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Angina Pectoris

Definition

Die Angina Pectoris ist eine Minderversorgung des Herzens mit Sauerstoff, die mit anfallsartigen Schmerzen einhergeht. Man teilt die Angina Pectoris in die stabile, die instabile und die Prinzmetal Angina ein. Allen liegt eine Mangelversorgung des Herzens mit Sauerstoff zugrunde. Die Prinzmetal Angina unterscheidet sich in der Ursache der Mangelversorgung von den anderen beiden.
Mit rund 300.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr ist die Angina Pectoris eine der häufigsten Ursachen für eine Einweisung in ein Krankenhaus.

Symptome

Die häufigsten Symptome werden im Folgenden aufgezählt und erläutert.

  • Brustschmerzen/Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Brustenge/ Druck auf der Brust
  • Atemnot
  • Angst/Panik
  • Rückenschmerzen
  • Nacken-/Halsschmerzen
  • Oberbauchschmerzen, Übelkeit/Erbrechen
  • Schmerzen im linken Arm/linke Schulter
  • Kiefer-/Zahnschmerzen

Mehr zu diesem Thema finden sie auf unserer Unterseite: Symptome der Angina pectoris

Brustschmerz und Brustenge

Das typische Symptom der Angina Pectoris sind plötzlich einsetzende Brustschmerzen hinter dem Brustbein, die die meisten Patienten als dumpf, drückend oder auch einschnürend empfinden. 

Brustschmerzen sind das führende Symptom bei Herzerkrankungen. Die Angina pectoris selbst bezeichnet die Brustenge und Brustschmerzen, die aufgrund einer koronaren Herzkrankheit (KHK) entstehen. Die KHK führt zu einer Mangelversorgung der Herzmuskulatur und löst dadurch Schmerzen aus. Meistens wird der Schmerz im Brustbereich, oftmals unmittelbar hinter dem Brustbein wahrgenommen. Der Brustkorb ist zudem von einem Druck- oder Engegefühl betroffen. Betroffene beschreiben das Gefühl als hätte ihnen jemand einen schweren Sack auf die Brust gestellt. Die Brustschmerzen und das Engegefühl treten bei der Angina pectoris typischerweise anfallsartig auf und halten etwa eine bis fünf Minuten lang an. Ein solcher Angina pectoris Anfall wird oft durch Stress oder körperliche Belastung ausgelöst. Er lässt sich in der Regel gut mit Nitrospray lindern.

Nur selten spüren die Patienten lediglich ein Druck- oder Beklemmungsgefühl, eine Enge oder ein Brennen im Brustkorb. Die Schmerzen strahlen in vielen Fällen in den linken Arm aus, eine Ausstrahlung in den rechten Arm oder in beide Arme ist seltener, aber möglich.
Eine Angina Pectoris kann auch in den Hals, den Unterkiefer, den Rücken oder den Oberbauch ausstrahlen.

 Mehr zu diesem Thema unter: Druck im Brustkorb- Was tun?

Angst oder Panik

Die Symptome einer Angina Pectoris sind denen eines Herzinfarktes sehr ähnlich und sollten als Warnsymptom unbedingt ernst genommen werden. Begleitend zum Brustschmerz können Luftnot, Schwäche und Schwindel hinzukommen.

Betroffene Personen haben sehr oft Angstgefühle bis hin zu Todesangst.
Eine Angina Pectoris wird bei vorbelasteten Personen häufig durch körperliche Anstrengung wie Treppensteigen oder schnelles Gehen ausgelöst. Emotionale Belastungen wie Stress oder Streit können ebenfalls eine Angina Pectoris verursachen. Eine kalte Außentemperatur und ein ausgiebiges Essen kurz vor Beginn der Symptome können die Schmerzen verstärken, aber auch auslösen.

Eine Angina Pectoris dauert im Regelfall fünf bis fünfzehn Minuten und bessert sich durch Ruhe oder die Gabe von Nitro-Spray, das den Wirkstoff Nitroglycerin enthält und die Durchblutung des Herzmuskels steigert und so die Symptome lindert.

Bei Patienten mit Diabetes mellitus kann eine Angina Pectoris auch komplett unbemerkt ablaufen, da Diabetiker durch die Nervenschädigung infolge der Zuckerkrankheit (Diabetische Neuropathie) den Schmerz anders wahrnehmen als Patienten ohne Diabetes. Eine solche Angina Pectoris wird als „Stumme Angina Pectoris“ bezeichnet.

