Test Pfeiffer­sches Drü­sen­fieber

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Pfeiffersches Drüsenfieber

Synonyme

Medizinisch: Pfeiffer-Drüsenfieber, infektiöse Mononukleose, Mononucleosis infectiosa, Monozytenangina, Morbus Pfeiffer. Engl.: kissing disease

Definition

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine akute fieberhafte Infektionskrankheit, die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht wird. Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Die Inkubationszeit beträgt ca. sieben bis neun Tage bei Kindern, vier bis sechs Wochen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Krankheitsdauer beträgt bis zur vollständigen Ausheilung in der Regel zwei Monate.
Die Erkrankung ist nach dem Kinderarzt Dr. Emil Pfeiffer (1846–1921) benannt worden.



Ursachen von Pfeifferschem Drüsenfieber

Der Erreger ist das Epstein-Barr-Virus (EBV), ein DNA-Virus aus der Familie der Herpes-Viren.

Es infiziert ausschließlich B-Lymphozyten (Immunzellen, die Antikörper bilden) und Epithelzellen des Rachens und der Nase, da nur diese Zellen als einzige eine Andockstelle (Rezeptor) für EBV besitzen.

Die Vermehrung und Freisetzung des Virus findet zum größten Teil im befallen Epithel statt. In der Phase der Vermehrung produziert das Virus frühe und späte Eiweiße („early“- und „late“- Proteine), gegen die der Körper für die Diagnostik wichtige Antikörper bildet.

In der akuten Phase des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist nur etwa einer von 1000 B-Lymphozyten infiziert, nach der Genesung einer von einer Million. Jedoch produzieren wenige von diesen EBV.

Mit den Virusantigenen an ihrer Oberfläche verursachen die infizierten B-Lymphozyten eine immunologische Abwehrreaktion. Dabei findet eine starke Vermehrung von anderen Gruppen weißer Blutkörperchen (T-Lymphozyten und Makrophagen) statt.

Die krankhaften Veränderungen an Schleimhäuten und im lymphatischen Gewebe sind Folgen dieser immunologischen Abwehrreaktion. Bei angeborenem oder erworbenen Defekt des Immunsystems können infizierte B-Lymphozyten nicht ausreichend unterdrückt werden, weshalb es durch eine unkontrollierte Vermehrung zu bösartigen Tumore des Lymphgewebes (maligne Lymphome) kommen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Epstein-Barr-Virus

Symptome bei Pfeifferschen Drüsenfieber

Das Pfeiffersche Drüsenfieber im Kindesalter läuft meist unbemerkt ab und nur bei 25-50% der infizierten Erwachsenen treten die typischen Symptome auf.

Symptome, die bereits vor dem Ausbruch der Krankheit auftreten können (Prodromi), sind Kopfschmerzen, Mattigkeit und Gliederschmerzen.

Nach der langen Inkubationszeit einiger Wochen treten Pharyngitits, Schwellungen der Lymphknoten am Hals, Kopfschmerzen und Fieber, das bis zu 40°C steigen kann, bei fast allen Erkrankten auf.

Außerdem kann es zu einer entzündlichen Schwellung und Rötung der Mandeln (Tonsillen) mit weiß-gelblichen Belägen kommen. Meistens hat der Erkrankte Schluckbeschwerden, Husten und muss durch den Mund atmen, weil sein Nasen-Rachen-Raum zum Beispiel durch Schwellungen des Lymphgewebes in der Rachenwand verlegt ist.
Lesen Sie hier mehr zum Thema: Geschwollene Mandeln

Am Gaumen können kleine, punktförmige Einblutungen (Petechien) zu erkennen sein und die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch können entzündet sein.

Bei ca. 50% der Erkrankten kommt es zu einer Milzvergrößerung (Splenomegalie). Lesen Sie hierzu auch unser Thema: Geschwollene Milz

Ein Riss in der Milz (Milzruptur) dagegen ist extrem selten, allerdings muss dieser sofort chirurgisch behandelt werden.

Bei 25% der Erkrankten kommt es zu einer Vergrößerung der Leber (Hepatomegalie) mit einer leichten Gelbfärbung der Haut und Bindehaut (Ikterus). Selten kommt es auch zu einem Ausschlag beim Pfeifferschen Drüsenfieber.

Das häufigste neurologische Symptom ist eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis), aber auch Lähmungen einzelner Nerven können vorkommen. Manchmal kann auch eine Entzündung der Bindehaut auftreten, selten kommt es zu einer Entzündung des Sehnervs.

Bei Patienten mit chronischer Infektion besteht ein ausgeprägtes subjektives Krankheitsgefühl, das sich über Monate in Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen, Gewichtsverlust und Lymphknotenschwellungen äußert.

Zum Hauptartikel: An diesen Symptomen erkennen Sie das Pfeiffersche Drüsenfieber

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Pfeiffersches Drüsenfieber ohne Fieber

Obwohl Fieber und die Entzündung der Gaumenmandeln die Leitsymptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers darstellen, kann es auch zu untypischen Krankheitsverläufen ohne die Entwicklung von Fieber kommen. In etwa 10% der Fälle tritt kein Fieber auf. Besonders bei Kleinkindern kann es zu diesen Verläufen kommen, die sogar gänzlich ohne Symptome oder mit nur sehr abgeschwächten Beschwerden einhergehen.

