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Hautausschlag am Augenlid

Definition

Ein Hautausschlag am Augenlid beschreibt eine gepunktete Rötung über dem Lid, die mit kleinen Pusteln oder Quaddeln, sowie mit Juckreiz, Brennen oder Schmerz einhergehen kann.
Das Augenlid ist häufig betroffen, da es eine viel beanspruchte Stelle im Gesicht ist, die durch Reiben der Augen und steten Umweltkontakt täglich mit einer Vielzahl potentieller Erreger in Kontakt kommt. Bei Berührungen und Gefahren für das Auge selbst, schiebt sich das Lid schützend vor den Augapfel und fängt reizende oder infektiöse Stoffe ab.

Symptome

Neben der Rötung des Augenlids treten in vielen Fällen, abhängig von der Ursache, Begleitsymptome auf. Dabei kann es zu einem Brennen oder Jucken kommen.
Ebenso kann das Augenlid anschwellen und bei Berührung heiß, schmerzhaft und in seiner Funktion eingeschränkt sein. Dabei handelt es sich um typische Entzündungszeichen. Während ein einfacher Hautausschlag am Augenlid in der Fachsprache „Exanthem“ genannt wird, heißt eine Entzündung am Augenlid „Ekzem“.
Unter Umständen kann der Ausschlag sich so entwickeln, dass es zur weißlichen Verfärbung, zu Schuppen, zu Krusten, Pusteln, Quaddeln und nässenden Ausschlägen kommt. Auch eine sehr trockene Haut ist typisch bei einem Hautausschlag.

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Juckender Hautausschlag

Eine häufige Ursache für einen juckenden Hautausschlag am Augenlid ist die Neurodermitis. Diese entzündliche Hauterkrankung, die auch unter dem Namen atopisches Ekzem bekannt ist, betrifft bis zu 15 % der Kinder. Sie findet sich jedoch auch im Erwachsenenalter und geht mit trockener Haut und stark juckenden Ekzemen einher. Diese betreffen bevorzugt die Haut an den Beugeseiten der Arme und Beine, können sich jedoch auch in anderen Regionen wiederfinden. Im Gesicht sind die Augenlider sehr häufig betroffen, da die Haut hier ohnehin sehr empfindlich ist. Typisch ist eine Rötung der Augenlider, die an einen „verweinten“ Gesichtsausdruck erinnert.

Eine andere Ursache für einen juckenden Hautausschlag am Augenlid stellt eine allergische Reaktion dar. Kosmetika, Pflegeprodukte oder kosmetische Behandlungen, wie Wimpern-Verlängerungen, Wimpernfärben oder Permanent-Make-up können hier schwerwiegende Reizungen verursachen. Sollten nach der Anwendung eines Produktes oder einer Behandlung juckende Hautausschläge, Schmerzen oder andere Auffälligkeiten auftreten, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Auch Allergien gegen Pollen, ätherische Öle, Pflanzen oder andere Allergene können juckende Hautausschläge an den Augenlidern verursachen.   

Hautausschlag mit Bläschen

Ein Ausschlag des Augenlids kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine typische Ursache eines Hautausschlags am Augenlid, der durch eine Bläschenbildung gekennzeichnet ist, ist der Herpes ZosterDiese Erkrankung ist den meisten Menschen unter dem Begriff „Gürtelrose“ geläufig. Das Virus, welches meist bereits in Kindertagen die Windpocken verursacht, nämlich das Varziella-Zoster-Virus, schlummert nach einer durchgemachten Infektion ein Leben lang in den Nervenknoten. Von dort aus kann es beispielsweise im Rahmen eines Infektes, einer sehr stressigen Lebensphase oder einer Erkrankung, die das Immunsystem belastet, wieder aktiviert werden. Dann führt es typischerweise zu einer schmerzhaften Gürtelrose, die auch das Auge befallen kann. Typischerweise ist nur ein Auge befallen. Der segmentartige Befall des Auges und der angrenzenden Stirnhaut wird auch als Zoster ophtalmicus bezeichnet.

