Hautausschlag

Synonym

Exanthem

Definition

Unter einem Hautausschlag oder Exanthem versteht man eine konstante oder sich wieder zurückbildende, schmerzliche, juckende oder symptomarme Hautirritation unterschiedlicher Ursachen.

Ursachen

Hautausschlag (lat. Exanthem) kann viele Ursachen haben. Diese reichen von harmlosen Ursachen über Infektionskrankheiten bis hin zu bösartigen Erkrankungen, die sich ebenfalls über die Haut äußern können.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag Ursachen

Harmlose Ursachen

Hautausschlag kann gerade bei besonders empfindlichen Personen schon bei kleinsten Veränderungen der Gewohnheiten auftreten. So kann es bspw. zu einer Hautreaktion kommen, wenn das Duschgel gewechselt wird, ein neues Waschmittel nicht vertragen wird oder der Stoff der neuen Kleidung die Haut irritiert.
Prinzipiell sollte der Ausschlag auch bei vermeintlich harmloser Ursache beobachtet und ggf. näher untersucht werden.

Allergien

Allergien sind sehr häufig die Ursache von Hautausschlägen aller Art. Auslösende Faktoren sind bspw. Medikamente, Tierhaare, Hausstaub, Pflanzen/Pollen, Nahrungsmittel und Chemikalien. Bei sehr starken Reaktionen auf das auslösende Agens kann es zur Nesselsucht (Urtikaria) kommen, bei der sich große, flüssigkeitsgefüllte Quaddeln auf der Haut bilden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag durch Allergie

Sonnenlichtexposition

Auch eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlichtexposition kann zu Hautausschlag führen (Sonnenallergie). Auch der Sonnenbrand selber ist eine Form des Hautausschlags.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag durch Sonne


Hauterkrankungen

Eine Reihe von Hauterkrankungen rufen zum Teil starken Hautausschlag hervor. Die bekanntesten Krankheiten sind Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis) und insbesondere Akne, die an allen Körperpartien, bevorzugt aber an Gesicht, Rücken und Dekolleté auftritt.

Stress

Auf Stress reagiert jeder Mensch unterschiedlich, manche bekommen Kopfschmerzen, andere schlafen schlecht und bei wieder anderen äußert sich der Stress in Form von Hautreaktionen, die wiederum stark variieren können.
Eine Regel hierfür gibt es nicht, die einen bekommen verstärkt Pickel, andere neigen zu Ekzemen.
Bei Personen, die ohnehin schon mit Hautproblemen zu kämpfen haben, kann zunehmender Stress eine entscheidende Verstärkerfunktion haben.
Beispiele für solche Erkrankungen sind die vererbliche Psoriasis, auch als Schuppenflechte bekannt, und Neurodermitis.
Selbst wenn seit Jahren keine Probleme mehr bestehen, kann Neurodermitis durch Stress getriggert erneut auftreten.
Auch der Nesselsucht ist ein erheblicher psychischer Faktor zuzuschreiben, zum Teil liege dieser bei bis zu 80%. Allerdings muss nicht zwangsläufig ein Ausschlag zu sehen sein, bei Vielen äußern sich Hautprobleme schlicht und ergreifend in Form von starkem Juckreiz. Das tritt besonders bei Personen auf, die generell zu sehr trockener Haut neigen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag durch Stress

Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten, die Hautausschlag hervorrufen können, sind bspw. Röteln, Masern, Scharlach, Windpocken, Gürtelrose, Krätze, Syphilis und auch HIV.
Dabei kann sich das Aussehen der Ausschläge jeweils deutlich unterscheiden. Bei Windpocken stehen juckende Bläschen im Vordergrund, während Masern sich vor allem durch rote, größer werdende und zusammenfließende Flecken manifestieren.

Lesen Sie hier mehr zum Thema unter: Hautausschlag mit Bläschen, Ausschlag bei Scharlach

So ist es möglich, anhand der Morphologie des Ausschlags bereits Rückschlüsse auf mögliche Ursachen zu ziehen. Auch die Körperstellen, an denen der Hautausschlag auftritt, können Hinweise auf die zugrunde liegende Erkrankung geben. Bei Masern beginnt der Ausschlag typischerweise hinter den Ohren und im Gesicht und breitet sich von dort über den Körper aus.

Infektionskrankheiten sind oft ansteckend, wodurch man eine Gefahr für die Mitmenschen werden könnte. Deshalb sollte man bei Unklarheit einen Arzt aufsuchen, der dann über das weitere Vorgehen aufklären kann.

Mehr zu diesem Thema finden sie unter: Ist mein Hautausschlag ansteckend?

Autoimmunkrankheiten

Es gibt auch Autoimmunerkrankungen der Haut, die Ausschlag hervorrufen. Dabei kommt es häufig zu Bläschenbildung und Ablösung von Hautschichten (z.B. Pemphigoid).

Bösartige Erkrankungen

Nicht zuletzt manifestieren sich auch Hauttumore, zB. das Basaliom und das maligne Melanom durch Hautveränderungen, die zunächst als Ausschlag imponieren können. Weitere Krebserkrankungen, die mit Ausschlag einhergehen können, sind das Kaposi-Sarkom und der Paget-Tumor der Brust.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Welche Anzeichen gibt es, dass mein Hautausschlag Krebs sein könnte?

Symptome

Je nach Ursache der ausgelösten Hautausschläge gestalten sich die Symtome unterschiedlich. Jedem Hautausschlag ist gemeinsam, dass es zu einer meist rötlichen Hautveränderung an unterschiedlichen Stellen des Körpers kommt. Sowohl die Ausbreitungsgeschwindigkeit als auch die Symptomatik variieren von symptomlosen Verläufen bis hin zu starken, juckenden und brennenden Werdegängen.

Symptome bei einem Hautausschlag

Hautausschläge können in vielen unterschiedlichen Formen überall am Körper vorkommen. Meistens ist der Hautausschlag dabei ein Symptom für eine Erkrankung. Um herauszufinden, welche Ursache dem Hautausschlag zugrunde liegt, beurteilt man sein Aussehen, die Lokalisation und ob er sich verändert.
Tritt er am ganzen Körper auf, so kommen Erkrankungen wie Windpocken oder Nahrungsmittelallergien in Betracht, ist der Hautausschlag begrenzt, so kann er beispielsweise ein Symptom einer Kontaktallergie oder Akne sein. So kann man an der Form des Hautausschlags häufig schon erkennen, welche Erkrankung hinter dem Symptom "Hautausschlag" steckt.

  • Die ersten Symptome, die bei einem Hautausschlag auftreten, werden auch Primäreffloreszenzen genannt. So können sich beispielsweise Flecken (Maculae), Knötchen (Papeln), Bläschen (Vesiculae), Pusteln oder Quaddeln (Urticae) als erste Symptome bemerkbar machen.
  • Wenn sich ein Hautausschlag verändert, dann kommt es zu sogenannten Sekundäreffloreszenzen. Diese Symptome äußern sich beispielsweise als Schuppen (Squamae), Krusten (Crustae), Abschürfung (Exkoration), Geschwür (Ulkus) oder Narbe (Ciatrix). Das Erscheinungsbild des Hautausschlags gibt also in der Regel schon erste Hinweise auf die mögliche Ursache.

