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Kopfhaut - Brennen, Jucken, Schmerzen

Aufbau und Funktion der Kopfhaut

Die Kopfhaut ist der Teil unserer Haut, der unseren Kopf umgibt und diesen vor äußeren Schädigungen, wie UV-Strahlung, Krankheitserreger und Chemikalien schützt. Die Haut dient zudem, wie auch an anderen Körperstellen dem Wärmeaustausch und der Flüssigkeitsregulation und schützt so vor Überhitzung und Auskühlung. Sie ist aus mehreren Schichten aufgebaut. Die oberste Schicht wird als Epidermis oder Oberhaut bezeichnet. Darunter findet sich die Dermis- die Lederhaut, die sich an die Subkutis- die Unterhaut anfügt. In den Schichten sind neben den Haarwurzeln auch Schweiß- und Talgdrüsen, sowie Nerven eingebettet.

Juckende Kopfhaut

Einer juckenden Kopfhaut können zahlreiche Ursachen zu Grunde liegen. Grob zu unterscheiden ist ein Juckreiz der Kopfhaut bedingt durch äußerliche Hautreizungen, die auch zum Austrocknen der Kopfhaut führen, Hautkrankheiten, wie Neurodermitis, Parasiten- oder Pilzbefall, allergische Reaktionen und psychosomatische Beschwerden. Es ist wichtig die Ursache herauszufinden, um gezielt dagegen steuern zu können.

Der zentrale Botenstoff, der letzten Endes dazu führt, dass wir einen Juckreiz verspüren, ist Histamin. Es wird im Gehirn ausgeschüttet, was dazu führt, dass wir das Bedürfnis haben uns zu kratzen. Das Kratzen führt zur Verletzung der Haut. Je nachdem wie stark der Juckreiz empfunden und anschließend gekratzt wird, können auch tiefer liegende Hautschichten beschädigt werden. Die Folge kann eine Verstärkung des Juckreizes sein. Zudem ist die beschädigte Haut anfälliger für eine Besiedlung mit Bakterien und Viren, welche die Symptomatik ebenfalls verschlechtern und zu einem schweren Krankheitsgefühl führen können.

Im Normalfall produzieren die Talgdrüsen der Haut eine fettige Substanz, die sich wie ein Schutzschild um die Kopfhaut legt und diese vor Austrocknung und chemisch-toxischen Substanzen schützt. Wird diese Barriere durchbrochen, so ist die Haut anfälliger, was letzten Endes in Hautirritationen und Juckreiz endet. Zu häufiges Waschen der Haare mit Shampoo oder die Verwendung zahlreicher anderer Haarpflegeprodukte, wie beispielsweise Haarspray oder Haarfärbemittel, können zur Auflösung dieser Barriere beitragen und im Verlauf auch dazu führen, dass sich der Körper auf darin enthaltene Substanzen sensibilisiert und beim weiteren Gebrauch allergisch reagiert.

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Weitere Ursachen juckender Kopfhaut

Neurodermitis

Bei der Neurodermitis ist von Geburt an der Aufbau der Haut gestört, was von Beginn an einen Defekt der Hautbarriere zur Folge hat. Es sind vor allem Kinder betroffen. Fremdstoffe können in die Haut eindringen und zu einer entzündlichen Reaktion mit Antikörperbildung führen. Die Haut ist dadurch sehr empfindlich und schuppt schnell ab. Die Kinder empfinden starken Juckreiz. Durch das Kratzen wird die Hautbarriere zusätzlich beschädigt und empfänglicher für mögliche Allergene, was die Symptomatik weiter verstärkt.

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Schuppenflechte

Eine weitere genetisch bedingte Ursache des Kopfhautjuckens ist die Schuppenflechte (Psoriasis). Typisch für diese Erkrankung sind kreisrunde, rötliche Hautirritationen die stark schuppen. Der starken Schuppung liegt ein Defekt im Hauterneuerungsprozess zu Grunde, der bei den Betroffenen viel zu schnell abläuft.

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Seborrhoisches Ekzem

Unter einem seborrhoischen Ekzem (Morbus Unna) wiederum versteht man einen Hautausschlag, der fast ausschließlich im Gesicht und auf der Kopfhaut auftritt. In der Regel sind Säuglinge jünger 3 Monate betroffen. Bei ihnen wird das Ekzem häufig fälschlicherweise mit Milchschorf verwechselt. Ein zweiter Ekrankungsgipfel findet sich zwischen dem 20. Und 40. Lebensjahr.