Im Anfangsstadium der Gürtelrose zeigen sich Rötungen und kleine Bläschen mit klarem Inhalt, die stark brennen und schmerzen. Außerdem treten Begleitsymptome, wie Fieber und Abgeschlagenheit, auf. Bei einem solchen Befall des Auges schmerzt in der Regel auch der Nasenrücken, die Stirn und die Nasenspitze. Diese Erkrankung muss umgehend behandelt werden, da starke Entzündungen des Auges zu dauerhaften Schäden und Seheinschränkungen führen können.

Eine weitere mögliche Ursache für einen Hautausschlag am Auge, der mit einer Bläschenbildung einhergeht, ist die Impetigo contagiosa. Die typische Kinderkrankheit, die auch Erwachsene betreffen kann, zeichnet sich durch eine unterschiedlich große Bläschenbildung im Gesicht, am Hals und an den Ohren sowie dem charakteristischen Auftreten von honiggelben Krusten aus.          

geschwollene Augenlider

Geschwollene Augenlider sind meist Ausdruck einer Entzündung. In Kombination mit einem Hautausschlag finden sie sich häufig bei einer Allergie. Eine typische Ursache für eine solche Allergie ist der alljährliche Pollenflug. Gerötete und tränende Augen plagen die Betroffenen zumeist saisonal. Auch Hausstaubmilben verursachen typischerweise eine solche Symptomatik bei Allergikern.

Lesen Sie mehr unter: Ausschlag durch Allergie oder Ausschlag durch Pollen

Schwellungen der Augen können auch durch eine Einlagerung von Wasser im Gewebe verursacht werden. Dies bezeichnet man als Ödem. Solche Ödeme können im Rahmen anderer Grunderkrankungen, wie beispielsweise einer Herzinsuffizienz auftreten. Ein Hautausschlag ist zwar eher untypisch, bei längerfristig bestehenden Ödemen kann die Haut an der betroffenen Stelle jedoch auffällig sein. Leicht schuppende und trockene Haut an den Augenlidern kann vorhanden sein. Schwellungen der Augen treten ansonsten im Rahmen anderer Erkrankungen, beispielsweise einer Bindehautentzündung, auf, die jedoch nicht mit einem Hautausschlag der Augenlider einhergehen. 

schuppiger Ausschlag

Ein schuppiger Hautausschlag der Augenlider ist typisch für ein atopisches Ekzem (Neurodermitis). Üblicherweise leiden die Betroffenen am gesamten Körper unter trockener Haut und Ekzemen an unterschiedlichen Körperregionen. Vor allem die Beugeseiten der Arme und Beine, aber auch das Gesicht, die Augenlider, die Hände und andere Regionen, können betroffen sein. Die geröteten, trockenen Augenlider vermitteln einen „verweinten“ Gesichtsausdruck und jucken stark. Die Haut wirkt sehr spröde und sieht schuppig aus. Dabei handelt es sich um zarte Schüppchen, die sich durch ein Reiben der Augen leicht ablösen und von den Augen fallen.

Weitere Informationen findern Sie unter: Trockene Augenlider oder 

Auch eine falsche Pflege der Augen, etwa mit unverträglichen Salben oder austrocknenden Reinigungsprodukten, kann zu einem schuppigen Hautausschlag führen. Gerade Frauen, die häufig Seifen oder andere Reinigungsprodukte zum Entfernen von Make-up Resten verwenden, trocknen ihre Gesichtshaut dadurch stark aus. Es ist wichtig in diesem Fall schonende Produkte zu verwenden und eine feuchtigkeitsspendende Creme zu benutzen.

Lesen Sie mehr unter: Die richtige Hautpflege - Das müssen Sie wissen!

Hautausschlag am oberen Lid

Hautausschläge können im Grunde sowohl das obere als auch das untere Lid betreffen. Es gibt jedoch einige Veränderungen, die sich erfahrungsgemäß gehäuft am oberen Augenlid finden.

Dazu gehört die Lidrandentzündung (Blepharitis). Diese Entzündung des Lidrandes, die mit einer Schwellung und Rötung, sowie krustigen und schuppigen Belägen, einhergeht, juckt sehr stark und schmerzt mitunter auch. Auch falsches Make-up kann am oberen Augenlid zu Hautveränderungen und Ausschlägen führen.

