Erkrankungen vom Herz (Innere Medizin)

Dieses ist eine Übersichtsseite mit allen Erkrankungen des Herzens, die Sie bei Dr-Gumpert.de finden können.

Synonyme im weiteren Sinne

Medizinisch: Cor

Cardia, Perikard, Epikard, Myokard, Endokard

Englisch: heart

Definition Herz

Das Herz (Cor) ist ein muskelstarkes Hohlorgan, dass im Mittelfell (Mediastinum) zwischen den beiden Lungenflügeln (siehe auch Lunge) eingebettet ist, nach außen geschützt durch den knöchernen Brustkorb (Thorax). Es funktioniert wie eine Pumpe, die das Blut durch den kleinen und großen Körperkreislauf transportiert.

Abbildung Herz

  1. Rechter Vorhof - Atrium dextrum
  2. Rechte Herzkammer -
    Ventriculus dexter
  3. Linker Vorhof - Atrium sinistrum
  4. Linke Herzkammer -
    Ventriculus sinister
  5. Aortenbogen - Arcus aortae
  6. Obere Hohlvene -
    Vena cava superior
  7. Untere Hohlvene -
    Vena cava inferior
  8. Stamm der Lungenarterien -
    Truncus pulmonalis
  9. Linke Lungenvenen -
    Venae pulmonales sinastrae
  10. Rechte Lungenvenen -
    Venae pulmonales dextrae
  11. Mitralklappe - Valva mitralis
  12. Trikuspidalklappe - Valva tricuspidalis
  13. Kammerscheidewand - Septum interventriculare
  14. Aortenklappe - Valva aortae
  15. Papilarmuskel - Musculus papillaris

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Allgemeines

Erkrankt das Herz, der wichtigste Muskel des Menschen, kann dies ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen, schließlich pumpt das Herz normalerweise ungefähr 250 Millionen Liter Blut im Laufe eines Lebens.

Passenderweise sind Herz-Kreislauferkrankungen Todesursache Nummer 1 in Deutschland. Dies hat sich trotz Versuchen der Prophylaxe und effektiven Therapiemöglichkeiten nicht verändert. Zurückführen kann man dies vor allem auf den heutigen Lebensstil in der westlichen Zivilisation.

Doch auch in ärmeren Ländern leiden die Menschen an Herzerkrankungen. Hier sind es überwiegend Herzerkrankungen, die im Zusammenhang mit Infektionen stehen. Aufgrund der Vielfältigkeit der Herzerkrankungen und Therapieoptionen beschäftigen sich verschiedene Fachgebiete der Medizin mit den Erkrankungen des Herzens.

Die konservative, also nicht operative, Behandlung von Herzerkrankungen bei Erwachsenen ist Aufgabe des Kardiologen. Die Kardiologie ist die Lehre vom Herzens und ist ein Spezialgebiet der Inneren Medizin. Herzoperationen sind hingegen Aufgabe des Herzchirurgen. Kinderkardiologen und Kinderherzchirurgen widmen sich dem kindlichen Herzen.

Generell kann jeder eine Erkrankung des Herzens erleiden. Patienten, die an einer Herzerkrankung leiden, sind häufig sehr junge Menschen, die einen angeborenen (kongenitalen) Herzfehler haben, oder aber Patienten im fortgeschrittenen Alter.

Ursachen/Risikofaktoren

Im Kindesalter:

Angeborene Herzfehler: Ungefähr 1 % aller Neugeborenen kommen mit einem Herzfehler zur Welt. Durch das herausragende Vorsorgesystem in Deutschland werden diese heutzutage in den allermeisten Fällen zeitig diagnostiziert, so dass zügig eine Therapie eingeleitet werden kann.

So geht man davon aus, dass gegenwärtig ungefähr 95 % der Patienten mit einem angeborenen Herzfehler das 20. Lebensjahr erreichen. Die wirkliche Ursache eines solchen angeborenen Herzfehlers bleibt in den allermeisten Fällen ungeklärt. Gründe können beispielsweise

  • genetische Erkrankungen
  • Chromosomenbesonderheiten (Chromosomenaberrationen)
  • Medikamente
  • Infektionen, wie zum Beispiel ein Befall der Schwangeren mit dem Rötelvirus

Auch bei Frühgeborenen kommt es häufiger zu Herzfehlern.

Bei Erwachsenen sind Risikofaktoren für eine Erkrankung des Herzens:

Traten Herzerkrankungen bei nahen Familienangehörigen, wie den Eltern, Geschwistern und Großeltern auf, ist es relativ wahrscheinlich selbst zu erkranken.

Des Weiteren können auch Erkrankungen, die eigentlich auf den ersten Blick nichts mit dem Herzen zu tun haben, zu einer Schädigung des Herzens führen. Zu nennen sind hier beispielsweise:

Obendrein können auch Medikamente zu Nebenwirkungen am Herzen führen. Teilweise handelt es sich hierbei sogar um Medikamente die eigentlich gegen eine bestehende Herzerkrankung eingenommen werden, wie zum Beispiel Antiarrhythmika.

