Haut juckt

Anatomie der Haut

Die Haut (lat. Cutis) überdeckt den gesamten Körper und gilt deshalb sowohl in der Anatomie, als auch in der Medizin als das größte Organ. Die Haut lässt sich anatomisch in drei große Schichten einteilen, von der die sogenannte Oberhaut (Epidermis) die Äußerste bildet. In Richtung Körperinneres folgen der Oberhaut die Lederhaut (Dermis oder Corium) und die Unterhaut (Subcutis).

In vielen Lehrbüchern wird die Haut als Organ lediglich in zwei Schichten eingeteilt, die Cutis (bestehend aus Epidermis und Dermis) und die Subcutis. Auch die einzelnen Hautschichten lassen sich in verschieden aufgebaute Unterabteile gliedern.
So setzt sich die Epidermis aus insgesamt fünf Anteilen zusammen. Sie besteht aus einer Hornschicht, mehreren inneren Anteilen (Stratum lucidum, Stratum granulosum, Stratum spinosum) und einer Basalschicht. Von der Basalschicht (Stratum basale) geht die Regeneration der darüber angegliederten Hautanteile aus.
Basalschicht- Zellen wandern während ihres Lebenszyklus immer weiter in Richtung Hornschicht und verlieren dabei zuerst ihre Teilungsfähigkeit und sterben letztendlich ab.
Die oberen Hautschichten bestehen deshalb lediglich aus abgestorbenen Zellen, die sich durch Schuppung ablösen. Die Lederhaut wird von Bindegewebsfasern gebildet und sie dienen vornehmlich der Verankerung und der Ernährung der Epidermis. In ihr eingebettet liegen kleine Gefäß- und Nervenfasern.

Die Subcutis wiederum enthält reichlich große Blutgefäße und Nervenfasern, die kleine Ausläufer in die oberen Hautschichten aussenden. Darüber hinaus lassen sich in der unteren Hautschicht viele Sinneszellen, welche starke Druckreize aufnehmen und weiterleiten, finden.
Diese Schicht ist auch dafür verantwortlich, dass die Haut juckt.


Ursachen juckender Haut

Wenn die Haut juckt, muss und sollte nicht gleich eine ernstzunehmende Erkrankung dahinter vermutet werden. Fakt ist, dass die Haut im Laufe eines Lebens enorm vielen, sehr unterschiedlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt ist und auf diese adäquat reagieren muss. Aus diesem Grund ist es selbstverständlich, dass sich die Haut als arbeitendes Organ hin und wieder durch jucken oder schuppen bemerkbar macht.
Erst bei über eine längere Zeit anhaltenden Spannungsgefühlen und Juckreiz sollte ein Hautarzt (Dermatologe) aufgesucht und den Ursachen auf den Grund gegangen werden. Der Grund für eine brennende oder juckende Haut kann im Inneren des Organismus oder direkt in der Haut zu finden sein. Die äußeren Einflüsse, die dafür sorgen, dass die Haut juckt sind zumeist leichter auszumachen als die systemischen (im Körperinneren liegenden) Ursachen.

Zu den Hauptgründen dieser Kategorie gehören allgemeine Unverträglichkeitsreaktionen und/ oder allergische Reaktionen auf verschiedene Pflegeprodukte. Patienten bei denen dieses Problem erstmals auftritt, sollten aus diesem Grund überlegen welche Pflegeprodukte sie kurz vor Beginn der Symptomatik neu angeschafft haben.
In den meisten Fällen sind Duschgels, Shampoos, Seifen oder Cremes dafür verantwortlich, dass die Haut juckt. Auch das Verwenden eines neuen Waschmittels sollte als Ursache in Betracht gezogen werden, da die Haut durch das lange Tragen frisch gewaschener Kleidungsstücke auch dem Waschmittel besonders intensiv ausgesetzt ist.
Ein Blick auf die Inhaltsstoffe der verwendeten Kosmetika kann oftmals schon einen ersten Anhalt für eine bestehende Unverträglichkeit oder sogar eine allergische Reaktion liefern. Kosmetika mit einem besonders hohen Anteil an chemischen Zusätzen sind für die Haut besonders gefährlich.

