Was tun wenn mein Baby heiser ist?

Einleitung

Heiserkeit ist bei Babys, besonders im Rahmen einer Erkältungserkrankung keine Seltenheit.
Allerdings können auch viele andere Umstände Ursachen einer Heiserkeit sein. Das Problem ist, dass eine Heiserkeit bei Babys oftmals nicht so deutlich auffällt und auch nicht so leicht mit der Maßnahme der Schonung der Stimme behandelt werden kann. Dennoch ist auch bei Babys eine Heiserkeit meist kein Grund zur Sorge, kann gut therapiert werden und heilt in der Regel folgenlos aus. Sollte jedoch der Verdacht auf eine zugrundeliegende Erkrankung bestehen oder sollten die Symptome sich auch nach einiger Zeit nicht bessern, muss man immer unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen.


Ursachen

Prinzipiell entsteht eine Heiserkeit durch eine Störung im Kehlkopf, im Bereich der Stimmlippen bzw. –bänder. Da die für die Stimmbildung notwendigen Schwingungen im Kehlkopfbereich eine regelrechte Funktionsweise des gesamten Apparats bedürfen, machen sich Reizungen, mechanische Überlastungen, Nervenschädigungen und Schwellungen in diesem Bereich typischerweise durch eine Heiserkeit bemerkbar.

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen für Heiserkeit bei einem Baby. Mit Abstand am häufigsten kommt sie jedoch als Vorbote oder Begleitumstand bei einer Erkältungserkrankung oder grippalen Infekten vor.
Diese gehen nämlich mit einer Entzündungsreaktion einher, bei welcher die Schleimhäute Flüssigkeit einlagern und anschwellen. Entzündungen des Rachens und des Kehlkopfes können allerdings nicht durch Infektionen, sondern auch durch Allergien ausgelöst werden. Gerade bei Babys ist es außerdem nicht selten, dass die Heiserkeit einfach dadurch zustande kommt, dass das Kind sehr viel geweint hat. Das Weinen selbst kann wiederum natürlich tausende Gründe haben, sofern aber keine Schmerzen oder Krankheiten ursächlich sind, ist dies weiterhin unbedenklich.

Heiserkeit beim Zahnen

Heiserkeit kann eine Art „Nebenwirkung“ sein, die auftritt, wenn die Kinder zahnen. Dies kommt vor allem bei Kindern vor, die durch das Zahnen Schmerzen empfinden und aus diesem Grund vermehrt weinen und schreien. Dies strapaziert auf Dauer die Stimmbänder und kann zur Heiserkeit des Babys führen.
Gelegentlich ist allerdings kein Bezug zu einem übermäßig weinenden Kind erkennbar. Bei zusätzlichen Symptomen, wie Trinkschwäche, Fieber oder Schlappheit, sollte der Kinderarzt zu Rate gezogen werden, da auch eine Infektion hinter der Heiserkeit stecken kann und fälschlicherweise mit dem Zahnen in Verbindung gebracht wird.
Dies passt auch zu der Tatsache, dass Kinder während des Zahnens anfälliger für Infekte sind. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass die, bedingt durch die durchbrechenden Zähnchen, wunde Schleimhaut einen leichteren Eintritt- und Vermehrungsboden für diverse Bakterien und Viren bildet. Zudem ist das Zahnen für das Kind körperlich anstrengend. Der Körper konzentriert sich quasi vermehrt darauf, was eine kurzzeitige und geringfügig reduzierte Immunabwehr zur Folge hat.

Mehr zum Thema erfahren Sie hier: Zahnen beim Baby

Symptome

Heiserkeit bei Kindern oder Babies ist keine Erkrankung an sich, sondern ein Symptom, welches bei einer Vielzahl verschiedener Krankheiten auftreten kann. Da das Baby noch nicht sprechen kann, fällt die Heiserkeit meist dadurch auf, dass das Weinen/Schreien leiser wird und eben etwas „heiser“ klingt.
Je nach dem, was die Ursache einer Heiserkeit ist, kann sie mit weiteren Symptomen einhergehen. Häufig ist sie vergesellschaftet mit Husten und Schnupfen, manchmal auch mit Schluckbeschwerden (die bei Babys meist durch eine Trinkschwäche auffällig wird), einer allgemeinen Abgeschlagenheit oder Fieber.

Diagnostik

Wenn bei einem Baby eine Heiserkeit besteht, kann die Diagnose bei einem Kinderarzt üblicherweise im Rahmen einer klinischen Untersuchung gestellt werden.
Zunächst einmal werden die Eltern gebeten, die Symptome des Kindes genau zu beschreiben, also wie lange sie schon bestehen, wann sie auftreten, ob es weitere Beschwerden gibt etc.
Anschließend sieht sich der Arzt Nase, Mund und Rachen an und hört mit dem Stethoskop die Lunge ab.
Wenn eine Infektionserkrankung vermutet wird, kann gegebenenfalls eine Probe entnommen werden, aus der sich der verursachende Erreger bestimmen lässt. Nur selten werden bildgebende Verfahren notwendig, um der Ursache einer Heiserkeit auf den Grund zu gehen, da Ursachen wie Tumoren im Vergleich zu Erwachsenen nur äußerst selten auftreten.

Therapie

Wichtig bei einer bestehenden Heiserkeit ist es, auf einige einfache Verhaltensregeln zu achten, die oftmals schon dafür sorgen, dass die Beschwerden von allein wieder verschwinden. Sinnvoll ist es, die Schleimhaut des Rachens möglichst feucht zu halten.
Dafür ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr genauso wichtig wie der Aufenthalt in einer Umgebung mit nicht allzu trockener Luft.
Nach Möglichkeit sollte man mit dem erkrankten Kind also regelmäßig an die frische Luft gehen (wobei allerdings kalte Luft zum Beispiel mithilfe von Tüchern möglichst vom Gesicht ferngehalten werden sollte) und die Luft in den Innenräume feucht halten. Dies kann man zum Beispiel mithilfe von Raumbefeuchtern erreichen oder indem man nasse Handtücher oder Wäsche im Zimmer aufhängt.
Wie auch bei Erwachsenen helfen bei Babys manche Hausmittel gut gegen Heiserkeit, da sie die Entzündung eindämmen und den gereizten Hals beruhigen. Gute Wirkung zeigen zum Beispiel Thymian, Kamille und Salbei, die alle in Form von Tees verabreicht werden können. Mithilfe dieser Maßnahmen verschwindet die Heiserkeit bei Babys meistens nach einer Zeit von selbst.

Falls nicht, oder falls besorgniserregende Begleiterscheinungen wie Fieber, Apathie oder Trinkschwäche auftreten, sollte man die Therapie allerdings auf jeden Fall in professionelle Hände geben.
Wenn eine bestimmte Erkrankung die Ursache für die Heiserkeit ist, muss diese nämlich natürlich angemessen behandelt werden, um die Heiserkeit loszuwerden. Häufig werden also, wegen der restlichen Erkältungs- oder Grippe-Symptomatik Nasentropfen, fiebersenkende Mittel oder Hustenlöser verabreicht.
Wenn Bakterien im Probenmaterial nachgewiesen werden konnten, so ist eine Behandlung mit Antibiotika angezeigt.
Falls doch einmal, wie bei Kindern nur ausgesprochen selten, eine Nervenschädigung oder ein Tumor die Heiserkeit verursacht hat, so werden diesen Krankheiten entsprechend weitere Schritte eingeleitet.

Lesen Sie auch: Medikamente gegen Heiserkeit

Hausmittel gegen Heiserkeit beim Baby

Im Falle einer Heiserkeit ist es an erster Stelle sehr wichtig, dass das Kind genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Heiserkeit kann Zeichen einer nahenden oder bereits bestehenden Rachenentzündung sein. Mithilfe von Kamilleblüten und Salbeiblättern kann ein Tee gekocht und dem Kind zum Trinken angeboten werden.
Lauwarme Getränke fördern die Durchblutung des Rachens, wirken einer Austrocknung der Schleimhäute entgegen und helfen auf diesem Wege gegen Heiserkeit des Babys. Kamille und Salbei wirken zudem entzündungshemmend. Wichtig ist es auch, dass das Kind die gereizten Stimmbänder schont. Es sollte somit nicht lange Zeit am Stück schreien und so gut wie möglich beruhigt werden. Die Zimmerluft sollte nicht zu trocken sein, da dies die Schleimhäute austrocknen und zu Heiserkeit führen kann.

Frische und feuchte Luft tuen dabei dem gereizten Hals des Babys gut. Dies erreicht man beispielsweise durch regelmäßiges Lüften und Spaziergängen mit dem Kind. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Kind nicht im Luftzug liegt und warm angezogen ist. Ein paar feuchte Handtücher oder andere Kleidungsstücke, die zum Trocknen in das Schlafzimmer des Kindes gehängt werden, erhöhen ebenfalls die Luftfeuchtigkeit. Oftmals hilft es dem Baby auch zu inhalieren. Dies gelingt mit einer Schale heißem Wasser und wenigen dort hinein getropften ätherischen Ölen, die neben das Bettchen gestellt wird. Das Kind sollte die Schale jedoch nicht umwerfen können oder direkt mit heißem Dampf und Wasser in Berührung kommen.

Homöopathie bei kindlicher Heiserkeit

Aconitum (blauer Eisenhut), kann nicht nur bei Zahnbeschwerden oder Schlafstörungen, sondern auch bei Erkältungen und Heiserkeit des Babys eingesetzt werden. Um eine ausreichende und langfristige Wirkung zu erzielen, sollte das Baby drei Kügelchen, dreimal täglich, über etwa drei Wochen einnehmen.

Die Globulis können dem Kind mithilfe eines Plastiklöffels angeboten werden. Weitere homöopathische Mittel, die bei Heiserkeit des Babys eingesetzt werden können, sind unter anderem:

  • Allium cepa (Rote Zwiebel)
  • Aralia racemosa (Wurzelstock)
  • Spongia (Meerschwamm).

Bei Babys sind auch hier drei Kügelchen, drei Mal pro Tag in der Regel ausreichend. Allgemein sind bei akuten Krankheiten zunächst niedrige Potenzen (D1-D6) zu empfehlen. Für eine spezifischere Beratung ist ein Besuch bei einem Homöopathen oder der in einer Apotheke zu empfehlen. Ist das Baby fiebrig, apathisch oder trinkschwach sollte jedoch der Rat eines Kinderarztes eingeholt werden.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Heiserkeit Baby finden Sie hier:

Weitere allgemeine Themen, die Sie auch interessieren könnten:

Eine Auswahl der bisher erschienenen Themen der HNO finden Sie unter HNO A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.01.2018
Für Sie passende Themen
Ihre Meinung ist uns wichtig

Dr-Gumpert.de ist ein Projekt, das mit viel Engagement vom Dr-Gumpert.de Team betrieben wird. Im Vergleich zu anderen Seiten ist vielleicht nicht alles so perfekt, aber wir gehen persönlich auf alle Kritikpunkte ein und versuchen die Seite stets zu verbessern.
An dieser Stelle bedanken wie uns bei allen Unterstützern unserer Arbeit.
Wenn Ihnen diese Seite gefallen hat, unterstützen auch Sie uns und drücken Sie: