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Die Ernährung bei Neurodermitis

Einleitung

Die Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung der Haut, die mit juckenden Hautausschlägen einhergeht. Die Ursache der Entstehung ist nicht vollständig geklärt und scheint bei jedem Menschen durch unterschiedliche  Faktoren ausgelöst zu werden. Einige Patienten beschreiben eine Verschlechterung ihrer Symptome bei Konsum von bestimmten Nahrungsmittel. Doch welche Nahrungsmittel sind geeignet und welche sollten gemieden werden?

Wie sollte man sich mit Neurodermitis ernähren?

Die Neurodermitis ist eine chronische Erkrankung, welche sich durch individuelle Triggerfaktoren verschlechtern kann. Aus diesem Grund empfiehlt es sich ein Tagebuch zu führen. Hier sollten alle Lebensmittel, die täglich konsumiert wurden, notiert werden. Zusätzlich sollte man sein eigenes körperliches Befinden (gestresst, entspannt, etc.) aufschreiben. So kann man am ehesten die Auslöser ausfindig machen.
Alternativ eignen sich auch Auslassdiäten. Hierbei werden gezielt einige Lebensmittel weggelassen und man beobachtet den Verlauf. Eine Auslassdiät sollte aber nie eigenständig, sondern immer unter Aufsicht einer Ernährungsbehandlung durchgeführt werden.

Da die Neurodermitis eine Entzündung auf der Hautoberfläche auslöst, eignen sich insbesondere entzündungshemmende Stoffe:

  • Das Nachtkerzenöl: Enthält Gamma-Linolensäure und Linolsäure. Das sind ungesättigte Fettsäuren, welche die Herstellung und die Freisetzung von entzündungsfördernden Botenstoffen verringeren

  • Das Rapsöl: Enthält Omega-3-Fettsäuren. Das sind ungesättigte Fettsäuren, welche ebenfalls die Herstellung von entzündungsfördernden Botenstoffen reduzieren

  • Das Leinöl: Enthält Omega-3-Fettsäuren

  • Die Leinsamen: Enthält Omega-3-Fettsäuren

  • Die Walnuss: Enthält Omega-3-Fettsäuren (allerdings ist bei Walnüssen Vorsicht geboten, da sie von einigen Neurodermitikern nicht vertragen werden)

  • Frischer Fisch: Enthält Omega-3-Fettsäuren

  • Viel Gemüse: Enthält unterschiedliche Vitamine und Mineralstoffe, welche wichtig für eine ausgewogene Ernährung sind.

  • Getreide (Dinkel, Roggen, Quinoa): Enthalten unterschiedliche Mineralstoffe

  • Das Kurkuma: Besitzt eine antioxidative, entzündungshemmende, anticancerogene Wirkung. Wird bei anderen Hauterkrankungen, wie bei Psoaris und Lichen ruber erfolgreich angewandt. Einige Neurodermitis Patienten haben bereits auch schon von der Wirkung profitiert

Eine weitere alternative Ernährung ist die Einnahme von Probiotika. Probiotika sind lebensfähige Mikroorganismen, die sich an die Darmflora anheften. Ihre Wirkung ist noch nicht vollständig verstanden, aber sie scheinen mit dem Immunsystem zu kommunizieren und reduzieren die Entzündungsreaktion im Körper. So können sie Allergien oder chronischen Erkrankungen, wie Neurodermitis, positiv beeinflussen.

Lesen Sie hier mehr über das Thema: Die Probiotika.

Was sollte ich bei einem Baby beachten?

Babys, die an einer Neurodermitis leiden, reagieren sehr sensibel auf bestimmte Nahrungsmittel. Diese Nahrungsmittel sind individuell sehr unterschiedlich. Es empfiehlt sich täglich die konsumierten Lebensmittel zu notieren um mögliche Auslöser herauszufiltern. Eine allgemeingültige Diät gibt es nicht. Falls bestimmte Lebensmittel die Symptome verschlechtern, sollte diese nicht mehr gegessen werden. Auf Fertigprodukte, die Zusatzstoffe und Konservierungsmittel enthalten, sollte gänzlich verzichtet werden. Weitere Nahrungsmittel, die sich negativ auswirken können, sind Milch-, Soja- und Weizenprodukte. Außerdem sollte man den Babys keine Süßigkeiten geben, da sich diese ebenfalls negativ auf die Erkrankung auswirken können.

