Pfeiffersches Drüsenfieber

Synonyme

Medizinisch: Pfeiffer-Drüsenfieber, infektiöse Mononukleose, Mononucleosis infectiosa, Monozytenangina, Morbus Pfeiffer. Engl.: kissing disease

Definition

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine akute fieberhafte Infektionskrankheit, die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht wird. Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Die Inkubationszeit beträgt ca. sieben bis neun Tage bei Kindern, vier bis sechs Wochen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Krankheitsdauer beträgt bis zur vollständigen Ausheilung in der Regel zwei Monate.
Die Erkrankung ist nach dem Kinderarzt Dr. Emil Pfeiffer (1846–1921) benannt worden.

Ursachen

Der Erreger ist das Epstein-Barr-Virus (EBV), ein DNA-Virus aus der Familie der Herpes-Viren. Es infiziert ausschließlich B-Lymphozyten (Immunzellen, die Antikörper bilden) und Epithelzellen des Rachens und der Nase, da nur diese Zellen als einzige eine Andockstelle (Rezeptor) für EBV besitzen. Die Vermehrung und Freisetzung des Virus findet zum größten Teil im befallen Epithel statt. In der Phase der Vermehrung produziert das Virus frühe und späte Eiweiße („early“- und „late“- Proteine), gegen die der Körper für die Diagnostik wichtige Antikörper bildet. In der akuten Phase des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist nur etwa einer von 1000 B-Lymphozyten infiziert, nach der Genesung einer von einer Million. Jedoch produzieren wenige von diesen EBV. Mit den Virusantigenen an ihrer Oberfläche verursachen die infizierten B-Lymphozyten eine immunologische Abwehrreaktion. Dabei findet eine starke Vermehrung von anderen Gruppen weißer Blutkörperchen (T-Lymphozyten und Makrophagen) statt. Die krankhaften Veränderungen an Schleimhäuten und im lymphatischen Gewebe sind Folgen dieser immunologischen Abwehrreaktion. Bei angeborenem oder erworbenen Defekt des Immunsystems können infizierte B-Lymphozyten nicht ausreichend unterdrückt werden, weshalb es durch eine unkontrollierte Vermehrung zu bösartigen Tumore des Lymphgewebes (maligne Lymphome) kommen kann.

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Symptome

Das Pfeiffersche Drüsenfieber im Kindesalter läuft meist unbemerkt ab und nur bei 25-50% der infizierten Erwachsenen treten die typischen Symptome auf. Symptome, die bereits vor dem Ausbruch der Krankheit auftreten können (Prodromi), sind Kopfschmerzen, Mattigkeit und Gliederschmerzen. Nach der langen Inkubationszeit einiger Wochen treten Pharyngitits, Schwellungen der Lymphknoten am Hals, Kopfschmerzen und Fieber, das bis zu 40°C steigen kann, bei fast allen Erkrankten auf. Außerdem kann es zu einer entzündlichen Schwellung und Rötung der Mandeln (Tonsillen) mit weiß-gelblichen Belägen kommen. Meistens hat der Erkrankte Schluckbeschwerden, Husten und muss durch den Mund atmen, weil sein Nasen-Rachen-Raum zum Beispiel durch Schwellungen des Lymphgewebes in der Rachenwand verlegt ist. Am Gaumen können kleine, punktförmige Einblutungen (Petechien) zu erkennen sein und die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch können entzündet sein. Bei ca. 50% der Erkrankten kommt es zu einer Milzvergrößerung (Splenomegalie). Ein Riss in der Milz (Milzruptur) dagegen ist extrem selten, allerdings muss dieser sofort chirurgisch behandelt werden. Bei 25% der Erkrankten kommt es zu einer Vergrößerung der Leber (Hepatomegalie) mit einer leichten Gelbfärbung der Haut und Bindehaut (Ikterus). Selten kommt es auch zu einem Ausschlag beim Pfeifferschen Drüsenfieber.
Das häufigste neurologische Symptom ist eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis), aber auch Lähmungen einzelner Nerven können vorkommen. Manchmal kann auch eine Entzündung der Bindehaut auftreten, selten kommt es zu einer Entzündung des Sehnervs.
Bei Patienten mit chronischer Infektion besteht ein ausgeprägtes subjektives Krankheitsgefühl, das sich über Monate in Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen, Gewichtsverlust und Lymphknotenschwellungen äußert.