Darüber hinaus können sich verschiedene Reaktionen auf Nahrungsmittel auch im Bereich der Haut oder Schleimhaut bemerkbar machen. In einigen Fällen beruhen diese Hautreaktionen jedoch nicht bloß auf den Genuss eines einzelnen Lebensmittels, vielmehr die Kombination verschiedener Inhaltsstoffe sorgt für deutliche Hautreaktionen.
Die Suche nach dem tatsächlichen Grund einer juckenden Haut ist demnach extrem schwer und langwierig. Vielen Patienten hilft es, vor allem wenn der Auslöser auf Seiten der Ernährung vermutet wird, ein sogenanntes „Lebensmitteltagebuch“ anzulegen.
Dort sollten alle Dinge, die über den Tag verzehrt werden und eventuell auftretende Hautreaktionen genau notiert werden. So kann der „Übeltäter“ über kurz oder lang ermittelt werden.

Im Bereich der behaarten Haut kommt es häufig im Rahmen der Haarentfernung (Rasieren, Epilieren, Waxing) zum Jucken. Dies ist meist ein Symptom eines eingewachsenes Haares. Siehe hier: Eingewachsenes Achselhaar - Was tun?, Eingewachsenes Haar entfernen

Therapie juckender Haut

Fast jeder empfindet es als höchst unangenehm wenn die Haut juckt. Natürlich sollte bei langanhaltenden Problemen zuerst die Ursache geklärt und wenn möglich beseitigt werden. Doch da diese Ursachensuche in vielen Fällen recht lange dauert können sich betroffene Patienten mit einigen Hilfsmitteln Linderung verschaffen.
Da die Haut oftmals durch anhaltenden Stress vorgeschädigt ist und dann wiederum auf andere Reize besonders empfindlich reagiert, kann es helfen gezielte Entspannungsübungen durchzuführen. Außerdem ist die Haut mit einem natürlichen Säureschutzmantel überzogen, welcher sie besonders widerstands- und strapazierfähig macht.

Häufiges Duschen sollte generell und besonders von Menschen mit Hautproblemen (Haut juckt etc.) vermieden werden, da dies den Säureschutzmantel gewissermaßen abspült. Falls man nicht auf das tägliche Duschen verzichten möchte, kann man sich mit speziellen rückfettenden Duschgels und Cremes Abhilfe schaffen. (Siehe auch: Haut juckt nach dem Duschen)

Da Juckreiz oftmals durch entzündliche Prozesse, die mit einer Wärmeentwicklung einher gehen ausgelöst wird, können Betroffene durch gezieltes Kühlen der juckenden Hautpartien Linderung erfahren. Sowohl Eiswürfel, als auch kühle Umschläge wirken wahre Wunder. Bei trockener Haut, schuppiger Haut empfiehlt es sich spezielle fetthaltige Pflegelotionen und/ oder Cremes aufzutragen.
Diese führen dazu, dass die abgestorbenen Hautschüppchen aufgeweicht werden und sich von der gesunden Haut lösen. Außerdem stärken sie den natürlichen Schutzmantel der Haut und lindern die Juckbeschwerden.
Viele Betroffenen berichten darüber, dass das Benutzen von Seifen und Duftstoffen die Problematik verschlimmert und dazu führt, dass die Haut stärker juckt. Dies sollte die Betroffenen jedoch nicht dazu zwingen ganz auf Parfums zu verzichten. Es empfiehlt sich gerade für diese Menschen dazu überzugehen Parfums nicht direkt auf die Haut, sondern vielmehr auf die Haare oder die Kleidung zu sprühen. Darüber hinaus sollten bestimmte Juckreiz- fördernde Inhaltsstoffe vermieden werden.

Zu den relevanten Stoffen Zur Juckreiztherapie gehören Teebaumöl, Kamille und Arnika. Auch bei der Wahl der Kleidung sollten Juckreiz- geplagte ein Auge auf die verwendeten Materialien haben. Stoffe wie Wolle und verschiedene synthetische Fasern verursachen in vielen Fällen eine deutliche Verschlimmerung des Problems und sollten aus diesem Grund, wenn möglich, vermieden werden. Das wichtigste, beste und zugleich schwierigste Hilfsmittel gegen Haut die juckt, ist und bleibt jedoch das Unterlassen von jedweden Kratzversuchen. Um sich selbst davon abzuhalten die sowieso schon gereizten Hautpartien zu schonen empfiehlt es sich die Fingernägel so kurz wie möglich zu schneiden und (wenn überhaupt) lediglich mit den Fingerkuppen ganz leicht über die juckenden Stellen zu fahren.

Juckende Haut und Hautausschlag bei Stress

Mehrere Studien zeigen mittlerweile signifikante Zusammenhänge zwischen der menschlichen Psyche und dem Zustand der Haut.
Stress kann eine überschießende Immunreaktion des Körpers auslösen und damit bestehende Hautkrankheiten, wie etwa Neurodermitis, Psoriasis (Schuppenflechte) und Hautausschläge verschlimmern, wenn nicht sogar verursachen.
Die Haut juckt, der Betroffene schläft schlecht und leidet dadurch an einer ständigen Ruhelosigkeit, welche wiederum noch mehr Stress verursacht. Doch wie genau verursacht Stress solch eine Reaktion der Haut?
Der Körper reagiert auf Stress mit einer komplizierten Abwehrreaktion. Es werden zunächst vermehrt die Hormone Noradrenalin und Adrenalin ausgeschüttet. Diese bezeichnet man auch als „Stresshormone“.
Sie steigern den Blutdruck und den Puls und versetzen den Körper in einen allgemein sehr wachen Zustand.
Darüber hinaus löst Stress eine Immunreaktion aus, bei welcher Zellen unseres körpereigenen Abwehrsystems aus dem Blut in das Gewebe und die Haut auswandern, um Krankheitserreger unschädlich zu machen.

Da diese Reaktionen nicht ewig anhalten sollen, kommt jetzt das Hormon Cortisol zum Einsatz.
Es soll die Entzündung, die durch die Immunreaktion ausgelöst wird, wieder eindämmen. Es wirkt also immunsuppressiv.
Herrscht hier jedoch ein Ungleichgewicht, kann es passieren, dass nicht genug Cortisol ausgeschüttet wird, und die Immunreaktion quasi über das Ziel hinaus schießt.

Die Entzündung bleibt bestehen und macht die Haut anfälliger für Neurodermitis, Psoriasis und Hautausschläge und damit für den Juckreiz.

Vor allem belastende und traumatische Lebensereignisse in der frühen Kindheit können dieses Abwehrsystem aus dem Gleichgewicht bringen und so stressbedingten Juckreiz begünstigen.
Man hat jedoch auch noch einen weiteren Ansatz zur Entstehung psychosomatisch bedingten Juckreizes. Dieser Ansatz nennt sich Neuropeptid-Neurotrophin-Achse.
Es wurde nachgewiesen, dass unter lang anhaltendem Stress vermehrt der Eiweißstoff „Substanz P“ aus Nervenzellen ausgeschüttet wird.

Diese „Substanz P“ regt sogenannte Mastzellen dazu an, ihren Inhalt, das Histamin, in das Gewebe zu entleeren. Mastzellen sind eine Komponente unseres Immunsystems.
Histamin wirkt bei der Entstehung von Allergien und allergischen Reaktionen mit und löst einen starken Juckreiz so wie eine Hautschwellung und Rötung aus.

Mögliche Therapieansätze können sowohl medikamentöser Art als auch das Erlernen von Entspannungstechniken sein.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Hautausschlag durch Stress

Juckende Haut bei Ausschlag

Hautausschläge, auch Exantheme genannt, treten sehr häufig auf und können viele verschieden Ursachen haben. Auch ihr Aussehen kann unterschiedlich sein.

Charakteristischerweise bilden sich auf der Haut rote, bräunliche oder auch weiße Flecken. Es können größere Hautpartien betroffen sein.

Besonders oft finden sich Exantheme an Ellbogen und –beugen, Fingern (Hautausschlag am Finger), Händen (s. auch Hautausschlag an den Händen), Füßen, Unterarmen, Beinen, in der Leisten- und Genitalregion, sowie am Brustkorb. Es können sich Schwellungen und Bläschen bilden.

Das prominenteste Begleitsymptom eines Ausschlags ist der Juckreiz, welcher oft noch durch ein Brennen oder eine Erwärmung der betroffenen Hautareale gekennzeichnet ist.

Bei sehr starkem und schmerzhaftem Juckreiz sollte man sofort einen Arzt aufsuchen.

Die Ursachen für den juckenden Hautausschlag können sehr unterschiedlich sein. In der Regel sind Ausschläge ein Ausdruck für virale und bakterielle Infektionen, entzündliche und nicht-entzündliche Hauterkrankungen, Allergien und Medikamentennebenwirkungen.

Mögliche Ursachen für einen juckenden Ausschlag sind bspw. eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren, Pfeiffersches-Drüsenfieber oder eine Hepatitis.

