Masern

Synonyme im weiteren Sinne

Lateinisch / medizinisch: morbilli

Kinderkrankheit, Masernvirus, Masernausschlag

Englisch: measles

Definition

Zunächst kommt es zu grippeähnlichen Symptomen, daraufhin folgt ein Hautausschlag.

Masern ist eine durch den Masernvirus verursachte akute Infektionskrankheit, die weltweit verbreitet ist. Zu Beginn leiden die Patienten an grippeähnlichen Symptomen, die von einem Hautausschlag gefolgt werden. Für gewöhnlich sind die Masern eine Kinderkrankheit. Dies beruht auf der hohen Ansteckungsgefahr, so dass die Durchseuchung mit dem Masernvirus bereits im Kindesalter sehr hoch ist.

Zusammenfassung

Masern werden durch einen Virus hervorgerufen. Dieser Virus wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen- also beispielsweise durch Husten und Niesen.

Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr treten Masern meist als Kinderkrankheit auf und sind stark gehäuft in beispielsweise Kindergarten und Schule. Sind die Patienten einmal an Masern erkrankt, hinterlässt das Virus eine lebenslange Immunität, das bedeutet, das man nicht wieder an Masern erkranken kann.
Bis die Krankheit ausbricht dauert es etwa 5 bis 8 Tage. Nach etwa 14 Tagen kommt es zum typischen Ausschlag.
Man kann zwei Stadien unterscheiden:

  1. Das erste Stadium äußert sich durch grippeartige Symptome, wie Fieber, Husten und auch Bindehautentzündung.
  2. Später kommt es zur Rötung der gesamten Mundschleimhaut, welche vorher mit weißlichen Flecken übersäht war. Dieses Stadium dauert etwa drei bis vier Tage.

Im zweiten Stadium bildet sich der typische Ausschlag aus, welcher typischerweise hinter den Ohren beginnt. Auch hier kommt es wieder zu einem Fieberanstieg. Dieser zweigipflige Fieberverlauf ist typisch.

Einen dritten Anstieg gibt es höchstens bei Komplikationen, wie der zusätzlichen bakteriellen Infektion, zu beobachten.

Trotz Impfungen erkranken immer noch etwa 30 Millionen Menschen pro Jahr - zumeist in den Entwicklungsländern.


Infektionsschutzgesetz

Laut des Infektionsschutzgesetzes muss jeder Verdacht, Erkrankung oder Tod dieser Krankheit dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

Wie ansteckend sind Masern?

Masern ist eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt und wird durch direkten Kontakt oder durch Tröpfcheninfektion übertragen.
Darunter ist ein direkter Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nasen – und Rachenraum zu verstehen, aber auch das Einatmen infektiöser Tröpfchen, die beim Sprechen, Niesen und Husten entstehen.

Das Masernvirus führt selbst bei sehr kurzem Kontakt zu annähernd 100% zum Ausbruch der Krankheit. Das wird durch den Kontagionsindex beschrieben. Dieser beschreibt den Anteil einer Bevölkerung, bei dem es nach dem Kontakt mit dem Erreger zum Ausbruch der Krankheit kommt. Im Falle der Masern liegt er nahezu bei eins. Das bedeutet, dass eigentlich jeder, der Kontakt mit dem Virus hat, daran erkrankt.
Die Inkubationszeit, die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome, beträgt bei den Masern gewöhnlich acht bis zehn Tage bis zum Ausbruch des Vorstadiums und ca. 14 Tage bis zum Ausbruch des typischen Hautausschlags (Exanthem).
Ansteckungsgefahr besteht drei bis fünf Tage vor dem Ausbruch des Exanthems bis vier Tage danach. Die größte Gefahr besteht unmittelbar vor dem Ausbruch des Ausschlags.
Das Fazit, dass man hieraus ziehen kann, ist, dass die Masern bereits ansteckend sind, bevor sie für den Erkrankten und alle anderen in seinem Umfeld sichtbar sind.

Häufigkeit (Epidemiologie)

Vorkommen in der Bevölkerung
Weltweit sterben über eine Million Kinder jährlich an den Masern. Insbesondere in armen Ländern, in denen die Hygiene schlecht ist und es keine Schutzimpfungen gibt.
Das Masernvirus ist sehr ansteckend und bricht fast bei jedem aus, der es in sich trägt. Wenn das Virus einmal erworben wurde, besteht eine lebenslange Immunität. Sie können also kein zweites Mal an den Masern erkranken.