Es wird empfohlen das Baby bis zum sechsten Monat zu stillen und anschließend mit einer Breikost zu beginnen. Die Milchmahlzeiten sollten zunehmend verringert werden. Ab dem 10. Monat kann man dem Baby auch normale Kost zu sich zu nehmen. Allerdings sollte man sorgsam beobachten, welche Lebensmittel vertragen werden und welche nicht.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Neurodermitis beim Baby.

Warum sollte man Stillen?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 6 Monate lang ausschließlich zu stillen. Das Stillen bietet zahlreiche Vorteile für das Baby. Zum einen enthält die Muttermilch viele wichtige Nahrungsstoffe, wie Eiweiße, Fette, Mineralstoffe und Vitamine. Zudem können durch die Muttermilch Verdauungsenzyme aufgenommen werden, welche die Nahrungsaufnahme erleichtern. Darüber hinaus unterstützt das Stillen die Gehirnentwicklung und fördert die Lernfähigkeit und Intelligenz.

Doch wieso ist Stillen im Zusammenhang mit der Neurodermitis so wichtig? Die Muttermilch führt neben all diesen positiven Effekten zu einer Ausreifung des Immunsystems. Ein ausgereiftes Immunsystem ist besonders wichtig, damit sich Immunzellen nicht gegen körpereigene Zellen richten, diese zerstören und Entzündungsreaktionen auslösen. Zudem wird auch die Ausreifung der Darmflora begünstigt. So können sich Mikroorganismen erfolgreich an die Darmschleimhaut anlagern und den Abwehrmechanismus des Darmes fördern. Da diese Prozess aber Zeit in Anspruch nehmen, hat die Natur eine weitere Strategie erschaffen. Durch die Muttermilch kann der Säugling Antikörper der Mutter aufnehmen. So können Infektionen erfolgreich bekämpft werden und es treten auch nachweislich seltener Krankheiten wie Magen-Darm-Infektionen auf.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Das Stillen.

Gibt es Nahrungsmittel die Neurodermitis auslösen?

Die Triggerfaktoren, welche eine Neurodermitis auslösen, sind recht unterschiedlich. Allerdings gibt es Lebensmittel, die in Zusammenhang mit der Verschlechterung von Neurodermitis in Zusammenhang gebracht werden. Dazu gehören:

  • Kuhmilch und dazugehörige Produkte (Joghurt, Käse)
  • Weizenprodukte

  • Sojaprodukte

  • Nüsse (Mandeln, Erdnüsse, Walnüsse)

  • Eier

  • Fleisch und Wurst, insbesondere Schweinefleisch

  • Fisch (enthält zwar gute Fettsäuren, welche entzündungshemmend wirken, aber kann bei einigen Betroffenen die Symptome verschlechtern)

  • Fertiggerichte mit Konservierungsmittel und Zusatzstoffen

  • industriell hergestellte Süßwaren

  • Alkohol, insbesondere Wein

  • Softdrinks, Kaffee, Kakao

Um herauszufinden, welche Esswaren nicht vertragen werden, sollte eine genaue Beobachtung erfolgen. Durch Auslassdiäten kann man erkennen ob sich die Symptome bei Weglassen bessern. Hierfür empfiehlt es sich eine Ernährungsberatung aufzusuchen.

Gibt es eine Neurodermitis-Diät?

Wie zuvor geschildert, gibt es keine allgemeingültige Diät. Die Neurodermitis ist ein vielseitige Erkrankung, die durch individuelle Faktoren getriggert wird. Es gibt aber Lebensmittel, die in Verbindung gebracht werden, die Symptome zu verschlechtern. Durch genaue Beobachtungen kann man eruieren, welcher dieser Lebensmittel einem bekommen und welche ungeeignet sind.

Desweiteren sollte jeder Patient auf eine ausgewogene Ernährung achten. Viel Gemüse, viel Obst  und gesunde Fettsäuren (Omega-6 und Omega-3-Fettsäuren) sind empfehlenswert. Zudem sollte möglichst auf Alkohol und Nikotin verzichtet werden.

Die Behandlung der Neurodermitis? Lesen Sie hier mehr dazu.

Weiterführende Information

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:

Eine Übersicht aller Themen der Dermatologie finden Sie unter: Dermatologie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.06.2019
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