Husten

Synonyme im weiteren Sinne

Tussis, Reizhusten, Hustenreiz
engl.: to cough

    Definition

    Unter Husten versteht man durch Reizungen der Atemwege hervorgerufene reflektorische Kontraktionen der Atemmuskulatur mit dadurch verursachtem Herauspressen der Luft.

    Formen und Ursachen

    Husten ist gesteuert durch einen Reflex, an dem mehrere Hirnnerven beteiligt sind. Der Hustenreflex gehört zu den mechanischen Schutzreflexen und ist überlebensnotwendig, da er die Sauerstoffversorgung im Notfall sichern soll.

    Man unterscheidet prinzipiell den trockenen Reizhusten vom produktiven Husten und trennt von diesen beiden Formen dann noch den Bluthusten ab, der eher seltener vorkommt und Anzeichen von schweren Krankheitsbildern sein kann. Des Weiteren unterscheidet man den akuten Husten, der meistens innerhalb von maximal drei Wochen wieder abklingt vom chronischen Husten, der über diesen Zeitpunkt hinaus anhält.


    Produktiver Husten

    Der produktive Husten entsteht bei unter anderem bei verschleimten Bronchien und ist charakterisiert durch weißen oder gelben Auswurf. Er zeigt, dass es sich um eine Infektion der Lunge oder der Bronchien handelt (Pneumonie, Bronchitis). Ist der Auswurf weiß, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen viralen Infekt. Ist er gelb, eher um einen bakteriellen Infekt. Viren, die eine Atemwegsinfektion auslösen können sind Adenovirus, Coxsackie-Virus Parainfluenzavirus und Respiratory Syncytial Virus (RSV).

    Bakterien, die einen Atemwegsinfekt auslösen können sind Streptokokken, Pneumokokken, Haemophilus influenza u.a. In den allermeisten Fällen wird eine Bronchitis durch einen Virus ausgelöst. Bei länger anhaltenden Erkrankungszeit kann sich jedoch ein bakterieller Infekt auf den viralen Infekt setzen, was schlußendlich dann zu einer Mischinfektion führt und unbedingt behandelt werden sollte. Neben einer Entzündung der Bronchien kann auch eine Lungenentzündung neben anderen Symptomen, wie Fieber, Verschlechterung des Allgemeinbefindens etc. ebenfalls zu starkem Husten führen.
    Lungenentzündung auslösende Erreger können neben Pneumokokken, Streptokokken auch Mykoplasmen, Chlamydien, Pilze, Influenza Viren, Adenovirus, Parainfluenzavirus, Coronarvirus u.v.m. sein. Produktiver Husten kann neben einer Lungenentzündung und einer Entzündung der Bronchien auch durch eine Mukoviszidose ausgelöst werden. Bei dieser Erbkrankheit, die meistens bereits im Kindesalter auftritt, kommt es durch einen defekten Chloridkanal u.a. in der Lunge zu keuchhustenartigen Beschwerden.

    Lesen Sie hier, wie Sie eine Lungenentzündung erkennen können.

    Ebenfalls Ursache von produktivem Husten kann die sogenannte Chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sein. Daran erkranken meistens ältere Menschen, oft nach langen Jahren des Rauchens. Hierbei kommt es zu einer Kombination aus chronischer Bronchitis und Lungenemphysem. Anders als beim Asthma ist diese Erkrankung nicht durch eine Allergie oder eine Übersensibilisierung entstanden. Sie kann zwar gelindert werden, ganz rückgängig ist sie aber nicht. Meistens werden die Patienten je nach Schweregrad der Erkrankung früher oder später ein Sauerstoffgerät mit sich führen müssen.

    Auch allergische Reaktionen der Atemwege können produktiven Husten auslösen.
    Weiter zum Thema Reizhusten

    Bluthusten

    Der Bluthusten stellt eine Sonderform des Hustens dar, da davon auszugehen ist, dass keine harmlosen Infektionen dahinterstecken, sondern ein ernsthafteres Krankheitsbild zu befürchten ist.
    In vielen Fällen wird der Patient beginnenden Bluthusten nicht erkennen, da entweder die Menge des Blutes so gering ist um den Schleim rot einzufärben oder weil die meisten Patienten nicht selbstständig den ausgehusteten Schleim (Sputum) begutachten und herunterschlucken. Aus diesem Grund wird meistens massiver Bluthusten erst auffällig und führt den Patienten zum Arzt.

