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Die häufigsten Ursachen trockener Lippen

Synonyme im weiteren Sinne

 

 

rissige Lippen, spröde Lippen, Sonnenbrand an den Lippen

Englisch: dry lips

Zur Anfeuchtung dient der Speichel, der von den Speicheldrüsen des Rachens und unter der Zunge gebildet wird. Die Speichelbildung und hier vor allem die Menge ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig.

Verminderte Flüssigkeitsaufnahme:
Die häufigste Ursache von rissigen und trockenen Lippen ist die verminderte Flüssigkeitsaufnahme über den Tag. Trinken Menschen wesentlich weniger als die empfohlene Tagesmenge von 2-3 Liter und das über einen längeren Zeitraum, so sinkt der Gesamtflüssigkeitsgehalt des Menschen, der ebenfalls in einem bestimmten Level gehalten werden muss, damit alltägliche Stoffwechselvorgänge funktionieren und aufrechterhalten werden können. Dies trifft auch für den Speichel zu, der zwar noch produziert wird aber an seinen flüssigen Eigenschaften einbüßt.
Daraus folgt, daß der Mund-Rachenraum nicht mehr so feucht gehalten werden kann, wie notwendig, was trockene Lippen zur Folge hat. Hält dieser Zustand über eine längere Zeit an, werden die Lippen rissig, springen auf und können durch Bluten und Schmerzen symptomatisch werden.

Trockene Lippen

  1. Mundwinkelrhagaden
    (entzündete, eingerissene
    Mundwinkel) -
    Cheilitis angularis
  2. Lippenherpes -
    Herpes labialis
    (durch das Herpes Simplex
    Virus (HSV) ausgelöst
  3. Einriss -
    Rhagade
  4. Lippenrot -
    Labium, Pars intermedia
  5. Lippenhaut -
    Labium, Pars cutanea

    Ursachen:
    A - Zu geringe tägliche
    Flüssigkeitsaufnahme
    B - Stressige Situationen
    (Sympathikus des Nervensystems
    ist aktiviert)
    C - Vitaminmangel, vor allen an
    Vitamin B2 und Eisenmangel
    D - Extreme Temperaturen
    (sehr kalte oder hohe Temperaturen)
    E - Infektionen besonders von
    Herpes Simplex Virus (HSV)
    F - Erkältung - kaltes Wetter entzieht
    der Haut (Epidermis) Feuchtigkeit
    G - Häufige Anwendung der
    Lippenpflegeprodukte führt zum
    Gewöhnungseffekt
    H - Als Nebenwirkung einer
    Chemotherapie (medikamentöse
    Behandlung eines Krebsleidens)

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter medizinische Abbildungen

Abbildung Ursachen trockene Lippen

Ursachen beim Baby

Wie beim Erwachsenen können trockene Lippen auch beim Baby vielfältige Ursachen haben.
Trockene Lippen können ein Warnzeichen für eine negative Flüssigkeitsbilanz (Exsikkose) sein, beispielsweise im Rahmen von Durchfallerkrankungen oder heißem Wetter aufgrund übermäßigen Schwitzens.

Trockene Lippen können auch bei Babys aufgrund eines Eisenmangels auftreten. Hiervon sind vor allem Säuglinge betroffen, die Milchersatzprodukte auf Kuhmilchbasis erhalten.

Kuhmilch enthält weit weniger Eisen als die optimal auf das Baby abgestimmte Muttermilch.
Zudem wird Kuhmilch im Darm weniger effektiv resorbiert als Muttermilch, generell setzten Milch-und Eiprodukte die Eisenaufnahme im Darm herab.

Desweiteren können Babys Allergien gegen bestimmte Pflegeprodukte entwickeln, die mit trockenen Lippen, Jucken und Brennen einhergehen.
Zur Babypflege sollten also nur besonders milde Produkte verwendet werden, die parfümfrei sind und möglichst wenig Zusatzstoffe enthalten.

Optimal bei trockenen Lippen des Babys eignet sich Muttermilch, einige Tropfen davon können auf den Lippen des Kindes verstrichen werden.
Muttermilch ist von Natur aus sehr reichhaltig ist und garantiert nicht allergieauslösend oder mit zweifelhaften Inhaltsstoffen versetzt.