Weltweit erkranken etwa 30 Millionen Menschen an Masern pro Jahr.

Ursachen

Die Ursache liegt in einem Virus, der aus RNA aufgebaut ist.
RNA ist eine Abschrift von DNA, auf der alle Gene kodiert sind. Bis es zum Ausbruch der Krankheit kommt, dauert es in der Regel acht bis zehn Tage. Die Ansteckung erfolgt über die so genannte Tröpfcheninfektion, also z. Bsp. durch Husten, Niesen usw.
Die Viren werden also über die Schleimhaut von Mund und Nase aufgenommen. Auch die Bindehaut vom Auge kann den Virus in den Körper eindringen lassen.

Das ansteckende Stadium beginnt etwa zwei bis vier Tage vor dem Auftreten des Hautausschlages. Dieses Stadium dauert so lange an, wie der Hautausschlag vorhanden ist.

Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr wird nahezu jeder Mensch, der ungeimpft ist und mit einem infektiösen Menschen in Kontakt kommt, infiziert. Es muss jedoch nicht unbedingt zum Ausbruch der Masern kommen.

Symptome / Beschwerden

Die Symptome werden in zwei Phasen geteilt. Die erste Phase nennt sich Prodromalstadium, die zweite Phase nennt sich Exanthemstadium.

In der ersten Phase, dem Vorläuferstadium, weisen die Patienten grippeähnliche Symptome auf. Es kommt zu:

  • Fieber
  • Husten
  • Schnupfen und
  • Bindehautentzündung.

Die auftretende Lichtscheu ist auf die Entzündung der Bindehäute zurückzuführen. Rötungen der Mundschleimhaut sind typisch.
An der Wangenschleimhaut treten weiße, kalkspritzerartige Flecken auf. Diese so genannten Kolpik - Flecken treten meist am zweiten bis dritten Tag der Erkrankung auf.
Am folgenden Tag kommt es zu einer Rötung der gesamten Mund - und Rachenschleimhaut. Während dieser Zeit kommt es zum ersten Fiebergipfel.
Allgemein können auch Müdigkeit und Abgeschlagenheit beobachtet werden. Das Prodromalstadium dauert etwa drei bis vier Tage. Am Ende sinkt die Körpertemperatur wieder auf normale Werte.

In der zweiten Phase entwickelt sich der typische Ausschlag am ganzen Körper. Meist liegt der Beginn hinter den Ohren und breitet sich dann weiter aus.
Er ist gekennzeichnet durch kleine rote, punktförmige Flecken, in deren Zentrum sich oft eine kleine Blase mit klarem Inhalt bildet. Wenn der Ausschlag ausbricht, kommt es erneut zum Fieberanstieg. Nach etwa drei Tagen beginnt das Fieber wieder zu fallen. Dieses Stadium dauert etwa drei Tage.

Auch die Halslymphknoten sind meist geschwollen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Symptome von Masern und Hautausschlag Masern

Komplikationen

Es gibt verschiedene Komplikationen durch das Masernvirus, welches im übrigen nur beim Menschen krankheitserregend ist.
Es können die Lunge, Organe der Bauchhöhle und sogar das Gehirn betroffen sein.

Ist die Lunge betroffen, kommt es meist zur Bronchitis oder Lungenentzündung.
In den Entwicklungsländern ist das die Todesursache bei etwa einem Viertel Patienten mit Masern. Die Lymphknoten in der Bauchhöhle können stark anschwellen und starke Schmerzen hervorrufen.
Auch der Blinddarm kann sich unter der Maserninfektion entzünden.

Die gefürchtetste Komplikation der Masern ist die Entzündung des Gehirns (Enzephalitis). In etwa 0,1 % der Fälle bricht sie aus. Sie tritt drei bis zehn Tage nach dem Auftreten des Exanthems auf und äußert sich durch Krämpfe, epileptische Anfälle und Bewusstseinsstörungen.
In wenigen Fällen bleiben dauerhaft Schäden zurück. Diese können sowohl in Form von Lähmungen, aber auch geistiger Behinderung auftreten.
Die Sterblichkeit der Masern - Enzephalitis ist mit 25 Prozent relativ hoch. Tritt jedoch etwa ein Jahr später eine so genannte Panenzephalitis, also eine Entzündung, die das ganze Gehirn betrifft, auf, so endet diese immer tödlich.

