Lungenembolie

Synonyme im weiteren Sinne

Lungeninfarkt, Pulmonale Embolie, Pulmonalembolie; Lungenarterienembolie, Lunge

Häufige Rechtschreibfehler: Lungeembolie

Englisch: pulmonary embolism

Definition Lungenembolie

Eine Lungenembolie entsteht aus einem fortgeschwemmten Blutgerinnsel (Thrombose), das eine Lungenarterie verstopft. Dadurch wird der Anteil der Lunge hinter dem Embolus (verstopfender Pfropf) nicht mehr durchblutet.
Folge ist , dass die verbliebenen Blutgefäße (Arterien) den Blutfluss des verschlossenen Gefäßes kompensieren müssen. Als Folge steigt der Blutdruck im Lungenkreislauf. Ist der Blutdruck im Lungenkreislauf über längere Zeit erhöht, droht eine Herzüberlastung mit lebensbedrohenden Herzrhythmusstörungen.

Häufigkeit (Epidemiologie)

Vorkommen in der Bevölkerung
Entsprechend der Häufung von Lungenembolien beim weiblichen Geschlecht, sind auch Frauen überwiegend durch die Lungenembolie betroffen.
In Deutschland werden jährlich ca. 20.000 - 40.000 tödliche Lungenembolien registriert.
In ca. 50 % aller Fälle kann man beim Vorliegen einer Thrombose auch eine Lungenembolie medizinisch nachweisen. Jedoch wird nur ein Bruchteil aller Embolien von dem Patienten bemerkt.


Ursachen einer Lungenembolie

Eine Lungenembolie entsteht durch einen Thrombus (Koagel aus Blutbestandteilen), der meistens aus dem großen Körperkreislauf in die Lungengefäße eingeschwemmt wird und diese verlegt. Das Risiko einen Thrombus zu entwickeln ist nicht bei allen Personen gleich hoch – wie für viele andere Erkrankungen gibt es auch hier spezielle Risikofaktoren und Schutzfaktoren, die die Entstehung eines Thrombus begünstigen oder verhindern.
Ein großer Teil der Thromben, die eine Lungenembolie verursachen, stammt aus den tiefen Beinvenen. Hier bilden sich Thromben u.a. bei langen Phasen des Nicht-Bewegens aus (siehe: Thrombose im Bein).
Dass jemand sich über einen längeren Zeitraum nicht bewegt, kann im Zuge eines Unfalls vorkommen, bei dem Frakturen und Verletzungen in und an den Beinen vorliegen, die bedingen, dass der Patient lange im Bett liegen muss.

Ein weiterer Risikofaktor liegt in Prothesen an Knien, Hüfte und anderen Gelenken, da auch hier Schäden an Gefäßen nicht zu vermeiden sind. An den Schäden können sich einfacher Thromben bilden. Außerdem sind Patienten nach Prothesen oft nicht in der Lage sich voll zu bewegen – deswegen ist ein Ziel der Chirurgie operierte Patienten möglichst schnell auf die Beine zu bringen um die Liegezeit und damit die Gefahr der Thrombenbildung zu minimieren.

Neben Operationen an den Gelenken ist das Risiko generell nach Operationen jeglicher Art erhöht.

Eine weitere Gruppe von Risikofaktoren sind genetische Pathologien (unnatürliche Ausprägungen von Genen), z.B. die Faktor-V-Leiden-Mutation.

Auch während der Schwangerschaft liegt ein erhöhtes Risiko für eine Lungenembolie vor. Bei jungen Mädchen und Frauen, die über die Pille verhüten, liegt das Risiko eine Thrombose und damit eine Lungenembolie zu entwickeln ebenfalls höher. Lesen Sie mehr zum Thema unter: Thromboserisiko der Pille

Sollten weitere Störungen im Hormon- oder Stoffwechselhaushalt vorliegen, dann muss beachtet werden, dass auch hier die Thrombusbildung begünstigt ist.

Nicht zu verachten sind Rauchen und Adipositas als Risikofaktoren für eine Lungenembolie.

Ein weiterer sehr relevanter Risikofaktor liegt in der Ruhigstellung der Beine bei langen Reisen. Hier ist das Problem, dass das Blut nicht mehr richtig zirkuliert und sich daher in den Beinen staut (Stase). Sollte man wissen, dass man eine lange Reise plant (z.B. Flugreisen), ist es vor allem bei Patienten mit weiteren Risikofaktoren (wie oben beschrieben) angebracht sich eine einmalige Heparinspritze beim Hausarzt setzen zu lassen. Dadurch wird über die folgenden Tage die Blutgerinnung und damit das Risiko einen Thrombus zu entwickeln reduziert.

