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Hautausschlag bei Ringelröteln

Definition

Die Ringelröteln sind eine der bekannten Kinderkrankheiten und treten daher bevorzugt im Kindergarten- und Schulalter auf. Aber auch Erwachsene mit engem Kontakt zu Kindern können sich leicht infizieren. Die Erkrankung ist sehr ansteckend, verläuft aber in der Regel komplikationslos. Es handelt sich bei den Ringelröteln um eine Virusinfektion, die besonders häufig im Frühjahr und Winter auftritt. Die Erkrankung zeigt oft keinerlei Symptome, es kann aber zu einem klassischen Hautausschlag kommen, der der Krankheit den Namen gab. Es gibt bislang keine Impfung gegen das Virus.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Ringelröteln

Symptome

Die Infektion mit Ringelröteln erfolgt in vielen Fällen gänzlich symptomfrei. In anderen Fällen können folgende Symptome auftreten: 

Hautausschlag

Etwa jedes zweite bis vierte Kind entwickelt im Laufe der Infektion einen Hautausschlag. Er beginnt normalerweise im Gesicht mit großen, sogenannten schmetterlingsförmigen Hautrötungen (Erythem) auf beiden Wangen und der Nase. Meist bleibt es direkt um den Mund herum aus, was man als periorale Blässe bezeichnet. Es sieht ein wenig aus, wie wenn man jemandem eine Ohrfeige gibt, weshalb die Ringelröteln auch als „slapped cheak disease“ bezeichnet werden (Ohrfeigenkrankheit).

In den nächsten Tagen treten dann meist auch Hautrötungen an den Armen, Beinen und am Po auf. Sie sehen aus wie Flecken, die sich verbinden und ein girlandenartiges Bild ergeben. Im Gesicht blasst der Ausschlag bereits etwas aus und verschwindet nach mehreren Tagen bis Wochen schließlich ganz.

Grippeähnliche Erkältungssymptome

Es können typisch Grippe-Symptome auftreten, wie Fieber, Kältegefühl, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen. Ohne den charakteristischen Ausschlag wird es dann oft als grippaler Infekt gedeutet.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: An diesen Symptomen erkennt man die Ringelröteln

Juckreiz

Während viele andere Kinderkrankheiten mit extrem juckendem Ausschlag einhergehen, ist der Juckreiz bei Ringelröteln meist gering. Zwar klagen einige Kinder im Rahmen der Erkrankung über eine juckende und teilweise auch spannende Haut, jedoch ist der Ausschlag für die Mehrheit der Erkrankten eher weniger beeinträchtigend.

Allerdings kann es nach abgeklungener Infektion durch die zurückbleibende trockene Haut vermehrt zu Juckreiz kommen. Dagegen hilft eine vermehrte Pflege der schuppigen Hautpartien.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Hautausschlag bei Kindern - welche Erkrankung steckt dahinter?

Diagnose

Liegt der für die Ringelröteln typische Hautausschlag vor, ist die Diagnose anhand der Symptome zu stellen. Hierbei muss man den Ausschlag sorgfältig untersuchen, um andere Krankheiten mit ähnlichen Ausschlägen, wie Masern, Röteln, Scharlach, Windpocken und Drei-Tage-Fieber auszuschließen.

Ist die Diagnose nicht eindeutig, kann man die Antikörper für das Virus im Blut nachweisen. Dies funktioniert allerdings nur, wenn der Patient ein funktionierendes Immunsystem hat. Menschen mit Immunschwäche oder nach einer Organtransplantation haben in der Regel keine Antikörper, die man nachweisen kann. Um bei einem Neugeborenen eine Infektion durch die Mutter zu diagnostizieren, nimmt man Fruchtwasser oder Nabelschnurblut und weist hier die Antikörper nach.

Therapie

Es gibt keine Therapie speziell für Ringelröteln. Die Behandlung erfolgt, wenn nötig, symptomatisch. So können beispielsweise Schmerzmittel gegen die Kopf- und Muskelschmerzen gegeben werden, sowie fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol. Auch Wadenwickel können die Symptome lindern.

Der Ausschlag selbst wird in der Regel nicht behandelt, da die Haut aber leicht schuppig und rau wird, kann man mit pflegenden, fettenden Cremes oder Ölbädern Besserung schaffen. Bei Juckreiz können auch kalte Umschläge und kühlende Salben helfen. Bei Patienten, die ein geschwächtes Immunsystem haben, wird die Virusinfektion mit Immunglobulinen bekämpft, da sich das Immunsystem nicht selbst gegen das Virus wehren kann.

Selten kommt es bei Ringelröteln auch zu Komplikationen. Bei Mädchen und Frauen können Gelenkentzündungen auftreten. Diese müssen allerdings meist auch nicht behandelt werden, da sie in der Regel von selbst wieder abklingen. Bei starken Schmerzen empfiehlt sich aber auch hier eine symptomatische Therapie. Allgemein ist es wichtig, dass man sich von schwangeren Frauen fernhält, da diese das Virus auf das Kind übertragen können, was zu bedrohlichen Schäden bis hin zum Tod des Kindes führen kann.

Informieren Sie sich hier rund um das Thema: Ringelröteln.

Wichtige Hinweise für eine schnelle Genesung

Zwar werden Ringelröteln nicht kausal behandelt, vielmehr muss man abwarten, bis das Virus vom Immunsystem erfolgreich bekämpft wurde, jedoch können sich 

  • Stress, 
  • Hitze,
  • vermehrte Sonneneinstrahlung
  • und körperliche Belastung

negativ auf die Dauer und Intensität des Ausschlags auswirken. Bereits ein heißes Bad kann die erneute Entstehung des Ausschlags begünstigen.