Rückenschmerzen

Neben Brustschmerzen gehören auch die Rückenschmerzen zu den Symptomen der Angina pectoris. Viele Betroffene beschreiben Schmerzen, die gürtelförmig um den Brustkorb herum verlaufen. Dabei sind Brust und Rücken gleichermaßen von Schmerzen betroffen. Gerade anfallsartig auftretende Schmerzen deuten auf eine Angina pectoris hin. Üblicherweise werden die Schmerzen als dumpf, stechend oder bohrend wahrgenommen. Da das Herz bei der Angina pectoris betroffen ist, werden die Rückenschmerzen in der Regel auf der Höhe der Brustwirbelsäule wahrgenommen.

Übelkeit und Oberbauchschmerzen

Frauen, ältere Personen über 75 Jahre und herzoperierte Patienten nehmen Schmerz auch anders war, sodass bei diesen Personengruppen vor allem unspezifische Symptome beobachtet werden können, zu denen Übelkeit, Schwindel, Atemnot oder die Ausstrahlung in den Oberbauch gehören. Ein Brustschmerz kann völlig fehlen.

Die Angina Pectoris wird als stabil bezeichnet, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum in mehreren Episoden gleich bleiben. Eine instabile Angina Pectoris bezeichnet das erste Auftreten einer Angina Pectoris oder einen im Vergleich zum vorherigen Anfall stärkeren Angina-Pectoris-Anfall.

Typische Anzeichen einer Angina pectoris

Die ersten Anzeichen einer Angina pectoris machen sich meist bei körperlicher Belastung oder bei psychischem Stress bemerkbar. In solchen Situationen steigt der Sauerstoffbedarf des Körpers an. Dadurch muss das Herz eine erhöhte Pumparbeit leisten, was wiederum eine bessere Blutversorgung des Herzens voraussetzt. Die erhöhte Durchblutung der Herzmuskulatur ist allerdings aufgrund der koronaren Herzerkrankung nicht möglich, es entsteht ein Sauerstoffmangel am Herzen. Dieser verursacht plötzlich auftretende stechende oder dumpfe Schmerzen im Brustbereich. Typischerweise tritt zeitgleich ein starkes Engegefühl in der Brust auf, was eine zusätzliche Atemnot verursacht. Verstärkt sich die koronare Herzerkrankung, treten die Angina pectoris Anfälle bereits bei geringeren Belastungen auf. In besonders schweren Stadien sind auch Beschwerden in Ruhe möglich. Auch eine Verstärkung der Schmerzen und des Engegefühls mit jedem Anfall spricht für ein Voranschreiten der Erkrankung. Verändert sich die Symptomatik im zeitlichen Verlauf nicht, spricht dies eher für eine stabile Angina pectoris, bei der die Erkrankung nicht fortschreitet.

Ursachen der Angina Pectoris

Die Angina Pectoris (Brustschmerz) ist das Leitsymptom der Koronaren Herzerkrankung (KHK), eine Krankheit bei der die Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose (Verkalkung der Arterien) zunehmend verstopfen und somit enger werden. Diese Verengungen begrenzen die Durchblutung des Herzens und werden als Koronarstenosen bezeichnet. Durch die schlechtere Durchblutung kommt es zu einem Missverhältnis zwischen dem Sauerstoffbedarf des Herzens und dem Angebot an Sauerstoff, diese Tatsache wird in der Fachsprache Koronarinsuffizienz genannt. Im Weiteren finden Sie einen Überblick über die Hauptfaktoren einer Angina pectoris, die daraufhin genauer besprochen werden.

  • Arteriosklerose und erhöhte Blutfettwerte
  • Stress
  • Bluthochdruck
  • Psychosomatische Ursachen
  • Kälte als Risikofaktor
  • Weitere mögliche Ursachen

Hier finden Sie zudem weitere Informationen zu diesem Thema: Ursachen der Angina pectoris

Arteriosklerose

Die Ursache der Angina Pectoris ist also die Arteriosklerose. Bei der Arteriosklerose kommt es durch die weiter unten genannten Risikofaktoren zu einer Schädigung des Endothels, das als innerste Schicht die Arterienwand auskleidet. Durch die Endothelschäden verändern sich die Eigenschaften der Arterienwand:
Blutbestandteile können nun leichter an der Gefäßwand haften bleiben. Außerdem werden Botenstoffe ausgeschüttet, die Entzündung und Gewebewachstum vermitteln.
Es kommt zu einem entzündlichen Prozess und zu einem Gewebewachstum in der Arterienwand, zusätzlich lagern sich verschiedene Zelltypen und Fette in der betroffenen Gefäßwand ab. Die Ablagerung wird als „fatty streak“ bezeichnet und führt noch nicht zu einer nennenswerten Gefäßverengung.
Im Laufe der Jahre werden die Ablagerungen immer größer und unter einer Zellkappe in die Gefäßwand eingebaut.
Der Durchmesser der Arterie ist nun deutlich verkleinert, außerdem kann das betroffene Gefäß sich bei Bedarf nicht mehr weiten. Kommt es nun zu einem erhöhten Sauerstoffbedarf wie es bei einer körperlichen Anstrengung der Fall ist, bekommt das Herz durch die schlechte Durchblutung zu wenig Sauerstoff ab, was sich in einer Angina Pectoris äußert.