Sollten in der Familie Fälle von Thrombosen und Lungenembolien bekannt sein, dann sollte mit einem Arzt besprochen werden, inwieweit der Patient selber etwaige Risikofaktoren aufweist und ob prophylaktische Maßnahmen getroffen werden müssen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ursachen einer Lungenembolie

Entstehung

Ausgangspunkt einer Lungenembolie ist in den meisten Fällen eine Thrombose der Unterschenkelvenenthrombose (Beinvenenthrombose, ca. 60%) oder Beckenvenenthrombose (ca.30%). In der Frühphase der Thromboseentstehung ist ein Thrombus instabil und kann sich von der Venenwand losreißen. Dieses losgerissene Stück, das medizinisch als Embolus bezeichnet wird, schwimmt nun über die Blutbahn zum Herzen zurück und von dort in die Lunge gepumpt. Dort verengen sich die Gefäße wieder und der Embolus verstopft das Gefäß und die dahinter liegende Lungenblutstrombahn.

Lungenembolie durch Fliegen

Fliegen erhöht nach heutiger Auffassung das Risiko für Beinvenenthrombosen und Lungenembolien. Grund dafür ist einerseits das längere Sitzen, andererseits verstärkt der niedrigere Luftdruck die Blutgerinnung leicht. Je länger der Flug, desto höher ist das Risiko für das Auftreten der Thrombose. Insbesondere Menschen mit multiplen Vorerkrankungen und dadurch erhöhtem Thromboserisiko sollten darauf achten, während Flügen regelmäßig aufzustehen und die Beinmuskulatur durch verschiedene Übungen zu aktivieren. Auch Kompressionsstrümpfe und Kompressionsverbände verringern das Risiko für Beinvenenthrombosen und Lungenembolien während Flügen stark.

Lungenembolie nach OP

Operationen erhöhen das Risiko, tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien zu erleiden. Das Risiko dafür ist hauptsächlich von der Länge der Operation und der darauf folgenden Bewegungseinschränkung abhängig. Um das Risiko zu reduzieren, wird vor und nach einer Operation meist Heparin in Form von Infusionen oder Bauchspritzen gegeben.

Nach kurzen Operationen ohne folgende Bewegungseinschränkung sind Lungenembolien selten.
Nach großen OPs und einem Verbot, nach der Operation aufzustehen, sind Beinvenenthrombosen und Lungenembolien trotz Gabe von Heparin relativ häufig. In der Regel wird eine ernstzunehmende Lungenembolie durch den Aufenthalt in der Klinik und gute Überwachung jedoch rechtzeitig diagnostiziert und therapiert, sodass Folgeschäden selten sind.

Lungenembolie nach Chemotherapie

Eine Chemotherapie kann das Risiko für Lungenembolien und Beinvenenthrombosen durch eine erhöhte Thromboseneigung des Blutes erhöhen. Dies hängt jedoch stark vom jeweilig genutzten Medikament ab. So erhöhen beispielsweise Lenalidomid- oder Thalidomid-haltige Chemotherapien das Risiko meist deutlich und sollten deswegen immer von einer Therapie mit Heparin begleitet werden.

Andere Mittel beeinflussen das Thromboserisiko hingegen nur gering oder gar nicht. Bedacht werden sollte, dass die zugrundeliegende Krebserkrankung das Risiko für Lungenembolien meist ebenfalls erhöht und dementsprechend nicht das Chemotherapeutikum die Ursache für eine Lungenembolie sein muss.

Lungenembolie durch die Pille

Wer die Pille zur Verhütung nutzt, sollte wissen, dass die meisten Pillen das Thromboserisiko und damit das Risiko für eine Lungenembolie erhöhen.

Die in Pillen genutzten Wirkstoffe sind Östrogene und Gestagene. Am häufigsten werden in Deutschland Kombinationspräparate verschrieben. Je nachdem welche Dosis der jeweiligen Wirkstoffe genutzt wird und welches Gestagen die Pille enthält verändert sich das Thromboserisiko von Medikament zu Medikament. Dabei erhöhen Kombinationspräparate mit hoher Östrogendosis und Gestagenen der 3. oder 4. Generation das Risiko auf das bis zu 5-fache, während reine Gestagenpräparate das Thromboserisiko kaum beeinflussen.

In Kombination mit anderen Risikofaktoren wie Rauchen kann das Thromboserisiko noch deutlich stärker ansteigen.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Thrombose und Pille

Lungenembolie durch Rauchen

Rauchen erhöht nicht nur das Risiko für verschiedene Lungenerkrankungen, sondern erhöht auch das Thromboserisiko deutlich. Damit ist auch die Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie bei Rauchern deutlich erhöht. Grund dafür ist, dass Rauchen die Blutzusammensetzung und seine Fließeigenschaften verändert sowie Gefäßschäden verursacht.
Insbesondere die gleichzeitige Einnahme der Pille erhöht das Risiko für Lungenembolien und Beinvenenthrombosen nochmals deutlich, weshalb auf eines von beidem verzichtet werden muss.
Wird mit dem Rauchen aufgehört, normalisiert sich das Thromboserisiko nach Wochen bis Monaten wieder.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Folgen des Rauchens

Risikofaktoren

Da die Ursache einer Lungenembolie in den meisten Fällen eine Thrombose im Bein (selten Luft, Fett oder Fremdkörper) ist, so gelten die Risikofaktoren für Lungenembolie und Thrombose gleichermaßen:

  • Operationen (bes. künstliches Hüftgelenk und künstliches Kniegelenk)
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Geschlecht (Frauen > Männer)
  • Bewegungsmangel (Fernflüge= Economy class syndrom))
  • Entbindung
  • Krampfadern (Varikosis)
  • Bluterkrankungen (Leukämie)
  • Herzerkrankungen (bes. Vorhofflimmern)
  • Medikamente (bes. orale Kontrazeptiva (“Pille”))
  • Tumorerkrankungen (z.B. Prostatakrebs oder Bauspeicheldrüsenkrebs)
  • Erbkrankheiten

    • Die APC-Resistenz ("Faktor-V-Leiden-Mutation") ist die häufigste Erbkrankheiten die mit einem Thromboserisiko einhergeht. Das Thromboserisiko ist um das 7 - 100 fache (je nach Vererbung) erhöht.
    • Antithrombin III-Mangel (AT III) betrifft überwiegend jüngere Patienten
    • Protein C und Protein S - Mangel*
      Sind diese gerinnungshemmenden Faktoren durch einen angeborenen Mangel reduziert, können Thrombosen bereits im Jugendalter auftreten.
    • Hyperhomocysteinämie ist eine vererbte gestörte Abbaufähigkeit von Homocystein mit stark erhöhten Homocysteinspiegeln im Blut. Folgen sind u.a. ein erhöhtes Thromboserisiko.
      Alle genannten Erbkrankheiten können über Blutuntersuchungen diagnostiziert werden.

  • Erkrankungen der Leber mit gestörter Bildung von Gerinnungsfaktoren (z.B. Leberzirrhose)

Symptome / Beschwerden

Es gibt keine Symptome die zweifelsfrei, bzw. eindeutig auf eine Lungenembolie hinweisen.
Symptome können sein:

  • Herzrasen
  • Atemnot
  • Schmerzen im Brustkorb, insbesondere beim Einatmen
  • plötzlicher Schweißausbruch
  • Husten
  • Fieber
  • Beklemmungsgefühl
  • plötzliche Bewußtlosigkeit

Viele Lungenembolien, insbesondere kleinere verlaufen symptomlos und können nur mit Spezialuntersuchungen nachgewiesen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema Symptome einer Lungenembolie

Erste Anzeichen einer Lungenembolie

Wie sich eine Lungenembolie äußert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die Größe des Gerinnsels und des betroffenen Lungenanteils, die Restversorgung des betroffenen Lungenabschnittes mit Blut, das Alter und die Vorerkrankungen der Betroffenen. Eine kleine Lungenembolie kann, insbesondere bei sonst gesunden Menschen, völlig unbemerkt ablaufen. Die typischen Symptome größerer Lungenembolien sind eine plötzlich auftretende Atemnot und eine damit verbundene Zunahme von Atem- und Herzfrequenz.

Diese Symptome treten meist von einem Augenblick auf den Nächsten ein. Oft geht damit eine große Angst einher, die sich bis zur Todesangst entwickeln kann. Ein atemabhängiger, sich relativ schnell entwickelnder Schmerz in dem betroffenen Lungenabschnitt oder unterhalb des Zwerchfells wird bei größeren Embolien von ca. 2/3 der Patienten beschrieben.

Ein weiteres, häufiges Anzeichen einer Lungenembolie ist Husten. Durch das Absterben von Lungengewebe kann der Husten auch Blut enthalten.

Wird die Herzleistung durch die Embolie so stark beeinträchtigt, dass nicht mehr genug Blut durch den Körperkreislauf gepumpt wird, treten Kreislaufbeschwerden mit Schweißausbrüchen, Zittern und gegebenenfalls Bewusstseinsverlust hinzu.
Durch die Kombination von Sauerstoffmangel und Herzüberlastung sind größere Lungenembolien lebensgefährlich und können schnell zum Tod führen, wenn keine Therapie veranlasst wird. Die Mehrzahl der schweren und tödlichen Lungenembolien verläuft schubweise. Dabei treten über Stunden oder Tage im Rahmen von kleinen Lungenembolien immer wieder Schwindelanfälle, Ohnmachtsanfälle und Herzrasen auf. Werden die Symptome richtig gedeutet, kann eine große Lungenembolie meist verhindert werden.

Lungenembolie und Schmerzen

Schmerzen können bei Lungenembolien auftreten, sind jedoch nicht sehr charakteristisch und meist auch nicht das im Vordergrund stehende Symptom. Ihre genaue Ursache ist noch nicht vollständig verstanden.

Zu Beginn tritt meist ein Schmerz hinter dem Brustbein auf, der mit einem Herzinfarkt verwechselt werden kann. Im Verlauf von Tagen tritt durch die Reizung der Lungenhäute meist ein anders gearteter Schmerz hinzu, dessen Stärke von der Atmung abhängig ist.

Tritt eine Lungenentzündung auf, können sich die Schmerzen verschlechtern. Wichtig ist, dass bei bleibenden Schmerzen auch andere Ursachen bedacht und abgeklärt werden sollten.

Können Rückenschmerzen ein Symptom einer Lungenembolie sein?