Deshalb ist es besonders wichtig, das betroffene Kind zu schonen, solange der Ausschlag besteht. Auch auf einen geeigneten Sonnen- und Hitzeschutz ist unbedingt zu achten, Sonnencreme sollte unbedingt aufgetragen werden.

Häufig verbleibt auch nach dem vollständigen Abklingen des Hautausschlags eine sehr trockene und schuppige Haut. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Haut regelmäßig mit feuchtigkeitspendenden Cremes und Lotionen einzucremen.

Einige Kinderärzte raten zudem zu Ölbädern, die der Haut ihre natürliche Schutzbarriere zurückgeben und so der Schuppung vorbeugen sollen.

Viele Eltern berichten außerdem von immer wiederkehrendem Ausschlag nach einer durchgemachten Ringelröteln-Infektion. Dieses Phänomen tritt häufig auf und ist meist harmlos.

Da die zuvor aufgezählten Faktoren ein nachträgliches Aufflammen des Virus begünstigen, ist es wichtig, sich auch noch einige Wochen nach Abklingen der akuten Symptome zu schonen und auf übermäßige sportliche Betätigung zu verzichten.

Dauer

Vom Tag der Ansteckung bis zum Beginn erster Symptome vergehen zwischen vier Tagen und drei Wochen. Zunächst dauert es etwa eine bis zwei Wochen, bis die Infektion mit Ringelröteln überhaupt in Form des Ausschlags sichtbar wird. 

Man selbst ist etwa ab dem 5. Tag nach der Infektion bis zum 10. Tag ansteckend, also meist in der Phase, in der man selbst noch keine Symptome hat und daher nicht weiß, dass man andere anstecken kann. Daher breitet sich das Virus gerade in dieser Zeit sehr schnell aus.

Der Ausschlag tritt anfangs nur im Gesicht auf. Innerhalb weniger Tage findet eine Ausbreitung auf den restlichen Körper statt. Anschließend kommt es zum langsamen Verblassen der Hautveränderungen. Auch kann es vorkommen, dass der Ausschlag nach anfänglicher Besserung wieder stärker in Erscheinung tritt.

Die verschiedenen Symptome können unterschiedlich lange anhalten. Der Hautausschlag kann komplett ausbleiben, aber auch bis zu sieben Wochen anhalten und dabei mit unangenehmem Juckreiz verbunden sein. Noch bis etwa vier Wochen nach Abklingen des Hautausschlags kann die Haut empfindlich trocken und schuppig bleiben und bedarf deswegen besonders intensiver Pflege. In der Regel ist der Allgemeinzustand der Patienten jedoch nicht eingeschränkt, sodass sie in der Regel nach einer oder zwei Wochen wieder arbeiten oder in die Schule/den Kindergarten gehen können.

Des Weiteren kann man das Virus nur einmal bekommen, denn man bildet Antikörper und ist so vor einer weiteren Infektion geschützt.

Ursachen

Die Ringelröteln werden durch den Parvovirus B19 hervorgerufen. Hierbei handelt es sich um ein DNA-Virus, das sich meist in den Vorläufern der Blutzellen des Menschen vermehrt.

Die Übertragung des Virus erfolgt durch Tröpfcheninfektion, das heißt, der direkte Kontakt über die Hände reicht aus, um das Virus weiterzugeben.

Das Virus ist nur für den Menschen krankmachend, Tiere sind hier nicht betroffen. Es sind 60 bis 70 % der Vorschulkinder schon mal mit dem Virus in Kontakt gewesen.

Es liegen zwischen 4 Tage und 2 Wochen zwischen der Ansteckung und dem Beginn von Symptomen und besonders in dieser Zeit ist man sehr ansteckend, weshalb sich die Krankheit oft unbemerkt ausbreitet.

Das könnte Sie auch interessieren: Ringelröteln bei Erwachsenen

Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen

Jugendliche und Erwachsene erkranken nur selten an Ringelröteln, da sie meist schon als Kinder eine Immunität aufgebaut haben.

Kommt es doch zur Infektion, so sind die Symptome etwas anders als bei Kindern:

  • Jugendliche haben meist nicht den typischen girlandenförmigen Ausschlag, sondern einen Hautausschlag, der sich nur auf die Hände und Füße ausbreitet, das sogenannte Handschuh-Socken-Syndrom. Die Rötung ist außerdem eher punktförmig und die Gefäße treten an den betroffenen Stellen stärker hervor.
  • Bei Erwachsenen fehlt der typische Ausschlag meist ganz und es kommt stattdessen zu anderen stark ausgeprägten Symptomen. Bei jungen Frauen beispielsweise treten häufig Gelenkentzündungen ähnlich der rheumatoiden Arthritis auf. Generell ist der Krankheitsverlauf im Erwachsenenalter meist schwerer.
  • Besonders in der Schwangerschaft ist das Virus sehr gefährlich, da es mit einer Wahrscheinlichkeit von 33% auf das ungeborene Kind übertragen wird. Es kann beim Kind schwere Symptome wie Blutarmut, Hydrops fetalis (10%), Aszites, Abfall der Herzleistung und besonders zwischen der 10. und 22. Schwangerschaftswoche zum Tod des Kindes führen (statistisch gesehen bei 9%).

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Ringelröteln in der Schwangerschaft

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicholas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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