Trockene Augenlider

Allgemein

Trockene Augenlider sind für den Betroffenen häufig sehr unangenehm, da die Haut am oberen Lidrand sehr dünn und empfindlich ist.
Durch die trockene Haut kann es zudem zu einem nervigen Juckreiz kommen. Die Ursachen für die Entstehung von trockenen Augenlidern kann vielfältig sein.

Ursachen

Trockene Augenlider können durch mangelnde Pflege entstehen.

So kann besonders das falsche Pflegemittel oder ein falsches Reinigungsmittel der Haut die Feuchtigkeit entziehen.
Es ist wichtig die Haut abends zu reinigen. Man befreit die Haut von dem alltäglichen Schmutz und Make- up. Aber die tägliche Anwendung von Seife kann die Haut besonders an den empfindlichen Lidrändern schnell austrocknen und reizen.
Daher ist es besonders wichtig die Haut anschließend mit einer feuchtigkeitsspenden Creme zu pflegen.

Weiterhin entstehen trockene Augenlider durch zu starke Reibung. Häufig reibt man sich die Augen mehrmals, wenn man besonders müde ist. Da die Haut um das Auge sehr empfindlich gegenüber mechanischen Reizen ist, kann es schnell zu Trockenheit und kleineren Wunden kommen. Auch Allergien gegen Make-up- Produkte, Hautpflegeprodukte, Blumen, Gräser oder Pollen sowie bestimmte Lebensmittel kommen als Ursache für trockene Augenlider in Frage.

Lange Arbeitsphasen vor dem PC beanspruchen das Auge ebenfalls sehr stark. Das Auge ist stundenlang auf den Bildschirm gerichtet und die Muskulatur des Auges wird sehr monoton beansprucht. Dies kann dazu führen, dass die Augen nicht ausreichend mit der Tränenflüssigkeit gespült wird und die Haut ums Auge herum ebenfalls zu trocken wird.

Trockene und gerötete Augenlider entstehen besonders häufig auch im Rahmen einer Neurodermitis. Dabei handelt es sich um eine generelle Trockenheit der Haut am gesamten Körper. Sie äußert sich besonders häufig in der Augen- und Lippenpartie. Bei einer bestehenden Neurodermitis ist die Pflege der Haut besonders wichtig und benötigt häufig spezielle Pflegeprodukte je nach Ausmaß der Erkrankung.


Symptome

Ursache für trockene Augenlider können zum Beispiel falsche Pflegeprodukte oder Allergien gegen Make-up sein.

Trockene Augenlider machen sich häufig am Abend oder in den Morgenstunden bemerkbar.

Je nach Ursache zeigt am oberen Augenlid eine aufgeraute Hautoberfläche. Trockene Haut geht zudem oftmals auch mit Juckreiz und Rötungen einher. Durch den Juckreiz wird der Betroffene zusätzlich dazu getrieben, das Auge häufiger zu reiben wodurch die Rötung entsteht.
Die dünne Haut um die Augen herum ist zudem besonders empfindlich und reagiert auf mechanische Beanspruchung häufig mit kleinen Rissen in der Haut und Schwellungen. Sind die Augenwinkel davon betroffen, kann dies mit Schmerzen (Schmerzen in den Augenwinkelneinhergehen.
Trockene Augenlider, die durch Allergien hervorgerufen werden, zeigen sich häufig mit einer gleichzeitig auftretenden Schwellung und Juckreiz.
Bei Neurodermitis Patienten sind die Augen oftmals stark von der Krankheit betroffen. Das obere Augenlid ist gerötet, juckt und brennt. Es können kleinere offene Wunden entstehen. Die Haut zeigt sich faltig und schuppig. Die trockene Haut, die schließlich am oberen Augenlid aufeinander reibt, kann schließlich auch leichte Schmerzen verursachen.

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Diagnose

Trockene Augen werden schnell von dem Betroffenen selbst erkannt.
Bleiben die Symptome dauerhaft bestehen und zeigt sich trotz eigener Behandlung mit Feuchtigkeitscremes keine Besserung, sollte der Patient einen Hautarzt konsultieren und sich beraten lassen.

Da trockene Augenlider aus verschiedenen Ursachen entstehen können, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, der die Gründe herausfindet.
Wenn die Ursache zum Beispiel eine Allergie gegen Pflegeprodukte, Lebensmittel oder Gräser sein könnte, dann ist es notwendig einen sogenannten Prick- Test zu machen. Dabei werde die möglichen Allergie- auslösenden Stoffe auf die Haut des Unterarms aufgetragen, die zuvor leicht angeritzt wurden, damit die Allergene eine schnellere Reaktion auslösen können. Anhand einer sich entwickelnden Rötung der Schwellung kann anschließend feststellen, ob eine Allergie gegen diese Substanz vorliegt. Diese Untersuchung kann ebenfalls zum Ausschluss einer Allergie bei trockenen Augenlidern durchgeführt werden.

Auch im Rahmen eine möglichen Erkrankung an Neurodermitis, einer chronischen Hauterkrankung mit atopischen Ekzemen, werden verschiedene Allergietests durchgeführt um den möglichen Auslöser für die Entstehung von Ekzemen und trockener Haut herauszufinden.
Da die Neurodermitis auch einen genetische Veranlagung besitzen kann, spielt die Familienanamnese bei der Diagnostik ebenfalls eine wichtige Rolle.

Da trockene Augenlider auch durch eine fasche Kosmetik oder schlechten Pflegeprodukten hervorgerufen werden können, kann es hilfreich sein, mit dem Arzt zu besprechen, welche Pflegeprodukte besser nicht verwendet werden sollten und welche für die eigene Haut geeigneter sein könnten. Zudem bieten verschiedene Hautpraxen oder Kosmetiker eine Analyse der eigenen Haut an. Damit kann ebenfalls ermittelt werden, welchen Hauttyp man besitzt und welche Produkte zur Pflege der Haut, besonders im Gesicht und in den Augenbereichen, am besten ist.

Therapie trockener Augenlider

Die Behandlung von trockenen Augenlidern richtet sich maßgeblich nach der Ursache.

Liegt zum Beispiel eine Allergie vor, ist es enorm wichtig den Allergieauslöser (Allergen) zu meiden. Bei einigen Allergien, zum Bespiel solche gegen Pollen und Gräsern, kann es notwendig sein, Medikamente einzunehmen. Antihistaminika dämmen die allergische Reaktion des Körpers stark ein und es treten häufig kaum noch Symptome der Allergie auf.

Weiterhin ist die Pflege von trockenen Oberlidern sehr wichtig. Sie sollte schonend und auf die Bedürfnisse der Haut ausgerichtete sein. Empfindliche Haut und bereits gereizte Haut sollte mit milden Produkten gereinigt werden. Aggressive und seifenhaltige Reinigungsmittel reinigen die Haut zwar, aber greifen sie auch und wirken austrocknend.
Besonders ratsam ist die abendliche Reinigung der Haut. Sie sollte vor dem Schlafengehen von Make- up befreit werden. Hier helfen zum Beispiel sanfte Wattepads mit einer milden Reinigungsmilch. Anschließend sollte der Haut zur Regeneration die nötige Feuchtigkeit wiedergegeben werden. Hier können bestimmte Augencremes verwendet werden, die über Nacht gut einziehen und die Haut bei der Erholung unterstützen.
Ist die Haut bereits sehr trocken und schuppig können Produkte wie Bepanthen Augensalbe Abhilfe schaffen. Diese Creme enthält viel Fett und macht die Haut wieder geschmeidig und glatt. Sie kann in Apotheken oder auch bestimmten Drogeriemärkten gekauft werden.
Zu weiteren Pflegeprodukten für die Haut rund ums Auge kann sich der Patient bei einem Hautarzt oder Apotheker beraten lassen.