Das häufigste Begleitsymptom eines Hautausschlags ist der Juckreiz. Die betroffenen Stellen können auch schmerzen, überwärmt sein oder brennen. Als weiteres Symptom können auch die Schleimhäute in Mund und Rachen von dem Ausschlag betroffen sein, in diesem Fall spricht man von einem sogenannten Enanthem.
Je nach Ursache des Hautausschlags können weitere Symptome und Krankheitszeichen hinzukommen, wie Fieber (Hautausschlag nach Fieber) , Übelkeit, Schwellungen, Schwitzen, Atembeschwerden, Husten, Lymphknotenschwellungen.

Bei Kindern deuten akut aufblühende gerötete Flecken mit Fieber häufig auf eine der klassischen Kinderkrankheiten wie Masern oder Windpocken hin. Eine Neurodermitis zeigt sich durch Symptome wie trockene Haut und schubweise auftretende, entzündete und stark juckende Hautstellen. Eine Wundrose kann sich durch gerötete Hautflächen mit Schwellungen am Bein präsentieren.
Medikamentennebenwirkungen zeigen sich häufig in roten, verdickten, juckenden Flecken (aber auch anderen Ausschlagstypen) und breiten sich meist über Rücken und Brust sowie beidseitig über die Innenseiten der Arme und Beine aus. Da es unzählig viele mögliche Formen und Ursachen von Hautausschlägen gibt, sind dies nur einige Beispiele zur Verdeutlichung, wie die unterschiedlichen Symptome bei einem Hautausschlag auf die ursächliche Erkrankung hinweisen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Hautausschlag am Oberarm

Hautausschlag mit Juckreiz

Hautausschlag kann manchmal durch einen Wechsel des Waschmittels entstehen.

Das häufigste Begleitsymptom bei einem Hautausschlag ist der Juckreiz, was eine unangenehme Empfindung der Haut darstellt, die ein Kratzen oder Reiben der Fingernägel an der Haut provoziert. Der Juckreiz wird durch bestimmte Botenstoffe (Mediatoren) ausgelöst. Diese Botenstoffe sitzen vor allem in bestimmten Zellen in der Haut, den sogenannten Mastzellen. Bei verschiedenen Hauterkrankungen werden diese Botenstoffe aus den Zellen ausgeschüttet, aber auch durch Medikamente, Nahrungsmittel, Allergene, Pflanzen- oder Insektengifte können sie freigesetzt werden. Dadurch wird das Symptom "Juckreiz" ausgelöst. Diese Empfindungsstörung kann manchmal auch als Brennen, Schmerz oder Überwärmung wahrgenommen werden.

Ein juckender Hautausschlag kann sowohl akut als auch chronisch auftreten. Der Hautausschlag zeigt sich neben dem starken Juckreiz häufig durch Veränderungen der Farbe und Oberflächenbeschaffenheit der Haut. Je nach Ursache nimmt der Hautausschlag unterschiedliche Formen an, häufig kommt es zu einer Ausweitung der betroffenen Hautoberfläche. Ein akut auftretender juckender Hautausschlag wird medizinisch als Exanthem bezeichnet und kann durch verschiedene Infektionskrankheiten wie Röteln, Windpocken, Masern oder Scharlach bedingt werden. Bei diesen Krankheiten hat der Hautausschlag in der Regel eine spezifische Form und zusätzlich zum Juckreiz mit Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen einher.

Juckreiz, der mit einem Hautausschlag einher geht, wird häufig durch Hauterkrankungen wie Nesselsucht, Schuppenflechte oder Neurodermitis ausgelöst.

  • Bei einer Nesselsucht bilden sich juckende Quaddeln, bei einer Schuppenflechte fallen gerötete Hautareale auf, bei denen sich die oberste Hautschicht weiß abschuppt.
  • Eine Neurodermitis lässt sich durch einen typischen roten Hautausschlag diagnostizieren, der sich rau und schuppig anfühlt.
  • Sehr unangenehmer Juckreiz kann auch durch die Krätze verursacht werden. Krätze ist eine Hautkrankheit und wird durch Milben ausgelöst. Diese graben sich bevorzugt in Hautschichten zwischen den Fingern und Zehen sowie an den Achseln und im Genitalbereich. Neben dem starken Juckreiz kommt es bei der Krätze zu einem knötchenförmigen Hautausschlag.

Auch Überempfindlichkeiten gegen bestimmte Medikamente können einen Juckreiz in Verbindung mit einem Hautausschlag auslösen. Das sogenannte "Arzneimittel-Exanthem", also ein Hautausschlag durch Medikamente, zeigt eine Unverträglichkeit gegen ein Medikament an (beispielsweise gegen das Antibiotikum Ampicillin) und geht mit starkem Juckreiz einher.

Diagnostik

Einen grundlegenden Teil der Diagnostik bildet die Anamnese.

Einer jeder Diagnostik des Hautausschlags liegt die Anamnese (Krankenbefragung zu Grunde) Der Arzt wird die Dauer der Beschwerden und die Ausbreitungsgeschwindigkeit sowie Lokalisation erfragen, wenn sie nicht ohnehin offensichtlich sind. Des Weiteren wird er die Begleitsymptome, wie Schwindel, Fieber Allgemeinzustandsverschlechterung abfragen.
Eine der wichtigsten Fragen wird schließlich sein, ob der Patient vor dem Auftreten des Hautausschlags entweder neue Medikamente zu sich genommen hat, die er sonst noch nie zu sich nahm, oder ob es zu einer Neuanwendung chemischer oder biologischer Stoffe vor dem Auftreten der Exanthem kam (neues Waschmittel, neue Hautcreme etc). Neben der Anamnese stellt die Blickdiagnose einer der wesentlichen Diagnosekriterien dar. Exantheme sind in den meisten Fällen deutlich zu erkennen, Symptome wie Brennen oder Jucken müssen separat abgefragt werden.

Therapie

Die Therapie des Hautausschlags richtet sich ebenfalls nach der auslösenden Ursache. So ist die Grundregel einer jeden Hautausschlagtherapie, die auslösende Ursache abzustellen. Liegt der Verdacht nahe, dass ein neu eingesetztes Medikament schuld an dem Hautausschlag ist, muss dieses in jedem Fall abgesetzt und gegen ein anderes Medikament ausgetauscht werden.
Auch bei Hautcremes, die neu eingesetzt wurden, ist die beste Therapie das konsequente Absetzen des Inhaltsstoffes. Auch Schmuck, der Unverträglichkeiten auslöst, sollte abgelegt werden.

Liegt der Verdacht nahe, dass eine der oben genannten Erkrankungen, wie Masern, Scharlach oder Röteln schuld an dem Hautausschlag ist, muss in den meisten Fällen abgewartet werden, bis die Erkrankung durchstanden ist. Eine Ausnahme stellen bakterielle Infektionen (wie die Lues) dar, die ebenfalls Hautausschlag auslösen und mit einem Antibiotikum behandelt werden können.

Bei allen allergischen Ursachen kann ein Behandlungsversuch (neben dem Absetzen des auslösenden Stoffes) mit Kortison (Salbe oder Tabletten) oder mit einem Histaminblocker (Cetirizin) unternommen werden. Des Weiteren sollten symptomatische Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden, die aus kühlenden Umschlägen oder kühlenden Gelen bestehen können.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Seite Wann braucht ein Hautausschlag Cortison?

Ist Akne die Ursache, können Medikamente verwendet werden, die die Talgproduktion vermindern und Hautentzündungen vorbeugen.
Als Frau besteht in diesem Fall die Option der Anti-Baby-Pille. Dazu sollte die Patientin einen Frauenarzt zu Rate ziehen.

Lesen Sie mehr zum Medikament: Dermatop®

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Medikamente gegen Hauterkrankungen

Hausmittel gegen Hautausschlag

Die Liste Möglichkeiten, Hautausschläge mit natürlichen Hausmitteln zu behandeln ist lange und oft streiten sich die Geister was hilft und was nicht, da die Wirkung dieser Methoden meist nicht wissenschaftlich belegt sind. Deshalb sollte man selbst ausprobieren, was einem am besten hilft und was nicht.
Wenn keine Besserung eintritt, ist ein Arztbesuch zu empfehlen, da Hautausschläge zwar in den meisten Fällen harmlos sind, aber auch Symptome schwerwiegender Erkrankungen sein können, die mit Medikamenten behandelt werden müssen.

Generell ist bei Ausschlag und Hautläsionen Feuchtigkeit und Gel zu empfehlen, beispielsweise parfümfreies Aloe Vera Gel, kühle feuchte Umschläge z.B. mit Jogurt oder ein Bad mit Meersalz. Bei extrem trockener Haut, die dadurch geschädigt ist, ist eine Behandlung mit allem was der Haut Fett spendet zu empfehlen, so z.B. Lavendel-oder Sonnenblumenöl, aber auch verschiedene Cremes, die viel Fett und Harnstoff (Urea) enthalten.

Man sollte darauf achten, die gestresste Haut mit PH-neutraler Seife zu waschen und nach Möglichkeit Duft- und Konservierungsstoffe vermeiden.

Bei starkem Juckreiz sind Antihistaminika hilfreich, diese sind in Salben erhältlich, die man in der Apotheke kaufen kann. Bei Nesseln ist Trockenpuder ein effektives Mittel zur Besserung. Wenn das alles nichts hilft, muss man wohl oder übel auf Kortison zurückgreifen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Hausmittel gegen einen Hautausschlag

Abbildung Hautausschlag

Abbildung Hautausschlag Gesicht

a - Gesunde Haut
b - Subkorneales Eiterbläschen
(Pustel - unter der Hornhaut)
c - Intraepitheliales Eiterbläschen
(Pustel - spaltet die Oberhaut auf)
d - Oberhautknötchen
(epidermale Papel)
e - Lederhautknötchen
(dermale Papel)

Oberhaut - Epidermis
(1. und 2.)

  1. Hornschicht - Stratum corneum
  2. Verhornende Schicht
    (helle Schicht + Körnerschicht) -
    Stratum lucidum + Stratum
    granulosum
    Keimschicht (Stachelzellschicht
    + Grundschicht) -
    Stratum spinosum + Stratum basale
  3. Lederhaut - Dermis (Papillarschicht - Stratum papillare + Netzschicht - Stratum reticularre)

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Sonderformen/ gefährliche Verläufe

Neben den häufigen Verläufen, wie Arzneimittelallergien oder generalisierten allergischen Reaktionen, die meistens nach Absetzen der auslösenden Faktoren wieder verschwinden, gibt es noch einige seltenere und schwere, manchmal sogar lebensgefährliche Verläufe von Hautausschlägen. Zu nennen wäre hier das sogenannte Lyell Syndrom, das neben einem anfänglichen Hautausschlag eine Art Schälung der gesamten Hautoberfläche bewirkt.

Ursache sind in den meisten Fällen Medikamente wie z.B. Sulfonamide oder Antiepileptika. Es handelt sich bei einem Ausbruch um einen absoluten Notfall, der mit einer Plasmapharese behandelt werden muss. Aus diesem Grund stellt die Krankenbefragung mit genauer Erfassung der eingenommenen Medikamente eine zentrale Rolle in der Diagnostik dar.

Lesen Sie mehr zum Thema: Medikamentenunverträglichkeit

Verschiedene Formen von Hautausschlägen

Hautausschlag durch Allergie

Ein durch Allergie ausgelöster Ausschlag zeigt sich entweder durch Rötung mit oder ohne Juckreiz oder durch Quaddel- und Pustelbildung.

Eine allergische Reaktion auf bestimmte Dinge kann sich in unterschiedlichen Formen äußern. Manche Menschen reagieren mit einer Schwellung im Mund- und Halsbereich (zum Beispiel bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten), andere mit juckenden Augen und ständigem Niesen (bei zum Beispiel Pollen- oder Hausstauballergie).

Auch in Form eines Hautausschlags kann der Körper auf das Allergen reagieren. Dieser Hautausschlag kann sehr verschieden aussehen: eine plötzlich auftretende, leichte Rötung (Exanthem), eine Rötung mit starkem Juckreiz (Ekzem), Quaddel- oder Pustelbildung mit oder ohne Flüssigkeit gefüllt. Dabei kann es neben Juckreiz zu Schuppenbildung kommen. Nässende Bläschen verkrusten meist nach einiger Zeit.

Die Haut gehört zur äußeren Schutzbarriere unseres Immunsystems und ist das Organ, welches als erstes auf „Antigene“ reagiert. Bei einer allergischen Reaktion auf zum Beispiel ein bestimmtes Nahrungsmittel erkennt unser Immunsystem das Nahrungsmittel als „fremd“. Es reagiert auf eine harmlose Substanz mit einer enormen Botenstoffausschüttung. Dabei handelt es sich vor allem um Histamin. Histamin ist ein wichtiger Mediator von Entzündungsreaktionen und wird von bestimmten Zellen des Immunsystems gebildet und freigesetzt (basophile Granulozyten und Mastzellen). In unserem Körper bewirkt Histamin eine Weitstellung der Blutgefäße, sodass es zu einer stärkeren Durchblutung an den betroffenen Stellen kommt. An der Haut äußert sich das in einer Rötung. Außerdem erhöht Histamin die „Durchlässigkeit“ des Gewebes, sodass es zu Schwellungen und Ödembildung kommt. Bei einem Hautausschlag entstehen so Bläschen, Quaddeln und Juckreiz.

Diese „Allergene“ haben verschiedene Wege, um in den Körper zu gelangen. Einerseits kann es durch direkten Kontakt entstehen (zum Beispiel durch eine Nickelhaltige Uhr, Latexhandschuhe oder eine neue Strumpfhose, gegen die Unverträglichkeiten bestehen). Bei dieser Form der Allergie tritt der Ausschlag dann meistens an den Stellen, an denen vorher der Kontakt bestand, auf. Bei der Nahrungsaufnahme gelangen die „Allergene“ (wie zum Beispiel Nüsse) direkt durch den Mund über Schleimhäute oder über den Verdauungstrakt in den Körper. Dabei kann der Hautausschlag an den verschiedensten Stellen auftreten. Der dritte Weg für ein Allergen in den Körper zu gelangen ist über die Luftwege bei der Atmung (zum Beispiel Hausstaub, Pollen, Heu). Dabei reichen oft die kleinsten Partikel, um eine entsprechende Reaktion auszulösen. An der Lunge bewirkt Histamin eine Verengung der Atemwege, sodass es bei manchen allergischen Reaktionen zusätzlich zu erschwerter Atmung kommen kann.

Wenn also Hautausschlag ohne direkt erkenntliche Ursache auftritt, sollte der Betroffene an diese Faktoren denken und darauf achten, ob er eventuell im Zusammenhang mit der Aufnahme bestimmter Nahrungsmitteln oder zum Beispiel dem Tragen einer neuen Uhr stehen könnte. Ein Allergietest kann bei dem Herausfinden des Allergens sehr hilfreich sein.