Psychische Ursachen

Neben der zu geringen Flüssigkeitsaufnahme können auch noch andere Faktoren dazu führen, dass die Speichelproduktion gedrosselt wird und Mund und Lippen nicht mehr den notwendigen Flüssigkeitsanteil abbekommen.
Eine wichtige Komponente ist hier die psychische Belastung. Im Körper eines jeden Menschen gibt es das sympathische und das parasympathische Nervensystem. Der Parasympathikus springt eher an, wenn der Mensch in Ruhe und entspannt ist. Es beinhaltet die Erhöhung der Magen- und Darmfunktion sowie die Speichelproduktion.

Umgekehrt ist es beim Sympathikus, der in Notsituationen und in Situationen in Gang kommt, wenn höchste Konzentration vom Körper abverlangt wird. Unter diesen Umständen wird die Speichelproduktion ebenfalls gedrosselt.
Speichel wird naturgemäß gebildet, um die zugeführte Nahrung bereits im Mund zu zersetzen. In Stresssituationen ist von einer baldigen Nahrungsaufnahme zunächst nicht auszugehen. Die evolutionären Stresssituationen, wie Flucht vor Tieren etc. sind heute eher nicht mehr aktuell, sodass heute Situationen, wie Anspannung vor Prüfungen, zwischenmenschliche Auseinandersetzungen etc eine Ursache zur erhöhten Sympathikusaktivierung sind. Menschen, die sich oft in diesen Situationen befinden, sprichtwörtlich unter Strom stehen und somit eine ständige Erhöhung des Sympathikus haben, klagen häufiger über trockene Lippen aufgrund der verminderten Speichelproduktion. Wenn zudem noch eine verminderte Trinkmenge hinzukommt, kann der Effekt der trockenen Lippen verstärkt werden.

Vitaminmangel

Eher seltene Ursachen für trocken und rissige Lippen stellen Vitaminmängel dar. So ist zunächst der Vitamin B2- und Eisenspiegel (Eisenmangel) zu kontrollieren, da ein solcher Mangel zu den beschriebenen Symptomen führen kann. Eisenmangel kann aus einer bei Frauen erhöhten monatlichen Regelblutung resultieren, seltener durch eine verminderte Zufuhr durch die Nahrung. Die häufigsten Ursachen eines Vitamin B 2 Mangels sind vor allem eine einseitige Ernährung durch die Patienten, außerdem eine Nahrungsaufnahme von vitaminarmen Lebensmitteln. Des Weiteren stellt der Alkoholismus eine Gefahr für einen Vitamin B2- und Vitamin B 12- Mangel dar.

Lesen Sie mehr zum Thema: Vitaminmangel

Eisenmangel

Eine von vielen Ursachen für trockene Lippen kann ein Eisenmangel (Sideropenie) sein. Neben trockenen Lippen sind schwerwiegerende Symptome eines Eisenmangels ein anhaltendes Schwächegefühl und Müdigkeit, Blässe und trockene, spröde Haut generell.

Ein großer Teil des Eisens im menschlichen Körper befindet sich im Farbstoff der roten Blutkörperchen (Hämoglobin der Erythrozyten) und übernimmt dort die wichtige Rolle des Sauerstofftransports.

Sind die Eisenvorräte aufgebraucht, kann es zu einer Blutarmut (Anämie) kommen. Ein häufiger Grund für einen Eisenmangel ist die unzureichende Zufuhr mit der Nahrung. Der Körper kann Eisen nicht selbst herstellen und so benötigen Frauen täglich ca 1,5mg Eisen, Männer ungefähr 1mg.

In der Schwangerschaft verdoppelt sich der Eisenbedarf der werdenden Mutter, hier ist besonders auf eine ausreichende Zufuhr zu achten.
Lesen Sie mehr zum Thema: Ernährung in der Schwangerschaft

Eisenmangel ist in unserer Gesellschaft die häufigste Mangelerkrankung überhaupt, so leiden in Europa 5-10% der gesamten Bevölkerung und bis zu 20% der jungen Frauen darunter.

Da der menschliche Körper tierisches Eisen effizienter verwerten kann als pflanzliches, sind Vegetarier und Veganer besonders gefährdet. Ihnen wird geraten, nach einer Mahlzeit auf Kaffee oder schwarzen Tee zu verzichten, da das enthaltene Tannin die Eisenaufnahme im Darm verhindert.
Ebenso verhindern Milch-und Eiprodukte die Eisenresorption.

Vitamin C hingegen fördert die Eisenaufnahme und sollte beispielsweise in Form von Citrusfrüchten zeitnah mit einer Mahlzeit aufgenommen werden.

Neben Fleisch, insbesondere rotem Fleisch wie Rindfleisch, sind jedoch auch viele pflanzliche Nahrungsmittel wie Spinat, getrocknete Aprikosen, Haferflocken, Linsen, Leinsamen und Kürbiskerne wertvolle Eisenlieferanten.