Rückenschmerzen sind eines der möglichen Symptome einer Lungenembolie. Meist treten sie im Bereich des mittleren bis oberen Rückens auf, wo die Lungenembolie die Lungenhäute reizt und so zu Schmerzen führen kann.

Die Rückenschmerzen treten in der Regel nicht separat auf, sondern werden von anderen Symptomen wie Luftnot oder einer Lungenentzündung begleitet. Sie treten relativ schnell auf und verändern innerhalb der nächsten Tage ihren Charakter, sodass sich die Schmerzen im Verlauf meist anders anfühlen. Sie werden häufig durch Ein- und/oder Ausatmen stärker und sollten sich nach Gabe von Schmerzmitteln deutlich bessern.

Gibt es unbemerkte Lungenembolien?

Insbesondere Gerinnsel, die nur kleine Gefäße verschließen und dann schnell vom Körper aufgelöst werden, können vollkommen unbemerkt bleiben oder nur leichte Beschwerden verursachen. Diese werden von Betroffenen häufig auf andere Ursachen geschoben.
Für sich genommen sind unbemerkte oder nur kleine Lungenembolien nicht sehr gefährlich - tückisch ist jedoch, dass Ihnen oft weitere Lungenembolien folgen, die größer sind und lebensgefährlich werden können. Deshalb sollte beim Verdacht auf eine Lungenembolie immer ein Arzt aufgesucht werden. Man geht davon aus, dass ca. die Hälfte aller Lungenembolien unbemerkt bleibt.

Diagnose Lungenembolie

  • EKG
  • Dopplersonographie des Herzens
  • Druckmessung im Lungenkreislauf
  • Perfusionsszintigraphie der Lunge mit Technetium-markierten Albuminaggregaten
  • Pulmonalisangiographie (Kontarstmitteldarstellung der Lungengefäße)
  • Spiral-CT
  • Digitale Subtarktionsangiographie (DSA)

Wie kann man eine man eine Lungenembolie erkennen?

Eine Lungenembolie stellt sich von Fall zu Fall anders dar und ist außerdem davon abhängig wie groß die Gefäße sind, die verschlossen sind.
Patienten die sich vorstellen haben leichte bis schwerere Atembeschwerden bis hin zur Luftnot.

Weitere Anzeichen für eine Lungenembolie können neu aufgetretener Husten, Schmerzen in der Brust, Schwindel, Angstzustände mit Schweißausbrüchen, sowie Kreislaufversagen sein.
Ein unregelmäßiger Herzschlag (Herzrhythmusstörung) kann ebenfalls ein Hinweis auf eine Lungenembolie sein. Sollte ein Bein neu oder seit kurzem angeschwollen, gerötete, schmerzhaft und überwärmt sein, kann das auf eine Beinvenenthrombose sein, die im Zusammenhang mit den anderen oben beschriebenen Symptomen auf eine Lungenembolie hindeuten kann.

Bei der Aufnahme kann durch einen einfachen Fragebogen, den Wells-Score, über das Stellen standardisierter Fragen eingeordnet werden, wie groß das Risiko für das Vorliegen einer Lungenembolie ist.

Weiterhin kann durch eine Blutabnahme eine Erhöhung der D-Dimere (Spaltprodukte aus der Gerinnung) ein Verdacht bestärkt werden. Durch eine CT-Untersuchung oder Darstellung der Lungengefäße im Kernspin (MR-Angiographie), sowie eine Szintigraphie, kann eine Embolie oft erkannt werden. Bei der Lungenperfusionsszintigraphie werden radioaktive Teilchen in eine Vene gespritzt; sollten ein Lungenabschnitt durch einen Embolus verlegt sein, dann stellt sich dieser Teil der Lunge ohne radioaktive Teilchen dar, da diese nicht über das verschlossene Gefäß dorthin gelangen können. Weitere diagnostische Mittel sind der Herzultraschall (Echokardiographie), das EKG und das Röntgen des Brustkorbs.

Lesen Sie mehr zum Thema: Eine Lungenembolie erkennen

EKG bei einer Lungenembolie

Sollte eine Lungenembolie vorliegen, dann zeigen sich bei zwischen einem Viertel und der Hälfte der Patienten Veränderungen im EKG. Die Zahl zeigt, dass das EKG als diagnostisches Mittel hier nicht sehr aussagekräftig ist und eine niedrige Sensitivität hat.
Das bedeutet anders ausgedrückt bedeutet das, dass wenn das EKG unauffällig ist eine große Zahl von Patienten trotzdem eine Lungenembolie hat. Hilfreich für den behandelnden Arzt kann ein älteres EKG sein, welches angefertigt wurde bevor es denn Verdacht auf bzw. die Symptomatik einer Lungenembolie gab. Im Vergleich mit dem „frischen“ EKG können so individuelle Veränderungen des Patienten deutlicher gesehen und beschrieben werden.

Die Grundlage für die Veränderung des EKG bei einer Lungenembolie liegt darin, dass der es zu einer Volumen und Druckbelastung des rechten Herzens kommt. Durch die Embolie der Lungengefäße erhöht sich der Widerstand in der Lunge und das rechte Herz muss mehr Kraft aufbringen um das Blut in und durch die Lunge zu pumpen.
Durch die stärkere Belastung des rechten Herzens zeigt sich im EKG ein Rechtstyp.