Als Therapie eines Hautausschlags, der aufgrund einer allergischen Reaktion auftritt, hilft oft schon der Verzicht auf das entsprechende Allergen, damit sich der Ausschlag zurückbildet. Ansonsten helfen Medikamente wie Antihistaminika, welche die Wirkung von Histamin verringern, und Immunsuppressiva wie Kortisol, um die Reaktion des Immunsystems abzuschwächen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag durch Allergie

Hautausschlag durch Stress

Stress kann bei manchen Menschen zu Hautausschlag führen, da sich eine psychische Belastung bei jedem Menschen anders äußert.

Die Haut ist ein sehr empfindliches Organ und reagiert auf verschiedene Umwelteinflüsse unterschiedlich. Sie verrät oft unübersehbar psychische Prozesse, die wir verarbeiten. Es heißt auch, die Haut sei „Der Spiegel unserer Seele.“ Gerade Stress hat einen erheblichen Einfluss auf das Hautbild und begünstigt rote Flecken-, Bläschen- oder Schuppenbildung auf der Haut. Das liegt daran, dass die Haut eine große Rolle im Immunsystem spielt, die erste Schutzbarriere bildet- und somit auch als erste Instanz erkennbar reagiert. So bilden sich entzündliche Veränderungen an bestimmten Hautregionen, teilweise auch als Reaktion auf Abwehrprozesse im Inneren des Körpers. An den jeweiligen Stellen kann ein Juckreiz als Begleitsymptom auftreten.

Da Hautausschlag durch Stress nicht zu den dauerhaften Hauterkrankungen gehört, hilft bei so einem Hautausschlag oft eine beruhigende Naturcreme, viel frische Luft und die Reduktion des Stresses, damit sich die Reizung zurückbildet. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, ist der Besuch eines Hautarztes zu empfehlen. Dort kann auch ausgeschlossen werden, dass es sich um einen Hautausschlag durch Unverträglichkeiten oder durch bakterielle/virale Infektionen handelt. Wichtig ist, dass jeder Mensch anders auf Stress reagiert und nicht alle ein solches „Exanthem“ bei veränderter psychischer Verfassung entwickeln.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag durch Stress

Hautausschlag mit Bläschen

Hauterkrankungen mit Blasenbildung sind durch flüssigkeitsgefüllte Blasen charakterisiert, bei denen man zwischen kleinen Bläschen und sogenannten Bullae unterscheidet bzw. in welcher Hautschicht sie auftreten (über in oder unter der Epidermis).

Sie entstehen einerseits durch den Verlust von Adhäsionsverbindungen bzw. Zellkontakten zwischen den Zellen, die sie zusammenhalten, gehen verloren. Das bezeichnet man dann als Acantholysis. Andererseits können Blasen auch durch Ödeme (Schwellung), die man Spongiosis nennt, oder durch das Ablösen der Epidermis von der Dermis hervorgerufen werden. Das sind die obersten beiden Hautschichten.
Beispiele für den Verlust von Adhäsionsmolekülen bzw. Zellverbindungen können autoimmune Reaktionen des Körpers sein, dabei richten sich die Antikörper gegen körpereigene Strukturen.

Auch angeborene Erkrankungen können den Verlust der Zellkontakte hervorrufen, z.B. die Epidermolysis bullosa. Darüber hinaus können Kontakt mit toxischen Stoffen oder Infektionen mit Bakterien (Z.B. Staphylokokkeninfektion) oder Viren, z.B. Herpes simplex oder Herpes Zoster (Windpocken) für die Blasenbildung verantwortlich sein.
Behandelt wird entsprechend der Ursache, z.B. Immunsuppressiva , Antibiotika oder antivirale Medikamente.

Manche blasenbildende Erkrankungen können lebensbedrohlich sein, deshalb sollte beim Auftreten der Symptome unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
Zu diesen Erkrankungen gehören die staphylogene toxisch epidermale Nekrolyse (TEN), über den Körper ausgebreitete Herpes Simplex oder Zoster und die Purpura fulminans.

Lesen Sie mehr zum Thema: Herpes simplex und Herpes zoster und Hautausschlag mit Bläschen

Hautausschlag in der Schwangerschaft

Die Haut unterliegt während der Schwangerschaft physiologischen Veränderungen.

Die Haut unterliegt, wie auch andere Organsysteme, normalen physiologischen Veränderungen während der Schwangerschaft.
Dabei kann es z.T. zu krankhaften Hautveränderungen kommen, die nur während der Schwangerschaft auftreten.

Lesen Sie auch: Hautveränderungen in der Schwangerschaft

Dazu gehört das Pemphigoid gestationis. Es tritt zumeist im zweiten oder dritten Trimester auf oder nach der Geburt und äußert sich in Quaddelbildung um den Bauchnabel herum, die sich schnell ausbreiten. Behandelt wird diese Erkrankung mit Kortison und Salben.

Die bekannteste und häufigste Erkrankung ist die PUPPP (Pruritic Urticarial Papules and Plaques of Pregnancy) und tritt vor allem bei Erstgebärenden im letzen Schwangerschaftsdrittel auf.
Zunächst bilden sich Quaddeln mit starkem Juckreiz (Urtikaria) in sogenannten Schwangerschaftsstreifen, später dominieren Papeln und Plaques. Diese können sich auf die Extremitäten ausweiten. Behandelt wird mit Kortison, um die Symptome zu lindern.

Weiterhin können Ekzeme an allen möglichen Hautarealen auftreten. Eine typische Hauterkrankung während der Schwangerschaft ist die pustelnbildende Psoriasis, bei der sich gerötete Plaques mit Ringen aus Pusteln bilden, die in der Mitte verkrustet sind. Die Erkrankung kann jederzeit während der Schwangerschaft auftreten. Typischerweise beginnt sie am Oberköper und breitet sich auf die Extremitäten aus, Gesicht, Hände und Fußsohlen bleiben meist verschont. Auch hier wird lokal mit Kortison als Behandlung gearbeitet.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag in der Schwangerschaft

Hautausschlag bei Kindern

Viele Kinder leiden hin und wieder unter Hautausschlag, wie auch bei Erwachsenen kann dieser verschiedenste Ursachen haben.
Häufig reagieren Kinder sensibel mit Ausschlag auf Waschmittel oder Pflegeprodukte. Dies ist besonders wahrscheinlich, wenn der Ausschlag nach dem Umstellen auf neue Produkte auftritt und nach Weglassen der entsprechenden Produkte wieder verschwindet. Zudem kann die Lokalisation des Ausschlags wegweisend sein, tritt der Ausschlag ausschließlich am Po auf, so handelt es sich wahrscheinlich um eine Windeldermatitis.
Auch die Art der Erscheinung kann ausschlaggebend sein, handelt es sich um einen trockenen, schuppigen Ausschlag, der mit Juckreiz einhergeht, so leidet das Kind möglicherweise unter Schuppenflechte.
Ein trockener, geröteter Ausschlag mit Hauteinrissen am Ohrläppchen, der Ellenbeuge oder anderen spezifischen Körperstellen kann ein Hinweis auf Neurodermitis sein, dabei handelt es sich um eine chronisch entzündliche Hauterkrankung.
Zuletzt tritt ein Hautausschlag häufig begleitend bei einer Infektionskrankheit auf. Häufig haben die Kinder hier weitere Symptome, je nach zugrunde liegender Krankheit zum Beispiel Fieber, Abgeschlagenheit etc. Zudem tritt der Ausschlag zu Anfang oder im Verlauf der Erkrankung relativ plötzlich auf. Die Form des Ausschlags ist hierbei zum Teil sehr charakteristisch für die jeweilige Erkrankung und ausschlaggebend für die Diagnose der Erkrankung.
Windpocken treten begleitend mit leichtem Fieber und Gliederschmerzen zumeist am Rumpf und Kopf auf, es handelt sich um linsengroße, juckende, knotige Bläschen. Diese heilen nach einigen Tagen ohne Narbenbildung aus, die Erkrankung ist für den Arzt und viele Laien eine Blickdiagnose.
Auch bei Masern ist das Auftreten zunächst einer Rötung des Gaumens und dann eines großflächigen Ausschlags typisch. Auch hier bildet sich der Ausschlag nach wenigen Tagen von selbst zurück.
Bei Röteln beginnt der Ausschlag typischerweise im Gesicht und breiten sich auf Rumpf und Extremitäten aus. Hierbei handelt es sich allerdings um einzelne Flecken. Häufig treten begleitend Fieber, eine Lymphknotenschwellung und Kopf-oder Gliederschmerzen auf.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag bei Kindern

