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Lichttherapie bei Schuppenflechte

Wie wirkt die Lichttherapie

Die Lichttherapie wird auch als Phototherapie bezeichnet und ist eine physikalische Methode, eine Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) zu behandeln. Sie wird bei mittelschwerer bis schwerer bzw. bei großflächiger Schuppenflechte eingesetzt. Bei der Lichttherapie wird die betroffene Haut mit ultraviolettem Licht (UV-Licht) bestrahlt.

Die Bestrahlung kann allein oder zusätzlich zu einer medikamentösen bzw. lokalen Therapie erfolgen. Eingesetzt wird Schmalspektrum-UVB-Licht, wobei Licht mit einer Wellenlänge zwischen 311 und 331 Nanometern auf die Haut trifft.

Eine weitere Lichttherapie ist die sogenannte PUVA-Therapie (Psoralen-UVA-Therapie), die mit einer Wellenlänge zwischen 320 bis 400 Nanometern arbeitet. Neben der Behandlung der betroffenen Haut mit UVA-Strahlen wird die Haut zusätzlich mit dem Medikament Psoralen behandelt, welches die Haut sensibler für die UVA-Strahlen macht.

Die Lichttherapie mit UVB- oder UVA-Strahlen soll generell die Entzündung in der von der Schuppenflechte befallenen Haut beseitigen, indem das Licht das überaktive Immunsystem unterdrückt, und die Zellteilung, die bei Schuppenflechte erhöht ist, verlangsamen.

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Kann man die Lichttherapie auch zu Hause machen?

Eine professionelle Lichttherapie kann nicht zu Hause durchgeführt werden, sondern findet in hautärztlichen Praxen oder im Krankenhaus statt. Die Lichttherapie erfolgt mit UVB- oder UVA-Strahlen. Dafür werden spezielle Geräte mit Lichtröhren verwendet, die Licht in bestimmten Wellenlängen abgeben.

Da es vor der Behandlung wichtig ist, wie hoch die Dosierung und Wellenlänge des UV-Lichts sein, sowie wie lange die Behandlung erfolgen soll, sollte eine Behandlung nur von Hautärzten durchgeführt werden, die mit einer Lichttherapie vertraut sind.

Außerdem ist die Einstellung der Lichtbestrahlung vom Hauttyp, von der Einnahme von Medikamenten, die die Haut lichtempfindlicher machen, und von Vorerkrankung wie beispielsweise Hautkrebs abhängig. Vorausgegangener Hautkrebs  stellt nicht nur eine Therapieeinschränkung dar, sondern ist auch im Hinblick auf die Nebenwirkungen der Lichttherapie zu beachten, da diese das Hautkrebsrisiko erhöht.

Dies ist besonders bei der Bestrahlung mit UVB-Strahlengeräte zu beachten, die freiverkäuflich zu erhalten sind. Hierbei handelt es sich um handliche Geräte, beispielsweise einen UVB-Lichtkamm, der bei Schuppenflechte auf der Kopfhaut oder anderen Körperstellen selbständig angewendet werden kann. Diese Behandlung sollte, wenn durchgeführt, nur nach Beratung und unter Absprache eines Hautarztes erfolgen.

Wie hoch sind die Kosten für die Lichttherapie

Ist eine Lichttherapie begründet, werden die Kosten für den Betroffenen von der Kasse im Normalfall übernommen. Wie viel dann eine Praxis oder ein Krankenhaus an einer Lichttherapie verdient, hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab. Wird die Lichttherapie, aufgrund einer zu geringen Schwere der Erkrankung, nicht von der Kasse übernommen, muss der Preis bei den Praxen und Krankenhäusern erfragt werden. UV-Lichtgeräte für die private Anwendung kosten über 200,-€. Generell belaufen sich die Kosten für einen Patienten mit ausschließlich lokaler Therapie (Cremes) und Lichttherapie auf über 1000,-€ jährlich.

Bezahlt die Krankenkasse die Behandlungskosten für eine Lichttherapie

Ist die Indikation – also eine Therapie begründet – für eine Lichttherapie gegeben, dann können die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden. Dies ist allerdings nicht immer der Fall, besonders, wenn die Schuppenflechte nicht stark genug ausgeprägt ist.

Die Stärke der Schuppenflechte wird durch den sogenannten PASI-Score (Psoriasis Area and Severity Index) bestimmt. Bei einem PASI-Score über 10 handelt es sich um eine mittelschwere bis schwere Psoriasis, wobei die Kosten normalerweise von der Krankenkasse übernommen werden. Ist die Indikation für die sogenannte Balneophototherapie (PUVA-Therapie, wobei Psoralen als Bad verabreicht wird) vorhanden, müssen die Krankenkassen seit 2008 die Kosten übernehmen. Inwieweit die Kosten übernommen werden und mit welchen Voraussetzungen die Therapie zu erfolgen hat, sollte allerdings vor der Therapie mit der Krankenkasse individuell geklärt werden.

Anwendung auf der Kopfhaut

Psoriasis auf der Kopfhaut wird auch als Psoriasis capitis bezeichnet. Die Lichttherapie kann auch bei Befall der Kopfhaut erfolgen. Die Durchführung der Lichttherapie erfolgt genau, wie beim Befall der restlichen Haut, durch Bestrahlung mit ultraviolettem Licht.

Praxen und Krankenhäuser, die eine Lichttherapie anbieten, haben in den meisten Fällen auch Geräte, mit denen eine Teilbestrahlung möglich ist. Die Lichttherapie auf der Kopfhaut kann auch durch kleinere, handliche Geräte erfolgen. Hierbei handelt es sich um einen Lichtkamm, auch UV- oder Psoriasiskamm bezeichnet. Der Aufsatz des Geräts ähnelt einem Kamm und eignet sich daher sehr gut für die Kopfhaut. Der kammartige Aufsatz dient zum einen dem Scheiteln der Haare, sodass das UV-Licht auch die Kopfhaut erreicht und zum anderen als Abstandshalter, um einer Verbrennung der Haut vorzubeugen. Ein Lichtkamm kann auch freiverkäuflichen erworben werden. Hierbei sollte allerdings eine Anwendung nur nach Rücksprache mit einem Hautarzt, der sich mit Lichttherapie auskennt, erfolgen, da die Behandlung ein erhöhtes Hautkrebsrisiko nach sich zieht.

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Dauer der Lichttherapie

Die Lichttherapie sollte im Optimalfall drei Mal die Woche für ca. 15 Minuten durchgeführt werden. Normalerweise werden zwischen 15 bis 24 Behandlungen in Folge durchgeführt werden. Somit dauert eine Behandlungsserie bis zu acht Wochen. Ob 24 Behandlungen oder weniger erfolgen, ist individuell durch den behandelnden Arzt festzulegen. Nach sechs Monaten kann eine weitere Behandlungsserie erfolgen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nikolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 26.04.2019
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