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Enthaarung

Unter der Enthaarung versteht man Verfahren, die der teilweisen oder völligen Entfernung von Körperhaaren dienen. Das heute allgemein vorherrschende Schönheitsbild entwickelt sich immer mehr in Richtung eines möglichst großflächig haarlosen Körpers, weshalb mittlerweile fast alle Frauen und Männer zumindest an bestimmten Körperteilen auf eine Haarentfernung zurückgreifen, besonders dann, wenn sie unter übermäßigem Haarwuchs leiden.

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Möglichkeiten der Enthaarung

Die Rasur

Ein typische Beispiel für Depilation ist die Rasur. Diese hat keinen Einfluss auf die Haarwurzel oder den Balg, so dass die Behaarung schnell wieder nachwächst, was je nach Stelle und Mensch unterschiedlich lang dauern kann. Diese ist Prozedur weit schneller und unkomplizierter als die unten aufgeführten Enthaarungsverfahren. Allerdings kann das Rasieren eine Spur in Form von starker Rötung und Juckreiz hinterlassen, welche man als "Rasierbrand" bezeichnet.

Lesen Sie dazu unseren Artikel: Haut juckt nach dem Rasieren.

Enthaarungscremes

Neben dem Rasieren ist die Enthaarungscreme eine weitere Möglichkeit einer schmerzlosen Enthaarung. Die Creme wird auf die Haut aufgetragen und muss einige Minuten, je nach Herstellerangabe, einwirken. Danach lässt sich die Creme gemeinsam mit den Haaren unter Hilfe eines Gummispatels, welcher meist beiliegt, abgetragen. Da die Haarwurzeln hierbei nicht betroffen sind, handelt es sich nicht um eine dauerhafte Enthaarung und die Haare wachsen nach.

Enthaarungscremes wirken über ihren alkalischen pH-Wert, welcher bei ungefähr 12 liegt. Der natürliche pH-Wert der Haut liegt mit 5,5 im leicht sauren Bereich, weswegen eine Neutralisation nach der Behandlung sinnvoll ist und die Haut schützen kann. Der Wirkstoff ist normalerweise ein Kalium- oder Ammoniumsalz aus der Thioglykolsäure oder ähnlichen Stoffen. Haare werden von ihren Schwefelbrücken und Eiweißbindungen zusammengehalten. Diese chemischen Verbindungen werden von dem Wirkstoff der Creme aufgelöst und das außen liegende Haar löst sich von der Haut.

Nach dem Abtragen ist ein gründliches Abwaschen mit Wasser und unterstützend mit sauren Nachbehandlungscremes notwendig um die Haut zu schützen. Weiterhin enthalten die Cremes auch selbst hautschützende Inhaltsstoffe, wie Aprikosenöl und Vitamine. Obwohl die Dosierung der Creme strengen Richtlinien unterliegt, kann auch eine regelrechte Anwendung zu Hautschäden führen. Der Hauptwirkstoff Thioglykolsäure ist für den Menschen giftig und wird auch über die Haut aufgenommen.
Weiterhin kann es auch zu allergischen Reaktionen kommen, weshalb ein Test in einem kleinen Bereich empfohlen wird. Im Gesicht und im Genitalbereich sollten Enthaarungscremes nicht zum Einsatz kommen und besonders ein Schleimhautkontakt sollte vermieden werden.

Der Effekt hält etwas länger als bei abrasierten Haaren, da die Haare etwa einen Millimeter unter der Haut entfernt werden. Cremes sind eine relativ günstige Möglichkeit sich der Haare zu entledigen. Im Kosmetikhandel sind verschiedene Varianten bereits für unter drei Euro erhältlich. Neben klassischen Cremes sind auch Enthaarungslotionen und Enthaarungsschaum oder Gele möglich. Für den Intimbereich sind Enthaarungscremes mit geringer Dosierung erhältlich, jedoch sollten auch diese Cremes nicht unmittelbar an die Schleimhaut gelangen, da der Wirkstoff der Gleiche ist.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Alle Informationen rund um Enthaarungscremes.

Epilation

Bei der Epilation werden Haare mitsamt ihrer Haarwurzel entfernt. Dies hat den Vorteil, dass der haarlose Zustand über eine längere Zeit hinweg anhält und eine Enthaarung seltener durchgeführt werden muss. Man unterscheidet die permanente Epilation, bei welcher die Haarwurzel komplett zerstört wird, und die temporäre Epilation, hier wird die Haarwurzel ausgerissen. Bei dieser Enthaarungstechnik verwendet man spezielle Epilationsgeräte oder Wachspräparate.

Lesen Sie mehr zum Thema hier:

Enthaarung mittels Wachs

Eine weitere Möglichkeit Haare für eine etwas längere Zeit zu entfernen stellt die Wachsbehandlung. Es gibt sowohl fertige Wachsstreifen als auch flüssiges Wachs. In beiden Fällen wird das leicht angewärmte Wachs auf die behaarte Haut aufgetragen und bei fertigen Streifen etwas angedrückt. Nach dem Abkühlen kann das festgewordene Wachs zügig abgezogen werden und die Haare werden mit herausgezogen. Anders als beim Epilieren können hierbei große Flächen zeitgleich enthaart werden.

Die Enthaarung mit Wachs ist eine relativ schmerzhafte Methode, da die Haare herausgerissen werden. Dies ist ähnlich, wie beim Abreißen eines Wundpflasters. Die meisten Wachse bestehen aus einer Mischung aus Bienenwachs, Walrat und Harzbestandteilen und sind damit auf natürlicher Basis relativ hautverträglich. Zum Wachsen müssen die Haare eine gewisse Mindestlänge haben, weshalb die Behandlung nicht bei Haarstoppeln anwendbar ist. Insgesamt handelt es sich also um eine sehr effektive, aber schmerzhafte Haarentfernung.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie unter: Haare entwachsen - So wirds gemacht.

Enthaarung mittels Laser

Die Enthaarung mit einer Laserbehandlung ist eine dauerhafte Enthaarung. Bei der Laserbehandlung unterscheiden sich zwei Möglichkeiten. Zum einen kann eine Haarentfernung in hautärztlichen Praxen erfolgen und zum anderen können Lasergeräte für zu Hause genutzt werden. In beiden Fällen sind wiederholte Sitzungen notwendig, da nicht alle Haare in der gleichen Wachstumsphase sind. Der Laser reagiert auf den dunklen Farbstoff Melanin. Daher ist eine Laserbehandlung besonders bei dunklen Haaren und heller Haut erfolgreich.

Sonnenbräune sollte möglichst vor Beginn der Behandlung abgeklungen sein. Blonde Haare und Flaum lassen sich deutlich schlechter entfernen. Während der Sitzungen kann es zu leichten Schmerzen kommen, welche normalerweise nach wenigen Stunden zurückgehen. In seltenen Fällen kann es zu Entzündungsreaktionen kommen. Menschen mit vielen Muttermalen oder anderen Pigmentveränderungen wird von der Behandlung abgeraten.
Durch hormonelle Schwankungen, zum Beispiel durch eine Schwangerschaft, kann es zu vereinzeltem Nachwachsen von Haaren kommen. Die Behandlung in ärztlichen Zentren kostet bei einer Ganzkörperbehandlung etwas über 2000 Euro. Behandlungen für die Beine oder die Achseln sind dementsprechend günstiger. Der Laser für die Selbstbehandlung ist bereits ab etwa 150 Euro erhältlich

Enthaarung mittels Licht

Die Lichtmethode zur Haarentfernung ist der Laserbehandlung sehr ähnlich. Die Haarwurzeln werden mit kleinen Lichtimpulsen beschossen und fallen nach ungefähr einer Woche aus. Die Wirkung hält ungefähr drei Monate an und ist nicht so dauerhaft wie die Laserbehandlung, da die Haarwurzeln zwar mit entfernt werden, aber die Haarfollikel bestehen bleiben.
Die beste Wirkung lässt sich bei dunklen Haaren und heller Haut erzielen.