Die Betroffenen leiden unter einem gelblich schuppenden Hautausschlag, der sich vor allem an der Kopfhaut und in den Hautbereichen rund um Nase, Kinn, Augenbrauen und Ohren findet. Häufig findet sich begleitend ein starker Juckreiz der betroffenen Stellen. Die Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt. Man fand heraus, dass ein Großteil der Menschen genetisch prädisponiert ist, jedoch nur ein Bruchteil von diesen erkrankt. Es wird vermutet, dass der Zustand des Immun- und der des zentralen Nervensystems eine wichtige Rolle spielen, da die Erkrankung, vor allem im Erwachsenenalter, häufig bei AIDS- und Parkinson-Patienten auftritt.

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Vermehrung des Hefepilzes Malassezia furfur

Auch ein Zusammenhang mit der übermäßigen Vermehrung des sonst harmlosen Hefepilzes Malassezia furfur, der bei gesunden Menschen keinen Krankheitswert besitzt, wird diskutiert. Zur Behandlung sind fettige Hautcremes nicht geeignet, da diese die Symptomatik zusehends verschlechtern. Besser geeignet sind äußerlich anzuwendende Immunmodulatoren, wie Tacrolimus und Pimecrolimus, sowie die kurzzeitige Anwendung cortisonhaltiger Cremes. Es sollte jedoch ein Arzt zur Diagnostik und weitreichenden Beratung herangezogen werden.

Kopfläuse

Die wohl bekanntesten Parasiten, die die Kopfhaut befallen können, sind Kopfläuse. Diese sind vor allem bei Kindern zu finden, die sich in Kleingruppen, wie es in Kindergärten und Schulen gegeben ist, aufhalten. Statistisch gesehen ist es die häufigste parasitäre Infektion im Kindesalter. Übertragen werden sie durch engen Kopfkontakt eines Erkrankten mit einem Gesunden. Eine Infektion über kontaminierte Kämme, Mützen oder Kopfkissen sind sehr selten, da die Läuse außerhalb des Kopfes nur sehr kurz überleben würden. Der Befall ist nicht abhängig von der Körperhygiene des Kindes und auch nicht davon wie oft es seine Haare wäscht.


Die Läuse ernähren sich von menschlichem Blut, welches sie durch Anritzen der Kopfhaut gewinnen. Der injizierte Speichel der Laus verhindert die Gerinnung des Blutes, sodass sie bei einer Blutmahlzeit mehr Blut aufnehmen kann. Der Körper des Infizierten reagiert mit einer Entzündungsreaktion auf den fremden Läusespeichel und reagiert darauf mit starken Juckreiz. Die Parasiten halten sich bevorzugt an Stellen mit dichten Haarpartien, wie an den Schläfen, im Nacken und hinter den Ohren auf, da hier optimale Bedingungen für die Eiablage herrschen. Bei längerem Befall fallen vor allem auch diese Stellen durch blutige Kratzspuren auf.


Diagnostiziert wird die der parasitäre Kopfhautbefall meist durch Zufall, wenn beim Kämmen oder bei genauerer Begutachtung eines Kindes, welches sich häufig kratzt, eine Laus auffällt. Auch das Absuchen des Haaransatzes auf Eier kann wegweisen sein. Am besten ist dies mithilfe eines so genannten Nissenkammes möglich, mit dem die Eier oder leeren Eihüllen bereits geschlüpfter Läuse aus dem nassen Haar herausgekämpft werden können. Beim nassen Auskämmen können sich aus Läuse im Kamm verfangen und beim Ausstreichen des Kammes auf ein weißes Tuch gesehen werden. Die Behandlung besteht zum einen in der Auftragung einer lokalen Substanz, meist in Form eines Shampoos, welches die Läuse abtötet. Dies muss unter Umständen mehrfach wiederholt werden. Zum anderen sollten die Haare nach dem Waschen mit dem Nissenkamm ausgekämmt werden, um Eier und Läuse zu beseitigen.