Juckende Hautausschläge können des Weiteren als medikamentenabhängige Nebenwirkung auftreten. Medikamente, welche einen solchen Ausschlag hervorrufen, sind vor allem Antibiotika, Diuretika, nicht-steroidale Antirheumatika, Kortisonpräparate und Antiepileptika.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Juckreiz bei Amoxicillineinnahme.

Eine weitere Ursache für juckende Hautausschläge sind Allergene.

Chronische Hauterkrankungen wie etwa die Psoriasis (Schuppenflechte) und die Knötchenflechte (Lichen ruber planus) sind begleitet von einem starken Juckreiz. Auch eine parasitäre Hauterkrankung (beispielsweise die Skabies) führt zu sehr stark juckender Haut.

Weitere Ursachen juckender Hautausschläge sind Pilzinfektionen jeglicher Art, chronisch entzündliche Erkrankungen und Virusinfektionen.

Die Therapie fällt hier sehr unterschiedlich aus, da die Ursachen vielfältig sind und der Krankheitsverlauf oft auch atypisch sein kann.

Zur Prophylaxe ist eine gute Hautpflege empfehlenswert. Man sollte beachten, in welcher Situation der Hautausschlag erstmals aufgetreten ist, dies kann die Diagnostik erleichtern.

Haut juckt überall und ständig

Juckende Haut kann sehr unangenehm sein, vor allem, wenn sich der Juckreiz über die gesamte Haut erstreckt und sehr lange andauert.
Diese Situation stellt einen hohen Leidensdruck dar und führt bei Betroffenen zu Stress.

Das Resultat können Schlaflosigkeit und Ruhelosigkeit sein.
Daher ist es notwendig, den Betroffenen so schnell wie möglich eine Linderung ihrer Beschwerden zu verschaffen.
Juckreiz hat viele Seiten, es gibt nicht nur eine Art und eine Ursache.

