Erkältung

Synonyme

Rhinitis, Cold, Verkühlung, Schnupfen, grippaler Infekt

Definition

Der Begriff Erkältung ist eher umgangssprachlich und medizinisch nicht streng abgegrenzt. Meistens beinhaltet das Krankheitsbild einer Erkältung eine Entzündung der oberen Atemwege und/oder des Rachens mit entzündlicher Anschwellung der Nasenschleimhäute und vermehrter Schleim- und Flüssigkeitsproduktion. Es können auch hustenähnliche Symptome (Bronchitis) sowie Kopfschmerzen, Glieder- und Halsschmerzen sowie Fieber auftreten.

Häufigkeit der Erkältung

Die Erkältung zählt zu den häufigsten Erkrankungen beim Menschen. Im Durchschnitt erkrankt ein Mensch 3-4 Mal im Jahr an einer Erkältung. Dabei können sich die Symptome und das Ausmaß der Erkrankung an Schwere und Dauer unterscheiden. Kinder erkranken bis zu 15 Mal im Jahr an einer Erkältung. Ein geschlechtsspezifischer Unterschied bei der Erkrankungshäufigkeit ist nicht feststellbar.

Ursachen

Eine Erkältung kann durch viele verschiedene Viren hervorgerufen werden. Kalte Temperaturen und Frieren alleine reichen nicht für eine Erkrankung aus, begünstigen diese jedoch. Ist der Körper unterkühlt, dann sind die Schleimhäute weniger gut durchblutet und können weniger Widerstand gegen die Krankheitserreger aufbieten. Häufige Auslöser einer Erkältung sind zum Beispiel Adenoviren. Die Ansteckung erfolgt meist über Tröpfcheninfektion (durch Niesen, Husten oder Sprechen). Durch das Einatmen der Erreger gelangen diese auf die Schleimhäute, von wo aus sie die Atemwege befallen können.

Symptome wie eine Rachenentzündung (Pharyngitis), Schnupfen (Rhinitis) oder Husten treten nach ca. 5 bis 8 Tagen auf. Ebenfalls sehr häufig sind Infektionen mit Rhinoviren. Diese treten vor allem im Frühjahr und Spätsommer auf, sodass jeder Mensch ca. 4 Mal pro Jahr infiziert wird. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch entweder über Tröpfcheninfektion oder über Schmier- und Kontaktinfektion. Hierbei erfolgt die Übertragung entweder durch direkten Körperkontakt wie beim Händeschütteln (Kontaktinfektion) oder über das Berühren von Gegenständen, die mit Körpersekreten wie Speichel kontaminiert sind (benutzte Taschentücher, Türklinken u.v.m.). Meist über die Hände gelangen die Krankheitserreger dann auf die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund, welche sie befallen. Andere Erreger sind Parainfluenza-, RS-, oder Coxsackieviren.

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Übertragung

Die Erkältung auslösende Viren können sowohl durch die sogenannte Tröpfcheninfektion als auch durch eine Schmierinfektion übertragen werden. Über Tröpfchen, in Form von Atem über die Luft können sich die Viren recht schnell von einer auf die andere Person übertragen und so über das Einatmen in den Körper gelangen. Über eine Schmierinfektion würde man sich durch kontaminierte Materialien (z.B. benutzte Taschentücher etc.) infizieren. Wie schnell so eine Infektion von statten geht, und ob ein Erreger lange in Kontakt mit dem Menschen sein muss oder nicht bis eine Infektion ausgelöst wird, ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird aber vermutet, dass die benötigte Zeit zur Infektion vom Krankheitserreger und vom Subtypen bestimmt wird.

Ist das Virus in den Körper gelangt, heftet es sich an körpereigene Zellen. Da das Virus selbst keine Mitochondrien (Kraftwerke der Zelle) besitzt, die Proteine herstellen können, ist es auf Fremdzellen angewiesen, die dem Virus bei der Vermehrung helfen. Nach der Anheftung an die menschliche Zelle, injiziert das Virus sein Erbmaterial (Nukleinsäure) in das Zellinnere. Das Erbmaterial wird daraufhin von der menschlichen Zelle vervielfältigt. Es kommt zur Virusvermehrung in der Zelle und dann entweder zur Auflösung der menschlichen Zelle mit Freisetzung der vielen neuen Viren oder zum Ausschleusen bei intakter Zellwand. In jedem Fall wird aber die menschliche Zelle durch den Reproduktionsvorgang so gestört, dass entsprechende Krankheitssymptome auftreten. Die neu entstandenen Viren befallen sogleich weitere Körperzellen, was zu einem sehr schnell fortschreitenden Schneeballsystem im menschlichen Körper führt.

Ansteckungsgefahr

Erkältungen werden durch virale Erreger ausgelöst und sind in der Regel hoch ansteckend. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der ersten Symptome vergehen meist nur ein bis zwei Tage, in denen der Infizierte selbst schon andere Menschen anstecken kann. Am meisten ansteckend ist der Erkrankte vermutlich in den ersten zwei bis drei Tagen der Krankheit, wobei die Ansteckungsgefahr rund eine Woche bestehen bleibt. Ältere Menschen, Kinder und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können auch länger ansteckend sein.

Auf der anderen Seite kommt es nicht bei jedem, der mit dem Virus in Kontakt kommt, auch automatisch zum Ausbruch von Symptomen. Die Viren als Krankheitsauslöser können zum einen durch Tröpfcheninfektion, also durch Niesen, Husten oder Sprechen von den Schleimhäuten des einen zum nächsten Menschen gelangen, von wo aus sie die Atemwege befallen. Die andere Möglichkeit der Erregerübertragung ist die Schmier- und Kontaktinfektion. Hierbei erfolgt die Übertragung entweder durch direkten Körperkontakt wie beim Händeschütteln (Kontaktinfektion) oder über das Berühren von mit Körpersekreten wie Speichel kontaminierter Gegenstände (wie benutzte Taschentücher oder Türklinken). Um Kontaktpersonen vor einer Ansteckung zu schützen empfiehlt es sich also, möglichst in ein Taschentuch zu niesen und zu husten um die Viren nicht im Raum zu verteilen und möglichst auf Körperkontakt wie Händeschütteln zu verzichten. Die wichtigste Hygienemaßnahme ist daneben das regelmäßige Händewaschen.

