Lasertherapie

Definition einer Lasertherapie

Lasertherapie bezeichnet eine medizinische Anwendung, bei der gebündelte Lichtstrahlen in Form eines Lasers auf eine Läsion am Körper geschossen werden. Sie findet häufig Anwendung an Augen und der Haut, beispielsweise bei der Entfernung von Muttermalen oder Narben. Es gibt verschiedene Arten einer Laserbehandlung, je nach Läsion und Ziel der Therapie. Man unterscheidet Laserablation, -koagulation, -epilation, und -phototherapie. Durch den Laser werden Zellen getötet und können abgetragen werden.

Indikationen einer Lasertherapie

Es gibt viele Einsatzbereiche für eine Lasertherapie. Sie findet besonders häufig Anwendung im Bereich der Kosmetik oder der dermatologischen Therapie bei Hauterkrankungen.
Im kosmetischen Bereich kann sie bei der Entfernung von Narben oder Muttermalen helfen sowie bei der dauerhaften Haarentfernung. Auch zur Faltenbekämpfung kann sie eingesetzt werden oder zur Entfernung erweiterter Venen (Krampfadern).
Lasertherapie wird ebenfalls häufig bei Hauterkrankungen wie Akne, Schuppenflechte, Rosazea oder Nagelpilz angewandt. Auch bei der Behandlung bösartiger Tumore kann sie helfen.

Akne

Akne ist eine Erkrankung der Talgdrüsen, die vor allem im Gesicht, Brust und Rücken von Jugendlichen auftritt. Sie ist größtenteils ein kosmetisches Problem, kann aber bei massivem Befall zu starken Lebenseinschränkungen und sozialer Isolation führen. Die Hautläsionen können mit Medikamenten oder mit Lasertherapie behandelt werden. Dabei führen die gebündelten Lichtstrahlen zu einer Abtötung von Bakterien in den Talgdrüsen und verhindert so eine Entzündung und Ausbreitung. Zudem können Zellen abgetötet werden, sodass die Talgdrüsen schrumpfen. Auch schon entstandene Akne-Narben können mit einem Laser behandelt werden.

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Arthrose

Die Arthrose stellt eine degenerative Erkrankung dar, bei der es durch langjährige Über- und Fehlbelastung zu Abnutzungserscheinungen am Gelenkknorpel kommt. Sie tritt vor allem am Knie und der Hüfte bei älteren Menschen auf. Die Patienten klagen häufig über starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Oftmals ist eine operative Behandlung die einzig helfende Therapie. Die Lasertherapie kann jedoch eine zusätzliche Behandlungsmaßnahme darstellen, insbesondere bei der Behandlung von Schmerzen. Vor allem bei Arthrose der kleinen Gelenke, beispielsweise an den Fingern, kann eine Laseranwendung zu einer Schmerzreduktion führen, indem schmerzlindernde Prozesse des Körpers durch die Lichtstrahlen aktiviert werden.

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Nagelpilz

Die Anwendung von Lasertherapie bei Nagelpilz ist eine eher neuere Methode und wir in den meisten Fällen nicht von der Krankenkasse übernommen. Sie kann jedoch bei hartnäckigem Befall, wenn Medikamente nicht mehr helfen, zu einer Linderung der Beschwerden führen. Durch die Lichtstrahlen werden die Pilze im Nagel zerstört und der Nagel kann sich erholen. Auch eine lasertherapeutische Zerstörung des befallenen Nagels gibt es, sodass ein neuer Nagel nachwachsen kann. In der Regel sollte jedoch immer zusätzlich die Einnahme von pilzbekämpfenden Medikamenten (Antimykotika) erfolgen.

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Entzündungen

Die Lasertherapie kann durch Anwendungen auf Haut und Gelenke schmerzlindernde und entzündungshemmende Prozesse des Körpers aktivieren. Sie kann damit bei der Behandlung von Entzündungen helfen. Besonders bei Erkrankungen, die den Bewegungsapparat betreffen, wie zum Beispiel der Psoriasis, kann die Lasertherapie zu einer Schmerzreduktion und Entzündungshemmung führen. Auch fördert sie die Wundheilung. Durch die Lichtstrahlen werden Zellen des Körpers aktiviert, die Stoffe für die Schmerzverarbeitung und Entzündungshemmung ausschütten. 