Des weiteren kann es auch durch bakterielle Superinfektionen, also zusätzliche Infektionen mit Bakterien, zu Komplikationen kommen. In den meisten Fällen sind das Zahnfleisch, das Auge und das Ohr betroffen. Beim Befall des Auges kann es im schlimmsten Fall zur Erblindung kommen, beim Ohr zu einer Mittelohrentzündung. Mit einer Antibiotikabehandlung sind diese Komplikationen jedoch schnell in den Griff zu bekommen.

Einen Hinweis auf eine zusätzliche Infektion mit Bakterien ist ein dritter Fieberanstieg nach dem Exanthemstadium.

Auch bei schon zuvor geschwächtem Immunsystem können Komplikationen auftreten. In den Entwicklungsländern sind die Patienten vor allem wegen der Mangelernährung geschwächt und bieten so einen geeigneten Angriffswirt für Parasiten oder die Tuberkulose - Bakterien.

Diagnose

Zur Diagnose werden außer den typischen Symptomen auch die Blutuntersuchungen (Laborwerte) hinzugezogen. Oft handelt es sich um eine Blickdiagnose aufgrund des typischen Ausschlags. Auch das zweigipflige Fieber gibt Hinweise. Im Blut können ab dem Exanthemstadium Antikörper gegen den Masernvirus nachgewiesen werden. Diese wurden von der körpereigenen Abwehr als Reaktion auf die eingedrungenen Viren gebildet.

Therapie

Eine spezifische Therapie gegen Masern gibt es nicht. Die erkrankten Personen sollten Bettruhe wahren und viel trinken.

Die Masern können symptomatisch behandelt werden. Es werden also nicht die Viren bekämpft, aber die Symptome gelindert. Es kann zum Beispiel das Fieber gesenkt werden.

Bei Komplikationen, wie einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (Lungenentzündung), können Antibiotika verabreicht werden.

Patienten mit Masern müssen solange isoliert werden, bis der Ausschlag der Haut verschwunden ist.

Prophylaxe

Die erste Masern-Teilimpfung sollte zwischen dem 12. & 15. Lebensmonat erfolgen.

Um den Masern vorzubeugen steht eine Schutzimpfung zur Verfügung. Kleinkinder werden zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat gegen Masern geimpft. Meist in Kombination mit Mumps und Röteln. Die Impfung erfolgt in zwei Teilen. Die Geimpften sind keinesfalls ansteckend, selbst wenn ein masernähnlicher Ausschlag auftritt. Die Impfviren werden nicht übertragen.

Es stehen sowohl Lebend- als auch Todimpfstoffe zur Verfügung. In der Regel wird mit dem Lebendimpfstoff eine aktive Immunisierung vorgenommen. Neben Kindern werden auch gefährdete Personen (z. Bsp. Personal in Kinderkliniken oder –praxen) auf diese Weise geschützt. Auch wenn eine ungeimpfte Person mit einem Erkrankten in Kontakt gekommen ist, kann die Impfung innerhalb der nächsten drei Tage erfolgreich nachgeholt werden - vorausgesetzt die zu impfende Person ist immungesund, also abwehrstark genug.
Der Todimpfstoff kommt in der Regel nur bei abwehrgeschwächten Personen zum Einsatz. Auch hier kann bis zu drei Tage nach dem Kontakt mit der Krankheit noch erfolgreich nachgeimpft werden.

Auch Säuglinge einer Mutter, die entweder geimpft ist, oder bereits an den Masern erkrankt war, genießen die ersten sechs Lebensmonate eine Immunität durch die Muttermilch.

Die Masernimpfung

Die Impfung gegen Masern wurde 1970 in der DDR und 1973 in der BRD eingeführt. Sie wird von der STIKO (ständige Impfkommission) als Kombinationsimpfung Mumps-Masern-Röteln im ersten und zweiten Lebensjahr empfohlen. Die Masernimpfung ist prinzipiell auch als Einzelimpfstoff erhältlich, aber da die Kombinationsimpfung ist genauso verträglich wie die Einzelimpfung ist, wird sie fast ausschließlich als Kombination mit Mumps und Röteln angeboten.