    Schwere Bronchitiden mit Schleimhauteinblutungen, bösartige Lungenerkrankungen, wie das Bronchialkarzinom, die Lungenembolie, die Tuberkulose (Tbc), und die Herzmuskelschwäche können zu Bluthusten führen. Aber auch lungenferne Erkrankungen, wie z.B. bestimmte Blutgerinnungserkrankungen (von-Willebrand Syndrom), bei der die Blutgerinnung eingeschränkt ist, kann zu Bluthusten führen.

    Akuter Husten

    Von akutem Husten wird gesprochen, wenn sich der Husten über einen Zeitraum erstreckt der nicht länger als drei Wochen dauert. Die meisten Entzündungen der oberen und unteren Atemwege verursachen einen Husten, der diese Zeitspanne in der Regel nicht überschreitet.
    Auch Allergien, die oft begleitet werden von Entzündungen der Nasenschleimhaut (Rhinitis/ Schnupfen) oder der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), der Bindehaut (Konjunktivitis), des Rachens (Pharyngitis) überschreiten in aller Regel eine Hustendauer von 3 Wochen nicht und werden genauso zu dem akuten Husten gezählt wie das allergische Asthma, Vergiftungen durch Schadstoffe (Inhalationstrauma), Inhalation von Fremdkörpern, Lungenembolie oder der Pneumothorax.

    Diagnose

    Husten, der länger als drei Wochen anhält bzw. nach einigen Monaten immer wieder zurückkehrt sollte ärztlich abgeklärt werden.

    Neben dem Patientengespräch, indem der der Arzt Fragen zu Krankheitsbeginn, Erkrankungsdauer, Hustenstärke und Begleiterkrankungen und nach Rauchen fragen wird, steht die körperliche Untersuche an vorderster Stelle. Hierbei ist das Betrachten des Brustkorbes und des Patienten allgemein wichtig.
    Durch diese Inspektion kann der Arzt z.B. sehen, ob der Patient ein für bestimmte Krankheitsbilder typische Brustkorbform und Konstitution hat.
    So würde ein faßähnlicher Brustkorb eher für eine Chronische obstruktive Lungenerkrankung sprechen, als sogenannter Pink Puffer und Blue bloater bezeichnet man verschiedene Konstitutionstypen beim Lungenemphysem. Das Abhören (Auskultation) der Lunge und der Atemgeräusche gibt dem Arzt dann weiteren Aufschluss über die Erkrankung. Beim Auskultieren unterscheidet man trockene Atemgeräusche von feuchten Atemgeräuschen.

    Trockene Atemgeräusche, die auch als Giemen, Pfeiffen und Brummen bezeichnet werden, sind charakteristisch für alle Erkrankungen, die zum Einengen der Atemwege (Obstruktion) führen. Typisch wäre hier das Asthma bronchiale. Alle feuchten Atemgeräusche deuten auf eine vermehrte Schleimbildung hin, die abgehustet wird. Die Atemgeräusche, die im Falle von Husten als Rasseln bezeichnet werden, können so eine erste Einschätzung geben, um welche Erkrankung es sich handelt.
    Ob es sich um eine virale oder bakterielle Erkrankung handelt kann man erst vermuten, wenn man sich den ausgehusteten Schleim ansieht. So würde ein klarer, farbloser Schleim für einen viralen Infekt und gelblicher Auswurf eher für einen bakteriellen Infekt sprechen. Das Abklopfen der Lunge kann auch Aufschluss darüber geben, ob alle Lungenabschnitte gleichmäßig belüftet sind, ob dichtes Gewebe (Schleim) in der Lunge liegt und welcher Lungenabschnitt betroffen ist. Handelt es sich um einen chronischen Husten, der länger als drei Wochen andauert, sollte neben der körperlichen Untersuchung auf jeden Fall eine Röntgenaufnahme der Lunge angefertigt werden.
    Die auch als Röntgenthorax bezeichnete Aufnahmetechnik gilt als Standard im Diagnostizieren von Lungenentzündungen, bösartigen Lungenerkrankungen oder strukturelle Lungenveränderungen, wie z.B. das Emphysem oder den Bronchiektasen. Die Untersuchung ist verglichen mit der Computertomographie verhältnismäßig günstig und geht schnell.
    Auch kann ein Pneumothorax mit dieser Untersuchung erkannt werden. Computertomographien kommen dann zum Einsatz, wenn keine Ursache für den Husten in der Röntgenuntersuchung gefunden werden oder wenn der Brustkorb nicht richtig eingesehen werden kann. Da es sich bei Husten ja meistens um eine infektbedingte Ursache handelt, sollte ein Blutbild mit Erhebung der Entzündungswerte (Leukozyten, CRP-Wert) erhoben werden.

