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Ursachen einer Neurodermitis

Einleitung

Die Ursache der Neurodermitis (atopische Dermatitis) ist bislang nicht geklärt. Man geht von einem Zusammenspiel genetischer und immunologischer Faktoren aus. 
Gendefekte können zu einer gestörten Barrierefunktion der Haut führen und somit das Eindringen von Allergenen erleichtern. Das vermehrte Eindringen der Allergene bedingt zunächst eine Entzündungsreaktion und darauffolgend eine Immunreaktion.

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Neurodermitis spielt die Hygiene-Hypothese. Diese besagt, dass mit steigendem Lebens- und Hygienestandard, das Immunsystem unzureichend “trainiert” wird und in Folge verstärkt auf Allergene reagiert.

Auslöser für eine Neurodermitis

Neurodermitis kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Man unterscheidet zunächst verschiedene Formen der Neurodermitis.

  • In 70-80% der Fälle wird die Neurodermitis durch eine erhöhte Sensibilität gegenüber Umwelt- und Nahrungsmittelallergenen ausgelöst (extrinsische Form)
  • Bei 20-30% der Betroffenen ist eine solche Sensibilisierung nicht nachweisbar (intrinsische Form).

Auslösende Allergene können sein: 

  • Hausstaubmilben
  • Tierepithelien
  • Pollen
  • Nahrungsmittel (v.a. Milch, Ei, Nüsse, Fisch, Soja und Weizen)
  • Nickel 
  • Duftstoffe

Neben den beschriebenen Allergene können folgende Faktoren eine Neurodermitis “triggern” (Triggerfaktoren):

  • Hautirritationen (Textilien (Wolle), Schwitzen, Wärmestau, übermäßige/aggressive Hautreinigung, Tabakrauchexposition)
  • Extremes Klima (Kälte, starke Lufttrockenheit oder -feuchtigkeit)
  • Emotionale Belastung (Stress)
  • Hormonschwankungen
  • Infekte
  • Lebensstil (Adipositas, Tabakkonsum, Alkoholkonsum)

Stress

Ein nicht zu vernachlässigender Auslöser für Neurodermitis ist psychischer Stress. Stress führt in unserem Körper zu einer Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Histamin. Neben der Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks, wird durch diese Hormone eine Entzündungsreaktion in Gang gesetzt. Zellen aus dem Blut wandern in das Gewebe ein um potentielle Krankheitserreger zu bekämpfen. Vor allem Histamin führt in der Haut zu einem starken Juckreiz. Menschen, die an Neurodermitis leiden sollten daher Stress vermeiden oder diesen durch gezielte Entspannungstechniken abbauen.

  • Informieren Sie sich hierzu noch ausführlicher durch unseren Artikel: Neurodermitis und Psyche - Welchen Zusammenhang gibt es?

Welche Rolle spielt die Psyche?

Psychosomatische Faktoren spielen bei der Neurodermitis eine wichtige Rolle. Psychische Belastung kann zum einen das Krankheitsbild verschlechtern (siehe Stress als Auslöser), zum anderen hat die Erkrankung selbst einen erheblichen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Betroffenen. 

Häufig kommt es bei Neurodermitis zu nächtlichen Juck- und Kratzattacken. Diese führen über einen längeren Zeitraum hinweg zu Schlafdefiziten und Konzentrationsstörungen. Die Betroffenen leiden häufig unter den sichtbaren Hautveränderungen und neigen zu einem verminderten Selbstwertgefühl. Vor allem die Krankheitsassoziation mit Stress führt dazu, dass sich in Stress- und Konfliktsituationen das Kratzen als Verhaltensmuster verfestigt.

  • Informieren Sie sich hierzu noch ausführlicher durch unseren Artikel: Neurodermitis und Psyche - Welchen Zusammenhang gibt es?

Ursache für Neurodermitis bei Babys/Kindern und Erwachsenen

Die Ursache für Neurodermitis bei Babys/Kindern unterscheidet sich nicht von der Ursache für Neurodermitis bei Erwachsenen. Neurodermitis kann zu jeder Zeit auftreten, am häufigsten beginnt die Erkrankung schon im Säuglingsalter. 
Wichtiger Unterschied zwischen Neurodermitis bei Säuglingen und Erwachsenen ist die Ausprägungsform der Hauterscheinungen.

Ausprägungsform bei Säuglingen/Babys

Neurodermitis bei Säuglingen beginnt häufig mit Milchschorf. Bei Milchschorf handelt es sich um flächige, festhaftende, gelbliche Schuppen im Gesicht und am behaarten Kopf. Dieser tritt vor allem im Gesicht aber auch an den Außenseiten von Armen und Beinen auf. Die Haut ist gerötet, nässt und juckt.

Ausprägungsform im Kindesalter/ Pubertät

Hier finden sich schuppig, trockene Hautveränderungen in den Gelenkbeugen der Arme und Beine sowie in Körperfalten.

Ausprägungsform bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen treten häufig kleine, münzförmige Hautekzeme, die stark jucken auf. Diese kommen neben den Beugeseiten der Extremitäten auch am Hals und Dekolleté vor. 

Daneben sind bei Erwachsenen Hand und Fußekzeme (Dyshidrosiformes Ekzem) häufig. Diese zeigen sich meist als Anfangssymptom bei einem erstmaligen Auftreten von Neurodermitis im Alter.

Vor allem mit zunehmendem Alter kommt es im Bereich der Hautveränderungen durch chronische Reizung zu einer lederartigen Veränderung der Haut mit Dickenzunahme und Vergröberung der Hautstruktur (Lichenifikation).

Neurodermitis und Sonne

Sonne hat häufig einen positiven Effekt auf den Krankheitsverlauf der Neurodermitis. UVA-Strahlen haben eine antibakterielle Wirkung, wodurch Entzündungen der Haut schneller abheilen können. Daneben wird der Juckreiz und die Immunreaktion reduziert.

Die negativen Effekte der Sonneneinwirkung sollten dabei jedoch nicht außer Acht gelassen werden. Besonders bei Neurodermitis ist die Haut durch die gestörte Hautbarriere lichtempfindlicher. Sonnenbrand kann zu Hautreizungen mit Juckreiz und Entzündungen führen. Sonnencreme sollte daher dringend verwendet werden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass keine Duft- oder Farbstoffe in der Sonnencreme vorhanden sind. Daneben haben Schweiß und Hitze eine reizende Wirkung auf die Haut von Neurodermitikern. Es sollte daher darauf geachtet werden, keine zu fettigen Cremes aufzutragen, da sich hier Wärme auf der Haut stauen kann.

Neurodermitis und Schimmel

Nicht jeder reagiert auf einen Schimmelbefall gleich. Bei Neurodermitikern ist jedoch die Wahrscheinlichkeit einer Reaktion erhöht, da die Hautbarriere gestört ist und das Eindringen von Schimmelsporen in die Haut begünstigt wird. Feuchte Räume mit Schimmelbefall können somit eine Neurodermitis verstärken.
Da bei kleinen Kindern das Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist, sind diese besonders gefährdet.
Es sollte daher auf Schimmelfreiheit im Raum geachtet werden. Zum Vorbeugen von Schimmel hilft regelmäßiges Lüften und Entfeuchten des Raumes.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nikolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 09.07.2019
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