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Symptome einer Angina pectoris

Definition

Die Angina pectoris (wörtlich „Brustenge“) bezeichnet meist anfallsartig auftretende Schmerzen im Brustbereich. Die Ursache dafür liegt in einer Minderdurchblutung der Herzkranzgefäße. Diese sind beispielsweise bei der koronaren Herzkrankheit durch Plaques verstopft oder verengt und können somit nicht richtig durchblutet werden.
Daraus folgt eine Mangelversorgung des dahinterliegenden Herzmuskelgebietes. Diese sogenannte Ischämie (Unterversorgung mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen) kann Schmerzen auslösen.

Angina pectoris Anfälle deuten häufig auf eine koronare Herzkrankheit hin. Allerdings kann es auch andere Ursachen haben, wie zum Beispiel Spasmen (plötzliches kurzes Zusammenziehen) der Herzkranzgefäße.
Häufig wird die Angina pectoris durch Kälteexposition, Stress oder körperliche Anstrengung ausgelöst. In solchen Situationen erhöht sich der Sauerstoffbedarf des Körpers. Daher muss vom Herzen mehr Blut in den Kreislauf gepumpt werden, als es in Ruhe der Fall ist. Diese Mehrarbeit des Herzens verlangt auch nach einer stärkeren Durchblutung der Herzmuskulatur. Ist diese beispielsweise aufgrund einer koronaren Herzkrankheit nicht gewährleistet, tritt die oben genannte Unterversorgung der Herzmuskulatur auf, was zu Angina pectoris Anfällen führen kann.
Ein solcher Anfall dauert meist zwischen einer und fünf Minuten an. Durch die Gabe von Nitroglycerin (oft als „Nitrospray“) lässt sich die Symptomatik schnell lindern.

Die Angina pectoris lässt sich in unterschiedliche Stadien einteilen.

  • Im Stadium 0 gibt es keine Beschwerden trotz einer auftretenden Ischämie.
  • Das Stadium I ist durch Brustschmerzen bei schwerer körperlicher Belastung gekennzeichnet.
  • Tritt bei normaler körperlicher Belastung eine geringe Angina pectoris auf, so spricht man vom Stadium II.
  • Im Gegensatz dazu kommt es im Stadium III zu erheblichen Brustschmerzen bei vergleichbarer Belastung.
  • Vom Stadium IV spricht man, wenn bereits bei geringer Belastung oder vollständiger Ruhe Angina pectoris Beschwerden auftreten. In solchen Fällen handelt es sich meist um eine instabile Angina pectoris, bei der die zugrundeliegende Erkrankung (meist koronare Herzkrankheit) fortschreitend ist.

Wer an einer instabilen Angina leidet, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen. Bei der stabilen Angina pectoris hingegen stagniert die Symptomatik, was bedeutet, dass sich die Beschwerden nicht verschlechtern. Dies deutet zwar auf eine Stenose (Einengung) der Herzkranzgefäße hin, bedeutet aber gleichzeitig, dass die Engstelle sich nicht weiter ausdehnt.

Informieren Sie sich hier zum Thema: Koronare Herzkrankheit.

Vorboten

Die Schmerzen im Bereich des Kiefers können auch schon Wochen bis Monaten vor der eigentlichen Form der Angina pectoris auftreten. Diese Symptome sind allerdings sehr unspezifisch und sollten gut beobachtet werden. Die Schmerzen im Kiefer müssen dabei nicht dauerhaft bestehen, sondern sie können auch intermittierend auftreten.

Es können auch weitere Vorboten wie ein allgemeines Gefühl der Schwäche und der Abgeschlagenheit auftreten. Häufig werden diese Symptome als eine Art grippaler Infekt wahrgenommen.
Bevor es zur ausgeprägten Angina pectoris kommt, treten vor allem bei Männern sehr häufig Schmerzen im linken Arm auf. Gerade Menschen, die von einer familiären Vorbelastung wissen, sollten bei dem Auftreten dieses Symptoms zu einem Arzt gehen.
Da bei Frauen die Vorboten noch unspezifischer sind, ist die Früherkennung dementsprechend schwerer.