Hautausschlag bei Babys

Hautausschlag bei Babys tritt meistens im Zusammenhang mit Kinderkrankheiten auf. Natürlich kann es sich aber auch um eine allergische Reaktion des Kindes handeln.
Kinderkrankheiten, die mit Hautausschlag einhergehen, sind vor allem Windpocken, Scharlach, Röteln, Masern, Ringelröteln und Dreitagefieber. Zusätzlich zu den beobachteten Hautveränderungen treten für die jeweilige Krankheit charakteristische Symptome auf. Auch die Art des Hautausschlags lässt auf die zugrunde liegende Erkrankung schließen.

Windpocken: Juckende Bläschen und rote Flecken über den ganzen Körper verteilt; die Bläschen trocknen nach mehreren Tagen aus. Bis der Ausschlag ganz verschwunden ist, können mehrere Wochen vergehen.

Scharlach: Charakteristisch ist eine hellrote Zunge (Himbeerzunge) in Verbindung mit über den ganzen Körper verteilten, roten Flecken.

Röteln: Der Ausschlag beginnt im Gesicht und hinter den Ohren. Er ist fleckig und kann sich weiter über den Körper ausbreiten.

Masern: Bei dieser Krankheit treten typischerweise zunächst helle Flecken auf der Mundschleimhaut auf. Später entwickelt sich ein lila-roter Ausschlag hinter den Ohren und im Gesicht, der sich weiter über den Körper ausbreitet.

Ringelröteln: Die Kinder bekommen zunächst rote Wangen und entwickeln dann einen aus roten Flecken bestehenden Ausschlag. Die Flecken gehen teilweise ineinander über und bleiben für etwa zehn Tage bestehen.
Lesen Sie mehr zum Thema unter: Hautausschlag bei Ringelröteln

Dreitagefieber: Zunächst treten rote Flecken am Gesicht auf, später am ganzen Körper. Juckreiz besteht nicht.

Windeldermatitis: Hautausschlag bei Babys kann aber auch andere Ursachen haben. Gerade im Windelbereich wird die zarte Babyhaut durch Urin und Stuhlgang in der Windel stark beansprucht.
Dadurch kann es zu rotem Ausschlag in der Windelregion kommen (Windeldermatitis). Siedeln sich zusätzlich noch Pilze in der entzündeten Region an, wird die Krankheit als Windelsoor bezeichnet.
Um diesem vorzubeugen, müssen Windeln spätestens alle 3-4 Stunden gewechselt werden. Eltern sollten unbedingt darauf achten, den Windelbereich ihres Kindes immer ausreichend zu trocknen und auf die Hautpflege beim Baby zu achten.
Dabei sollte auf Pflegeprodukte, die Duft- und Konservierungsstoffe enthalten, verzichtet werden. Auch sollte die Windel nach Möglichkeit nicht zu eng angelegt werden, damit noch Luft in den Intimbereich des Babys gelangen kann.

Neurodermitis: Nicht zuletzt können Babys auch bereits Hautkrankheiten entwickeln, die mit Ausschlag einhergehen, so z.B. Neurodermitis. Das erste Symptom ist hierbei häufig der sogenannte Milchschorf, der etwa ab dem 3. Lebensmonat auftritt.
Das Baby hat dabei meist rötliche Bläschen auf der Kopfhaut, die nach Abheilen als weiße Krusten verbleiben (daher der Name „Milchschorf“). In schweren Fällen kann sich der Milchschorf über den ganzen Körper ausbreiten. Nicht selten entwickelt sich daraus später eine Neurodermitis.
Typischerweise befindet sich der Ausschlag dann in den Kniekehlen, Armbeugen und am Hals.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag beim Baby

Hautausschlag nach einer Impfung

Nach einer Impfung kann gelegentlich eine Rötung bis hin zu einem Hautausschlag, meistens im Bereich der Einstichstelle für den Impfstoff, auftreten. In der Regel benötigt eine solche Reaktion keine besondere Therapie und verschwindet relativ schnell von alleine wieder.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Hautausschlag nach einer Impfung

Hautausschlag im Gesicht

Hautauschlag im Gesicht kann verschiedene Ursachen haben und unterschiedliche Formen annehmen. Die Diagnose wird durch den Hautarzt gestellt, der häufig bereits aus der Anamnese und genauen Inspektion des Ausschlags auf eine Ursache schließen kann und eine Therapie ansetzt.
Oft ist ein Ausschlag im Gesicht für die Betroffenen mit einem erheblichen Leidensdruck verbunden. Des Öfteren ist eine sogenannte Kontaktdermatitis der Auslöser, hierbei kommt es durch Reizstoffe wie Pollen (Hautausschlag durch Pollen), bestimmte Lebensmittel, Kosmetika oder Tierhaare zu einem Ausschlag. Bei Vermeidung des Reizstoffes bildet sich der Ausschlag typischerweise zurück.
Auch Ekzeme im Gesicht , dabei handelt es sich um kleine fleckartige Entzündungen der Haut, werden häufig durch Umwelteinflüsse oder Kosmetika ausgelöst.
Eine häufige Ursache vor allem im Jugendalter sind Akne-Erkrankungen, die typischerweise mit eitrigen Pusteln einhergehen.
Im Kindesalter treten Hautausschläge im Gesicht häufig im Rahmen von Infektionserkrankungen wie Windpocken, Masern oder Röteln auf, die allesamt hoch ansteckend sind.
Auch chronisch entzündliche Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte manifestieren sich nicht selten im Gesicht.

Bei Erwachsenen können auch Geschlechtskrankheiten zu Ausschlägen im Gesicht führen, häufig tritt begleitend eine Symptomatik an den Genitalien wie Juckreiz oder Ausschlag auf. Auch viele Keime wie Bakterien oder bestimmte Pilze können zu Ausschlägen und Entzündungen im Gesicht führen.
Daneben können bestimmte Medikamente wie Antibiotika auch im Gesicht zu Ausschlägen (Hautausschlag nach Antibiotika) führen, hierbei ist das zeitliche Auftreten des Ausschlags wenige Stunden bis Tage nach der Einnahme des Medikaments wegweisen.
Nicht selten ist auch eine übermäßige Aussetzung durch Sonnenlicht die Ursache eines Ausschlags im Gesicht (z.B. bei der Mallorca-Akne).

