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Ursachen von Schuppen

Synonyme im weiteren Sinne

Kopfschuppen, Pityriasis simplex capillitii, Kopfseborrhoe, Pityriasis simplex capitis
Englisch: dandruff, scurf

Ursachen

Die Haut besteht von außen nach innen aus drei Schichten. Bei der Epidermis (Oberhaut) handelt es sich um ein verhornendes Plattenepithel, das Produzent und Träger einer undurchlässigen Hornschicht ist, die die äußere Grenzschicht der Epidermis darstellt. Darunter befinden sich die Lederhaut (Dermis) und das Fettgewebe (Subkutis). Weitere Bestandteile der Haut sind die Hautanhangsgebilde:

Die Keratinozyten (Hautzellen der Epidermis) stellen eine sich kontinuierlich erneuernde Zellpopulation dar, in der sich Zellgewinn (Proliferation) und Zellverlust (Desquamation) die Waage halten. Die äußere Grenzschicht der Epidermis ist dabei das Endprodukt der Entwicklung der Keratinozyten. Die entstandene Hornschicht ist aber keine fixe Struktur, sondern wird ständig durch Abschilferung nach außen und Vermehrung der Keratinozyten von unten erneuert. Durchschnittlich beträgt die Erneuerungszeit der gesamten Epidermis einen Monat. Danach werden die abgestorbenen Zellen abgestoßen und sind manchmal als Schuppen sichtbar.

Durch unterschiedliche Reize kann es zu einer übermäßigen Gewebsvermehrung (Hyperproliferation) und einer Ausbildung von sichtbaren Schuppen kommen. Die abgestorbenen Hautzellen (Korneozyten) werden nun vermehrt und schneller abgestoßen als bei Menschen, die kein Schuppen-Problem haben. Hinzu kommt, dass die Kopfhaut mit Hilfe der Talgdrüsen ihr eigenes „Gleitmittel“ produziert, den Talg. Er hält Haut und Haare weich und geschmeidig. Wird zu viel Talg gebildet, können die abgestoßenen Hornzellen verklumpen und sich in sichtbaren Kopfschuppenansammlungen (Aggregaten) ablösen.

Eine der Ursachen, die das vermehrte und zu schnelle Abstoßen von abgestorbenen Hautzellen auslösen kann, ist die unsachgemäße Haarpflege. Durch zu häufige Haarwäsche oder zu heißes Fönen sind die Talgdrüsen nicht mehr in der Lage ausreichend Fett zu produzieren und es kommt zu trockener, schuppiger Haut.

Weitere Ursachen

Aber auch verschiedene Erkrankungen können die Ursache für Schuppen sein. Ein sehr häufiges Problem stellt das seborrhoische Kopfekzem, oder auch seborrhoische Dermatitis genannt, dar, bei dem eine Überproduktion von Talg (Seborrhö) und die verstärkte Vermehrung bestimmter Mikroorganismen, wie der Hefepilz Malassezia furfur, eine wichtige Rolle spielen. Der genannte Pilz ist normalerweise ein unauffälliger Teil unserer Hautflora und baut Hauttalg und abgestorbene Zellen ab. Ist das Gleichgewicht der Kopfhaut jedoch verschoben, z.B. durch unsachgemäße Pflege, kann sich der Pilz vermehren und dadurch juckende Entzündungsherde auslösen. Die Kopfhaut reagiert auf diese Entzündung mit einer vermehrten Schuppenbildung, was wiederum das Wachstum des Pilzes begünstigt. Zum seborrhoischen Kopfekzem kommt es nun durch die vermehrte Talgproduktion und die damit verbundene Verklumpung verfrüht abgestorbener Hornzellen, die massiv abgeschilfert werden. Bei 1-2% der Bevölkerung tritt dieses Krankheitsbild auf und sollte mit einem Antimykotikum behandelt werden.

Weitere krankheitsbedingte Ursachen die mit Kopfschuppen einhergehen sind die Neurodermitis, die Psoriasis (Schuppenflechte) oder andere Pilzerkrankungen der Haut (Tinea capitis).

Aber auch hormonelle Störungen die den pH-Wert der Haut verändern, Zucker- und fettreiche Ernährung, zu hoher Alkoholkonsum, Allergie oder auch Stress können eine vermehrte Schuppenbildung auslösen. Flöhe oder Läuse können ebenfalls eine heftig juckende und schuppende Entzündung der Kopfhaut auslösen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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