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Milben

Ein weiterer Parasit, der zu einem Juckreiz der Kopfhaut führen kann, ist die Milbe
Lesen Sie mehr zum Thema unter: Hautausschlag durch Milben

Psychosomatische Beschwerden

Psychogene Beschwerden wie Stress können zu einem Juckreiz der Kopfhaut führen, obwohl sonst keine andere greifbare Ursache zu finden ist. Man geht davon aus, dass der Juckreiz durch Empfindungsstörungen der Haut ausgelöst wird. Der psychische und/oder körperliche Stress führt zu einer reflektorischen Anspannung der Kopfhaut. Die Betroffenen nehmen dies vom leichten Kribbeln bis zum starken Brennen wahr. Begleitend finden sich häufig Kopfschmerzen und Haarausfall.


Die beste Therapie ist das Erlernen von Entspannungsübungen, sodass sich die Muskelverspannungen lösen. Muskelrelaxierende Substanzen können kurzzeitig Abhilfe schaffen, aber langfristig durch den Rückgang der Beschwerden zur entspannten Haltung beitragen. Die Behandlung der juckenden Kopfhaut richtet sich nach dem Auslöser der Beschwerden. Für jeglichen Juckreiz der Kopfhaut gilt, dass man ihm besser nicht nachgeben sollte.


Durch die Verletzung der Haut durch das Kratzen, kann sich die Symptomatik immens verschlimmern. Zudem wird der Heilungsprozess der ohnehin schon geschädigten und irritierten Haut in die Länge gezogen. Salzwasser verschafft eine Linderung des Juckreizes. Im Anschluss wurden mit dem Auftragen von Johanniskraut- oder Nachtkerzensamenöl positive Effekte erzielt. Es sollte auf parfümierte Shampoos verzichtet werden, da diese die Hautirritationen hervorrufen und verschlimmern können.

Schmerzen/ Brennen auf der Kopfhaut

Für eine schmerzende Kopfhaut gibt es verschiedene Ursachen:

  • Sonnenbrand: Wenn man tagsüber der Sonne ausgesetzt war kann es gut sein, dass die Kopfhaut einen Sonnenbrand hat. In diesem Fall hilft es die Haut zu kühlen und weitere Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
  • straff gebundener Zopf: Manchmal schmerzt die Kopfhaut auch lediglich durch das tragen eines viel zu straff gebundenen Zopfes. Durch das Lösen des Zopfes lässt dieser Schmerzt von alleine wieder nach.
  • Verwendung neuer Pflegeprodukte: Wurde ein neues Pflegeprodukt verwendet kann es durchaus sein, dass die Kopfhaut auf den Kontakt mit der neuen Substanz allergisch reagiert. In diesem Fall sollte das Produkt nicht weiter verwendet werden!
  • Entzündung: Es ist auch möglich, dass die Kopfhaut richtig entzündet ist. Zeichen einer Entzündung sind eine Rötung, Schmerzen, Schwellung und Wärme, sowie im Falle eine bakteriellen Infektion auch Eiter. In diesem Fall sollte dringend ein Hautarzt aufgesucht werden. Durch eine Probenentnahme aus dem betroffenen Hautabschnitt kann festgestellt werden ob die Infektion durch Bakterien oder Pilze hervorgerufen wurde. 

Die fachsprachliche Bezeichnung für Kopfhautschmerzen ist Trichodynie. Trichos steht hierbei für „Haar“, dynê ist die griechische Bezeichnung für Schmerz. Die Betroffenen leiden unter Missempfindungen der Kopfhaut, die im Gegensatz zu Kopfschmerzen direkt von der irritierten Haut und Haarwurzeln ausgehen. Sie berichten über eine gegenüber Berührungen empfindliche Kopfhaut, was vor allem beim Haare kämmen Schmerzen und Probleme bereitet. Es finden sich verschiedenste Ausprägungen. Manche berichten über Kribbeln oder Ameisenlaufen, andere über Juckreiz, ein Spannungsgefühl oder starke, brennende Schmerzen.

Ein Großteil leidet zusätzlich zu den genannten Beschwerden unter Haarausfall und Spannungskopfschmerzen. Der Erkrankung liegen in der Regel psychische Beschwerden zu Grunde. Bei den meisten Betroffenen können im Rahmen einer Untersuchung keine krankhaften Veränderungen, die die Beschwerden erklären könnten, gefunden werden. Extremer Stress führt zu Muskelverspannungen, sodass auch die unterhalb der Kopfhaut gelegenen, dünnen Muskelstränge anspannen. Durch den erhöhten Muskeltonus werden kleinste Gefäße, die Kopfhaut und Haarwurzeln mit Blut versorgen abgedrückt. Folge ist eine unzureichende Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen, sowie eine Anreicherung schädlicher Stoffwechselprodukte, unter anderem von Laktat. Die kleinen Muskelstränge übersäuern und reißen teilweise ein.