Generell gilt auch, dass trockene Haut, besonders Bereich der Augen nicht geschminkt werden sollte, bis diese ausgeheilt ist. Die Make- up- Produkte sind eine zusätzliche Reizung der Haut und können die Symptome verschlimmern. Treten zusätzlich Juckreiz und Schwellungen auf, können auch verschiedene Hausmittel wie die Auflage von abgekühlten Kamillentee Linderung verschaffen. Kamille wirkt beruhigend auf die Haut und kann zudem Entzündungen vermeiden. Aloe- vera- haltige Cremes kühlen ebenfalls die Haut und wirken antibiotisch.
Häufig muss der Patient eventuelle einige Produkte für die Pflege ausprobieren oder auch die Make- up- Produkte wechseln, bis er die geeignetsten Pflegeprodukte für seinen Hauttyp gefunden hat.

Im Falle einer vorliegenden Neurodermitis können spezielle Cremes aufgetragen werden. Häufig handelt es sich dabei um sehr fetthaltige und feuchtigkeitsspendende Salben. Sie besitzen einen hohen Gehalt an Dexpanthenol.
Häufig wird zeitweise die Neurodermitis auch mit Kortison- haltigen Salben behandelt.
Kortison wirkt entzündungshemmend und fördert die eine schnellere Abheilung der entstandenen Wunden.

Homöopathie bei trockenen Augenlidern

Manche Augenprobleme, so auch trockene Augenlider, können sehr gut und einfach mit homöopathischen Mitteln behandelt werden.
Das Naturheilverfahren basiert darauf, dem Körper das zu geben, was er benötigt. Neben verschiedenen Globuli können auch homöopathische Arzneimittel wie Tonerde (Alumina) und Arsenicum album.
Neben diesen genannten Mitteln gibt es verschiedene andere Medikamente aus dem Bereich der Homöopathie, die bei trockenen Augen und trockener Haut angewendet werden könne. Diesbezüglich kann sich der Patient bei einem erfahrenen Homöopathen beraten lassen.

Trockene Augenlider beim Kleinkind

Kleinkinder reagieren auf ihre Umwelt häufig empfindlich, besonders, weil ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist.
Die Haut der Kinder kann zudem schnell durch verschiedene Substanzen, die in Waschmittel, Pflegeprodukten aber auch in Lebensmitteln enthalten ist, gereizt werden.

Bei kleinen Kindern kann hinter trockenen Augenlidern eine Allergie stecken. Anzeichen dafür kann zum Beispiel auch häufiges Reiben der Augen sein. Weiterhin treten bei Allergien auch gerötete und geschwollene Augenlider auf, was sich besonders am Morgen zeigt. <
Generell gilt, dass Eltern bei Erkrankungen am Auge des Kindes immer einen Arzt aufsuchen sollten. Um eine Allergie abzuklären können auch schon im jungen Alter verschiedene Allergietests durchgeführt werden. Anschließend sollten die Eltern darauf achten, dass das Allergen von dem Kind ferngehalten wird.

Trockene Augenlider kann auch bei Kleinkindern das Ergebnis einer Neurodermitis sein. Die Behandlung einer Neurodermitis bei einem Kleinkind sollte durch einen fachkundigen Arzt begleitet werden. Die Eltern können die betroffenen Hautstellen mit einer fetthaltigen Augensalbe mit Dexpanthenol regelmäßig eincremen.
Häufig zeigt sich dadurch schnell eine Besserung. Der Verlauf der Krankheit sollte im Kleinkindalter öfters kontrolliert werden.

Trockene Augenlider können auch ein Hinweis auf eine beginnende Erkältung sein, die mit Fieber einhergeht. Die Eltern sollten dann auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Eventuell ist es dann auch notwendig einen Arzt aufzusuchen.

Weitere Informationen

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Eine Übersicht aller dermatologischen Themen finden Sie unter: Dermatologie A-Z

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.12.2016
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