Enthaarung

Einleitung

Unter der Enthaarung versteht man Verfahren, die der teilweisen oder völligen Entfernung von Körperhaaren dienen. Man unterscheidet hierbei zwei verschiedene Formen der Enthaarung:

  1. zum einen gibt es die Depilation, bei der nur der sichtbare Teil des Haares entfernt wird und
  2. zum anderen die Epilation, bei der das gesamte Haar inklusive der Haarwurzel entfernt wird.

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile und kommen abhängig von individuellen Vorlieben zum Einsatz. Das heute allgemein vorherrschende Schönheitsbild entwickelt sich immer mehr in Richtung eines möglichst großflächig haarlosen Körpers, weshalb mittlerweile fast alle Frauen und Männer zumindest an bestimmten Körperteilen auf eine Haarentfernung zurückgreifen, immer mehr Personen gehen sogar zu einer (permanenten) Haarentfernung des kompletten Körpers über.

Synonyme im weiterem Sinne


Haarentfernung, Enthaaren, Haare entfernen, Wachsen, Epilieren, Depilieren, Rasieren


Depilation

Der Begriff Depilation umfasst alle Arten der Enthaarung, bei welchen nur der sich außerhalb der Haut befindende Abschnitt eines Haares entfernt wird. Prinzipiell lässt sich das Haar jeder Körperregion depilieren. Die bekannteste und am häufigsten angewandte Methode der Depilation ist die Rasur.
Bei diesem Verfahren wird eine möglichst scharfe Klinge (Rasierklinge) verwendet, um das Haar genau dort abzuschneiden, wo es aus der Haut austritt, sodass die Haut hier haarlos erscheint. Dies kann mithilfe von Rasiergel oder –schaum im Rahmen einer Nassrasur erfolgen oder auch als Trockenrasur, bei welcher ein elektrisches Rasiergerät zum Einsatz kommt.

Eine Alternative zur Rasur stellen chemische Enthaarungsmittel dar, die es in diversen Ausführungen (Cremes, Lotionen, Schaum) gibt.
Das Ziel dieser Präparate ist es, das außerhalb der Haut liegende Haar praktisch aufzulösen, wodurch es zerfällt und sich vom Körper löst. Die Haarwurzel bleibt dabei allerdings intakt. Verwendet werden zu diesem Zweck zum Beispiel Stoffe wie die

  • Thiomilchsäure oder
  • Salze der Thioglycolsäure.

Diese beiden Wirkstoffe sind alkalisch, haben also einen pH-Wert von ungefähr 12, was dazu führt, dass die Bindungen (Peptidbindungen und Disulfidbrücken) des in Haaren enthaltenen Strukturproteins Keratin gespalten werden. Es gibt eine Kosmetik-Richtlinie, in welcher die Konzentrationen der Stoffe und die Höhe vom pH-Wert in den Enthaarungsprodukten geregelt werden, um einen adäquaten und komplikationsarmen Einsatz zu gewährleisten. Um die Haut wieder zu neutralisieren, ist in jedem Falle ein sorgfältiges Abwaschen der benutzten Mittel mit Wasser, gegebenenfalls zusätzlich das Benutzen von Nachbehandlungspräparaten mit einem sauren pH-Wert (etwa 4) empfehlenswert.

Lesen Sie mehr zum Thema: pH-Wert

Die Vorteile der Depilation im Vergleich zur Epilation sind, dass sowohl das Rasieren als auch das Verwenden von Enthaarungscremes sehr einfach zu erlernende Vorgänge sind, die jeder einfach ohne großen Aufwand alleine daheim durchführen kann. Außerdem sind sie schmerzfrei und relativ kostengünstig.

Den wichtigsten Nachteil dieser Methoden stellt die Tatsache dar, dass das Haar eben nicht wirklich vollständig entfernt wird, weshalb es zu den meist ungewünschten „Stoppeln“ kommt (da die Haare an ihrer Basis eben dicker und fester sind als an ihren Spitzen) und sie außerdem schnell wieder nachwachsen. Das bedeutet, dass eine Depilation in regelmäßigen Abständen wiederholt werden muss, um ein langfristig befriedigendes Ergebnis zu ermöglichen.
Außerdem kommt es nach der Rasur häufig zu eingewachsenen Haaren, vor allem in der Achsel. Wie Sie damit umgehen können, lesen Sie hier: Eingewachsenes Achselhaar

Epilieren

Bei der Epilation werden Haare im Gegensatz zur Depilation vollständig, also mitsamt ihrer Haarwurzel, entfernt. Dies hat den Vorteil, dass der haarlose Zustand über eine längere Zeit hinweg anhält und eine Enthaarung seltener durchgeführt werden muss. Allerdings sind die in Frage kommenden Verfahren allesamt teurer, aufwendiger und zum Teil auch deutlich schmerzhafter als die Methoden, die einem bei der Depilation zur Verfügung stehen.

Man unterteilt die Epilation noch einmal in zwei Gruppen:

  1. Es gibt diejenigen Verfahren, bei welchen die Haarwurzeln komplett zerstört werden (diese werden als dauerhafte oder permanente Verfahren bezeichnet) und jene,
  2. bei denen die Haarwurzel nicht zerstört, sondern mit ausgerissen wird (nicht-dauerhafte oder temporäre Verfahren). Bei den letzteren wachsen die Haare also nach einer bestimmten Zeit, die jedoch länger ist als bei der Depilation, wieder nach. Hierbei entstehen dann allerdings trotzdem keine Stoppeln, da die Haare schließlich nicht an ihrer breiten Basis abgeschnitten wurden, sondern ganz neu aus der Haut austreten, wobei die weiche, dünne Spitze zuerst an die Oberfläche gerät und somit weniger auffällig ist.

Lesen Sie mehr zum Thema: Epilieren

Durch diese Reizung der Haut kommt es bei einigen Personen zu juckenden, roten Punkten auf der betroffenen Stelle, die sich im schlimmsten Falle sogar entzünden können. Das Auftragen von antibakteriellen After Shave Balsamen desinfiziert die Haut und beugt Pickeln und Rötungen vor. Ein Beispiel dafür ist das Dr. Severin Body After Shave Balsam aus der Apotheke.

Des Weiteren können antibakterielle After-Shave Balsame helfen, die Haut zu desinfizieren und beruhigen. Dies gilt besonders nach der Haarentfernung. Ein Beispiel dafür ist das Dr. Severin Body After-Shave Balsam aus der Apotheke.

1. temporäre Epilation

Um eine temporäre Epilation durchzuführen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Es können Wachs (als Heiß- oder Kaltwachsstreifen), Halawa (eine Zuckerpaste) oder eine bestimmte Sorte von Haarentfernungscremes zum Einsatz kommen. Darüber hinaus gibt es elektrische Epilierer, die in ihrer Anwendung elektrischen Rasierapparaten gleichen:
Man lässt sie einfach über die Haut gleiten, wobei die Haare dann aber eben nicht abgeschnitten, sondern ausgerissen werden. An bestimmten Arealen, an denen nur eine kleinflächige Entfernung weniger, bestimmter Haare geschehen soll (wie zum Beispiel an den Augenbrauen), kann auch eine Pinzette verwendet werden.

Im Orient gibt es eine weitere Technik der nicht-dauerhaften Epilation, nämlich eine Enthaarung mithilfe eines Fadens. Dabei wird der Faden zwischen den Fingern beider Hände am behaarten Körper entlang so schnell gedreht, dass die dort vorhandenen Haare sich darin verfangen und entfernt werden können. All diese Methoden (eventuell mit Ausnahme der Faden-Technik, welche, zumindest in geübten Händen, angeblich fast schmerzfrei sein soll) haben gemeinsam, dass sie recht schmerzhaft sein können, da meist großflächig Haare aus ihrer Verankerung in der Haut ausgerissen werden. Bei erneutem Epilieren ist dies allerdings schon mit weitaus weniger Schmerzen behaftet, da die Haare dann in der Regel weicher und dünner sind. Durch diese Reizung der Haut kommt es bei einigen Personen zu juckenden, roten Punkten auf der betroffenen Stelle, die sich im schlimmsten Falle sogar entzünden können.

2. permanente Epilation

Auch bei den permanenten Epilationsverfahren bieten sich einem mittlerweile sehr viele verschiedene Optionen. Alle diese Verfahren haben jedoch die Tatsache gemeinsam, dass sie nur bei Haaren funktionieren, die sich in ihrer Wachstumsphase befinden. In den anderen zwei Phasen, die ein Haar in seiner Entwicklung durchmacht, verhelfen sie nicht zum Erfolg, weshalb es stets zu mehrmaligen Anwendungen kommen muss, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen.
Am bekanntesten ist wohl die Epilation mithilfe von Laser bzw. Licht. Bei diesen Verfahren wird das Haar großflächig von Lichtblitzen oder Laserpulsen bestrahlt, welche von der Haarwurzel absorbiert werden. Daraufhin wird das Licht dort in Wärme umgewandelt, die eine so hohe Temperatur erreicht, dass eine Verödung der Haarwurzeln die Folge ist. Um die Laserstrahlung aufzunehmen, braucht das Haar allerdings das Pigment Melanin, welches sich nur in bestimmten Haaren, nämlich den dunklen Terminalhaaren (also zum Beispiel Kopf-, Achsel- und Intimhaaren befindet). Der Großteil der (unpigmentierten) Körperhaare kann also durch diese Methode nicht entfernt werden.

Enthaarungslaser (das bedeutet Festkörper- oder Diodenlaser) arbeiten mit nur einer festgelegten Wellenlänge und daher einer sehr hohen Selektivität bezüglich ihrer Zielstruktur. Es muss also jedes Haar einzeln behandelt werden. Eine Weiterentwicklung stellt deshalb die sogenannte IPL (Intense Pulsed Light)-Technik dar. Mit diesem Verfahren ist eine großflächigere Behandlung möglich, da das gesamte Spektrum des wirksamen Wellenlängenbereiches zum Einsatz kommt. Das restliche Prinzip entspricht jedoch dem der Laserepilation, weshalb auch die Anwendung von IPL nur bei dunkleren Haaren erfolgversprechend ist.

Außerdem gibt es noch die Möglichkeit der Elektro- oder Nadelepilation. Dieses Verfahren erfolgt unabhängig von Haar- und Hautfarbe und Haarbeschaffenheit. Hierbei wird nämlich eine sehr dünne Sonde (die individuell auf die vorliegende Haarstärke angepasst ist), in einen Haarfollikel eingeführt. Hierdurch kann nun elektrische Energie in den Follikel geleitet werden, was zu einer dauerhaften Schädigung der Haarzellen führt, weshalb diese nicht mehr nachwachsen können.

Neben all diesen Möglichkeiten, die Haare (oder zumindest deren sichtbaren Bereich) vollständig zu entfernen, gibt es natürlich auch noch die Option, sie nur auf eine bestimmte gewünschte Länge zu bringen, also sozusagen zu stutzen. Dies kommt besonders häufig bei Barthaaren zum Einsatz.

Gründe für eine Enthaarung

Die Gründe für das Durchführen einer Enthaarung sind sehr vielfältig. Meistens stehen ästhetische Motive im Vordergrund. Welche Ausprägung von Körperbehaarung als optisch ideal gilt, hängt zum einen von der Mode und der Zeit, zum anderen aber auch von individuellen Vorlieben ab. Gerade bei Frauen ist es heutzutage üblich, dass zumindest die Achsel- und Intimhaare meist mithilfe einer Rasur entfernt werden. Einige Statistiken zeigen allerdings, dass auch immer mehr Männer dazu neigen, bestimmte Körperstellen einer Enthaarung zu unterziehen.

Außerdem gibt es bei der Haarentfernung auch einen hygienischen Aspekt: In den Haaren der Achselhöhlen kann sich zum Beispiel leichter Schweiß ansammeln, wodurch es schneller zur Geruchsentstehung kommt.

Darüber hinaus gibt es allerdings auch Leistungssportler, besonders im Bereich des Schwimm- oder Radsports, die aus Leistungsgründen ihre Haare an bestimmten Körperstellen entfernen, um aufgrund des dadurch verminderten Wasser- bzw. Luftwiderstandes bessere Ergebnisse beim Sport erzielen zu können.

In manchen Kulturkreisen besitzt das Entfernen von Haaren an bestimmten Körperstellen auch religiöse Gründe, so tragen zum Beispiel Juden oder fundamentalistische Islamisten aufgrund bestimmter Überlieferungen von Propheten eine spezielle Kopfhaarbedeckung.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Starker Haarwuchs bei Frauen

Die Rasur

Ein typische Beispiel für Depilation ist also die Rasur (Enthaarung). Diese hat keinen Einfluss auf die Haarwurzel oder den Balg, so dass die Behaarung schnell wieder nachwächst, was je nach Stelle und Mensch unterschiedlich lang dauern kann. Das Rasieren (Enthaarung) kann allerdings Spuren hinterlassen in Form von starker Rötung, dem Rasierbrand. Daher ist es zu empfehlen Pflegeprodukte nach der Rasur, währenddessen eine scharfe Klinge zu verwenden und z.B. auch mit dem Strich zu ziehen, um Hautirritationen zu vermeiden. Ist der Brand bereits da, so empfiehlt es sich vorerst auf die Rasur zu verzichten, da es sonst zu Entzündungen in der geschädigten Haut kommen kann. Vorteile der Rasur sind die geringen Kosten. Außerdem ist diese Prozedur weit schneller und unkomplizierter als unten aufgeführte Verfahren (Enthaarung).

Enthaarungscreme:
Weitere Möglichkeit bieten Enthaarungscremes. Diese trennen ebenfalls das Haar am Schaft. Nur wirken diese nicht mechanisch wie die Klinge eines Rasierers, sondern chemisch indem sie chemische Bindungen wie die oben erwähnten Disulfidbrücken im Keratin spalten. Die Anwendung der Cremes ist ebenfalls kostengünstig, wenig zeitintensiv und einfach. Dennoch bergen sie einige Nachteile. Die verwendeten Chemikalien werden zu einem Teil in den Körper aufgenommen, außerdem kann es zu Unverträglichkeitsreaktionen der Haut kommen (Enthaarung).

Mehr zu diesem Thema lesen Sie unter Zupfen der Augenbrauen.

Zusammenfassung

Depilation:
Eine Möglichkeit der Enthaarung besteht in der Depilation, d.h. der Abscherung. Dabei wird nur der Teil des Haares, der die Haut verlassen hat, entfernt. Es wird also der Haarschaft abgeschnitten.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.08.2017
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