Pfeiffersches Drüsenfieber ohne Fieber

Obwohl Fieber und die Entzündung der Gaumenmandeln die Leitsymptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers darstellen, kann es auch zu untypischen Krankheitsverläufen ohne die Entwicklung von Fieber kommen. In etwa 10% der Fälle tritt kein Fieber auf. Besonders bei Kleinkindern kann es zu diesen Verläufen kommen, die sogar gänzlich ohne Symptome oder mit nur sehr abgeschwächten Beschwerden einhergehen.

Das Fieber, welches im Rahmen der Erkrankung auftritt hält häufig über 10-14 Tage an und liegt im eher niedrigen Bereich von 38-39°C. Wenn bisher noch kein Fieber auftrat kann es sein, dass dieses erst im Laufe der Erkrankung neu auftritt. Auch eine vorübergehende Entfieberung ist nicht selten.

Zusammenfassend kann es sich, wenn andere Befunde und Beschwerden in das Gesamtbild passen, um ein Pfeiffersches Drüsenfieber handeln, auch wenn über den gesamten Krankheitsverlauf kein Fieber auftritt. Bei weitgehend symptomlosen Verläufen und einem Verdacht auf die Erkrankung kann eine Untersuchung des Blutes Gewissheit schaffen.

Komplikationen

Die Häufigkeit von Komplikationen liegt unter 1%. Folgende Komplikationen können auftreten:

  • Riss in der Milz (Milzruptur): in 0,2% der Fälle, spontan oder durch Einwirkung von Gewalt von außen gegen den Körper
  • Blut: Blutarmut (hämolytische Anämie) und verminderte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie)
  • Herz: EKG-Veränderungen, Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder des Herzbeutels (Perikarditis)
  • Atemwege: Verschluss der oberen Atemwege, Lungenentzündung (Pneumonie), Entzündung des Brustfells (Pleuritis)
  • Nervensystem: Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis), Funktionsstörung des Nervus facialis (Facialisparese) mit Lähmung der mimischen Gesichtsmuskulatur
  • Bauchorgane: Sehr selten eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit von Leber oder Niere (Leber- bzw. Niereninsuffizienz)

Risiken für das Herz

Risiken und Komplikationen treten zwar nur selten auf, kommt es jedoch zu Komplikationen sind diese häufig schwerwiegend.
Nennenswert sind hierbei besonders die Risiken für das Herz: Diese bestehen insbesondere für Personen, deren Immunsystem stark geschwächt ist, können jedoch auch bei gesunden Personen auftreten. Sowohl eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) als auch eine Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis) oder eine Kombination beider (Perimyokarditis) sind möglich. Auffällig wird eine Entzündung des Herzens oftmals durch einen Leistungsverlust, kann aber auch gänzlich ohne Symptome auftreten. Zeichen der Entzündung können durch die Ableitung der Herzaktivität (EKG), eine Blutuntersuchung sowie durch bildgebende Untersuchungen erfasst werden. Die Prognose bei bestehender Entzündung ist zumeist gut, kann jedoch in manchen Fällen mit bleibenden Herzmuskelschäden (dilatative Kardiomyopathie und Herzinsuffizienz) einhergehen.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Symptome einer Herzmuskelentzündung

Um die Risiken für das Herz im Rahmen des Pfeifferschen Drüsenfiebers zu minimieren, sollte dem Behandlungsvorschlag des Arztes entsprochen werden und auf eine körperliche Schonung bis zum Ausheilen der Erkrankung geachtet werden.

Dauer

Der Krankheitsverlauf bei Pfeifferschem Drüsenfieber ist sehr variabel und kann sich von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich darstellen. Kinder unter zehn Jahre erkranken meist nicht stark und die Symptome der Infektion dauern lediglich einige Tage an. Bei Jugendlichen und Erwachsenen hingegen dauern die Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers meist zwei bis fünf Wochen. Treten weitere Komplikationen auf, kann sich die Erkrankung unter Umständen über Monate hinziehen.
Bei einigen Erkrankten bleibt auch nach Abklingen der Symptome oft ein Schwäche- und Müdigkeitsgefühl zurück, welches bis zu einem Jahr andauern kann. Allerdings gilt dann, dass die infizierte Person nie wieder an diesem Virus erkranken wird, da sie ab dem Zeitpunkt bereits Antikörper gegen das Virus gebildet hat und der Körper keine Immunantwort mehr auslöst.