Das Fieber, welches im Rahmen der Erkrankung auftritt hält häufig über 10-14 Tage an und liegt im eher niedrigen Bereich von 38-39°C. Wenn bisher noch kein Fieber auftrat kann es sein, dass dieses erst im Laufe der Erkrankung neu auftritt. Auch eine vorübergehende Entfieberung ist nicht selten.

Zusammenfassend kann es sich, wenn andere Befunde und Beschwerden in das Gesamtbild passen, um ein Pfeiffersches Drüsenfieber handeln, auch wenn über den gesamten Krankheitsverlauf kein Fieber auftritt. Bei weitgehend symptomlosen Verläufen und einem Verdacht auf die Erkrankung kann eine Untersuchung des Blutes Gewissheit schaffen.

Symptome an den Mandeln

Typisch für das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine starke Entzündung der Mandeln. Diese geht oftmals mit weißlichen Belägen einher, die zudem starken Mundgeruch auslösen können. Durch die Entzündung der Mandeln ist meist auch der gesamte Hals- und Rachenbereich entzündet und gerötet. Dies führt zu Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Aufgrund der starken Mandelentzündung wird das Pfeiffersche Drüsenfieber häufig mit einer bakteriellen Mandelentzündung verwechselt, weshalb es fälschlicherweise mit Antibiotika therapiert wird, die zusätzlich einen Hautausschlag auslösen können.

Informieren Sie sich auch über das Thema: Anzeichen einer Mandelentzündung

Symptom Husten

Husten entsteht beim Pfeifferschen Drüsenfieber meist aufgrund der Entzündung im Hals und an den Mandeln. Dadurch trocken die Schleimhäute im Rachenbereich schneller aus, es kommt zum Hustenreiz. Außerdem ist das Husten ein natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers, wodurch der Krankheitserreger herausbefördert werden soll. Aufgrund der Rachenentzündung ist das Husten oftmals sehr schmerzhaft. Zudem kommen häufig Schluckstörungen und Heiserkeit als Symptome hinzu.

Symptom Durchfall

Durchfall ist kein typisches Symptom beim Pfeifferschen Drüsenfieber. Im Gegensatz zu vielen anderen Infektionserkrankungen bleibt der Magen-Darm-Trakt bei der Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus von Beschwerden verschont. Allerdings können Medikamente, wie beispielsweise Fiebersenker auf den Magen-Darm-Trakt wirken und so sekundär Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auslösen. Bei Bauschmerzen und Durchfall sollten allerdings in erster Linie eine Schwellung der Milz und der Leber ausgeschlossen werden.

Symptom Ohrenschmerzen

Auch Ohrenschmerzen zählen nicht zu den klassischen Symptomen des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Allerdings kann es aufgrund der Verbindung zwischen den Ohren, der Nase und dem Rachen auch an den Ohren zu Schmerzen kommen. Dies kann zwei Ursachen haben: Eine Möglichkeit besteht darin, dass die Entzündung sich vom Rachen bis zu den Ohren hin ausbreitet und dort ebenfalls für eine Entzündung mit Schmerzen sorgt. Die andere Variante besteht darin, dass durch die Halsentzündung und die geschwollenen Mandeln der Zugang zwischen Rachen und den Ohren verschlossen wird. Dadurch kann an den Ohren kein ausreichender Druckausgleich stattfinden, was Ohrenschmerzen mit sich bringen kann.

Symptom Müdigkeit

Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind Symptome, die neben dem Fieber und der Mandelentzündung am charakteristischsten für das Pfeiffersche Drüsenfieber sind. Während die meisten Symptome nach einigen Wochen wieder abklingen, kann die Müdigkeit über mehrere Monate bestehen bleiben. Man nennt diese ausgeprägte Müdigkeit in der Fachsprache auch Fatigue. Das Pfeiffersche Drüsenfieber kann sogar zu einem chronischen Müdigkeitssyndrom führen, welches mehrere Jahre anhält. Die genaue Ursache für diese hartnäckige Fatigue ist wissenschaftlich allerdings nicht ausreichend erforscht und kann daher auch nicht ursächlich therapiert werden.

Symptome an der Milz

Ebenso wie die Lymphknoten kann auch die Milz beim Pfeiffeschen Drüsenfieber stark anschwellen. Die Milz ist wie ein großer Lymphknoten in unserem Körper und vor allem dafür zuständig, alte Zellen aus dem Blut herauszufischen. Beim Pfeifferschen Drüsenfieber kommt es in vielen verschiedenen Blutzellen zu Veränderungen, wodurch einige dieser Zellen beschädigt oder zerstört werden. Die Milz muss all diese Zellen aus dem Blut aussortieren und kann daher leicht überfordert sein. Eine zu starke Schwellung der Milz kann zu einem Milzriss führen. Dies ist aufgrund der starken Blutung ein absoluter Notfall.

Wie sieht der Ausschlag aus?

Der Hautausschlag, der durch das Pfeiffersche Drüsenfieber ausgelöst wird, kann von kleinen rötlichen Stellen bis hin zu großen Schwellungen und Quaddeln gehen. Nach dem Lehrbuch ist der Hautausschlag, auch Exanthem genannt sehr großfleckig, die roten Flecken scheinen dabei ineinander zu fließen. Am häufigsten tritt dieser Hautausschlag im Gesicht, an Bauch, Brust und Rücken sowie an den Armen und Beinen auf.