Erst nach mehreren Anwendungen ist überhaupt ein Erfolg zu sehen. Helle Haare lassen sich gar nicht entfernen. Bei dunkler Haut oder vielen Muttermalen sollte das Gerät nicht genutzt werden. Während der Nutzung ist auf Augenschutz zu achten und es sollten keine Deos mit Langzeitwirkung verwendet werden. Vor der Behandlung sollte die Stelle normal rasiert werden und erst danach mit den Lichtimpulsen beschossen werden. Zum Schutz der Haut kann hinterher Pflegecreme verwendet werden. Je nach Hersteller kostet ein Gerät ungefähr 300 Euro. Die Behandlung ist schmerzfrei und wird in den meisten Fällen gut vertragen.

Enthaarung mittels Zuckerpaste (Sugaring)

Zuckerpaste ist eine kostengünstige Alternative zu fertigen Wachsprodukten, da sie selbst hergestellt werden kann. Bei der Zuckerpaste handelt es sich um eine Mischung aus Haushaltszucker, Zitronensaft und Wasser. Zuerst muss die Haut auf die Haarentfernung vorbereitet werden, indem sie mit alkoholhaltigen Lotionen gereinigt wird. Danach wird die Zuckermasse mit den Händen geknetet und erwärmt. Im Gegensatz zum Wachs kann die Zuckermasse die Haare tiefer umschließen und die Haare können gegen die Wuchsrichtung herausgerissen werden.

Obwohl die Methode schmerzärmer als die Wachsbehandlung sein soll, ist auch das sogenannte Sugaring nicht schmerzfrei. Da die Inhaltsstoffe jedoch vollständig natürlich sind, kommt es fast nie zu Hautrötungen und Schäden. Einige Kosmetikstudios bieten Sugaring ebenfalls an. Für eine Sugaring-Behandlung müssen die Haare eine Länge von mindestens zwei bis fünf Millimetern haben. Im Gegensatz zum Wachsen kann immer nur eine kleine Fläche zeitgleich behandelt werden, weswegen eine Beinenthaarung bis zu einer Stunde dauert. Der Effekt hält ungefähr drei Wochen.

Enthaarung nach Körperregion

Enthaarung des Gesichts

Haare im Gesicht sind bei Männern und Frauen natürlich. Bei Männern sind diese deutlich ausgeprägter, jedoch können auch Frauen einen Bart entwickeln. Die meisten Männer greifen bei der täglichen Haarentfernung auf die klassische Rasur zurück. Hierbei sind sowohl Nassrasierer als auch elektrische Rasierer nutzbar. Bei einer Nassrasur sollten Rasierschaums genutzt werden, um die Haut zu schonen und kleine Verletzungen zu verhindern. Da die Gesichtshaut sehr empfindlich ist, ist bei beiden Methoden eine Nachbehandlung mit pflegenden Cremes sinnvoll.
Die meisten Enthaarungscremes werden nicht für eine Anwendung im Gesicht empfohlen, da diese zu aggressiv sind und nicht in die Nähe von Schleimhäuten oder Augen gelangen sollten.
Auch klassische Epiliergeräte sind im Gesicht schlecht anwendbar.
Laserbehandlungen werden auch für das Gesicht angeboten. Hierbei ist besonders auf den Schutz der Augen zu achten. Diese dauerhafte Haarentfernung im Gesicht ist besonders Frauen zu empfehlen, welche unter verstärkter Gesichtsbehaarung leiden.

Augenbrauen zupfen

Augenbrauen zupfen empfinden viele Menschen als notwendig, um gepflegter auszusehen und das Gesicht symmetrischer wirken zu lassen. Es gibt zwei Grundmöglichkeiten, um Augenbrauen zu entfernen: Entweder man verwendet eine Pinzette oder einen Faden, welcher zusammengeknotet und zwischen beiden Händen aufgespannt wird. So kann man die Haare Schritt für Schritt auszupfen.

