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Entzündung im Rachen

Synonyme

Rachenentzündung, Pharyngitis

Definition

Bei einer Entzündung im Rachen handelt es sich um eine Erkrankung, die durch das Vorliegen entzündlicher Prozesse im Bereich der Rachenschleimhaut gekennzeichnet ist.

Einleitung

Die Entzündung im Rachen wird klinisch in einer akute und eine chronische Verlaufsform unterteilt. Beide Formen der Entzündung im Rachen weisen unterschiedliche Ursachen auf und bedürfen einer anderen Behandlung.

Gerade bei Kindern gehört die Entzündung im Rachen zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Man kann davon ausgehen, dass von 1000 Patienten die einen Arzt aufsuchen ungefähr 200 Patienten die Symptome einer Rachenentzündung aufweisen. Aus diesem Grund stellt die Entzündung im Rachen einen der häufigsten Beratungsanlässe in einer Praxis für Allgemeinmedizin dar.

Die Ursachen für die Entstehung dieser Erkrankung können dabei vielfältig sein. In den meisten Fällen entstehen die entzündlichen Prozesse im Bereich der Rachenschleimhaut aufgrund einer viralen Infektion und/oder im Rahmen eines grippalen Infektes. Darüber hinaus kann die Entzündung im Rachen auch durch bakterielle Erreger hervorgerufen werden. Vor allem bei betroffenen Kindern spielt die Infektion mit Bakterien aus der Gruppe der sogenannten beta-hämolysierenden Streptokokken (Strep-A) eine entscheidende Rolle.

Bei den betroffenen Patienten lassen sich im Zuge der Entzündung im Rachen charakteristische Symptome beobachten. Zu den typischen Beschwerden dieser Erkrankung zählen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Darüber hinaus geht die Entzündung im Rachen in der Regel mit Allgemeinsymptomen wie Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schüttelfrost einher.

Die Behandlung bei Vorliegen von entzündlichen Prozessen im Bereich der Rachenschleimhaut richtet sich maßgeblich nach der zugrunde liegenden Ursache. Da es sich bei den verantwortlichen Erregern jedoch oftmals um Viren handelt, ist die Einnahme eines Antibiotikums nicht in jedem Fall hilfreich.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: Symptome einer Kehlkopfentzündung 


Ursachen

Je nach Verlaufsform der Entzündung im Rachen kommen unterschiedliche Ursachen in Frage.

Ursachen einer akuten Entzündung des Rachens

Eine akute Entzündung im Rachen geht in der Hauptzahl der Fälle mit einer einfachen Erkältung oder einem grippalen Infekt einher. Aus diesem Grund sind in der Regel die typischen viralen Erreger von Atemwegserkrankungen für die Entstehung der Entzündung im Rachen verantwortlich.

Zu den häufigsten viralen Erregern gehören sowohl Adeno- und Influenza-, als auch Parainfluenzaviren. Darüber hinaus können Viren, die hauptsächlich zu Allgemeinerkrankungen führen, für das Auftreten einer Entzündung im Rachen verantwortlich sein. In diesem Zusammenhang spielen vor allem Epstein-Barr- (Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers), Masern- und Röteln-Viren eine entscheidende Rolle.

Da es im Zuge der viralen Infektion zu einer zunehmenden Schwächung des Immunsystems kommt, können sich auch bakterielle Erreger im Nasen-Rachen-Raum ausbreiten. Bei diesem Phänomen spricht man von einer sogenannten bakteriellen Superinfektion. Vor allem bei Kindern wird die akute Verlaufsform der Entzündung im Rachen häufig durch beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A verursacht.

Mehr zum Thema können Sie hier lesen: Ursachen von Halsschmerzen

Ursachen einer chronischen Entzündung im Rachen

Liegen die entzündlichen Prozesse über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten vor, so handelt es sich um eine sogenannte chronische Entzündung im Rachen. Im Gegensatz zur akuten Verlaufsform wird die chronische Rachenentzündung nicht durch Keime, sondern durch langanhaltende Reizungen der Rachenschleimhaut hervorgerufen. Diese Reizungen können durch verschiedene Faktoren provoziert werden.

