Atemnot

Definition

Bei der Atemnot (Dyspnoe) handelt es sich allgemein um jede Form von erschwerter Atmung die mit Luftnot einhergeht. Diese muss nicht zwangsläufig mit Schmerzen einhergehen sondern beschreibt lediglich den Zustand, dass ein Patient aufgrund von vielfachen möglichen Ursachen ein subjektives Empfinden von Luftnot hat.

Ursachen

Die Ursachen für Atemnot (Dyspnoe) mit einhergehender Luftnot sind sehr vielfältig. Da es sich um Probleme bei der Atmung handelt, kann primär zum einen die Lunge mit ihren umliegenden Strukturen betroffen sein.
Zum Beispiel führt Lungenkrebs im Endstadium zu Atemnot.
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Es kann jedoch auch sein, dass die Ursache für die Atemnot im Herzen oder aufgrund von psychischem Stress entsteht.

Um eine möglichst große Übersicht über die Ursachen von Atemnot zu gewährleisten, wird dieser Artikel zunächst auf die oberen Atemwege eingehen, also alles vom Mund bis Kehlkopf, anschließend auf die unteren Atemwege, einschließlich der Lunge.
Weitere Ursachen für Atemnot, die beispielsweise aufgrund von Herzproblemen oder Entzündungen entstehen, werden ebenfalls separat behandelt.

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Obere Atemwege als Ursache

Die oberen Atemwege umfassen Mund (Oris), Rachen (Pharynx) und Kehlkopf (Larynx). Die Ursachen für Atemnot liegen eher selten im Mund. Es kann jedoch beispielsweise bei einem epileptischen Anfall dazu kommen, dass der Patient seine Zungenmuskulatur nicht mehr im Griff hat und die Zunge zurückfällt und den Rachenraum so verschließt, dass der Patient keine Luft mehr bekommt.
Vor allem in der ersten ärztlichen Hilfe ist es deshalb wichtig darauf zu achten, Patienten, die nicht bei Bewusstsein sind, aber noch atmen, in die stabile Seitenlage zu legen um somit ein Zurückfallen der Zunge und damit eine Ursache für Atemnot mit einhergehender Luftnot zu vermeiden.

Neben der Zunge gibt es noch weitere Strukturen im Mund, die als Ursache für Atemnot infrage kommen. Zum einen kann durch eine falsche Nahrungsaufnahme, bei der Speisebrocken in die Luftröhre gelangen, eine Atemnot entstehen. Vor allem Kinder sind hiervon gefährdet, weswegen Kleinkinder nicht ohne Aufsicht mit verschluckbaren Gegenständen spielen sollten.

Im Bereich der oberen Atemwege befinden sich zusätzlich verschiedene lymphatische Geweben, die man als Waldeyer Rachenring zusammenfasst. Hierzu gehören beispielsweise die Mandeln (Tonsilla pharyngea), welche man paarweise am Übergang zwischen Mund und Rachen gut erkennen kann.
Diese Mandeln können Ursache für Atemnot sein, vor allem bei Kindern. Zum einen kann es zu einer „einfachen“ Mandelentzündung kommen. Meist sind die sogenannten A-Streptokokken (Streptococcus pyogenes) Erreger der Mandelentzündung (Tonsillitis). Die Bakterien verursachen zum einen weißliche Eiterbeläge auf den Mandeln, zum anderen kommt es zu einem starken Anschwellen der Mandeln.
Vor allem bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen, kann eine unbehandelte Tonsillitis deshalb schnell eine Ursache für Atemnot werden. Vor allem nachts klagen die Patienten über Luftnot da sie dann durch die leicht zurückgefallene Zunge eine zusätzliche Belastung haben und nur erschwert Luft kriegen.