Momentan sind Männer noch häufiger betroffen als Frauen. Einer der Gründe hierfür ist, das Rauchen einen Risikofaktor für die Verkalkung der Herzkranzgefäße und eines Herzinfarktes darstellt.
Da Männer früher mehr geraucht haben als Frauen, kommt es dementsprechend häufiger zu einer Angina pectoris bei Männern als bei Frauen. Da aber heutzutage genauso viele Frauen wie Männer rauchen, ist bald mit einer Angleichung zu rechnen.

Lesen Sie hier mehr über die Ursachen der Entstehung einer Angina pectoris.

Symptome einer Angina Pectoris

Schmerzen hinter dem Brustbein

Schmerzen hinter dem Brustbein sind das typische Symptom bei Angina pectoris.
Viele leiden unter Schmerzen im gesamten Brustbereich, allerdings wird der Schmerz unmittelbar hinter dem Brustbein oftmals am stärksten wahrgenommen. In der Regel werden die Schmerzen als dumpf, stechend oder bohrend beschrieben. Dazu gesellt sich meist ein starkes Gefühl der Brustenge oder des Drucks in der Brust. Viele Betroffene haben das Gefühl, als hätte man ihnen einen schweren Sack auf den Brustkorb gestellt.
Neben den Schmerzen hinter dem Brustbein entsteht so oftmals auch eine Atemnot, die durch das Druckgefühl zustande kommt.

Können Schmerzen hinter dem Brustbein gefährlich sein? Lesen Sie mehr dazu

Schmerzen im linken Arm

Schmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen sind typisch für Herzerkrankungen aller Art.
Besonders mit Schmerzen vergesellschaftet sind dabei der Herzinfarkt und die Angina pectoris. Beide Erkrankungen entstehen aufgrund einer koronaren Herzerkrankung, bei der die Herzkranzgefäße eingeengt oder verstopft sind und deshalb die Herzmuskulatur nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann.
Durch diesen Mechanismus entstehen Schmerzen.

Die Leitung der Schmerzempfindung vom Herzen zum Gehirn findet über Nervenfasern statt. Diese werden mit vielen anderen Nervenfasern aus unterschiedlichen Körperregionen gebündelt und verlaufen so einen Teil der Strecke bis zum Gehirn gemeinsam.
Aufgrund dieses gebündelten Nervenverlaufs kann das Hirn in einigen Fällen nicht unterscheiden, aus welcher Körperregion die Schmerzen stammen und nimmt sie dabei fälschlicherweise im Bereich des linken Armes wahr.

Grundsätzlich ist auch eine Wahrnehmung des Schmerzes im rechten Arm möglich, allerdings treten solche Beschwerden deutlich seltener auf. Die Ursache dafür liegt in der Anatomie des menschlichen Körpers: das Herz befindet sich auf der linken Seite des Brustkorbs, daher werden die dazugehörenden Nervenfasern normalerweise mit den anderen Fasern der linken Körperhälfte gebündelt.

Atemnot als Symptom

Die Angina pectoris macht sich meist in Form von Brustschmerzen bemerkbar. Zusätzlich entsteht das Gefühl einer Enge oder eines Drucks auf der Brust. Dies führt bei vielen Betroffenen zu Atemnot.
Zudem gehen Atemnot und Angina pectoris Beschwerden oftmals miteinander einher, da sie beide bei körperlicher Belastung auftreten.

Wer körperlich aktiv ist, verbraucht mehr Sauerstoff und muss daher vermehrt Atmen. Außerdem muss vor allem die Muskulatur stärker durchblutet werden, weshalb das Herz eine erhöhte Pumparbeit leisten muss. Bei Herzerkrankungen wie der koronaren Herzkrankheit entsteht auch am Herzen ein Sauerstoffmangel, wodurch die Angina pectoris Beschwerden entstehen.

Atemnot durch eine Herzschwäche? Erfahren Sie hier mehr zu diesem Thema. 

Schmerzen im Oberbauch

Eine Angina pectoris ist in der Regel auf eine koronare Herzkrankheit zurückzuführen. Aufgrund der Unterversorgung des Herzgewebes entstehen Schmerzen, die normalerweise im Brustbereich empfunden werden. Sie können jedoch auch in andere Körperregionen ausstrahlen. Davon sind besonders häufig benachbarte Organe betroffen.

Während bei Männer oftmals der Brustschmerz oder das Engegefühl am Brustkorb im Vordergrund stehen, klagen Frauen besonders häufig über Magen- oder Oberbauchschmerzen. In einigen Fällen treten die Oberbauchschmerzen sogar als einziges Symptom der Angina pectoris auf. Oft gesellen sich zu den Bauchschmerzen auch Übelkeit und Erbrechen.

Oberbauchschmerzen - Das sind die häufigsten Ursachen.

Übelkeit und Erbrechen als Symptom

Angina pectoris Anfälle drücken sich oftmals nicht nur durch Schmerzen im Brustbereich aus. In vielen Fällen strahlt der Schmerz auch in andere Körperregionen aus.

Besonders bei Frauen sind häufig der Oberbauch und der Magen mitbetroffen. Dabei treten nicht nur Schmerzen in der Magenregion auf, zusätzlich kommt es oftmals zu Übelkeit und Erbrechen.
Da einige Personen mit koronarer Herzkrankheit ausschließlich an Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen leiden, ohne dass Brustschmerzen oder andere herzspezifische Symptome auftreten, sollte bei häufiger auftretenden Episoden der Beschwerden auch an Angina pectoris gedacht werden.

Schmerzen im Rücken

Rückenschmerzen im Allgemeinen sind ein Volksleiden und in der Regel auf Fehlhaltungen des Körpers beim Sitzen zurückzuführen.
Treten die Rückenschmerzen allerdings in Form eines dumpfen, stechenden oder bohrenden Schmerzes auf, steckt möglicherweise eine Herzerkrankung hinter den Beschwerden. Besonders Rückenschmerzen, die im Bereich der Brustwirbelsäule angesiedelt sind, sollten auch im Hinblick auf eine Herzerkrankung untersucht werden.

Viele Betroffene nehmen eine Art gürtelförmigen Schmerz wahr, der sich um den Brustkorb herumlegt. Somit tritt eine Kombination aus Rücken- und Brustschmerzen auf, die besonders typisch für Angina pectoris Beschwerden ist. Während Männer häufig sehr spezifische Schmerzen hinter dem Brustbein angeben, sind die Symptome bei Frauen deutlich vielfältiger und unspezifischer, weshalb die Diagnose einer Angina pectoris bei ihnen oftmals länger dauern kann.
Leidet eine Person an anfallsartig auftretenden Rückenschmerzen, sollte spezifisch auf eine koronare Herzkrankheit hin untersucht werden. Diese löst bei vielen Betroffenen Angina pectoris Anfälle aus, die meist als Brustschmerzen, oftmals aber auch als Rückenschmerzen wahrgenommen werden.

Schmerzen am Zahn und Kiefer

Kiefer und Zahnschmerzen lassen zunächst an ein tatsächliches Problem im zahnärztlichen Bereich denken. Allerdings können gerade Kieferschmerzen auch ein Ausdruck für viele andere Erkrankungen sein.

Im Fall der Angina pectoris ist es zum einen möglich, dass der Brustschmerz zusätzlich in den Bereich des Kiefers und der Zähne ausstrahlt. Manchmal können die Kiefer-/Zahnschmerzen auch ohne das Auftreten des Brustschmerzes vorliegen.
Die Kieferschmerzen können zusätzlich durch eine generelle Anspannung im Körper entstehen. Gerade Angina pectoris Anfälle versetzen den Körper in eine Stresssituation. Zudem sind die Anfälle häufig mit Angst oder Panik vergesellschaftet. Dies kann unter anderem eine erhöhte Anspannung der Kiefermuskulatur („Zähne zusammenbeißen“) hervorrufen werden.