Symptome von Herzerkrankungen

Im Folgenden ein kurzer Überblick über einige ausgewählte Symptome, die auf eine Herzerkrankung hinweisen können.

1. Brustschmerz (Thoraxschmerz)

Brustschmerzen sind ein ausgesprochen häufiges Beschwerdebild und können nicht nur auf eine Herzerkrankung Hinweis geben. Auch Erkrankungen der Lunge, der Speiseröhre, des Magens, der Gallenblase, des Bewegungsapparates und schlussendlich auch der Psyche können Brustschmerzen bedingen. Entscheidend ist jedoch, dass Brustschmerzen, vor allem akut auftretende, adäquat untersucht und behandelt werden.

2. Atemnot (Dyspnoe)

Bei Atemnot denkt man zwar in der Regel an Lungenerkrankungen, doch auch Erkrankungen des Herzens zeigen sich häufig mit diesem Beschwerdebild. Wichtig ist hier die eingehende Abklärung der Symptome. So sollte erfragt werden, ob die Atemnot lediglich bei Belastung auftritt, oder ob sie auch schon bei Ruhe Beschwerden macht. Kann der Patient nachts weiterhin flach liegen oder wird das Kopfteil des Bettes hochgestellt?

3. Wasseransammlung (Ödem)

Zu Wasseransammlungen (Ödemen) im Gewebe kommt es durch den Flüssigkeitsaustritt aus den Gefäßen. Diese manifestieren sich häufig an den Beinen in Form von eindrückbaren Unterschenkelschwellungen. Aber auch an den Flanken, in der Leibeshöhle und in der Lunge kann sich Wasser ansammeln.

Feststellbar ist die Einlagerung von Wasser je nach Lokalisation entweder durch den Anblick oder aber auch durch eine plötzliche und enorme Gewichtszunahme oder aber auch durch Atemnot bei Wasseransammlungen in der Lunge.

4. Palpitationen

Normalerweise nimmt der Mensch den eigenen Herzschlag nur in besonderen Situationen wahr. Zu diesen Situationen zählt beispielsweise körperliche Anstrengung oder Angst.
Wird außerhalb dieser außergewöhnlichen Situationen der eigene Herzschlag bemerkt, so deklariert man dies als Palpitation. Neben einer Herzerkrankung, die dies bedingen kann, können Palpitationen auch schlicht und einfach durch den Genuss von Koffein verursacht werden.

5. Kreislaufkollaps (Synkope)

Eine Synkope, auch als Kreislaufkollaps bekannt, ist ein Verlust des Bewusstseins mit Verlust der Körperspannung, der plötzlich auftritt und auch rasch wieder verschwindet. Grund dafür ist eine Störung der Gehirndurchblutung, die vielerlei Ursachen, unter anderem auch Herzerkrankungen, haben kann.

6. eingeschränkte Belastungsfähigkeit

Die körperliche Belastungsfähigkeit eines Patienten mit einer Herzerkrankung kann Auskunft über das Ausmaß der Erkrankung geben und sollte daher immer mit berücksichtigt werden.

Diagnose von Herzerkrankungen

1. Auskultation des Herzens

Mit der Auskultation ist nicht mehr als das Abhören des Herzens mit einem Stethoskop (Hörrohr) gemeint. Vor allem in der Vergangenheit war das Abhören das wichtigste diagnostische Mittel um eine Erkrankung am Herzen, besonders einen Herzklappenfehler, feststellen zu können.

Mittlerweile ist sie jedoch durch das Herzultraschall (Echokardiographie), als wichtigstes diagnostisches Mittel verdrängt worden. Nichtsdestotrotz gehört die Auskultation unumstritten zur körperlichen Untersuchung und gibt vor allem routinierten Ärzten schon präzise Hinweise.

2. Elektrokardiogramm (EKG)

Für die Ableitung der elektrischen Potentialänderungen am Herzen, wird der Brustkorb und eventuell auch die Extremitäten des Patienten mit Elektroden bestückt. Mit Hilfe des Elektrokardiogramms können vor allem Herzrhythmusstörungen und Störungen der Erregungsausbreitung, wie beispielsweise ein Schenkelblock, festgestellt werden. Das EKG ist jedoch auch eines der wichtigsten Mittel zur Diagnose eines Herzinfarktes.

Man unterscheidet verschiedene Formen des Elektrokardiogramms.