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In Kombination mit den Verspannungen führt dies zu einer Ausschüttung zahlreicher Botenstoffe, die dem Gehirn einen schmerzhaften Vorgang suggerieren. Dies gipfelt in zusätzlichem psychischem Stress und zunehmender Verschlimmerung der Schmerzen und des Haarausfalles. Dieser Teufelskreis kann jedoch mit Entspannungsübungen, Massagen und den Muskel entspannenden Medikamenten durchbrochen werden. Durch die Medikamente wird die dauerhafte Übertragung von Signalen ausgehend von Nerven zum Muskel gehemmt werden, wodurch dieser entspannt.

Den Betroffenen wird dadurch nach zwei bis drei Tagen akut Abhilfe geschaffen. Die Behandlung der Verspannung und der damit zusammenhängenden Missempfindungen ist somit der erste Schritt in Richtung Entspannung. Dauerhaft ist es jedoch sinnvoll Entspannungsübungen zu erlernen. Dies kann im Rahmen eines autogenen Trainings oder Yoga erfolgen. Sind manifeste psychische Probleme die Ursache für die schmerzende Kopfhaut, so sollte zusätzlich ein Nervenarzt zu Rate gezogen werden, da die anhaltenden Schmerzen die zu Grunde liegende Problematik zunehmend verschlimmern können.

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Schuppen auf der Kopfhaut

Die gesamte Haut regeneriert und erneuert sich stetig. So auch die Kopfhaut. Dabei werden abgestorbene, verhornte Zellen in Gruppen von der obersten Hautschicht als Schuppen abgestoßen. Fachsprachlich wird dieser natürliche Prozess als Desquamation bezeichnet. Ist dieser Ablauf normal, so sind die abgestoßenen Hautschüppchen mit bloßem Auge nicht erkennbar. Dieser Prozess kann jedoch gestört und die Schuppenbildung gesteigert sein. Fallen mehr als 500 zusammenhängende, abgestorbene Zellen von der Kopfhaut ab, werden diese als weiße, große Plättchen, vor allem auf dunkler Kleidung sichtbar.

In der Regel besitzen Hautschuppen keinen Krankheitswert, werden jedoch häufig als unästhetisch und dadurch als störend empfunden. Grob lassen sich zwei verschiedene Arten voneinander unterscheiden. Trockene Schuppen besitzen eine weiße Farbe und entstehen meist auf trockener Kopfhaut. Ursache sind trockene Heizungsluft im Winter, zu heißes Föhnen, ein Sonnenbrand oder der Gebrauch austrocknender Shampoos. Einige Hautkrankheiten, vor allem die Schuppenflechte (Psoriasis) äußern sich durch gesteigerte trockene Abschuppung.

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Fettige Schuppen entstehen auf der Grundlage einer überhöhten Talgproduktion und erscheinen deshalb gelblich. Sie übertreffen trockene Schuppen in ihrer Größe und fühlen sich ölig an. Da sie deutlich langsamer abschilfern, wie trockene Schuppen bilden sie einen idealen Nährboden, vor allem für den sonst nicht krankmachenden Hautpilz Malassezia furfur. Ursache können Hormonschwankungen, vor allem in der Pubertät sein, die zu einer vermehrten Talgproduktion führen. Wie bei so vielem anderen auch, spielt neben den genannten Ursachen die erbliche Veranlagung, also ob enge Verwandte auch zu vermehrter Schuppenbildung neigen, eine große Rolle bei der Entstehung.

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Wie bereits gesagt stellen Schuppen meist kein krankheitsrelevantes Problem dar. Hellhörig sollte man jedoch werden, wenn die Schuppen trotz Behandlung nicht verschwinden, da dann auch eine Erkrankung und nicht nur einer trockene Kopfhaut hinter diesen stecken kann. Es empfiehlt sich einen Facharzt, bevorzugt einen Dermatologen zu Rate zu ziehen, wenn die Abschuppung von Haarausfall, brennenden Schmerzen, nässenden, entzündet erscheinenden Kopfhautstellen oder einer geröteten, zu Schwellung neigenden Haut begleitet ist.