Weitere Veränderungen im EKG kann die Ausbildung einer S1Q3-Konfiguration sein (S-Zacke in Ableitung I und Q-Zacke in Ableitung III), eine T-Negativierung den Ableitungen V1-3, sowie ein inkompletter bis kompletter Rechtschenkelblock.
Diese Veränderungen sind z.T. unterschiedlich stark ausgeprägt und sichtbar. Deswegen sollte die Befundung und Bewertung eines EKGs nur durch einen Arzt erfolgen.

Lesen Sie viele weitere Informationen zu diesem Thema unter: EKG-Veränderungen bei einer Lungenembolie

CT bei einer Lungenembolie

Die Computertomographie, kurz CT, ist heutzutage die wichtigste Untersuchung, wenn der Verdacht auf eine Lungenembolie besteht. Durch die Darstellung der Gefäße der Lunge und, wenn vorhanden, des darin gelegenen Gerinnsels im Rahmen einer sogenannten CT-Angiographie kann sehr gut beurteilt werden, ob eine Lungenembolie vorliegt oder nicht. Sehen die Ärzte in dieser Untersuchung keine Gerinnsel in den Lungengefäßen, kann mit großer Sicherheit gesagt werden, dass die Beschwerden nicht durch eine Lungenembolie verursacht werden.

Wichtig ist, dass bei einer CT-Angiographie Kontrastmittel in eine Vene gespritzt werden muss, da nur so das Gefäßsystem gut dargestellt werden kann. Das Kontrastmittel ist in der Regel jodhaltig und kann eine allergische Reaktion sowie eine Überfunktion der Schilddrüse auslösen. Deshalb muss vor der Untersuchung bekannt sein, ob eine bekannte Allergie gegen Kontrastmittel oder eine Schilddrüsenüberfunktion besteht.

Einteilung der Lungenembolie

Abbildung Lunge

Stadieneinteilung der Lungenembolie.
Man unterteilt vier Schweregrade.

  • Stadium I: leicht
    Klinik: nur kurzfristige oder keine Symptome.
    Durchblutungsausfall: < 25%
  • Stadium II: mäßig
    Klinik: leichte Atemnot und beschleunigter Puls.
    Durchblutungsausfall: 25% - 50%
  • Stadium III: massiv
    Klinik:
    starke Atemnot, Kollaps.
    Durchblutungsausfall: > 50%
  • Stadium IV: hochgradig
    Klinik: wie Stadium III und zusätzlich Schock
    Durchblutungsausfall: > 50%

Beidseitige Lungenembolie

Die Symptome einer beidseitigen Lungenembolie sind prinzipiell die Gleichen wie bei der einseitigen Lungenembolie. Sie können jedoch, weil beide Lungenflügel betroffen sind, deutlich schwerer verlaufen. Der Schweregrad hängt auch hier davon ab, wie groß die betroffenen Gefäße des jeweiligen Lungenflügels sind.

Erst in der Klinik kann durch bildgebende Untersuchungen gezeigt werden, welche Gefäße vom Gerinnsel verschlossen sind und ob nur ein oder beide Lungenflügel betroffen sind. Die folgende Therapie richtet sich dann hauptsächlich nach dem Schweregrad der Lungenembolie und dem Zustand des Patienten.

Therapie der Lungenembolie

Die Therapie richtet sich im wesentlichen nach dem Stadium.

In jedem Stadium ist eine therapeutische Heparingabe notwendig. Heparin wird über einen sogenannten Perfusor in einer konstanten Dosierung über einen Venenzugang gegeben.

Ab dem Stadium II bis IV kann eine eine sogenannte Thrombolysetherapie (unter Berücksichtigung der Kontraindikationen, z.B. nicht nach frischen Operationen) durchgeführt werden.
Thrombolytika lösen die Thrombose, bzw. die Lungenembolie aktiv auf. Dafür werden Medikamente wie:

  • Streptokinase
  • Urokinase
  • rt-PA (tissue plasminogen aktivator)

gegeben.
Ein wesentliches Risiko dieser Therapie ist, dass während der Therapie eine erhebliche Blutungsneigung des Patienten vorliegt.

Ab dem Stadium III bis IV kann eine sogenannte Katheterfragmentation durchgeführt werden. Diese Methode steht nur in ausgewählten Zentren zu Verfügung. Dabei wird ein Katheter über das Blutgefäß (Arterie) direkt zur Lungenembolie vorgeschoben und dann mechanisch zerkleinert.

Ab dem Stadium IV und absoluter Lebensgefahr kann versucht werden die Lungenembolie chirurgische zu entfernen.

Im Allgemeinen schließt sich einer Lungenembolie eine dauerhaft Gerinnungstherapie mit Marcumar an. Marcumar hemmt dabei das Gerinnungssystem, wodurch sich die Zeit bis zur Gerinnung des Blutes verlängert. Dadurch sinkt die Gefahr der Bildung einer Thrombose.