    Bei chronischem Husten sollten auch tumortypische Blutbildveränderungen ausgeschlossen werden, denn
    auch Lungenkrebs beinhaltet das unspezifische Symptom Husten. Mehr Informationen zum Thema: Wie erkennt man Lungenkrebs?

    Kommt es nach einer entsprechenden Behandlung des Erregers zu keinem Abklingen der Symptome kann es notwendig werden als diagnostische Maßnahme eine Bronchoskopie durchzuführen. Dabei führt man einen biegsamen Schlauch mit einer vorne befindlichen Kamera in die Luftröhre ein und schiebt dieses Instrument unter Vollnarkose bis in die Lunge vor.

    Während des Vorschiebens kann man bereits Luftröhre und Lungenabschnitte beobachten, Veränderungen sehen und mit einer Biopsiezange Proben für die feingewebliche bzw. mikroskopische Untersuchung gewinnen. Um einen genaueren Erregernachweis durchzuführen kann eine sogenannte Lavage durchgeführt werden. Man spült während der Untersuchung den Lungenabschnitt mit Kochsalzlösung und saugt die Flüssigkeit sofort wieder ab.
    Eventuell sich darin befindliche Zellen können dann untersucht und unter Umständen ein den Husten verursachenden Erreger festgestellt werden. Ist die Diagnose einer Lungenerkrankung als hustenverursachenden Erkrankung gestellt, sollte eine Lungenfunktionsprüfung erfolgen, bei dem die ein und ausgeatmete Luft des Patienten gemessen und entsprechend beurteilt wird. Verschiedene Lungenerkrankungen haben typische sogenannte Ventilationsbilder mit typischen Verlaufskurven.

    Therapie Husten

    Husten was tun

    Husten ist die natürliche Methode des Körpers, um die Atemwege von Fremdkörpern und Krankheitserregern zu reinigen und ist somit ein Zeichen eines gesunden Abwehrsystems. Husten ist ein Symptom und keine eigenständige Erkrankung; die Ursachen sind vielfältig.

    Es gibt verschiedene Arten von Husten: Es gibt ihn akut, subakut oder chronisch und er kann produktiv, das heißt mit Auswurf, oder unproduktiv sein. Akuter Husten kann bis zu acht Wochen andauern; bei einer Dauer von drei bis acht Wochen spricht man von subakuten Husten. Bleibt der Husten länger als acht Wochen bestehen, wird er als chronisch bezeichnet.

    Meist kommt Husten im Rahmen von harmlosen Erkrankungen wie einer Erkältung vor; schwere Erkrankungen als Ursache sind selten, müssen jedoch ausgeschlossen werden. Sollten folgende Warnsymptome zum Husten dazukommen, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden: Atemnot (Dyspnoe), beschleunigte Atmung (Tachypnoe), Herzrasen (Tachykardie), stechende Brustschmerzen, Atemgeräusche und Geräusche beim Ein-und/oder Ausatmen.

