Halsschmerzen - So werden Sie sie schnell wieder los!

Synonyme

  • Erkältung
  • Heiserkeit
  • Halsbeschwerden
  • Rachenschmerzen

Englisch: sore throat

Definition

Unter Halsschmerzen werden schmerzhafte Beschwerden im hinteren Rachenbereich bezeichnet, die aus unterschiedlichen Ursachen der Halsschmerzen entstanden sind und seit höchstens 14 Tagen bestehen.

Häufigkeit

Halsschmerzen gehören neben der Erkältung zu einen der häufigsten in der täglichen Hausarztpraxis vorgebrachten Beschwerden. In einer Befragung konnte festgestellt werden, dass 75% der Befragten über Halsschmerzen in den letzten 4 Wochen klagten. 33% der Befragten über 14 Jahren gab an, wenigstens einmal im vorangegangenen Jahr an Halsschmerzen gelitten zu haben. Kinder bis zum 15. Lebensjahr sind weitaus häufiger von Halsschmerzen betroffen als Erwachsene. So bestätigten 80% der Kinder bis 15 Jahren Halsschmerzen in den letzten Monaten gehabt zu haben, aber nur 20% der Erwachsenen. Trotz des hohen Aufkommens von Halsschmerzen in der Bevölkerung wird im Vergleich nur selten ein Arzt aufgesucht. Unter den durch Halsschmerzen verursachten Arztbesuchen zählen meistens Kinderarztbesuche, die die Eltern mit ihren erkrankten Kindern machen. Erwachsene selbst gehen wegen Halsschmerzen fast nie zum Arzt.


Ursachen

Für Halsschmerzen kann es viele verschiedene Ursachen geben.
Die häufigste ist sicherlich eine Erkältung, bei der sich der Hals geschwollen und schmerzhaft anfühlt. Prinzipiell können aber auch alle Kompartimente des Halses in Kombination, oder einzeln entzündet sein. Dazu zählen:

  • der Kehlkopf
  • der Kehlkopfdeckel
  • der Rachen, und
  • die Mandeln

Eine Entzündung dieser Bereiche des Halses geht in der Regel mit Halsschmerzen einher.

Seltenere, aber ebenfalls denkbare Ursachen können Infektionskrankheiten wie die Diphtherie sein. Zwar wird gegen sie normalerweise im Kindesalter geimpft, vor allem im asiatischen Raum ist die Erkrankungsrate aber sehr hoch. Symptomatisch ist ein extrem geschwollener Hals, der Halsschmerzen und Schluckbeschwerden hervorruft.
Auch eine dauerhafte Reizung des luftleitenden Systems, beispielsweise durch Rauchen, oder Singen kann zu Halsschmerzen führen. Zigarettenrauch löst für ca. 4 Stunden eine lokale Entzündungsreaktion aus, und verengt die Gefäße. Kommt im Winter auch noch kalte, trockene Luft hinzu, reagiert der Hals schnell mit einer Schwellung und Schmerzen.
Auch Erkrankungen der Schilddrüse, die vor der Luftröhre liegt, und auf den Hals drückt können Halsschmerzen, so wie ein Engegefühl verursachen.

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Symptome

Da Halsschmerzen eine große Vielfalt an Ursachen zu Grunde liegen können, sind auch die Symptome und Beschwerden sehr vielfältig.
Bei einer Mandelentzündung kommen zu den Halsschmerzen meist auch starke Schluckbeschwerden, Mundgeruch, und ein starkes Krankheitsgefühl dazu. Essen und Trinken sind im fortgeschrittenen Stadium nahezu nicht mehr möglich, daraus resultiert ein Gewichtsverlust und eine erhöhte Infektanfälligkeit für weitere Erreger.
Eine akute Mandelentzündung kann potentiell auch in eine chronische Mandelentzündung übergehen, und ein rheumatisches Fieber bedingen.

Halsschmerzen können aber auch Ausdruck einer Stimmbandentzündung sein, und mit Heiserkeit und Atembeschwerden einhergehen. Dies ist vor allem bei Sängern, und langjährigen Rauchern der Fall. In diesen Fällen ist eine Schonung der Stimme, bzw. ein Rauchstopp sinnvoll.

Bei einer der typischsten Erkrankungen für das Jugendalter – das Pfeiffersche Drüsenfieber, auch als „kissing disease“ bezeichnet – kommt es zu einer viralen Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus. Es wird durch Speichel und Tröpfchen übertragen, und tritt daher bei Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen gehäuft auf.
In der Folge kommt es zur Mandelentzündung und Pharyngitis, also einer Entzündung des Mund- Nasenraumes. Das Pfeiffersche Drüsenfieber weißt zwar ähnliche Symptome wie eine Mandelentzündung auf, ist jedoch schwerwiegender, und darf auf keinen Fall wie die bakterielle Angina, mit Antibiotika behandelt werden, da es sonst zu Arzneimittelexanthemen kommen kann! Neben einer allgemeinen körperlichen Leistungsschwäche, kann es in seltenen Fällen auch zu einer Milzruptur, oder einer Hirnhautentzündung kommen.

Auf der Grundlage einer Mandelentzündung kann es auch zu einem Peritonealabszess kommen. Dieser behindert zusätzlich die Nahrungsaufnahme und die Atmung, und muss meist chirurgisch gespalten werden.
Eine nur noch selten auftretende Erkrankung ist die Diphtherie, bei der es zu einem sogenannten Cäsarenhals kommt:
So bezeichnet man die stark geschwollenen, über den gesamten Hals verteilten Lymphknoten, die den gesamten Hals vergrößern. Auch der Kehlkopf schwillt an, es kommt zur Atemnot beim Einatmen. Im Hals- Rachenbereich kann sich eine Pseudomembran bilden. So bezeichnet man weiß-bräunliche Beläge auf dem Rachen, die bei leichter Berührung bluten.
In den westlichen Industriestaaten wird gegen die Diphtherie innerhalb des ersten Lebensjahres geimpft, in Entwicklungsländern, oder bei Impfgegner kann die Diphtherie jedoch nach wie vor auftreten.

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Ohrenschmerzen bei Halsschmerzen

Im Rahmen einer Entzündung oder eines Infektes können neben Halsschmerzen und Husten auch Ohrenschmerzen entstehen.
In vielen Fällen treten bei Ohrenschmerzen weitere Begleitsymptome wie ein Schwindelgefühl oder auch eine Hörminderung auf, da sich im Ohr sowohl das Hörorgan, als auch das Gleichgewichtsorgan befinden.
Bei Infekten kommt es häufig zu einer Verschleppung der krankheitserregenden Keime, die sich auf der Schleimhaut des Nasen -Rachen – Bereichs befinden, in das Mittelohr. Dies ist möglich, da sich zwischen dem menschlichen Nasen - Rachen – Bereich und dem Mittelohr eine Verbindung in Form einer Röhre , die sogenannte eustachische Röhre (Tuba auditiva), befindet.
Diese dient eigentlich dem Druckausgleich. Durch die Verbindung gelingt es Keimen aufzusteigen und im Mittelohr eine Entzündungsreaktion auszulösen (siehe: Mittelohrentzündung)

Besonders häufig sind kleine Kinder mit Infekten der Atemwege betroffen. Bei ihnen ist die Verbindungsröhre noch kürzer angelegt als bei Erwachsenen und sie verläuft noch waagerechter, sodass entzündliche Erreger leichter aufsteigen und das Mittelohr befallen können.
Dazu kommt, dass Kinder im Allgemeinen häufiger an Atemwegsinfekten leiden als Erwachsene.

Bei leichten Infekten reicht es meist aus, sich zu schonen und ein paar Tage auszuruhen, damit die Beschwerden rückläufig werden. Antibiotika werden meist nur in etwas schwereren Verläufen eingesetzt oder wenn Komplikationen erwartet werden. Da vor allem bei Infekten der Atemwege sehr oft auch die Nase mit Sekret zu sitzt, werden sehr gerne Nasentropfen verabreicht.
Sie lindern die Schwellung der Schleimhaut, wodurch das sich ansammelnde Sekret besser abfließen kann und sich nicht bis ins Ohr aufstaut und hinter dem Trommelfell ansammelt.

