Kaposi-Sarkom

Definition

Das Kaposi-Sarkom ist eine Krebserkrankung, die sich durch die Entstehung von Gefäßkonglomeraten in der Haut auszeichnet.

Sichtbar werden diese in Form von blauen sowie rötlichen Knoten oder Flecken, die bis zu handtellergroß werden können.

Das Sarkom ist nach seinem Erstbeschreiber Moritz Kaposi benannt, der es im 19. Jahrhundert als “Idiopathisches multiples Pigmentsarkom der Haut” einordnete. Die Erkrankung bildet sich meist im Falle einer Immuninsuffizienz aus, wie sie bei AIDS-Kranken oder Menschen mit anderen Autoimmunerkrankungen vorliegen. Der Verlauf der Erkrankung variiert: Es gibt harmlose Verläufe, die Jahre lang keine Beschwerden machen, sowie hochaggressive Verläufe, die schnell tödlich enden können.

Ursachen

Der Auslöser des Kaposi-Sarkoms ist das Humane Herpes Virus 8 (HHV-8). Da dieses Virus erst in den Neunziger Jahren entdeckt wurde, konnte der Erstbeschreiber noch keinen Zusammenhang zur Genese der Erkrankung herstellen. Das HHV-8 gehört zur Gruppe der Herpesviren und wird sexuell sowie perinatal, also während der Geburt, übertragen. Außerdem ist auch eine Übertragung mittels Schmierinfektion, also durch den Austausch von Körperflüssigkeiten, möglich. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die HHV-8-Infektion notwendig ist, um ein Kaposi-Sarkom zu entwickeln, gleichzeitig müssen jedoch noch weitere genetische Besonderheiten oder eben eine Beeinträchtigung des Immunsystems vorliegen.

Einerseits gibt es die klassische Form des Kaposi-Sarkoms. An dieser Form erkranken vor allem Männer über 60, die eine italienischer, jüdischer oder osteuropäischer Herkunft sind. Der Verlauf ist in diesem Fall eher als milde einzustufen.

Andererseits ist in Afrika das endemische Kaposi-Sarkom beschrieben, welches unabhängig von HIV auftritt und auch Kleinkinder befallen kann.

Die weitaus häufigste Form ist das AIDS-assoziierte Kaposi-Sarkom. In diesem Fall liegt eine Immundefizienz vor. Handelt es sich beim HHV-8-Infizierten um eine immunkompetente Person, so schafft es sein Immunsystem, das Virus in Schach zu halten, und die Person entwickelt keinerlei Symptome. Erst mit der Ausprägung einer Immuninsuffizienz bricht das Virus aus und verursacht die malignen Gefäßkonglomerate der Haut. Da das Kaposi-Sarkom besonders häufig auf dem Boden einer HIV-Infektion sowie einer AIDS-Erkankung (20.000 mal häufiger als bei gesunden Personen) entsteht, wurde es auch als “AIDS-definierende Erkrankung” beschrieben. Die größte Risikogruppe für die AIDS-Erkrankung und damit verbunden auch für das Kaposi-Sarkom sind homosexuelle Männer.

Man muss aber auch dazusagen, dass mit der Entwicklung von hochwirksamen HIV-Medikamenten die Anzahl der Kaposi-Sarkome gesunken ist.

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Diagnose

Für die Diagnose des Kaposi-Sarkoms ist eine Biopsie, also eine Gewebeprobe, unabdingbar. Diese wird histopathologisch ausgewertet.

Außerdem muss, wie bereits beschrieben, ein Immundefizit vorliegen. Das ist bei der AIDS-Erkrankung der Fall. Ist eine HIV-Infektion gesichert, und es treten zusätzlich dunkle Hautknoten auf, liegt die Diagnose eines Kaposi-Sarkoms nahe. Erhärtet sich der Verdacht auf eine sogenannte Dissemination, das heißt, eine Ausbreitung des Tumors auf die inneren Organe, so kann man diese mittels CT, Röntgen-Thorax sowie der Abdomensonographie bildgebend darstellen.