    Bei fehlendem Fieber, allgemeinen, aber milden Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit handelt es sich meist um eine Erkältung (common cold), die mit Hausmitteln behandelt wird und keine Gabe von Antibiotika nötig macht, da der Husten meist von alleine nach ein bis zwei Wochen weggeht. Kommt mäßiges Fieber hinzu, ist der Husten erst trocken, dann von zähem Auswurf begleitet, kann es sich um eine Bronchitis handeln, welche meist durch Viren bedingt ist und wie eine Erkältung behandelt wird. Kommt zum Husten hohes Fieber über 38,5°C, beschleunigte Atmung und Abgeschlagenheit, sowie gelblich oder grünlich verfärbtem Auswurf, handelt es sich wahrscheinlich um eine Lungenentzündung (Pneumonie), welche mit Antibiotika behandelt werden sollte.

    Weitere Ursachen für Husten können eine akute Nasennebenhöhlenentzündung, ein allergisches Asthma, Keuchhusten oder die Verschlimmerung einer chronischen Erkrankung wie COPD oder Asthma sein.

    Hausmittel gegen Husten

    Husten ist eine natürliche Methode des Körpers, Krankheitserreger loszuwerden, aber quälender Husten nachts oder über einen langen Zeitraum wird oft als anstrengend empfunden. Oftmals können einfache Hausmittel Linderung bringen.

    Das wohl wichtigste und bekannteste Hausmittel ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Insbesondere Tees helfen, die Schleimhäute feucht zu halten und Schleim zu verflüssigen. Hustentees gibt es in allen Varianten in Drogerie und Supermarkt zu kaufen, besonders Thymian, Salbei, Lindenblüten und Anis haben sich bewährt, aber auch Efeu, Süßholz oder verschiedene Mischungen der Kräuter sind möglich.

    Optimalerweise wird der Tee mit etwas Honig gesüßt, da er dann nicht nur besser schmeckt, sondern weil in Studien auch eine ähnliche hustenstillende Wirkung von Honig wie die mancher Hustensäfte bewiesen wurde. Vor allem auf die Schlafqualität scheint Honig eine positive Wirkung zu haben. Alternativ können auch ein bis drei Teelöffel Honig pur über den Tag verteilt oder vor dem Schlafengehen genommen werden.
    Babys unter 12 Monaten sollte kein Honig gegeben werden, weil in diesem Gifte eines Bakteriums enthalten sein können, wogegen der Darm erst später immun wird.

    Auch Bonbons speziell für Husten oder Bonbons generell regen den Speichelfluss an und können einen trockenen Hals und den Hustenreiz mindern.

    Ein altbewährtes Hausmittel bei Husten ist die Einnahme von Zwiebelsaft oder Zwiebelsirup, welcher mit seinen natürlichen ätherischen Ölen desinfizierend und schleimlösend wirkt. Für den Sirup eine gehackte Zwiebel mit 150ml Wasser kurz aufkochen, mit etwas Honig süßen, durch ein Sieb pressen und abkühlen lassen. Davon mehrmals täglich einen Teelöffel zu sich nehmen.

    Kleinen Kindern helfen Umschläge um Brust und Rücken. Hierbei schaffen die Kombination aus Wärme und ätherischen Ölen Abhilfe bei festsitzendem Husten. Dafür werden beispielsweise einige Tropfen Lavendelöl in heißes Wasser gegeben und ein Tuch damit getränkt. Wenn der Wickel noch sehr warm, aber nicht mehr heiß ist (Vorsicht wegen Verbrennungsgefahr), wird er um die Kinderbrust gewickelt, darüber eine weitere Stoffschicht legen und das Kind gut zudecken. Der Wickel kann so lange angewendet werden, wie er angenehm ist und das Kind ihn toleriert. Alternativ kann der Wickel mit zerlassener Butter oder Olivenöl (erwärmen und die Brust einreiben, dann mit einem Tuch einwickeln), warmen Quark, Zitronenscheiben/-saft oder Tees aus Thymian, Salbei oder Lindenblüten getränkt werden. Vertragen die Kinder keine Wickel, können sie alternativ auch mit Hustenbalsam eingecremt werden. Es wird jedoch empfohlen, bei Kindern auf die Benutzung von stark ätherischen Ölen wie Pfefferminze und Eukalyptus zu verzichten, weil diese die Schleimhäute so stark reizen können, dass es zu einer Atemnot kommen kann.