Lesen Sie mehr zum Thema: Therapie einer Lungenembolie

Lyse bei Lungenembolie

Eine Lyse (genauer „Fibrinolyse“ oder „Thrombolyse“) bei Lungenembolie wird in der Regel bei Patienten durchgeführt, die sich in einem instabilen Kreislaufzustand befinden. Dies erkennt man beispielsweise an Blutdruck, Herzfrequenz und Menge von Sauerstoff im Blut. Sie hat das Ziel, das Gerinnsel aktiv aufzulösen und somit das verschlossene Gefäß so schnell wie möglich zu eröffnen. Dazu können verschiedene Medikamente in eine Vene des Patienten gespritzt werden.

Eine Lyse birgt immer die Gefahr, eine schwere Blutung auszulösen. So darf sie beispielsweise nicht durchgeführt werden, wenn kürzlich eine größere Operation stattgefunden hat oder eine Hirnblutung bestand.

Leitlinien

Die Leitlinien von 2010 halten fest, dass direkt zu Beginn eines Verdachts der Wells-Score bestimmt werden sollte um die Höhe des Risikos für das Vorliegen einer Lungenembolie einzuschätzen.

Die Abnahme der Blutwerte und die Bestimmung von Vitalparametern, wie Blutdruck, Puls und Temperatur, gehören als grundlegende Diagnostik immer dazu.

Im weiteren Verlauf wird eine Aufnahme im Spiral-CT gemacht. Im nächsten Schritt können eine Ventilations- und eine Perfusionsszintigraphie durchgeführt werden um einen möglichen Verdacht zu bestätigen bzw. auszuschließen. Nach den Leitlinien kann außerdem eine MR-Angiographie durchgeführt werden, wobei die Aussagekräftigkeit dieser nicht komplett nachgewiesen ist. Mit einer Echokardiographie (Herzultraschall), einem EKG und der Sonographie (Ultraschall) der tiefen Beinvenen kann die Diagnostik vervollständigt werden.

Die Leitlinien empfehlen eine Antikoagulation nach Lungenembolie für 3 – 6 Monate. Je nach Ursache der Embolie kann auch eine Antikoagulation auf unbegrenzte Zeit durchgeführt werden.

Dauer der Antikoagulation (Marcumareinnahme)

Wird eine Lungenembolie festgestellt, wird in Deutschland in der Regel Marcumar zur Blutverdünnung, auch Antikoagulation genannt, eingesetzt. Wie lange die Antikoagulation notwendig ist, hängt von der Ursache der Lungenembolie ab.

Ist eindeutig eine Ursache feststellbar, die nur vorübergehend bestand – beispielsweise eine lange Reise, Immobilität nach Operation oder eine vorrübergehende, schwere Erkrankung – kann Marcumar in der Regel nach 3 Monaten abgesetzt werden.
Tritt die Lungenembolie bei bekannter Krebserkrankung auf, sollte lebenslang oder mindestens bis zur Heilung Marcumar gegeben werden.

Kann keine Ursache festgestellt werden, hängt das weitere Vorgehen davon ab, ob eine Beinvenenthrombose zur Zeit der Lungenembolie bestand. Bei körperstammnahen Beinvenenthrombosen in der Hüfte oder im Oberschenkel sollte lebenslang eine Antikoagulation durchgeführt werden. Bei stammfernen Beinvenenthrombosen im Unterschenkel kann die Antikoagulation nach 3 Monaten beendet werden.

Treten wiederholt Lungenembolien oder Beinvenenthrombosen auf, ohne dass eine Ursache festgestellt werden kann, wird ebenfalls empfohlen Marcumar lebenslang einzunehmen. In die endgültige Entscheidung über die Dauer der Antikoagulation gehen auch Faktoren wie Vorerkrankungen und Blutungsrisiko ein – deshalb ist die Dauer der Antikoagulation im Endeffekt eine Einzelfallentscheidung durch den behandelnden Arzt.

Komplikationen

Komplikationen einer Lungenembolie können sein:

  • Rechtherzversagen (Rechts - Herzschwäche)

    • durch Überlastung des rechten Herzens können lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen entwickeln, insbesondere bei hochgradigen Lungenembolien
    • immer wiederkehrende kleine Lungenembolien führen zu einem schleichenden Rechtsherzversagen (Rechts - Herzschwäche) mit ebenfalls ungünstiger Prognose
    • Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter: Herzschwäche

  • Brustfellentzündung (Pleuritis) durch schlechte Durchblutung
  • Absterben (Nekrose) des nichtdurchbluteten Lungenteiles (Lungeninfarkt) - folge kann ein blutiger Husten sein
  • Lungenentzündung (Pneumonie)

Lungenembolie mit Lungenentzündung

Eine mögliche Komplikation von Lungenembolien ist die Lungenentzündung. Sie entsteht häufig in Bereichen der Lunge, die durch den Gefäßverschluss zumindest zum Teil abgestorben sind – sogenannten Lungeninfarkten.