Symptome

Die Erkältung äußert sich meistens durch ein Kratzen im Hals, das aber in der Regel nicht länger als zwei bis drei Tage anhält. Auch kann es sein, dass sich zusätzlich ein Kältegefühl und ein Frösteln einstellt. Danach folgt die Ausprägung der Nasenschleimhautentzündung (Rhinitis) mit Naselaufen und Niesreiz. Die als Schnupfen bezeichneten Symptome erreichen dann am zweiten Krankheitstag ihren Höhepunkt. Nach 4-5 Tagen kann es dann zu Kopf- und Gliederschmerzen kommen, in einigen Fällen tritt noch Fieber bis etwa 38,5 Grad Celsius hinzu.

Die meisten Patienten klagen beim Vollbild der Erkältung nach einigen Tagen über Abgeschlagenheit und Mattigkeit. Bedingt durch die entzündliche Anschwellung der Nasenschleimhaut, kommt es, je nach Ausprägung der Entzündung, zum Verschwinden der Schmeckfähigkeit, die aber nach Abklingen der Erkältung wieder zurückkehrt. Die durchschnittliche Krankheitsdauer beträgt ca. eine Woche. In einigen Fällen kommt es zu einem komplizierten Verlauf. Dieser beinhaltet eine Ausbreitung auf die Nasennebenhöhlen mit entstehender Nasennebenhöhlenentzündung, eine Ausbreitung auf die Bronchien mit Bronchitis oder eine Ausbreitung auf das Mittelohr mit resultierender Mittelohrentzündung (Otitis media).

In extremen Fällen kann bei unbehandelter Nasennebenhöhlenentzündung auch eine Nasennebenhöhlenvereiterung entstehen, die dann mit antibiotikahaltiken Medikamenten oder sogar bei einem chronischen Verlauf operativ behandelt werden muss. Des Weiteren stellen Lungenentzündungen (Pneumonien) und eine Entzündung des Kehlkopfes (Laryngitis) weitere komplizierte aber seltene Verläufe einer Erkältungserkrankung dar.

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Ohrenschmerzen

Eine Erkältung ist in der Regel eine virale Infektion die lediglich die Schleimhaut der Atemwege betrifft.

Da das Ohr über die sogenannte Ohrtrompete, oder auch Tuba auditiva genannt, mit dem Rachenraum in Verbindung steht, kann es bei einer Entzündung der Nasen- und Rachenschleimhaut auch zur Beeinträchtigung des Ohres und dessen Funktion kommen.
Die Folge ist meist ein erhöhtes Druckgefühl im Ohr oder das Gefühl, dass das Ohr zu ist. Entweder kommt es im Rahmen einer Erkältung zum Anschwellen der Schleimhaut im Rachenraum, sodass der Zugang zum Mittelohr, also die Ohrtrompete, davon auch mitbetroffen ist und die Belüftung des Ohres nicht mehr wie gewohnt funktioniert.

Dadurch kann das Trommelfell nicht mehr adäquat schwingen und die Weiterleitung von Geräuschen ist herabgesetzt. Dies ist vor allem der Fall, wenn man ohnehin regelmäßig Probleme mit der Tubenbelüftung hat und anfälliger hierfür ist. Oder es kommt zu einer Mittelohrentzündung durch einerseits einen eingeschränkten Abfluss über die Ohrtrompete und andererseits durch eine bakterielle Superinfektion.
Oftmals können Nasentropfen dabei helfen nicht nur nie Schwellung der Nasenschleimhaut, sondern auch die Region, in welcher die Tuba auditiva sitzt, zu minimieren. Dann ist das Ohr nicht mehr zu und sowohl Trommelfell, als auch der Abfluss funktionieren wieder normal. Bestehen starke Ohrschmerzen und keine Besserung der Beschwerden, dann sollte ein Arzt zur Abklärung einer bakteriellen Besiedelung und einer eventuellen antibiotischen Behandlung aufgesucht werden.

Symptomlinderung

Erkältungen sind Viruserkrankungen, was bedeutet, dass gegen ihre Ursache nichts getan werden kann, da es gegen Viren keine Medikamente gibt. Der Körper muss alleine mit den Eindringlingen fertig werden und sie bekämpfen.

Die Symptome einer Erkältung dagegen können sehr wohl gelindert beziehungsweise ganz unterdrückt werden.

Viel Schlaf und Ruhe helfen dem Körper bei der Bekämpfung des Virus.

Auch wichtig, um die Selbstheilung des Körpers zu unterstützen, ist es, viele Vitamine zu sich zu nehmen. Frisches Obst, wie Äpfel, Orangen oder Mandarinen, sind empfehlenswert. Von Tabletten oder Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin C oder ähnlichem sollte eher Abstand genommen werden. Der Körper kann die künstlich hergestellten Stoffe nicht gut verarbeiten und sie werden zum größten Teil wieder ausgeschieden.

Ein weit bekanntes Symptom bei Erkältungen ist die verstopfte Nase. Nasensprays mit abschwellender Wirkung helfen, wieder frei durchatmen zu können. Diese Sprays sollten nicht länger als drei Tage angewandt werden, da sonst die Gefahr einer Abhängigkeit besteht. Auch für eine freie Nase sorgt Salzwasser, das abwechselnd durch beide Nasenlöcher hochgezogen wird. Dazu wird einfach Salz mit warmem Wasser vermischt. Ein Nasenloch zuhalten, mit dem anderen Nasenloch tief in das Glas tauchen und dann die Nase hochziehen.