Meist bildet er sich etwa eine Woche, nachdem die Infektion begonnen hat. Seltener treten schwerwiegendere Hausveränderungen wie die juckenden Quaddeln oder schießscheibenförmige juckende Hautveränderungen auf. Gemeinsam haben all diese Ausschlagsarten, dass sie mit einem starken Juckreiz einhergehen. Bei etwa 30% der betroffenen Personen treten zudem Ödeme (also Wassereinlagerungen) im Gesicht auf. Auch dieses Symptom ist meist innerhalb der ersten Woche nach der Ansteckung zu finden.

Im Allgemeinen kann der Ausschlag, der durch das Pfeiffersche Drüsenfieber hervorgerufen wird, durch eine falsche Therapie zusätzlich verstärkt werden. Wird die Erkrankung aufgrund der starken Schwellung der Mandeln mit einer akuten Mandelentzündung verwechselt, wird oftmals Amoxicillin als Antibiotikum verschrieben. Dies verstärkt jedoch bei der Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus, also dem Pfeifferschen Drüsenfieber den Ausschlag oder löst diesen erst aus.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ausschlag beim Pfeiffersches Drüsenfieber

Komplikationen bei Pfeifferschem Drüsenfieber

Die Häufigkeit von Komplikationen liegt unter 1%. Folgende Komplikationen können auftreten:

  • Riss in der Milz (Milzruptur): in 0,2% der Fälle, spontan oder durch Einwirkung von Gewalt von außen gegen den Körper
  • Blut: Blutarmut (hämolytische Anämie) und verminderte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie)
  • Herz: EKG-Veränderungen, Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis)
  • Atemwege: Verschluss der oberen Atemwege, Lungenentzündung (Pneumonie), Entzündung des Brustfells (Pleuritis)
  • Nervensystem: Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis), Funktionsstörung des Nervus facialis (Facialisparese) mit Lähmung der mimischen Gesichtsmuskulatur
  • Bauchorgane: Sehr selten eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit von Leber oder Niere (Leber- bzw. Niereninsuffizienz)

Blutwerte

Die Blutwerte werden durch das Pfeiffersche Drüsenfieber stark durcheinandergebracht. Gerade bei einer Beteiligung der Leber können die Transaminasen (auch Leberwerte genannt) erhöht sein. Es werden Antikörper gegen das Virus gebildet, die sich ebenfalls im Blut wiederfinden lassen. Dabei kann man zwischen akut entstehenden Antikörpern, den Immunglobulinen M und solchen Antikörpern, die anzeigen, dass eine Infektion stattgefunden hat und der Körper jetzt dagegen immun ist, unterscheiden (Immunglobulin G). Auch die Blutzellen verändern sich während des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Es kann zu einer Blutarmut kommen, es gibt weniger Blutplättchen und auch die weißen Blutkörperchen verändern sich.

Lesen Sie zu diesem Thema auchBlutwerte beim Pfeifferschen Drüsenfieber - Diese Parameter sind wichtig

Risiken für das Herz

Risiken und Komplikationen treten zwar nur selten auf, kommt es jedoch zu Komplikationen sind diese häufig schwerwiegend.
Nennenswert sind hierbei besonders die Risiken für das Herz: Diese bestehen insbesondere für Personen, deren Immunsystem stark geschwächt ist, können jedoch auch bei gesunden Personen auftreten. Sowohl eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) als auch eine Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis) oder eine Kombination beider (Perimyokarditis) sind möglich. Auffällig wird eine Entzündung des Herzens oftmals durch einen Leistungsverlust, kann aber auch gänzlich ohne Symptome auftreten. Zeichen der Entzündung können durch die Ableitung der Herzaktivität (EKG), eine Blutuntersuchung sowie durch bildgebende Untersuchungen erfasst werden. Die Prognose bei bestehender Entzündung ist zumeist gut, kann jedoch in manchen Fällen mit bleibenden Herzmuskelschäden (dilatative Kardiomyopathie und Herzinsuffizienz) einhergehen.

Lesen Sie mehr dazu unter Symptome einer Herzmuskelentzündung

Um die Risiken für das Herz im Rahmen des Pfeifferschen Drüsenfiebers zu minimieren, sollte dem Behandlungsvorschlag des Arztes entsprochen werden und auf eine körperliche Schonung bis zum Ausheilen der Erkrankung geachtet werden.

Wie gefährlich ist Pfeiffersches Drüsenfieber in der Schwangerschaft?

Eine Erstinfektion der schwangeren Mutter mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber ist in der Regel nicht gefährlich für Mutter und Kind. Sofern die Schwangere ein normal ausgebildetes Immunsystem hat, kann sie das Virus effektiv bekämpfen und dadurch auch das Kind vor der Infektion schützen. Bei immungeschwächten Schwangeren kann eine adäquate Therapie der Erkrankung erfolgen. Deshalb ist eine Neuinfektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber in der Schwangerschaft kein Grund zur Sorge.

Aufgrund der Ähnlichkeit zu schwerwiegenderen Erkrankungen wie den Röteln sollte jedoch eine genaue Abklärung der Symptome erfolgen. Aufgrund hormoneller Umstellungen in der Schwangerschaft kann es bei Müttern, die die Infektion bereits hinter sich gebracht haben, zu einer Reaktivierung des Virus kommen. Dies äußert sich meist in abgeschwächten Symptomen. Auch in diesem Fall besteht keine Gefahr für das ungeborene Kind. Da Symptome wie Fieber, Halsschmerzen und eine Mandelentzündung sehr unangenehm sein können, sollte unter Umständen einer Therapie der Beschwerden erfolgen. Diese ist jedoch unbedingt mit dem behandelnden Arzt vorher abzustimmen und an die Schwangerschaft anzupassen, da viele Medikamente nicht für Schwangere zugelassen sind.

Lesen Sie mehr zum Thema: Pfeiffersches Drüsenfieber in der Schwangerschaft

Wie ist der Verlauf beim Pfeifferschen Drüsenfieber

Der normale Verlauf bei Pfeifferschen Drüsenfieber beginnt mit einer langen Inkubationszeit, die sogar über einen Monat anhält. Anschließend treten Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit auf. Später kommt es zum Anschwellen der Lymphknoten sowie zu einer Entzündung der Mandeln und des Rachens. Neben den Lymphknoten können auch Organe wie die Milz oder die Leber anschwellen, was schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen kann. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Erkrankung schwerer verläuft, je älter die betroffenen Personen sind. Deshalb sind Kinder meist nach wenigen Wochen wieder komplett fit, bei Erwachsenen kann sich die Krankheit über mehrere Monate ziehen.

Dabei sind vor allem die Leistungsminderung und die Müdigkeit Symptome, die sehr lange erhalten bleiben. Bei etwa 5% der betroffenen Personen treten nach etwa einer Woche zusätzlich Hautausschläge auf. Diese können auch den Mund und den Gaumen betreffen. Der Krankheitserreger selbst befindet sich auch nach der eigentlichen Erkrankung noch im Körper der betroffenen Person und kann dort jahrelang bleiben ohne auffällig zu werden. Ab und an kommt es zu einer Reaktivierung des Virus, was von den meisten nicht bemerkt wird, sich aber unter Umständen in Form von Fieber äußern kann. In dieser Phase sind die betroffenen Personen wieder ansteckend und können das Virus über den Speichel übertragen.

Informieren Sie sich hier zum Thema: Verlauf des Pfeiffersches Drüsenfieber

Wie lange ist die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit variiert beim Pfeifferschen Drüsenfieber stark und ist unter anderem vom Alter der betroffenen Person abhängig. Während Kinder meist innerhalb von einer Woche, maximal innerhalb eines Monats nach der Ansteckung die ersten Symptome zeigen, kann es bei Erwachsenen wesentlich länger dauern. Hier ist eher mit einer Inkubationszeit von mehreren Wochen bis zu zwei Monaten zu rechnen. Entsprechend der verlängerten Inkubationszeit für Erwachsene hält auch die Erkrankung länger an.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Inkubationszeit des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Dauer des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Der Krankheitsverlauf bei Pfeifferschem Drüsenfieber ist sehr variabel und kann sich von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich darstellen. Kinder unter zehn Jahre erkranken meist nicht stark und die Symptome der Infektion dauern lediglich einige Tage an. Bei Jugendlichen und Erwachsenen hingegen dauern die Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers meist zwei bis fünf Wochen. Treten weitere Komplikationen auf, kann sich die Erkrankung unter Umständen über Monate hinziehen.
Bei einigen Erkrankten bleibt auch nach Abklingen der Symptome oft ein Schwäche- und Müdigkeitsgefühl zurück, welches bis zu einem Jahr andauern kann. Allerdings gilt dann, dass die infizierte Person nie wieder an diesem Virus erkranken wird, da sie ab dem Zeitpunkt bereits Antikörper gegen das Virus gebildet hat und der Körper keine Immunantwort mehr auslöst.

Mehr zu diesem Thema auf unserer Seite Dauer des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Kann man Pfeiffersches Drüsenfieber mehrmals bekommen?

Wer das Pfeiffesche Drüsenfieber einmal durchgemacht hat, kann sich nicht erneut mit dem Virus anstecken. Das Immunsystem hat bestimmte Antikörper gegen die Infektion gebildet und kann sich bei erneutem Kontakt so effektiv wehren, dass die Erkrankung nicht nochmal ausbricht. Allerdings gelingt es dem Körper nicht, das Virus komplett zu entfernen. Stattdessen schlummert es irgendwo im Körper und kann sich reaktivieren. Betroffene Personen bekommen davon meist nichts mit, maximal eine leichte Abgeschlagenheit und Müdigkeit tritt auf. Allerdings können sie in der aktiven Zeit das Virus wiederum auf andere Personen übertragen.

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Chronisches Pfeiffersches Drüsenfieber

Im Regelfall heilt das akute Pfeiffersche Drüsenfieber nach 3 Wochen aus. Auch nach Ausheilen der Erkrankung kann es die Monate danach zu einer herabgesetzten Leistungsfähigkeit kommen. Davon abzugrenzen ist das chronische Pfeiffersche Drüsenfieber. Wenn die Beschwerden der Erkrankung mindestens 6 Monate andauern wird von der chronischen Infektion gesprochen. Chronische Verläufe treten im Gegensatz zu früher in allen betroffenen Altersgruppen häufiger auf.