Schmerzen im Halsbereich

Halsschmerzen, wie sie bei Erkältungen und Husten auftreten, sind eher ein untypisches Symptom für die Angina pectoris.
Allerdings kann das Schmerzgefühl, welches meistens in Brustbereich lokalisiert ist, auch an anderen Körperstellen wahrgenommen werden. So werden die Brustschmerzen typischerweise als stechend, bohrend oder dumpf beschrieben. Tritt ein solches Schmerzgefühl in der Halsgegend auf, kann es sich dabei auch um ein Anzeichen für die Angina pectoris handeln

Eine mögliche Erklärung für die Entstehung dieser Schmerzen liegt in der gemeinsamen Verschaltung der zuständigen schmerzleitenden Nervenfasern. Dadurch kann das Gehirn nicht mehr auseinanderhalten, ob der Entstehungsort der Schmerzen im Hals- oder Brustbereich liegt.

Schmerzen im Bereich des Nackens

Nackenschmerzen sind bei Angina pectoris Beschwerden eher selten, können aber dennoch auftreten. Sie werden dadurch ausgelöst, dass die Schmerzen aus dem Brust- und Rückenbereich bis in den Nacken ausstrahlen.
Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass das Gehirn im Bereich der inneren Organe nicht viele schmerzleitenden Nervenfasern hat. Dadurch können die Schmerzen nicht an einem konkreten Punkt wahrgenommen werden. Vielmehr entsteht das Gefühl des Schmerzes in einem größeren Körperareal. Bei einigen Personen ist daher das Schmerzareal des Herzens bis zum Nacken hin ausgedehnt. Deshalb kann der Schmerz vom Herzen auch im Nacken wahrgenommen werden. 

Außerdem geht ein Angina pectoris Anfall mit einer Stressreaktion des Körpers einher und kann so zu einer reflektorischen Anspannung der Nackenmuskulatur führen. Daraus entsteht in der Folge eine Verspannung im Nacken, die wiederum Schmerzen auslösen kann.

Angst und Panik als Symptom

Im Zusammenhang mit einem Angina pectoris Anfall tritt oftmals auch ein Gefühl der Angst/Panik und inneren Unruhe auf.
Bei vermehrter körperlicher Belastung kommt es zu einer Minderversorgung der Herzmuskulatur. Dies bedingt einerseits die als Angina pectoris bezeichneten Brustschmerzen, andererseits führt es auch zu einem Engegefühl in der Brust.
Die Enge oder der Druck auf der Brust kann allein schon Angst oder Panik auslösen. Zudem erschwert es die Atmung und löst dadurch das Gefühl der Luftnot aus, was wiederum die Panik verstärken kann. Aufgrund dieser Mechanismen ist der Begriff der Herzangst entstanden, welcher die Angst und Panik bei einem Angina pectoris Anfall oder einem Herzinfarkt beschreibt.

Schweißaubruch als Symptom

Personen mit Angina pectoris Beschwerden leiden an einer Herzerkrankung. Dadurch kommen sie bei körperlicher Anstrengung oftmals schneller außer Atem und fangen früher an zu Schwitzen.
Bei einem akuten Angina pectoris Anfall kann es zudem zu plötzlichen Schweißausbrüchen kommen. Diese werden durch die Schmerzen im Brustbereich ausgelöst
 Zudem kann ein solcher Anfall auch Angst oder Panik hervorrufen, was im Körper zu einer Aktivierung der Schweißproduktion führt.

Symptome bei Diabetikern

Bei Diabetikern sind die Symptome einer Angina pectoris oftmals geringer ausgeprägt. Wie bei anderen Betroffenen tritt die Angina meist in Form von Brustschmerzen aus, diese können in den Rücken, linken Arm und Kiefer ausstrahlen. Auch Magenschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen können auftreten.

Der bei Diabetikern erhöhte Blutzuckerspiegel greift unter anderem Nervenfasern an, sodass Schmerzreize nur noch vermindert an das Gehirn weitergeleitet werden können. Aus diesem Grund wird der Schmerz, der bei einer Angina auftritt, von Diabetikern weniger stark wahrgenommen.
Aufgrund des Untergangs von Nervenfasern erleiden Diabetiker häufiger einen stummen Herzinfarkt, bei dem ein Herzinfarkt auftritt, aber keine Schmerzen wahrgenommen werden.