Anti-Schuppen-Shampoos können Abhilfe schaffen und den lästigen Schuppen entgegenwirken. Viele Anti-Schuppen-Shampoos enthalten auch einen Wirkstoff gegen Pilze und eignet sich somit auch für die Verwendung bei fettigen Schuppen. Dabei ist es jedoch wichtig zu beachten, kein Shampoo zu wählen, welches die Kopfhaut weiter austrocknet. Der gegenteilige Effekt- eine vermehrte Abschuppung wäre die Folge.Des Weiteren sollte das Shampoo nicht länger als ein Monat angewendet werden, da es langfristig zu Hautirritationen führt.

Auch auf zu häufiges Haare waschen, öfter als einmal pro Tag sollte verzichtet werden. Die Kopfhaut sollte vor zu starker Sonneinstrahlung durch das Tragen einer Kopfbedeckung geschützt werden. Helfen diese Maßnahmen nicht, besteht die Möglichkeit sich vom Arzt ein salicylsäurehaltiges Shampoo verschreiben zu lassen, welches die Ablösung der Schuppen fördert und die Kopfhaut nachfolgend empfänglicher für Pflegestoffe macht. Auch dieses Shampoo ist nur für die kurzzeitige Anwendung über wenige Tage vorgesehen. Vitamin-D3-Analoga sind entzündungshemmend und können bis zu einem Jahr eingenommen werden. Zudem verlangsamen sie die Schuppenbildung.

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Kopfhaut stinkt

Ein Gestank, der von der Kopfhaut bereits wenige Stunden nach dem Haare waschen ausgeht, kann für die Betroffenen sehr belastend sein. Ursache ist meist eine übermäßige Vermehrung sonst gutartiger Hautpilze. Dies kann mithilfe eines Abstriches, der durch den Arzt erfolgt, sicher diagnostiziert werden. Begünstigt wird das Wachstum zum einen durch vermehrte Talgproduktion der Kopfhaut.

Paradoxerweise wird diese durch zu häufiges Haare waschen, vor allem mit aggressiven, austrocknenden Shampoos begünstigt. Viele Menschen neigen auch anlagebedingt zu einer übermäßigen Talgproduktion. Zum anderen trägt auch übermäßiges Schwitzen und eine dadurch ständig durchfeuchtete Kopfhaut zur Pilz- und Bakterienvermehrung bei. Die im Schweiß und Talg enthaltenen Bestandteile werden durch die Pilze und vor allem durch Bakterien auf der Haut zersetzt und als unangenehmer, muffiger Geruch wahrgenommen. Wurde ein Pilz nachgewiesen, kann Shampoo mit darin enthaltenem Anti-Pilz-Medikament Abhilfe schaffen. Ab und an die Haare an der Luft trocknen zu lassen, anstatt zu föhnen hilft der Kopfhaut sich zu regenerieren und Trockenheit und dadurch verbundener, übermäßiger Talgproduktion entgegenzuwirken.

Kopfhaut spannt

Wenn die Kopfhaut „spannt“ ist dies ein Zeichen von trockener Kopfhaut. Viele kennen dieses Gefühl auch von der Gesichtshaut und benutzen daher Cremes, wodurch das Empfinden der Spannung reduziert wird. Unsere Haut kann sich aber eigentlich selber schützen, denn sie ist dazu fähig sich selbst zu „fetten“. Genau dieses Fett gefällt uns in den Haaren allerdings weniger. Durch häufiges Waschen um das lästige Fett zu entfernen entziehen wir der Haut ihren natürlichen Schutz.

So geht der Haut ohne ihre natürliche Barriere viel Feuchtigkeit verloren, sie wird trocken, das juckt und gibt uns ein Gefühl der Spannung. Außerdem strapazieren wir unsere Kopfhaut tagtäglich zusätzlich durch heißes Föhnen und trockene Luft durch das Heizen in der kalten Jahreszeit. Hautärzte empfehlen in diesem Fall Shampoos zu benutzen, die natürlichen Harnstoff (auch Urea genannt) enthalten. Harnstoff ist eine Substanz die auch vom Körper selbst hergestellt wird und in der Lage ist Flüssigkeit zu binden. Somit verliert die Kopfhaut weniger Feuchtigkeit, sie trocknet weniger aus und das Gefühl, dass die Kopfhaut spannt lässt nach.