Typische Beschwerden bei einer chronischen Infektion mit dem Virus sind immer wiederkehrende Fieberschübe, angeschwollene Lymphknoten, eine Entzündung der Gaumenmandeln wie im akuten Krankheitsfall und unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen und eine innere Unruhe. Auch wenn die Organe Leber und Milz über einen langen Zeitraum vergrößert sind kann dies ein Hinweis auf eine Chronifizierung der Erkrankung sein.
In seltenen Fällen stehen Entzündungen am Auge, Lungenentzündungen oder eine Epilepsie im Zusammenhang mit der chronischen Erkrankung. Verhindert werden kann eine chronische Persistenz des Virus vor allem durch eine strenge körperliche Schonung während der akut bestehenden Erkrankung.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Das Chronische Pfeiffersche Drüsenfieber

Diagnose des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Durch Betasten lassen sich neben den Schwellungen der Lymphknoten im Halsbereich auch vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle und in der Leistengegend finden. Bei der Rachenuntersuchung oder -spiegelung können die Rachenmandeln rot geschwollen sein mit weiß-gelblichem Belag.
Weitere Diagnostik ergibt sich aus dem Blutbild, positivem Paul-Bunnel-Test und dem Nachweis spezifischer EBV-Antikörper.

  • Blutbild: Das charakteristische Blutbild zeigt zuerst eine Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), später aber eine Vermehrung (Leukozytose) mit ca. 80% atypischen Lymphozyten, T-Lympozyten mit charakteristischen Veränderungen, die auch Pfeiffer-Zellen genannt werden.
  • Paul-Bunnel-Test: Er erfasst unspezifische (heterophile) Antikörper gegen rote Blutkörperchen (Erythrozyten) von Schafen, Rindern und Pferden, die ein charakteristisches Immunphänomen des Pfeifferschen-Drüsenfiebers darstellen, obwohl diese nicht mit dem Epstein-Barr-Virus selbst reagieren. Sie entstehen durch die Stimulation der B-Lymphozyten durch das EBV.
  • Spezifische EBV-Antikörper: Zu Beginn des Pfeiffersche Drüsenfiebers sind IgM-anti-VCA-Antikörper nachweisbar, die gegen das in der späten Vermehrungsphase produzierte Viruskapsid-Antigen gebildet wurden. Das Viruskapsid ist die äußere Hülle des Virus. In der zweiten Woche haben diese Antikörper ihre größte Anzahl. Danach werden sie von IgG- und IgA-anti-VCA-Antikörpern abgelöst. Die IgG-anti-VCA-Antikörper haben ihre maximale Anzahl in der dritten Woche und bleiben lebenslang erhalten. Nur vorübergehend auftretende Antikörper, so genannte IgG-anti-EA („early antigen“), treten nur bei 80-85% der Patienten auf.

Zusätzlich werden Leberenzyme im Blutserum gemessen. Dabei sind in 40-100% Fällen die Werte mäßig erhöht. Bei einem Drittel ist auch Bilirubin, ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin, erhöht.

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Schnelltest

Das Pfeiffersche Drüsenfieber kann mit dem Mononukleose Schnelltest diagnostiziert werden. Dieser Test ermittelt, ob sich im Blut der betroffenen Person Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus gebildet haben. Um Blut für die Probe zu gewinnen müssen sich betroffene Personen mit einer sogenannten Lanzette (einer kleinen Nadel) an der Fingerkuppe stechen. Der Bluttropfen wird anschließend auf den Teststreifen aufgebracht. Nach einigen Minuten kann man das Ergebnis auf dem Streifen ablesen. Der Schnelltest ist rezeptfrei für etwa 15€ im Internet oder in Apotheken erhältlich. Die Kosten dafür werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Trotz des einfach durchführbaren Tests für zu Hause, sollte man beim Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber einen Arzt aufsuchen.

Differentialdiagnosen des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Blutbildveränderungen mit den bereits erwähnten atypischen Lymphozyten kommen auch bei Infektionen mit Hepatitisviren, Humane-Cytomegalie-Viren (CMV) und anderen Herpesviren vor. Bei diesen werden aber keine heterophilen Antikörper gebildet (siehe Paul-Bunnel-Test).

Therapie / Behandlung

Es gibt keine spezifische Behandlung für das Pfeiffersche Drüsenfieber, nur eine Behandlung der Symptome (symptomatische Behandlung). Dabei stehen die Behandlung des Fiebers und der Schmerzen im Vordergrund. Als Schmerzmittel können Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden, allerdings sollten keine Acetylsalicylsäurepräparate, z.B. Aspirin®, verwendet werden, da es im Falle einer chirurgischen Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) zu Blutungsproblemen kommen kann.

Diese sollte bei schwerem Verlauf des Pfeifferschen Drüsenfiebers mit dauerhaftem Fieber, Verengung der Atemwege und Atemnot durchgeführt werden, da so der Ort der größten Virusvermehrung entfernt wird. Außerdem kann bei starken Rachensymptomen und hohem Fieber Prednison, ein Arzneimittel, das das Immunsystem hemmt, kurzzeitig eingenommen werden, was zu einer raschen Besserung führt.