Klassifikation

Es werden verschiedene Arten der Angina pectoris voneinander unterschieden.
Es gibt zum einen die stabile Angina pectoris und zum anderen die instabile Angina pectoris.

Von einer stabilen Angina pectoris spricht man, wenn die Symptome bei jedem Auftreten ähnlich sind und diese auch ungefähr gleich lange andauern. Ein Beispiel für eine stabile Angina pectoris ist die Prinzmetal-Angina, bei der es zu einem Spasmus der Gefäße kommt. Eine stabile Angina pectoris tritt meist ohne Veränderungen im EKG auf. Diese Form der Angina pectoris ist gut mit Nitrogylcerin therapierbar.

Bei der instabilen Angina pectoris kommt es entweder zu einer Veränderung in der Symptomatik oder zu einer neu aufgetretenen Angina pectoris. Dieser Form liegt meist ein Herzinfarkt oder eine Herzkranzgefäßerkranung auf dem Boden einer Arteriosklerose zu Grunde.
Das Auftreten einer instabilen Angina pectoris stellt einen Notfall dar. Im Gegensatz zu der stabilen Angina pectoris ist die Grundlage der instabilen Angina pectoris in der Regel im EKG sichtbar.

Symptome einer stabilen Angina pectoris

Die Symptome einer stabilen Angina pectoris zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie sich über einen längeren Zeitraum nicht verändern.

Im Allgemeinen treten bei der Erkrankung vor allem Brustschmerzen auf. Diese liegen oftmals unmittelbar hinter dem Brustbein und treten anfallsartig auf. Meist halten sie für ein bis fünf Minuten an und lassen sich durch die Gabe von Nitroglycerin (Nitrospray) lindern.
Die Schmerzen können allerdings auch in andere Körperregionen ausstrahlen. Dabei treten Rücken-, Hals- oder Kieferschmerzen auf. Auch Schmerzen im linken Arm können ein Hinweis auf eine Angina pectoris sein. Insbesondere bei Frauen, seltener auch bei Männern, kommt es zudem zu Magen- und Oberbauchschmerzen. Damit einhergehen können Übelkeit und Erbrechen.

In Abgrenzung zur instabilen Angina pectoris bleiben die Beschwerden bei der stabilen Angina konstant. Über einen langen Zeitraum treten also die genannten Beschwerden anfallsartig auf, die Schmerzen verschlechtern sich dabei nicht. Diese Symptomatik lässt vermuten, dass eine Stenosierung (Einengung) des betroffenen Herzkranzgefäßes zwar vorliegt, aber nicht weiter voranschreitet.

Symptome einer instabilen Angina pectoris

Die instabile Angina pectoris bezeichnet die typischen pectanginösen Beschwerden.
Dazu gehören Schmerzen im Brustbereich, insbesondere hinter dem Sternum (Brustbein). Außerdem können die Schmerzen in den Oberbauch und Magen ausstrahlen. Damit einhergehend treten oftmals auch Übelkeit und Erbrechen auf. Auch eine Verlagerung des Schmerzes in den linken Arm, den Rücken oder den Kiefer/Zähne/Hals ist möglich.
Zugrunde liegt dem Schmerz eine koronare Herzkrankheit. Es ist also mindestens eines der Herzkranzgefäße mit einer Plaque verstopft oder eingeengt.

Charakteristisch für die instabile Angina pectoris ist eine Verschlechterung der Beschwerden. Über einen gewissen Zeitraum treten somit mehrere Angina Anfälle auf, die nach und nach stärker werden.
Daraus kann man schließen, dass die Stenosierung (Einengung) der betroffenen Herzkranzgefäße weiter fortschreitet. Deshalb ist eine instabile Angina pectoris mit einem hohen Herzinfarktrisiko verbunden.

Auch jede erstmals auftretende Angina pectoris fällt unter die Definition einer instabilen Angina, da in diesem Fall eine Verschlechterung der Symptomatik von „keine Beschwerden“ zu „Angina pectoris Beschwerden“ stattfindet.

