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Psoriasis in der Schwangerschaft

Das deutsche Synonym zu Psoriasis ist Schuppenflechte. Es handelt sich um eine entzündliche, nicht infektiöse, chronische Hauterkrankung. Die Schuppenflechte ist einer der häufigsten Autoimmunerkrankungen. Charakteristisch für diese Erkrankung sind gut abgrenzbare rote Plaques mit silbernen Schuppen.

Eine Schuppenflechte beeinträchtigt nicht unbedingt eine Schwangerschaft. Betroffene Frauen stellen sich oftmals die Frage, ob sich das Ungeborene normal entwickeln wird, ob sie stillen können, ob die Schuppenflechte sich im Rahmen der Schwangerschaft verschlechtern wird und ob die Medikamente für das Ungeborene schädlich sind. Diese Fragen kann man nicht allgemein beantworten. Aber bestimmte Erfahrungen, Ergebnisse und Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien können richtungsweisend sein.  

Veränderung der Psoriasis in der Schwangerschaft

In einigen Studien wurde versucht eine Beziehung zwischen hormonellen Schwankungen und der Schuppenflechte herzustellen. In vielen Fällen berichten Frauen, dass sich ihre Schuppenflechte während der Schwangerschaft verbessert hätte. Nach der Entbindung wurde aber oftmals eine Verschlechterung der Erkrankung festgestellt. Einige Autoren vermuten, dass die Veränderungen der Psoriasis nur bedingt durch hormonelle Schwankungen in der Schwangerschaft erklärbar sind.   

Psoriasisschub durch Schwangerschaft

Das Hautbild von betroffenen Schwangeren wird normalerweise oftmals besser.

Aber in manchen Fällen kann auch eine Psoriasisschub auftreten. Laut Studien kommt dies bei weniger als jeder 4. Frau vor. Die Ursachen für die Verschlimmerung der Beschwerden sind unbekannt. Man vermutet eine Kombination mehrerer Komponenten. So könnten die Veränderung des Hormonhaushaltes und Stressfaktoren eine Rolle spielen. Einige Frauen bekommen ihren ersten Psoriasisschub während der Schwangerschaft. Es bedarf bei Psoriasschüben während der Schwangerschaft eine Beratung vom Arzt.

In einer Studie in den USA mit 248 Psoriasis-Patienten wurde festgestellt, dass 87% der Frauen, die mehrere Schwangerschaften erlebt hatten, immer dieselbe Reaktion beobachteten. Das bedeutet, dass wenn ein Psoriasisschub auftritt, dass das Risiko hoch ist, dass bei einer erneuter Schwangerschaft ebenfalls ein Schub auftreten kann.            

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Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Psoriasis ist in der Schwangerschaft begrenzt. Die meisten angewendeten Medikamente sind für das Ungeborene schädlich. Insbesondere die systemischen / innerlichen Therapien können oftmals zu schwerwiegende Missbildungen des Ungeborenen führen.

Deshalb werden in der Regel keine oralen Medikamente gegen die Psoriasis eingesetzt. Beispielsweise sollten Acitretin und Methotrexat gemieden werden. Ciclosporin scheint für den Embryo ungefährlich zu sein. Aber es hat ein hohes Nebenwirkungs- und Interaktionsrisiko mit anderen Medikamenten und auch mit der Substanz Naringin in Grapefruits. Das Medikament wird bei Psoriasis in der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen verschrieben.

Auch bei den lokal angewendeten Medikamenten sollten nicht alle Substanzen während der Schwangerschaft genutzt werden. Beispielsweise sollten Vitamin-A-Derivate gemieden werden. Die Anwendung von Vitamin-D-Derivaten in kleinen Mengen ist möglich.

Im Rahmen der Psoriasis-Behandlung können gut verträgliche, feuchtigkeitsspendende und beruhigende Cremes in der Regel bedenkenlos genutzt werden. Nach Bedarf und Indikation können Kortikosteroide, wie z.B. Cortisonsalben für die betroffenen Hautstellen genutzt werden. Nach Möglichkeit sollten diese Salben nicht auf den Brüsten und im Bauch- und Hüftbereich angewendet werden, da sie die Entstehung von Dehnungsstreifen erhöhen können. Zudem können Salben mit Inhaltstoffen wie Urea und Salicylsäure lokal in kleinen Mengen genutzt werden.

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Lichttherapie

Lichttherapie ist ein Bestandteil der Psoriasisbehandlung. Sie wird auch als Phototherapie bezeichnet. Es gibt verschiedene Arten.

Bei der PUVA erfolgt eine Photosensibilisierung durch Psoralen und UVA-Strahlung. Die PUVA-Therapie kann für den Embryo schädigend wirken. Begründet ist dies durch das enthaltene Psoralen. Daher wird in der Schwangerschaft diese Art von Lichttherapie nicht empfohlen.

Eine Schmalspektrum-UVB-Therapie ist für das Ungeborene scheinbar ungefährlich. Daher kann sie bei der Psoriasisbehandlung - wenn die Schuppenflechte großflächig auftritt - genutzt werden. Die UVB-Strahlung hat eine gute Wirkung, aber keine zufriedenstellende Wirkdauer. Allerdings bedarf es einer adäquaten Abwägung zwischen Nutzen und Schaden, so dass eine UVB-Therapie temporär Mittel der Wahl sein kann.

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Psoriasis im Genitalbereich in der Schwangerschaft – gefährlich?

Da die Psoriasis auch im Genitalbereich nicht ansteckend ist, birgt sie, auch in der Schwangerschaft, normalerweise keine Gefahr. Bei Unsicherheiten sollte aber der Frauenarzt kontaktiert werden.

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Psoriasisarthritis in der Schwangerschaft

15% der Patienten, die an Psoriasis leiden, leiden unter einer Psoriasisarthritis. Die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft kann bei manchen Frauen eine Verschlimmerung einer Psoriasisarthritis bewirken. Das heißt es kann zusätzlich zu den Hauterscheinungen zu Gelenkschmerzen kommen.

Die Therapie muss im Sinne eines Nutzen-Schaden-Verhältnisses mit dem Frauenarzt abgesprochen werden. Die Behandlung einer Psoriasisarthritis erfolgt nach einem Stufenschema. Das bedeutet, die Therapie ist abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Sie wird unterteilt in mild, moderat und schwer.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nikolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 26.04.2019
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