Ein weiterer häufiger Grund für einen Hautausschlag am oberen Augenlid ist die Neurodermitis.

Lesen Sie mehr unter:Entzündung des Oberlids

Hautausschlag am unteren Lid

Das untere Augenlid kann aufgrund unterschiedlicher Ursachen unter einem Hautausschlag leiden. Eine mögliche Ursache ist eine Unverträglichkeit von Pflegeprodukten oder Make-up. Gerade Kajal-Stifte, die häufig am inneren unteren Lidrand aufgetragen werden, können hier Reizungen verursachen.

Eine andere mögliche Ursache für einen Hautausschlag am unteren Augenlid ist die Lidrandentzündung (Blepharitis).

Auch  Hagelkörner oder Gerstenkörner können hier Hautveränderungen, im Sinne von Rötungen und Schwellungen des Lids verursachen. Dies würde man jedoch nicht als Hautausschlag bezeichnen.  

Lesen Sie mehr unter: Entzündung des Unterlids

Hautausschlag beim Baby und Kind

Auch Babys und Kleinkinder können gelegentlich unter einem Hautausschlag am Augenlid leiden. Eine häufige Ursache ist die Neurodermitis. Sie tritt nach dem dritten Lebensmonat auf und betrifft häufig die Gesichtshaut, sowie die Kopfhaut. Trockene, gerötete und schuppige Ekzeme sind typisch. Die Neurodermitis darf nicht verwechselt werden mit dem infantilen seborrhoischen Ekzem. Diese Hauterkrankung, die vielen Menschen unter dem Begriff Kopfgneis bekannt ist, zeichnet sich durch ein Auftreten unmittelbar nach der Geburt aus. Typisch sind festanhaftende, gelblich, fettige Schuppen der Kopfhaut. Die Augenlider sind jedoch nicht betroffen. Eine andere Ursache für einen Hautauschlag am Augenlid beim Kind ist die Lidrandentzündung, auch Blepharitis genannt. Die geröteten und geschwollenen Augenlider, sind krustig belegt. Außerdem fallen fettige Beläge unmittelbar am Lidrand auf. Im Vordergrund der Behandlung steht eine konsequente Lidrandhygiene. Seltener sind antibiotische Medikamente notwendig.

Ursachen für den Hautausschlag am Augenlid

Die Ursachen für Hautausschläge am Augenlid sind zahlreich. Vornan finden sich erregerbedingte Hautinfektionen, die insbesondere von Viren oder Bakterien verursacht werden. Viren oder Bakterien können sich in der Umweltluft befinden oder in Form von Tröpfchen durch andere Personen übertragen werden.
Da sich das Augenlid auf der Vorderseite des Gesichts befindet, ist es täglich Umweltkeimen und Belastungen ausgesetzt. Ein häufiger Übertragungsweg ist die eigene Hand, mit der man sich das Auge reibt. Vor allem nach Kontakt mit reizenden Stoffen oder infektiösem Material, zum Beispiel Taschentüchern, öffentlichen Toiletten, Türgriffen, sollte das Reiben der Augen unterlassen werden.
Eine ebenso häufige Ursache für einen Hautausschlag am Augenlid sind allergische Reaktionen. Die menschliche Haut reagiert auf viele Umweltstoffe wie zum Beispiel Pollen (Hautausschlag durch Pollen) oder reizende Chemikalien mit allergischen Hautausschlägen.

Das Auge ist davon nicht selten betroffen, da Mascara, Make-Up und ähnliche im Gesicht eingesetzte Produkte häufig Hautreizungen verursachen. Ebenso kann durch Reiben am Auge ein potentielles Allergen von der Hand zum Augenlid geführt werden. Schminkartikel und Pflegeprodukte sollten deshalb wenn möglich immer gründlich am Abend entfernt werden.
In sehr seltenen Fällen können chronische Hauterkrankungen oder Krankheiten der Leber zu Hautausschlägen am Augenlid führen. Auch Erkrankungen der Niere oder der Schilddrüse können zu diesen Symptomen führen. Diese Krankheiten führen in der Regel jedoch einige weitere Symptome mit sich.