Lungeninfarkte und Lungenentzündungen sind bei Lungenembolien nicht häufig. Sie sind zum Teil schwer zu entdecken, weil sie sich sehr ähnlich einer Lungenembolie äußern können. Hinweise darauf, dass neben der Embolie auch eine Lungenentzündung vorliegt, sind beispielsweise gelber, eitriger Auswurf, lange bestehendes, hohes Fieber und stark erhöhte Entzündungswerte im Blut. In der Regel verschlechtert eine Lungenentzündung den Zustand des Patienten deutlich, verzögert die Genesung oder führt sogar zum Tod.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Anzeichen einer Lungenentzündung

Prophylaxe

Da Lungenembolien fast immer aus einer Thrombose entstehen, gelten alle Prophylaxemaßnahmen der Thrombose gleichermaßen auch für die Lungenembolie:

  • Tragen von Kompressionsstrümpfen vor Operationen oder nach Entbindungen
  • Verwendung gerinnungshemmender Medikamente (z.B. Heparin) bei OP´s oder orale Antikoagulanzien (z.B. Marcumar) nach Thrombosen
  • Vermeidung der oben genannten Risikofaktoren
  • bei wiederkehrenden Lungenembolien Einsetzen eines sogenannten Kava-Schirmes - dabei wird eine Art Sieb in die größte zum Herzen führende Vene (Vena cava) implantiert. Dieses Sieb oder Schirm fängt die anschwimmenden Thromben aus Beinvenenthrombosen und Beckenvenenthrombosen ab, so dass sie nicht in die Lunge geraten können.
  • regelmäßige und ausreichende Bewegung, um die Beinvenen gut zu durchbluten, langes Sitzen mit angewinkelten Beinen vermeiden
  • ausreichende genug Trinken um ein Eindicken des Blutes zu vermeiden

Vorbeugen einer Lungenembolie

Eine Lungenembolie kann jeden treffen, wobei es bestimmte Patientengruppen gibt die ein erhöhtes Risiko haben eine Embolie zu bekommen.
Diese Risikogruppen können aber durch prophylaktische Maßnahmen das Risiko erniedrigen. Sollten Erkrankungen vorliegen die das Thromboserisiko erhöhen (wie Krebs, Hormonstörungen, Mutationen um Gerinnungssystem und Weitere) kann eine dauerhafte Medikation mit Gerinnungshemmern indiziert sein.

Hier gibt es verschiedene Medikamentengruppen, wobei die Cumarine hier oft genutzt werden. Im deutschen Raum ist das Cumarin Marcumar® das meist-verordneteste Medikament. Da es oral (durch den Mund) aufgenommen werden kann und nicht gespritzt werden muss, eignet es sich sehr gut für langfristige bzw. dauerhafte Medikationen. Bei Einnahme von Marcumar® ist es sehr wichtig stets den INR-Wert im Auge zu behalten. 

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema: INR

Sehr wichtig ist das Tragen von Kompressionstrümpfen, da so verhindert wird, dass sich das Blut in den Beinen staut und Thromben entstehen.

Vor allem wenn Risikofaktoren vorhanden sind, die nicht zu entfernen sind, wie z.B. die Faktor-V-Leiden-Mutation, sollten unnötige Risikofaktoren, wie Rauchen, unbedingt vermieden werden.

Vor langen Reisen sollte ein Arzt aufgesucht werden um eine einmalige Antikoagulation (Gerinnungshemmung) mit Heparin durchzuführen – vor allem wenn der Patient einen weiteren oder mehr Risikofaktoren hat.

Weitere sehr einfache prophylaktische Maßnahmen sind genügend Bewegung und langes Sitzen zu vermeiden. Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Flüssigkeit getrunken wird.

Wann darf ich nach einer Lungenembolie wieder fliegen?

Es gibt keinen eindeutigen Konsens darüber, wie lange nach einer Lungenembolie nicht geflogen werden sollte. Meist wird empfohlen, circa 6 Monate vor einer erneuten Flugreise nach Lungenembolie abzuwarten. Jedoch hängt das Risiko, erneut eine Lungenembolie zu erleiden, von vielerlei Faktoren ab. Deshalb sollte ein Arzt konsultiert werden, der das Thromboserisiko anhand der Art der Lungenembolie, dem aktuellen Zustand des Patienten, den Vorerkrankungen und der Dauer des Fluges einschätzen und dementsprechend beraten kann.

Grundsätzlich sollte jedoch versucht werden, dass Risiko für eine erneute Lungenembolie so klein wie möglich zu halten, weil die Wahrscheinlichkeit für ernsthafte Folgeschäden groß ist. Es sollte daher für längere Zeit nach Lungenembolie darauf geachtet werden, entweder Reiseziele in relativer Nähe zu wählen oder Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um das Risiko für Thrombosen während eines Fluges zu verringern. Dazu gehören zum Beispiel Kompressionsstrümpfe und das Spritzen von Heparin.

Prognose

Die Prognose der Lungenembolie hängt im Wesentlichen von der Größe der Embolie und der Dauer des Bestehens und von erneuten Embolieereignissen ab.
Unter konsequenter Therapie kann die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Lungenembolie stark gesenkt werden. Ziel hierbei ist es die Bildung einer Thrombose zu verhindern.
Ohne weiterer Therapie besteht eine große Gefahr, dass sich das Ereignis wiederholt (Wahrscheinlichkeit 30% !!!).