Chronisches Pfeiffersches Drüsenfieber

Im Regelfall heilt das akute Pfeiffersche Drüsenfieber nach 3 Wochen aus. Auch nach Ausheilen der Erkrankung kann es die Monate danach zu einer herabgesetzten Leistungsfähigkeit kommen.

Davon abzugrenzen ist das chronische Pfeiffersche Drüsenfieber. Wenn die Beschwerden der Erkrankung mindestens 6 Monate andauern wird von der chronischen Infektion gesprochen. Chronische Verläufe treten im Gegensatz zu früher in allen betroffenen Altersgruppen häufiger auf.
Typische Beschwerden bei einer chronischen Infektion mit dem Virus sind immer wiederkehrende Fieberschübe, angeschwollene Lymphknoten, eine Entzündung der Gaumenmandeln wie im akuten Krankheitsfall und unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen und eine innere Unruhe. Auch wenn die Organe Leber und Milz über einen langen Zeitraum vergrößert sind kann dies ein Hinweis auf eine Chronifizierung der Erkrankung sein.
In seltenen Fällen stehen Entzündungen am Auge, Lungenentzündungen oder eine Epilepsie im Zusammenhang mit der chronischen Erkrankung. Verhindert werden kann eine chronische Persistenz des Virus vor allem durch eine strenge körperliche Schonung während der akut bestehenden Erkrankung.

Diagnose

Durch Betasten lassen sich neben den Schwellungen der Lymphknoten im Halsbereich auch vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle und in der Leistengegend finden. Bei der Rachenuntersuchung oder -spiegelung können die Rachenmandeln rot geschwollen sein mit weiß-gelblichem Belag.
Weitere Diagnostik ergibt sich aus dem Blutbild, positivem Paul-Bunnel-Test und dem Nachweis spezifischer EBV-Antikörper.

  • Blutbild: Das charakteristische Blutbild zeigt zuerst eine Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), später aber eine Vermehrung (Leukozytose) mit ca. 80% atypischen Lymphozyten, T-Lympozyten mit charakteristischen Veränderungen, die auch Pfeiffer-Zellen genannt werden.
  • Paul-Bunnel-Test: Er erfasst unspezifische (heterophile) Antikörper gegen rote Blutkörperchen (Erythrozyten) von Schafen, Rindern und Pferden, die ein charakteristisches Immunphänomen des Pfeifferschen-Drüsenfiebers darstellen, obwohl diese nicht mit dem Epstein-Barr-Virus selbst reagieren. Sie entstehen durch die Stimulation der B-Lymphozyten durch das EBV.
  • Spezifische EBV-Antikörper: Zu Beginn des Pfeiffersche Drüsenfiebers sind IgM-anti-VCA-Antikörper nachweisbar, die gegen das in der späten Vermehrungsphase produzierte Viruskapsid-Antigen gebildet wurden. Das Viruskapsid ist die äußere Hülle des Virus. In der zweiten Woche haben diese Antikörper ihre größte Anzahl. Danach werden sie von IgG- und IgA-anti-VCA-Antikörpern abgelöst. Die IgG-anti-VCA-Antikörper haben ihre maximale Anzahl in der dritten Woche und bleiben lebenslang erhalten. Nur vorübergehend auftretende Antikörper, so genannte IgG-anti-EA („early antigen“), treten nur bei 80-85% der Patienten auf.

Zusätzlich werden Leberenzyme im Blutserum gemessen. Dabei sind in 40-100% Fällen die Werte mäßig erhöht. Bei einem Drittel ist auch Bilirubin, ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin, erhöht.

Differentialdiagnose

Blutbildveränderungen mit den bereits erwähnten atypischen Lymphozyten kommen auch bei Infektionen mit Hepatitisviren, Humane-Cytomegalie-Viren (CMV) und anderen Herpesviren vor. Bei diesen werden aber keine heterophilen Antikörper gebildet (siehe Paul-Bunnel-Test).