Mögliche Ursachen

  • Allergien
    Ein ständiger, großflächiger Juckreiz ist klar abzugrenzen von lokal umgrenzten Hauterscheinungen wie bspw. juckenden Ekzemen.
    Ein ständiges Jucken, das überall auftritt ist seltener, als lokale Beschwerden. Häufig sind empfindliche Stellen wie die Ellenbeugen (Hautausschlag am Ellenbogen), Handflächen, der Genitalbereich, das Gesicht und etwa die Kopfhaut betroffen.
  • Bei einem solch großflächig auftretenden Juckreiz kann es sich um eine ausgeprägte allergische Reaktion handeln.
    Die auslösenden Allergene können bspw. Textilien oder Körperpflegeprodukte wie Duschgels sein, die großflächig aufgetragen werden.
    Tritt der Juckreiz vor allem nach dem Tragen gewisser Kleidungsstücke, dem Verzehr mancher Nahrungsmittel oder dem Duschen auf, sollte man dies seinem behandelnden Arzt mitteilen, um gegebenenfalls einen Allergietest durchzuführen.
  • Trockene Haut - Xerodermie
    Im Allgemeinen liegt einem ständigen Juckreiz jedoch eine sehr trockene Haut zugrunde. Besonders reife Haut, welche im Alter an Elastizität und Belastbarkeit verliert, neigt dazu schnell auszutrocknen. Umweltgegebenheiten, wie Allergene, Parasiten, UV-Strahlung und mechanische Belastungen verstärken das Austrocknen der Haut zusätzlich. Die Haut ist grade im hohen Alter nicht mehr fähig, ausreichend Talg und Fette zu produzieren und sich so vor einem Austrocknen zu schützen.
    Aber auch der Lebensstil kann den Zustand verschlechtern. Alkohol, Rauchen, mangelnde Flüssigkeitszufuhr, häufige Sonnenbäder und eine mangelnde/ übertriebene Körperhygiene trocknen die Haut zusätzlich aus.
    Aber auch hormonelle Umstellungen des Alters verstärken diesen Effekt. Die Haut ist aufgrund ihrer mangelnden Elastizität von Mikrorissen überzogen, was sie anfälliger für Reizungen macht. Nach heutiger Vorstellung sind freie Nervenendigungen in der Haut für diesen Juckreiz verantwortlich.
    Sie werden bspw. durch gewisse Gewebshormone stimuliert. Kälte, Wärme oder bspw. mechanische Reizungen wie das Kratzen können den juckenden Stimulus angenehmer machen oder in eine andere erträglichere Schmerzwahrnehmung überführen, weshalb die Patienten auch das Bedürfnis haben, sich teilweise sogar blutig zu kratzen.
  • Schwangerschaft
    Hormonelle Umstellungen in der Schwangerschaft können einen generalisierten Juckreiz verursachen.
    Dieser kann harmlos sein und nach einer gewissen Zeit vorübergehen. Da er jedoch bei anhaltender Dauer auch Ausdruck einer inneren Erkrankung oder einer Komplikation (bspw. einer Erkrankung der Galle) sein kann, sollte dies immer rasch ärztlich abgeklärt werden.
  • Innere Erkrankungen
    Innere Erkrankungen können sich in einem flächigen Juckreiz äußern. Bei diesen Erkrankungen handelt es sich vor allem um Nieren- und Leberbeschwerden.
    Gerade dialysepflichtige Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz leiden unter Juckreiz. Die Dialyse kann da lindernd wirken. Auch Lebererkrankungen und Erkrankungen der Galle, bspw. mit einem begleitenden Ikterus (Gelbsucht), führen oftmals zu einem generalisierten quälenden Juckreiz.
    Der Juckreiz ist hier oft eins der Frühsymptome für solche Erkrankungen.
    Die Gelbsucht infolge eines Gallenstaus ist oft von Juckreiz begleitet, dieser kann aber auch ohne Gelbsucht, bspw. bei einer Virushepatitis auftreten. Systemische Erkrankungen wie HIV, Hepatitis aber auch Diabetes mellitus können sich in Juckreiz äußern.
  • Krebserkrankungen
    Ein Begleitsymptom bösartiger Krebserkrankungen kann mitunter der generalisierte Juckreiz sein. Bei solchen Krebsarten handelt es sich bspw. um das Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) und der chronisch-lymphatischen Leukämie.
    Infolge dieser Erkrankungen tritt oft eine sogenannte Erythrodermie, eine Rötung der gesamten Haut mit einem quälenden Jucken, auf. Auch andere Krebsarten können ein Jucken auslösen.
  • Psyche
    Ein generalisierter Juckreiz, der ständig auftritt, muss nicht immer eine organische Ursache haben. Sehr oft ist es die Psyche, die diesen bedingt. Psychische Zustände und Gegebenheiten äußern sich sehr oft in dem Befinden unserer Haut.
    Sehr viel Stress und Sorgen können sich in juckender Haut niederschlagen. Hypochondrie kann auch ein Faktor sein, der das Gefühl eines ständigen Juckens bedingt.
    Aber auch manifestierte psychische Erkrankungen wie Anorexie, also Magersucht, (aufgrund von Mangelerscheinungen und psychischer Labilität) oder auch schizophrene Wahnvorstellungen führen hierzu.
    Schizophrenie kann sich in unterschiedlichen Wahnvorstellungen äußern, von denen manche taktil sein können.
    Das bedeutet, dass sie den Tastsinn betreffen. Beispielsweise berichten Betroffene von Ungeziefer auf oder unter ihrer Haut, das quälenden Juckreiz verursacht. Man nennt dies „Ungezieferwahn“.

Haut juckt überall und ständig Therapie

Die Therapie richtet sich nach den zugrunde liegenden Ursachen.
Der quälende Juckreiz kann mit lindernden Salben behandelt werden, welche Feuchtigkeit spenden und Wirkstoffe wie Lokalanästhetika (Schmerzmittel) und Antiphlogistika (entzündungslindernde Arznei) enthalten.
Diese wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.

In allen Fällen sollte jedoch versucht werden, die Ursache zu beseitigen.
Bei chronisch trockener Haut empfiehlt es sich, die Haut oft mit fettreichen Cremes einzucremen und sie so besser zu schützen.
Innere und systemische Erkrankungen bedürfen da einer weitaus umfassenderen Therapie, die sich spezifisch nach ihren Ursachen richtet.
Bei psychischen Ursachen können schon Entspannungstechniken und eine Stressreduktion sehr viel helfen.

Manifeste psychiatrische Erkrankungen wie die Schizophrenie sind jedoch ohne Psychopharmaka nicht in den Griff zu bekommen. Hier müssen die Wahnvorstellungen beendet werden.

Juckende Haut in der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft ist ein Ausnahmezustand für den Körper der Frau. Sie ist etwas ganz natürliches und dennoch ein seltenes Ereignis für den Organismus.