Dauer des Krankenhausaufenthalts

Die Dauer des Krankenhausaufenthaltes richtet sich sehr stark nach dem Zustand des Patienten. Ist die Lungenembolie klein und wird schnell behandelt, können Patienten in der Regel nach einigen Tagen Aufenthalt auf der Normalstation nach Hause entlassen werden.
Patienten, die durch eine schwere Lungenembolie in einen lebensgefährlichen Zustand versetzt werden, müssen teilweise mehrere Wochen auf der Intensivstation verbringen, bis sie außer Lebensgefahr sind.

Häufig werden Patienten trotz deutlicher Besserung ihres Zustandes für einige Tage zur Überwachung auf Station belassen. Grund dafür ist, dass Komplikationen wie bspw. erneute Lungenembolien oder Lungenentzündungen insbesondere in den ersten Tagen nach Lungenembolie auftreten.

Dauer der Genesung

Die Dauer der Genesung nach Lungenembolie ist von Patient zu Patient extrem unterschiedlich. Nach kleinen Lungenembolien und schneller eingeleiteter Therapie geht es Betroffenen häufig nach wenigen Tagen wieder gut, wohingegen große Lungenembolien mit später Behandlung noch Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt oder sogar dauerhaft Symptome wie Schlappheit, schnelle Ermüdbarkeit und Luftnot verursachen können.
Junge Patienten genesen in der Regel schneller als ältere Patienten. Vorerkrankungen an Herz oder Lunge können die Genesung verzögern. Treten Komplikationen wie eine Lungenentzündung oder ein dauerhafter Herzschaden auf, kann die Genesung ebenfalls deutlich länger dauern.

Dauer der Arbeitsunfähigkeit

Wie lange eine Arbeitsunfähigkeit besteht, ist sehr stark von der Schwere der Symptomatik, dem Verlauf der Genesung und der Art der Arbeitsstelle abhängig. Die Dauer wird meist vom Hausarzt auf Basis des Wohlbefindens des Patienten entschieden. Im besten Falle kann bereits nach wenigen Tagen die Arbeit wieder aufgenommen werden. Insbesondere körperlich wenig anstrengende Tätigkeiten bedürfen keiner längeren Krankschreibung, wenn der Betroffene keine Beschwerden mehr zeigt.

Bei schweren Lungenembolien kann die Arbeitsunfähigkeit Monate lang andauern. Viele Erkrankte zeigen noch Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt, im schlimmsten Fall dauerhaft, schnelle Ermüdung nach nur geringer Anstrengung. Diese kann bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten eine wochenlange Arbeitsunfähigkeit bedeuten. Einige Patienten werden nach schweren Lungenembolien sogar dauerhaft arbeitsunfähig, insbesondere wenn Komplikationen auftreten.

Lungenembolien während der Schwangerschaft

Die Lungenembolien sind eine der häufigsten Todesursachen im Verlauf der Schwangerschaft.

Während der Schwangerschaft und nach der Entbindung hat die Frau ein stark erhöhtes Risiko für eine Lungenembolie. Die Gründe dafür liegen darin, dass im Prozess der Schwangerschaft der Körper der Frau extreme Veränderungen durchmacht.

  • Zum einen verändert sich die Zusammensetzung des Blutes, was das Risiko für Thrombusbildung erhöht.
  • Zum anderen drückt die vergrößerte Gebärmutter auf Gefäße im Unterbauch und Beckenbereich wodurch der Blutfluss verändert bzw. verlangsamt wird – auch das ist ein Risikofaktor für Thrombosen.
  • Ein weiterer Grund ist das die Frau sich während der Schwangerschaft einfach weniger bewegt und mehr liegt.

Zur Prophylaxe kann die Schwangere Frau antikoaguliert (Gabe von Gerinnungshemmern) werden. Das sollte auch nach der Geburt noch für eine gewisse Zeit (bei stattgefundener Embolie 6 Wochen) weitergeführt werden. Zur Gerinnungshemmung sollten während der Schwangerschaft keine Cumarine (Marcumar®) verwendet werden, da diese die Plazentaschranke überwinden können – das heißt, dass sie über die Gebärmutter auch in den Kreislauf des ungeborenen Kindes gelangen, wo sie Schäden in der Entwicklung verursachen können.

Nach einer abgelaufenen Embolie werden meist für eine Woche Heparine in die Venen gespritzt. Danach kann auf niedermolekulare Heparine umgestiegen werden, die den Vorteil haben, dass sie subcutan (in die Unterhaut, z.B. am Bauch oder Gesäß) gespritzt werden können.

Es muss jedoch nicht jede Frau aus Prinzip mit Heparinen behandelt werden. Wichtig ist die Anwendung bei Frauen in deren Familien Thrombosen, Embolien und genetische Erkrankungen, die diese begünstigen, bekannt sind. Außerdem ist die Anwendung unabdinglich bei Frauen, die schon einmal eine Embolie hatten. Diese sollten auch besonders auf mögliche Symptome einer Lungenembolie achten.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.04.2017
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