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Hausmittel bei Neurodermitis

Einleitung

Die Neurodermitis ist eine chronisch- entzündliche Erkrankung der Haut, die mit trockener Haut und Ekzemen einhergeht. Je nach Ausprägung der Erkrankung werden verschiedene Therapiemaßnahmen eingeleitet.

Eine milde Form lässt sich auch mit Hausmitteln gut behandeln. Vor allem sind einige Hausmittel besonders feuchtigkeitsspendend und schützen die Hautbarriere. Andere Hausmittel hingegen lindern den Juckreiz und verhindern so das Aufkratzen der Haut.

Übersicht der möglichen Hausmittel

  • Kochsalzumschläge – Zur Behandlung von Neurodermitis-Schüben mit Juckreiz eignen sich Kochsalzumschläge. Hierfür kann 0,9%ige Kochsalzlösung aus der Apotheke verwendet oder die Kochsalzlösung selbst hergestellt werden. Zur Herstellung von Kochsalzlösung werden 9 Gramm Kochsalz in 11 Liter abgekochtes Wasser gegeben. Anschließend können ein sauberes Baumwolltuch oder in der Apotheke erhältliche Kompressen in der Kochsalzlösung getränkt werden um es im Anschluss um das betroffene Hautareal zu wickeln. Die Umschläge können für 10-15 Minuten belassen werden. Nach Entfernung der Umschläge ist es wichtig, die betroffenen Hautareale ausreichend einzucremen. Kochsalzumschläge sind nicht geeignet, wenn der Ausschlag stark nässend ist, da der Salzgehalt hier zu einem unangenehmen Brennen führen kann.
  • Schwarzteeumschläge – Bei stark nässenden Ekzem-Stellen bieten sich Schwarzteeumschläge an. Sie haben gegenüber Kochsalzumschlägen den Vorteil, dass sie zu keinem Brennen der Haut führen. Zur Herstellung von Schwarzteeumschlägen wird ein starker schwarzer Tee aufgebrüht. Nach Abkühlen des Tees wird – wie bei den Kochsalzumschlägen auch – ein sauberes Tuch oder eine Kompresse in dem Sud getränkt und auf die betroffenen Hautbezirke aufgelegt. Auch diese Umschläge können für 10-15 Minuten belassen werden. Ein Eincremen der Haut nach Entfernung der Umschläge ist wichtig um die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit zu versorgen und vor dem Austrocknen zu schützen.
  • Cleopatra-Bad – Als Cleopatra-Bad wird der Zusatz von Milch und Öl zu einem Vollbad bezeichnet. Hierbei werden dem Badewasser 1 Liter Milch und 100 ml Olivenöl zugemischt. Dem klassischen Cleopatra-Bad wird außerdem noch etwas Honig zugesetzt, als Hausmittel zur Behandlung von Neurodermitis ist dies jedoch nicht notwendig. Nach dem Vollbad sollte die Haut nur sanft abgetupft werden.
  • Meersalzbad – Salzhaltige Bäder sind ein beliebtes Hausmittel zur Behandlung von Neurodermitis. Häufig berichten Neurodermitiker, dass ihr Hautbild sich während eines Urlaubs am Meer mit regelmäßigem Baden deutlich verbessert. Um auch zu Hause auf die Wirkung von Salzbädern zurückgreifen zu können, kann in Drogerie oder Apotheke Meersalz erstanden werden um es dem Badewasser zuzusetzen. Genaue Angaben zur Dosierung finden sich in der Regel auf der Umverpackung. Wichtig ist, dass im Anschluss an das Meersalzbad die Haut gründlich eingecremt wird um ein Austrocknen zu verhindern.
  • Kokosöl – Viele Menschen mit Neurodermitis haben positive Erfahrungen mit der Anwendung von Kokosöl gemacht. Das Öl lindert neurodermitische Beschwerden die durch die trockene Haut entstehen.
  • Nachtkerzenöl – Auch Nachtkerzenöl wird eine positive Wirkung bei Neurodermitis nachgesagt. Es enthält viele ungesättigte Fettsäuren die zur Regeneration der Haut beitragen und sie geschmeidiger machen. Das Nachtkerzenöl kann direkt auf die Haut aufgetragen werden, häufiger ist jedoch die Anwendung von Cremes, die Nachtkerzenöl enthalten. Wie bei allen Cremes, die bei Neurodermitis als Basispflege eingesetzt werden, ist auch bei Nachtkerzenöl-haltigen Cremes die Regelmäßigkeit der Anwendung entscheidend.