Gegen Masern muss insgesamt zweimal geimpft werden. Idealerweise erhalten Kinder zwischen dem 11. und dem 14. Lebensmonat die erste Impfung und zwischen dem 15. und 23. Monat die Zweite. Während die erste Impfung für die Grundimmunisierung sorgt, dient die zweite Impfung lediglich der Auffrischung, denn nach der ersten Impfung besteht bereits ein Schutz von 95%. Dennoch ist die zweite Impfung notwendig, um einen lebenslangen, sicheren Schutz zu gewährleisten.
Wird die Auffrischungsimpfung verpasst, sollte diese so schnell wie möglich nachgeholt werden.

Bei der Masernimpfung handelt es sich um eine Lebendimpfung, das bedeutet, dass lebende, aber abgeschwächte Viren in den Körper gespritzt werden. Dadurch wird eine aktive Immunantwort hervorgerufen. Darunter ist wiederum zu verstehen, dass die Immunzellen das Virus als fremd erkennen und aktiv eigene Antikörper gegen es bildet, die einem potentiellen Angriff des Virus zur Abwehr zur Verfügung stehen.
Dabei bildet das Immunsystem Gedächtniszellen, die nach der Zweitimpfung einen lebenslangen Schutz ermöglichen. Nicht möglich oder nicht empfohlen ist die Impfung bei geschwächtem Immunsystem. Dazu gehören akute Infekte, HIV-Infektionen oder eine durch Medikamente herbeigeführte Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppression).
Auch in der Schwangerschaft ist es nicht empfohlen zu impfen, weil es sich um eine Lebendimpfung handelt. In der Stillzeit stellt eine Impfung aber kein Problem mehr da. (siehe auch: Impfungen in der Schwangerschaft)

Tritt der Fall ein, dass sich eine nicht geimpfte Person mit Masern infiziert, so besteht in den ersten sechs Tagen nach der Infektion die Möglichkeit der passiven Immunisierung, einer so genannten Expositionsprophylaxe.
Hier werden direkt Antikörper gegen das Virus gespritzt, was den Ausbruch der Masern verhindern oder zumindest abschwächen kann. Da die Antikörper allerdings nicht vom Körper selbst produziert wurden, besteht lediglich ein Schutz von drei bis vier Wochen, denn bei dieser Art von Impfung werden keine Gedächtniszellen gebildet.
Außerdem gestaltet es sich schwierig, die Erkrankung rechtzeitig festzustellen. Diese Art der Impfung wird nur bei Personen mit geschwächtem Immunsystem durchgeführt, für die eine Lebendimpfung zu gefährlich ist. Weiterhin ist die Impfung möglichst vieler Menschen von Vorteil, denn das Masernvirus ist rein humanpathogen. Das heißt, es befällt nur den Menschen. Sind ausreichend viele Menschen geimpft, könnte das Virus ausgerottet werden. Dazu dürfte nur 1 Fall pro einer Million Menschen auftreten oder anders gesagt müsste eine Impfquote von 95% vorliegen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Masernimpfung

Masern bei Erwachsenen

Masern - eine bekannte Kinderkrankheit? Vor der Entwicklung einer Impfung würde jeder diese Frage mit „ja“ beantworten.
Doch im Laufe der Zeit sind Erwachsene zunehmend häufiger betroffen. Vor zehn Jahren lag der Anteil der Betroffenen über 20 Jahren noch bei 8,5%, heute sind es fast 40%.
Diese Entwicklung, die sich nicht nur bei Masern, sondern auch bei beispielsweise bei Keuchhusten äußert, ist auf die Impfung zurückzuführen. Da die Masern hoch ansteckend sind, blieb vor der Impfung niemand verschont, der nicht bereits immun ist. In dem Fall bedeutete das, dass man die Krankheit bereits im Kindesalter durchgemacht hat.
Deshalb traf die Erkrankung hauptsächlich Kinder.
Heute ist die Situation anders: die Kinder werden durch die Impfung immunisiert und betroffen sind vor allem die Älteren, die nicht als Kind geimpft wurden und so genannte „Impflücken“ aufweisen. Es gibt zwar für alle Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, die Empfehlung, die Impfung nachzuholen, doch laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weiß ein Großteil dieser Zielgruppe nichts von der Empfehlung.