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Schluckbeschwerden bei Halsschmerzen

Halsschmerzen, die mit Schluckbeschwerden einhergehen, können vielfältige Ursachen haben und müssen nicht immer gleich mit einer Mandelentzündung einhergehen.

Infektionen im Mund-Rachen-Raum, sowohl bakterielle, als auch virale, können zu Halsschmerzen und Schluckbeschwerden führen, da im Regelfall die Mund-Rachen-Schleimhaut durch die Krankheitserreger gereizt wird, sodass sie sich reaktiv entzündlich verändert, eine rötliche Farbe bekommt, schmerzempfindlich wird und oftmals auch anschwillt.

Die Schleimhautentzündung führt dann zu Halsschmerzen und – durch die gleichzeitig bestehende Schleimhautschwellung – auch zu Schluckbeschwerden.

Solche Symptome findet man z.B. bei Mandelentzündungen (Tonsillitis), bei Rachenentzündungen (Pharyngitis), bei Kehlkopfentzündungen (Laryngitis) und bei viralen, grippalen Infekten, desweiteren aber auch bei eher selteneren Infektionskrankheiten, wie Scharlach, das Pfeiffer’sche Drüsenfieber oder Diphtherie.

Bei der Kehlkopfentzündung schwillt dabei weniger die Schleimhaut des Mund-Rachen-Raums an, sondern vielmehr die des Kehlkopfes. Diese anschwellende Entzündung kann dabei zu Halsschmerzen führen, die besonders stark bei Schlucken auftreten sowie im schlimmsten Fall auch zu Atemnot, wenn der Kehlkopf als Teil der Atemwege zu schwillt.

Lesen Sie mehr zum Thema Schluckbeschwerden

Einseitige Halsschmerzen

Meist ist bei Halsschmerzen der gesamte Hals gleichermaßen betroffen, in bestimmten Fällen treten die Halsschmerzen jedoch auch einseitig auf.
Typisch ist dies unter anderem bei einem Peritonealabszess. Dieser entsteht auf Grundlage einer Mandelentzündung, und bezeichnet einen Eiter –gefüllten Sack, der ebenfalls im Bereich der Mandeln liegt. Meist lässt sich der Schmerz relativ deutlich auf ein Areal einschränken.
Bei der Angina Plaut Vincenti – einer einseitigen Veränderung der Gaumenmandel nach Mischinfektion mit Fusobakterien und Treponemen – treten die Halsschmerzen ebenfalls nur einseitig auf. Kennzeichnend sind hierbei ein starker Mundgeruch, und geringe körperliche Beschwerden.
Ferner können tumoröse Prozesse im Bereich der Schilddrüse, oder der Nasennebenhöhlen einseitige Halsschmerzen erzeugen. Tumore wachsen selten über den gesamten Hals verteilt, und meist einseitig aus einem Herd aus. Sie imponieren weiterhin durch eine äußerlich wie innerlich sichtbare Schwellung im Halsbereich. Je nach Tumorart kann das Wachstum binnen weniger Monate stark zunehmen, oder aber auch über Jahre hinweg sehr langsam voranschreiten.
Sie sind allerdings nicht zu verwechseln mit geschwollenen Lymphknoten, die während einer Infektion typischerweise an Volumen zunehmen, und auf den Hals drücken können. Dadurch können einseitige Halsschmerzen entstehen, in der Regel verschwinden diese jedoch mit Ende der Infektion.