Krampfadern

Krampfadern, medizinisch Varizen genannt, sind Erweiterungen kleiner, oberflächlicher Venen. Sie entstehen dadurch, dass die Venenklappen nicht mehr funktionieren und das Blut nicht gut abfließen kann. Häufig sind Menschen betroffen, die lange stehen müssen. Folge sind stark erweiterte Venen auf der Haut, insbesondere an den Beinen. Es gibt verschiedene Wege für die Behandlung von Krampfadern, die Lasertherapie stellt eine Möglichkeit dar. Dabei wird ein Laser in die Vene eingeführt und mittels der Lichtstrahlen Wärme erzeugt. Dadurch wird die Venenwand zerstört und die Vene verschließt sich. Dies wird über einen breiten Abschnitt der Vene angewandt, sodass die Vene nach der Behandlung vollständig verschlossen ist.

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Besenreiser

Besenreiser sind, ähnlich wie die Varizen, oberflächliche, erweiterte Venen. Im Gegensatz zu den Krampfadern handelt es sich hier jedoch um ein ganzes Geflecht von Venen, die sich oftmals an den Beinen zu netzartigen Gebilden ausbreiten. Sie haben keinen Krankheitswert, sind aber für die meisten Patienten ein kosmetisches Problem. Zur Behandlung von Besenreisern muss die tiefergelegene Vene, aus der das Blut kommt, verschlossen werden, sodass die Besenreiser kein Blut mehr bekommen. Die Lasertherapie muss also auf die tiefergelegene Vene angewandt werden. Dies stellt in manchen Fällen ein Problem dar, da der Laser nicht so tief eindringen kann. Die Entscheidung muss also individuell getroffen werden.

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Haarentfernung

Ein massiver Haarbefall oder häufiges Rasieren kann für einige Menschen sehr lästig sein. Eine Methode zur langfristigen Haarentfernung stellt die Lasertherapie dar. Dabei werden gebündelte Lichtstrahlen auf die Haarwurzel gerichtet. Durch die erzielte Wärme wird die Haarwurzel zerstört, sodass an dieser Stelle kein Haar mehr wachsen kann. Dabei muss jedes Haar einzeln behandelt werden. In der Regel sind mehrere Behandlungstermine notwendig. Die Anwendung ist jedoch abhängig von unterschiedlichen Faktoren, wie dem Haartyp, dem Hauttyp und der Körperregion. Die besten Ergebnisse werden bei dunkeln Haaren erzielt. 

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Wie wird man auf eine Lasertherapie vorbereitet?

Vor jeder Behandlung müssen die Patienten von dem behandelnden Arzt über die bevorstehende Behandlung ausführlich aufgeklärt werden. Es müssen alle möglichen Risiken erläutert und abgewogen werden. Die Entscheidung für eine Lasertherapie muss individuell nach Patienten gestellt werden, denn sie ist abhängig von der Art der Behandlung und dem Patienten selber. In der Regel handelt es sich um eine ambulante Therapie, d.h. sie wird in einer Praxis durchgeführt oder man kann das Krankenhaus noch am Tag des Eingriffes wieder verlassen. Auch eine Blutabnahme ist in den meisten Fällen nicht notwendig. 

Wie ist der Ablauf einer Lasertherapie?

Der Ablauf einer Laserbehandlung ist ebenfalls abhängig von der Grunderkrankung und dem Ausmaß der Anwendung. Eine Lasertherapie wird in der Regel ambulant in einer Praxis durchgeführt. In manchen Fällen wird die behandelte Stelle vorher örtlich mit einem schmerzstillenden Mittel betäubt, da die Laseranwendung sehr schmerzhaft sein kann. Eine Narkose ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Sowohl Patient als auch Arzt müssen dabei Schutzbrillen tragen, da der Laser die Augen schädigen kann. Mittels eines speziellen Gerätes wird der Laserstrahl auf die Körperstelle geschossen. In der Regel ist dies kein kontinuierlicher Strahl, sondern eine hohe Anzahl von Strahlenschüssen. Meistens sind mehrere Behandlungstermine nötig. Nach der Behandlung muss die Haut besonders gepflegt werden. 

Was sind die Risiken einer Lasertherapie?