Vor allem übermäßiger Nikotin- und/oder Alkoholgenuss gelten als häufigste Ursachen für die Entstehung einer Entzündung im Rachen. Darüber hinaus können entzündliche Prozesse im Bereich des Rachens durch häufiges saures Aufstoßen von Magensäure (sogenannter Säurereflux) und besonders trockene Raumluft bei überheizten Räumen verursacht werden. Zudem werden chronische Entzündungen des Rachens in vielen Fällen durch chemische Luftbelastungen oder Staub am Arbeitsplatz provoziert.

Da die ausreichende Reinigung und Befeuchtung der Atemluft bei Patienten die eine stark behinderte Nasenatmung (zum Beispiel durch eine verkrümmte Nasenscheidenwand oder wiederholte Nasennebenhöhlenentzündungen) aufweisen nicht gewährleistet werden kann, kommt es bei betroffenen Patienten besonders häufig zu einer Entzündung des Rachens. Entzündliche Prozesse im Nasen-Rachen-Raum können zudem im Zuge einer Strahlentherapie im Bereich des Kopfes oder durch hormonelle Veränderungen während der Wechseljahre (Klimakterium) entstehen. Grund dafür ist die Tatsache, dass sich beide Faktoren hemmend auf die Sekretproduktion auswirken und die Rachenschleimhaut deshalb austrocknet.

Lesen Sie mehr zum Thema: Nasennebenhöhlenentzündungen

Allergisch bedingte Entzündung im Rachen

Entzündungen im Rachen, die aufgrund einer allergischen Erkrankung entstehen, werden zu den chronischen Rachenentzündungen gezählt. Bei einer Allergie reagiert der Körper stärker auf körperfremde Stoffe als er es normalerweise sollte. Dadurch kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems.

Durch die dauerhafte oder immer wieder auftretende Exposition gegenüber dem Allergen wird das Immunsystem regelmäßig angekurbelt. Dies kann chronische Entzündungen hervorrufen. Gerade Allergien, die die Atemwege betreffen, können chronische Entzündungen im Bronchialsystem sowie im Rachen hervorrufen.

Symptome

Hier untescheiden sich die Symptome ebenfalls zwischen akutem und chronischem Verlauf

Symptome einer akuten Entzündung des Rachens

Die akute Entzündung im Rachen macht sich bei den betroffenen Patienten frühzeitig durch das Auftreten eines kratzigen Gefühls im Hals bemerkbar. In der Regel entwickeln sich aus diesem Kratzen innerhalb kürzester Zeit Halsschmerzen, die bis in die Ohren ausstrahlen können. Darüber hinaus verspüren die betroffenen Patienten typischerweise schmerzhafte Schluckbeschwerden. Aus diesem Grund wird die Nahrungsaufnahme oftmals als sehr unangenehm empfunden. Patienten die an einer akuten Entzündung im Rachen leiden geben typischerweise an, dass sich ihr Hals rau und trocken anfühle.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Schmerzen im Rachen

Die Betroffenen haben oftmals das Gefühl, sich räuspern zu müssen. Trockener Husten gilt als weiteres Symptom der akuten Entzündung im Rachen. Während der ärztlichen Untersuchung zeigt sich die Schleimhaut im Rachen als deutlich gerötet und entzündet. Da es sich bei dieser Erkrankung in den meisten Fällen um eine virale Infektion handelt, kommt es bei den Betroffenen häufig zu weiteren Beschwerden der Atemwege. Aus diesem Grund gehört trockener Husten zu den typischen Begleitsymptomen der akuten Entzündung im Rachen.

Darüber hinaus kann es bei einer durch Viren hervorgerufenen akuten Entzündung im Rachen zu Schnupfen und/oder Allgemeinsymptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Schüttelfrost kommen. Bei sehr ausgeprägten Verlaufsformen der akuten Rachenentzündung können die entzündlichen Prozesse auf den Kehlkopf, die Stimmlippen und/oder die Bronchien übergehen. In Folge dessen kommt es bei den betroffenen Patienten zu ausgeprägter Heiserkeit. Bei bakteriell verursachten entzündlichen Prozessen lassen sich zudem weiß-gelbliche Beläge im Bereich der hinteren Rachenwand erkennen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Eiter im Hals

Starke grippeähnliche Beschwerden mit hohem Fieber, Hals- und Kopfschmerzen deuten auf das Vorliegen einer bakteriellen Superinfektion hin. In diesem Fall lassen sich im Bereich des Halses typischerweise geschwollene Lymphknoten finden. Eine akute Entzündung im Rachen heilt in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage vollständig ab. Bei sehr starken Beschwerden sollte jedoch dringend ein Arzt aufgesucht und das Vorliegen einer Epstein-Barr- Virus-Infektion (Pfeiffersches Drüsenfieber) ausgeschlossen werden.

Symptome einer chronischen Entzündung im Rachen

Im Gegensatz zur akuten Verlaufsform treten die Beschwerden bei einer chronischen Entzündung im Rachen nicht plötzlich auf. Die für eine chronische Rachenentzündung typischen Symptome nehmen in der Regel über einen Zeitraum von mehreren Wochen kontinuierlich zu. Die betroffenen Patienten bemerken zumeist ein trockenes Gefühl im Nasen-Rachen-Raum und müssen sich häufig räuspern. Darüber hinaus kann es zum Auftreten von Husten mit schleimigem Auswurf kommen.

Bei besonders ausgeprägten Formen der chronischen Entzündung im Rachen haben die Betroffenen häufig das Gefühl, dass sich ein Fremdkörper in ihrem Hals befindet (sogenanntes Globusgefühl). Anhand der auftretenden Symptome wird die chronische Verlaufsform der Entzündung im Rachen in zwei Unterklassen unterteilt.

  • Im Falle der atropischen Verlaufsform bildet sich das lymphatische Gewebe (Teil des körpereigenen Abwehrsystems) im Bereich des Rachens stetig zurück.
  • Dahingegen kommt es bei der hypertrophischen Entzündung im Rachen (Synonym: hyperplastische Entzündung im Rachen) zu einer fortschreitenden Gewebevermehrung.

Die atropische Rachenentzündung zeichnet sich klinisch durch eine ausgesprochen zarte, blasse Rachenschleimhaut, die Zeichen der Austrocknung aufweist, aus. Während der Untersuchung erscheinen die Schleimhäute wie lackiert und sind mit zähen Belägen bedeckt. Patienten, die an einer hyperplastischen Entzündung im Rachen leiden, haben häufig das Gefühl, dass ihnen ein Fremdkörper im Hals sitzt. Aus diesem Grund leiden sie oftmals an Würgereiz und/oder dem Zwang sich häufig Räuspern zu müssen.

Informieren Sie sich hier rund um das Thema: Chronische Entzündung des Rachens

Schmerzfreie Entzündung des Rachens

Eine Entzündung des Rachens kann auch ohne Schmerzen auftreten. Während akute Entzündungen meist mit Halsschmerzen und Schluckbeschwerden einhergehen, entstehen chronische Entzündungen eher schleichend. Aufgrund des schleichenden Prozesses kommt es zu keiner plötzlich einsetzenden starken Entzündung des Rachens. Daher ist die chronische Rachenentzündung meist nicht so stark mit Schmerzen assoziiert. Meist sind chemische Giftstoffe wie Nikotin oder eine Strahlentherapie Auslöser der chronischen Rachenentzündung. 

Halsschmerzen

Bei einer Entzündung des Rachens ist die Rachenschleimhaut meist besonders empfindlich und leicht reizbar. Diese Empfindlichkeit führt dazu, dass bereits kleinste Reize Halsschmerzen auslösen können. So treten die Schmerzen beispielsweise beim Sprechen oder Schlucken auf. Dies liegt vor allem daran, dass zum Sprechen und Schlucken verschiedene Muskeln im Rachenbereich bewegt werden. Diese kleinen Bewegungen der Muskulatur lösen bereits Reize an den schmerzleitenden Nervenfasern aus. Beim Schlucken gelangen zudem Fremdkörper (Speisebrei/Flüssigkeit) in den Hals. Berühren diese die empfindliche Rachenschleimhaut, löst dies ebenfalls Schmerzen aus.

Schluckbeschwerden

Eine Rachenentzündung kann je nach Lokalisierung auch mit Schluckbeschwerden einhergehen. Gerade wenn die Entzündung schon länger besteht und große Teile des Rachens betroffen sind, kommt es oft zu Schmerzen beim Schlucken. Durch die Rachenentzündung ist die Schleimhaut gereizt und reagiert daher auf jede Berührung mit Schmerzen. Beim Schlucken gelangen Fremdkörper wie Speisebrei und Getränke an die Rachenschleimhaut.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Schluckbeschwerden

Entzündung im Rachen mit Eiterbildung

Das Symptom Halsschmerzen im Kombination mit Eiter spricht für eine bakterielle Infektion des Rachens. In diesem Fall muss in der Regel auf Antibiotika zurückgegriffen werden. Die häufigsten bakteriellen Erreger sind dabei Streptokokken. Sie befallen oftmals auch die Mandeln und verursachen dort weiß-gelbliche Beläge, die aufgrund ihres charakteristischen Verteilungsmusters auch Eiterstippchen genannt werden.

Mundgeruch

Bei einer Rachenentzündung kommt es gelegentlich auch zu plötzlich auftretendem Mundgeruch. Dieser ist nicht etwa auf eine schlechte Zahnhygiene zurückzuführen. Stattdessen kommt der schlechte Geruch von den Bakterien, die sich im Rachen festgesetzt haben. Aufgrund ihres Stoffwechsels scheiden diese Krankheitserreger verschiedene Stoffe aus. Diese können Mundgeruch verursachen. Wer im Normalfall nicht unter Mundgeruch leidet und plötzlich einen schlechten Geschmack im Mund oder Mundgeruch bei sich bemerkt, sollte daher einen Blick in den Rachen riskieren um Infektionszeichen wie eine Rachenrötung oder Beläge im Hals zu bemerken.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Mundgeruch

Therapie

Die Wahl der am besten geeigneten Behandlungsstrategie hängt vor allem von der Verlaufsform der Entzündung im Rachen ab. Darüber hinaus richtet sich die Therapie nach der zugrunde liegenden Ursache.

 

Therapie einer akuten Entzündung des Rachens

Da es sich bei der akuten Entzündung im Rachen in der Regel um eine virale Infektion handelt, ist eine antibiotische Behandlung wenig zielführend. Aus diesem Grund erfolgt die Therapie bei Vorliegen einer akuten Entzündung im Rachen typischerweise rein symptomatisch.

Zur Linderung der Schmerzen können schmerzstillende Arzneimittel (Analgetika) angewendet werden. Vor allem Medikamente die über den Wirkstoff Ibuprofen oder Paracetamol verfügen eignen sich besonders gut zur Behandlung der akuten Rachenentzündung. Im direkten Vergleich beider Wirkstoffe ist die Einnahme von Ibuprofen jedoch vorzuziehen. Grund dafür ist die Tatsache, dass Ibuprofen neben der schmerzstillenden Wirkung auch über entzündungshemmende Eigenschaften verfügt. Zur Senkung des möglicherweise mit den entzündlichen Prozessen einhergehenden Fiebers eignen sich beide Arzneimittel gleichermaßen.

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Darüber hinaus können Schluckbeschwerden durch Halstabletten mit lokal betäubender Wirkung gelindert werden. Kann eine bakterielle Genese der Entzündung im Rachen durch einen Schnelltest nachgewiesen werden, sollte eine Antibiotika-Therapie eingeleitet werden. Da es sich in diesen Fällen gewöhnlich um eine Streptokokken-Infektion handelt, stellt Penicillin das Antibiotikum der 1. Wahl dar.

Kann bei dem betroffenen Patienten während der klinischen Untersuchung ein Abszess dargestellt werden, muss umgehend eine operative Behandlung eingeleitet werden. Andernfalls kann es zu einer spontanen Eröffnung des Abszesses und einer Entleerung der Abszesshöhle ins Körperinnere kommen. Der Übertritt der bakteriellen Erreger in den Blutkreislauf kann anschließend die Entstehung einer Blutvergiftung (Sepsis) provozieren.

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Therapie einer chronischen Entzündung im Rachen

Die wichtigste Maßnahme in der Behandlung der chronischen Entzündung im Rachen ist die Identifikation der ursächlichen Noxe (Auslöser). Sobald die Ursache für die Entstehung der chronischen Entzündung im Rachen identifiziert wurde, sollte diese soweit möglich gemieden werden. Für Patienten, die regelmäßig Alkohol und/oder Nikotin zu sich nehmen bedeutet dies, dass das Rauchen und/oder Trinken unbedingt eingestellt werden muss. Sobald der Auslöser der entzündlichen Prozesse unterbunden wird, klingt die Entzündung im Rachen in der Regel innerhalb weniger Wochen weitestgehend ab.

