkürzten Blutungsstillung. Der Mediziner spricht hier von einer Thromboyztopenie. Per Definition tritt diese ab einer Thrombozyten- bzw. Blutplättchenzahl von unter 150.000 Stück pro Mikroliter Blut auf.

Für einen Mangel an Blutplättchen gibt es ein sehr weites Ursachenspektrum, weswegen im Folgenden nur auf die häufigsten Erkrankungen eingegangen wird.

Prinzipiell unterscheidet man hier drei Ansatzpunkte:

  • 1: eine mangelnde Produktion von Blutplättchen
  • 2: eine verkürzte Lebensdauer/vermehrter Abbau
  • 3: Verteilungsstörungen im Blut

1) Eine mangelnde Produktion kann Folge einer angeborenen oder erworbenen Bildungsstörung sein: Ein Beispiel für eine angeborene Bildungsstörung ist das vererbbare Wiskott-Aldrich-Syndrom, mit einer Häufigkeit von 1 zu 250.000.

Wesentlich häufiger treten erworbene Bildungsstörungen wie eine Knochenmarksschädigung auf, die durch ein Medikament, Bestrahlung, oder eine giftige Substanz hervorgerufen werden können. Auch Leukämie gehört hier dazu und kann zu einem Blutplättchenmangel führen, da sie die Produktion im Knochenmark beeinträchtigt.

2) Eine verkürzte Lebensdauer kann ganz einfach durch Blutung verursacht werden: Bei starkem Blutverlust wird jedes einzelne Blutplättchen dringend benötigt, wodurch logischerweise weniger zur Verfügung stehen. Auch eine längere Therapie mit dem Thrombosehemmer Heparin, die unter Umständen bei bettlägrigen Patienten notwendig ist, kann einen Blutplättchenmangel auslösen: Der Körper bildet hier auf Grund der Heparingabe Antikörper gegen die Blutplättchen, woraufhin diese agglutinieren, also sich zusammenlagern.

Nun sinkt der Thrombozytenspiegel im Blut auf unter 50% der Normalmenge ab - ein akuter Mangel an Blutplättchen ist die Folge. Man spricht hierbei von einer sogenannten Heparin-induzierten-Thrombozytopenie des zweiten Typs, kurz HIT2. Eine sofortige Umstellung der Anti-Thrombose-Therapie ist indiziert!

Eine weitere denkbare Ursache eines starken Blutplättchenabfalls ist ein sogenannter Transfusionszwischenfall, bei dem beispielsweise ein Patient mit Blutgruppe A eine Blutkonserve von einem Spender mit Blutgruppe B erhält. Der Körper des Empfängers reagiert auf das ihm fremde Blut, indem er all seine Blutplättchen losschickt, um dieses zu binden. Es kommt zu einer sofortigen Verklumpung des transfundierten Blutes und einem lebensbedrohlichen Schock. Um solche Unfälle zu vermeiden, ist jeder Arzt angewiesen, vor einer Blutkonservengabe den sogenannten Bedside-Test (deutsch: Test direkt am Patientenbett) durchzuführen, bei dem Patientenblut und Spenderblut auf einem kleinem Kärtchen vermischt werden, um eine Verklumpung auszuschließen. Dieser Test bildet natürlich nur das letzte Glied in einer Reihe strenger Prüfmechanismen!

Auch ein Mangel an Vitamin B12 oder Autoimmunkrankheiten wie der Morbus Werlhof (Antikörperbildung gegen Blutplättchen) können einen Blutplättchenmangel hervorrufen.

3)Eine Verteilungsstörung tritt bei einer Vergrößerung der Milz auf. Die Milz sortiert beschädigte Blutplättchen aus, und vernichtet sie. Ist die Milz in ihrer Funktion beeinträchtigt, verteilen sich die Blutplättchen nicht gleichmäßig im Körper.

Die genannten Ursachen sind nur ein kurzer Abriss über das große Spektrum an Erkrankungen, welche zu einem Blutplättchenmangel führen können. Jedoch sind einige Erkrankung mit bisher weniger als 100 dokumentierten Fällen weltweit in ihrer Relevanz so gering, dass es den Rahmen sprengen würde, sie hier alle zu erwähnen.

Neben dem bereits erwähnten Mangel an Blutplättchen gibt es, wie man sich schon denken kann auch den Überschuss an Blutplättchen. Auch dieser ist für den Körper gefährlich, und tritt definitionsgemäß ab einer Thrombozytenzahl von über 500.000 Stück pro Mikroliter Blut auf. Die Fachbezeichnung hierfür ist Thrombozytose.

Die Gefahr bei einer Thrombozytose ist die verminderte Flüssigkeit des Blutes, und der damit einhergehende verminderte Blutfluss. Auch bilden sich verstärkt Thromben, also Blutklumpen, die im Ernstfall in Herz, Lunge oder Gehirn fließen können , und dort die Gefäße blockieren. Eine verminderte Durchblutung des dahinterliegenden Gewebes ist die Folge, wodurch es zum Funktionsverlust und Niedergang des betroffenen Organs kommt. Bekannte Krankheitsbilder sind der Hirninfarkt, auch Schlaganfall genannt, der Herzinfarkt, und der Lungeninfarkt. Prinzipiell kann jedoch jedes Organ betroffen sein.
Im Umkehrschluss sind die oben genannten Krankheitsbilder jedoch nicht ausschließlich auf eine krankhafte Erhöhung der Blutplättchenzahl zurückzuführen. Andere Faktoren wie Stress, Alkohol, Nikotin und Bewegungsmangel sind wesentlich häufiger!

