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Brustwickel

Definition

Brustwickel sind ein gut bewährtes und altes Hausmittel. Sie werden im Rahmen einer sanften Medizin seit Jahrhunderten eingesetzt. Sie dienen als Alternative oder Ergänzung der Schulmedizin. Alle Wickel sind daher nach einem ähnlichen Prinzip aufgebaut.

Zunächst nimmt man ein Innentuch, das verschiedene Zusätze enthalten kann. Darüber wickelt man ein Zwischentuch. Dieses speichert die Wärme und deckt den Wickel ab. Zur Fixierung des Wickels benutzt man ein weiteres Tuch, das Außentuch.

Der Brustwickel wirkt dabei durchblutungsfördernd und kann bei diversen Krankheiten verwendet werden. Besonders häufig wird der zur symptomatischen Behandlung einer Bronchitis eingesetzt.

Weitere Informationen finden Sie hier: Naturheilkunde bei einer Erkältung

Wann macht man Brustwickel?

Brustwickel können bei harmlosen Erkältungskrankheiten sehr gut als Alternative zur Schulmedizin eingesetzt werden. Vor allem bei trockenem Reizhusten oder bei schleimiger Bronchitis sind sie geeignet. Auch bei Fieber  finden sie Anwendung. Selbst bei einer Lungenentzündung kann man Brustwickel als Ergänzung zur antibiotischen Therapie anwenden.

Diese verbessern nämlich sehr oft das Wohlbefinden und lindern das allgemeine Krankheitsgefühl. Durch die entspannte Lagerung verbessert sich die Körperwahrnehmung. Mit dieser Art von Hausmittel behandelt man meist Körper und Seele in einem.

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Brustwickel bei Husten und Bronchitis

Brustwickel sind alte gutbekannte Hausmittel. Durch die Wärme wird die Durchblutung im Bereich des Brustkorbs gefördert. Besonders bei festsitzender Bronchitis sind warme Brustwickel die Therapie der Wahl. Durch die Dämpfe ihrer ätherischen Öle wird der Schleim in den Bronchien gelöst. Dies erleichtert das Abhusten. Daher kann ein Brustwickel auch bei trockenem Reizhusten eingesetzt werden.

Letztlich unterstützt der Brustwickel nicht nur die Schleimlösung, sondern sorgt auch dafür, dass die Schleimhäute abschwellen und man wieder befreiter durchatmen kann. Der Zusatz von Heilpflanzen wie Lavendel oder Thymian wirkt zusätzlich entkrampfend und lindert den Hustenreiz. Dies wird von den Patienten oft als besonders wohltuend empfunden. Neben pflanzlichen Zusätzen, mit denen man die Wickeltücher tränkt, kann man auch Zwiebeln, Kartoffeln, Honig oder Quark auf das Innentuch des Brustwickels auftragen. Diese führen ebenfalls zu einer deutlichen Verbesserung der Erkältungsbeschwerden.

Weitere Informationen finden Sie hier: Verschleimte Bronchien

Brustwickel bei Fieber

Auch bei Fieber eignen sich Brustwickel zur Behandlung. Besonders empfehlenswert sind hier feucht-kalte Brustwickel. Man muss jedoch ein paar Punkte beachten. Das kalte Tuch darf nicht eiskalt sein, dies wäre sonst ein zu großer Schock für das Herz-Kreislauf-System. Der Betroffene sollte auch auf keinen Fall frieren. Wichtig ist es, dass die Füße warm gehalten werden und das Fieber sollte nicht um deutlich mehr als ein Grad gesenkt werden. Eine regelmäßige Temperaturkontrolle ist daher empfohlen.

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Wie macht man einen Brustwickel?

Brustwickel sind alte Hausmittel. Wie Wadenwickel  folgen alle Wickel einem ähnlichen Aufbau. Es gibt verschiedene Wickel, zum einen kalte oder warme Wickel. Darüber hinaus kann man sich für verschiedene Zusätze entscheiden. Auch Kartoffeln, Zwiebeln, Honig oder Quark kann auf das Innentuch des Wickels aufgetragen werden. Möchte man bei Bronchitis zur Linderung der Erkältungsbeschwerden einen Brustwickel anwenden, tränkt man zunächst ein Tuch mit bestimmten Zusätzen, meistens ätherische Öle, Erkältungsbalsam oder Heilpflanzen. Hier eignen sich Eukalyptus, Pfefferminz, Lavendel, Retterspitz.

Dieses Tuch kann man zudem in warmes/heißes Wasser tauchen, wenn man einen warmen Wickel machen möchte. Danach muss man es kurz auswringen. Bevor man es auf den Brustkorb legt, sollte man sich vergewissern, dass es nicht zu heiß ist. Man sollte sich keinesfalls verbrühen. Warm darf das Tuch jedoch sein, denn die Wärme fördert die Durchblutung. Besonders bei festsitzender Bronchitis sind warme Brustwickel die Therapie der Wahl. Dann legt man das getränkte Tuch auf den Brustkorb.

Wenn man andere Substanzen wie Zwiebeln, Kartoffeln oder Honig auftragen möchte, sollte man diese auf dieses Tuch auftragen. Darauf legt man dann ein Zwischentuch. Dieses hat die Aufgabe, den Innenwickel abzudecken und die Wärme zu speichern.

Im letzten Schritt wickelt man ein drittes Tuch komplett um den Brustkorb. Das Außentuch umhüllt den Wickel und fixiert ihn. Man kann hier gut ein Handtuch oder Badetuch verwenden, auf jeden Fall sollte das Außentuch dick genug sein, dass der Wickel nach außen trocken abschließt.

Es wird zudem empfohlen, nicht mehr als zwei Wickel pro Tag zu machen. Bei einem kalten Wickel ist das Vorgehen ähnlich, analog wird das Innentuch mit kaltem Wasser gewaschen. Auch hier sollte man darauf achten, dass das Tuch nicht eiskalt ist, das wäre eine zu starke Belastung für das Herz-Kreislauf-System. Mit einem fertigen Brustwickel sollte man sich dann ins Bett legen und mindestens 15 Minuten ruhen. Der Wickel kann jedoch auch 2 Stunden belassen werden. Danach sollte man den Wickel allerdings entfernen.

Wie häufig sollte ich Brustwickel anwenden?

Bei Brustwickeln handelt es sich um gut bewährte Hausmittel, die oft als Ergänzung zur Schulmedizin durchgeführt werden. Bei harmlosen Erkältungsinfekten finden sie auch als alleinige Therapie anwenden. Brustwickel werden normalerweise gut vertragen und haben bei richtiger Anwendung keine Nebenwirkungen. Sie sollten jedoch nicht häufiger als zwei bis drei Mal pro Tag angewendet werden. Bessern sich die Erkältungsbeschwerden nach mehreren Tagen mit Brustwickeln nicht, lohnt es sich, einen Arzt aufzusuchen.

Dauer der Anwendung

Grundsätzlich ist es empfohlen, den Brustwickel mindestens 15 Minuten, besser sogar eine halbe Stunde wirken zu lassen. Die Dauer der Anwendung sollte zwei Stunden nicht überschreiten. Nach der Zeit lässt auch die Kälte bzw. Wärmewirkung des Wickels nach. Das Innentuch hat sich der Körpertemperatur angepasst. Daher sollte man den Wickel dann auch entfernen.

Des Weiteren gilt: Sollte man sich bei der Wickelbehandlung unwohl fühlen und Kreislaufprobleme oder Schüttelfrost entwickeln, dann ist der Wickel zu entfernen.

Wie schnell wirken Brustwickel?

Brustwickel entfalten ihre Wirkung normalerweise innerhalb von 15 Minuten. Die Dämpfe der ätherischen Öle wirken schleimlösend und beruhigend. Das warme Innentuch wirkt durchblutungsfördert. Man kann den Brustwickel bis zu zwei Stunden belassen. Die erste Symptomlinderung stellt sich jedoch bereits nach 15 Minuten ein.

Was sollte man beachten und wann sollte man Brustwickel nicht anwenden?

Bei Brustwickeln ist hauptsächlich zu beachten, dass das Innentuch die richtige Temperatur hat. Bei warmen Wickeln darf das Innentuch nicht zu heiß sein, da es sonst zu Verbrennungen bzw. Verbrühungen kommen kann. Dies gilt auch für die gekochten Kartoffeln und den erwärmten Quark. Auch bei kalten Wickeln kann man mit der Temperatur etwas falsch machen. Vor allem bei Fieber ist es wichtig, dass der Wickel nicht zu kalt ist. Dies kann sonst zu einer enormen Belastung für das Herz-Kreislauf-System führen. Auch sollte das Tuch nie eiskalt direkt auf die Haut gelegt werden, da es auch so genannte "Kälteverbrennungen" gibt.

Wenn der Wickel richtig angewendet wird, hat er keine Nebenwirkungen. Man sollte sich jedoch an die maximale Anwendungsdauer von zwei Stunden halten und den Wickel auch nicht häufiger als zwei bis drei Mal pro Tag durchführen.

Man sollte keinen Brustwickel mit ätherischen Ölen anwenden, wenn man auf diese allergisch reagiert. Auch bei Wunden im Bereich des Brustkorbs sollte man zurückhaltend sein. Wenn sich die Erkältung durch die Brustwickel nicht bessert, weitere Symptome wie hohes Fieber und massiv schleimiger Auswurf auftreten, ist ein Arztbesuch dringend empfohlen. Man kann dann mit dem Hausarzt besprechen, in wieweit Brustwickel als Ergänzung zur Schulmedizin sinnvoll sind und weiter durchgeführt werden können.

Lesen Sie dazu auch: Wann muss ich mit einer Erkältung zum Arzt?

Verschiedene Zusätze für die Brustwickel

Brustwickel mit Zwiebeln

Jeder kennt wohl den stark beißenden, tränenauslösenden Geruch der Zwiebel. Dies führt auch dazu, dass sich in den Bronchien das Sekret löst und verflüssigt. Somit kann es leichter abgehustet werden. Bei einer Bronchitis kann man also auch Zwiebeln auf den Brustwickel machen. Hierzu schält und schneidet man eine Zwiebel grob und legt sie auf das Innentuch.