Die körpereigene Virusbekämpfung

Im Gegensatz zu bakteriellen Infektionen, bei denen Antibiotika zum Einsatz kommen, ist eine medikamentöse Behandlung des Virus nur in sehr schweren Verläufen sinnvoll. In den allermeisten Fällen ist lediglich eine symptomatische Therapie in Betracht zu ziehen (siehe Therapie Erkältung). Die Tatsache, dass Erkältungserkrankungen meistens nach einer Woche wieder abklingen, ist einzig und alleine dem körpereigenen Immunsystem zu verdanken, das nach Eindringen des Virus in den menschlichen Körper beginnt zu arbeiten. Voraussetzung ist natürlich, dass der Patient über ein intaktes, voll funktionierendes und nicht geschwächtes Immunsystem verfügt. Je geschwächter ein Immunsystem ist, desto schwerer und länger ist der Krankheitsverlauf.

Nach Erstkontakt mit dem Virus beginnt der Körper Fresszellen und dendritische Zellen herzustellen. Diese Zellen können körperfremde Stoffe, zu denen auch Viren gehören, erkennen und identifizieren. Nach Aufnahme und Zerlegung der Viren in den Fresszellen, werden Bruchstücke der Viren an der Oberfläche der Fresszellen den B- und T -Lymphozyten präsentiert. Dadurch werden diese Zellen, die zum spezifischen Immunsystem gehören, aktiviert. Einige Zellen können sofort die Viren abtöten, andere beginnen Antikörper zu bilden, die sich dann an die Viren anbinden und dann gefressen werden. Nach einer Infektion bleiben die Antikörper und die sogenannten Gedächtniszellen im Körper erhalten, um eine erneute Infektion zu vermeiden. Da Viren aber häufig ihre äußere Hülle verändern können, überlisten sie so das Immunsystem. Eine Immunität tritt bei Viren somit selten ein. Ist das Immunsystem entweder durch immunsystemdrosselnde Medikamente, wie Cortison oder z.B. durch Stress geschwächt, kann es nicht mehr so effizient arbeiten.
Die Erkältung bricht dann in den meisten Fällen aus, der Krankheitsverlauf ist schwerwiegender und länger.

Diagnose

Häufig kann die Diagnose einer Erkältungserkrankung vom Arzt schon durch die Patientenbefragung (Anamneseerhebung) gestellt werden. So klagt der Patient über Schnupfen, ständiges Naselaufen, eventuell über Husten, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber. Der Beginn wird eher schleichend und vermutlich vom Patienten drei bis vier Tage zuvor angegeben werden. Der Arzt wird dann die Lunge des Patienten abhören (Auskultation), eine Entzündung der Lunge oder Bronchien dadurch ausschließen, in die Ohren mit einem Otoskop schauen, um eine Mittelohrentzündung festzustellen, in den Hals mit einer Taschenlampe leuchten, um eine Entzündung der Mandeln zu erkennen und die Nasennebenhöhlen beklopfen, um eine Entzündung oder Vereiterung in diesem Bereich auszuschließen. In vielen Fällen wird der Arzt einen positiven Befund ermitteln. Dies bestätigt dann die Diagnose einer Erkältung.

Hinzuziehen sollte der Arzt auch die Zeit des Auftretens einer Erkältung. Kommt ein Patient unter vielen in die Praxis und das zudem noch zu einer kühlen und feuchten Jahreszeit, lässt sich die Diagnose einer Erkältung schneller stellen, als wenn ein Patient im Hochsommer das Vierte mal in Folge mit erkältungsähnlichen Symptomen in die Praxis kommt. In diesem Fall muss man auch immer den Verdacht auf einen Immundefekt oder einer Immunsystemeinschränkung durch eine bösartige Erkrankung (z.B. Plasmozytom) in Betracht ziehen. Bei unkompliziertem Verlauf oder klarer Diagnose einer Erkältung sind keine weiteren Diagnosemaßnahmen notwendig und lediglich dem Patienten eine Wiedervorstellung bei Anhalten der Symptome nach 1-2 Wochen vorzuschlagen.

Therapie

In den allermeisten Fällen heilt eine Erkältung von selbst wieder aus. Meist nehmen die Beschwerden bereits nach einigen Tagen wieder ab. Ein Erschöpfungsgefühl und Abgeschlagenheit können jedoch mehrere Wochen lang anhalten. Eine Antibiotika-Therapie macht fast nie Sinn, da eine Erkältung in der Regel von Viren verursacht wird. Antibiotika würden hier also vielmehr Schaden als Nutzen bringen. Die durch Viren verursachte Erkältung kann nicht ursächlich behandelt werden. Es bleibt nur, die Symptome, die am meisten Beschwerden mit sich bringen, zu lindern.

Akuter Schnupfen kann beispielsweise mit einer Dampfinhalation behandelt werden. Das Nasensekret wird so gelöst und die Schleimhaut schwillt ab, sodass die Atmung deutlich erleichtert wird. Es können auch abschwellende Nasentropfen oder -sprays (Wirkstoff: Xylometazolin oder Oxymetazolin) zum Einsatz kommen. Diese Präparate sollten allerdings maximal 2 Mal am Tag und nicht länger als eine Woche angewendet werden, da sie die Nasenschleimhaut schädigen können und einen Gewöhnungseffekt haben, also „süchtig“ machen. Bei Kindern ist hier besondere Vorsicht geboten. Besser geeignet sind Meersalztropfen oder -sprays für die Nase, die keine Gewöhnung oder Schleimhautschädigung verursachen.

Lesen Sie hier mehr über allgemeine Medikamente gegen Viren.