Der Heilungsprozess kann zusätzlich durch die Einnahme von entzündungshemmenden Arzneimitteln positiv beeinflusst werden. Vor allem Arzneimittel, die über den Wirkstoff Ibuprofen oder Diclofenac verfügen, eignen sich besonders zur Linderung der für eine chronische Entzündung im Rachen typischen Beschwerden. Darüber hinaus können Medikamente, welche die Schleimhäute befeuchten beziehungsweise beruhigen, den Heilungsverlauf beschleunigen. Zudem können spezielle Salz- oder Salbei-Lösungen, sowie Salbeibonbons, Emser-Pastillen oder Islamoos Linderung verschaffen. Die langfristige Anwendung von desinfizierenden Lösungen hingegen sollte dringend vermieden werden.

Tritt die Entzündung im Rachen im Zuge einer Strahlenbehandlung auf, so kann das Einsprühen mit künstlichem Speichel (Wirkstoffklasse der sogenannten Glandosane) hilfreich sein. Patienten, die entzündliche Prozesse im Bereich des Rachens aufgrund einer Behinderung der Nasenatmung entwickelt haben, müssen in der Regel operativ behandelt werden.

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Rezeptfreie Medikamente

Rezeptfreie Medikamente können bei Rachenentzündungen gegen verschiedene Komponenten der Erkrankung helfen. Gegen Halsschmerzen wirken vor allem Medikamente mit dem Wirkstoff Benzocain. Dazu gehören AnginHEXAL dolo Halspastillen und Neo-angin Benzocain dolo. Auf Pflanzen basierte Mittel enthalten oftmals Eucalyptusöl oder Lindenblüten und wirken hustenstillend und schmerzlindernd. Verschiedene Medikamente mit dem Namen Dobendan wirken gezielt gegen die Krankheitserreger, zudem werden auch durch diese Medikamente Halsschmerzen und Heiserkeit gelindert. Auch Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol kommen zum Einsatz.

Zu den rezeptpflichtigen Medikamenten zählen zum einen alle Arten von Antibiotika. Zudem werden viele Wirkstoffe aus rezeptfreien Medikamenten durch eine höhere Konzentration rezeptpflichtig. Zu den eingesetzten Medikamenten gehören: Amoxicillin, Cotrimoxazol, Erythromycin und Rocithromycin. Als Schmerzmittel werden ASS (Aspirin®), Ibuprofen und Paracetamol eingesetzt. Sie wirken zudem fiebersenkend. In Kombinationspräparaten mit Antibiotika oder anderen Wirkstoffen sind sie oftmals rezeptpflichtig. Acetylcystein und Ambroxol werden aufgrund ihrer schleimlösenden Wirkung verschrieben.

Diese Hausmittel können helfen

Hausmittel sind besonders bei Rachenentzündungen empfohlen, die durch Viren ausgelöst werden. Hier ist eine medikamentöse Behandlung meist nicht notwendig. Die Symptome wie Halsschmerzen und Heiserkeit können jedoch besonders gut mit Hausmitteln behandelt werden. Wer aufgrund einer Rachenentzündung Halsschmerzen hat, sollte besonders darauf achten, viel zu trinken. Dadurch wird der Rachen feuchtgehalten. Dabei wirken vor allem Salbeitee, Tee mit Ingwer und eine heiße Zitrone gegen die Halsschmerzen. Die Inhaltsstoffe von Salbei und Ingwer wirken gegen die Krankheitserreger im Hals und helfen so dem Körper, diese zu bekämpfen.

Auch die Wirkung verschiedener Lutschtabletten beruht vor allem darauf, dass die Speichelproduktion angeregt wird. 

Homöopathie

Bei Rachenentzündungen können verschiedene Globuli mit ihren jeweiligen Wirkstoffen zum Einsatz kommen. Dabei hängen sowohl die Dosis als auch das angewandte Mittel von der Art der Rachenentzündung ab. Hepar sulfuris wird vor allem bei eitrigen Infektionen empfohlen. Auch wenn die Mandeln von der Entzündung betroffen sind, ist Hepar sulfuris das Mittel der Wahl.

Sind neben dem Rachen auch die Speicheldrüsen von der Entzündung betroffen, können Mercurius Globuli genommen werden.

Bei besonders starken Halsschmerzen helfen zudem Mittel, die Phytolacca decandra enthalten. Besonders im Anfangsstadium der Halsschmerzen können Globuli die Symptome lindern. Je nach stärke der Rachenentzündung sollte jedoch zusätzlich ein Arzt aufgesucht werden, der eventuell Antibiotika sowie schmerzstillende Mittel verschreiben kann.

Wann muss ein Antibiotikum eingenommen werden?

Antibiotika sind Medikamente, die nur gegen Bakterien wirken. Daher machen Antibiotika bei den meisten Rachenentzündungen keinen Sinn. Die Entzündungen werden nämlich in den meisten Fällen durch Viren ausgelöst, bei denen Antibiotika absolut unwirksam sind.

Bakterielle Rachenentzündungen haben meist schwerere Verläufe und halten über mehrere Wochen an, sofern sie nicht frühzeitig antibiotisch behandelt werden. Zudem ist bei den bakteriellen Entzündungen eine hohe Ansteckungsgefahr gegeben. Das zuverlässigste Anzeichen für eine bakterielle Rachenentzündung ist das Vorhandensein weiß-gelblicher Beläge (Eiterstippchen) im Hals.

Diagnose

Die Diagnose bei Verdacht auf das Vorliegen einer Entzündung im Rachen umfasst mehrere Schritte.
Den wohl wichtigsten Schritt stellt dabei das ausführliche Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) dar. Während dieses Gesprächs sollte der betroffene Patient die von ihm wahrgenommenen Beschwerden so explizit wie möglich beschreiben. Auch Symptome die nicht direkt den Rachenraum betreffen (beispielsweise Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit) spielen in der Diagnostik der Entzündung im Rachen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus befragt der Arzt den betroffenen Patienten in der Regel bezüglich eines möglichen Nikotin- und/oder Alkoholkonsums. Eine wahrheitsgemäße Aussage diesbezüglich ist besonders wichtig, weil sowohl häufiger Genuss von Alkohol, als auch das Rauchen einen Risikofaktor für die Entstehung einer chronischen Entzündung im Rachen darstellen.

 

Diagnose einer akuten Entzündung des Rachens

Die Diagnostik bei Verdacht auf das Vorliegen einer akuten Entzündung im Rachen erfolgt in der Regel durch eine endoskopische Untersuchung. Liegt eine akute Entzündung vor, so erscheint die hintere Rachenwand typischerweise rot und geschwollen. Darüber hinaus lässt sich bei der endoskopischen Untersuchung eine mögliche Beteiligung der Gaumenmandeln nachweisen. Falls die Vermutung vorliegt, dass die entzündlichen Prozesse durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen werden, lassen sich im Bereich der Gaumenmandeln gegebenenfalls kleine Eiterstippchen erkennen. Ein Abstrich der Gaumenmandeln mit anschließendem Schnelltest kann dabei helfen eine Streptokokken-Infektion zweifelsfrei nachzuweisen.

Da eine Entzündung des Rachens in vielen Fällen mit entzündlichen Prozessen im Bereich des Mittelohres (Mittelohrentzündung) einhergeht, sollten auch die Ohren begutachtet werden. Oftmals lässt sich am typischen Trommelfellbild sogar unterscheiden, ob eine virale oder bakterielle Infektion vorliegt. Diese Unterscheidung beeinflusst maßgeblich die Wahl der am besten geeigneten Behandlungsmaßnahmen.

Falls bei dem betroffenen Patienten einseitige Schluckbeschwerden und eine Mundöffnungsstörung vorliegen, könnte sich möglicherweise ein Abszess gebildet haben. In einigen Fällen ragt dieser Abszess bis in den Rachen hinein und kann schon bei einer einfachen Spiegeluntersuchung oder während der endoskopischen Betrachtung des Rachens erkannt werden. Darüber hinaus kann ein Abszess im Bereich des Rachens mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung oder der Anfertigung einer Magnetresonanztomographie (MRT) nachgewiesen werden.