Gereizte Kopfhaut

Unsere Kopfhaut wird heutzutage vielen Strapazen ausgesetzt. Dazu zählen zum Beispiel die trockene Luft durch das Heizen im Winter und häufiges Waschen, was der Kopfhaut seinen natürlichen Schutz (das Fett!) nimmt. Oft neigt die Kopfhaut dann zur Austrocknung und das führt zu einem unangenehmen Juckreiz. Hautärzte empfehlen hier auf Shampoos zurückzugreifen, die Urea enthalten. Urea ist nichts anderes als Harnstoff, er kann Feuchtigkeit binden und wirkt somit dem Austrocknen der Kopfhaut entgegen.

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Werden die Beschwerden wie etwa Juckreiz, Schmerzen oder auch eine Schuppung der Kopfhaut nicht besser sollte man sich an einen Hautarzt wenden, im Besonderen dann, wenn auch starke Rötungen oder offene Hautstellen sichtbar werden. Der Hautarzt kann in diesem Fall herausfinden, ob es sich um eine Infektion mit Pilzen oder Bakterien handelt und ein entsprechendes medizinisches Produkt mit einem antimykotischen Wirkstoff gegen Pilze oder einem Antibiotikum gegen Bakterien verschreiben.

Der Kopfpilz

Unter der Bezeichnung Kopfpilz versteht man ein Befall, sowie Infektion der Kopfhaut durch Hautpilze, fachsprachlich auch als Dermatophyten bezeichnet. Vor allem Kinder sind von dieser Erkrankung betroffen. Überträger der beiden am häufigsten auslösenden Pilzformen, sind in der Regel infizierte Haustiere, wie Hunde, Katzen, Hamster und Meerschweinchen, aber auch erkrankte Personen stellen eine Infektionsquelle für andere dar.

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Im Bereich der betroffenen Kopfhautstellen brechen die Haare in der Nähe zur Haut ab. Diese scharf begrenzten Stellen ähneln einem abgemähtem Kornfeld. Die darunter liegende Kopfhaut kann im Vergleich zudem schuppiger erscheinen, aber auch ein völlig gesundes Erscheinungsbild besitzen.

Die Kopfhaut ist jedoch, auch wenn sie unauffällig erscheint, gereizt und durch den Pilzbefall empfänglicher für eine zusätzliche Infektion (Superinfektion) durch Bakterien, die sich auch bei gesundem Menschen auf der Haut finden. Ist dies der Fall, so erscheint die Wundfläche nässend und eitrig. Im schlimmsten Fall greift die Entzündung auf die Haarwurzeln über, wodurch die Haare ausfallen. Bei vollständiger Zerstörung der Wurzeln bleiben die infizierten Stellen ein Leben lang kahl.

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Diagnose des Kopfpilzes

Zur Diagnose entnimmt der Arzt eine kleine Probe der Kopfhaut. Diese kann zum einen unter dem Mikroskop auf Pilzbefall untersucht werden, zum anderen ist auch eine Anzucht des Pilzes in einer Kultur mit nachfolgender Identifikation möglich. Sind die pilzbefallenen Bereiche nicht mit Bakterien superinfiziert, so ist eine lokale Behandlung mittels pilztötender Salben oder Shampoos meist ausreichend.

Dabei sollten auch die nicht offensichtlich befallenen Stellen, sprich die gesamte Kopfhaut mitbehandelt werden, da sich in der Regel auch dort Pilze angesammelt haben. Bis die Kopfhaut frei von Dermatophyten ist, können bis zu 8 Wochen vergehen. Die Behandlungszeit, kann durch das Abschneiden der Haare verkürzt werden. Es ist wichtig die Therapie nicht zu unterbrechen, auch wenn bereits erste sichtbare Erfolge eingetreten sind. Wird die Therapie zu früh beendet, besteht die Gefahr, dass noch einzelne Pilze die bisherige Therapie überlebt haben und nun in der Lage sind eine erneute Infektion der Kopfhaut hervorzurufen.

In schweren Fällen kann eine Einnahme von Antipilz-Medikamenten (Antimyotika) in Form von Tabletten sinnvoll sein, wobei nicht alle von Kindern gut vertragen werden und deshalb nicht für diese geeignet sind. Es ist daher sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen und sich von diesem zu der passenden Therapie beraten zu lassen.

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Um einen erneuten Befall zu vermeiden, sollten alle Kuscheltiere, Bezüge, Kissen usw. mit gereinigt werden, da die Pilze kurze Zeit auch darin überleben und dadurch eine Infektionsquelle darstellen. Eine Stärkung des Immunsystems ist nicht nur die beste Vorbeugung für Kopfpilzinfektionen, sondern auch für Erreger jeder Art und ist deshalb besonders empfehlenswert.