Das gefährliche an dieser Entwicklung ist, dass dadurch zwei neue Risikogruppen entstehen: Kinder unter zwei und Erwachsene über 20 Jahre.

  • Für kleine Kinder besteht ein erhöhtes Risiko zu erkranken, weil geimpfte Mütter ihre Immunität nicht auf ihren Schützling übertragen können, sie bieten durch die Impfung keinen Nestschutz mehr.
  • Für erkrankte Person über 20 Jahren besteht vermehrte Gefahr darin - wie für Kinder unter fünf Jahren - dass das Risiko für eine Masernkomplikation erhöht ist. Dazu gehören die Bronchitis und die Pneumonie (Lungenentzündung), die in ärmeren Ländern ungefähr ein Viertel der Masernbedingten Todesfälle ausmachen.

Des Weiteren ist eine Enzephalitis, eine Gehirnentzündung, eine gefürchtete Komplikation. 10 bis 20% enden letal bzw. tödlich und ca. ein Drittel trägt bleibende Schäden davon. Eine sehr seltene, aber mit Sicherheit tödlich endende Komplikation der Maserninfektion ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis, die nach ca. fünf bis zehn Jahren nach der Erkrankung auftritt. Da die Masern das Immunsystem schwächen, haben es auch andere Bakterien leichter, sich beim Betroffenen einzunisten. Zu diesen Superinfektionen gehören Entzündungen des Zahnfleisches, Auges und des Mittelohrs.
Diese Infektionen sind aber gut mit Antibiotika zu behandeln.

Masern in der Schwangerschaft

Die Schäden einer Maserninfektion einer schwangeren Frau auf ihr Kind sind noch nicht hinreichend geklärt.
Allerdings kommt es zu keinen typischen Fehlbildungen wie bei der Rötelninfektion der Mutter. Daher ist bei einer Infektion keine Pränataldiagnostik wie z.B. eine Fruchtwasseruntersuchung empfohlen, denn diese Methoden sind invasiv und steigern das Risiko für eine Fehlgeburt um 0,5%.
Dennoch ist die Masernerkrankung in der Schwangerschaft nicht ungefährlich, denn ungefähr ein Viertel der Kinder kommen zu früh zur Welt. Darüber hinaus ist die Gefahr einer Fehl- oder Totgeburt erhöht. Infiziert sich die Mutter gegen Ende der Schwangerschaft, kann das Kind mit Masern zur Welt kommen. Das stellt einen lebensgefährlichen Zustand für den Säugling dar, denn er hat noch kein ausreichend entwickeltes Immunsystem, um den Erreger effektiv zu bekämpfen.
Doch nicht nur für den Säugling ist eine Maserninfektion der Mutter gefährlich, sondern auch für die Mutter selbst. Denn für sie steigt das Risiko einer möglichen Komplikation. Dabei sind vor allem mit hohem Fieber und einer Lungenentzündung zu rechnen.

Deutlich ungefährlicher als die Krankheit, aber dennoch nicht empfohlen ist die Impfung gegen Masern während oder kurz vor einer Schwangerschaft. Allerdings stellen weder die Impfung noch die Erkrankung während der Schwangerschaft einen Grund zum Schwangerschaftsabbruch dar. Erkrankte Schwangere sollten jedoch medizinisch überwacht werden.

Prognose

Entgegen der landläufigen Meinung sind die Masern keine harmlose Kinderkrankheit.
Es handelt sich vielmehr um eine Erkrankung, die den gesamten Körper betrifft. Es kann durchaus zu Komplikationen kommen. Zu diesen Komplikationen zählen unter anderem:

  • Mittelohrentzündung
  • Lungenentzündung oder
  • in seltenen Fällen sogar eine Entzündung des Gehirns.

Auch heute sterben noch Menschen an den Masern.

In der Regel jedoch verlaufen die Masern weitestgehend harmlos.

Einmal an den Masern erkrankt genießt man lebenslange Immunität.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2017
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