Diagnose einer chronischen Entzündung des Rachens

Die Spiegeluntersuchung dient auch als diagnostische Maßnahme bei Verdacht auf  Vorliegen einer chronischen Entzündung. Während der Untersuchung lässt sich bei den betroffenen Patienten typischerweise eine blasse, glatte und lackierte Rachenwand erkennen. Zudem sollte eine mögliche Behinderung der Nasenatmung durch eine Untersuchung der Nase ausgeschlossen werden. Neben dem Erkennen der chronischen Entzündung im Rachen spielen auch die Ursachen für die Entstehung der entzündlichen Prozesse für die Behandlung eine entscheidende Rolle

 

Kann das ein Anzeichen für HIV sein?

Grundsätzlich kann eine Rachenentzündung ein Hinweis auf HIV sein, jedoch besteht auf keinen Fall bei jeder Rachenentzündung ein Verdacht auf eine HIV-Infektion. In der Regel präsentiert sich die Erstinfektion mit dem Humanen Immundefizienz Virus (HIV) wie eine Grippe, sodass auch eine Rachenentzündung zu den Erstsymptomen gehören kann.

Wer bereits eine lange Zeit das HI Virus in sich trägt, muss mit einem deutlich geschwächten Immunsystem rechnen. Dadurch kann der Körper sich nicht mehr adäquat gegen Krankheitserreger wehren. Daher kommt es im Verlauf der Erkrankung zu immer häufigeren und schwereren Infektionen. Besonders im Winter leiden daher mit HIV infizierte Personen häufig an Infektionserkrankungen, die auch Rachenentzündungen auslösen können.

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Rachenentzündung in der Schwangerschaft

Bei einer Rachenentzündung in der Schwangerschaft sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Meist liegt der Entzündung eine virale Infektion zugrunde, die mit Hausmitteln wie viel trinken und Bettruhe geheilt werden können. Eventuell ist aufgrund der Halsschmerzen eine Schmerztherapie notwendig. Da viele Medikamente für Schwangere nicht zugelassen sind, sollte eine Medikamenteneinnahme unbedingt mit einem Arzt besprochen werden. Eine bakterielle Entzündung wird normalerweise zusätzlich mit Antibiotika behandelt. Auch diese Therapie sollte gut mit einem Arzt besprochen werden, da viele Antibiotika für Schwangere nicht empfohlen werden.

Prognose

Die Prognose einer Entzündung im Rachen hängt maßgeblich von der jeweiligen Verlaufsform ab. Im Falle der akuten Entzündung ist die Prognose bei zeitnaher Einleitung einer geeigneten Therapie sehr gut.

Die ursächlichen viralen und/oder bakteriellen Erreger können in den meisten Fällen gut behandelt werden. Da bakterielle Infektionen unmittelbar nach Diagnosestellung mit einem geeigneten Antibiotikum behandelt werden können, ist die Heilungszeit der bakteriell bedingten Entzündung im Rachen deutlich kürzer. Virale Infektionen, die nur rein symptomatisch therapiert werden können, persistieren hingegen in der Regel deutlich länger.

Bei Patienten, die an einer chronischen Entzündung des Rachens leiden, kann eine Heilung nur nach der Entfernung des zugrunde liegenden Auslösers erzielt werden. Vor allem Raucher sollten den Nikotinkonsum bei Vorliegen von entzündlichen Prozessen im Nasen-Rachen-Raum umgehend einstellen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Dauer einer Rachenentzündung

Dauer einer Entzündung im Rachen

Wie lange eine Rachenentzündung andauert ist davon abhängig, wodurch die Entzündung ausgelöst wird.

Eine akute Rachenentzündung, die viral bedingt ist dauert einige Tage an. Auch ohne eine spezielle Behandlung ist diese Art der Rachenentzündung schnell ausgeheilt.

Liegt dagegen eine bakterielle Rachenentzündung vor, kann sich die Erkrankung über mehrere Wochen ziehen. Selbst mit einer antibiotischen Behandlung, ist eine Therapie über ein bis drei Wochen notwendig. Beide Formen zählt man zu den akuten Rachenentzündungen, da sie abrupt durch einen Krankheitserreger ausgelöst werden und nach einer vergleichsweise kurzen Zeit wieder abklingen.