Eine sekundäre Infektion mit Bakterien, z.B. mit Streptokokken, wird mit Penicillin behandelt. Ampi- oder Amoxicillin dürfen jedoch nicht eingenommen werden, da diese nicht selten zu Hautreaktionen wie einem akut auftretenden Hautausschlag (Exanthem) führen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Behandlung des Pfeiffersche Drüsenfiebers

Homöopathie

Beim Pfeifferschen Drüsenfieber erfolgt die Therapie meist sehr symptomorientiert. Dazu können auch homöopathische Mittel wie Globuli verwendet werden. Gegen Halsschmerzen wird oftmals Aconitum napellus eingesetzt. auch Apis mellifica und Belladonna wirken im Halsbereich, setzen aber vor allem an den Mandeln an.

Bei Fieber und einer Schwellung der Milz sind Ceanothus americanus und Cininum arsenicosum die Mittel der Wahl. Lachesis kann bei Schluckbeschwerden eingesetzt werden. Es ist jedoch wichtig, gerade bei hohem Fieber Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu haben. Auch eine Komplikation wie die Milzruptur sollte abgeklärt werden.

Welcher Arzt behandelt Pfeiffersches Drüsenfieber?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine Erkrankung, die klassischerweise vom Kinder- oder Hausarzt (je nach Alter der betroffenen Person) behandelt werden kann. Steht jedoch die Diagnose nicht ganz fest, ist oftmals auch der Hals-Nasen-Ohren-Arzt an der Behandlung beteiligt, da er die Mandelentzündung begutachten soll. Treten Komplikationen wie Milz- oder Leberschwellung auf, sind auch Internisten an der Behandlung beteiligt, Die Therapie findet in dem Fall meist im Krankenhaus statt. Greift die Infektion auf das Hirn über, können auch Neurologen hinzugezogen werden.

Epidemiologie des Pfeifferschen Drüsenfiebers

Weltweit sind etwas 95% der Erwachsenen mit EBV infiziert. Die Infektion erfolgt in der Regel bereits im Kindesalter und verläuft meist symptomlos oder als leichte Entzündung der Rachenschleimhaut (Pharyngitits). Nach der ersten Infektion bleibt eine lebenslange Immunität bestehen, was den Körper gegen das Virus schützt. Das Pfeiffersche Drüsenfieber tritt in 75% der Fälle bei jungen Erwachsenen zwischen 17 und 25 Jahren auf, nach dem 40. Lebensjahr jedoch nur noch extrem selten.
Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, genauer durch intensiven Kontakt mit infektiösem Mundspeichel, vor allem beim Küssen („kissing disease“), aber wahrscheinlich auch beim Trinken aus derselben Flasche. Befallen wird zunächst das Gewebe von Mund, Rachen und Speicheldrüsen, wo dann die Vermehrung des Virus und infolgedessen die Besiedlung durch eine Gruppe der weißen Blutkörperchen (B-Lymphozyten) stattfindet. Einige dieser infizierten B-Lymphozyten werden nicht von der Immunabwehr erfasst und erreichen einen latenten Zustand, in dem sie als Aufbewahrungsort des Virus dienen und so an der Reaktivierung und an neuen Infektionen von Epithelzellen beteiligt sind.

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Ist Pfeiffersches Drüsenfieber ansteckend?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine hoch ansteckende Erkrankung. Das auslösende Virus für diese Infektion ist das Epstein-Barr-Virus. Dieses lässt sich auf vielfältigste Art und Weise übertragen. Die häufigste Übertragung geschieht durch Mund-zu-Mund-Kontakt über den Speichel. Daher wird die Erkrankung im Volksmund auch als die „Kusskrankheit“ bezeichnet. Aber auch die Verbreitung als Tröpfchen-, Kontakt- oder Schmierinfektion ist denkbar.
Bis zum 30. Lebensjahr sind schätzungsweise etwa 95% der europäischen Bevölkerung Träger dieses Virus. Viele davon hatten nie das ausgeprägte Krankheitsbild des Pfeifferschen Drüsenfiebers oder die Infektion wurde mit einem banalen grippalen Infekt verwechselt. In ihrem Blut sind aber bereits Antikörper gegen dieses Virus gebildet worden, sodass eine erneute Infektion eher unwahrscheinlich ist. Sie haben eine lebenslange Immunität gegen dieses Virus. Sie selber sind also nicht von einer Ansteckung gefährdet, können aber – ohne es zu bemerken – wieder ansteckend werden, wenn die Viruspartikel, die in Ihrem Körper verblieben sind, wieder aktiv werden. Demzufolge gilt also für erkrankte Personen, die Symptome von Pfeifferschem Drüsenfieber zeigen, dass sie auf jeden Fall für die Dauer der Krankheitsphase ansteckend sind. Die Ansteckungsgefahr geht dann mit dem Abklingen der Symptome zwar deutlich zurück, ist aber trotzdem nicht vollständig auszuschließen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Wie ansteckend ist das Pfeiffersche Drüsenfieber?

Rehabilitation

Die akute Form des Pfeifferschen Drüsenfiebers klingt im Laufe einiger Wochen ab und ist meist in der Regel nach zwei Monaten ausgeheilt. Todesfälle kommen äußerst selten vor.

Prophylaxe

Ein Impfstoff ist nicht verfügbar. Der Kontakt mit Speichel und zu akut Erkrankten sollte vermieden werden, was sich jedoch nicht immer einfach gestaltet, da in der Bevölkerung die meisten Menschen eine EBV-Infektion durchgemacht haben und der Krankheitsverlauf oft mit sehr unspezifischen Symptomen einhergeht.

