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Hautpflege bei Neurodermitis

Allgemeines

Die Haut schützt den Körper, was zugleich ihre wichtigste Funktion darstellt. Das empfindliche Körperinnere wird durch sie umschlossen und sie wehrt Krankheitserreger und andere schädliche Stoffe ab, die ohne sie leicht in den Körper eindringen könnten. All dies kann jedoch nur die intakte Haut leisten, die bei von Neurodermitis Betroffenen aber geschwächt ist. Die Haut ist bei Neurodermitis trocken und oft durch den Juckreiz aufgekratzt, mit offenen Stellen übersäht. Hier ist die wichtige Barrierefunktion der Haut eingeschränkt und so kann die Haut die irritierenden Substanzen nicht mehr ausreichend abwehren, was zu einem sogenannten „Teufelskreis“ führt: Sie entzündet sich, juckt, der Betroffene kratzt, wodurch die Hautbarriere noch weiter vermindert wird, sich die Haut wieder entzündet und so geht es immer fort, bis eine ausreichende Behandlung der Neurodermitis erfolgt.

Auslöser vermeiden

Am wichtigsten ist zuerst, den Auslöser für Neurodermitisschübe zu identifizieren. Dies ist bei einigen Menschen engsitzende Kleidung, Wolle, aggressive Reinigungsmittel, falsche Pflege mit allergenen Inhaltsstoffen (Konservierungsmittel, Farb- und Duftstoffe), Schweiß, bestimmte Nahrungsmittel oder Tierhaare.

Pflege der angegriffenen Haut

Die konsequente Pflege der empfindlichen Haut ist bei Neurodermitis sehr wichtig und muss sowohl in akuten Phasen als auch in beschwerdefreier Zeit erfolgen.
Die erhältlichen Kosmetikprodukte unterscheiden sich im Verhältnis von Fett und Feuchtigkeit. Zu den Produkten mit besonders viel Wasser zählen Hydrogels, Lotionen und Cremes (in absteigender Wasserkonzentration genannt). Die fettreicheren Substanzen hingegen werden als Salben bezeichnet.
Zur Pflege der Haut bei Neurodermitis gibt es unter anderem die Produkte von Multilind®, die ohne Konservierung- und Duftstoffe besonders gut zur Anwendung geeignet sind.
Obwohl die gewissenhafte Pflege bei Neurodermitis essentiell ist, werden die Ausgaben für entsprechend notwendige Pflegeprodukte von den Krankenkassen nicht getragen, da sie nicht als Medikamente ausgeschrieben sind.

In der Dermatologie (Hautheilkunde) gibt es die einfache Regel „feucht auf feucht, fetthaltig auf trocken“, an der man sich bei der Auswahl des geeigneten Pflegeproduktes für den aktuellen Stand der von Neurodermitis geplagten Haut richten kann.Während die Haut bei einem akuten Schub von Neurodermitis offen ist und nässt und dann Pflege auf Wasserbasis benötigt, die kühlt, trocknet und juckreizlindernd wirkt, ist bei intakter Haut bei Neurodermitis eine fettreiche Wasser-in-Öl-Emulsion zielführender, da sie die Haut weich und geschmeidig hält, sodass die Schutzfunktion der Haut gefördert wird. Durch das Öl kann die Feuchtigkeit nicht so leicht von der Haut verdunsten. Damit sind Salben und reichhaltige Öle gerade im Winter zielführend, um die Haut bei Kälte zusätzlich gegen das Austrocknen zu unterstützen. Ein Beispiel für eine Hautpflege bei extrem trockener und rauer Haut stellt die Kaufmanns Haut- und Kindercreme dar.

Lesen Sie mehr zum Thema: Kaufmanns Haut- und Kindercreme

Urea in der Hautpflege

Zusätzlich ist in der Behandlung von Neurodermitis der Zusatzstoff Urea (Harnstoff) bewährt, da Urea der Haut dabei hilft, Feuchtigkeit zu speichern und gleichzeitig Juckreiz zu lindern vermag. Jedoch sollte der Stoff nicht auf bereits entzündete Haut aufgetragen werden, da es in dem Fall zu einem brennenden Gefühl auf der Haut kommen kann.
Der behandelnde Hautarzt bestimmt die im Pflegeprodukt idealerweise enthaltene Konzentration an Urea und stimmt generell die Pflege inklusive Reinigung bei Neurodermitis mit dem Betroffenen ab und berät.

Baden

Wenn Ölbäder nicht öfter als ein- bis zweimal pro Woche durchgeführt werden, so sind sie durchaus empfehlenswert zur großflächigen Therapie der trockenen Haut bei Neurodermitis. Jedoch sollten von empfindlicher und trockenener Haut Betroffene nicht häufig baden und vor allem nicht zu lange und zu heiß, da dies zu zusätzlicher Austrocknung der angegriffenen Haut führt. Auch vermehrtes Händewaschen und Hautdesinfektionsmittel sind bei Neurodermitikern zu meiden, da dies die Haut auf Dauer stark austrocknet.

Sehr günstig wirkt sich ein Bad in kühlem, stark salzhaltigen Meerwasser aus, wenn die Oberfläche der Haut intakt ist. Anschließend sollten sich die Neurodermitiker gut abduschen und mit ihrer bevorzugten Körpercreme pflegen. Das Meerwasser ist mit „Totem Meer-Badesalz“ auch in der heimischen Badewanne nachstellbar und in vielen Fällen sehr erfolgreich in der Neurodermitis-Behandlung, wenn ein häufiger Urlaub am Meer schwer zu organisieren ist.

Schwimmbad

Der Besuch im Schwimmbad empfiehlt sich für Neurodermitiker nicht, da die Haut hier durch den hohen Chlorgehalt im Wasser stark ausgetrocknet wird. Zudem sind die öffentlichen Schwimmbäder oft mit Viren oder Bakterien verunreinigt, sodass sich die geschädigte Haut der Neurodermitiker leicht infizieren kann.

Wichtig zur (Wieder-)Herstellung der intakten Hautbarriere ist generell, dass der Körper auch von innen ausreichend mit Flüssigkeit versorgt wird. Daher sollten Erwachsene täglich nach Möglichkeit ca. 2,5 Liter Wasser oder ungesüßten Kräutertee trinken, Kinder ca. 1,5 Liter.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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