    Wickel und Balsam können natürlich auch bei Erwachsenen angewendet werden. Ein weiteres beliebtes Hausmittel sind Erkältungsbäder oder Fußbäder, welche die Durchblutung der Atemwege anregen sollen.

    Linderung bringt auch das Inhalieren von Salzwasserdampf, Kamilledampf oder der Einsatz eines Inhaliergerätes. Die klassische Variante ist eine Schüssel oder ein Topf mit heißem Wasser und die Zugabe von Kamillentee/-extrakt, Salz oder anderen ätherischen Ölen (auch hier ist Vorsicht bei stark mentholhaltigen Ölen geboten: Sie können bei Asthmatikern und Kleinkindern eine Atemnot auslösen), worüber der Kopf gehalten und dieser mit einem Tuch abdeckt wird. Die bequemere und sicherere Möglichkeit ist die Einsatz eines Dampfinhalators (erhältlich in der Apotheke), welcher gezielt die oberen Atemwege befeuchtet und die empfindlichen Augen schont. Ein Inhaliergerät erreicht auch die unteren Atemwege und löst den dort festsitzenden Schleim.

    Lesen Sie mehr zum Thema: Husten Hausmittel

    Husten Kleinkind/ Baby

    Es gibt verschiedene Arten von Husten bei Kleinkindern und Babys, wobei es wichtig ist zu unterscheiden, ob es sich um den typischen Erkältungshusten oder möglicherweise um eine lebensbedrohliche Situation handelt. Husten bei Kleinkindern dient wie bei Erwachsenen dazu, die Atemwege von Fremdkörpern und Sekret zu befreien und ist eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers.

    Sollte das Kind plötzlich stark zu husten beginnen und lagen vorher keinerlei Krankheitssymptome vor, könnte es etwas verschluckt haben. Noch wahrscheinlicher wird dies, wenn beobachtet wurde, wie das Kind etwas verschluckt oder wenn ein enger zeitlicher Zusammenhang zum Spielen oder Essen besteht. Dies passiert meistens im Alter von einem bis vier Jahren und es handelt sich oftmals um Nahrungsbestandteile oder Teile von Spielzeugen. In den meisten Fällen landet der verschluckte Gegenstand im Magen und wird über die Verdauung ausgeschieden. Durch Klopfen zwischen die Schulterblätter auf den leicht vorgebeugten Oberkörper und Ermunterung zu kräftigem Husten kann das Kind unterstützt werden.

    Zeigt das Kind jedoch ernsthafte Symptome wie Atemnot (welche sich bei Säuglingen durch Einziehungen des Brustkorbes oder durch sogenanntes Nasenflügeln äußert), ist der Husten ineffektiv (leiser Husten, bläuliche Verfärbung der Haut, Kind verliert zunehmend das Bewusstsein) oder handelt es sich bei den verschluckten Gegenständen um kleine Magnete, Knopfbatterien oder etwas, was aufquillen kann (wie Nüsse, Samen), sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden.

    Tritt der Husten nachts auf und ist bellend, eventuell begleitet von Heiserkeit oder Erkältungssymptomen am Vortag, kann es sich um Pseudokrupp handeln. Pseudokrupp ist eine unspezifische Entzündung der oberen Atemwege und zeigt sich typischerweise mit bellendem Atem, Heiserkeit und einem pfeifenden Geräusch bei der Einatmung (inspiratorischer Stridor). In schweren Fällen kann es zu Atemnot, beschleunigtem Herzschlag und Blaufärbung von Lippen und Fingernägeln (Zyanose) kommen. Die Kleinkinder sind in vielen Fällen sehr unruhig, wodurch sich die Symptomatik noch verstärkt. Meist sind Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren betroffen. Eine Beruhigung der Kinder ist die wichtigste Maßnahme in dieser Situation, damit diese weniger Sauerstoff verbrauchen und sich die Luftnot verbessert. Ein Arzt sollte sicherheitshalber immer hinzugezogen werden.