Diagnose

Neben der gängigen Patientenbefragung (Anamnese), in der der Arzt die Art der Beschwerden, den Beginn und die Begleitsymptome vom Patienten erfragt, zählt die Inspektion des Halses zu den wichtigsten Diagnosekriterien. Mit einer Taschenlampe wird der Arzt den Rachenraum des Patienten inspizieren und, um eine bessere Einsicht zu haben, mit einem Spatel die Zunge des Patienten herunterdrücken. Unter der Aufforderung „A“ zu sagen kann der Arzt erkennen, ob das Zäpfchen (uvula) zu einer bestimmten Seite gezogen wird oder aber gerade verbleibt. Ein Ziehen zu einer Seite könnte den Verdacht auf eine neurologische Beteiligung erhärten. Der Arzt kann bei der Untersuchung erkennen, ob der Rachen gerötet ist oder ob eitrige Beläge (sogenannte Stippchen) auf den Mandeln vorhanden sind. Des Weiteren wird der Arzt die um den Halsbereich herum betasten, um zu sehen, ob Schwellungen der Lymphknoten vorhanden sind. Ein Erreger mit häufigem komplizierten Verlauf ist das Bakterium Streptococcus pyogenes. Um diesen von den anderen Erregern unterscheiden zu können, sollte der Arzt folgende Fragen an den Patienten stellen:

Sind Fieber vorhanden (höher als 38 Grad), fehlt Husten, sind die vorderen Halslymphknoten geschwollen, gibt es Belege auf den Mandeln? Wenn alle Fragen positiv beantwortet werden können liegt die Wahrscheinlichkeit einer Streptokokken pyogenes Infektion (auch als GAS Pharyngitis bezeichnet) bei 50-60% . Bei leichten Symptomen und dem Fehlen von Risikofaktoren ist keine weitere Diagnose notwendig. Im anderen Fall sollte eine Blutuntersuchung herangezogen werden. So kann diese sowie ein Abstrich von der Mandelregion den Erreger unter Umständen anzüchtbar machen. Dieses Vorgehen weist aber einige Mängel auf.
Zum einen dauert der Befund 2-3 Tage, zum anderen schließt ein nicht Vorhandensein des Erregers in der Anzucht eine Pyogenesinfektion nicht hundertprozentig aus. Des Weiteren gibt es Schnelltests, die eine Streptokokkenbeteiligung diagnostizieren können. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es allerdings nicht. In der Blutuntersuchung werden vor allem das C-reaktive Protein (CRP) und die Blutsenkungsgeschwindigkeit gemessen, die bei einer Infektion erhöht ist (BSG).
Auch das CRP wird im Falle einer Infektion stark über dem Normwert liegen. Des Weiteren besteht noch die Möglichkeit, den durch Streptokokken produzierten Antistreptolysin Titer im Blut nachzuweisen.
Der Nachweis macht eine Streptokokkeninfektion wahrscheinlich. Bei der Patientenvorstellung sollte der Arzt auch zahlreiche schwere und komplizierte Verläufe versuchen abzuwenden. So ist beim Patienten eine diagnostizierte Luftnot ein absoluter Notfall, da es sich vermutlich um eine Mitbeteiligung des Kehldeckels mit Schwellung der Atemwege handelt. In diesem Fall ist eine sofortige Krankenhauseinweisung notwendig. Ausserdem ist darauf zu achten, ob der Patient Schluckbeschwerden hat oder ob er Schwierigkeiten hat den Mund zu öffnen.

Therapie

Hausmittel gegen Halsschmerzen

Es gibt eine Vielzahl von Hausmitteln aus der Naturheilkunde gegen Halsschmerzen, die meist einfach hergestellt und wirksam zu Hause angewendet werden können. In den meisten Fällen können diese Hausmittel bei einer einfachen Erkältung die Beschwerden lindern. Sollten sich die Beschwerden trotz der Selbstbehandlung nach drei bis fünf Tagen nicht bessern, wenn hohes Fieber, Schluckbeschwerden oder sichtbare Eiterstippen im Rachenbereich auftreten oder die Lymphknoten am Hals stark anschwellen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl einsetzt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Die wichtigste Maßnahme bei Erkältungskrankheiten und Halsschmerzen ist regelmäßiges Trinken. Dadurch werden die Schleimhäute feucht gehalten und Reizungen der Mundschleimhaut werden abgeschwächt. Das Trinken von viel Wasser ohne Kohlensäure oder Kräutertees bildet die Grundlage jeden Hausmittels gegen Halsschmerzen.

