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Schuppen

Synonyme im weiteren Sinne

Kopfschuppen, Pityriasis simplex capillitii, Kopfseborrhoe, Pityriasis simplex capitis
Englisch: dandruff, scurf

Definition

Bei Schuppen (Squamae) handelt es sich um Auflagerungen aus ablösbaren bzw. sich selbstständig ablösenden Hornzellkomplexen unterschiedlicher Form (trocken oder fettig) und Größe. Unterschieden werden keilförmige (pityriasiforme), plättchenförmige (psoriasiforme), schildchenförmig (ichtyosiforme) und blätterförmige (lamellöse) Schuppen.

Häufigkeit in der Bevölkerung

Werden die Haare nicht regelmäßig gewaschen, bekommt jeder Mensch sichtbare Kopfschuppen, oft schon nach wenigen Tagen. Bei 10-50% der Menschen treten die Kopfschuppen jedoch unabhängig von der Haarwäsche regelmäßig auf, am häufigsten zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr. Männer sind in der Regel häufiger betroffen als Frauen. Bei Kindern kommen Schuppen eher selten vor.

Formen

Bei den Schuppen werden in der Regel zwei Formen unterschieden:

  1. Zum einen gibt es die trockenen Schuppen. Sie entstehen bei sehr trockener Kopfhaut und treten vermehrt im Winter, z.B. durch die beheizte Raumluft, auf.
  2. Die fettigen Schuppen findet man dagegen fettige Haare, also zu hoher Talgproduktion, bei der die Kopfhaut oft gerötet ist und die Haut juckt. Dies kann auch ein Hinweis auf eine seborrhoische Dermatitis sein.

Symptome

Zu den Beschwerden, die bei vermehrten Schuppen auftreten, gehören ein unterschiedlich starker Juckreiz (Pruritus), sowie eine Rötung der Kopfhaut oder auch kleine Hautverletzungen (Läsionen) durch vermehrtes Kratzen. Aber auch nässende Hautstellen, Pusteln (Eiteransammlungen der Haut) und Haarausfall, der z.B. durch Kratzen ausgelöst werden kann oder Folge einer hormonellen Störung (Alopezia androgenetica) oder vermehrter Talgproduktion (Alopezia sebborrhoica) sein kann, können zu den Symptomen gezählt werden.

Diagnose

Die Diagnose kann durch eine umfassende Befragung (Anamnese) und klinische Untersuchung durch den Hautarzt (Dermatologe) gestellt werden. Dazu gehören eine Familien- und Sozialanamnese. Aber auch die so genannte vegetative Anamnese darf nicht vernachlässigt werden, in der nach Zusammenhängen zwischen dem Auftreten der Schuppen und der Jahreszeit oder dem Genuss bestimmter Lebensmittel gefragt wird.

Zusätzlich sollte abgeklärt werden, ob es Vorerkrankungen gibt, eine Schwangerschaft besteht oder ob bestimmte Stresssituationen wie eine Operation vorangegangen sind. Eine Inspektion der gesamten Haut und Haare ist ebenfalls notwendig. Eine Labordiagnostik kann zusätzlich hinzugezogen werden, dazu gehören ein Differentialblutbild, eine feingewebliche Untersuchung (Histopathologie) nach Probenentnahme, eine Allergie - Diagnostik und der mikroskopische Nachweis von Pilzen im Gewebe.

Lesen Sie dazu auch unser Thema: Hautschuppen

Therapie

Um Kopfschuppen/ Schuppen vorzubeugen oder sie zu verringern ist es hilfreich verhaltensbedingte Risikofaktoren auszuschalten. Dazu gehört eine gemäßigte Ernährung, wenig Alkohol und Stress. Oft kann schon durch eine geeignete Haarpflege mit einem Anti-Schuppenshampoo, das Vermeiden von scharfen Kämmen, sowie Dauerwellen oder Haarfärbemitteln eine Linderung erzielt werden. Falls keine Besserung eintritt, sollte spätestens nach vier Wochen ein Hautarzt aufgesucht werden, der eine Unverträglichkeit von Inhaltsstoffen in Shampoos oder Nahrung ausschließen kann.

Schuppenhemmende Stoffe wie Selen und Steinkohleteer oder auch schuppenlösende Stoffe wie Salicylsäure, Schwefel, Kopföle oder Urea sind oft in Anti-Schuppenshampoos enthalten oder können vom Arzt verschrieben werden. Zusätzlich können entzündungshemmende Stoffe wie Steroide z.B. Kortisoncremes, sowie Juckreiz-lindernde Medikamente verschrieben werden.

Liegt eine Pilzinfektion vor, kann ein Antimykotikum verschrieben werden. Dabei handelt es sich meist um örtlich (topisch) angewandte Medikamente wie z.B. Clotrimazol oder Ketoconazol. Diese „Antipilzmittel“ behindern die weitere Vermehrung des Pilzes, indem sie die Erreger, die sich in der Vermehrungsphase befinden, abtöten und verhindern, dass weitere Pilze in die Vermehrungsphase eintreten. Dabei handelt es sich um Shampoos, die zweimal die Woche angewandt werden müssen. Eine weitere Möglichkeit sind Haarlösungen mit dem Antimykotikum Bifonazol, die lediglich auf die Kopfhaut aufgetragen werden und nicht ausgespült werden müssen. Auch Zinkpyrithion und Selendisulfid wirken antikmykotisch.

Ist die Ursache der Kopfschuppen eine schwere bakterielle Entzündung, können Antibiotika eingesetzt werden, die das Wachstum der Bakterien hemmen oder sie abtöten.

Sind eine Neurodermitis oder eine Schuppenflechte der Auslöser, muss zunächst die Krankheit als solche behandelt werden.

Prognose

Kopfschuppen sind in der Regel, auch wenn sie durch eine Pilzinfektion ausgelöst werden, innerhalb von vier bis fünf Wochen erfolgreich behandelbar. Es ist dabei aber auf eine regelmäßige Anwendung des passenden Anti-Schuppenshampoos und die erfolgreiche Bekämpfung der Ursache sowie das Vermeiden bestimmter Risikofaktoren zu achten.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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