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag im Gesicht

Hautausschlag am Hals

Ein Hautausschlag am Hals kann verschiedene Ursachen haben.

Rote Flecken bzw. Hautausschlag am Hals treten selten alleine auf. Oft beginnen Ausschläge am Oberkörper und weiten sich auf Bereiche aus, die in unmittelbarer Umgebung liegen.

Ein Ausschlag am Hals kann aus ganz verschiedenen Gründen entstehen. Meist ist es die Reaktion der Haut auf bestimmte Faktoren, zum Beispiel als Abwehrreaktion gegen bestimmte Erreger oder als eine allergische Reaktion. Es ist sehr wichtig, die genaue Ursache abzuklären, um den Ausschlag zu therapieren. Dazu führt der behandelnde Arzt eine ausführliche Anamnese durch.

Wenn es die Reaktion auf einen bestimmten Erreger ist, treten neben dem Hautausschlag noch andere Symptome auf, was auf viele unterschiedliche Erreger schließen lässt. Neben Masern, Windpocken, Ringelflechte, Follikulitis, Herpes und Gürtelrose kann eine bakterielle Infektion dahinter stecken. Um den Erreger zu identifizieren, kann der Verlauf oder die Veränderung des Ausschlags entscheidende Hinweise liefern. Da jeder Erreger unterschiedlicher Behandlung bedarf, ist die Differenzialdiagnose entscheidend.

Bei einer allergischen Reaktion sollte dringend das entscheidende Nahrungsmittel oder Medikament gefunden werden, gegen welches die Unverträglichkeit besteht. Der Betroffene sollte darauf achten, ob der Ausschlag nach bestimmten Aktivitäten (zum Beispiel das Tragen von nickelhaltigem Schmuck) oder nach dem Essen bestimmter Dinge (zum Beispiel Nüsse) auftritt. Falls eine Unverträglichkeit von Metallen vorliegt wie zum Beispiel von Nickel, kommt es nach Kontakt zu einer Kontaktdermatitis, die in die Kategorie der allergische nReaktionen des Typs IV gehört. Damit ist eine allergische Reaktion gemeint, die nach ein bis zwei Tagen auftritt (verzögerter Typ) und sich in Form von Hautrötung und Juckreiz äußert.

Langer Aufenthalt in der Sonne sollte bei gereizter Haut vermieden werden. Auch Stress kann der Grund für eine Rötung am Hals sein. Wenn dies zutrifft, sollte der Ausschlag meist nach Überwinden des Stresses zurückgehen.

Eine weitere Ursache können Kosmetikprodukte sein, die aufgetragen und an dieser Stelle schlecht vertragen werden. Auch Akne kann für rote Flecken am Hals verantwortlich sein. Allerdings kann auch ein für Masern typischer Ausschlag am Hals beginnen und sich anschließend ausbreiten, genau wie andere bakterielle oder virale Erkrankungen (siehe oben).

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag am Hals oder Rote Flecken am Hals

Hautausschlag am Oberkörper

Ausschläge können aus den unterschiedlichsten Ursachen auftreten, die meisten beginnen typischerweise am Oberkörper und breiten sich auf die umliegenden Hautbereiche aus. Man sollte beobachten, ob der Ausschlag lokal begrenzt bleibt oder sich ausbreitet.
Die Hautreaktion kann auf eine allergische Reaktion hindeuten, z.B. bei Insektenstichen, Läusebissen oder Nahrungsmittelunverträglichkeit.
Speziell am Oberkörper, also auf der Brust (Hautausschlag auf der Brust) und am Bauch können Pilzinfektionen im Darm die Ursache sein oder der Ausschlag ist auf virale Erkrankungen wie Windpocken (Herpes Zoster) oder Gürtelrose zurückzuführen.
Außerdem manifestieren sich Krankheiten wie Masern zunächst am Oberkörper, bevor sie sich auf weitere Bereiche ausweiten. Auch Syphilisexantheme können am Oberkörper und Rücken auftreten.
Ausschläge können aber auch - wie in den meisten Fällen - ganz harmlose Ursachen haben, z.B. bei Verwendung eines neuen Waschmittels oder Unverträglichkeit bestimmter Inhaltsstoffe von Body-Lotion oder Duschgelen.

Hautausschlag am Bauch

Am Bauch kann aus unterschiedlichen Ursachen eine Rötung oder ein Ausschlag entstehen. Er kann flächendeckend oder nur vereinzelt auftreten und verschiedene Formen annehmen. Neben einer Rötung können Pusteln oder Papeln entstehen, die ohne Flüssigkeit auftreten oder „nässend“ sein können. Auch sehr trockene Haut kann mit Schuppenbildung ein Exanthem auslösen. Wenn diese Stellen zusätzlich juckend sind, nennt man sie auch Ekzem.

Am Bauch lösen einige virale Erreger besonders häufig einen Ausschlag aus: die Hepatitis Viren oder der Windpocken Erreger „Herpes Zoster“. Zu dem Wiederaufleben des Herpes Zoster kommt es meistens, wenn das Immunsystem akut geschwächt ist. Dann breitet sich das Virus entlang den Nervenbahnen gürtelförmig im Bauch- und Brustbereich aus und verursacht schmerzende Exantheme. Diese Erkrankung wird deshalb auch „Gürtelrose“ genannt. Neben den viralen und bakteriellen Kinderinfektionen wie Röteln, Ringelröteln, Scharlach, Masern oder Windpocken (die aber meist neben einem Ausschlag am Bauch noch weitere Symptome bewirken) kommt außerdem eine Pilzinfektion in Frage.

Aber nicht nur bakterielle und virale Erreger kommen als Grund für einen Ausschlag in Frage. Auch Allergien oder Unverträglichkeiten können Exantheme am Bauch hervorrufen. Hierbei muss auch eine vorangegangene Antibiotikaeinnahme oder ein neues Waschmittel, auf welches allergisch reagiert wird, bedacht werden. Ist eine Unverträglichkeit der Grund für den Ausschlag, sollte auf das Nahrungsmittel oder den Gegenstand in Zukunft verzichtet werden.

Für eine angemessene Therapie ist eine genaue Diagnose extrem wichtig. Daher sollte der Betroffene sehr aufmerksam das Auftreten und den Verlauf des Ausschlags beobachten und mit seinem behandelnden Hausarzt in Kontakt stehen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag am Bauch und Rote Flecken am Bauch

Hautausschlag ohne Juckreiz

Nicht immer kommt es zum leidigen Juckreiz.

Hautausschlag geht in den meisten Fällen mit weniger starkem bis sehr starkem Juckreiz einher.
Dies gilt besonders für die meisten Infektionskrankheiten, wie zB. Windpocken, bei denen sich stark juckende Bläschen ausbilden. Es gibt allerdings auch Hautausschlag, der ganz ohne Juckreiz auftritt. Auch hier sind die Ursachen vielfältig.
Generell ist zu beachten, dass jeder Mensch sehr individuell auf Reize aus der Umwelt reagieren kann. Während sich der Ausschlag bei der einen Person durch starken Juckreiz äußert, stellt er sich bei der anderen Person lediglich als Hautrötung ohne Juckreiz dar. Die genauen Umstände und Ursachen des Ausschlags müssen also in jedem Fall individuell geprüft werden.

Masern: Die bekannteste Infektionskrankheit, die sich typischerweise mit Ausschlag ohne Juckreiz äußert, sind Masern. An Masern erkranken am häufigsten Kinder. Es treten charakteristische rot-violette Flecken auf, die ineinander verlaufen und sich, hinter den Ohren und im Gesicht beginnend, über den ganzen Körper ausbreiten können – typischerweise ganz ohne Juckreiz.