In der Schwangerschaft ist die Frau einer physisch besonderen Situation ausgesetzt.
Es kommt zu einer hormonellen Verschiebung für die Frau. Der Spiegel an Östrogen und Progesteron steigt vor allem in der frühen Schwangerschaft stark an.

Die Haut über dem Bauch wird im Verlauf der Schwangerschaft zunehmend gedehnt. Es kommt meist auch an anderen Körperstellen zu einer Gewichtszunahme und einer damit einhergehenden Dehnung der Haut.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautveränderungen in der Schwangerschaft

Etwa 20 Prozent der schwangeren Frauen leiden an einem allgemeinen Juckreiz, dem genau diese Ursachen zugrunde liegen.

Viele Frauen klagen des Weiteren über juckende Handflächen und Fußsohlen.
Die Ursache dafür, könnte der hohe Östrogenspiegel sein. Diese Symptomatik ist im Allgemeinen physiologisch und bedarf keiner weiteren Therapie.

Betroffene können sich durch feuchtigkeitsspendende Cremes und luftige Kleidung Linderung verschaffen. In der Regel klingt die Symptomatik nach der Geburt schnell ab.

Im letzten Trimester der Schwangerschaft kann ein Juckreiz jedoch auch pathologischer Natur sein. Es handelt sich dabei um eine Schwangerschafts-Cholestase.
Dies ist eine Abflussbehinderung der Gallensäure von der Leber in den Dünndarm. Die Ursachen können hormonell bedingt sein, denkbar ist aber auch eine Veranlagung. Es kommt zu einem starken Juckreiz.

Darüber hinaus können aber auch Übelkeit, Appetitlosigkeit und ein Ikterus auftreten.
Der Ikterus (Gelbsucht) kommt durch die in der Haut abgelagerten Abbauprodukte zustande, die wegen des Gallenstaus nicht verstoffwechselt werden konnten.
Es besteht das Risiko einer Frühgeburt (bei 20-60% der betroffenen Frauen).

Therapie der Wahl ist die Gabe von Ursodeoxycholsäure, da diese den Juckreiz lindert. Offensichtlich kann durch das Medikament auch das Risiko von Fehlgeburten gesenkt werden.

Nach der Geburt klingt die Symptomatik in der Regel ohne weitere Folgen ab.

Funktion der Haut

Wie bereits erwähnt gilt die Haut als das größte und im Bezug auf ihre Funktionalität vielseitigste Organ des menschlichen Körpers.

Sie dient vornehmlich dem mechanischen, chemischen und thermischen Schutz der unter ihr gelegenen Gewebe (sogenanntes Hüllorgan). Außerdem ist die Haut einer der wichtigsten Boten zwischen Körperinnerem und der Umwelt, sie erfüllt also wichtige Aufgaben im Bereich der Kommunikation. Auch als Teil des Immunsystems ist die Haut unabdingbar, die ist für viele Keime und Krankheitserreger die erste Barriere die überwunden werden muss um einen Organismus zu infizieren.
Dies wiederum bedeutet, dass die Haut bereits einen Großteil der möglichen Infektionen auf besonders effektive Weise abwehrt. Eine intakte Haut ist die Voraussetzung für einen ideal funktionierenden Körper, Defekte im Bereich dieses Schutzmantels werden nicht bloß als besonders störend empfunden sondern können viele Vorgänge im Körperinneren ungünstig beeinflussen.

Abbildung Haut

a - Oberhaut (1. - 3.) - Epidermis
b - Lederhaut (4. - 5.) - Dermis
c - Unterhaut (6.) - Tela subcutanea

  1. Hornschicht - Stratum corneum
  2. Verhornende Schicht
    (helle Schicht
    und Körnerschicht) -
    Stratum lucidum und
    Stratum granulosum
  3. Keimschicht (Stachelzellschicht
    und Grundschicht) -
    Stratum spinosum und
    Stratum basale
  4. Papillarschicht -
    Stratum papillare
  5. Netzschicht - Stratum reticularre
  6. Unterhaut - Tela subcutanea
  7. Lymphgefäß - Vas lymphaticum
  8. Arterie - Arteria
  9. Hautnerv - Nervus cutaneus
  10. Ausführungsgang einer Schweißdrüse - Ductus sudorifer
  11. Papillen der Lederhaut - Papillae (dermidis)
  12. Gefäßnetz der Lederhaut - Plexus venosus subpapillaris

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Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.05.2017
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