Ursache einer Thrombozytose ist meist eine kompensatorische Überproduktion von Blutplättchen nach einem großen operativem Eingriff mit Blutverlust, bösartige Tumore, Chemotherapie, aber auch chronisch entzündliche Erkrankungen wie die gastrointestinale Erkrankung Morbus Crohn.

Zu hohe Blutplättchenzahl

Wenn die Thrombozyten im Blut erhöht (>500.000/µl) sind, spricht man von Thrombozytosen. Diese können entweder primär (angeboren, genetisch bedingt) oder sekundär (erworben, durch eine andere Erkrankung) sein. Eine sekundäre Thrombozytose entsteht meist durch Infektionen, chronisch entzündliche Erkrankungen, Gewebsverletzungen oder bestimmte Formen der Blutarmut. Infektionen bei denen erhöhte Thrombozytenwerte auftreten: Lungenentzündung, Hirnhautentzündung, Nierenentzündung, Gelenksentzündungen und Knochenentzündung, aber auch Magen-Darm-Infekte oder eine Blutvergiftung sind denkbare Ursachen. Während der Infektion kommt es meistens zu einem erhöhten Verbrauch von Thrombozyten, die Zahl der Blutplättchen sinkt also erstmal ab.

Anschließend kommt es durch die Freisetzung von Botenstoffen (Zytokinen) zu einer verstärkten Expression von Thrombopoietin (stimuliert Thrombozytenbildung) und so zu einer überschießenden Produktion von Blutplättchen (Rebound-Effekt). Dieser Effekt kann beispielsweise auch nach einer Chemotherapie oder bei einer Autoimmunerkrankung auftreten. Nicht nur akute, sondern auch chronische Entzündungen können zu diesem Zytokinanstieg führen. Zu diesen gehören zum Beispiel Rheuma, Darmentzündungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) oder auch Gewebeverletzungen nach Unfällen oder Verbrennungen. Eine weitere Ursache für Thrombozytose sind bestimmte Arten der Blutarmut. Hierzu zählen die hämolytische Anämie (Blutarmut durch Blutungen), Sichelzellkrankheit und Thalassämie (Veränderungen der roten Blutkörperchen).

Durch diese Erkrankungen hat man weniger funktionierende Erythrozyten, was wiederum zu einem Sauerstoffmangel in den Geweben führt. Dieser führt schlussendlich zur Zytokinausschüttung. Die Zytokine erhöhen dann wieder die Bildung von Thrombozyten. Eine primäre Thrombozytose kann auch durch verschiedene Ursachen entstehen. Dies sind vererbte Erkrankungen (familiäre primäre Thrombozytose) oder bösartige Erkrankungen des Knochenmarks (z.B. chronisch myeloische Leukämie). Auch nach einer Entfernung der Milz können die Werte ansteigen, da das Speicherorgan wegfällt. Aber auch bei gesunden Menschen kann es vorübergehend zu erhöhten Thrombozytenwerten kommen. Dies kann zum Beispiel emotionale Ursachen haben, wie Stress oder Angst. Aber auch körperliche Anstrengung kann zu einer vorübergehenden Erhöhung führen, dies sieht man besonders häufig in der Schwangerschaft. Diese vorübergehende Erhöhung kommt meist daher, dass die Milz, welche bis zu 30% der Thrombozyten speichert, diese vermehrt freisetzt. Auswirkung einer erhöhten Thrombozytenzahl ist die verstärkte Blutgerinnung. Die Patienten haben ein erhöhtes Risiko Thromben zu bilden. Dadurch kann es zu Folgeerkrankungen wie Beinvenen-Thrombosen, Schlaganfall, Milzinfarkt, Lungenembolie oder der Entwicklung einer akuten myeloischen Leukämie kommen.

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Diagnose von Erkrankungen der Blutplättchen

Ein Blutplättchenmangel oder -überschuss kann sehr einfach durch eine Blutentnahme und anschließende Untersuchung in einem Labor gestellt werden. Dies kann im Krankenhaus oder beim Hausarzt als Routinekontrolle erfolgen und dauert meist nur wenige Minuten. Das Blut wird dann automatisiert im Labor untersucht, und ein sogenanntes „Blutbild“ erstellt. Dieses enthält neben der Blutplättchen –Zahl auch die Erythrozyten und Leukozytenzahl, so wie eine Menge weiterer Parameter (Entzündungswerte, Schilddrüsenwerte, usw.) Insgesamt können über 500 verschiedene Parameter ermittelt werden, worauf aber aus Kosten- und sinnhaftigkeitsgründen verzichtet wird. Meist unterscheidet man einfach zwischen einem „kleinen Blutbild“ und einem „großen Blutbild“. Die getesteten Werte sind in der Regel überall die gleichen, wobei meist kleine Unterschiede zwischen den Kliniken bestehen.