  • Ruhe-EKG: wird im Liegen und in vollkommener Ruhe durchgeführt.
  • Langzeit-EKG: meist 24 Stunden. Hierbei führt der Patient immer ein kleines EKG-Gerät mit sich. So kann der Herzrhythmus über den Tag analysiert werden und es kann festgestellt werden, ob die Herzrhythmusstörungen im Zusammenhang zu bestimmten Tätigkeiten stehen.
  • Belastungs-EKG: (in der Regel mit einem Fahrradergometer) festzustellen ob eine koronare Herzkrankheit, also eine Verkalkung der herzversorgenden Arterien, vorliegt.

Das EKG verursacht keine Schmerzen, kann unbegrenzt oft und aufgrund seiner breiten Verfügbarkeit, fast überall durchgeführt werden.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Elektrokardiogramm

3. Ultraschall des Herzens (Echokardiographie)

Die sogenannte Echokardiographie, also die Ultraschalluntersuchung des Herzens, kann entweder durch das Aufsetzen des Ultraschallkopfes auf den Brustkorb erfolgen (sogenannte transthorakale Echokardiographie, TTE) oder von der Speiseröhre aus, bei welcher der Patient einen Schlauch mit einer Ultraschallsonde schlucken muss (sogenannte transösophageale Echokardiographie, TEE). Gewöhnlich reicht jedoch die Ultraschalluntersuchung von der Oberfläche des Brustkorbes aus.
Heutzutage ist die Ultraschalluntersuchung des Herzens ein ausgesprochen wichtiges und unentbehrliches diagnostisches Mittel.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Echokardiographie

4.Röntgen-Thorax

Eine Röntgen-Untersuchung des Brustkorbes wird bei Erkrankungen des Herzens zumeist erstellt.

5. Magnetresonanztomographie (Herz-MRT)

Mit der MRT vom Herz werden Schnittbilder des menschlichen Körpers angefertigt. Mittels Magnetresonanztomographie (MRT) kann der Fluss eines Kontrastmittels in den Herzkammern und in den Herzkranzgefäßen abgebildet werden.
So kann ein Herz-MRT auch bei der Diagnosestellung einer koronaren Herzkrankheit behilflich sein.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Herz-MRT

6. Computertomographie (CT)

Auch mit der Computertomographie können Schnittbilder unseres Organismus erstellt werden. Im Rahmen einer Computertomographie kann das Ausmaß der Verkalkung der Herzkranzgefäße beurteilt werden. Somit kann mit Hilfe der Computertomographie abgeschätzt werden, wie hoch das Risiko ist an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken.

7. Myokardszintigraphie

Mit Hilfe dieses nuklearmedizinischen Verfahrens kann die Durchblutung des Herzmuskels (Myokard) veranschaulicht werden. Sie dient also vor allem zur Diagnostik bei Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit, bei schlechter Beurteilbarkeit des Ruhe-EKG, bei negativem Belastungs-EKG oder auch zur Bestätigung eines zweifelhaften positiven Belastungs-EKG.

Für die Myokardszintigraphie bekommt der Patient einen sogenannten Tracer in die Vene gespritzt. Bei diesem Tracer handelt es sich um eine radioaktiv markierte Substanz, die nach Injektion an unserem Stoffwechsel teilnimmt.

Zu Beginn der Untersuchung muss sich der Patient körperlich belasten. Dies kann entweder mit einem Fahrradergometer oder aber auch mit der Einnahme von bestimmten Medikamenten erfolgen. Kurz vor bevor die Belastungsphase abgeschlossen ist, wird der Tracer gespritzt und eine Aufnahme des Herzens mit einer Gamma-Kamera gemacht. Ungefähr 4 Stunden nach der Belastung wird eine erneute Aufnahme angefertigt.

Schlussendlich kann auch eine Linksherzkatheteruntersuchung Aufschluss bringen. Diese erfolgt, sobald die oben aufgeführten diagnostischen Methoden keinen genügenden Aufschluss ergaben.

8. Herzkatheteruntersuchung

Bei dieser Untersuchung kann man den Rechtsherzkatheter vom Linksherzkatheter abgrenzen. Überwiegend kommt der Linksherzkatheter zum Einsatz.

Das Verfahren dient nicht nur zur Diagnostik, sondern auch zur Therapie einer Krankheit. Größtenteils werden Engstellen der Herzkranzgefäße aufgeweitet (sogenannte Ballondilatation) und anschließend eine Gefäßstütze (Stent) implantiert, die dafür sorgt, dass die aufgedehnte Stelle auch so verbleibt.
Im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung kann eine Druckmessung in den Herzkammern erfolgen. Zudem können mit Hilfe eines injizierten Röntgen-Kontrastmittels die Herzkranzgefäße sichtbar gemacht werden.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Herzkatheteruntersuchung

Inernistische Erkrankungen vom Herz

Im Folgenden können Sie die Liste aller Themen einsehen, die bereits zu Erkrankungen vom Herz, die dem medizinischen Gebiet der Inneren Medizin zuzuordnen sind, erschienen sind:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.08.2017
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