Prognose

Die Prognose für das Pfeiffersche Drüsenfieber ist, wenn keine der sehr seltenen Komplikationen auftreten, sehr gut. Es dauert normalerweise zwei bis vier Wochen und heilt ohne Folgen aus. Da sich im Körper Antikörper gegen das Virus bilden, besteht nach der ersten Infektion in der Regel eine lebenslange Immunität.

Dies können Spätfolgen sein

Spätfolgen, die aufgrund des Pfeifferschen Drüsenfiebers auftreten, kommen meist durch Komplikationen zustande. Diese betreffen oftmals die Organe Leber und Milz, da sie am ehesten vom Epstein-Barr-Virus angegriffen werden. Eine Milzschwellung kann akut zu einem Riss des Organs führen, was ein Entfernen der Milz als Folge haben kann. Dies hat Auswirkungen auf das Immunsystem, weshalb betroffene Personen sich gegen verschiedene Krankheiten vermehrt impfen lassen müssen.

Eine Schwellung der Leber kann vorrübergehende, in schweren Fällen auch bleibende Leberfunktionsstörungen mit sich bringen. Auch eine Blutarmut (Anämie) kann durch das Pfeiffersche Drüsenfieber ausgelöst werden. Sie ist jedoch ebenso wie eine Verringerung der Blutplättchen oder anderer Blutzellen in der Regel vorrübergehend. Das Blut regeneriert sich nach einigen Monaten wieder. Im Rahmen des Pfeifferschen Drüsenfiebers kann auch eine Entzündung des Gehirns auftreten. Bei dieser sogenannten Enzephalitis können Hirnschäden zurückbleiben. Ist das Herz von der Infektion betroffen, kommt es oftmals zu einer Herzmuskelentzündung. Diese kann im Extremfall tödlich enden. Wird körperliche Anstrengung während der Erkrankung nicht vermieden, kann das Herz dauerhaft geschädigt werden, was eine lebenslange Herzschwäche mit sich bringt. Seltene Spätfolgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers sind Krebserkrankungen, die an den Lymphknoten oder im Rachenraum entstehen.

Kann Pfeiffersches Drüsenfieber zu Krebs führen?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist mit verschiedenen Krebsarten in Verbindung zu bringen. Dies betrifft zum einen den Mund- und Rachenbereich. Dieser ist während der Infektion für eine lange Zeit entzündet, was zu einem vermehrten Absterben der Schleimhautzellen führt. Diese müssen sich deshalb schneller wieder regenerieren. Je mehr Zellen neu gebildet werden, desto größer ist das Risiko, dass eine Zellneubildung fehlerhaft verläuft und nach Jahren zu Krebs entartet. Auch das Lymphsystem kann Tumore entwickeln, die mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber im Zusammenhang stehen. Man nennt diese Krebsart Lymphom.

Pfeiffersches Drüsenfieber bei Kindern

Das Pfeiffersche Drüsenfieber bei Kindern verläuft meist viel harmloser als bei Jugendlichen oder Erwachsenen. Häufig wird die Erkrankung auch gar nicht erst erkannt, da die meisten Kinder unter zehn Jahren nahezu keine Symptome und lediglich einige Tage vermehrt Müdigkeit und etwas Fieber zeigen. Oft wird dies auch mit einem gewöhnlichen Schnupfen verwechselt. Infiziert werden Kinder meist durch das Küssen ihrer Eltern, die Träger dieses Virus sind. Treten keine weiteren Komplikationen wie sehr hohes Fieber oder Hautausschläge auf, ist die Therapie rein symptomatisch. Erkrankte Kinder sollten während dieser Zeit viel Flüssigkeit und leicht und gut verdauliche Nahrung zu sich nehmen. Außerdem sollten sie möglichst Bettruhe einhalten und einer Ansteckung weiterer Personen im Haushalt sollte durch vermehrte Hygienemaßnahmen vorgebeugt werden. Da es sich um eine Virusinfektion handelt, sind Antibiotika wirkungslos. Im Gegenteil kann die Gabe von Penicillinen wie Amoxicillin bei diesem Krankheitsbild zu einem Hautausschlag führen, der unter Umständen zu einem lebensbedrohlichen Krankheitsbild, dem Lyell-Syndrom führen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Pfeiffersches Drüsenfieber beim Kind und Pfeiffersches Drüsenfieber beim Baby

Pfeiffersches Drüsenfieber beim Baby

Bei Babys äußert sich die Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus meist sehr unspezifisch, weshalb die Erkrankung gerade bei Säuglingen oftmals nicht erkannt wird. Die führenden Symptome sind Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Dazu gesellen sich oftmals Kopf- und Gliederschmerzen. Diese können allerdings von Babys noch nicht angegeben werden. Vielmehr sind Babys, die mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber infiziert sind sehr quengelig und unruhig. Sie schreien viel, sind aber gleichzeitig oftmals müde. Auch bei Babys können zudem Beläge auf den Mandeln und damit einhergehend eine Mandelentzündung entstehen.