    In den allermeisten Fällen handelt es sich bei Husten beim Kleinkind aber um den typischen Husten, der eine Erkältung begleitet. Erkältungen kommen bei Kleinkindern und Babys wesentlich häufiger vor als bei Erwachsenen, da sich das Immunsystem noch entwickelt und durch den Kontakt zu anderen Kleinkindern in Krippe oder Kindergarten sind kleine Kinder häufig Bakterien und Viren ausgesetzt. Zwischen acht- bis zehnmal im Jahr kann dann es zu Erkältungen kommen.

    Meist beginnt die Erkältung mit Halsschmerzen, Unwohlsein und trockenem Husten, welcher später in rasselnden, feuchten Husten übergeht, was ein Anzeichen von Sekret in der Lunge ist. Des Weiteren sind die Kinder schlapp, haben erhöhte Temperatur und laufende, verstopfte Nasen, sind appetitlos und ruhelos oder leicht reizbar. Mit einfachen Hausmitteln wie Wadenwickel bei Fieber, Erkältungsbädern, Inhalieren, Nasentropfen, viel Trinken oder Brustwickel können die Symptome oft schon stark gelindert werden. Vorsicht ist bei rezeptfreien Erkältungsmedikamenten und Hustensäften geboten, diese sind nicht immer für Kleinkinder und Babys geeignet. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn das Kind hohes Fieber (>38°C) entwickelt, die Erkältung bzw. der Husten sich nach fünf Tagen nicht bessert, das Kind schlecht Luft bekommt oder über Ohrenschmerzen klagt. Husten mit Schmerzen in Lunge oder Bauch können ein Hinweis auf eine Lungenentzündung (siehe auch: Lungenentzündung beim Kind)sein.

    Trockener Husten kann ein Hinweis auf eine Allergie oder beginnendes Asthma sein.

    Es gibt noch andere, seltenere Ursachen für Husten bei Kleinkindern und Babys; viele Erkrankungen werden heutzutage jedoch durch Impfungen erfolgreich verhindert und sind selten geworden, beispielweise Diphtherie („echter Krupp“), Epiglottitis oder Keuchhusten.

    Lesen Sie mehr zum Thema: Husten beim Baby

    Husten nachts

    Eine häufige Ursache für nächtlichen Husten ist das Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre, was durch Liegen erleichtert wird. Dieser sogenannte gastroösophageale Reflux ist nicht selten, betrifft Frauen wie Männer gleichermaßen und wird durch Kaffeekonsum, Nikotin, Übergewicht, Alkohol und Stress verstärkt; die eigentliche Ursache ist eine Schwäche des Mageneingangsschließmuskels. Weitere Symptome sind eine Reizung bis hin zur Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut, Sodbrennen, Aufstoßen, Heiserkeit, chronischer Husten und in schweren Fällen Atemnot. Bei Verdacht auf eine Refluxerkrankung kann der Arzt mithilfe einer Magenspiegelung die Diagnose stellen. Sie wir meist mit Protonenpumpenhemmern und Säureblockern behandelt.

    Husten nachts kann außerdem auf eine Bronchitis hinweisen. Hierbei kommt es erst zu trockenem Reizhusten und später zu Husten mit zähflüssigem Auswurf, da die Schleimproduktion in den Bronchien erhöht ist. Der Husten kann von typischen Erkältungssymptomen, verminderter Leistungsfähigkeit und Nebengeräuschen beim Atmen begleitet sein. Meist heilt eine Bronchitis in ein bis zwei Wochen von selbst ab, der Reizhusten kann jedoch bis zu sechs Wochen anhalten. Tritt nach diesem Zeitraum keine Besserung ein, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

    Patienten mit einer bekannten Asthmaerkrankung haben oft nächtliche Asthmaanfälle, da sich die Weitstellung des Bronchialsystems nachts verringert und die Beschwerden verstärken kann. Aber nicht immer muss eine ernsthafte Erkrankung hinter nächtlichem Husten liegen:

    Auch schlechtes Raumklima kann dafür sorgen, dass es zu Reizhusten kommt. Die Schleimbildung im Hals- und Rachenraum wird dann durch trockene, warme Luft vermindert. Das Abstellen der Heizung und Lüften vor dem Schlafengehen oder Schlafen bei gekipptem Fenster bringt oftmals schon eine Besserung der Symptome. Wenn die Außentemperaturen dies nicht zulassen, kann eine Schale mit Wasser auf der Heizung für angenehmeres Raumklima sorgen.