Im Gegensatz dazu dauert die Ausheilung einer chronischen Rachenentzündung länger. Dabei sind keine Keime für die Erkrankung verantwortlich. Stattdessen sind es meist chemische Einflüsse wie Nikotin und Tabak, Alkohol, Reflux (Rückfluss von Magensäure durch die Speiseröhre bis in den Rachenraum) oder eine Strahlentherapie, die die Entzündung auslösen. Durch solche chemischen Giftstoffe, denen die Rachenschleimhaut regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist, wird die Schleimhaut chronisch in Mitleidenschaft gezogen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Dauer einer Rachenentzündung

 

Inkubationszeit

Unter Inkubationszeit versteht man den Zeitraum zwischen Infektion und Erstauftretten von Symptomen. Allerdings beträgt sie in der Regel nur wenige Tage. Nach der Inkubationszeit stellen sich Symptome wie Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, ein geröteter Hals, geschwollene Lymphknoten und Fieber ein. Allerdings sind betroffene Personen bereits ansteckend bevor sie etwas von der Infektion bemerken. Die Ansteckungsgefahr beginnt je nach Erreger bereits ein bis zwei Tage vor Beginn der Symptome.

So lange ist eine Rachenentzündung ansteckend

Bei einer unbehandelten Rachenentzündung kann die betroffene Person über mehr als drei Wochen ansteckend sein. Wird die Rachenentzündung antibiotisch behandelt (dies ist nur notwendig, sofern die Entzündung durch Bakterien ausgelöst wird), so ist die betroffen Person nach 24h nicht mehr als ansteckend anzusehen. Die Ansteckung erfolgt in der Regel über die Atemwege. Krankheitserreger können also beispielsweise beim Husten auf andere Personen übertragen werden. Außerdem ist eine Übertragung auch über Keime an den Händen möglich, daher sollten erkrankte Personen möglichst regelmäßig die Hände waschen.

Wie erkennt man, ob man noch ansteckend ist?

Bei einer Rachenentzündung sind die Anzeichen einer Ansteckungsgefahr je nach Art der Entzündung unterschiedlich. Eine bakterielle Entzündung ist besonders ansteckend, zudem verbleiben die Keime länger im Hals der Betroffenen Person. Auch nachdem die Eiterbeläge im Hals abgeklungen sind, sollte noch einige Tage auf ausführliche Händehygiene geachtet werden, um verbleibende Krankheitserreger nicht versehentlich weiterzugeben.

Bei einer viral bedingten Entzündung ist man ansteckend, solange es Quellen einer Tröpfcheninfektion gibt. Dazu zählen besonders das Husten und Niesen, da hierdurch Keime in die Luft geschleudert werden. Eine chronische Rachenentzündung ist dagegen nicht ansteckend.

Wann darf wieder mit Sport begonnen werden?

Wer mit einer Rachenentzündung Sport treibt, riskiert einen deutlich längeren Krankheitsverlauf. Durch die zusätzliche körperliche Belastung werden die Abwehrkräfte des Körpers in der Krankheitsphase geschwächt. So kann der Erreger sich besser im Körper einnisten. Außerdem wird er nicht so effektiv bekämpft, weshalb er länger im Körper verbleibt.

Gerade Rachenentzündungen können auch ein Symptom einer systemischen (den ganzen Körper betreffenden) Erkrankung, wie einer Grippe sein. Dabei treten oftmals zusätzlich Beschwerden wie Fieber auf. In diesem Fall kann Sport zu Herzschäden führen. Daher sollte eine Zeit lang auf körperliche Aktivitäten verzichtet werden. Richtwert dafür ist etwa eine Woche Sportverbot nach dem Abklingen der Beschwerden.

Vorbeugung

Da es sich bei der akuten Verlaufsform der Entzündung im Rachen um eine virale und/oder bakterielle Infektionskrankheit handelt, kann ihr nur bedingt vorgebeugt werden. Vor allem die Einhaltung einfacher Hygienemaßnahmen (beispielsweise die regelmäßige Desinfektion der Hände) spielt in diesem Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Chronisch, entzündliche Prozesse in diesem Bereich können hingegen durch das Meiden riskanter Faktoren (beispielsweise Alkohol und Nikotin) vermieden werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 07.08.2018
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