Informieren Sie sich hier zum Thema: Stenosierung durch Arteriosklerose.

Symptome einer Prinzmetal-Angina

Die Prinzmetal-Angina bezeichnet ebenfalls anfallsartige Brustschmerzen. Diese werden durch einen Spasmus (plötzliches Zusammenziehen) der Herzkranzgefäße ausgelöst.
Ähnlich wie bei der koronaren Herzkrankheit führt dies zu einer verminderten Durchblutung der Gefäße, sodass die Herzmuskulatur hinter dem krampfenden Gefäßabschnitt nicht mehr ausreichend durchblutet ist. Daraus folgt eine Unterversorgung mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen, was in der Folge zu Brustschmerzen führt.

Diese Gefäßspasmen treten anfallsartig auf und rufen dadurch auch anfallsartige Schmerzen im Brustbereich hervor.

Notfallsituationen bei Angina pectoris Symptomatik

Tritt eine Angina pectoris-Symptomatik neu auf, handelt es sich um einen Notfall!

In diesem Fall ist sofort ein Notarzt zu rufen, da es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt. Bis zum Eintreffen des Rettungswagens, sollte versucht werden, den Betroffenen zu beruhigen.
Zunächst werden die Symptome der Angina pectoris behandelt und nicht der ursächliche Herzinfarkt, sodass das Herz wieder mit Sauerstoff versorgt werden kann. Im Krankenhaus wird dann der Herzinfarkt an sich behandelt.
Aber: Nicht jeder Angina pectoris Anfall ist ein Herzinfarkt! Gerade bei der stabilen Angina pectoris, welche vor allem in Belastungssituationen auftritt, kommt es zu keiner dauerhaften Minderversorgung des Herzmuskels. Sobald die Anstrengung vorbei ist, reichen die Gefäße wieder aus, um das Herz mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.
Die instabile Angina pectoris ist dagegen häufiger ein Anzeichen eines Infarktes.

Hier mehr zum Thema: Anzeichen eines Herzinfarktes. 

Differentialdiagnosen

Tritt die Angina pectoris Symptomatik zum ersten Mal auf, denken die meisten Menschen zuerst an einen Herzinfarkt. Allerdings kann es sich auch um eine rupturierte Aortendissektion handeln.

Die Hauptschlagader (Aorta)  besteht aus drei Schichten. Dabei kann sich vor allem die innerste Schicht lösen, so dass ein falscher Hohlraum entsteht (sog. Aortendissektion). Wenn dieser Hohlraum, welcher durch den ständigen Blutstrom immer wieder gefüllt wird, reißt, spricht man von einer rupturierten Aortendissektion.
Dabei handelt es sich genau wie beim Herzinfarkt um eine lebensbedrohliche Erkrankung, welche auch die Angina pectoris-Symptomatik auslösen kann.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Aortendissektion

Hinter dieser Art von Symptomatik muss aber keine lebensbedrohliche Erkrankung stecken. Bei manchen Patienten kommt es aufgrund der räumlichen Nähe von Herz und Magen, welche nur durch das Zwerchfell voneinander getrennt werden, auch schon durch eine Entzündung des Magens (Gastritis) zu einer Angina pectoris-Symptomatik.
Wichtig bei all diesen Ursachen ist es den Patienten möglichst gründlich zu untersuchen, um eine lebensbedrohliche Erkrankung auszuschließen.

Vorgehen bei Angina pectoris

Bei einem Angina pectoris-Anfall wird häufig ein sogenanntes 12-Kanal-Elektrokardiogramm (12-Kanal-EKG) geschrieben. Außerdem bekommen die Patienten meist Medikamente, welche die Angst und den Schmerz reduzieren, damit der gestresste Körper zu Ruhe kommen kann.

Sollte der Betroffene wissen, dass es sich bei seiner Form der Angina pectoris um die stabile Form handelt, muss auch nicht das Krankenhaus aufgesucht werden, da sich die Beschwerden meist mit Rückgang der Belastung von selbst bessern.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Therapie einer Angina Pectoris

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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