Systemischer Lupus Erythematodes (SLE): SLE ist eine Autoimmunerkrankung, die überwiegend junge Frauen im gebärfähigen Alter betrifft.
Dabei kommt es in verschiedenen Organen und Geweben zu chronischen Entzündungsreaktionen. Ein charakteristisches Symptom dieser Erkrankung ist ein Ausschlag im Gesicht, der sich insbesondere im Nasen-Wangen-Bereich ausbildet (sogenanntes Schmetterlingserythem). Diese Hautveränderung juckt und schmerzt in der Regel nicht.
Unter Therapie kann das Schmetterlingserythem sich wieder vollständig zurückbilden. Neben den Hautveränderungen im Gesicht können auch am restlichen Körper kleinere, sich schuppende Rötungen auftreten. Durch Sonnenlichtexposition verschlechtert sich der Ausschlag bei SLE häufig.

Borreliose: Die durch Zeckenbisse übertragene Borreliose äußert sich in etwa 50% der Fälle durch eine Wanderröte (Erythema migrans), die sich nach einigen Tagen bis Wochen um die Einstichstelle ausbilden und sich dann ausbreiten und über den Körper wandern kann. Dieser Hautausschlag ist kreisförmig mit einer Aufhellung in der Mitte und kann sowohl mit, als auch ohne Juckreiz auftreten.

Akne: Akne, die bekannteste Hauterkrankung, äußert sich durch zahlreiche Eiterpickel und –pusteln, die bevorzugt im Gesicht, am Rücken und im Dekolleté auftreten. Die Pickel können jucken, in den meisten Fällen gehen sie aber je nach Lokalisation eher mit Schmerzen oder Brennen einher.

Eine weitere Ursache für einen Hautausschlag ohne Juckreiz ist eine allergische Reaktion. Desweiteren kann es auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente (Hautausschlag nach Antibiotika) zu einem Hautausschlag ohne Juckreiz kommen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag ohne Juckreiz

Hautausschlag bei HIV

Etwa 1-4 Wochen nach einer HIV-Infektion können sich bei dem Betroffenen unspezifische Symptome entwickeln, die leicht mit einem grippalen Infekt verwechselt werden können. So leiden die meisten Patienten während der akuten HIV-Infektion unter Fieber, Lymphknotenschwellung und Rachenentzündung (Pharyngitis).
Auch Hautausschlag gehört zu den möglichen Symptomen einer akuten HIV-Infektion (bei 50-70% der Infizierten). Dieser Ausschlag tritt vor allem im Gesicht und am Körperstamm (Rücken, Brust, Bauch) auf, Arme und Beine sind seltener betroffen.
Er besteht aus kleinen roten Flecken, die von kleinen Knötchen durchsetzt sind. Man spricht dabei auch von einem makulopapulösen Exanthem. Die Läsionen gehen in der Regel ohne oder nur mit leichtem Juckreiz einher. Häufig verschwindet der Hautausschlag nach 24-48 Stunden von allein wieder.

Infektionsbedingter Ausschlag unter HIV: Da bei HIV das Immunsystem geschwächt ist, können sich leichter Erreger (Bakterien, Pilze, Viren) auf der Haut ansiedeln und zu Ausschlägen und Rötungen führen. Daher treten einige Formen des Hautausschlags bei HIV häufiger auf, bspw. Soor (Pilzinfektion der Haut).

Ausschlag durch HIV-Therapie: Wird der Patient bereits wegen seiner HIV-Infektion behandelt, kann es auch unter diesen Umständen noch zu Hautausschlag kommen, der durch eine Reaktion auf das entsprechende Arzneimittel entstehen kann (Arzneimittelexanthem).
Wichtig ist dabei die Abgrenzung zu infektionsbedingtem Hautausschlag, da HIV-Patienten generell anfälliger für jegliche Art der Infektion sind. Ist der Ausschlag mit Sicherheit arzneimittelbedingt, sollte dieses abgesetzt und gewechselt werden.

Kaposi-Sarkom: Bei fortgeschrittener HIV-Erkrankung kann es zur Ausbildung von Kaposi-Sarkomen kommen. Dies sind bösartige Hauttumoren, die im Zusammenhang mit einem geschwächten Immunsystem, wie es bei HIV der Fall ist, auftreten können. Typischerweise äußert sich das Kaposi-Sarkom als violette oder braun-bläuliche, knotige Hautveränderung und tritt in der Regel zuerst an mehreren Stellen an den Beinen auf, später auch u.a. im Mundraum. Bei adäquater HIV-Therapie bildet es sich meist zurück, da das Immunsystem dann gegen die entarteten Zellen ankämpfen kann.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag und HIV

Hautausschlag nach Antibiotikaeinnahme

Hautausschlag ist eine relativ häufige unerwünschte Reaktion von Antibiotika. Je nach Art der Unverträglichkeit tritt der Ausschlag wenige Minuten, Stunden oder Tage nach der ersten Einnahme des Antibiotikums auf.
Sogenannte Betalactam-Antibiotika wie Penicillin oder Cephalosporin lösen am häufigsten Ausschläge aus. Bis zu 3-10% aller Menschen reagieren auf ein solches Antibiotikum mit Ausschlag, die meisten im Rahmen einer pseudo-allergischen Reaktion, weniger häufig mit einer klassischen allergischen Reaktion.

Lesen Sie mehr dazu auf unserer Seite Hautausschlag nach Penicillin.

Um herauszufinden, ob eine echte Allergie gegen das entsprechende Antibiotikum vorliegt, kann ein Prick-Test erfolgen. Dabei handelt es sich um ein Allergie-Test mit Injektion des vermuteten Allergens in den Unterarm und Beobachten der Reaktion auf der Haut. Eine weitere Möglichkeit ist ein Antikörper-Nachweis im Blut.
Meist ist der Ausschlag harmlos und verschwindet einige Stunden und Tage nach Absetzen des Antibiotikums. In sehr seltenen Fällen tritt der Ausschlag unmittelbar nach der Einnahme des Antibiotikums auf und es erfolgt eine starke allergische Reaktion in Form eines anaphylaktischen Schocks mit Luftnot und drohendem Ersticken.
Besonders häufig kommen Hautausschläge nach Antibiotika-Einnahme bei älteren Menschen vor, deren Leber-und Nierenfunktion eingeschränkt ist und so das Antibiotikum länger im Körper verweilt. Auch die Einnahme vieler Medikamente begünstigt das Auftreten eines Ausschlags.
Wichtig ist, nach Auftreten des Ausschlags den verschreibenden Arzt oder den Hausarzt aufzusuchen. Eventuell sollte ein Allergie-Test erfolgen, um eine echt Allergie zu diagnostizieren oder auszuschließen. In der Folge sollte das betroffene und strukturähnliche Antibiotika vermieden werden, der Arzt kann hierzu einen Allergiepass ausstellen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautausschlag nach Antibiotika

Hautausschlag bei Grippe

Bei einigen Menschen kommt es nach einem grippalen Infekt zu einer Reaktion der Haut mit Rötung, Schwellung und auch mit Bläschenbildung. An den betroffenen Stellen kann es auch zu Schmerzen, Brennen oder Juckreiz kommen.

Grund für einen solchen Ausschlag der Haut nach einer Grippe ist meist die Abwehrreaktion des Immunsystems auf den verursachenden Virus. Durch bestimmte Zellen (Mastzellen), die im Immunsystem eine wichtige Rolle spielen, wird während der Abwehr von Krankheitserregern der Botenstoff „Histamin“ ausgeschüttet. Die Zellen sitzen vor allem in der Lederhaut (Stratum corneum) und in der Schleimhaut. Im umgebenden Gewebe löst Histamin eine Schwellung, bessere Durchblutung (dies führt zu einer Rötung) und Schmerzen aus. Dies führt dazu, dass die Reaktion des Körpers äußerlich sichtbar wird. Das Immunsystem ist durch den vorangegangenen Infekt oft noch geschwächt. Die Ausbreitung und der Verlauf des Exanthems sind sehr unterschiedlich und können dem behandelnden Arzt Aufschluss über die Ursache geben. Auch um Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln, Scharlach und Windpocken als Ursache ausschließen zu können, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wenn zur Behandlung der Grippe Medikamente eingenommen wurden, kann der Hautausschlag auch von einer Unverträglichkeit gegenüber diesen herrühren. Viele Medikamente (darunter auch Antibiotika) lösen als Nebenwirkung Hautausschlag aus und sollten mit Vorsicht eingenommen werden. Insgesamt reagieren ältere Menschen empfindlicher auf die Nebenwirkungen der Medikamente. Nicht selten können außerdem Allergien Hautreaktionen hervorrufen. Da die Therapie des Hautausschlags sehr von der Ursache abhängt, ist es zu empfehlen, diese abzuklären.

Zusammenfassung

Ein Hautausschlag kann mit Juckreiz oder ohne vorkommen.

Hautausschläge werden auch als Exantheme bezeichnet. Sie haben einen charakteristischen Verlauf, der aus Beginn, Verlaufsspitze nach einiger Zeit und der Abheilung besteht. Je nach Ursache des Hautausschlags kann die Zeit der Ausbreitung variieren. In vielen Fällen sind von Exanthemen das Gesicht, der Hals, Arme und Beine, der Rücken oder der Rumpf betroffen. Exantheme können neben dem optischen Erscheinungsbild völlig beschwerdefrei auftreten oder auch mit Jucken, Brennen oder auch starken Schmerzen verbunden sein.

Ursachen eines Hautausschlags können allergische Reaktionen sein (z.B. nach Auftragen einer neuen Hautcreme oder Tragen eines Nickelohrringes). Hierbei wird zunächst die Haut und die Nerven der Hautoberschicht gereizt. Das eigentliche allergische Hautausschlag wird dann durch die Zellen der Blutgefäße ausgelöst, die eine Gefäßerweiterung bewirken und das entsprechende Hautareal stärker durchbluten lassen (rötliche Farbe des Exanthems). Nur ein Zusammenspiel zwischen Hautzellen und Gefäßzellen lässt die Entstehung eines Hautausschlags zu. Die häufigste Ursache eines Exanthems sind Arzneimittel. Sie machen ca. 80% der Fälle aus. Auslösende Medikamente können sein: Ampiciline, Sulfonamide, Peniciline, Cephalosporine, Salicylate, ACE-Hemmer, Carbamazepin, Phenytoin und Allopurinol.

Des Weiteren stellen infektiöse Zusammenhänge eine häufige Ursache eines Hautausschlags dar. Zu nennen wären die klassischen Kinderkrankheiten wie Masern, Scharlach und Röteln, die mit einem Hautausschlag in unterschiedlicher Ausprägung, zeitlicher Abfolge und Lokalisation auftreten. Je nach Art der Ausbreitung kann auch oft schon der Verdacht auf die auslösende Erkrankung gestellt werden. Auch bakterielle Infektionen können Schuld an einem Hautausschlag sein. Zu nennen wären hier die selten vorkommende Lues. Eine weitere Einteilung neben den auslösenden Faktoren ist auch die äußerliche Erscheinung. So kann man Exantheme in makulöse Exantheme (nicht erhaben nur im Hautniveau vorhanden), papulöse Exantheme (erhabene Hautveränderungen), pustolöse Exantheme (dem Pickel entsprechend), seröse Exantheme (sich entleerende Hautveränderungen) und urtikarielle Exantheme (flächig, rundlich, rot und erhaben) einteilen.

Die Diagnostik besteht zum Einen aus der Blickdiagnose, die zunächst schon einen Hinweis auf eine Exanthem liefern kann und zum zweiten eine ausführlich gestaltete Anamnese (Krankenbefragung). Darin sollte erörtert werden, wie lange bereits die Symptome vorhanden sind, ob eine neue Hautcreme, ein neues Arzneimittel eingesetzt wurde und ob es Begleitsymptome gibt (wie Fieber etc).

Die Therapie richtet sich nach dem auslösenden Faktor. Grundlegend gilt, dass der auslösende Faktor abgestellt werden muss. Auslösende Hautcremes müssen abgesetzt und entsprechende Medikamente gegen Alternativpräparate ausgetauscht werden. Bei allergischen Exanthemen sollte ein Behandlungsversuch mit Kortisonsalben oder Kortisontabletten unternommen werden.

Da allergische Reaktionen meistens histaminvermittelt stattfinden, kann auch versucht werden mit Medikamenten aus der Gruppe der Histaminblocker (Cetirizin) eine Behandlung zu beginnen. Außerdem kann mit kühlenden Verbänden und Gelen eine Symptomminderung erreicht werden. In aller Regel wird über die Kombination (Meidung der auslösenden Faktoren, entzündungshemmende Medikation und symptomatische Therapie) ein Rückgang des Hautausschlags erreicht. Ist als Ursache eine infektiöse Erkrankung, wie Masern vorhanden, muss die Abheilung der Krankheit abgewartet werden. Bei den wenigen bakteriellen Infektionen, die ein Exanthem auslösen können, kann ein Behandlungversuch mit einem Antibiotikum begonnen werden.

Exantheme sind in aller Regel harmlos, stellen allerdings ein ernstzunehmendes Warnzeichen dar. In einigen, seltenen und schweren Verläufen kann ein Hautausschlag einen beginnenden Notfall anzeigen. Zu nennen wäre hier das sogenannte Lyell Syndrom, das eine Überempfindlichkeitsreaktion auf verschiedene Medikamentengruppen darstellt. Das Exanthem wird gefolgt von einem Abschuppen der Haut. Ohne Behandlung verläuft die Erkrankung tödlich, und aus diesem Grund stellt die einzige Behandlungsmaßnahme eine Plasmapharese dar.
Patienten, die Exantheme aufgrund einer allergischen Reaktion bekommen, sollten zusätzlich einen Allergieausweis ausgestellt bekommen, auf dem vermerkt werden sollte, welche Art von Allergie vorliegt und welche Substanzen gemieden werden sollten. Besonders wichtig ist eine Allergiepass bei den Medikamentenallergien.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.02.2017
Für Sie passende Themen
Ihre Meinung ist uns wichtig

Dr-Gumpert.de ist ein Projekt, das mit viel Engagement vom Dr-Gumpert.de Team betrieben wird. Im Vergleich zu anderen Seiten ist vielleicht nicht alles so perfekt, aber wir gehen persönlich auf alle Kritikpunkte ein und versuchen die Seite stets zu verbessern.
An dieser Stelle bedanken wie uns bei allen Unterstützern unserer Arbeit.
Wenn Ihnen diese Seite gefallen hat, unterstützen auch Sie uns und drücken Sie: