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Neurodermitisschub

Was ist ein Neurodermitisschub?

Personen, die eine angeborene Veranlagung für Neurodermitis besitzen, können durch verschiedene Auslöser (sog. Trigger) einen Neurodermitisschub erleiden.
Als Schub bezeichnet man eine akute Verschlechterung der Beschwerden bei einer chronisch verlaufenden Krankheit. Zwischen den Schüben verhält sich die Krankheit ruhig und verursacht keine akuten Beschwerden. Das plötzliche Auftreten von entzündlichen Hautveränderungen und Juckreiz bezeichnet man also als Neurodermitisschub.

Wann ein Schub auftritt und wie lange die beschwerdefreien Phasen zwischen zwei Schüben sind ist individuell höchst unterschiedlich und von verschiedenen Faktoren, wie dem Allgemeinzustand des Patienten oder seinem Lebensalter abhängig. Häufig wird ein neuer Krankheitsschub durch bestimmte Trigger ausgelöst.

Die Auslöser

Untersuchungen zeigen, dass es eine genetische Komponente für Neurodermitis gibt. Das bedeutet, dass bei Kindern, deren Eltern bzw. Mutter oder Vater unter Neurodermitis leiden, die Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung größer ist als bei Kindern gesunder Eltern.

Zudem können bestimmte Auslöser (sog. Triggger) einen akuten Neurodermitisschub verursachen oder bereits bestehende Beschwerden verstärken. Zu diesen Triggern zählen verschiedene äußere Einflüsse, wie beispielsweise Tabakrauch, bestimmte Duftstoffe, Hitze oder Schimmel. Auch Pollen (Gräser-, Blüten- oder Baumpollen), Tierhaare oder Hausstaubmilben können einen Neurodermitisschub bei genetisch vorbelasteten Menschen auslösen. Das gleiche gilt für Kleidung (Wolle, Synthetikstoffe) und eine Reihe von Lebensmitteln (vor allem stark histaminhaltige Nahrungsmittel wie Käse, Schokolade oder Wein).
Des Weiteren spielen auch innere Faktoren, wie Stress oder der psychische Zustand, eine Rolle.

Mehr Informationen zum Thema Neurodermitis finden Sie hier. 

Stress als möglicher Auslöser

Stress ist eine Reaktion des Körpers auf seelische oder körperliche Anstrengung. Dauerhafter Stress führt oftmals dazu, dass wir krank werden und kann auch Auslöser eines Neurodermitisschubs sein. Durch den Stress schüttet der Körper vermehrt Stresshormone, wie Adrenalin und Noradrenalin aus. Dadurch werden Entzündungen gefördert und die Symptome verschlimmern sich. Die Patienten leiden unter Ekzemen, trockener Haut und starkem Juckreiz.

Zur Therapie einer Neurodermitis gehört es auch zu lernen mit Stress umzugehen. Gezielte Entspannungstechniken, wie autogenes Training oder Yoga, können dabei helfen, resistenter gegen Stress zu werden und weiteren Neurodermitisschüben vorbeugen.

Erfahren Sie hier wie Sie Stress abbauen können.

Sonne als möglicher Auslöser

Obwohl viele Neurodermitiker im Sommer weniger Symptome zeigen, kann eine vermehrte Sonneneinstrahlung auch einen neuen Schub auslösen. Vor allem ein Sonnenbrand gilt als Trigger, da die ohnehin schon gereizte Haut hier noch mehr geschädigt wird.

Zum Schutz vor einem Schub sollten Patienten auf ausgiebige Sonnenbäder verzichten und auf ausreichenden Sonnenschutz achten. Sonne und Hitze führen außerdem dazu, dass man mehr schwitzt und viele Patienten reagieren auf eine vermehrte Schweißproduktion mit einem Neurodermitisschub.

Schimmel als mögliche Ursache

Schimmelpilze gelten generell als gesundheitsschädlich und der Kontakt mit Schimmel sollte möglichst vermieden werden. Studien zeigen, dass Schimmel neben weiteren Krankheiten wie Asthma oder Allergien auch Neurodermitisschübe auslösen kann. Vor allem Schimmel in den eigenen vier Wänden ist gefährlich: die Sporen verbreiten sich und gelangen in die Luft, wo sie eingeatmet werden können.

Im Körper können die Sporen Entzündungen und Reizungen der Haut verursachen. Schimmelpilze wachsen überall dort gut, wo eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Die Ursachen für einen Schimmelbefall sind daher häufig eine schlechte Isolierung des Gebäudes, fehlendes Heizen oder falsches Lüften.

Psychische Faktoren als mögliche Ursache

Psychische Faktoren haben einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung eines Neurodermitisschubs. Einerseits verstärkt psychisches Unwohlsein die Beschwerden, andererseits entsteht dadurch ein Teufelskreis: durch die verstärkte Symptomatik leiden die Betroffenen unter ihrem Erscheinungsbild, haben durch den ständigen Juckreiz Schlafprobleme und fühlen sich psychisch noch schlechter.
Vor allem die Schlafprobleme führen zu einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit und Übellaunigkeit. Auch die sichtbaren Entzündungen an der Haut führen dazu, dass sich viele Neurodermitiker stigmatisiert fühlen und einen enormen psychischen Leidensdruck verspüren. Eine adäquate Behandlung durch einen Hautarzt kann dabei helfen, diesen Kreis zu durchbrechen und die Beschwerden zu lindern.

Symptome eines Schubes

Bei einer Neurodermitis wechseln beschwerdefreie Phasen mit akuten Neurodermitisschüben.  Ein akuter Krankheitsschub ist an dem plötzlichen Auftreten bzw. der Verschlechterung der Symptome zu erkennen.

Zunächst leiden die betroffenen Personen unter leicht geröteten Hautstellen, die sich in der Folge weiter entzünden, austrockenen und schuppig werden. An den entzündeten Stellen, den Erythemen, ist die Haut gerötet und nässt bzw. ist von Krusten umgeben. Vor allem der quälende Juckreiz stellt für viele Patienten eine enorme Belastung dar. Durch Kratzen wird die Haut noch weiter gereizt und das Jucken verschlimmert sich.
Häufig leiden Neurodermitiker durch den extremen Juckreiz unter Schlafstörungen, fühlen sich permanent müde und sind gestresst.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Symptome einer Neurodermitis oder Superinfektion

Diagnose eines Schubes

In den meisten Fällen erkennen die Betroffenen anhand der plötzlich einsetzenden Symptomatik schnell, wenn sie einen Neurodermitisschub haben. Der Hautarzt stellt die Diagnose, indem er die Haut der Patienten gründlich untersucht. Dabei stellt er fest, wie viele Ekzeme auf der Körperoberfläche vorhanden sind, wie stark die Entzündung ausgeprägt ist und ob die Haut nässt oder ausgetrocknet ist.

Zur Diagnose eines Schubs gehört immer auch ein ausführliches Gespräch mit dem Kranken (sog. Anamnese), um die subjektiven Symptome und Begleiterscheinungen, eine familiäre Vorbelastung und mögliche Auslöser zu identifizieren.

Die Behandlung eines Schubes

Die Behandlung eines Neurodermitisschubs besteht im wesentlichen darin, die Symptome zu lindern, da die Krankheit selbst zur Zeit noch nicht heilbar ist. Die Behandlung erfolgt mit speziellen Cremes und Salben, die den Juckreiz lindern und die ausgetrocknete Haut mit Feuchtigkeit versorgen. Bei starkem Juckreiz können auch Antihistaminika helfen, die in Tablettenform verabreicht werden.