Lesen Sie auch dazu Hautausschlag um die Augen

Diagnostik beim Hautausschlag am Augenlid

Die Diagnose kann durch einen Hausarzt oder einen Dermatologen schnell gestellt werden. Das Gespräch (Anamnese) mit einer Begutachtung des Ausschlags liefert klare Hinweise. Durch die Anamnese lassen sich insbesondere Allergene oder eventuelle Hauterkrankungen als Ursache des Hautausschlags am Augenlid ermitteln. 
Typisch für erregerbedingte Infektionen der Haut des Augenlids sind einseitige Ausschläge. Bei bestimmten Infektionserkrankungen kann zusätzlich ein Abstrich der Haut Aufschluss über den genauen Erreger geben.
Allergische Reaktionen betreffen selten nur ein einzelnes Augenlid

Lesen Sie mehr zum Thema: Augenlidentzündung

Behandlung des Hautausschlag am Augenlid

Die Behandlung muss sich nach der Ursache des Hautausschlags am Augenlid richten und somit individuell erfolgen. Ist der Ausschlag sehr gravierend, schmerzhaft oder ausgedehnt, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Eine eventuelle Entzündung kann auf das Auge übergreifen und zu unerwünschten Komplikationen führen.
Bei häufigen allergischen Reaktionen muss der Auslöser des Ausschlags ermittelt werden. Dies können typische Allergieauslöser wie Pollen oder Gräser sein, aber auch Kosmetikprodukte oder reizende Cremes. Das Wechseln oder Weglassen dieses Produkts ist unumgänglich. Bis zur Heilung sollten das Augenlid und die umliegenden Hautpartien von unnötigen Reizungen durch weitere Kosmetikprodukte verschont werden. Es gibt aber auch viele pflanzliche Hausmittel bei einem Hautausschlag, die Juckreiz hemmen und entzündungshemmend wirken.
Unter Umständen kann in Absprache mit dem Arzt eine Therapie über Hautcremes erfolgen. Wichtig ist dabei, über eine Basishygiene und ein sauberes Augenlid zu halten, das mit Wasser und ohne Seife täglich gereinigt wird.
Anschließend können Hygienecremes oder kortisonhaltige Cremes, aber auch antibiotische Salben verwendet werden, abhängig von der Ursache des Hautausschlags am Augenlid. Eine kortisonhaltige Creme richtet sich gegen allergische Reaktionen der Haut, indem sie Immunreaktionen eindämmt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Behandlung von Hautausschlag mit Salben und Cremes

Homöopathie beim Hautausschlag am Augenlid

Zur Behandlung eines Hautausschlags am Augenlid stehen keine allgemeinen und einheitlichen Empfehlungen seitens der Homöopathen zur Verfügung. Eine homöopathische Behandlung richtet sich grob nach der Art des Hautausschlags, seinem Aussehen und etwaigen Begleitsymptomen.

Ein Ausschlag, der stark juckt, Krusten bildet und sich bei Kälte verschlimmert, soll beispielsweise gut auf das homöopathische Mittel Sepia ansprechen. Bei Schwellungen und Bläschen, die stark brennen, sei hingegen das Mittel Apis mellificia besser geeignet.

Wer gerne eine homöopathische Behandlung in Anspruch nehmen möchte, sollte sich individuell von einem Apotheker oder einem Homöopathen hinsichtlich der empfohlenen Mittel beraten lassen.

Wie lange dauert sowas?

Die Dauer des Hautausschlags am Augenlid kann stark variieren.
Oft findet sich nicht auf Anhieb der Auslöser des Ausschlags. Bei Einhaltung der Hygiene und Schonung des Augenlid sollte der Ausschlag innerhalb weniger Tage zurückgehen. Bei Infektionen mit Erregern kann sich der Heilungsprozess einige Tage hinauszögern.
Bei ungeklärten, lang andauernden Ausschlägen am Augenlid sollte in jedem Fall ein Arzt die Ursache ergründen und die Therapie überwachen. Komplikationen, zum Beispiel mit Befall des Auges, sind selten aber möglich.

Weitere Informationen

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Eine Übersicht über alle Themen aus der Dermatologie finden Sie unter: Dermatologie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.05.2019
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