    Husten und Allergie

    Allergien können sich mit den unterschiedlichsten Symptomen äußern und verschiedene Organe betreffen. Die Atemwege können typischerweise bei Heuschnupfen, Hausstauballergie, Allergien gegen Schimmelpilze und Nahrungsmittelallergien betroffen sein.

    Heuschnupfen, oder auch Pollen-Allergie genannt, beschreibt die Allergie auf Blütenpollen bestimmter Pflanzen und tritt somit saisonal auf und betrifft fast ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland.
    Kommen die Schleimhäuten von Nase oder Auge mit den Pollen in Berührung, kommt es zu Fließschnupfen, Niesen, Fremdkörpergefühl im Auge, Rötung und Tränen der Augen. Auch allgemeiner Juckreiz oder Hautausschläge können auftreten.
    Bleibt der Heuschnupfen unbehandelt, kann es zum allergischen Asthma kommen; Husten und Atemnot sind oft erste Anzeichen. Auch Tierhaarallergien können zu einem allergischen Asthma führen. Die Symptome einer Schimmelpilzallergie ähneln der einer Hausstaubmilbenallergie: Es können Niesen, Juckreiz, Schnupfen, Husten bis hin zur Atemnot oder eine chronischen Bronchitis auftreten.

    Die Symptome, die durch eine Nahrungsmittelallergie ausgelöst werden können, sind sehr vielfältig und können jedes Organsystem betreffen. In den Atemwegen kann es zu Entzündungen der Schleimhäute kommen, zu Schnupfen, Schwellungen im Bereich des Kehlkopfes oder zu einer Verengung der Atemwege mit Husten und Atemnot.

    Husten während der Schwangerschaft

    Da das Immunsystem in der Schwangerschaft Kind und Mutter schützt, ist es leichter angreifbar für Erkältungsauslösende Viren. Meist handelt es sich nur um harmlose Erkältungen mit Husten und Schnupfen, die mit bekannten Hausmitteln wie Inhalieren und ausreichender Flüssigkeitszufuhr behandelt werden sollten. Vor allem Kräutertees mit Honig eignen sich, aber auch Zwiebelsaft kann den Husten lindern. Auf die Einnahme von Medikamenten sollte möglichst verzichtet werden.

    Wird der Husten jedoch nicht effektiv gelindert, kommen relativ gut untersuchte Substanzen wie Acetylcystein, Ambroxol oder Bromhexin, nach ärztlicher Rücksprache, zum Einsatz. Verschiedene Mittel sollten in der Schwangerschaft bei Husten keinesfalls eingenommen werden, da sie möglicherweise Fehlgeburten auslösen. Dazu gehören Codein-Tropfen, Huflattich-Produkte und Fenchelöl.
    Vor der Einnahme von Medikamenten in der Schwangerschaft sollte der Beipackzettel immer gründlich gelesen werden.
    Bei Fieber kann Paracetamol eingenommen werden, jedoch sind etwas erhöhte Temperaturen in der Schwangerschaft kein Grund zur Sorge. Bei hohem Fieber sollte zeitnah ein Arzt aufgesucht werden, da es die Wehen frühzeitig auslösen kann.

    Lesen Sie mehr zum Thema: Erkältung in der Schwangerschaft

    Zusammenfassung

    Husten ist keine Krankheit, sondern eher ein Symptom, das aufgrund zahlreicher Erkrankungen auftreten kann. Husten ist ein, besonders bei kalten und nassen Jahreszeiten sehr häufiges Symptom und ein häufiger Grund, weshalb ein Arzt aufgesucht wird. Man unterscheidet trockenen Reizhusten von produktivem Husten. Des Weiteren wird noch eine Unterscheidung nach akutem und chronischem Husten vorgenommen. Hält Husten länger als 3 Wochen an, gilt er als chronisch. In diesem Fall sollte in Arzt aufgesucht werden, um die Ursache des Hustens abklären zu lassen.

    Bei produktiven Husten kann man aufgrund der Schleimkonsistenz und Farbe auf die verursachende Erregerart schließen. So ist das Sputum des Patienten, das farblos bzw. weiß erscheint, meistens Folge eines viralen Infektes, während Bakterien zähen gelblichen Schleim bei einem Husten verursachen. Normale für die Jahreszeit typischen Infekt mit begleitendem Husten werden in der Regel nicht therapiert. Lediglich bei älteren Patienten und immungeschwächten Patienten (siehe: Immunsystem) empfiehlt es sich, frühzeitig eine Antibiotikabehandlung zu beginnen. Neben der Patientenbefragung wird der Arzt auch die Lunge abhören und die diagnostizierten Atemgeräusche nach trockenen und feuchten Atemgeräuschen unterteilen. Feuchte Atemgeräusche wären bei Lungenentzündungen, Bronchitiden etc. zu hören, trockene Atemgeräusche wären eher bei die Atemwege einengende Erkrankungen wie Asthma bronchiale zu finden.
    Hält Husten lange an, so sollte unbedingt nach der Ursache gesucht werden. Chronischer Husten kann u.a. durch zahlreiche Erkrankungen der Lunge z.B. Ashma bronchiale, Lungenemphysem, Bronchiektasen und COPD verursacht werden. Auch bösartige Erkrankungen können einen chronischen Husten verursachen und sollten auf jeden Fall mit Hilfe von Röntgenuntersuchungen des Brustkorbes (Röntgen-Thorax) ausgeschlossen werden. Bösartige Erkrankungen der Lunge gehen oftmals auch mit blutigem Sputum einher, werden aber durch die Patienten nicht oder erst spät bemerkt. Kommt es zu keiner eindeutigen Diagnose durch die Röntgenaufnahme, kann die Untersuchung durch eine Computertomographie in Erwägung gezogen werden.
    Auch können Blutuntersuchungen eine Entzündung (erhöhtes CRP und Leukozytenerhöhung) nachweisen. Eine Blutkultur, die angesetzt wird, kann in 60% einen Erreger identifizieren. Lungenentzündungen werden mit Antibiotika behandelt. Kennt man den Erreger nicht, so wird in der Regel ein Breitbandantibiotika gewählt. Verschwinden die Beschwerden nicht, muss man davon ausgehen, dass der Erreger nicht getroffen wurde. In diesem Fall kann man das Antibiotika wechseln oder eine Erregerbestimmung durchführen. Dies gelingt bei Infektionen der Lunge durch eine Bronchoskopie, in der Kochsalz in die Lunge gespült und sofort wieder abgesaugt wird. Die in der Flüssigkeit befindlichen Zellen werden dann nach den Erreger untersucht (Lavage).

    Chronischer Husten kann auch durch den sogenannten Raucherkatarrh ausgelöst werden. Auch die vererbbare Kinderkrankheit Mukoviszidose und der Pseudo-krupp Husten, der ebenfalls im Kindesalter auftritt, kann Husten verursachen. Er ist aber meistens gut durch die Begleitsymptome bzw. dem Zeitpunkt des Auftretens von anderen Lungenerkrankungen oder Infektionen abzutrennen. Zahlreiche Lungenerkrankungen, die Husten auslösen, müssen mit Hilfe einer Lungenfunktionsprüfung genauer untersucht werden.
    Nach starken und längeren Hustenperioden, kann es zu einem Pneumothorax kommen. Dabei löst sich die Lunge vom Brustkorb ab und schnurrt zusammen, was Atemnot und Leistungsabfall zur Folge haben kann. Auch Lungenembolien können u.U. als einziges Symptom Husten verursachen. Husten, der länger als drei Wochen anhält oder immer wiederkehrt muss in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden, da oftmals eine schwerwiegende Erkrankung dahintersteckt.

    Weitere Informationen

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    Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.01.2017
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