Ein kalter Halswickel kann helfen, Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu hemmen. Dabei wird ein Leinentuch mit kaltem Wasser befeuchtet, um den Hals gewickelt und darüber ein trockener Wollschal gebunden. So kann der kalte Halswickel die eigene Körperwärme aufnehmen und aufstauen und wirkt damit als Wärmeanwendung.

Ein anderes Hausmittel sieht vor, dass ein feuchtkalter Wickel zusätzlich mit frischem Quark bestrichen wird und direkt mit der Quarkseite um den Hals gewickelt wird. Auch gekochte Kartoffeln können im abgekühlten und zerstampften Zustand um den Hals gebunden werden. Ein Leinsamenwickel wird hergestellt, indem Leinsamen in Wasser gekocht wird und dann zu einem Brei zerstoßen wird, der dann wiederum in ein feuchtes Leinentuch gestrichen und um den Hals gewickelt wird.

Halswickel wirken besonders gut, wenn sie für längere Zeit am Hals verbleiben (zB über die Nacht) und können lindernd bei Halsweh und Heiserkeit wirken.

Regelmäßiges Gurgeln kann ebenfalls bei Halsschmerzen helfen, da die Rachenschleimhaut meist trocken, gereizt und entzündet ist. Das Gurgeln mit Salbei oder Kamille wirkt zusätzlich Entzündungen im Hals und im Rachen entgegen, wird abtötend auf Bakterien und Viren und fördert die Wundheilung. Wird beispielsweise alle zwei Stunden mit Kamillentee gegurgelt, kann dieses Hausmittel effektiv zur Linderung von Halsschmerzen beitragen.

Salbei und Kamille eignen sich jedoch nicht nur als Gurgellösung, aufgrund ihrer entzündungs- und keimhemmenden Wirkung kommen sie auch als Tees zur inneren Anwendung bei Halsschmerzen. Häufig kommt es zusätzlich zu den Halsschmerzen auch zu Gliederschmerzen. In diesem Fall können Salbei und Kamille durch Weidenrinde ergänzt werden, deren Wirkstoffe ähneln den Wirkstoffen in Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure (Aspirin®). Es ist möglich, sich in der Apotheke eine Teekräutermischung zusammenzustellen, die auf die individuellen Beschwerden abgestimmt ist. Empfehlenswert sind auch Kräutertees aus Thymian, Ingwer, Malve oder die bekannte heiße (oder kalte) Zitrone. Auch das Inhalieren mit Heilkräutern hat sich als Hausmittel gegen Halsschmerzen bewährt, es wirkt schleimlösend und befreit Nase und Nebenhöhlen. Kamille und Salbei, aber auch Thymian (wirkt keimtötend, schleimlösend und auswurffördernd), Anis oder Fenchel (wirkt schleimlösend) eignen sich als Inhalationszusätze. Beeren sind durch ihren hohen Vitamingehalt ein beliebtes Hausmittel gegen Erkältungsbeschwerden. Sanddorn und Hagebutte, schwarze Johannisbeeren und Brombeeren und Holunder sollen speziell bei Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit eine gute Wirkung zeigen.

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Eine Schwitzkur nach einem heißen Bad kann sich ebenfalls positiv auf die Beschwerden auswirken. Grundsätzlich ist es ratsam, den Körper und besonders die Füße und den Hals warm zu halten. Die Anwendung von Halsschmerztabletten kann ebenfalls helfen, Beschwerden zu lindern, da es die Speichelproduktion anregt und die Schleimhäute feucht hält. Bonbons mit Isländisch Moos oder Spitzwegerich können zusätzlich die Schleimhäute schützen und bei der Immunabwehr helfen. Um die Abwehrkräfte zu stärken, sollte man sich in gesunder Umgebungsluft aufhalten, Räume, in denen geraucht wird, vermeiden, ebenso wie stark beheizte Räume. Warme Heizungsluft trocknet die Schleimhäute zusätzlich aus und hemmt die Schleimhäute so in ihrer wichtigen Abwehrfunktion, was eine Erkältung begünstigen kann.