Ebenfalls durch infektiöse Erreger verursacht wird der Pseudokrupp (subglottische Laryngitis, Laryngospasmus). Hierbei handelt es sich um eine viral bedingte Entzündung des Kehlkopfes. Vor allem Parainfluenzaviren, aber auch Influenzaviren sind schuld am Pseudokrupp und der einhergehenden Luftnot.
Von einem Pseudokrupp sind hauptsächlich kleine Kinder betroffen, seltener Jugendliche. Die Symptome beginnen charakteristisch am späten Abend oder mitten in der Nacht. Es kommt zu einem stark bellenden Husten und die Kinder klagen über starke Luftnot da die Schleimhaut aufgrund der Entzündung so stark anschwillt, dass es zu einer starken Verengung der Atemwege kommt. Dies ist auf jeden Fall ernst zu nehmen, da in besonders schlimmen Fällen Erstickungsgefahr droht.
Vom Pseudokrupp zu unterscheiden ist der echte Krupp (Diphtherie). Diese ist in Deutschland aufgrund der Impfung so gut wie ausgestorben, es gibt jedoch immer wieder neu auftretende Fälle. Die Diphtherie hat ähnliche Krankheitszeichen wie eine normale Tonsillitis, nur dass die Beläge auf den Mandeln bei einer Diptherieinfektion eher durchgängig und weiß-gelblich erscheinen. Versucht man diese zu entfernen, kommt es zusätzlich zu Blutungen. Aufgrund der angeschwollenen Mandeln kann auch eine Infektion mit Diptherie zu Luftnot führen.

Eine weitere Infektion die vor allem kleine Kinder betrifft, ist die Epiglottitis. Hierbei handelt es sich um eine bakteriell bedingte Entzündung des Kehldeckels (Epiglottis). Die verursachenden Bakterien sind meist Haemophilus Kapseltyp B. Da die Symptome plötzlich auftreten und schnell immer schlimmer werden, ist es wichtig, schnell einen Arzt aufzusuchen, da es sonst zu einer Verlegung der Atemwege kommen kann, was dann die Ursache der Atemnot ist und unbehandelt rasch zum Tod führen kann.
Bevor es jedoch zur Atemnot kommt, ist es wichtig auf Symptome, wie plötzlichen Fieberanstieg, Heiserkeit und Schluckbeschwerden zu achten.

Neben den bakteriell und viral bedingten Ursachen der Atemnot kann außerdem eine Schwellung der Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes zu einer akuten Luftnot führen. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Angioödem (Quinckeödem). Dieses entsteht meist aufgrund von Medikamentenunverträglichkeit, kann aber auch aufgrund eines Tumors oder aufgrund von einer Ablagerung von Immunkomplexen ausgelöst werden. Da es vor allem bei allergischen Reaktionen recht schnell zu einer akuten, schmerzlosen Schwellung kommt, die aber von alleine nicht wieder weggeht, ist in jedem Fall ein Notarzt zu verständigen da es sonst zu einer vermehrten Atemnot bis hin zum Atemstillstand kommen kann.

Untere Atemwege und Lunge als Ursache

Eine Atemnot kann auch innerhalb der unteren Atemwege entstehen. Zu diesen zählen die Luftröhre (Trachea) und all die verzweigteren Bronchialäste, die sich wie die Wurzeln eines Baumes immer weiter verästeln und verzweigen bis hin zu den runden Alveolen, in denen der Gasaustausch stattfindet.

Die Ursache für die Luftnot kann zum einen in der Luftröhre liegen. Diese liegt in enger Nachbarschaft zur Speiseröhre. Kommt es im Bereich der Speiseröhre zu einer Erweiterung, beispielsweise weil die Nahrung nur erschwert von der Speiseröhre in den Magen übertreten kann, so kann durch die Erweiterung der Speiseröhre die Luftröhre eingeengt werden. Es gibt jedoch auch die sogenannte Trachealstenose, bei der es zu einer Einengung im Bereich der Luftröhre kommt. Diese Trachealstenose kann entweder angeboren sein oder sie entsteht durch eine Langzeitintubation.

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Auch ein sehr großes Struma, also eine Vergrößerung der Schilddrüse, kann dazu führen, dass die Luftröhre eingeengt wird und der Patient dadurch unter Atemnot leidet.

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Im Bereich der Bronchien kann die Ursache für Atemnot auch ein Lungenkarzinom, also Krebs sein. Dieser befindet sich meist im Bereich der ersten großen Aufzweigung der Luftröhre und verursacht deshalb im fortgeschrittenen Stadium Luftnot.
Häufiger ist im Bereich der Bronchien jedoch die klassische Asthma-Erkrankung, die mit starker Luftnot einhergehen kann. Meist wird ein Asthmaanfall durch ein Allergen (beispielsweise Pollen im Frühjahr) hervorgerufen, es kann jedoch auch sein, dass der Asthmaanfall aufgrund von häufigen Lungenentzündungen auch ohne einen äußerlichen Einfluss auftritt. Asthma ist mit die häufigste Ursache für Luftnot mit immer weiter steigender Tendenz.