An diesen Symptomen erkenne ich ein Kaposi-Sarkom

Das Kaposi-Sarkom zeichnet sich in erster Linie durch das Auftreten von vielen blauen oder blauroten, bis zu handtellergroßen Flecken aus, die sich auf der Hautoberfläche ausbilden. Diese Gefäßkonglomerate treten vermehrt an den Beinen, aber auch im Gesicht, der Mundschleimhaut und dem Rumpfbereich auf.

Im Verlauf der Erkrankung vergrößern sich die Hautknoten, und es können auch schmerzhafte Ulzerationen und offene Stellen entstehen.

Tritt das Kaposi-Sarkom auf die Lymphgefäße über, so können massive Ödeme auftreten. Das bedeutet, dass sich Wasser im Körper einlagert, besonders an den Beinen. Diese schwellen also an.

Liegt ein gastrointestinaler Befall vor, so kann es zu Magen-Darm-Blutungen kommen. Das äußert sich dann durch Bluterbrechen oder Teerstuhl. Die Ausprägung des Sarkoms auf der Haut sowie im Magen-Darm-Trakt können nebeneinander, aber auch einzeln auftreten.

Das sind Anzeichen im Frühstadium

Die Anzeichen für ein Kaposi-Sarkom im Frühstadium sind abhängig davon, welches Organ das Sarkom zuerst befällt, sowie welche Lokalisation nachgewiesen wird. Ist die Haut befallen, so treten multiple Gefäßknötchen auf, die im sich im Verlauf vergrößern und ausbreiten können. Diese Knötchen können schmerzhaft sein, sind es aber nicht in jedem Fall. 

Manifestiert sich das Kaposi-Sarkom im Magen-Darm-Trakt, sind die Patienten oft zunächst asymptomatisch. Im weiteren Verlauf kann eine Blutung des Magens oder Darms auftreten. Das äußert sich dann durch Teerstuhl oder Bluterbrechen.

Lokalisation

Fuß

Wie bereits erwähnt, tritt das Kaposi-Sarkom sehr häufig symmetrisch an den Beinen, dem Rumpf sowie dem Gesicht auf. Oft beginnt das Kaposi-Sarkom an den Füßen und breitet sich Richtung Körpermitte hin aus. Es äußert sich in Form von bläulich-violetten, flächigen bis knotigen Hauteffloreszenzen. Diese können besonders an den Füßen, wo durch die Druckbelastung und das Tragen von Schuhen viel Reibung entsteht, schmerzhaft ulzerieren.

Gesicht

Im Gesicht können dieselben Hauteffloreszenzen auftreten, wie an den restlichen Körperteilen auch. Sie können für die betroffenen Personen jedoch psychisch belastender sein, da sie für jeden auf den ersten Blick sichtbar sind.

Therapie

Grundsätzlich gilt, dass, sofern möglich, der Auslöser des Kaposi-Sarkoms bekämpft bzw. behoben werden muss. 

Das klassische Kaposi-Sarkom, welches überliegend Männer höheren Alters und aus dem mediterranen Raum betrifft, spricht normalerweise gut auf Strahlentherapie und Chemotherapie an.

Bei Immunsuppression erreicht man durch eine Reduktion der immunsuppressiven Medikamente einen bis zu vollständigen Rückgang des Kaposi-Sarkoms

Ist die Ursache für das Kaposi-Sarkom eine AIDS-Erkrankung, so ist die medikamentöse, antiretrovirale Therapie eine erfolgreiche Behandlung sowohl des HIV, als auch des Kaposi-Sarkoms. 

Trotz dieser Wegweiser sollte über die individuelle Behandlung mit Ihr behandelnder Arzt entscheiden.

Verlauf

Verlauf und Prognose der Erkrankung hängen logischerweise von der Schwere der Erkrankung ab. Ist nur lokal die Haut betroffen, so haben die Erkrankten eine bessere Prognose, als wenn ein disseminierter Befall der inneren Organe vorliegt.

Der Verlauf der Erkrankung hängt stark davon ab, ob rechtzeitig eine adäquate Therapie eingeleitet wird. Unter Therapie des HIV zeigt sich das Kaposi-Sarkom häufig auch rückläufig. 

Auch hier gilt, dass der Verlauf ganz individuell von der gesundheitlichen Lage des Patienten und der eingeleiteten Therapie abhängt.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 16.03.2020 - Letzte Änderung: 11.08.2021
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