Ebenso kommt es häufig zur Anschwellen der Halslymphknoten. Es sind aber auch andere Lymphknoten über den gesamten Körper verteilt betroffen.  Dies ist neben dem Hals vor allem unter den Achseln und in der Leiste der Fall. Als quasi riesiger Lymphknoten kann auch die Milz eingeordnet werden. Diese kann bei Pfeifferschem Drüsenfieber bei Babys ebenfalls anschwellen. Die Babys können zudem im Rahmen der Infektion an einem Hautausschlag leiden, der oftmals sehr feinfleckig ist. Je nach Ausprägung kann der dem Ausschlag bei Masern oder bei Röteln ähneln, weshalb eine Abklärung beim Kinderarzt erfolgen sollte. Nur so kann die richtige Therapie eingeleitet werden. Insgesamt verläuft die EBV-Infektion bei Babys meist sehr milde oder sogar so, dass man es nicht bemerkt, da die Schwere der Erkrankung mit dem Lebensalter zunimmt.

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Darf man Sport beim Pfeifferschen Drüsenfieber machen?

Eine Infektion mit dem Eppstein- Barr- Virus kann unterschiedliche Verläufe haben und je nach Alter und Immunstatus des Betroffenen auch unterschiedlich lange anhalten. Solange Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Fieber vorhanden sind, sollte auf eine sportliche Betätigung auf jeden Fall verzichtet werden. Meist ergibt sich dies aber auch von selbst, da der Infizierte sich in der Regel sehr schwach fühlt und ohnehin keine Motivation hat, sich weiter zu verausgaben. Darüber hinaus sollte gerade bei Teamsportarten auch die Ansteckungsgefahr während dieser Zeit für die anderen Mitspieler bedacht werden. Es ist daher sinnvoll abzuwarten, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind und vom Betroffenen keine Ansteckungsgefahr mehr ausgeht.
Außerdem sollte beachtet werden, dass im Rahmen dieser Erkrankung eine temporäre Vergrößerung der Milz möglich ist. Diese kann dann bei Anstrengung bevorzugt reißen und es kann unter Umständen zu einer lebensbedrohlichen Milzruptur (Milzriss) mit gefährlichen Blutungen kommen. Dies kann mithilfe einer Ultraschalluntersuchung jedoch im Vorhinein abgeklärt werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Pfeiffersches Drüsenfieber und Sport

Ab wann darf man wieder Sport treiben?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine schwere Infektionserkrankung, die sich oftmals über mehrere Wochen erstreckt. Allein die Inkubationszeit, also die Phase zwischen der Ansteckung mit dem Virus und dem Auftreten der ersten Symptome kann zwischen einer Woche und einem Monat betragen. Wichtig ist, dass die Symptome alle vollständig abgeheilt sind, bevor wieder mit dem Sport begonnen wird. Dazu zählen auch Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsminderung. Sind all diese Symptome abgeklungen, kann nach einigen Wochen wieder mit dem Sport begonnen werden. Es empfiehlt sich ein leichter Einstieg ins das Training, bevor wieder eine vollständige Belastung aufgenommen wird.

Rückfall durch Sport

Ein Grundsatz der Therapie des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist die körperliche Schonung. Wenn dennoch Sport betrieben wird besteht die Gefahr, dass die Erkrankung chronifiziert und für eine sehr lange Zeit im Körper verbleibt. Des Weiteren kann es zu einem Rückfall mit einer Verschlechterung der Beschwerden kommen. Normalerweise ist durch den herabgesetzten Allgemeinzustand, vor allem zu Beginn der Erkrankung, an eine Ausführung von sportlichen Aktivitäten ohnehin nicht zu denken. Die Erkrankung ist in der Regel nach etwa 2-3 Wochen ausgeheilt. Erst danach sollte schonend mit dem Sport begonnen werden. Eine Überforderung des Immunsystems durch die Belastung könnte eine Vermehrung des Virus bedeuten und damit zum Rückfall führen. Kommt es im Rahmen des durch den Sport geschwächten Körpers zu einer Chronifizierung der Erkrankung muss mit einer Krankheitsdauer von bis zu 12 Monaten gerechnet werden.

Wann darf ein Kind wieder in die Schule?

Da die Inkubationszeit beim Pfeifferschen Drüsenfieber sehr lang ist, haben Kinder den Krankheitserreger meist schon weitergegeben, bevor überhaupt erste Symptome auftreten. Dennoch sollten Kinder, die am Pfeiffeschen Drüsenfieber erkrankt sind, eine Weile nicht zur Schule gehen. Dies liegt in erster Linie daran, dass sie sich aufgrund der Krankheitssymptome schonen sollen. Ansonsten können schwere Komplikationen wie eine Schwellung der Milz bis hin zum Milzriss oder eine Infektion der Herzmuskulatur auftreten. Meist sind die Kinder etwa eine Woche nach Abklingen der Symptome wieder fit genug für die Schule. Man kann das Kind jedoch auch noch länger zu Hause lassen, wenn es noch müde oder abgeschlagen ist.

Ist Pfeiffersches Drüsenfieber meldepflichtig?

Meldepflichtige Krankheiten sind meist Infektionserkrankungen, die besonders schwere Infektionen auslösen oder die sehr schnell von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Beim Pfeifferschen Drüsenfieber handelt es sich zwar um eine sehr infektiöse Erkrankung, allerdings wird sie vor allem bei Kontakt mit Speichel übertragen, weshalb für außenstehende Personen kein so großes Risiko besteht. Zudem verläuft die Erkrankung in der Regel recht harmlos. Deshalb ist das Pfeiffersche Drüsenfieber nicht meldepflichtig.

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