Das Urea

Harnstoff (Urea) ist einer der am häufigsten verwendeten Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten für trockene Haut. Grund dafür ist, dass Harnstoff über feuchtigkeitsbindende Eigenschaften verfügt. Das bedeutet, dass er bei regelmäßiger Anwendung zu einer besseren Feuchtigkeitsregulierung der Haut beiträgt. Dies ist bei Neurodermitis entscheidend, da die Haut hier aufgrund einer Barrierestörung ständig Flüssigkeit verliert und daher sehr trocken ist. Die tägliche Basispflege mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Cremes ist daher ein essentieller Therapiepfeiler.

Bei älteren Kindern und Erwachsenen hat sich der Zusatz von Harnstoff zu den Pflegecremes bewährt. Bei Erwachsenen darf der Harnstoffgehalt in Cremes 5 bis 10% sein, bei größeren Kindern sollten es nicht mehr als 3% sein. Bei kleinen Kindern wird von der Anwendung von Harnstoff abgeraten da es zu Brennen und Juckreiz führen kann. Auch im akuten Schub mit stark entzündeten Ekzemherden sollten Harnstoff-haltige Cremes daher keine Anwendung finden.

Informieren Sie sich hier über die ideale Hautpflege bei einer Neurodermitis.

Das Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl enthält einen hohen Anteil der ungesättigten Fettsäure Linolsäure. Das Öl wird aus den Samen der Nachtkerze gewonnen und ist zahlreichen Pflegecremes zugesetzt. Linolsäure sorgt für eine Stabilisierung der gestörten Hautbarriere und wirkt so dem erhöhten Feuchtigkeitsverlust der Haut entgegen. Die bei Neurodermitis typische trockene Haut wird durch die regelmäßige Anwendung von Nachtkerzenöl daher weniger trocken und geschmeidiger.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Die Nachtkerze.

Das Olivenöl

Olivenöl als Hausmittel bei Neurodermitis ist in erster Linie als Badezusatz für Vollbäder zu empfehlen. Beispielsweise in Kombination mit Milch, dann als Cleopatra-Bad bezeichnet. Es kann jedoch auch zur direkten Hautpflege verwendet werden. Entweder pur oder als Creme- oder Salbenzusatz. Es kann besonders bei schuppiger Haut für mehr Geschmeidigkeit sorgen. Im Gegensatz zu Nachtkerzenöl besitzt es kein Reparationsmechanismus auf der Hautbarriere.

Hausmittel speziell für die Augenlider

Es gibt keine Hausmittel gegen Neurodermitis, die speziell für die Augenlider gedacht sind. Viele der bereits genannten Hausmittel können jedoch auch im Bereich der Augenlider Wirkung zeigen.

Bei akuten, nässenden Ekzemherden können auch im Bereich der Augenlider Schwarzteeumschläge beruhigend wirken und den Juckreiz eindämmen. Auf Kochsalzumschläge sollte aufgrund des Salzgehalts verzichtet werden, da dies zu einem unangenehmen Brennen der Augen führen kann, wenn etwas von der Lösung in das Auge gelangt. Außerdem sollte bei Neurodermitis auf den Augenlidern auf eine tägliche Basispflege mit einer entsprechenden Creme geachtet werden.

Hausmittel speziell für die Kopfhaut

Gerade im Bereich der Kopfhaut ist die Neurodermitis schwer zu behandeln, da durch die Behaarung das Auftragen von Pflegeprodukten oder Hausmitteln erschwert ist. Außerdem führt das Auftragen von fettenden Produkten wie sie bei Neurodermitis oftmals eingesetzt werden, schnell zu fettigen Haaren und wird so zu einem ästhetischen Problem. Haarshampoos die feuchtigkeitsspendende Substanzen wie Urea (Harnstoff) enthalten sind besonders zu empfehlen da sie die Hautbarriere stabilisieren und so für einen vermehrten Feuchtigkeitsgehalt der Haut sorgen.

Außerdem sollten Shampoos, die Silikone sowie Duft- oder Konservierungsstoffe beinhalten, vermieden werden. Nach dem Waschen der Haare sollte das Haar nicht abgerubbelt werden. Lufttrocknen ist dem Föhnen vorzuziehen. Auf ein Färben oder Tönen der Haare sollte verzichtet werden.

Lesen Sie auch den Artikel: Die Neurodermitis der Kopfhaut.

Hausmittel speziell für die Hände

Auch im Bereich der Hände können fast alle der genannten Hausmittel Anwendung finden. Insbesondere bei akuten, nässenden Ekzembereichen bieten sich Schwarzteeumschläge an. Ist die Neurodermitis vor allem im Bereich der Hände lokalisiert, können die empfohlenen Vollbäder auch als Handbäder angewendet werden. Beispielsweise das Meersalz- oder das Cleopatra-Bad. Wichtig ist, dass nach jedem Wasserkontakt auf eine ausreichende Pflege der Haut mit entsprechenden Cremes geachtet wird. Pflegeprodukte, die Harnstoff oder Nachtkerzenöl enthalten, bieten sich hierfür besonders an.

Welche Produkte zu empfehlen sind, hängt jedoch auch davon ab, ob es sich um einen akuten Schub der Neurodermitis handelt oder um die chronische Verlaufsform. Im Bereich nässender Herde bieten sich feuchtigkeitshaltige Cremes an, während auf trockener Haut eher rückfettende Substanzen, beispielsweise Kokosöl, zu empfehlen sind.

Weitere Informationen finden Sie unter: Die Neurodermitis der Hand.

Hausmittel speziell für die Füße

Auch für Neurodermitis im Bereich der Füße gilt dasselbe wie bei anderen Lokalisationen. Entscheidend ist vor allem die tägliche feuchtigkeitsspendende und rückfettende Pflege.
Cremes, die Harnstoff (Urea) enthalten, dienen vor allem der Feuchtigkeitsregulation der Haut, indem sie Feuchtigkeit binden. Cremes, die Linolsäure enthalten wie sie beispielsweise in Nachtkerzenöl-haltigen Präparaten vorkommen, stärken die Hautbarriere und reduzieren so den Feuchtigkeitsverlust.

Im akuten Neurodermitis-Schub können Umschläge mit Kochsalz oder Schwarztee auch bei Ekzem-Herden im Bereich der Füße Linderung verschaffen.

Lesen Sie auch den Artikel: Die Behandlung der Neurodermitis.

Hausmittel gegen den Juckreiz

Ein akuter Neurodermitis-Schub zeigt sich oftmals durch nässende Ekzeme an verschiedenen Körperpartien. Die Verschlechterung der Neurodermitis geht meist mit einem quälenden Juckreiz einher. Durch das Aufkratzen der Haut wird die Haut zusätzlich gereizt und der Heilungsprozess wird verzögert.

Neben wirkstoffhaltigen Salben können auch verschiedene Hausmittel eine Linderung des Juckreizes erreichen. Oftmals führen schon einfache feuchte Umschläge zu einem Rückgang des Juckreizes. Dazu kann ein Baumwolltuch in kaltes Wasser getaucht und um die betreffenden Areale gewickelt oder aufgelegt werden. Bei stark nässenden Herden führen Schwarzteeumschläge zu einer Linderung starken Juckreizes.

Ist der Juckreiz nur schwer in den Griff zu bekommen, müssen – gerade bei kleineren Kindern – unter Umständen weitere Maßnahmen ergriffen werden. Das Anziehen von Baumwollhandschuhen oder einem Neurodermitis-Anzug aus Baumwolle kann verhindern, dass die Kinder durch starkes Kratzen zu einer Verschlechterung des Hautbildes beitragen.

Hausmittel im Neurodermitisschub

Im akuten Schub der Neurodermitis mit nässendem Ausschlag helfen vor allem feuchte Umschläge. Je nachdem wie stark nässend das Ekzem ist, bieten sich Kochsalzumschläge oder, bei stärker nässendem Ekzem, Schwarzteeumschläge an. Sie kühlen und beruhigen die Haut und lindern den Juckreiz. Die Umschläge können für 10-15 Minuten belassen und bei Bedarf mehrfach erneuert werden.

Andere Hausmittel wie Nachtkerzenöl, Kokosöl oder ein Cleopatra-Bad sind eher als Hausmittel im Intervall, also außerhalb des akuten Schubs, geeignet.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Der Neurodermitisschub.

Weiterführende Information

Nähere Informationen zu folgendem Thema finden Sie unter:

Eine Übersicht aller Themen der inneren Medizin finden Sie unter: Innere Medizin A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 25.06.2019
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