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Kontaktdermatitis

Definition

Die Kontaktdermatitis ist eine entzündliche Hautveränderung, die in der Regel durch eine Allergie ausgelöst wird. Synonyme sind Kontaktekzem, Kontaktallergie und allergische Kontaktdermatitis. Die Haut reagiert hier auf den direkten Kontakt mit einem bestimmten Stoff. Es handelt sich um eine sogenannte Typ-IV-Reaktion vom verzögerten Typ, das heißt, dass der Kontakt bereits ein bis drei Tage vor den ersten Symptomen stattgefunden haben kann. Die Kontaktdermatitis ist die häufigste Hauterkrankung in Deutschland.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Hautausschlag durch eine Allergie

Behandlung der Kontaktdermatitis

Der wichtigste Schritt der Therapie der Kontaktdermatitis ist die Entfernung des Allergens. Solange der Kontakt zu dem Allergen bestehen bleibt, kann keine Heilung eintreten. Außerdem müssen sogenannte Kreuzallergien ausgeschlossen werden (manche Allergene sind automatisch mit einer Allergie auf andere Allergen vergesellschaftet. So haben Nickelallergiker zum Beispiel häufig auch eine Allergie auf Cobalt oder Palladium). Im akuten Stadium wird die Kontaktdermatitis meist mit Cortison behandelt. Dieses kann in Form von Salben, Gels oder Milch aufgetragen werden.

Alternativen sind auch Salben mit Salizylsäure, Harnstoff oder Antibiotika möglich. Gelegentlich helfen auch Antihistaminika oder eine Phototherapie. Bei chronischen Formen sind fetthaltige Cremes und Salben sinnvoll. Allgemein sollte auch in Phasen ohne allergische Reaktion die Haut gut gepflegt werden mit ausreichend Feuchtigkeit, um Komplikationen zu vermieden und vorzubeugen. Auf jeden Fall muss darauf geachtet werden, dass auch in Zukunft der Kontakt zu dem Allergen vermieden wird, da meist keine Desensibilisierung auftritt (die Allergie bleibt immer bestehen). Bei einer Kontaktallergie ist auch keine Hyposensibilisierung möglich, um gegen das Allergen vorzugehen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: 

Salben und Cremes gegen Kontaktdermatitis

Die Salben enthalten in der Regel Cortison, aber auch Salben mit Salicylsäure, Harnstoff oder Antibiotika sind möglich. Sie werden lokal auf die Hautentzündung aufgetragen. Wichtig ist, dass die Verträglichkeit vorher getestet wird, da auch andere Allergene in den Salben enthalten sein können.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Behandlung von Hautausschlag mit Salben und Cremes

Hausmittel gegen Kontaktdermatitis

Es gibt verschiedene Hausmittel, die besonders den Juckreiz lindern können. Hier helfen zum Beispiel kalte Kompressen. Diese kühlen die Haut und so kann diese abschwellen und der Juckreiz wird beruhigt. Ein weiteres Hausmittel ist Kokosöl. Es spendet Feuchtigkeit und hilft so die trockene und entzündete Haut zu beruhigen und kann dazu beitragen, die Reparatur der geschädigten Haut zu verbessern. Auch Kamille kann hier angewendet werden. Sie hat eine beruhigende und antientzündliche Wirkung und kann so ebenfalls die Symptome lindern. Allgemein kann man sagen, dass es verschiedene Hausmittel gibt, die man bei einer Kontaktdermatitis anwenden kann. Sie heilen allerdings nicht die Erkrankung, sondern lindern lediglich die Symptome. Dies kann für die Betroffenen allerdings schon eine große Entlastung sein. Eine zusätzliche Anwendung einer Kortisonsalbe ist aber dennoch sinnvoll, insbesondere dann, wenn die Kontaktdermatitis nicht von selbst abheilt. Die Hausmittel sind aber eine gute zusätzliche Therapie.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Die besten Hausmittel gegen Ihren Hausausschlag

Dauer

Die Kontaktdermatitis tritt meist ein bis drei Tage nach Kontakt zu dem Allergen auf und hält einige Tage an. Mit der Kortisontherapie kann sie in der Regel recht schnell und folgenlos behandelt werden. Nur selten entwickelt sich eine chronische Form, die dann dauerhaft mit spezieller Hautpflege und Phototherapie behandelt wird.

Ist eine Kontaktdermatitis ansteckend?

Eine Kontaktdermatitis ist nicht ansteckend, da es sich um eine allergische Reaktion handelt. Es ist also eine Reaktion des eigenen Körpers auf ein Allergen, was für andere Menschen völlig harmlos sein kann. Der eigene Körper reagiert also bei jedem Kontakt mit dem Allergen erneut darauf. Andere Menschen, die diese Allergie nicht haben, werden sie auch nicht bekommen, nur weil sie Kontakt zu einem Betroffenen haben.

Ursachen der Kontaktdermatitis

Die Kontaktdermatitis kann durch verschiedenen Allergene ausgelöst werden. Es handelt sich um eine Allergie vom verzögerten Typ. Sie wird durch Kontaktallergene hervorgerufen, wie zum Beispiel niedermolekulare Moleküle oder Metallionen. Diese reagieren dann mit bestimmten Proteinen in der Haut und werden so zum eigentlichen Allergen. Diese Reaktion tritt erst nach der zweiten Kontakt mit dem Allergen auf. Substanzen, die häufig eine Kontaktallergie auslösen, sind zum Beispiel Nickel, Cobalt und Chrom (in Ohrringen, Piercings, Schmuck), Wollwachs (in Hautpflegemitteln), Paraphenylendiamin (in Haarfärbemitteln), Kaliumdichromat (in Leder), Parabene (in Kosmetika, Hygieneartikel, Konservierungsmittel, Parfum, Kleidung, Reissverschluss, Lebensmittel) und auch viele andere.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Nickelallergie

Kontaktdermatitis durch eine Brille

In Brillen können ebenfalls verschiedene Kontaktallergene vorhanden sein. Metallbrillen können beispielsweise Nickel beinhalten und die gummibehafteten Bügel bei Kinderbrillen können verschiedene Weichmacher und Klebstoffe beinhalten, wie zum Beispiel Epoxidharz. In diesem Fall sollte auf eine Kunststoffbrille ausgewichen werden oder auf die Kinderbügel verzichtet werden.