Das wichtigste Hausmittel neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr ist Ruhe und Schonung. Bei Halsschmerzen, Fieber oder Unwohlsein ist es ratsam, zu Hause zu bleiben und sich Ruhe zu gönnen.

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Prognose

In den allermeisten Fällen verschwinden die Beschwerden nach einer kurzen Zeit von wenigen Tagen. In einigen wenigen Fällen kommt es zu komplizierten Verläufen, die eine intensive antibiotische Behandlung notwendig machen. Durch Strepotokokken weiterverbreitete Infektionen im ganzen Körper mit Beeinträchtigung des Herzens müssen in einigen Fällen jedoch befürchtet werden.

Prophylaxe

Da es sich bei Halsschmerzen generell um ein Symptom unterschiedlicher Ursache handelt und zunächst nicht genau gesagt werden kann, was die Halsschmerzen auslöst, sind neben allgemeingültigen Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems (ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Sport) keine weiteren prophylaktischen Maßnahmen bekannt.

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Halsschmerzen bei einer Allergie

Bei einer Allergie, oder allergischen Reaktion besteht eine Überreaktion des Immunsystems des Körpers gegen ansonsten ungefährliche Stoffe wie Hausstaub, oder Pollen.
Die meisten Allergien äußern sich durch Rötung der Augen, Niesen, und Schnupfen. Einige Patienten entwickeln jedoch eine so heftige Reaktion auf bestimmte Stoffe, dass es zu regelrechten allergischen Schockreaktionen kommt.
Diese als anaphylaktischer Schock bezeichnete Komplikation ist potentiell Lebensbedrohlich, und wird im Notfall vom Notarzt mit einer intravenösen Gabe von Adrenalin oder Glukokortikoiden behandelt. Dabei schwellen Hals und Atemwege zu, der Kreislauf versagt, und die Zellen werden nicht mehr mit Blut versorgt. Bei weniger starken Verläufen einer allergischen Reaktion kommt es zu einem pelzigen Gefühl im Hals, einem Brennen, Schwellungen der Lippen, des Rachens, und des Gaumens, und einem starken Juckreiz.
Diese Symptome ermöglichen es auch, die Allergie von einer üblichen Erkältung zu unterscheiden. Treten die Reaktionen nach Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, oder beim Aufenthalt „im Grünen“ auf, liegt der Verdacht einer Allergie schon sehr nahe.
Durch das ständige Husten und verschleimen der Atemwege, sowie des Hals-Rachen-Bereiches, kann es auf Dauer auch zu Halsschmerzen kommen.

Ob es sich tatsächlich um eine Allergie handelt, lässt sich mit Hilfe des sogenannten Prick-Tests bestimmen:
Dazu werden am Unterarm kleine Schnitte in die Haut gesetzt, und auf diese das Allergen aufgetragen. Anhand der Schwellungen, und der Stärke der Schwellungen lässt sich ermitteln, gegen welches Allergen der Patient wie stark allergisch ist.
Zur Behandlung können Antihistaminika eingenommen werden. Dies sind Tabletten, die die Überreaktion des Körpers dämpfen, als Nebeneffekt aber leider auch relativ müde machen – also auch keine optimale Lösung. Daher ist es am wichtigsten, das auslösende Allergen zu meiden.
Gegen die Halsschmerzen helfen sowohl äußerliche als auch innerliche Kühlung. Dazu kann einfach ein Coolpack in ein Küchentuch eingeschlagen werden, und auf den Hals gelegt werden. Die Anwendung sollte nicht unangenehm sein, und auch nicht länger als 10 Minuten am Stück erfolgen.
Speiseeis kühlt Hals und Rachen von innen, und bekämpft die Schwellungen. Zudem zieht sich die Muskulatur zusammen, was ebenfalls einen raumöffnenden Effekt hat. Zuvor sollte jedoch eine Erkältung ausgeschlossen werden, da Eis in diesem Falle kontraproduktiv wirken würde. Selbsttests zur Unterscheidung sind schnell gemacht, und sogar im Internet verfügbar.

Halsschmerzen in der Schwangerschaft

Durch eine Schwangerschaft ist das körpereigene Immunsystem der Mutter tendenziell geschwächt. Aus diesem Grund ist es leichter für Viren und Bakterien im Körper Infektionen auszulösen welche mitunter für Halsschmerzen verantwortlich sein können. Deshalb sollte während der Schwangerschaft darauf geachtet werden Erkältungen möglichst vorzubeugen. Dies kann durch eine ausgewogene Ernährung sowie einer ausreichenden Zufuhr von Vitaminen sowie dem Meiden von Menschenansammlungen bei Erkältungswellen geschehen. Halsschmerzen stellen auch bei Schwangeren meist ein Frühzeichen für das auftreten eines sogenannten grippalen Infektes dar. Dieser wird von sogenannten Rhinoviren ausgelöst und ist auch bei Schwangeren in der Regel harmlos. Neben den Halsschmerzen treten zeitlich versetzt außerdem eine erhöhte Temperatur, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, eine allgemeine Schwäche sowie Appetitlosigkeit auf. Wenn die Symptome und die Halsschmerzen deutlich schlimmer werden sollte ein Arzt aufgesucht werden welcher über eine geeignete, individuelle Therapie entscheiden kann. Für das Baby ist ein grippaler Infekt der Mutter stets harmlos. Bei hohem Fieber sollte gegebenenfalls jedoch trotz allem ein Arzt aufgesucht werden.

Halsschmerzen beim Baby und Kleinkind

Bei Kleinkindern und Babys ist es schwieriger, die genaue Ursache des Problems auszumachen. Schließlich können sie nicht erklären, was ihnen fehlt, oder was den Kleinen Schmerzen bereitet.
Meist äußern sie ihr Unbehagen durch schreien, was natürlich relativ unspezifisch ist. Daher ist bei Babys und Kleinkindern eine genaue Untersuchung besonders wichtig. In diesem Alter ist der Organismus zusätzlich noch nicht so strapazierfähig, so dass schon kleine Probleme große Komplikationen nach sich ziehen können.

Häufig ist bei Kleinkindern beispielsweise das Verschlucken von Fremdkörpern, also zum Beispiel kleinen Spielzeugteilen wie Legosteine, oder Murmeln. Diese können den relativ großen Mund-Rachen Raum noch passieren, bleiben dann aber meistens in der Speiseröhre stecken. Das ist natürlich schmerzhaft, und Essen kann man damit auch nicht mehr. Nur können Babys und Kleinkinder dies noch nicht artikulieren.
Sollte also der Verdacht bestehen, dass ein Kleinteil verschluckt wurde, ist eine sofortige Entfernung durch einen Pädiater indiziert. Die Teile können sich auch nachträglich noch an eine andere Stelle bewegen, und beispielsweise die Luftröhre verlegen.

Sollten die Halsschmerzen eine andere Ursache - wie eine Infektion- haben, so hilft auch oft das lutschen von Pastillen wie EM Eukal®. Diese sind auch in einer zuckerfreien Kindervariante erhältlich, um die Zahnflora nicht zu schädigen.
Ergänzend zu Hustenpastillen kann auch gegurgelt werden.

Eine sehr häufige Erkrankung von Babys und Kleinkindern ist indes der sogenannte Pseudokrupp. Er wird von Parainfluenzaviren verursacht, ist jedoch relativ ungefährlich. Er tritt typischerweise in der Nacht, und in den kälteren Herbst- und Wintermonaten auf. Klassisch ist ein bellender Husten, Heiserkeit, und Halsweh, so wie das niedrige Alter (Kleinkind- und Babyalter).
Die Eltern sind verständlicherweise meist sehr besorgt, da ihr Kind Zeichen akuter Luftnot äußert. Allerdings reicht in vielen Fällen schon kalte, feuchte Luft und Beruhigung des Kindes. Oft sind die Symptome daher schon abgeklungen, wenn die Eltern dann in einer kalten Winternacht die Notaufnahme erreichen. Sollten sich die Symptome bis dahin nicht gebessert haben, wird die Atemluft vom Arzt mit Glukokortikoiden vernebelt, und zusätzlich 100%iger Sauerstoff gegeben. Schwere Komplikationen sind sehr selten. Die Symptome vergehen meist binnen Stunden, können aber während der Herbst- und Wintermonate häufig wiederkehren.
Wichtig ist in allen Fällen das Baby oder Kleinkind im Auge zu behalten, da diese weder Gefahren abschätzen, noch Probleme äußern können. Die Diagnostik ist in diesem Alter daher besonders schwierig, und in einem besonderen Maß von den Eltern abhängig.