Patienten können auch dann unter schwerer Luftnot leiden, wenn der Gastransport über die Membran der Alveolen gestört ist. Die Alveolen muss man sich wie eine Austauschstation vorstellen. Hier wird die frische mit Sauerstoff beladene Luft gegen die Kohlenstoffdioxidpartikel im Blut ausgetauscht und das CO2 wird abgeatmet. Dieser Austausch findet über die Membran der Alveolen statt. Wenn es nun beispielsweise durch eine vermehrte Faserbildung beim Lungenemphysem oder bei der Lungenfibrose zu einem verminderten Sauerstoffaustausch kommt, hat der Patient subjektiv das Gefühl, dass nicht genug Sauerstoff bei ihm ankommt. Aufgrund dessen kann es zu einer Mehratmung und zu dem subjektiven Gefühl der Luftnot kommen.

Auch die akute Lungenentzündung (Pneumonie) geht mit Luftnot einher. Lungenentzündungen sind weit verbreitet und sorgen vor allem im Krankenhaus für schwere Probleme. Häufig sind Bakterien, genauer gesagt Pneumokokken, schuld an der Lungenentzündung und der damit einhergehenden Luftnot. Besonders schwerwiegend als Ursache der Luftnot ist die Lungenembolie. Hierbei kommt es dazu, dass ein kleiner Thrombus durch den Blutstrom zur Lunge transportiert wird und dort ein Gefäß verstopft. Dies kann soweit gehen, dass es zu einem Kollaps von den betroffenen Lungenarealen kommt, was dann beim Patienten subjektiv als große Luftnot empfunden wird.

Eine weitere Ursache für Atemnot kann die Mukoviszidose sein. Bei dieser erblich bedingten Erkrankung kommt es aufgrund eines Kanaldefekts zu einer vermehrten Ausscheidung von Chloridionen. In den Bronchien befindet sich dadurch ein zähflüssiges Schleimgemisch, das der Patient nur schwer abhusten kann. Dadurch kommt es zu einer starken Luftnot und schweren Hustenanfällen.
Auch bei der Bronchiolitis kommt es zu Luftnot und einem vermehrten Husten mit schleimigem Auswurf. Die Bronchiolitis ist jedoch eine akute Entzündung der Alveolen, meist hervorgerufen durch Parainfluenzaviren.

Eine letzte wichtige Ursache im Bereich der unteren Atemwege, die zu Luftnot führen kann, ist die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Wie der Name bereits sagt, kommt es zu einer chronischen Entzündung im Bereich der Lunge, wodurch es zu häufigem schleimigem Husten und schwerer Atemnot kommt.

Ursachen am Herz

Bei Luftnot oder Atemnot denken viele Patienten bei den Ursachen zunächst an die Lunge selbst, das Herz spielt jedoch eine fast ebenso große Rolle wie die Lunge.
Einerseits kann es aufgrund von einer Linksherzinsuffizienz zu einem vermehrten Druck im Lungenkreislauf kommen. Durch den Druck wird Flüssigkeit aus den kleinen Blutgefäßen „gequetscht“. Somit entsteht ein Lungenödem. Dieses Lungenödem geht mit schwerer Luftnot einher und bedarf dringender Behandlung.

Es kann jedoch auch sein, dass die Luftnot tatsächlich ausschließlich auf einer Funktionsstörung des Herzens beruht. Viele Patienten mit einer Angina Pectoris klagen über vermehrte Luftnot. Ein Herzinfarkt äußert sich neben Schmerzen im Bereich der linken Brust auch mit Luftnot, die sogar so schlimm werden kann, dass der Patient Angst hat, ersticken zu müssen.

Allgemein gibt es sehr viele Ursachen für Luftnot und die Liste ist noch lange nicht zu Ende. Viele Allergien, psychische Faktoren oder auch muskulär oder neural bedingte Ursachen können zu Luftnot führen.

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Symptome

Das Symptom Luftnot tritt wie bereits erwähnt im Zusammenhang mit den verschiedensten Ursachen auf. Wichtig ist es deshalb auf die begleitenden Symptome zu achten, die mit der Luftnot einhergehen.

Wenn ein Patient Speisebrei in der Luftröhre hat, der dadurch nicht durch den unteren Ausgang der Speiseröhre in den Magen rutschen kann, führt dies neben der Atemnot auch zu einem Druckgefühl im Bereich des Halses und zu Erbrechen.
Bei einer Tonsillitis kann der Patient meist selber die geschwollenen Mandeln tasten und mit einem kleinen Lämpchen auch im Bereich hinter der Zunge die dicken Mandeln mit den weißlichen Belägen erkennen. Dies wäre auch beim sogenannten Pseudokrupp oder bei der Diphtherie der Fall.
Bei einer Epiglottitis kommt es neben der Luftnot als Symptom zusätzlich zu einer kloßigen Sprache gepaart mit starken Halsschmerzen, erschwertem Schlucken (Dysphagie) und in der Regel schnell ansteigendem hohen Fieber.

Bei einer Einengung der Luftröhre durch eine Trachealstenose kommt es hingegen meist ausschließlich zu Luftnot. Ist die Trachea jedoch aufgrund einer vergrößerten Schilddrüse eingeengt, so kann man neben der Luftnot manchmal auch die vergrößerte Schilddrüse im Bereich des Adamsapfels ertasten.
Beim Lungenkrebs kommt es erst sehr spät zu Symptomen. Die ersten Symptome sind Luftnot, Heiserkeit und häufiger Husten, der anfangs trocken sein kann, dann jedoch oft blutig wird. Zusätzlich können Brustschmerzen und Schwellungen im Bereich des Gesichtes hinzukommen.
Bei einer Lungenfibrose kommt es zu schneller Ermüdbarkeit und geringer Belastbarkeit neben der Luftnot. Meist findet man als weiteres Symptom vermehrten Husten.

Bei der Mukoviszidose findet man den klassischen sehr schleimigen Husten, der über lange Zeiträume konstant erhalten bleibt und zu einer starken Luftnot führt.
Ähnlich ist es bei der Bronchiolitis, nur dass diese Krankheit nach kurzer Zeit wieder verschwindet und nicht immer wiederkehrt.
Bei einer COPD klagt der Patient ebenfalls über immer wiederkehrende Hustenattaken, die sich über Wochen hinziehen können und mit großer Atemnot gepaart sind.

Ist die Luftnot bedingt durch eine Herzerkrankung, so stehen hier häufig die Herzprobleme im Vordergrund. Ein Lungenödem entsteht erst, wenn das Herz lange Zeit nicht mehr richtig gearbeitet hat und somit kommt es vor der Luftnot meist zu Symptomen wie Abgeschlagenheit, verminderte Belastbarkeit und Schmerzen im Brustbereich. Vor allem ein Herzinfarkt äußert sich zunächst durch starke Schmerzen im Bereich des linken Armes und der linken Brust. Die Luftnot ist hier eher ein Begleitsymptom.

Diagnose

Um die Diagnose Luftnot zu stellen, reicht dem Arzt meist eine Anamnese aus, also ein Gespräch mit dem Patienten. Denn hierbei kann er mögliche allergische Reaktionen, Vorerkrankungen oder Belastungen, wie beispielsweise häufiges Rauchen, einschätzen und bewerten.

Zusätzlich dient das Abhören der Lunge (Auskultation) zur Diagnosestellung. Hierzu verwendet der Arzt sein Stethoskop und kann somit die Lungengrenzen und etwaige Geräusche identifizieren, die dann wiederum Auskunft über die Erkrankung geben. Ein feuchtes Rasselgeräusch deutet beispielsweise auf Wasser in der Lunge hin, so wie es beim Lungenödem der Fall ist.
Außerdem kann der Arzt den Rücken abklopfen um somit die Lungengrenzen genauer zu bestimmen.

Nach diesen einfachen Methoden gibt es auch noch spezielle Diagnostika um der Luftnot auf den Grund zu gehen. Hierzu zählt beispielsweise ein Ganzkörperpletysmograph, in dem der Patient in einer geschlossenen Druckkammer sitzt und über ein Ventil atmet um so sein Luftvolumen und seine Atemkapazität zu bestimmen.