Die Risikofaktoren für die Arterienverkalkung entsprechen also weitgehend den Risiken für eine Angina Pectoris. Die Hauptursachen der Arteriosklerose sind erhöhte Blutfettwerte, ein arterieller Bluthochdruck, der Diabetes mellitus, Rauchen und ein Lebensalter über 45 Jahren bei Männern, bzw. 55 Jahre bei Frauen.
Andere Risikofaktoren für die Verkalkung der Arterien sind Bewegungsmangel, Übergewicht und Stoffwechselstörungen der Fett- und Zuckerregulation.

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Stress als Ursache

Stress ist ein sehr großer Risikofaktor für alle Arten von Herzerkrankungen. Egal ob der Stress körperliche oder psychische Ursachen hat, wirkt er gleichermaßen negativ auf das Herz-Kreislauf-System. Das Hormon Cortisol, welches bei Stress vermehrt ausgeschüttet wird, führt zu einer erhöhten Produktion gefäßschädigender Moleküle. So führt Cortisol zu einer vermehrten Fettablagerung an den Gefäßwänden. Mit der Zeit entstehen aus den Ablagerungen Plaques und Verkalkungen, die die Gefäße einengen. Findet eine solche Ablagerung in den Herzkranzgefäßen statt, kann es hier schnell zu einer Unterversorgung der dahinterliegenden Herzmuskulatur kommen, wodurch die Angina pectoris Beschwerden entstehen.

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Bluthochdruck als Ursache

Ein erhöhter Blutdruck ist bei vielen Betroffenen verantwortlich für die Entstehung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Es wird ein schnellerer Blutfluss in den Gefäßen hervorrufen, wodurch größere Kräfte auf die Gefäßwände wirken, was die Entstehung von arteriosklerotischen Plaques begünstigt. Zudem entstehen durch den erhöhten Blutdruck viele kleine Verwirbelungen im Blutfluss, dies hat zum einen wiederum zur Folge, dass größere Kräfte auf die Gefäßwände wirken. Zum anderen können sich durch diese Verwirbelungen Zellen aus dem Blut an den Plaques absetzen. Dadurch werden die einengenden Verkalkungen an den Gefäßwänden größer. Je mehr Plaques sich in den Herzkranzgefäßen befinden, desto schlechter ist die Durchblutung, was zu einer Angina pectoris führen kann.

Informieren Sie sich zu diesem Thema: Therapie des Bluthochdrucks

Psychosomatische Ursachen

Als psychosomatische Ursachen werden psychische Faktoren bezeichnet, die einen Einfluss auf die Entstehung körperlicher (=somatischer) Erkrankungen haben. Bei der Angina pectoris spielt vor allem der psychische Stress eine große Rolle. Er führt zur Ausschüttung des Stresshormons Cortisol, welches die Produktion gefäßschädigender Substanzen beschleunigt. Diese schädlichen Substanzen führe zur vermehrten Bildung von Plaques in den Herzkranzgefäßen, wodurch die Entstehung einer Angina pectoris begünstigt wird. Umgekehrt kann auch eine Herzerkrankung (somatische=körperliche Erkrankung) Einfluss auf die Psyche haben. So lösen Angina pectoris Anfälle oftmals Angst und Panik bei Betroffenen aus. Auch diese Angst fällt unter den Begriff der Psychosomatik, da hier Psyche und Körper miteinander wechselwirken.

Kälte als Ursache

Kälte ist besonders im Winter ein großer Risikofaktor für das Auftreten von Angina pectoris Anfällen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen ziehen sich die Blutgefäße an der Hautoberfläche zusammen. Durch diesen Mechanismus soll möglichst wenig Wärme an die Oberfläche gelangen. Das Zusammenziehen der Blutgefäße hat allerdings einen erhöhten Widerstand in diesen Gefäßen zur Folge. Das Herz muss gegen diesen Widerstand anpumpen und erhöht deshalb den Blutdruck. Zur Aufrechterhaltung des höheren Blutdrucks ist eine vermehrte Herzarbeit nötig, was wiederum eine verbesserte Blutversorgung der Herzmuskulatur voraussetzt. Aufgrund der Engstellen in den Herzkranzgefäßen ist die vermehrte Durchblutung allerdings nicht möglich, weshalb es zu einer Minderversorgung des Herzgewebes kommt. Dies löst Angina pectoris Beschwerden aus.

Einteilung

Die Angina Pectoris teilt man in folgende Formen ein:

  • Stabile Angina Pectoris
  • Instabile Angina Pectoris
  • Prinzmetal Angina
  • Angina decubitus
  • Weitere Formen wie Belastungsangina oder Präinfarktangina

Ebenfalls unterscheidet man verschiedene Schweregrade (CCS Klassifikation CanadianCardiovascularsociety):

  • 0: stumme Angina Pectoris, eher als Zufallsbefund
  • 1: AP Symptome treten nur bei schwerster körperlicher Belastung auf (Schneeschippen, schwere Gartenarbeit)
  • 2: AP Symptome treten leicht bei normaler bis schwerer körperlicher Belastung auf (z.B. schnelles Treppensteigen)
  • 3: AP Symptome treten stärker bei normaler körperlicher Belastung auf
  • 4: AP Symptome schon bei geringster körperlicher Belastung (z.B. starke Schmerzen schon beim Ankleiden) oder in körperlicher Ruhe

Stabile Angina pectoris

Bei der stabilen Angina Pectoris ist zu 90% eine Verengung von mindestens einem der Herzkranzgefäße die Ursache. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Symptome immer bei den gleichen Belastungen auftreten und immer durch die gleichen Gegenmaßnahmen nachlassen. Zu den Gegenmaßnahmen gehören körperliche Ruhe und die Einnahme von Medikamenten.

Instabile Angina pectoris

Die instabile Angina Pectoris ist erst einmal jede neu auftretende Angina Pectoris oder jegliche Änderung bei Symptomen der stabilen Angina Pectoris. Wenn die Anfälle z.B. auch bei geringeren Belastungen oder in Ruhe auftreten oder die Anfälle gehäuft auftreten oder wenn die Schmerzen trotz Medikamenteneinnahme bestehen, spricht man von einer instabilen Angina Pectoris. Meist liegt hier eine Verengung mehrerer Herzkranzgefäße zugrunde oder eine Verengung eines größeren Herzkranzgefäßes (Häufig eine sogenannte linksseitige Hauptstamm Stenose). Die instabile Angina Pectoris birgt ein sehr großes Herzinfarktrisiko. Daher müssen Patienten mit instabiler Angina Pectoris umgehend ärztlich behandelt werden.

Prinzmetal Angina

Die Prinzmetal Angina (Angina Pectoris) hat ihren Namen von ihrem Erstbeschreiber Myron Prinzmetal (1908 – 1987) bekommen. Dieser beschrieb die Krankheit im Jahre 1959 zum ersten Mal als Sonderform der Angina Pectoris. Hier kommt es nicht durch eine Verengung zur Minderversorgung des Herzens mit Sauerstoff sondern durch einen sogenannten Vasospasmus. Dies ist ein Krampf von einem oder mehreren Herzkranzgefäßen, der zur Verengung der Gefäße führt. Die Ursache der Krämpfe ist noch unklar. Es wird ein Zusammenhang mit dem Parasympathikus vermutet. Dieser ist ein Teil des vegetativen (unwillkürlichen) Nervensystems, das für alle Dinge verantwortlich ist wie Verdauen (Parasympathikus) oder Fluchtreflexe (Sympathikus). Die Prinzmetal Angina tritt völlig unabhängig von Belastungen auf. Dafür eher in den frühen Morgenstunden, da um diese Zeit der Parasympathikus am aktivsten ist. Für die Prinzmetal Angina ist typisch, dass sie schon im 3. bis 4. Lebensjahrzehnt auftritt. Sie kann ebenso wie die anderen Formen der Angina Pectoris einen Herzinfarkt auslösen.

Angina decubitus (Angina nocturna)

Diese Form der Angina Pectoris tritt vor allem nachts, bzw. nach längerem Liegen auf. Sie ist eine Form der instabilen Angina Pectoris. Im Liegen kommt es zu einem vermehrten Rückstrom von venösem Blut ins Herz. Bei einer Vorschädigung der Herzmuskelzellen ist das der Auslöser der Angina dekubitus / nocturna.

Andere Formen

Gelegentlich hört oder liest man auch noch andere Bezeichnungen für die Angina Pectoris. Diese Bezeichnungen sind allerdings nur Synonyme oder andere Begriffe für die oben beschriebenen Formen der Angina Pectoris. So ist z.B. eine Belastungsangina nur eine Beschreibung dafür, dass die Angina Pectoris nur unter Belastung auftritt. (Also mindestens ein Schweregrad 1) Ebenfalls wird häufiger von einer Präinfarktangina gesprochen. Diese beschreibt eine Angina Pectoris, die vor einem Herzinfarkt aufgetreten ist und diesen damit wahrscheinlich verursacht hat. Eine Therapieresistente Angina Pectoris beschreibt eine schwere Form der instabilen Angina Pectoris, die sich nicht oder nur schlecht therapieren lässt.

Was versteht man unter einem Angina pectoris Anfall?

Die Angina pectoris beschreibt Schmerzen und ein Enge-/Druckgefühl in der Brust. Diese Symptome sind meist nicht dauerhaft vorhanden. Vielmehr treten sie in bestimmten Situationen anfallsartig auf. Mögliche Auslöser sind beispielsweise körperliche Aktivität und psychischer Stress, da beide Situationen den Sauerstoffbedarf des Körpers erhöhen. Ein solcher Angina pectoris Anfall tritt meist plötzlich auf und dauert in der Regel eine bis fünf Minuten an. Während des Anfalls leiden Betroffene an teilweise sehr starken stechenden oder drückenden Schmerzen im Brustbereich. Auch Rücken-, Kiefer- oder Bauchschmerzen können auftreten. Zudem ist durch das Engegefühl in der Brust meist die Atmung erschwert, was Angst und Panik auslösen kann. Nach einigen Minuten legt sich die Symptomatik wieder. In der akuten Situation des Angina pectoris Anfalls kann die Gabe von Nitroglycerin die Beschwerden lindern. Meist wird es in Form eines Nitrosprays verabreicht. Allerdings muss bevor dieses Medikament verschrieben wird, eine genaue Diagnostik der Herzerkrankung erfolgt sein. Aufgrund der plötzlich auftretenden Beschwerden kann ein Angina pectoris Anfall auch mit einem Herzinfarkt verwechselt werden. Daher sollte bei pectanginösen Beschwerden ein Kardiologe (Herzspezialist) aufgesucht werden.

Wie wahrscheinlich führt eine Angina pectoris zu einem Herzinfarkt?

Der Zusammenhang zwischen der Angina pectoris und dem Herzinfarkt ist deutlich: Beide Erkrankungen beruhen auf der koronaren Herzkrankheit. Während es bei einem Angina pectoris Anfall zu einer kurzzeitigen Mangeldurchblutung der Herzmuskulatur aufgrund einer Einengung der Herzkranzgefäße kommt, wird ein Herzinfarkt durch den plötzlichen kompletten Verschluss eines solchen Gefäßes verursacht. Der Übergang zwischen den beiden Erkrankungen ist fließend. Je höher der Stenosegrad ist (man unterscheidet 25%-ige, 50%-ige, 75%-ige und 100%-ige Stenose) desto stärker ist die Angina pectoris Symptomatik und desto wahrscheinlicher kommt es zu einem Herzinfarkt. Auch die Situationen, in denen die Angina auftritt, werden durch die Schwere der Erkrankung bestimmt. Während im Stadium I nur schwere körperliche Anstrengung zu einem Anfall führt, treten die Beschwerden im Stadium IV bereits in Ruhe auf. Das Herzinfarktrisiko bei einem Betroffenen im Stadium IV ist um ein Vielfaches höher als das Risiko im Stadium I. Eine weitere Risikoeinschätzung erfolgt über die Einteilung in eine stabile und eine instabile Angina pectoris. Bei der stabilen Angina ist das Herzinfarktrisiko gering, da die Erkrankung nicht voranschreitet. Bei der instabilen Angina pectoris dagegen ist das Risiko deutlich erhöht, da die koronare Herzkrankheit zunehmend stärker wird.

Ist eine Angina pectoris ansteckend?

Die Angina pectoris ist keine ansteckende Erkrankung. Die Krankheit entsteht ausschließlich in den Gefäßen der betroffenen Personen. Die Ursachen dafür sind vielfältig, liegen aber ausschließlich im Körper des Betroffenen. Erst durch viele Stoffwechselprozesse entsteht eine koronare Herzkrankheit, die die Angina pectoris auslöst. Im Gegensatz zu den Infektionserkrankungen gibt es keinen Krankheitserreger, der von einer Person zur nächsten Übertragen werden kann. Allerdings kann eine Angina pectoris quasi vererbt werden. Zwar bekommt nicht jeder Nachkomme von betroffenen Personen eine Angina pectoris, allerdings ist das Risiko für die Entstehung von Herzerkrankungen deutlich erhöht. Der Grund dafür liegt in einer genetischen Prädisposition, die die Entstehung einer koronaren Herzerkrankung begünstigt.

Therapie

Die Therapie der Angina Pectoris teilt sich in verschiedene Bereiche auf. Hierzu gehören die symptomatische Therapie während eines akuten Angina-Pectoris-Anfalls, die medikamentöse Langzeittherapie und die Wiedereröffnung verengter Gefäßabschnitte (Revaskularisierung). Mögliche Maßnahmen werden im Folgenden aufgezählt und daraufhin genauer erläutert.

  • Nitrospray
  • Medikamentöse Therapie
  • Einsatz eines Stents
  • Bypass-OP
  • Homöopathie

Bei einem akuten Angina-Pectoris-Anfall werden dem Patienten ein bis zwei Sprühstoße Nitroglycerin-Spray unter die Zunge gegeben, das die Symptomatik in wenigen Minuten lindern kann.
Vorsicht geboten ist bei gleichzeitiger Einnahme von Potenzmitteln wie Viagra: Die Kombination beider Medikamente kann zu einem lebensgefährlichen Abfall des Blutdrucks führen.

Die Langzeittherapie soll ein weiteres Auftreten von Angina-Pectoris-Anfällen vermeiden und das Fortschreiten der Krankheit verzögern. Als wichtigste Maßnahme ist eine gesunde Lebensführung zu nennen: Rauchstopp, Gewichtsreduktion und regelmäßiges leichtes Ausdauertraining zum Beispiel in Herzsportgruppen.
Zusätzlich sollten ein bestehender Bluthochdruck, Diabetes mellitus und erhöhte Blutfettwerte behandelt werden. Diese Basismaßnahmen werden durch Medikamente unterstützt, die je nach enthaltenem Wirkstoff die Sauerstoffversorgung des Herzens verbessern oder den Sauerstoffbedarf des Herzens senken.

Bei hochgradigen Verengungen über 50% des Durchmessers in einem Herzkranzgefäß wird von Kardiologen eine interventionelle Ballondilatation (PTCA) in minimal-invasiver Technik durchgeführt. Meist wird anschließend eine Gefäßstütze, ein sogenannter Stent, implantiert, die das Lumen der Koronararterie offenhält.
Die Letalität des Eingriffs beträgt 0,5% bei Patienten mit stabiler Angina Pectoris. Die Erfolgsquote dieses Verfahrens ist mit bis zu 95% sehr hoch, allerdings verschließt sich der implantierte Stent bei bis zu 40% der Patienten im ersten halben Jahr und löst so eine erneute Angina Pectoris aus.
Zur Vorbeugung eines Stentverschlusses müssen die Patienten bis zu einem Jahr lang Gerinnungshemmer einnehmen.

Bei hochgradigen Verengungen mehrerer Herzkranzgefäße oder des Hauptgefäßes wird eine Bypass-Operation in der Herzchirurgie durchgeführt. Hierbei werden die verengten Gefäßabschnitte durch Implantat einer Vene oder Arterie des Patienten umgangen. Meistens wird die Vena saphena magna oder die Arteria mammaria interna genutzt.
Die Sterblichkeit dieses Eingriffs beträgt bei einer stabilen Angina Pectoris 1-3%, durch die Operation wird die Sterberate innerhalb der ersten fünf Jahre im Vergleich zur medikamentösen Behandlung bei Patienten mit mehreren betroffenen Gefäßen um 30% gesenkt. Die Erfolgsrate ist mit 80% beschwerdefreien Patienten nach der Operation hoch, venöse Bypässe verschließen sich in 30% der Fälle nach fünf Jahren, arterielle Bypässen verschließen sich wesentlich seltener.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema auf unserer Unterseite: Therapie der Angina pectoris

Nitrospray

Das Nitrospray ist das typische Notfallmedikament für Personen, die an Angina pectoris leiden. Das Nitroglycerin, welches im Nitrospray enthalten ist, setzt im Körper Stickstoffmonoxid (chemische Formel: NO) frei. Dies wirkt an den glatten Muskelzellen der Gefäße und führt dort zu einer Entspannung. Dadurch wird eine Erweiterung der Gefäße bewirkt. Durch die Inhalation des Nitrosprays gelangt es direkt in die Lunge von wo es mit dem Blutfluss direkt ins Herz transportiert wird, Dort bewirkt es an den Herzkranzgefäßen eine Dilatation (Gefäßweitung). Diese Gefäßdilatation führt innerhalb kürzester Zeit zu einer deutlich verbesserten Durchblutung der Herzmuskulatur und lindert so den Angina pectoris Anfall.

Medikamentöse Therapie

Die Akuttherapie besteht aus der Gabe von ein bis zwei Hüben Nitroglycerin-Spray und Gerinnungshemmern (Heparin und ASS). Bei Bedarf können zusätzlich Sauerstoff und starke Schmerzmittel (Morphine) verabreicht werden.

Die medikamentöse Langzeittherapie umfasst die Behandlung der zugrundeliegenden Koronaren Herzerkrankung. Sie sollte aus ASS, einem Betablocker, einem Statin und einem ACE-Hemmer oder Aldosteronantagonisten bestehen. Diese Medikamente verbessern die Prognose der KHK und senken die Sterblichkeitsrate. ASS (Aspirin) ist ein Gerinnungshemmer, der die Blutplättchen hemmt und somit die Anlagerung dieser Zellen an einen Endothelschaden vermindert.
Betablocker sind eigentlich Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck und beugen Angina-Pectoris-Anfällen vor. Statine greifen regulierend in den Fettstoffwechsel ein und senken den LDL-Cholesterinspiegel, wodurch weniger Cholesterin in die Gefäßwände eingebaut wird. ACE-Hemmer senken den Blutdruck und vermindern so den Sauerstoffbedarf des Herzens. Außerdem hemmen sie das sogenannte Remodeling am Herzen, ein Prozess, bei dem das Herzmuskelgewebe in Folge der KHK krankhaft verändert wird. Aldosteronantagonisten gehören zur Gruppe der Diuretika (wassertreibende Mittel) und wirken ebenfalls diesen Umbauprozessen entgegen.

Wann braucht man einen Stent?

Der Stent ist ein kleines Drahtgitter, welches in ein verengtes Herzkranzgefäß eingesetzt werden kann. Mittels eines Katheters wird der Stent im Gefäß platziert. Dort soll er das Gefäß offenhalten und so Angina pectoris Anfällen vorbeugen. Die Entscheidung zu einem Stent ist von der Symptomatik des Betroffenen abhängig. Je größer der Leidensdruck ist, desto eher wird man auf einen Stent zurückgreifen. Eine Gefäßeinengung wird dann als kritisch angesehen, wenn mehr als 50% des Gefäßes verstopft sind. Daher greift man ab einem Stenosegrad von etwa 50% auf einen Stent zurück.

Alles rund um das Thema finden Sie hier: Stent

Wann braucht man eine Bypass-OP?

Der Bypass ist eine Methode, mit der verstopfte oder stark eingeengte Gefäße umgangen werden können. Ein körpereigenes Gefäß (oftmals ein Stück einer Beinvene) wird entnommen und am Herzen so angenäht, dass eine Umleitung des Blutflusses um die verstopfte Stelle herum erfolgt. Da die Bypass-OP ein größerer Eingriff als der Einsatz eines Stents ist, werden Bypässe meist nur eingesetzt, wenn der Stent versagt oder das Einsetzen eines Stents nicht möglich ist. Auch eine Bypass-OP wird nicht bei jedem Patienten mit Angina pectoris durchgeführt. Die Entscheidung für den Bypass ist abhängig von der Schwere der Symptomatik.

Mehr zu diesem Thema: Bypass am Herz- wann wird er eingesetzt?

Homöopathie

Die Homöopathie spielt bei der Behandlung vieler Erkrankungen neben den Medikamenten der klassischen Schulmedizin eine wichtige Rolle. Bei der Angina pectoris kommen besonders die homöopathischen Goldtropfen zum Einsatz. Zudem werden auch Arnica und Pulsatilla eingesetzt. Heilpflanzen, die bei Angina pectoris Beschwerden helfen, sind das Helmkraut und Salbeiblätter. Zu der homöopathischen Behandlung gehört auch die Umstellung der Ernährung von tierischen Fetten auf eine ballaststoffreiche und ausgewogene Ernährung. Grünes Gemüse und Nüsse sind hier besonders wertvoll. Da homöopathische Mittel mit klassischen Medikamenten wechselwirken können, sollte die Einnahme solcher Mittel unbedingt beim Arzt angegeben werden.

Welche Sportarten sind bei eine Angina pectoris günstig?

Bei Angina pectoris führt eine zu große körperliche Belastung oftmals zum akuten Auftreten eines Anfalls, daher sollte sehr langsam mit dem Sport begonnen werden. Zudem sollt unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, welche Trainingsintensität erlaubt ist. Zum sicheren Einstieg in den Sport gibt es spezialisierte Herzsportgruppen. Bei einer Angina pectoris sind besonders Sportarten, die die Ausdauer trainieren, günstig. Ein guter Start in ein solches Training sind regelmäßige Spaziergänge. Dabei kann sich der Körper langsam an eine körperliche Belastung gewöhnen. Später sind joggen, Rad fahren, wandern, walken und schwimmen gut geeignet. Diese Ausdauersportarten stärken das Herz und die Atmung, zudem fördern sie den Muskelaufbau und die allgemeine körperliche Fitness ohne das Herz plötzlich unter Stress zu setzen.

EKG

Zur Diagnostik eines Sauerstoffmangels im Herzmuskel wird ein Belastungs-EKG auf dem Fahrradergometer durchgeführt. Der Patient wird dabei schrittweise einer steigenden körperlichen Belastung ausgesetzt, während der Arzt das EKG beobachtet.
Typisch für einen Sauerstoffmangel sind Senkungen der ST-Strecke von mindestens 0,1mV in den Extremitätenableitungen oder eine Hebung der ST-Strecke von mindestens 0,1mV in Ableitungen ohne Q-Zacke.

Die maximale körperliche Belastung wird an das Alter des Patienten angepasst. Die Aussagekraft eines Belastungs-EKG ist umso größer, je höher die Ergometerbelastung und die erreichte Herzfrequenz sind. Wird die maximale Belastung nicht erreicht, sind 20% der unauffälligen EKG-Befunde falsch negativ und eine Verengung der Gefäße im Herzen wird übersehen.
Aber auch falsch positive Befunde sind in bis zu 50% der Fälle möglich, diese Befunde werden dann durch weitere Untersuchungen als falsch identifiziert. Das Risiko eines Belastungs-EKGs ist durch die ständige Überwachung gering, sollte aber aufgrund der möglichen Komplikationen am Herzen immer unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.

Physiologie

Das Herz wird über seine Herzkranzgefäße mit Sauerstoff versorgt. Die Hauptschlagader (Aorta) schließt sich direkt an die Klappe der linken Herzkammer an. Von der Aorta gehen direkt hinter der Klappe die Herzkranzgefäße ab. Das Herz reagiert auf Sauerstoffmangel schneller als andere Organe mit Schmerz (siehe: Herzschmerzen). Dieser ist ein sehr gutes Warnsystem, da die Angina Pectoris unbehandelt lebensbedrohlich sein kann. Sowohl bei der instabilen als auch bei der stabilen Angina Pectoris gibt es in den Herzkranzgefäßen eine Verengung (Stenose). Diese sorgt jetzt je nach Schwere ab bestimmten Belastungen für die Mangelversorgung.

Zusammenfassung

Die häufigsten Symptome der Angina Pectoris sind:

  • Plötzlich einsetzende Schmerzen in der Brust, die als hinter dem Brustbein empfunden werden (retrosternal), auch „reißen“ in der Brust
  • Ausstrahlung der Schmerzen in die Schultern (eher die linke), den Rücken und den Kiefer
  • Sodbrennen

Bei Frauen treten meist etwas andere Symptome auf. Die meisten berichten eher von Rücken- oder Magenschmerzen.
Es müssen nicht immer alle Symptome auftreten, oder überhaupt irgendwelche Symptome (z.B. bei sogenannter Stummer AP). Auch empfinden Diabetiker oder Patienten mit Polyneuropathie meist gar keine Schmerzen oder nur geringe, die dann nicht ernst genommen werden.

Eine der Hauptursachen für die Angina Pectoris ist die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Stress in jeder Form und körperliche Belastung können auch einen Anfall auslösen und sind eine Ursache. Üppige Mahlzeiten können das Herz bis zu einem Angina Pectoris Anfall reizen. Dies liegt an der Nähe von Speiseröhre und Herz. Kälte oder auch allgemeine Wetterumschwünge können als Auslöser wirken. Bei Kälte muss das Herz mehr schlagen um den Körper zu wärmen, für das Herz ist das Stress. Der übermäßige Genuss von Alkohol und Rauchen bewirken Arteriosklerose und sind somit Ursachen, gleichzeitig können beide auch direkt eine Angina Pectoris auslösen. So wirkt Rauchen gefäßverengend und unterbindet dadurch noch weiter die Sauerstoffversorgung des Herzens. Alkohol wirkt genau so.
Zusammenfassend kann man sagen, dass alle Aktivitäten oder Umstände die den Puls und den Blutdruck erhöhen Stress für das Herz sind und somit akut einen Angina Pectoris Anfall auslösen können. Die gleichen Faktoren können das Herz dann auf Dauer schädigen und somit ursächlich wirken. Je „gestresster“ das Herz ist, desto mehr Sauerstoff braucht es auch und desto schlimmer werden die Symptome.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.11.2018
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