Sport bei Halsschmerzen

Sport sollte bei Halsschmerzen unterlassen werden, da diese ein Symptom einer Grippe, eines Schnupfens oder einer Erkältung sein können. Um den Körper nicht unnötig zu belasten sollte deshalb bis zur Ausheilung auf Sport verzichtet werden. Kleinere Spaziergänge an der frischen Luft sind in Ordnung um den Kreislauf etwas anzuregen.
Lesen Sie mehr zum Thema unter: Sport bei Halsschmerzen

Zusammenfassung

Halsschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden beim Menschen. Kinder bis 15 Jahre sind wesentlich häufiger von Schmerzen im Hals betroffen als Erwachsene. Halsschmerzen stellen ein Symptom und keine Krankheit dar, d.h viele unterschiedliche Erkrankungen können Halsschmerzen verursachen. Die Beschwerden äußern sich zunächst in einem rauen und kratzigen Hals.

Innerhalb weniger Stunden kann es zu zum Teil starken Schmerzen mit Schluckbeschwerden kommen. Fieber und Schwächegefühl begleiten die Halsschmerzen zeitweise. Zwischen 3-5 Tagen dauern Halsschmerzen in der Regel an.
Ursache können Entzündungen des Rachens und der Mandeln (siehe: Mandelentzündung) sein, die von Viren oder Bakterien verursacht werden. Eine besondere Bedeutung kommt der Infektion durch beta-hämolysierende Streptokokken zu. Eine Untergruppe, die sogenannten Streptokokken pyogenes oder GAS genannt, können einen gefährlichen Peritonsillarabszess verursachen. Des Weiteren können diese bei Nichtbehandlung auch in den Herzmuskel einwandern und eine gefährlichen Herzmuskelentzündung hervorrufen. Der Arzt wird neben der Inspektion des Halses mit Taschenlampe und Spatel auch das Betasten der Lymphknoten und eine Patientenbefragung durchführen. Gibt der Patient Fieber, das Fehlen von Husten, Belege auf den Mandeln sowie geschwollene Lymphknoten an, so ist eine Streptokokkeninfektion in 50-60% der Fälle wahrscheinlich.
Zur Bestätigung kann eine Blutuntersuchung und ein Abstrich ggf. mit einem Streptokokkenschnelltest durchgeführt werden. Stellt sich die Verdachtsdiagnose als richtig heraus, sollte eine antibiotische Therapie begonnen werden. Nur bei sich ständig wiederholenden Entzündungen des Rachenmandelbereiches sollte über eine Entfernung der Mandeln nachgedacht werden. Man ist somit mit dieser Art von Behandlung wesentlich zurückhaltender geworden als vor einigen Jahrzehnten.

In den meisten Fällen ist eine Behandlung der Halsschmerzen lediglich symptomatisch notwendig. So sollten die Patienten sich schonen, viel trinken, die Außenluft befeuchten sowie Halswickel anlegen und mit Salzwasser gurgeln und Salbei- oder Kamillentee trinken. Um entzündliche Faktoren zu behandeln kann Paracetamol oder Ibuprofen 2-3 Mal am Tag über einen Zeitraum von 3 Tagen eingenommen werden. In den allermeisten Fällen klingen Halsschmerzen nach 2-3 Tagen komplikationslos ab. In einigen wenigen Fällen kommt es zu komplizierten Verläufen mit Peritonsillarabszessen oder Krankheitserregerverschleppung mit Herzmuskelentzündungen.
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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 30.01.2017
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