Wann tritt die Atemnot auf?

Atemnot in der Nacht

Viele Menschen klagen über Atemnot in der Nacht.
Hierfür gibt es verschiedene Erklärungen, welche je nach Fall gelten. Zum einen kann beispielsweise Übergewicht dazu führen, dass in liegender Position, vor allem in Rückenlage, die Bauchmasse und die Organe das Zwerchfell nach oben drücken.
So kann sich die Lunge bei der Einatmung nicht mehr komplett entfalten, da sie nicht gegen das dagegenhaltende Gewicht ankommt.

Auch die Tatsache, dass der Rückfluss des Blutes aus der Körperperipherie in der Nacht durch liegende Position gesteigert ist spielt eine gewisse Rolle bei Atemnot in der Nacht, da das Herz mehr Blut durch Lungen- und Körperkreislaus pumpen muss. Kommt es bei einem zu schwachen Herzen zum Rückstau von Blut in die Lungengefäße oder pumpt es zu wenig in die Lunge, so kann es zur Atemnot kommen.

Auch eine Lungenerkrankung, die zur verminderten Belüftung der Lunge und Sauerstoffanreicherung des Blutes führt, kann in der Nacht eine Atemnot verursachen.
Da Raucher an höhere Kohlenstoffdioxidkonzentrationen gewöhnt sind, nimmt dieser natürliche Atemantrieb ab und sowohl Atemfrequenz als auch die Sauerstoffbeladung des Blutes nehmen ab. Dies kann durchaus auch Atemnot hervorrufen.
Auch ein Stimmritzenkrampf, dessen Ursache noch weithin ungeklärt ist, kann Atemnot hervorrufen.

Atemnot in der Schwangerschaft

Im Laufe der Schwangerschaft kann es in manchen Fällen zur Atemnot kommen.
Typisch ist das Auftreten von Atemnot dann, wenn die Schwangerschaft schon so weit fortgeschritten ist, dass die Gebärmutter durch ihr nach vorne oben gerichtetes Wachstum das Zwerchfell nach oben drückt und den Entfaltungsraum der Lunge damit einschränkt.

Unterstützt wird diese Wirkung durch eine liegende Position der Schwangeren, da der Schwerkraft folgend die Organe und die Gebärmutter, inklusive Kind, das Zwerchfell noch mehr nach oben drücken.
Folge davon ist die Zunahme der Atemfrequenz, um die Sauerstoffaufnahme aufrecht zu erhalten. Dies ist typisch für die Spätschwangerschaft. Diese Form der Atemnot kann durch Änderung der Position, etwa in nach vorne gebeugtes Sitzen oder Stehen, gebessert werden, da die Lunge durch Absenken des Zwerchfells dann wieder genügend Entfaltungsmöglichkeit hat.
Auch ein Vena-Cava-Kompressionssyndrom kann sich mit Atemnot äußern. Hierbei wird die große Bauchvene, die das Blut aus dem Körper zum Herzen zurückführt durch die Gebärmutter zusammengedrückt und transportiert weniger sauerstoffarmes Blut zum Herzen und folglich auch zur Lunge.
Je weiter fortgeschritten die Schwangerschaft ist, desto eher sollten sich die Schwangeren dann zur Vermeidung dessen auf die linke Seite legen. Des Weiteren kann es im Rahmen der Schwangerschaft zu Asthma mit Atemnot kommen.

Die Entstehung von Asthma in der Schwangerschaft hängt mit der physiologischen Veränderung des weiblichen Körpers zusammen. In jeden Fall ist es sinnvoll einen Arzt zu konsultieren, um die Ursache der Atemnot abklären zu lassen.

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Atemnot bei Belastung

Bei Belastung steigt das Herzzeitvolumen, das heißt das Volumen an Blut, das binnen einer Minute vom Herz in den Körperkreislauf gepumpt wird. Dabei nehmen sowohl die Herzfrequenz als auch das Herzschlagvolumen zu.
Ziel ist es den erhöhten Sauerstoffbedarf des Körpers durch die Belastung zu decken. Folglich muss mehr Blut in der Lunge in kurzer Zeit mit Sauerstoff angereichert werden, sodass die Lungendurchblutung und die Atemfrequenz ansteigen. Bei Belastung reagieren die Blutgefäße in der Lunge zusätzlich mit einer Erweiterung, sodass eine höhere Durchblutung möglich ist.

Ist man zum Beispiel sehr untrainiert oder hat eine Herzschwäche so kann das Herz das Schlagvolumen an Blut und die Herzfrequenz nicht entsprechend des erhöhten Sauerstoffbedarfes steigern. Das Blut wird dadurch in die Lunge zurückgestaut und überlastet diese.
Der Gasaustausch und damit die Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff können nicht wie gewohnt stattfinden. Ebenso kann es bei einer Lungenfibrose, bei welcher funktionelles Lungengewebe durch Bindegewebe ersetzt wird, oder bei einer chronischen obstruktiven Lungenerkrankung, bei welcher die Atemwege verengt sind, zu einer verminderten Diffusion des Sauerstoffes au der Lunge in Richtung Blut kommen. Herz- und Lungenerkrankungen sind nur zwei Beispiele die ursächlich für eine Atemnot bei Belastung sein können.
Liegt der Atemnot keine organische Ursache zugrunde, so kann es einfach an einer untrainierten Körperverfassung liegen. Durch gezielten Sport können sowohl Herz als auch Lunge trainiert werden, sodass Herzschlagvolumen und Lungendurchblutung effizient bei Belastung steigen.

Therapie

Um die Luftnot zu heilen muss zunächst die Primärerkrankung behoben werden. Bei einer Mandelentzündung, Diphtherie oder Epigottitis muss der Patient möglichst schnell Antibiotika einnehmen um die Entzündung wieder zurückgehen zu lassen, dann schwellen die Mandeln auch wieder ab, die Entzündung verschwindet und die Atemnot ist behoben.
Bei einer Einengung der Luftröhre durch die Schilddrüse oder durch eine Stenose hilft meist nur einer Operation um die Luftnot zu beheben.
Bei einem Lungenkarzinom sieht die Therapie meist sehr schlecht aus, da Lungenkarzinome erst sehr spät erkannt werden.
Bei einer Pneumonie (Lungenentzündung) hilft es dem Patienten Antibiotika einzunehmen, da die Bakterien dadurch abgetötet werden und die Entzündung, die die Luftnot bedingt, somit behoben werden kann.
Bei einer Lungenfibrose helfen meist nur Cortison und eine dauerhafte Sauerstofftherapie um die Atemnot zu mildern.
Die Mukoviszidose muss durch Krankengymnastik, Inhalationen und Antibiotika so gut wie möglich in Schach gehalten werden um die Luftnot und den dauerhaften Husten zu minimieren.

Rührt die Luftnot vom Herzen her, also aufgrund eines erhöhten Drucks (Lungenödem) oder aufgrund eines Herzinfarktes, so muss man zunächst das Herz behandeln, dann verschwindet die Luftnot von alleine.

Prophylaxe

Eine einzige Prophylaxe gegen Luftnot gibt es nicht. Wichtig ist es jedoch sich bei bestehender Allergie nicht den allergie-auslösenden Substanzen auszusetzen, da dies automatisch zu Luftnot führt.

Außerdem sollte das Rauchen vermieden werden, da Raucher eine sehr viel höhere Wahrscheinlichkeit haben an Lungenkrebs oder Lungenfibrose zu erkranken als Nichtraucher.
Zusätzlich hilft es, die Atemmuskeln immer wieder zu trainieren und regelmäßig Ausdauersport an der frischen Luft zu machen, da dies die Zirkulation von Sauerstoff durch den Körper fördert und somit einer Luftnot entgegenwirken kann.

Außerdem sollte auf ein reduziertes Gewicht geachtet werden, weil durch zu viel Fett im Bereich des Brustkorbes und des Bauches die Atmung stark eingeschränkt wird und es somit leichter zu Luftnot, aber auch durch die erhöhten Fettwerte im Blut zu Herzinfarkten und damit indirekt zu Luftnot kommen kann.

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Qualitätssicherung durch:      |     Letzte Änderung: 01.09.2017
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