Kontaktdermatitis nach Lokalisation

Kontaktdermatitis an den Händen und Fingern

Eine Kontaktdermatitis an den Händen kann häufig durch Reinigungsmittel ausgelöst werden. Dann sind meist die kompletten Hände betroffen. Ist es nur ein lokales Kontaktekzem so kann die Ursache zum Beispiel ein Ring, Armband oder eine Uhr sein. Auch ein beruflicher Kontakt ist möglich. Hier können beispielweise Handschuhe zum Schutz angezogen werden, um den Kontakt zu vermeiden.
An den Fingern sind die Auslöser ähnlich wie an den Händen. Hier können beispielsweise Ringe mit nickelhaltigen Bestandteilen oder Kosmetika wie Cremes oder Nagellack oder Seifen die Ursache sein. Auch hier können zum Teil Handschuhe helfen oder das Allergen muss vermieden werden.

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Kontaktdermatitis im Gesicht

Eine Kontaktdermatitis im Gesicht kann ebenfalls verschiedene Ursachen haben. Hier können Kosmetika wie Gesichtscremes, Masken oder Reinigungsprodukte die Allergie auslösen. Aber auch Brillengestelle, Ohrringe oder Piercings sind als Auslöser möglich. Eine weitere Gruppe, die zu einem Kontaktekzem im Gesicht führt, sind Duftstoffe. Hier ist eine schnelle Therapie und konsequente Meidung der Allergene besonders wichtig, wegen der entstellenden Wirkung eines Ausschlags im Gesicht und den dadurch entstehenden psychischen Folgen, wie Depressionen oder Minderwertigkeitsgefühlen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Hautausschlag im Gesicht

Kontaktdermatitis am Auge / Augenlid

Eine Kontaktallergie am Auge oder Augenlied kann in Folge einer allergischen Reaktion auf Brillenbestandteile, Kontaktlinsen, Piercings oder ähnliches entstehen. Des Weiteren kommen Augenpflegecremes oder Schminkprodukte wie Lidschatten, Kajal oder Wimperntusche in Frage. Hier sollte zu allergenarmen Produkten gewechselt werden.

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Kontaktdermatitis an der Scheide

Eine Kontaktdermatitis im Scheidenbereich kann durch Hygieneartikel, wie Einlagen oder Cremes verursacht werden. Auch Produkte für den Geschlechtsverkehr sind vorstellbar. Hier können sowohl Kondome (Latex) als auch Gleitgel oder Sexspielzeuge die Ursache sein. Hier kann auf allergenfreie Produkte umgestiegen werden. Es sollten auch andere Erkrankungen wie Pilzinfektionen als weitere Diagnose abgeklärt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Hautausschlag im Intimbereich

Kontaktdermatitis an den Füßen

An den Füßen kann eine Kontaktallergie durch Bestandteile von Schuhen oder Einlagen entstehen. Aber auch spezielle Fußpflegeprodukte wie Cremes oder Fußdeo können eine Ursache sein. Auch hier sollten andere Erkrankungen wie Fußpilz oder Verbrennungen oder Blasen abgeklärt werden. Die Behandlung kann hier schwierig sein durch Reibung im Schuh oder zu wenig Luft.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Hautausschlag am Fuß

Begleitende Symptome

Die ersten Symptome sind lokales Jucken und Brennen. Im Verlauf kommt es dann zu einer Rötung und Schwellung der Haut an der entsprechenden Stelle. Es können sich auch kleine Bläschen bilden. Diese können platzen oder nässen. Es kann auch zu einer Streuung des Allregens kommen, sodass eine allergische Reaktion an Stellen auftritt, die gar keinen Kontakt zu dem Allergen hatten. Wird der Kontakt zu dem Allergen nicht abgebrochen, so kann es zu einem chronischen Verlauf kommen. Hierbei entstehen Hautschuppen und kleine Pappeln. Dies kann sich entwickeln bis hin zu einer lederartig verdickten Haut. Die Erkrankung kann außerdem psychische Beschwerden mit sich bringen, wenn die Ausschläge an sichtbaren Stellen auftreten, wie zum Beispiel im Gesicht. Durch das ständige Jucken ist das Schlafen sehr schwierig und auch die Ausübung des Berufes kann beeinträchtigt sein. Durch die Verletzung der Haut aufgrund des Ekzems kann es außerdem zu einer Infektion der betroffenen Areale mit Bakterien kommen.

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel durch einen Hautarzt gestellt. Das Ekzem tritt in der Regel genau an der Stelle auf, an der man Kontakt zu dem Allergen hatte. Bei Brillen also im Gesicht, bei Reinigungsmitteln meist an den Händen, etc. Die Anamnese ist hier meist zielführend. So wird gefragt, ob neuen Piercings gestochen wurden, ob man neue Kosmetika/Waschmittel/Kleidungsstücke hat oder im Beruf mit bestimmten neuen Stoffen zu tun gehabt hat. Ein Allergietest kann die Diagnose dann sichern.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Kontaktdermatitis finden Sie unter: 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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