Gegen Halsschmerzen helfen Pastillen mit Lavendel oder Isländisch Moos. Alternativ kann man in der Apotheke Präparate erwerben, die Lidocain oder Benzocain als lokal betäubende Wirkstoffe enthalten. Gegen Heiserkeit hilft nur, die Stimme einige Tage möglichst zu schonen und einen Schal zu tragen. Die angeschwollenen Stimmbänder können durch das Lutschen von Eiswürfeln nur kurzzeitig wieder abschwellen. Gegen Husten kann mit ätherischen Ölen, wie Eukalyptus oder Pfefferminze oder mit Salbei inhaliert werden.

Bei kleinen Kindern oder Patienten mit empfindlichen Atemwegen (z.B. Asthmakranken) ist von stark riechenden Substanzen eher abzuraten. Gegen festsitzenden Husten können schleimlösende pflanzliche Substanzen wie Eukalyptus oder Efeu zum Einsatz kommen oder aber synthetische Wirkstoffe wie N-Acetylcystein (ACC). Die Medikamente sollten nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen eingenommen werden, während des Tages ist auf eine ausreichenden Trinkmenge zu achten. Die meisten Schleimlöser haben jedoch als unangenehme Nebenwirkung eine Reizung der Magenschleimhaut, weshalb die Inhalation aufgrund ihrer Verträglichkeit zunächst eher zu empfehlen ist. Hustenstiller können helfen, nachts besser durchzuschlafen, verhindern aber auf der anderen Seite das Abhusten des Schleims und des darin sitzenden Erregers. Sie sollten deshalb mit Vorsicht und am besten nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingesetzt werden.

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Hausmittel gegen eine Erkältung

Eine Erkältung ist für einen Menschen mit gesundem Immunsystem harmlos und verläuft in den allermeisten Fällen mild. Lediglich die typischen Symptome wie Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen können sehr lästig sein. Meist ist es nicht notwendig bei einer banalen Erkältung sofort den Arzt aufzusuchen, da dieser den Virusinfekt auch nur symptomatisch behandeln kann. Ein bewährtes Hausmittel gegen Schnupfen und verschleimte Bronchien ist zum Beispiel die Dampfinhalation. Geeignet zur Inhalation sind vor allem beruhigende Kamillen- und Lavendeltees sowie milde ätherische Öle. Durch die Inhalation werden die Atemwege angefeuchtet und so ihre Schutzfunktion wiederhergestellt bzw. die Reinigungsfunktion unterstützt. Das zähe Sekret verflüssigt sich so und kann besser abgehustet bzw. geschnäuzt werden. Die Inhalation kann ein bis dreimal täglich für ca. 5 bis 20 Minuten angewendet werden.

Einen ähnlichen Effekt hat eine Nasenspülung mit isotoner Kochsalzlösung. Diese kann entweder in der Apotheke erworben oder mit normalem Speisesalz hergestellt werden (ca. zwei gestrichene Teelöffel auf einen Liter Wasser) und mit einer Nasendusche (ebenfalls erhältlich in Apotheken oder Drogerien) in die Nase eingebracht werden. Zumindest kurzfristig wirksam gegen Heiserkeit ist das Lutschen von Eiswürfeln, welche so die gereizten Stimmbänder abschwellen lassen. Stark aufgekochte Kamillen- und Lavendeltees eignen sich wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung auch zum Gurgeln (den Tee danach ausspucken) und können so Halsschmerzen lindern. Gegen Muskelschmerzen bei heftigeren Erkältungen können Erkältungsbäder mit Menthol-, Eukalyptus- oder Fichtennadelzusatz helfen, da sie die Durchblutung fördern. Die optimale Badetemperatur liegt bei 38°C, es sollte nicht länger als ca. 15 Minuten gebadet werden. Bei Kreislaufbeschwerden ist von heißen Bädern eher abzuraten. Bei einer Erkältung sollte auch immer auf eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden. Hierzu eignen sich besonders Erkältungstees mit zum Beispiel Holunderblüten, Salbei, Eukalyptus oder Pfefferminz. Auch frisch gekochter Ingwertee soll die Heilung beschleunigen. Heißes Wasser mit frischer Zitrone und Honig liefert Vitamin C und stärkt so das Immunsystem.

Ein häufig angewendetes Hausmittel gegen Husten ist der Zwiebelsirup, der aus dem Saft von gehackten Zwiebeln mit Zucker besteht. Auch gegen Ohrenschmerzen, die im Rahmen einer Erkältung häufig begleitend auftreten, können die Zwiebeln eingesetzt werden. Dazu werden sie kleingehackt und in ein dünnes Leinentuch gewickelt. Dieses Zwiebelsäckchen legt der Erkrankte sich je nach Befinden warm oder kalt auf das schmerzende Ohr. Auch Kartoffeln befinden sich meist in jedem Haushalt und können zur Bekämpfung einer hartnäckigen Erkältung eingesetzt werden. So helfen Kartoffelwickel bei Halsschmerzen durch ihren wärmenden Effekt. Dazu werden einige gekochte Kartoffeln in ein Tuch gegeben und zerdrückt. Das Tuch legt der Erkrankte sich eng um den Hals und lässt es dort, bis der wohltuende wärmende Effekt nachlässt.

Den gegenteiligen kühlenden Effekt haben Quarkwickel, die beispielsweise bei einer Mandelentzündung lindernd wirken können. Fieber ist ein natürlicher Abwehrmechanismus des Körpers und sollte zunächst nicht unterdrückt werden. Steigt das Fieber jedoch bis ca. 38,5°C so kann es angenehm für den Betroffenen sein, die Körpertemperatur etwas abzusenken. Hierfür eignen sich zum Beispiel feuchte Wadenwickel, wobei kühle feuchte Leinentücher um die Unterschenkel gewickelt werden. Mit einem Handtuch eingewickelt können die Beine entspannt hochgelagert werden bis das Tuch auf Körperwärme erwärmt ist, der Vorgang kann bis dreimal wiederholt werden kann.

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Wie kann man einer Erkältung vorbeugen?

Gegen eine Erkältung (grippaler Infekt) existiert im Gegensatz zur Grippe (Influenza) keine Impfung. Um zu verhindern, dass man an einer Erkältung erkrankt, kann jedoch auf anderem Weg das körpereigene Immunsystem gestärkt werden. Ein starkes Immunsystem bekämpft die Ursache einer Erkältung, also meist Viren, bei Kontakt mit diesen Erregern effektiver als ein geschwächtes Immunsystem und macht so eine Erkrankung weniger wahrscheinlich. Neben regelmäßiger körperlicher Betätigung und einer Stressreduzierung, die sicherlich generell krankheitsvorbeugend wirkt, gehört dazu auch eine ausgewogene Ernährung. Vor allem Vitamine und Mineralien, die sich in allen frischen Lebensmitteln finden, sind hier von Bedeutung. Obst und Gemüse sollten also vor allem in der kalten Jahreszeit in ausreichenden Mengen auf dem Speiseplan stehen. Wer sich ausgewogen ernährt, benötigt in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel. Gelingt dies nicht immer, so kann auf Vitamin C- und Zinkpräparate zurückgegriffen werden, die in Depotform über einen längeren Zeitraum dem Körper zu Verfügung stehen und ihm helfen sollen, gegen eine drohende Erkältung anzukämpfen.

Genauso wichtig wie eine ausgewogene Ernährung ist es, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. So werden die Schleimhäute feucht gehalten und können ihre Barrierefunktion gegenüber Krankheitserregern aufrechterhalten. Geeignet sind vor allem Wasser und ungesüßte Tees. So wird insbesondere Ingwer, Holunder oder Lindenblüten eine das Immunsystem stimulierende Wirkung zugeschrieben. Ein weiterer Tipp, um das Immunsystem anzuregen, sind warm-kalte Wechselduschen. Auch regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft sind ratsam, um den Körper an die kühlen Temperaturen zu gewöhnen. Hierbei ist natürlich auf angemessen warme Kleidung zu achten und außerdem sollte man nicht frisch geduscht mit nassen Haaren ins Freie gehen.

Trockene Heizungsluft ist hingegen zu vermeiden, regelmäßiges kurzes Lüften ist hier von Vorteil. Hierbei sollte ein Durchzug jedoch unbedingt vermieden werden. Auch Saunabesuche oder regelmäßige wärmende Fußbäder können helfen, einer Erkältung vorzubeugen. Ein ebenso offensichtlicher wie effektiver Tipp ist es, sich von den Krankheitserregern, die meist Viren sind, möglichst fern zu halten. Diese können entweder über Tröpfcheninfektion, also durch Sprechen, Husten oder Niesen, oder über Schmier- und Kontaktinfektion, also hauptsächlich über die Hände oder kontaminierte Gegenstände wie Taschentücher oder Türklinken übertragen werden. So ist es beispielsweise ratsam, draußen Handschuhe zu tragen und sich regelmäßig gründlich die Hände zu waschen. Häufige Ansteckungsorte sind solche, an denen Menschen dicht zueinander kommen, wie zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln. Sofern möglich ist es also ratsam, statt mit den überfüllten Bussen und Bahnen zu fahren, einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen.

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Prognose

In den allermeisten Fällen heilen Erkältungserkrankungen mit oder ohne Behandlung nach einigen Tagen (maximal 1-2 Wochen) folgenlos aus. Festzuhalten ist, dass eine Medikation lediglich die Symptome, wie Kopfschmerzen oder Fieber lindern, nicht aber den Genesungsprozess beschleunigen. In einigen Fällen muss mit einer Superinfektion gerechnet werden, die sich als bakterieller Infekt auf die virale Infektion daraufsetzt und den Genesungsprozeß entsprechend verlängert. Auch muss in diesem Fall der Einsatz einer antibiotischen Therapie in Erwägung gezogen werden. Hat der Patient keine immunschwächenden Vorerkrankungen, ist die Prognose einer Erkältungserkrankung auch mit bakterieller Superinfektion sehr gut.

Dauer einer Erkältung

Die Dauer einer Erkältung ist sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab.

Als Faustregel kann man jedoch sagen, dass jede Erkältung in der Regel eine bis zwei Wochen dauert und das auch meist unabhängig davon, ob Maßnahmen zur Behandlung von Symptomen einer Erkältung eingeleitet werden oder nicht.
Ein Faktor, der eine Erkältung in die Länge zieht, ist bestimmt die körperliche und allgemein gesundheitliche Verfassung, die beim Zeitpunkt einer Erkrankung vorherrscht. Ist das Immunsystem durch eine schwerwiegende Grunderkrankung oder eine immunsupprimierende Therapie in seinen Möglichkeiten eingeschränkt und geschwächt, so kann es sein, dass der Körper etwas länger braucht, um eine Erkältung zu bekämpfen als, wenn man aus reiner Gesundheit heraus krank wird.

Die Dauer kann ebenso bei sehr alten Menschen oder Frühgeborenen verlängert sein, da hier entweder die Immunabwehr schon so langsam abgebaut hat oder noch im Lernprozess ist. Auch eine bakterielle Superinfektion beispielsweise der Rachenmandeln oder der Nasennebenhöhlen kann die Dauer verlängert. Jedoch wird hier die Dauer der Erkältung an sich nicht beeinflusst, aber die Symptomatik der Infektion verlängert die Krankheitsdauer an sich.

Natürlich dauert eine Erkältung, wenn auch nur in geringem Maße, länger, wenn man sich keine Ruhe gönnt und nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Ein großer Unterschied zwischen der Behandlung und der Dauer einer viralen und einer bakteriellen Infektion ist, dass die Anwendung von Medikamenten, die speziell gegen den Erreger wirken bei der viralen Infektion keine sofortige Besserung und auch keine Verkürzung der Dauer eintreten.
Eine Erkältung mit antiviralen Mittel zu therapieren ist somit nicht die Regel, auch weil diese Medikamente eher für die Behandlung einer Grippe in Frage kommen. Die einzigen Mittel die förderlich Wirken sind Medikamente gegen die Symptome einer Erkältung, wie beispielsweise Hustensaft, abschwellende Nasentropfen und Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen.

So kann nach kurzer Zeit schon eine Besserung der Befindlichkeit vermerkt werden und das wirkt sich wiederum positiv auf die Dauer der Erkältung aus. Auch viel Schlaf und viel Trinken wirken förderlich auf die Krankheitsdauer, da sich die Immunabwehr voll und ganz auf die Bekämpfung der viralen Infektion konzentrieren kann. Auch wenn man noch nach mehr als zwei Wochen leichte Symptome einer Erkältung hat ist dies kein Anlass zur Sorge. Die Ausnahme ist der Fall, dass die Symptome im Verlauf immer schlimmer geworden sind, der Allgemeinzustand zunehmend reduzierter wird und es zu hohem Fieber kommt. Dann sollte doch eine Arzt zur Abklärung aufgesucht werden.

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Saunabesuch während einer Erkältung - Geht das?

Einige Studien wollen zeigen, dass regelmäßige Saunagänger weniger häufig an Erkältungen erkranken als andere Menschen. Das Prinzip besteht darin, dass die hohen Temperaturen während des Saunierens die Durchblutung der Schleimhäute anregen und diese so mit ihren Abwehrzellen effektiver gegen Krankheitserreger schützen sollen. Das abwechselnd heiße Saunabad gefolgt von einer raschen Abkühlung soll als Wärmeregulationstraining dienen, sodass der Körper sich leichter auf wechselnde Temperaturen einstellt. Die Blutgefäße in der Haut sollen so trainiert werden, einen Wärmeverlust in kühler Umgebung zu vermindern und den Krankheitserregern das Eindringen schwerer zu machen.

Effektiv ist das Saunabad jedoch nur, wenn es regelmäßig (also ein bis zweimal pro Woche) angewendet wird und als Entspannung erlebt wird. Ein Saunabad sollte nicht länger als 15 Minuten dauern und danach sollte der Körper kurz abgekühlt werden (z.B. unter einer kalten Dusche), jedoch nicht auskühlen. Ob man durch einen Saunabesuch eine bereits bestehende Erkältung „ausschwitzen“ kann, ist eher fraglich. Vor allem wenn die Erkältung bereits fortgeschritten ist, stellt die Sauna eine zu große Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar und kann Symptome wie Abgeschlagenheit und Schwäche noch verschlimmern. Auch bei Fieber wird ein Saunabesuch kaum als angenehm und entspannend erlebt werden.

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Sport treiben während einer Erkältung

Wie viel Bewegung und Anstrengung bei einer Erkältung zu empfehlen sind, hängt ganz klar von der Schwere der Erkrankung und vor allem vom subjektiven Empfinden des Erkrankten ab. Bei einem harmlosen Schnupfen ohne Symptome wie Husten oder Halsschmerzen und ohne Krankheitsgefühl ist es sicher nicht schädlich, mit einem moderaten Training fortzufahren. Hierfür eignen sich vor allem Outdoor-Sportarten wie Fahrradfahren oder Nordic-Walking, bei denen der Körper nicht bis zur Belastungsgrenze gefordert wird. Wichtig hierbei ist atmungsaktive, ausreichend warme Kleidung.

Wenn sich nach der körperlichen Belastung ein zunehmendes Krankheitsgefühl oder eine Verschlimmerung der Symptome einstellt, ist dies ein Zeichen dafür, das Training doch für einige Tage zu pausieren. Bei Symptomen wie Husten, Halsschmerzen, Abgeschlagenheit oder einem richtigen Krankheitsgefühl sollte auf jeden Fall auf Sport verzichtet werden, bis die Symptome abklingen. Eine Infektion stellt für das Immunsystem und den gesamten Körper eine Stresssituation dar. Kommt noch ein körperliches Training als zusätzliche Belastung hinzu, so kann sich der Körper nicht auf die Bekämpfung der Krankheitserreger konzentrieren und der Krankheitsverlauf wird negativ beeinflusst. Die Ausschwemmung der Erreger kann bis zur Herzmuskelentzündung (Myokarditis) führen, einer potenziell lebensbedrohlichen Entzündung, die sich zunächst nur durch unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit und Fieber äußern kann. Bei einer Erkältung mit Fieber ist in jedem Fall von jeder körperlichen Anstrengung abzusehen, da die erhöhte Körpertemperatur immer ein Zeichen dafür ist, dass der Körper mit großer Anstrengung einen Infekt bekämpft und seine Kraft hierfür benötigt. In diesem Fall sollte man mindestens eine Woche auf körperliche Anstrengungen und jegliche Belastung verzichten.

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Besonderheiten einer Erkältung in der Schwangerschaft

Auch in der Schwangerschaft bleiben Frauen vor einer Erkältung nicht verschont, denn das Immunsystem kann durch diesen körperlichen Stressfaktor geschwächt und damit empfänglicher für virale Infektionen sein.

Diese Erkältung stellt aber für das Kind im Mutterleib im Normalfall keine Gefahr dar. Der Verlauf der Erkältung ist ebenfalls in der Regel harmlos. Die Symptome der Erkältung sind wie sonst auch hauptsächlich auf die Atemwege beschränkt und können von Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit begleitet sein.
Wie stark beispielsweise eine verstopfte Nase, Husten und Halsschmerzen ausgeprägt sind ist individuell unterschiedlich.
Jedoch hält eine Erkältung meist nie länger als eine bis zwei Wochen an. Wichtig bei einer Erkältung in der Schwangerschaft ist zum einen, dass es nicht zum Fieber über 38,5°C kommen sollte. Falls es doch zum Fieber kommt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der eine geeignete Behandlung beginnt.
Zum anderen sollte ausgeschlossen werden, dass nicht doch eine grippale oder andere virale Infektion vorliegt.

Treten Symptome auf, die nicht zu einer typischen Erkältung passen, wie Durchfall, Erbrechen, Hautausschlag oder ähnliches, sollte ebenfalls ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden.
Auch bei der Behandlung der Erkältung gibt es einiges zu beachten, denn viele Medikamente dürfen aufgrund ihrer Nebenwirkungen in der Schwangerschaft nicht verwendet werden. Daher sollte auf alternative Mittel zur Therapie der Symptome einer Erkältung zurückgegriffen werden. Anstelle eines Hustensaftes aus der Apotheke, kann man sich selbst einen Zwiebelsirup aus gehackten Zwiebeln und Kandiszucker herstellen, der ebenfalls schleimlösend wirkt und dabei keinerlei Einflüsse auf das Kind hat.
Bei Halsschmerzen wird auch immer gerne Salbeitee zum Gurgeln oder einfach zum Trinken empfohlen, da dieser mild und wohltuend auf die Schleimhäute wirkt. Zum Abschwellen der Nasenschleimhaut kann anstelle eines abschwellenden Nasensprays auch Kochsalzlösung verwendet werden oder über heißem Kamillentee inhaliert werden. Beides ist wiederum unbedenklich für das Kind.

Vorsicht ist jedoch bei der Verwendung von ätherischen Ölen geboten, die in vielen Produkten enthalten sind und auf die in der Schwangerschaft besser verzichtet werden sollte. Bei Kopfschmerzen kann nach Rücksprache mit einem Arzt in geringer Menge und geringer Einnahmehäufigkeit auch Paracetamol genommen werden. Ansonsten gilt wie bei jeder Erkältung auch, dass Ruhe, viel Schlaf, und viel Trinken sehr förderlich für die Heilung sind. Auch Spaziergänge an der frischen Luft regen den Kreislauf und die Erholung der Atemwege an.

Somit ist auch eine Erkältung in der Schwangerschaft ein überwindbares und unproblematisches Hindernis.

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Erkältung beim Baby

Auch ein Baby kann von einer Erkältung betroffen sein, denn in den ersten Lebenswochen- und monaten wird das Immunsystem mit einer Menge von Stressfaktoren konfrontiert und muss erst einmal lernen damit umzugehen.
Ebenso wie bei Erwachsenen so sind auch bei einem Baby in den meisten Fällen Viren die Ursache für diese Erkältung. Betroffen von der viralen Infektion sind vor allem die Atemwege und hierbei insbesondere die Nase.
Eine Erkältung bei einem Baby hat in der Regel einen harmlosen Verlauf und dauert in etwa eine bis zwei Wochen bis sie von alleine wieder abheilt. Als Reaktion auf die Virusinfektion kann es unter Umständen zum Fieber kommen, welches beobachtet werden sollte.

Im Normalfall reicht hier die Gabe von fiebersenkenden Mitteln, welche speziell für Babys sind, aus. Im Zweifelsfall kann die Behandlung mit dem Kinderarzt abgesprochen werden. Was zu Problemen im Verlauf führen könnte ist eine durch die Erkältung verstopfte Nase, da beim Trinken der Milch, das Baby nicht mehr ausreichend Luft bekommt und somit die Nahrung verweigert. Hier verschaffen abschwellende Nasentropfen oder Kochsalzlösung Abhilfe, da sie die Nase wieder frei machen und damit die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme des Babys wieder normal funktioniert.

Weitere Anzeichen für eine Erkältung sind eine laufende Nase, weinerliches beziehungsweise unruhiges Verhalten und Abgeschlagenheit. Neben einer medikamentösen Therapie zur Behandlung der Symptome sind Ausruhen, viel Schlaf und viel trinken geeignete Maßnahmen, um eine Erkältung beim Abheilen zu unterstützen.

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Zusammenfassung

Erkältungserkrankungen, oder auch grippaler Infekt genannt, gehören zu den häufigsten Erkrankungen. 11% aller in die Hausarztpraxis kommenden Patienten klagen über erkältungsähnliche Symptome. Im Laufe eines Jahres erkrankt jeder Mensch im Durchschnitt an 3-4 Erkältungen. Kinder sind weitaus häufiger betroffen und erkranken 11-13 Mal an einer Erkältung. Der grippale Infekt wird fast ausschließlich durch Viren verursacht. Die Viren sind verschiedenen Virusfamilien zugeordnet, die widerum über zahlreiche Subtypen verfügen. Zu nennen wären: Rhinoviren, Coxsackieviren, Coronaviren, Parainfluenzavirus und Adenoviren. Vor allem in feuchten Milieu können Viren besonders lange überleben. Die Infektion erfolgt durch Tröpfcheninfektion über die Luft und über Schmierinfektionen durch kontaminiertes Material (z.B. Taschentücher etc.).

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Nach der Aufnahme heftet sich das Virus an die körpereigenen Zellen, injiziert sein Erbgut und regt die Zelle zur Reproduktion des Virusgenoms an. Dieses wird dann entweder durch entsprechende Zellauflösung in den Körper ausgeschüttet oder durch die intakte Zellwand nach außen transportiert. Die durch diesen Vorgang entstehenden, viele neuen Viren befallen sofort weiter Körperzellen. Dadurch entsteht ein Schneeballsystem. Die Erstsymptome eines grippalen Infektes äußern sich meistens in Halskratzen, Nasenlaufen, Hitzewallungen und leicht erhöhter Temperatur. Auch kann es zu Kopf- und Gliederschmerzen und Husten mit Auswurf kommen. Ein grippaler Infekt ist meist eine Diagnose, die der Arzt durch die Patientenbefragung (Anamnese) stellt. Der Vollständigkeit wird er die Lunge des Patienten mit einem Stethoskop abhören (um eine Bronchitis auszuschließen), in den Hals schauen (um eine Beteiligung des Rachens und der Mandeln auszuschließen), in die Ohren schauen (Ausschluss einer Mittelohrentzündung) sowie die Nasennebenhöhlen abklopfen (um eine Nasennebenhöhlenentzündung auszuschließen). Auf weitere diagnostische Maßnahmen kann in der Regel bei Erkältungserkrankungen verzichtet werden.

In einigen Fällen setzt sich auf den viralen Infekt eine sogenannte bakterielle Superinfektion mit drauf, die dann als komplizierter Verlauf mit antibiotikahaltigen Medikamenten behandelt werden sollte. Weitere Komplikationen eines grippalen Infektes stellen die Bronchitis (bei Befall der Lunge), die Mittelohrentzündung (bei Mittelohrbefall), die Nasennebenhöhlenentzündung oder in schweren Fällen die Nasennebenhöhlenvereiterung oder die Kehlkopfentzündung dar. In diesen Fällen sollte immer eine antibiotische Therapie erfolgen. Handelt es sich um einen unkomplizierten Verlauf einer Erkältungserkrankung, beinhaltet die Therapie meistens lediglich symptomatiche Maßnahmen, die aus der Linderung der Kopfschmerzen und Senkung des Fiebers besteht. Hier sollten Präparate, wie Paracetamol, Ibuprofen oder ASS 100 zum Einsatz kommen. Des Weiteren ist auf eine ausreichende Flüssigkeitsmenge am Tag zu achten, die aus 2-3 Litern Wasser und Tee bestehen sollte. Der Patient sollte auf einen ruhigen Tagesablauf achten und mehrmals am Tag inhalative Dampfbäder aus Kamille oder Salz sowie Rotlichtbestrahlungen der Nasennebenhöhlen durchführen.

Auch zahlreiche Substanzen aus der Naturheilkunde, wie z.B. die südafrikanische Kapland Pelargonie, der Sonnenhut, Kamille oder Salbei, der Thymian, das Efeu, die Schlüsselblume oder die Malve finden in der Behandlung von Erkältungserkrankungen in Form von Tees oder Tropfen Verwendung. Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass viele Heilpflanzen in Ihrer Reinform ungenießbar und sogar für den Menschen giftig sind. Aus diesem Grund sollten Präparate aus der Apotheke verwendet werden. Auch sollten entsprechende Interaktionen zwischen Heilpflanzen und zusätzlich eingenommenen schulmedizinischen Medikamenten nicht unterschätzt und beachtet werden. Sich schon sehr lange etablierte Hausmittel, wie das Trinken von Hühnersuppe oder das Essen von Vitamin C reichen Obst- und Gemüsesorten, finden auch immer wieder in der Erkältungsbehandlung Anwendung. Häufig ist der Wirkungsmechanismus nicht bekannt, die Wirkung aber von den Nutzern bestätigt.

Die häufige landläufige Meinung, Erkältungen würden durch Feuchtigkeit oder Kälte (nasse Füsse, nasser Kopf) entstehen, konnte von vielen Studien nicht bestätigt werden. Lediglich eine starke Unterkühlung und damit Drosselung des Immunsystems konnte als begünstigender Faktor aufgezeigt werden. Der grippale Infekt muss gesondert von der Grippe betrachtet werden, die durch den Influenzavirus verursacht wird. Dieser ändert in jeder Saison sein aüßeres Erscheinungsbild und muss so immer wieder neu identifiziert werden, damit ein entsprechender Impfstoff (siehe auch: Impfung) gefunden werden kann. Gegen einen grippalen Infekt gibt es aufgrund der vielen möglichen Krankheitserreger und der entsprechenden Variabilität keine Impfmöglichkeit. Im allgemeinen kann man sagen, dass der grippale Infekt harmloser und schneller verläuft als die (Influenza)Grippe, die durch plötzlichen Beginn, starke Kopf- und Gliederschmerzen, hohes Fieber, heftigen trockenen Husten und schlechten Allgemeinzustand charakterisiert ist. In der Regel heilt der grippale Infekt ohne Folgen innerhalb von wenigen Tage bis maximal 2 Wochen wieder aus. Bei Patienten, die eine immunsystemdrosselnde Begleiterkrankung haben, muss frühzeitig eine antibiotische Therapie begonnen werden, um eine bakterielle Superinfektion zu vermeiden. Zu diesen Patienten gehören HIV-Patienten, Menschen mit Diabetes mellitus und Patienten, die unter Chemotherapeutika stehen.

Neben einer allgemein gesunden Ernährungs- und Lebensweise mit ausreichend Bewegung und Sport, vitaminreicher, ballaststoffreicher Ernährung und alltäglicher Stressreduzierung wären bei der Vorbeugung einer Erkältung lediglich die Kontaktvermeidung einer bereits infizierten Person zu nennen. Auch sollte nach Kontakt auf hygienische Maßnahmen, wie das Händewaschen, geachtet werden. Ansonsten muss festgehalten werden, dass das Aufkommen von Erkältungskrankheiten trotz entsprechenden vorbeugenden Maßnahmen nicht ausgeschlossen und bis zu einem bestimmten Ausmaß in Kauf genommen werden muss. Lediglich unnatürlich häufig auftretende Erkältungskrankheiten sollten aufmerksam beobachtet werden und den Verdacht auf eine begleitende Erkrankung (evtl. bösartige Tumorerkrankung oder andere immunsystemdrosselnde Erkrankungen) aufkommen lassen.


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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 09.06.2017
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