Die aromatischen Dämpfe befreien nicht nur die Bronchien, sondern auch die Nasenschleimhäute. Dieser schwefelhaltige Geruch ist für manche Menschen jedoch sehr unangenehm. Daher ist es auch möglich, die Zwiebeln mit eher wohlriechenden ätherischen Ölen zu kombinieren. Dieslindert den Behandlungserfolg nicht.

Brustwickel mit Kartoffeln

Auch Kartoffeln werden gerne für Brustwickel verwendet. Im Unterschied zu den Zwiebeln sollte man diese kochen und dann zwischen zwei Lagen Küchenpapier zerdrücken. So können die Kartoffeln dann auf das Innentuch aufgetragen werden. Wichtig ist, dass ihre Temperatur nicht zu heiß ist. Durch das dünne Innentuch kann es bei zu hohen Temperaturen zu einer Verbrennung des Brustkorbs kommen. Die Kartoffeln werden gerne als Wickelzusatz genommen weil sie sehr stark wärmespeichernd sind. Anders als ein heißes Tuch geben Kartoffeln die Wärme länger und kontinuierlicher frei.

Brustwickel mit Honig

Honig ist ebenfalls ein sehr beliebtes Hausmittel, das gerne bei Erkältungskrankheiten angewandt wird. Jeder kennt den berühmten Tee mit Honig. Honig ist deshalb so beliebt, weil es antibakteriell wirkt. Den Honig sollte man leicht erwärmen, bevor man ihn auf das Innentuch des Brustwickels streicht. Auch hier ist es wichtig, dass der Honig nicht zu heiß gemacht wird. Dies kann sonst zu Verbrennungen führen.

Erfahren Sie mehr zum Thema unter: Hausmittel bei einer Erkältung

Brustwickel mit Quark

Um einen Quarkwickel für den Brustkorb zu machen, sollte man den Quark zunächst im Wasserbad auf Körpertemperatur erwärmen. Dann streicht man ihn mit einem Messer vorsichtig auf das Innentuch und deckt die Schicht mit einem zweiten Tuch ab. Im letzten Schritt fixiert man den Wickel mit einem trockenen Außentuch. Quark wird gerne verwendet, da er entkrampfend, schleimlösend und abschwellend wirkt. So bekämpft er effektiv die lästigen Erkältungssymptome.

Brustwickel mit Retterspitz

Retterspitz ist ein bekanntes pflanzliches Therapeutikum bei diversen Beschwerden. Es wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend und wird gerne bei Gelenkbeschwerden eingesetzt. Der Retterspitz kann als Tinktur auf das Innentuch eines Brustwickels aufgetragen werden. So entfaltet der Retterspitz seine Wirkung in den Bronchien. Dies lindert die Erkältungssymptome und bessert das allgemeine Krankheitsgefühl der Patienten.

Brustwickel mit Lavendelöl

Ein Brustwickel mit Lavendelöl ist ein effektives Mittel gegen Erkältungsbeschwerden. Lavendel wirkt beruhigend und lindert den Hustenreiz. Man kann Brustwickel mit Lavendelöl sowohl bei trockenem als auch bei schleimigem Husten anwenden. Es wird empfohlen, den Wickel vor allem abends anzuwenden, da Lavendel auch schlaffördernd ist. Der Geruch des Lavendelöls wird von vielen auch zudem als deutlich angenehmer empfunden als der Geruch von Zwiebeln.

Besonderheiten von Brustwickeln bei Kindern

Brustwickel eignen sich eigentlich auch besonders gut für Kinder. Leiden die Kleinen an einer Erkältung mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit, sind Brustwickel eine effektive und nebenwirkungsarme Alternative zu Medikamenten. Bei Kindern muss man aber besonders auf die Temperatur des Innentuchs achten. Sie sollte in keinem Fall zu heiß oder zu kalt gewählt werden. Man sollte die Temperatur des Tuches lieber vorher an seinem eigenen Handgelenk prüfen.

Es ist auch wichtig, den Kindern zu erklären, wie ein Brustwickel angwendet wird, damit sie verstehen, dass sie damit für mindestens 15 Minuten im Bett liegen sollten, damit der Brustwickel gut wirken kann. Wenn das Kind den Brustwickel ablehnt, ist die Anwendung nicht sinnvoll, da sich der entkrampfende, schleimlösende Effekt so nicht einstellen wird.

Man sollte den Brustwickel auch sofort entfernen, wenn sich das Kind unwohl fühlt. Kinder reagieren auch auf manche ätherische Öle mit einem Krampf der Kehlkopfmuskulatur. Vor allem bei Säuglingen sollten diese daher nicht verwendet werden. Bei älteren Kindern kann man die Substanzen in geringer Menge benutzen. Lavendelöl ist jedoch meistens deutlich besser als scharfe Kräuter und kann theoretisch auch bei Babys verwendet werden.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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