Bei der Lasertherapie entsteht Hitze, die zu Verletzungen der Haut führen kann. Bei falscher Anwendung können Verbrennungen oder kleinere Wunden entstehen, die sich entzünden können. Zudem kann es zur Entstehung von Narben, Rötungen, Blasen oder Ödemen kommen. Besonders auf das Auge hat ein Laser negative Auswirkungen, weshalb immer eine Schutzbrille getragen werden muss. Außerdem kann es zu starken Schmerzen kommen. Es sollte darauf geachtet werden, dass der behandelnde Arzt schon einige Lasertherapien durchgeführt hat und ein qualifiziertes Zertifikat besitzt.

Ist eine Lasertherapie schmerzhaft?

Die Anwendung eines Lasers auf die Haut ist oftmals eine schmerzhafte Behandlung. Es ist jedoch abhängig von dem Ort der Behandlung. Das Aufbringen der Lichtstrahlen führt zu kleinen stechenden Schmerzen, ähnlich eines kleinen Stromschlages. Ein einzelner Schuss des Laserstrahls ist dabei nicht schmerzhaft, da jedoch eine hohe Anzahl der Laserschüsse aufgetragen wird, kann dies mit der Zeit Schmerzen verursachen. Auch die Verödung von Venen ist schmerzhaft, weshalb dies oftmals in örtlicher Betäubung durchgeführt wird.

Wie lange dauert eine Laserbehandlung?

Die Dauer ist abhängig von der Art der Behandlung und der zugrundeliegenden Erkrankung. Die Entfernung einzelner Muttermale oder Narben dauert in der Regel wenige Minuten. Sollen bei der Laserbehandlung Haare auf einer größeren Fläche entfernt werden, kann dies längere Zeit in Anspruch nehmen. Oftmals ist es jedoch mit einer einzigen Behandlung nicht getan, sondern erfordert mehrere Sitzungen. Die ganze Behandlung kann sich daher über 3 bis 6 Monate oder länger ziehen. Bei der Haarentfernung beispielsweise kann es auch mehrere Jahre dauern. Anfangs werden Sitzungen alle 4 Wochen angesetzt, im späteren Verlauf alle halben Jahre.
Zur Dauer der Behandlung gehört auch die Nachbehandlung. Diese ist sehr wichtig für ein gutes Outcome des Verfahrens. Bis zu sechs Wochen nach der Therapie sollte das Aufsuchen eines Solariums oder längeres Sonnenbaden vermieden werden, da UV-Strahlen die strapazierte Haut schädigen können. Daher empfiehlt es sich, eine Laserbehandlung im Winter durchführen zu lassen.

Wie viel kostet eine Lasertherapie?

Die Kosten für die Behandlung sind ebenfalls abhängig von der Art der Behandlung und der zugrundeliegenden Erkrankung. Eine Lasertherapiesitzung für Gelenkserkrankungen kostet zwischen 30€ und 100€. Bei der Haarentfernung kostet eine Sitzung 500-700€. Oftmals wird die Behandlung als private Leistung angeboten und muss vom Patienten selbst getragen werden. Je nach Erkrankung können die Kosten jedoch auch von der Krankenkasse übernommen werden. Es empfiehlt sich daher vorher mit der Krankenkasse Kontakt aufzunehmen. 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Lasertherapie?

Ob die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden, hängt von der Krankenkasse und der Erkrankung ab. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt in den meisten Fällen eine Lasertherapieanwendung nicht. Eine private Krankenkasse übernimmt sie allerdings in manchen Fällen, abhängig vom bezahlten Tarif. Sie sollten sich daher vorher bei ihrer Krankenkasse über eine Kostenübernahme informieren. Besonders bei arthrotischen oder chronischen Erkrankungen wird die Behandlung oftmals von der Krankenkasse gezahlt.

Was sind Alternativen für eine Lasertherapie?

Alternative Behandlungen gibt es in der Medizin abhängig von der Erkrankung viele. Bei der Behandlung von Krampfadern oder Besenreisern kann auf eine Sklerosierung oder eine operative Behandlung zurückgegriffen werden. Auch Muttermale können operativ entfernt werden. Beim Nagelpilz sollte zuerst die Anwendung von Antimykotika probiert werden. Bei einer Arthrose sollte die Lasertherapie nur eine zusätzliche Behandlung darstellen, da die Arthrose am ehesten durch eine Operation geheilt werden kann. Bei der langfristigen Haarentfernung gibt es bis heute leider wenige Alternativen.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 20.03.2020 - Letzte Änderung: 01.10.2021
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