Das Führen eines Allergietagebuchs kann dabei helfen, Auslöser für einen Neurodermitisschub zu identifizieren und diese in Zukunft zu meiden. Dafür sollten die Patienten jeden Tag notieren, ob sie Symptome der Neurodermitis haben, welche Lebensmittel sie gegessen haben oder ob sie Kontakt mit Tieren hatten. Auch kurze Vermerke über das psychische Befinden oder die Wetterlage (z.B. Schwitzen bei Hitze) können hilfreich sein. Gemeinsam mit dem Arzt kann dann mithilfe des Tagebuchs nach möglichen schubauslösenden Triggern gesucht werden.

Informieren Sie sich hier rund um das Thema: Behandlung der Neurodermitis

Hausmittel als Behandlungsalternative

Bei einem akuten Neurodermitisschub gibt es eine Reihe von Hausmitteln, die dabei helfen sollen, die Symptome zu lindern. Bäder mit Salz aus dem Toten Meer wirken beruhigend auf die Haut. Damit das Meersalz seine heilende Wirkung entfalten kann, sollte das Bad mindestens 20 Minuten andauern. Die Wassertemperatur darf auf keinen Fall zu heiß sein, da die Haut sonst noch weiter austrocknet. Optimal ist für Neurodermitiker eine Wassertemperatur zwischen 25 und 35 Grad Celsius.

Gele aus Aloe Vera helfen gegen den Juckreiz und wirken kühlend. Umschläge mit Kamillentee wirken ebenfalls beruhigend und entzündungshemmend.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Hautpflege bei Neurodermitis.

Die Dauer des Schubes

Wie lange ein Neurodermitisschub andauert, kann nicht vorausgesagt werden. Die Dauer ist bei verschiedenen Menschen völlig unterschiedlich und auch in individuellen Fällen verschieden. Manchmal dauert ein Schub nur ein paar Tage, manchmal ein paar Wochen.
Bei schweren Schüben kann es auch sein, dass die Beschwerden über Monate anhalten.

Wie kann man die Dauer verkürzen?

Um die Dauer eines Schubes möglichst kurz zu halten, können die Patienten selbst einige Maßnahmen ergreifen. Am wichtigsten und auch am schwierigsten ist es das Kratzen zu vermeiden. Durch das Kratzen wird die entzündete Haut noch weiter geschädigt, der Juckreiz nimmt zu und die Dauer des Schubs verlängert sich.
Außerdem besteht durch das Kratzen die Gefahr, dass Krankheitserreger in die Haut eingebracht werden, wodurch die Entzündung noch schlimmer wird. Pflegeprodukte, die juckreizlindernd und antibakteriell wirken, helfen, dass die Hautveränderungen schnell abheilen können.

Schub nach der Schwangerschaft

Viele Frauen, die unter Neurodermitis leiden, bekommen nach einer Schwangerschaft einen Krankheitsschub. Die hormonelle Umstellung nach der Entbindung hat Einfluss auf den gesamten Körper der Frau, auch auf das Immunsystem. Dadurch kann es sein, dass bei Frauen, die unter einer Anfälligkeit für Neurodermitis leiden, erstmals Symptome auftreten oder die Beschwerden einer bereits bestehenden Neurodermitis stärker werden. Die Betroffenen entwickeln Hautrötungen, kleine Pappeln, trockene Haut und Juckreiz, wobei die Hautveränderungen überall am Körper auftreten können.

Eine Ansteckung für das neugeborene Baby muss nicht gefürchtet werden, da es sich bei Neurodermitis um keine Infektionskrankheit handelt. Allerdings haben Kinder, deren Mutter oder Vater unter Neurodermitis leiden, ein erhöhtes Risiko im Laufe ihres Lebens ebenfalls eine Neurodermitis oder andere allergische Krankheiten zu entwickeln.

Weiterführende Information

Mehr Informationen zum Thema Neurodermitis können Sie hier nachlesen:

Eine Übersicht aller Themen der Dermatologie finden Sie hier: Dermatologie A-Z. 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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