Ist ein gesunder Eisenspiegel durch eine ausgewogene Ernährung nicht zu erreichen, kann der Arzt Eisenpräparate verschreiben. Eine weitere Ursache für Eisenmangel stellen Blutungen dar. Am häufigsten betroffen sind Frauen mit einer sehr starken Regelblutung (Menorrhagie), die im Rahmen ihrer Periode regelmäßig größere Mengen an Blut verlieren.
Doch auch unerkannte (okkulte) Blutungen im Magen-Darm-Trakt können zu einem Eisenverlust führen und sollten bei Ausschluss anderer Ursachen eines Eisenmangels in Betracht gezogen werden.

Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Folgen von Eisenmangel.

Infektionen

Zahlreiche Infektionen können ebenfalls zu rissigen und trockenen Lippen führen. In seltenen Fällen kann ein Pilzbefall (z.B. candita albicans) an der Wangenschleimhaut oder an den Lippen zu einem trockenen Milieu führen. Wesentlich häufiger aber sind virale Infektionen, wie z.B. das Herpes virus, das meistens an der Unterseite der Lippen zu kleinen Ulzerationen führt und dadurch die Lippen auch austrocknen kann. Bakterien verursachen eher seltener trockene und rissige Lippen.

Klimabedingt

Die Haut des Körpers hat neben der Weitergabe von Schmerz sowie Wärme- und Kältereizen auch eine Schutzfunktion. Die Haut der Lippen ist von ihrer Beschaffenheit aber wesentlich klimaempfindlicher als die Haut des übrigen Körpers. So können besonders kalte Außentemperaturen zu einer raschen Austrocknung der Lippen führen.
In extrem kalten Regionen, in denen die Außentemperatur im zweistelligen Minusbereich liegt, reagieren besonders die ungeschützten Lippen mit Austrocknung sowie schmerzhaftem Aufplatzen.
Auch der schnelle Wechsel zwischen Kälte und Wärme begünstigt trockene Lippen.

Kosmetikamissbrauch

Es gibt zahlreiche Kosmetika und Cremes, die für die Lippenpflege von der kosmetischen Industrie entwickelt wurden und deren Gebrauch mehrmals täglich empfohlen wird. Besonders fetthaltige Produkte besitzen aber die Eigenschaft bei langem Gebrauch das Gegenteil zu bewirken. So kann man von einem Gewöhnungseffekt sprechen, der bei langer Anwendung entsteht, d.h. wird nicht immer mehr von dem Produkt aufgetragen, trocknen die Lippen aus. Die Ursache dieses Phänomens ist nicht ganz geklärt.

Allergie

Auch kann der Körper gegen bestimmte Produkte eine bislang unbekannte Allergie entwickeln, die nicht selten nach dem Auftragen zu den beschriebenen Austrocknungen führt. Typischerweise ist eine Produktallergie auch mit einem Jucken oder Brennen kombiniert.

Wundheilungsstörungen

Nach Verletzungen im Bereich des Mundes und der Lippen kann es in seltenen Fällen zu Wundheilungsstörungen kommen. Gründe dafür sind mannigfaltig. Oft kann auch ein Diabetes mellitus dahinterstecken, der bislang noch nicht entdeckt wurde. Wundheilungsstörungen gehen nicht selten mit trockenen und rissigen Lippen einher.

Trockene Lippen nach einer Chemotherapie

Patienten, die sich einer Chemotherapie oder Bestrahlungstherapie unterziehen müssen klagen häufig über trockene oder rissige Lippen. Die Chemotherapie bei Krebserkrankungen (Tumor) hat den Sinn, alle sich schnell teilenden Zellen an der Teilung zu hemmen. Zu den schnellteilenden Zellen gehören auch die Zellen des Mundraumes und der Lippen.
In den meisten Fällen kommt es nach Chemotherapiezyklen aus diesem Grund zu Entzündungen in diesem Bereich sowie zu trockenen Lippen. Bei Bestrahlungen kommt es darauf an, in welchem Bereich die Bestrahlung durchgeführt wird. Im Bereich des Mund- Rachen und Gaumenbereiches, aber auch im Bereich des Halses und des Kehlkopfes kann es vorkommen, dass auch die Lippen im entsprechenden Bestrahlungsfeld liegen. Je nachdem, wie oft die Bestrahlung wiederholt werden muss bzw. wie hoch die Strahlendosis ist, kommt es auch zu Entzündungen und zu Austrocknung der Lippen.

chronisch trockene Lippen

Die meisten Menschen leiden hin und wieder unter trockenen Lippen.

So trocknet kalte Winterluft die Lippen schnell aus und auch der Wechsel zwischen der rauen Außenluft und der warmen, trockenen Heizungsluft kann sehr strapazierend sein.

Wer jedoch andauernd unter trockenen Lippen leidet, sollte andere Ursachen in Betracht ziehen.
Eine naheliegende Ursache chronisch trockener Lippen kann eine verminderte Flüssigkeitszufuhr sein, so sollten täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßte Tees getrunken werden, um die Flüssigkeitsspeicher des Körpers aufzufüllen.

Auch psychische Faktoren wie andauernder Stress begünstigt die Entstehung trockener Lippen, indem die Speichelproduktion vermindert wird und so die Lippen nicht feucht gehalten werden können. Auch ein chronischer Eisenmangel oder ein Mangel an Vitamin B2 kann zu dauerhaft trockenen Lippen führen.

Besonders häufig betroffenen sind Menschen, die sich einseitig ernähren, also wenig Vitamine und Eisen aufnehmen, sowie Vegetarier und Alkoholiker.
Unter einem chronischen Eisenmangel leiden häufig auch Frauen mit einer sehr starken Menstruation (Menorrhagie).

Durch Diabetes

Bei Diabetes kommt es durch dauerhaft hohe Blutzuckerspiegel im Blut zu einem Befall der Gefäße und der Nerven. Bei dem Befall der Nerven kommt es zu einer Neuropathie, bei einem Befall der kleinen Gefäße zur Mikroangiopathie und bei Befall der großen Gefäße zur Makroangiopathie. Vor allem durch die Mikro- und Makroangiopathie kann es zu Durchblutungsstörungen der Haut kommen. Dadurch, dass Teile der Haut nicht mehr genügend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden, kann es hier zu offenen, schlecht heilenden Wunden kommen. Auch die Haut der Lippen kann davon betroffen sein. So kann eine schlechte Durchblutung der Lippen zu einer rauen Haut und zu Rhagaden führen. Diese Rhagaden heilen schlecht und sollten daher medizinisch versorgt werden. An den Lippen ist die Gefahr eines Pilzbefalls aufgrund der Nähe zum Mund sehr hoch. Im Falle dessen sollte eine antimykotische Therapie (pilztötend) begonnen werden.

Durch Labello

Häufiges Cremen und Pflegen der Lippen kann auch Nachteile haben. Durch die Benutzung von viel Labello kann die Haut in einen Abhängigkeitszustand geraten. Die Haut ist dadurch im übertragenen Sinne abhängig von dem Fett, was im Labello enthalten ist. Dieses führt dazu, dass es bei nicht Benutzung des Labellos zu einem Spannungs-und Trockenheitsgefühl in den Lippen kommt. Um dem Ganzen vorzubeugen, sollte der Labello nicht so häufig benutzt werden. Es empfiehlt sich außerdem, nur morgens und abends eine pflegende Creme, wie zum Beispiel Bepathen, zu verwenden. Diese spendet der Haut Feuchtigkeit. Tagsüber sollte dann auf weitere Maßnahmen verzichtet werden.

Durch Alkohol

Der Genuss von Alkohol führt zur Dehydratation. Daher sollte während des Genusses auf eine reichliche Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Durch eine Dehydratation kann auch die Haut austrocknen. Dieses äußert sich durch ein Spannungsgefühl der Haut. An den Lippen kann es dadurch schnell zu Rhagaden kommen. Neben einer ausreichenden Trinkmenge (1,5-2 Liter am Tag) kann hier zur Vorbeugung der trockene Lippen ebenfalls eine pflegende Creme verwendet werden. Bei übermäßigem Alkoholkonsum kann es durch Schwächung des Immunsystems vermehrt zum Pilzbefall der spröden Lippen und Mundwinkel kommen.

Durch Küssen

Durch Küssen können die Lippen ebenfalls trocken werden. Dieses ist vor allem bedingt durch den Speichel, der auf die Haut der Lippen einwirkt. Durch den Speichel können die Lippen rau und rissig werden, es können sich auch Entzündungen bilden. Es sollte bei dieser Art von rauen und entzündeten Lippen ebenfalls auf eine Therapie mit pflegenden Cremes geachtet werden. Durch diese Cremes kann die normale Feuchtigkeit der Lippen wiedererlangt werden und die Hautstruktur wird regeneriert. Beim Küssen sollte darauf geachtet werden, dass die Lippen nicht zu stark befeuchtet werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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