Lesen Sie ausführliche Informationen zu diesem Thema unter: Augenbrauen zupfen.

Damenbart entfernen

Eine starke Gesichtsbehaarung bei Frauen kann genetisch oder hormonell bedingt sein. Die meisten Frauen leiden extrem darunter und suchen nach Möglichkeiten, die Haare möglichst dauerhaft zu entfernen. Wenn der starke Haarwuchs nicht hormonell bedingt ist und somit ursächlich nicht beseitigt werden kann, greifen Frauen auf die altbewährten Haarentfernungsmethoden zurück wie Rasieren, Enthaarungscremes, Epilation oder Wachspräparate. Außerdem können auch Laserbehandlungen oder das Bleichen der Haare in Betracht gezogen werden.

Alles rund um das Thema Damenbart finden Sie hier:

Schamhaarentfernung

Schamhaarentfernungen sind einerseits im privaten Bereich eine reine Geschmackssache, andererseits vor Operationen notwendig, um das Infektionsrisiko zu senken und dem Chirurg die SIcht nicht zu versperren. Neben der Rasur stellen die Epilation, das Entwachsen sowie das Lasern die gängigen Enthaarungsmethoden dar.

Mehr Informationen zu dem Thema finden Sie hier: Schamhaarentfernung mit Anleitung.

Rückenbehaarung entfernen

Eine gewisse Rückenbehaarung gehört bei jedem Menschen zur natürlichen Körperbehaarung dazu. Jedoch kann übermäßige Rückenbehaarung als störend empfunden werden, weshalb sie häufig entfernt wird. Man bedient sich hierbei wieder konventionellen den Möglichkeiten der Haarentfernung: Rasur, Epilation, Wachsstreifen oder Enthaarungscremes zählen zu den mitteln der Wahl.

Sie interessieren sich für die Entfernung von Rückenhaaren?Lesen Sie hierzu mehr unter: Rückenbehaarung entfernen.

Enthaarung im Intimbereich

Der Intimbereich ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen besonders empfindlich. Hier kann nicht jede Enthaarungsmethode empfohlen werden und einige Methoden sind sogar vollständig kontraproduktiv .

Auf Enthaarungscremes sollte im Intimbereich verzichtet werden. Besonders bei Frauen ist auch bei speziell niedrigdosierten Cremes die Gefahr für die Schleimhaut zu groß. Es kann zu Entzündungsreaktionen und Ausschlägen kommen.
Auch mit dem klassischen Rasierer sollte man vorsichtig sein. Die Haut im Intimbereich ist oft weich und leicht faltig, was Schnittverletzungen häufiger macht. Durch die Rasur kann es zudem zu einer Pickelbildung im Intimbereich kommen. In jedem Fall sollte ein klassischer Rasierer nur nass benutzt werden, da so die empfindliche Haut besser geschützt ist.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Hautausschlag im Intimbereich

Wachsen ist oft wegen der schmerzempfindlichen und weichen Haut im Intimbereich nicht gut anwendbar.
Ebenso wie das Wachsen, ist auch das Epilieren oft zu schmerzhaft für den Intimbereich. Sugaring soll etwas weniger schmerzhaft sein und daher auch durchaus in der Bikinizone gut nutzbar sein.
Laserbehandlungen werden auch für den Intimbereich sowohl für Männer als auch für Frauen angeboten. Hierbei bestehen keine besonderen Risiken. Auch nach der Enthaarung, unabhängig von der Methode, sollte im Intimbereich auf die passenden Pflegeprodukte geachtet werden. Besonders bei Schleimhautkontakt sollten nur parfümfreie, neutrale Pflegecremes nach der Rasur zum Einsatz kommen. Bei einer Überempfindlichkeit auf ein Produkt, sollte dieses nicht erneut verwendet werden.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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