Therapie / Behandlung

Es gibt keine spezifische Behandlung für das Pfeiffersche Drüsenfieber, nur eine Behandlung der Symptome (symptomatische Behandlung). Dabei stehen die Behandlung des Fiebers und der Schmerzen im Vordergrund. Als Schmerzmittel können Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden, allerdings sollten keine Acetylsalicylsäurepräparate, z.B. Aspirin®, verwendet werden, da es im Falle einer chirurgischen Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) zu Blutungsproblemen kommen kann. Diese sollte bei schwerem Verlauf des Pfeifferschen Drüsenfiebers mit dauerhaftem Fieber, Verengung der Atemwege und Atemnot durchgeführt werden, da so der Ort der größten Virusvermehrung entfernt wird. Außerdem kann bei starken Rachensymptomen und hohem Fieber Prednison, ein Arzneimittel, das das Immunsystem hemmt, kurzzeitig eingenommen werden, was zu einer raschen Besserung führt. Eine sekundäre Infektion mit Bakterien, z.B. mit Streptokokken, wird mit Penicillin behandelt. Ampi- oder Amoxicillin dürfen jedoch nicht eingenommen werden, da diese nicht selten zu Hautreaktionen wie einem akut auftretenden Hautausschlag (Exanthem) führen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Behandlung des Pfeiffersche Drüsenfiebers

Epidemiologie

Die meistens Menschen weltweit sind mit EBV infiziert.

Weltweit sind etwas 95% der Erwachsenen mit EBV infiziert. Die Infektion erfolgt in der Regel bereits im Kindesalter und verläuft meist symptomlos oder als leichte Entzündung der Rachenschleimhaut (Pharyngitits). Nach der ersten Infektion bleibt eine lebenslange Immunität bestehen, was den Körper gegen das Virus schützt. Das Pfeiffersche Drüsenfieber tritt in 75% der Fälle bei jungen Erwachsenen zwischen 17 und 25 Jahren auf, nach dem 40. Lebensjahr jedoch nur noch extrem selten.
Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, genauer durch intensiven Kontakt mit infektiösem Mundspeichel, vor allem beim Küssen („kissing disease“), aber wahrscheinlich auch beim Trinken aus derselben Flasche. Befallen wird zunächst das Gewebe von Mund, Rachen und Speicheldrüsen, wo dann die Vermehrung des Virus und infolgedessen die Besiedlung durch eine Gruppe der weißen Blutkörperchen (B-Lymphozyten) stattfindet. Einige dieser infizierten B-Lymphozyten werden nicht von der Immunabwehr erfasst und erreichen einen latenten Zustand, in dem sie als Aufbewahrungsort des Virus dienen und so an der Reaktivierung und an neuen Infektionen von Epithelzellen beteiligt sind.

Ist Pfeiffersches Drüsenfieber ansteckend?

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine hoch ansteckende Erkrankung. Das auslösende Virus für diese Infektion ist das Epstein-Barr-Virus. Dieses lässt sich auf vielfältigste Art und Weise übertragen. Die häufigste Übertragung geschieht durch Mund-zu-Mund-Kontakt über den Speichel. Daher wird die Erkrankung im Volksmund auch als die „Kusskrankheit“ bezeichnet. Aber auch die Verbreitung als Tröpfchen-, Kontakt- oder Schmierinfektion ist denkbar.
Bis zum 30. Lebensjahr sind schätzungsweise etwa 95% der europäischen Bevölkerung Träger dieses Virus. Viele davon hatten nie das ausgeprägte Krankheitsbild des Pfeifferschen Drüsenfiebers oder die Infektion wurde mit einem banalen grippalen Infekt verwechselt. In ihrem Blut sind aber bereits Antikörper gegen dieses Virus gebildet worden, sodass eine erneute Infektion eher unwahrscheinlich ist. Sie haben eine lebenslange Immunität gegen dieses Virus. Sie selber sind also nicht von einer Ansteckung gefährdet, können aber – ohne es zu bemerken – wieder ansteckend werden, wenn die Viruspartikel, die in Ihrem Körper verblieben sind, wieder aktiv werden. Demzufolge gilt also für erkrankte Personen, die Symptome von Pfeifferschem Drüsenfieber zeigen, dass sie auf jeden Fall für die Dauer der Krankheitsphase ansteckend sind. Die Ansteckungsgefahr geht dann mit dem Abklingen der Symptome zwar deutlich zurück, ist aber trotzdem nicht vollständig auszuschließen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Wie ansteckend ist das Pfeiffersche Drüsenfieber?

Rehabilitation

Die akute Form des Pfeifferschen Drüsenfiebers klingt im Laufe einiger Wochen ab und ist meist in der Regel nach zwei Monaten ausgeheilt. Todesfälle kommen äußerst selten vor.

Prophylaxe

Ein Impfstoff ist nicht verfügbar. Der Kontakt mit Speichel und zu akut Erkrankten sollte vermieden werden, was sich jedoch nicht immer einfach gestaltet, da in der Bevölkerung die meisten Menschen eine EBV-Infektion durchgemacht haben und der Krankheitsverlauf oft mit sehr unspezifischen Symptomen einhergeht.

Prognose

Die Prognose für das Pfeiffersche Drüsenfieber ist, wenn keine der sehr seltenen Komplikationen auftreten, sehr gut. Es dauert normalerweise zwei bis vier Wochen und heilt ohne Folgen aus. Da sich im Körper Antikörper gegen das Virus bilden, besteht nach der ersten Infektion in der Regel eine lebenslange Immunität.

Pfeiffersches Drüsenfieber bei Kindern

Das Pfeiffersche Drüsenfieber bei Kindern verläuft meist viel harmloser als bei Jugendlichen oder Erwachsenen. Häufig wird die Erkrankung auch gar nicht erst erkannt, da die meisten Kinder unter zehn Jahren nahezu keine Symptome und lediglich einige Tage vermehrt Müdigkeit und etwas Fieber zeigen. Oft wird dies auch mit einem gewöhnlichen Schnupfen verwechselt. Infiziert werden Kinder meist durch das Küssen ihrer Eltern, die Träger dieses Virus sind. Treten keine weiteren Komplikationen wie sehr hohes Fieber oder Hautausschläge auf, ist die Therapie rein symptomatisch. Erkrankte Kinder sollten während dieser Zeit viel Flüssigkeit und leicht und gut verdauliche Nahrung zu sich nehmen. Außerdem sollten sie möglichst Bettruhe einhalten und einer Ansteckung weiterer Personen im Haushalt sollte durch vermehrte Hygienemaßnahmen vorgebeugt werden. Da es sich um eine Virusinfektion handelt, sind Antibiotika wirkungslos. Im Gegenteil kann die Gabe von Penicillinen wie Amoxicillin bei diesem Krankheitsbild zu einem Hautausschlag führen, der unter Umständen zu einem lebensbedrohlichen Krankheitsbild, dem Lyell-Syndrom führen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Pfeiffersches Drüsenfieber beim Kind und Pfeiffersches Drüsenfieber beim Baby

Sport beim Pfeifferschen Drüsenfieber?

Eine Infektion mit dem Eppstein- Barr- Virus kann unterschiedliche Verläufe haben und je nach Alter und Immunstatus des Betroffenen auch unterschiedlich lange anhalten. Solange Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Fieber vorhanden sind, sollte auf eine sportliche Betätigung auf jeden Fall verzichtet werden. Meist ergibt sich dies aber auch von selbst, da der Infizierte sich in der Regel sehr schwach fühlt und ohnehin keine Motivation hat, sich weiter zu verausgaben. Darüber hinaus sollte gerade bei Teamsportarten auch die Ansteckungsgefahr während dieser Zeit für die anderen Mitspieler bedacht werden. Es ist daher sinnvoll abzuwarten, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind und vom Betroffenen keine Ansteckungsgefahr mehr ausgeht.
Außerdem sollte beachtet werden, dass im Rahmen dieser Erkrankung eine temporäre Vergrößerung der Milz möglich ist. Diese kann dann bei Anstrengung bevorzugt reißen und es kann unter Umständen zu einer lebensbedrohlichen Milzruptur (Milzriss) mit gefährlichen Blutungen kommen. Dies kann mithilfe einer Ultraschalluntersuchung jedoch im Vorhinein abgeklärt werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Pfeiffersches Drüsenfieber und Sport

Rückfall durch Sport

Ein Grundsatz der Therapie des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist die körperliche Schonung. Wenn dennoch Sport betrieben wird besteht die Gefahr, dass die Erkrankung chronifiziert und für eine sehr lange Zeit im Körper verbleibt. Des Weiteren kann es zu einem Rückfall mit einer Verschlechterung der Beschwerden kommen. Normalerweise ist durch den herabgesetzten Allgemeinzustand, vor allem zu Beginn der Erkrankung, an eine Ausführung von sportlichen Aktivitäten ohnehin nicht zu denken. Die Erkrankung ist in der Regel nach etwa 2-3 Wochen ausgeheilt. Erst danach sollte schonend mit dem Sport begonnen werden. Eine Überforderung des Immunsystems durch die Belastung könnte eine Vermehrung des Virus bedeuten und damit zum Rückfall führen. Kommt es im Rahmen des durch den Sport geschwächten Körpers zu einer Chronifizierung der Erkrankung muss mit einer Krankheitsdauer von bis zu 12 Monaten gerechnet werden.

Weitere Informationen

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 07.12.2016
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