Therapie der Ekrankungen der Blutplättchen

Ein Thrombozytenmangel von unter 50.000 Blutplättchen pro Mikroliter Blut ist in den meisten Fällen gefährlich und sollte therapiert werden. Je nach Ursache des Mangels stehen eine Reihe von Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Bei einem reinen Thrombozytenverlust nach starker Blutung, beispielsweise nach einem Verkehrsunfall, eignen sich Thrombozytenkonzentrate, die dem Patienten intravenös, also mittels einer Nadel in eine Vene gegeben werden. Die Thrombozytenkonzentrate werden in Blutbanken bzw. Blutspendeeinrichtungen durch Spender gewonnen. In manchen Fällen ist es nötig, mehrere Spender für einen Patienten zu finden, da einerseits die Spendenmenge und Spendenabstände limitiert sind, andererseits einige Patienten (meist Leukämiepatienten) große Mengen an Blutplättchen benötigen. Zielwert sind 150.000 Blutplättchen pro Mikroliter aufwärts.

Für Operationen ist es notwendig, die Blutplättchenzahl auf über 50.000 und gegebenenfalls auch höher anzuheben, da es für den Operateur während der Operation äußerst schwierig wird, etwaige Blutungen zu stillen – schließlich gerinnt das Blut ohne Blutplättchen nicht.

Andererseits kann die Gerinnung in vielen Fällen auch störend sein:

Beispielsweise wenn der Patient ein erhöhtes Risiko hat, dass sich seine Gefäße verschließen. Man muss bedenken, dass der Körper allem, was sich in einem Blutgefäß befindet und seiner Meinung nach dort nicht hingehört, mit einer Blutplättchenreaktion begegnet. Damit ist unter anderem gemeint: Eine künstliche Herzklappe, Arteriosklerose, eine Metalleinlage wie ein Stent, jegliche Ablagerung von Fett, Verletzung der Gefäßinnenwand, etc. Hier besteht die Gefahr einer Blutpfropfenbildung, und dessen Ablösung und Wanderung in kleinere Gefäße, wie zum Beispiel in Hirn, Lunge oder Herz, was zu Infarkten führen würde.

Um dieser Verklumpung vorzubeugen, gibt es die sehr bekannte Gruppe der Thrombozytenaggregationshemmer. Das heißt zu deutsch, dass diese Medikamente die Zusammenlagerung von Blutplättchen verhindern.

Der berühmteste Vertreter ist wohl die Acetylsalicylsäure, kurz ASS, bekanntester Handelsname „Aspirin“. Dieses Medikament ist in der Lage, das Blut flüssig zu halten und eine Anlagerung an vermeintliche Fremdkörper im Gefäß zu verhindern.

Das macht man sich zu Nutze bei Patienten mit Bluthochdruck, Arteriosklerose und allgemeiner Thrombosegefahr durch langes Liegen (im Krankenhaus) oder Sitzen (Im Flugzeug, auf Busfahrten) . Weitere bekannte Medikamente mit ähnlicher Wirkung, aber anderen Ansatzpunkten sind Clopidogrel oder Abciximab.

Prävention

Bei den meisten Menschen befindet sich der Blutplättchenwert im Normbereich und bedarf keiner Therapie. Eine künstliche Korrektur der Blutplättchenzahl kann bei Risikopatienten wie langjährigen Rauchern, adipösen Patienten, oder einem hohem Cholesterinwert von Nöten sein. Meist wird hier prophylaktisch ein Thrombozytenaggregationshemmer wie ASS in individuell abhängiger Dosierung gegeben.

So wird das Blut flüssig gehalten, eine Pfropfenbildung verhindert, und der Thrombosegefahr vorgebeugt.

Eine bekannte nicht-medikamentöse Maßnahme sind die Thrombosestrümpfe, welche die Beine komprimieren. Dadurch wird der Druck auf die Gefäße erhöht, der Blutfluss beschleunigt, und eine Stockung des Blutes verhindert.

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, sind gesunde Ernährung, ausreichende körperliche Aktivität von 2-3 Stunden pro Woche und Verzicht auf Risikofaktoren wie Zigaretten und Alkohol essentiell.

Blutplättchenspende

Die Spende von Blutplättchen (Thrombozytenspende) ist ein Verfahren ähnlich der Plasmaspende, bei dem 5- bis 6-mal mehr Thrombozyten gewonnen werden können als bei einer normalen Blutspende. Bei der Spende werden dem Spender über einen „Zellseparator“ nur die Thrombozyten aus dem Blut entnommen und die restlichen Blutbestandteile wieder zugeführt. Die Spende dauert je nach Gerät und Thrombozytenzahl zwischen 60 und 90 Minuten. Da nur ein sehr kleiner Teil der Blutzellen entnommen wird, kann eine Blutplättchen-Spende alle 2 Wochen durchgeführt werden, zusätzlich zur normalen Vollblutspende.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.04.2018
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