Pickel auf der Kopfhaut

Pickel auf der Kopfhaut entstehen im Großteil der Fälle ähnlich wie die Pickel, die im Gesicht, auf dem Dekolleté oder Rücke zu finden sind. Meist sind verstopfte Poren der Anfang des Übels. Die Talgdrüsen enden an in der Regel am Haaransatz. Kommt es zu einer Verstopfung, können sich Bakterien im Ausführungsgang und an der Haarwurzel vermehren. Ergebnis ist ein eitriger Pickel. Sie finden sich vor allem an den Haaransätzen entlang der Stirn und des Nackens. Viele, plötzlich entstandene und über die gesamte Kopfhaut verteilte Pickel können jedoch ein Hinweis auf Allergien sein und sollten deshalb ärztlich abgeklärt werden. Allergen-bedingte Pickel sind meist von starkem Juckreiz und einem Nässen der Haut begleitet. Auslöser können neu verwendete Haarpflegeprodukte sein.

Besteht der Verdacht das Vorliegen einer möglichen allergischen Reaktion sollten diese auf keinen Fall weiter genutzt werden, bevor ein Allergietest beim Arzt keine Gewissheit geschaffen hat. Im Zweifelsfall ist es immer besser auf ein anderes Pflegeprodukt zurückzugreifen. Nicht wenige Menschen reagieren auch allergisch auf neu verwendete Waschmittel. Dabei kommt es durch das Tragen einer Kopfbedeckung oder während des Schlafens auf frisch gewaschener Bettwäsche zu einer Reaktion.

Um den Juckreiz zu lindern und die Heilung zu beschleunigen kann auch auf Naturheilmittel, wie Kamillentee zurückgegriffen werden. Lauwarm können durch das Einmassieren in die Kopfhaut im Anschluss der normalen Haarwäsche gute Ergebnisse erzielt werden. Der Tee sollte dabei nicht aus dem Haar ausgespült werden. Es sollte auf parfümfreie, pH-neutrale Shampoos zurückgegriffen werden. Auf das chemische Färben der Haare sollte man bei zahlreichen Pickeln auf der Kopfhaut verzichten, da dies dadurch immens verschlimmert werden kann. Eine gesunde Ernährung trägt ebenfalls dazu bei die Anzahl der Pickel zu reduzieren, zumindest die derer, die auf verstopften Poren beruhen.

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Pflegetipps für eine gesunde Kopfhaut

Unsere Kopfhaut wird jeden Tag durch häufiges Waschen, verschiedene Stylingprodukte und vor allem in der kalten Jahreszeit durch starke Temperaturschwankungen beansprucht. Da viele Menschen nicht auf die tägliche Haarwäsche verzichten wollen, sollte man wenigstens darauf achten, welches Produkt man dafür verwendet. Am besten geeignet sind Shampoos ohne Duft- und Konservierungsstoffe.

Außerdem sollte man heißes Föhnen vermeiden und die Kopfhaut im Sommer vor der Sonne schützen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten seiner Kopfhaut etwas Gutes zu tun.

Ein Peeling für die Kopfhaut wird inzwischen schon von verschiedenen Hautarztpraxen angeboten und soll denselben Effekt bewirken, wie etwa im Gesicht oder Dekolletee. Überreste von Stylingprodukten, die durch die tägliche Haarwäsche nicht entfernt werden können werden beseitigt. Außerdem findet das chemische Peeling mit Frucht- Glycol- oder Salicylsäure auch bei Akne und lichtbedingten Hautkrebsvorstufen wie der Aktinischen Keratose Anwendung.

Verschiedene Cremes und Lotionen können dagegen spezielle Wirkstoffe enthalten und je nach dem bei verschiedenen Erkrankungen wie zum Beispiel unterschiedlichen Formen des Haarausfalls eingesetzt werden. Als Hausmittel gegen trockene Kopfhaut verwenden manche gerne natürliches Olivenöl, für die Anwendung lässt man das Öl  über Nacht einwirken. Verschiedene Tonika, die zur Kopfhautpflege angeboten werden enthalten meist Urea. Urea ist nichts anderes als Harnstoff, er kann Feuchtigkeit binden und wirkt somit dem Juckreiz und dem Gefühl der Spannung, die durch eine trockene Kopfhaut entstehen, entgegen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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